Ein verdienter (und trotzdem bitterer) Abstieg

Ein verdienter (und trotzdem bitterer) Abstieg

Nach der verdienten Niederlage gegen den VfL Wolfsburg steigt der FC St. Pauli in die zweite Bundesliga ab und muss sich nun neu sortieren.
(Titelfoto: Selim Sudheimer/Getty Images/via OneFootball)

Es war möglich, aber am Ende hat es einfach nicht gereicht. Nach zwei Jahren in der Bundesliga steigt der FC St. Pauli in die zweite Liga ab. Das entscheidende Spiel gegen den VfL Wolfsburg war dabei ein Sinnbild der gesamten Saison des FCSP: Das Team versuchte viel, war in den wichtigen Szenen der Partie dann aber nicht gut genug.

Unruhiger Beginn, dann Chancen ohne Ende

Das Spiel gegen Wolfsburg startete unruhig. Beiden Teams war anzumerken, was für sie auf dem Spiel stand, die Fehlerquote war extrem hoch. Extrem hoch war nach dieser Anfangsphase auch die Anzahl an Strafraumszenen, auf beiden Seiten. Das erste fette Ausrufezeichen setzte Fujita, der einen Fernschuss an die Latte knallte. Direkt im Gegenzug parierte Vasilj gegen Daghim, der alleine auf den Torhüter des FC St. Pauli zustürmte. Die darauffolgende Ecke parierte Vasilj erneut überragend, lenkte den Ball an die Latte.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt völlig offen, auch weil die Fehlerquote auf beiden Seiten hoch blieb. Nach einer halben Stunde zeigte Wolfsburg eine Standardvariante, die die Partie letztlich entscheiden sollte: Ein Eckball wurde an den ersten Pfosten getreten, kurz vor das FCSP-Tor. Souza köpfte den Ball an den Pfosten. Kurz danach brannte es dann auf der Gegenseite, als die Wolfsburger einen Standard nicht richtig geklärt bekamen, sodass Metcalfe auf Höhe des Sechzehners zum Abschluss kam. Wolfsburgs Torhüter Grabara parierte dessen Abschluss dann aber stark.

Gegentor nach Ecke, Hountondji verpasst die Antwort

Nur eine Minute danach war Daghim erneut frei durch (stand er beim Pass im Abseits?), er scheiterte aber wieder am starken Vasilj. Mit dem folgenden Standard ging der VfL dann in Führung. Erneut wurde der Ball an den ersten Pfosten getreten, wo dieses Mal Koulierakis zum Kopfball kam und diesen über die Linie drückte. Der FC St. Pauli war also nun gefordert, mindestens zwei Treffer zu erzielen. Zu diesem Zeitpunkt deutete sich aber auch bereits an, dass ein Sieg gegen Wolfsburg unabhängig von der Tordifferenz reichen würde, da Heidenheim bereits zur Pause mit 0:2 gegen Mainz hinten lag.

Noch vor der Pause hatte der FC St. Pauli dann die Riesenchance auf den Ausgleich. Nach einem klugen Laufweg war Kaars auf der rechten Seite frei durch und spielte einen starken Querpass in den Fünfmeterraum, wo Hountondji aus vier Metern völlig frei an den Ball kam. Das Wolfsburger Tor war leer, aber der FCSP-Angreifer schien in diesem Moment Kopf und Beine nicht sortiert zu bekommen. Er verstolperte den Ball, anstatt ihn in Richtung Tor zu bugsieren (xG: 0,75). Für Alexander Blessin war das eine spielentscheidende Szene: „Wenn wir vor der Pause das 1:1 machen, dann gehen wir mit einem ganz anderen Gefühl in die Pause.“ Doch Hountondji traf nicht und so ging es mit dem knappen Rückstand in die Pause.

