„Es geht natürlich um Fehlerminimierung“

„Es geht natürlich um Fehlerminimierung“

Der Klassenerhalt, der dem 1. FSV Mainz 05 am Wochenende gelang, rückt für den FC St. Pauli mit der 1:2-Niederlage weiter weg. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Am Sonntagnachmittag trennten sich der FC St. Pauli und der 1. FSV Mainz 05 am ausverkauften Millerntor 1:2 (0:2). Für die Mannschaften ein wichtiges Spiel, denn es ging für beide noch um den direkten Klassenerhalt. Die Gastgeber kamen gut ins Spiel, mussten dann aber früh den Rückstand verkraften, nach nur sechs Minuten erzielte Philip Tietz das 0:1. Danach waren die Mainzer besser drin und blieben am Drücker. In der 40. Minute bauten sie ihre Führung weiter aus. Widmer spielte von der Grundlinie auf Mwene, der aus kurzer Distanz ins Netz schoss. Mit frühen Wechseln brachte FCSP-Coach Alexander Blessin neue Energie rein, das machte sich ab etwa der 70. Minute bezahlt. Die St. Paulianer machten nun mehr und zeigten durch einige Aktionen ihre Gefährlichkeit. In der 87. Minute gab es dann den erhofften Anschlusstreffer: Kaars spielte aus rechter Position auf Abdoulie Ceesay, der den Ball aus spitzem Winkel einschob. Der ersehnte Treffer kam jedoch zu spät und die Mannschaft des FC St. Pauli schaffte es nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen.

Trainerstimmen

Urs Fischer: „Glückwunsch zu dem, was wir geschafft haben“

„Ich fand die erste Hälfte über weite Strecken wirklich gut, wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, wirklich gut umgesetzt“, erklärte Urs Fischer nach dem 2:1-Erfolg seines Teams am Millerntor. Mit dem Tor in der sechsten Minute hatten die Mainzer natürlich einen Traumstart. Doch er kritisierte auch etwas, das sich laut ihm durch das ganze Spiel zog: „Wir hatten dann immer wieder Chancen, wo wir unpräzise waren, nicht mehr die Bewegungen hatten.“ Fischer beschrieb dies als Aussetzer, die immer mal wieder zwischen eigentlich dynamischen Aktionen auftraten: „Ich glaube, wir haben Möglichkeiten, das dritte Tor zu erzielen, ich glaube aber auch, (SANKT, A.d.R) Pauli hatte die eine oder andere Aktion, da könnte früher das 1:2 fallen und dann wird’s nochmal eng.“ Mit dem Sieg ist den Mainzern der Klassenerhalt sicher. Nach dem Wochenende steht die Mannschaft von Urs Fischer mit 37 Punkten auf Platz zehn. Der Cheftrainer sagte dazu: „Natürlich toll, wir haben die Klasse heute halten können. Der Mannschaft, dem gesamten Umfeld, alle, die es mit Mainz gut halten, Glückwunsch zu dem, was wir da geschafft haben.“

Blessin: „Nur zusammen schaffen wir das und da geht es natürlich um Fehlerminimierung.“

Der Klassenerhalt wird für den FC St. Pauli nach der Heimniederlage schwieriger. Alexander Blessin erklärte das aktuelle Formtief so: „Was uns momentan einfach killt und das zeigt sich auch über die Saison, (…) das ist, dass wir diese ganz einfachen Geschenke hergeben.“ Nun müsse man versuchen, die einfachen Fehler abzustellen. Wieder gab es ein frühes Gegentor für den FC St. Pauli, Blessin erklärte dazu:„Mit diesem Rückstand werden die Beine schwer und dann brauchst du einfach Zeit, dich da wieder rauszukämpfen.“ Besonders hob er hervor, dass die Räume vorhanden gewesen seien, die Mannschaft sie aber nicht gesehen habe. Dennoch erklärte Blessin: „Was mir dann natürlich absolut Mut macht (…), wir haben in der zweiten Halbzeit Energie reingebracht.“ Mit Blick auf die nun folgenden Spiele machte er klar: „So lange wir noch alle Möglichkeiten haben, gilt es, die Mannschaft zu unterstützen und zu pushen. Nur zusammen schaffen wir das und da geht es natürlich um Fehlerminimierung.“

Kernstatistiken

FC St. Pauli 1. FSV Mainz 05
7 (2)Torschüsse (auf das Tor)16 (6)
10Fouls8
48,35%Ballbesitz51,65%
491 (402)Pässe (erfolgreich)456 (384)
68 (48)… davon ins letzte Drittel (erfolgreich)59 (39)
49 (24)… davon lange Pässe (erfolgreich)63 (29)
19Ballkontakte im gegn. Strafraum37
60 (40)Defensivduelle (erfolgreich)54 (36)
49 (21)Kopfballduelle (erfolgreich)49 (24)
18,05PPDA13,36
117,34 kmLaufleistung117,15 km

