Der FC St. Pauli ist am letzten Spieltag zum Siegen verdammt und wird dadurch eines seiner Grundprinzipien loslassen müssen. (Titelfoto: Stefan Groenveld)
„Dann geht es halt 0:0 aus“ ist ein der Satz, den man von Alexander Blessin häufiger gehört hat. Er beschreibt eines der Grundprinzipien des FC St. Pauli. Die Partien sollen möglichst lange offen gehalten werden, die Null möglichst lange stehen und dann spät die Chance auf eigene Treffer gesucht werden. Und wenn es dann nicht klappt mit einem eigenen Treffer, na dann geht es halt 0:0 aus. Ein Punkt ist mehr als kein Punkt – noch so eine Aussage, die Blessin prägt. Über eine ganze Saison kann das zum Erfolg führen. Doch das gilt diesen Samstag nicht. Da ist ein Punkt nämlich genauso wertlos wie keiner.
Tabellenkonstellation verlangt offensiveren FC St. Pauli
Denn gegen den VfL Wolfsburg wird ein 0:0 nicht reichen, es würde für den FC St. Pauli den direkten Abstieg bedeuten. Der FCSP ist gefordert zu gewinnen. Am besten sogar deutlich, um das Risiko zu minimieren, dass ein Sieg nicht reicht, weil Heidenheim das bessere Torverhältnis hat. Muss der FC St. Pauli also von einem seiner Grundprinzipien abweichen? Zumindest unterstreicht die Tabellenkonstellation die Notwendigkeit eines mutigen Offensivfußballs. Mindestens ein eigener Treffer muss erzielt werden, möglichst mehr als einer. Das spricht klar dagegen, dass man erstmal abwartet und sicher stehen will, um später vielleicht noch zum Torerfolg zu kommen.
Das Problem bei der ganzen Sache: Der FC St. Pauli hat lange nicht mehr deutlich gewonnen. Das 2:0 gegen den HSV in der Hinrunde, das ist 32 Spiele her, war der einzige Erfolg in dieser Saison mit mehr als einem Treffer Unterschied. Nun nicht nur gewinnen zu müssen, sondern nach Möglichkeit auch noch mit einigen Toren Unterschied, stellt das Team also vor eine gewaltige Herausforderung.
Veränderter Fokus kann Kräfte freisetzen
Dabei gibt es durchaus Dinge, die Mut machen. Zwar ist es 3 Monate her, dass der FC St. Pauli mehr als einfach traf in einer Partie, aber zuletzt bekam man wieder eine Idee davon, wie der FCSP Offensivgefahr erzeugen kann. Die in Leipzig gezeigte Variante mit zwei Mittelstürmern, Hountondji und Kaars, hat einen guten Eindruck hinterlassen. Zwar warten beiden Spieler seit Monaten auf einen eigenen Treffer, aber der FC St. Pauli versprühte in Leipzig in mehr als nur Standardsituationen Torgefahr. Auch deshalb, weil zwei klare Mittelstürmer auf dem Platz standen, die sich in ihren Fähigkeiten unterscheiden.
Zudem sollte der FC St. Pauli mehr Ceesay wagen. Damit ist nicht nur Spielzeit für Abdoulie Ceesay gemeint, der zuletzt zweimal in Folge nach Einwechslung traf. Es geht auch um die Einstellung des Angreifers, um das Chaos, den Mut und die Wildheit. Denn sehen wir es doch mal so: Die Aufgabe ist riesengroß. Manche sagen, dass sie viel zu groß ist. Die Zahlen sprechen klar gegen den FCSP und seine Offensive. Der FC St. Pauli wird, sofern sich nichts Ungewöhnliches ereignet, gegen Wolfsburg (irgendwann) gefordert sein, die eigene Ordnung aufzugeben, um in der Offensive gefährlicher zu werden. Kann das klappen? Schwierig. Aber die Offensivabteilung wurde halt auch noch nie richtig von der Leine gelassen, das zitierte Grundprinzip beinhaltet einen Fokus auf die Null, erst im zweiten Schritt einen auf eigene Treffer. Es ist also bis hierhin völlig unklar, was passieren kann, wenn der FC St. Pauli mit verändertem Fokus in dieses Endspiel geht.
Wolfsburgs Aufgabe ist ebenfalls riesig
Zwar sorgt die Punktgleichheit mit Heidenheim dafür, dass der FC St. Pauli am besten hoch gewinnen muss. Aber eigentlich ist es gar nicht mal so schlecht, dass Heidenheim auch noch im Rennen ist. Denn bei all den Themen, die der FCSP so mit sich durch die Saison schleppt und die hier im Fokus stehen, darf nicht vergessen werden: Das Päckchen, das der VfL Wolfsburg mit sich herumträgt, ist ebenfalls ziemlich schwer. Der FCSP mag die schwächste Offensive stellen, die Wolfsburger aber stellen, basierend auf vielen Statistiken, die schwächste Defensive. Und auch dieses Team ist zum Siegen verdammt. Wie gut wird es wohl den Wolfsburgern gelingen, offensiv Gefahr zu erzeugen und gleichzeitig das eigene Tor sauber zu halten? Erst zweimal konnte das Team in dieser Saison die Null halten. Zuletzt, unter der Leitung von Dieter Hecking, klappte es etwas besser, aber klar zu Lasten der Offensivgefahr. Es werden am Samstag also zwei Teams mit relativ offenem Visier gegeneinander spielen. Und beide betreten dabei unsicheres Terrain.
Der FC St. Pauli ist gegen Wolfsburg dazu aufgefordert, eines seiner Grundprinzipien loszulassen. Ein Unentschieden wird nicht reichen und entsprechend ist es sinnlos, mit der Maßgabe reinzugehen, dass die Partie im Zweifel 0:0 endet. Das könnte Kräfte freisetzen, die bisher noch nicht sichtbar waren beim FCSP. Der Fokus gilt nun der Offensive und der Torgefahr.
// Tim
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LET‘S GO! Alle nochmal alles geben und sich dann die Reli holen und die auch noch wuppen. Alex hat sich einen vernünftigen Abschied verdient und wir müssen unseren Part machen, die Mannschaft den Rest. 1910% übermorgen 🙌🏻🙌🏻🙌🏻
🎶 Ich liebe Dich,
Ich träum von Dir🎵
In meinen Träumen
Bist Du Europacupsieger🎵
Wenn ich übermorgen aufwach,
Dann weiß ich’s schon🎵
Spielst ganz woanders
Relegation! 🎶
Boah bin ich seit zwei Tagen on Fire!!
BTW.: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag lieber FC St. Pauli!
Ich habe den Song leider bei meinen wenigen Stadionbesuchen in den letzten zwei Saisons nicht mehr gehört. Vermiss den richtig. War geil als wir den vor dem Hertha-Spiel in der Hinrunde trällerten ♥️
Hat halt in der ersten Liga nicht mehr gepasst. 😉