Ceesay mit drittem Joker-Tor in Folge

Die zweite Halbzeit begann dann deutlich ruhiger, als die erste endete. Von der hohen Anzahl an Torraumszenen war in den ersten Minuten des zweiten Abschnitts nichts mehr zu sehen. Nach zehn gespielten Minuten klärte Grabara eine Flanke zur Ecke und der für Hountondji eingewechselte Ceesay köpfte diese wuchtig zum Ausgleich ein. Sein dritter Joker-Treffer in Folge, an ihm lag es in den letzten Spielen gewiss nicht, dass der FCSP nun in die zweite Liga muss. Nach dem 1:1 hatte der FC St. Pauli dann auch kurzfristig das Momentum auf seiner Seite, doch wenige Minuten nach dem Ausgleich konnte Grabara einen Querpass von Kaars gerade so noch abfangen.

Strittige Szene vor dem 1:2

Noch ein paar Minuten später kam der VfL Wolfsburg wieder stärker auf. Einen Schuss von Pejčinović konnte Vasilj noch stark zur Ecke ablenken. Wolfsburg spielte diese Ecke dann genau so, wie auch jene in der ersten Halbzeit – und war damit leider erneut erfolgreich. Zwar zeigte sich der FC St. Pauli nun verändert in der Verteidigung, doch der Ball fand trotzdem den Weg ins FCSP-Tor. Denn Vasilj faustete diesen ins eigene Netz, nachdem er beim Hochsteigen zur Klärung entscheidend gestört wurde. Jackson Irvine wurde von einem Wolfsburger in Vasilj hineingeschoben, zudem wurde Vasilj auch anderweitig gestört. Ein Foul? Schiedsrichter Siebert schaute sich diese Szene noch einmal am Monitor an, beließ es aber bei seiner Entscheidung. Sicher eine schwierige Szene, für beide möglichen Entscheidungen gibt es Argumente. Für Alexander Blessin war diese Situation natürlich klar: „Es ist nicht als Foul gewertet worden, ich sehe es trotzdem etwas anders. Das killt uns in diesem Moment. Danach ist es schwierig, weil wir wussten, dass wir dann zwei Tore machen mussten.“

Keine Frage, dieser Treffer zum 1:2 war ein Niederschlag für den FC St. Pauli. Das Spiel war danach längst nicht mehr so offen wie in den Minuten zuvor. Der FCSP fand nun nicht mehr in die Spur, auch wenn er nun viel versuchte, vor allem über hohe Bälle. Vielmehr war nun Wolfsburg drauf und dran, die Entscheidung herbeizuführen. In der 73. Minute blockte Andō einen Abschluss von Mæhle zur Ecke. Leider mit der Hand, es gab nach Ansicht der Bilder Elfmeter für Wolfsburg. Eriksen nutzte diese Chance aber nicht, schoss den Strafstoß an die Latte, sodass noch einmal kurz Hoffnung aufkeimte beim FC St. Pauli. Mit Jones kam nun noch ein weiterer Angreifer in die Partie, allerdings wurde der FCSP nun auch direkt dafür bestraft, dass er viel riskierte: Pejčinović erzielte in der 80. Minute das 1:3 und damit war der Deckel drauf. Das Spiel trudelte im Anschluss nur noch aus, es war nun klar, dass der FC St. Pauli nach zwei Jahren seine vorerst letzten Bundesligaminuten bestritt.

Ein verdienter Abstieg

Die Niederlage gegen den VfL Wolfsburg war sinnbildlich für die Saison des FC St. Pauli. Der Sieg der Wolfsburger ist verdient, keine Frage. Weil es dem Team des FCSP in den entscheidenden Momenten nicht gelang, diese für sich zu nutzen. Nicht in dieser letzten Partie, wie auch in der gesamten Saison immer wieder. Zu oft ließ das Team eigene Chancen ungenutzt. Zu oft verteilte es Geschenke an die Gegner. Zu selten wurde es geschafft, eine über 90 Minuten stabile Leistung auf den Rasen zu bekommen. Es ist schmerzhaft und fühlt sich beschissen an, aber der Abstieg des FC St. Pauli ist verdient.