Der FC St. Pauli und Mainz 05 teilen schwache Phasen unter sich auf

Wie schon im Gegnercheck des FC St. Pauli beschrieben, spielt der 1. FSV Mainz 05 in dieser Saison oft eine schwache erste Viertelstunde. Mal abgesehen von dem Tor hatte der FC St. Pauli in dieser Spielphase auch mehr Ballbesitz (60%), einen höheren xG (0,33) und auch mehr Abschlüsse (vier). Zudem spielte der FCSP mehr zielgenaue Pässe (100 (84%)) und war in den FotMob-Statistiken bei jeder Passkategorie führend. Dafür, dass der FCSP auch nicht gerade bekannt ist für seine starke Anfangsphase, lassen sich diese Statistiken sehen. Auch in der letzten Viertelstunde zeigte sich Mainz in dieser Saison nicht von seiner besten Seite und kassierte dann auch das Gegentor in dieser Phase. Dass es dann für den FC St. Pauli trotzdem nicht zu einem Heimsieg reichte, dürfte an den 60 Minuten dazwischen liegen. Hier konnten sie besonders in den Zweikämpfen nicht überzeugen. Ob auf dem Boden oder in der Luft, die Mainzer waren besser. Anders sieht es bei den Passstatistiken aus. Hier waren die St. Paulianer in fast allen Punkten besser.

Expected Goals

FC St. Pauli 1. FSV Mainz 05
(0,49 / 1,11 / 0,86) = 0,82(Wyscout / DFL / FotMob) Expected Goals(2,19 / 2,51 / 2,35) = 2,35
0,43xG herausgespielt1,85
0,43xG Standards0,50
0,35xGOT1,71

(Un)expected Goals

Erneut schaffte es der FC St. Pauli nicht, in der Offensive genug Gefahr zu erzeugen. Vielmehr brauchte es diesen Spieltag einfach sehr lange, bis die Mannschaft aufgewacht ist. Den ersten Schuss aufs Tor gab Kaars in der 74. Minute ab. Ceesays Tor ist mit 0,25 xG und 0,30 xGOT die mit Abstand gefährlichste Situation der Gastgeber gewesen. Nur einen weiteren Schuss auf das Tor gab es (Fujitas Abschluss in der Nachspielzeit, mit 0,05 xGOT). Basierend auf diesen Zahlen ist das Endergebnis eher unerwartet.

Spielerstimmen

„It’s not really about tactics anymore“

„I think we started the game well (…) what was after that was just idealess. We couldn’t find any sort of a threat to open a goal“, erklärte Karol Mets. Auch sein Abwehr-Kollege, Hauke Wahl, war ähnlicher Meinung: „Man läuft früh hinterher und dann sieht man die einfachen Lösungen nicht.“ Was auch schon gegen Heidenheim kritisiert wurde, die fehlende Harmonie, wurde auch gegen Mainz von Eric Smith erneut angesprochen: „We have to look how we can get everyone to do the same thing, ‚cause that’s the most important.“ Zudem betonte er: „Of course we have a lot of things to look at, but it’s not really about tactics anymore. It’s two more games, it’s two finals, we’re not gonna be able to transform our team in something we haven’t been. So we have to look at ourselves in the mirror and put a better attitude on the pitch.“ Kapitän Jackson Irvine ergänzte dazu: „We have to try and find something to grab on to for these last two games. A spark of some sort and we’ll try and use those last 30 minutes for that spark, to show what can happen when we play this way, how dangerous we can be.“

„Positivity, energy, belief, football cliches“

So, mit der Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 und den restlichen Ereignissen des Spieltages (damit ist gemeint, dass Wolfsburg ja unbedingt noch einen Punkt in Freiburg holen musste) befindet sich der FC St. Pauli mittlerweile auf Platz 17. Theoretisch und rein rechnerisch ist noch alles offen, ABER es wird (jetzt noch viel mehr) mit jedem Spiel schwieriger. Wenn man davon ausgeht, dass der VfL Wolfsburg (hoffentlich) gegen Bayern keine Punkte holt, kommt es am 34. Spieltag zum Finale um den Relegationsplatz. Was jetzt das Mindset für die letzten Spiele sein sollte, brachte Jackson Irvine auf den Punkt: „Positivity, energy, belief, football cliches. There is no time to reinvent the team to do anything different. Support each other, believe in each other, believe that we can do it.“

// Nike

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7 thoughts on “„Es geht natürlich um Fehlerminimierung“

      1. Keine Widerrede meinerseits 🤷🏼‍♂️ meine Aufgabe besteht auch nicht darin, einen Bundesligisten (oder der es werden will) zu führen. Ich kann hier noch so kleinlich und detailversessen Lösungsvorschläge erarbeiten und sie anbieten, sie werden die, die über das Wohl des Vereins entscheiden, nicht jucken.

        Daher kurz und knapp auf das Wesentliche reduziert: Wann neuer Trainer?

    1. Zu allererst: Genialer Wortwitz, find ich geil 😅

      Secondly, warum so gehässig? Das einzige, was ich hier tue, ist die Welt nicht durch eine pinke – Verzeihung – braune Fanbrille zu sehen. Ehrliche Frage.

        1. Die ist im Stadion für die gesamte Spielzeit, wenns um das Hier und Jetzt geht, immer auf. Abseits kann man sich auch kritisch mit den Machenschaften (haha, als ob gerade irgendwas passieren würde) auseinandersetzen.

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