Trauer, Aufarbeitung, Analyse, Umbruch

Nun ist Trauerarbeit angesagt. Und Aufarbeitung. In der Vorsaison hat der FC St. Pauli aufgrund einer stabilen Defensive die Klasse halten können. In dieser Spielzeit stellte das Team aber eine der schwächsten Defensiven der Bundesliga, was zusammen mit der (wie auch in der Vorsaison) harmlosesten Offensive einfach nicht genug gewesen ist, um die Klasse zu halten. Sicher ist, dass nach dieser Saison viele Steine bewegt werden müssen, um in der kommenden Spielzeit in der zweiten Liga oben mitspielen zu können. Wie genau diese Steine zusammengesetzt werden, wird sich nun Stück für Stück in der Sommerpause zeigen. Es ist damit zu rechnen, dass dem FC St. Pauli ein sehr, sehr großer personeller Umbruch bevorsteht.

Das Abenteuer Bundesliga ist für den FC St. Pauli jedenfalls vorerst beendet. Es ist zu hoffen, dass es nun nicht erneut eine gefühlte Ewigkeit dauern wird, bis das Millerntor-Stadion wieder die besten Fußballclubs Deutschlands empfangen darf. So bitter diese Saison verlaufen ist und so groß der Frust auch ist, die Partie gegen den VfL Wolfsburg und auch die überwiegende Reaktion auf den Gang in die zweite Liga zeigt: Der FC St. Pauli ist und bleibt die einzige Möglichkeit.

// Tim

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24 thoughts on “Ein verdienter (und trotzdem bitterer) Abstieg

  1. Endlich ist diese Saison zu Ende und ja, endlich ist das Abenteuer erste Liga zu Ende. Ich habe keine Lust mehr, ständig gegen Mannschaften zu spielen, die uns aufgrund der finanziellen Möglichkeiten einfach Lichtjahre voraus sind. Ich wil lieber wieder gegen Bochum, Karlsruhe und Darmstadt spielen als gegen Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Die zweite Liga ist unser natürliches Habitat. Da können wir mithalten, da sind wir zu Hause.

    Ich gratuliere dem FC St. Pauli desewegen zum erfolgreichen Aufstieg in die zweite Liga! Vasilj ist sicher weg, Fujita, Smith, Metcalfe, Hountondji, Sands und ein paar andere vermutlich auch. Bleibt eine Mannschaft wie

    Voll
    Ando – Wahl – Nemeth
    Saliakas- Irvine – Rasmussen – Pyrka
    Sinani
    Kaars – Ceesay

    und das ist doch schon ein ganz gutes Gerüst mit Mets, Pereira, Ricky und Co

    1. 🤎🤍❤️
      Ich freu mich auf den Betzenberg.
      Ich weiß nicht ob Wahl wirklich bleibt. Wir werden sehen was kommt.

    2. Da schlagen 2 Herzen in meiner Brust.
      Ja, gegen Bayern, Dortmund, RaBa und Konsorten immer nur zu hoffen, mal einen Punkt zu entfuehren.
      Und verzweifelt zu sein, warum man gegen Mainz, Augsburg, Union und Koeln nicht auch einmal auf Augenhoehe antreten zu koennen.
      Ja, in Liga 2 kann man auch mal als Favorit ins Spiel gehen, aber echt jetzt, ich will mich auch mal in Liga 1 etablieren, weiss aber auch nicht wie.
      shit,
      hmc

    3. Mit Aussicht auf mehr Spielzeit würde ich tippen Metcalfe bleibt eher. Die anderen genannten werden ziemlich sicher gehen.
      Ich denke auch bei Wahl könnte es ein schmerzvoller Abschied werden.
      Pereira Lage wird noch mind bis Ende des Jahres fehlen. Bei Sinani läuft der Vertrag aus. Denke er wird sich verändern wollen.
      Pyrka hat starke Leistungen gezeigt ist polnischer Nationalspieler und sicherlich auch interessant für andere Vereine. Würde mich freuen wenn er bleibt.

    4. Im Zeitforum hat jemand folgende Auflistung gepostet, die ich gerne hierlassen würde.

      Punkte / Mio Kadermarktwert.
      0,41 Heidenheim
      0,37 St.Pauli
      0,31 Union
      0,29 Mainz
      0,27 Augsburg
      0,25 Gladbach
      0,25 Hoffenheim
      0,25 Freiburg
      0,23 Köln
      0,23 HSV
      0,18 Werder
      0,16 Stuttgart
      0,15 BVB
      0,14 Leipzig
      0,13 Leverkusen
      0,12 Wolfsburg
      0,11 Frankfurt
      0,09 Bayern

      1. Krass wie weit die Schere auseinandergeht
      2. Herzlichen Glückwunsch an die beiden Absteiger, die von allen Bundesligisten das Beste aus ihren Mitteln gemacht haben!

  2. An alle sportlichen Verantwortlichen: „chat shit, get banged.“

    Blessins Ägide muss enden.

  3. Wie würde Mario singen*
    Ich liebe dich, ich träum von dir, in meinen Träumen bist du Europacup Sieger. Doch wenn ich Aufwach fällts mir wieder ein, Spielst ganz woanders in Liga 2. Wir Lieben Dich 🤎🤍❤️
    Kopf hoch. Wir sind Stabiler als die anderen Abstiege. Das wird werden 🙏🏽

    1. Schau auf Bochum, schau auf Kiel. Bornemann muss noch heute Kontakt aufnehmen nach Verl und Ingolstadt, um die Trainer (einen) dort loszueisen. Dann kann man erst mit der Kaderplanung starten.

  4. Und Liebe ohne Leiden hat noch Niemand gesehen.
    Hooray, hooray, hooray FC Sankt Pauli!

    Ich bin auf den Umbruch gespannt. Aber Hamburg bleibt ein weiteres Jahr Braun-Weiss. Die Stadtmeisterschaft bleibt bei uns!

  5. Danke Tim für deinen Bericht

    Wie schon zu befürchten war – die Vertragslage bei (sehr) vielen Spielern hat die Leistung in den letzten Wochen massiv beeinflußt.. Bisher nur vermutet, so langsam sieht man das ganze Ausmaß…

    Da rückt neben dem Trainer auch die sportliche Leitung krass in den Fokus…

    Bin gespannt welcher Kader und Trainer in der 2.Liga dabei sein wird/will – hoffentlich eine Konstellation die Fussball spielen möchte.

    FORZA

  6. Finde Alex ist ein guter Trainer, ABER er hat gerade in den letzten 10 Spielen schon viele Fehler gemacht. Und als Trainer bist du halt am Ende auch mit Schuld.
    Das wir von der Qualität des Kaders zu Recht abgestiegen sind, kann man nicht leugnen.
    Blessin hat aber bspw. Spieler auf Positionen aufgestellt die gar nicht passten. Das nicht zu sehen, bzw. zu spät zu korrigieren geht auf seine Kappe.
    Um da mal einige Beispiele zu nennen:
    Fujita ist ein 6er, der Bälle stark erobert im Zweikampf oder weil er ein sehr gutes Raumverständnis hat und ahnt wo der Gegner den Ball hin spielen will. Auf dieser Position gehört er für mich mit zu den besten, die ich in über 30 Jahren bei uns gesehen habe. Der gehört nicht auf die offensive Halbposition / 10er.
    Ritzka ist stark als LIV oder LV, aber er ist kein Schienenspieler, weil offensiv zu schwach.
    Hountondji ist als alleiniger Stürmer komplett verschenkt, macht Bälle schlecht fest. Wenn ich nicht die passenden Spieler für mein System habe, dann kann ich das System verändern. Das kam denke ich zu spät, nämlich erst die letzten beiden Spiele.
    Blessin hat kein wirkliches Rezept gefunden, wenn wir in Rückstand gerieten. So gut wie alle Mannschaften (vllt mit Ausnahme der Top5) in dieser Liga stellen sich tief hinten rein wenn sie in Führung gehen. Da hatten wir nie ein Rezept gegen. Zugegeben das stellt viele vor Probleme, denn so haben wir es letztes Jahr auch geschafft zu punkten. Da nützt dir die schnelle Spitze dann aber halt gar nichts. Trotzdem wurde wenn überhaupt oft zu spät umgestellt. Und ja natürlich fehlt uns da auch die individuelle Qualität ein Stück.
    Bei gegnerischen Ecken stehen wir immer mit allen im eigenen Strafraum, was dazu führt. Das der Gegner ebenfalls mit voller Kapelle im oder am Strafraum steht.
    Gegner wie Köln machten es vor, wie es auch geht. Stell deinen schnellsten Stürmer doch in der Situation an die Mittellinie, dass bindet 2 gegnerische Verteidiger hinten, weil keiner hinten 1 gegen 1 spielt. So hast du hinten Überzahl und vorne zumindest die Chance auf einen schnellen Gegenstoß (siehe El Mala).
    Die letzten beiden Spiele mit 2 Spitzen sahen doch direkt viel besser aus offensiv. Die Gegentore haben wir trotzdem durch Ecken gefressen, klar.
    Warum durften Spieler die völlig außer Form waren immer wieder spielen und ein Metcalfe schmort immer wieder auf der Bank?
    Ja, es kam viel zusammen (Verletzungen, individuelle Fehler von Spielern, Schiri Entscheidungen) aber der Trainer hat definitiv einen ordentlichen Anteil am Abstieg. Im Nachhinein ist man immer schlauer, vielleicht hätte man den Trainer zum Winter wechseln sollen.
    Beim Wechsel von Schulle zu Fabian hatte ich gar kein Verständnis dafür, am Ende war es richtig.
    Es muss jetzt schnell aufgearbeitet werden und es wird zeitnah eine Entscheidung geben, denn der Abstieg kam jetzt nicht überraschend und AB wird sicherlich zweigleisig geplant haben.

    Ich freue mich trotz der Trauer schon jetzt auf die nächste Saison und hoffe, dass diese dummen unsäglichen Becherwerfer, die auch heute wieder das Hirn am Eingang abgegeben haben ab sofort fernbleiben bzw. Konsequenz Men erfahren. DAS GEHT GAR NICHT und ich möchte mir gar nicht ausmalen was passiert wäre, wenn wir beim Stand von 1:1 Eriksen beim Eckball am Kopf treffen.

  7. Der Abstieg kommt wirklich nicht überraschend. Die Frage ist, welche Lehren im Verein daraus gezogen werden. Ich sehe es so: Um in der 1. BL als kleiner Verein bestehen zu können, braucht es „irgendwas“, das man besser kann als die meisten anderen. Seien es Standards, hohe Bälle auf Zielspieler, Kurzpässe. Irgendwas. Diese Stärke muss das Team so verinnerlicht haben, dass sie selbst dann abgerufen werden kann, wenn die Mannschaft in einer Waschmaschine im Schleudergang spielt. Letzte Saison war das unsere Defensivarbeit: Weniger Gegentore als xG conceded. Drei Mal drei Gegentore, nie mehr. Vielleicht nicht superattraktiv, aber eine Monsterleistung und auch gut zu verkraften, wenn die besten Stürmer der Liga keinen Bock haben, gegen den FCSP zu spielen.
    Wenn der Ansatz funktioniert, macht es offenbar bei einem alternden Kader und Abgängen Sinn, den Erhalt der eigenen Stärke zu priorisieren. Das allein ist schon schwer genug. Es sieht es aber so aus, als habe man die erreichte Stärke als gegeben angesehen und versucht, noch etwas obendrauf zu setzen. Tatsächlich gab es auch in dieser Saison Spiele, in denen der FCSP gegen starke Offensiven souverän verteidigt hat, aber die Konstanz war weg. Gleichzeitig ist das, was obendrauf kommen sollte (also Umschaltspiel mit „Speed“ …), überhaupt nicht aufgegangen, weil die Abläufe nicht saßen und die schnellen Spieler mehr schnell als Spieler waren. Das Problem eines kleinen Vereins ist es dann leider, dass, wenn eine Idee nicht aufgeht, es verdammt schwer ist, noch etwas zu ändern.
    Für den längerfristigen Erfolg ist die Frage nach der Spielidee für mich die spannendste. Wird es dem FCSP gelingen, eine wiedererkennbare Handschrift zu entwickeln, die dann irgendwann auch mal den Jugendbereich erreicht, oder steht uns eine situationsgetriebene, ermüdende trial & error-Phase bevor?

  8. Was für ein Mega Team. (Fast) nie aufgegeben. Viel viel Pech gehabt. So viele Verletzte und trotzdem waren alle füreinander da.
    Hauptgrund dafür ist dieser tolle Trainer. Er hat das Team immer wieder wunderbar gegen übermächtige Gegner eingestellt. Er kann den Ball nicht über die Linie drücken. Das passiert aber auch anderen Spieler, die einen deutlich höheren Marktwert haben.
    Gut, noch eine Runde in der 2. Liga. Wie viele Mannschaften hat das schon getroffen.
    Und wenn ich sehe, was der eklige HSV an Geld verfeuert. Haben wir halt nicht. Ist so.

    Deshalb: Weiter mit Blessin, weiter ohne Vassil. Forza FCSP

  9. Es ist ein ehrlicher, aufrichtiger und konsequenter Abstieg, der mit unserem Konzept passieren kann und zu akzeptieren ist. Denn ich bin froh über 60% Stehplätze im Stadion. Ich bin fein mit sozialen Eintrittspreisen für alle. Wir verkaufen unseren Stadionnamen nicht. Wir bleiben ein eingetragener Verein, wir engagieren uns sozial auf verschiedensten Feldern. Und Einhorn-Sponsoren kommen gar nicht erst ins Haus. Wer darauf verzichten mag, kann gesicherten Bundesliga Fußball gern in der großen Schüssel sehen. Aber bitte nicht bei unserem FCSP!

    1. Folgerichtig darf man dann aber auch bei einem eventuellen Aufstieg in Zukunft getrost anderen den Vortritt lassen oder?

  10. Mal ehrlich Leute, im Profisport muss doch jeder das Ziel haben sich mit den Besten messen zu wollen. Auch wenn es dann schwerer wird sollte es das langfristige Ziel sein sich dann über die nächsten Jahre zu etablieren. Sowas dauert halt.

    Für mich ist dieser Abstieg verdient und doch vollkommen überflüssig! Schließlich fehlen nur drei Punkte für die Relegation. Drei lächerliche Punkte mehr aus den letzten zehn Spielen wäre auch mit unserem Kader sicherlich möglich gewesen. Davon mal ganz abgesehen, das wir es lange in der eigenen Hand gehabt haben und Platz 16 hatten. Echt ärgerlich und sicher kein Vorteil, da der Wiederaufbau in der zweiten Liga logischerweise kein Selbstläufer wird. Siehe Kiel und Bochum…
    Wir hatten bis gestern die Chance auf die Relegation und gehen jetzt ärgerlicher Weise absolut verdient direkt runter. Ob es besser gewesen wäre früher mal mit zweit Stürmern zu spielen, denke ich zwar auch, ist jetzt aber müßig darüber noch Gedanken zu verschwenden.

    Ich finde es zum kotzen! Dynamo und Energie, samstags 13:30 Sicherheitsspiel am Millerntor… wer das vermisst hat, verstehe ich nicht…

    FORZA FCSP
    Ganz egal was auch geschieht…

  11. Seit ihrem guten Auftritt gegen Leipzig habe ich mich hier 2 mal für den Einsatz des Trios, Metcalf, Kaars und Ceesay ausgesprochen, ich habe im letzten Beitrag sogar vor Andreas (sogar vor dem Verstolpern) gewarnt, obwohl es nicht meine Art ist, einen Spieler schlecht zu machen, aber ein guter Trainer hätte gesehen, das Andreas dem wachsenden Druck nicht standhält. Andererseits hat Ceesay seinen Lauf jetzt ein 3. mal bestätigt…doch warum nutzt der Trainer diesen Lauf, dieses Momentum, nicht, und lässt ihn von Anfang an spielen….hätte, hätte, hätte…wir wissen es nicht, doch es bleibt ein schaler Geschmack nach, angesichts von diesem Maß an Risikoscheu, diesem Mangel an Flexibilität. Alex B. mag ein gut ausgebildeter Trainer sein…doch wenn sich der Verein anders entscheidet, hätte ich keine Einwände …Auch in der 2. Liga werden bis zum 7. Platz hinunter 50 Tore + geschossen…wie soll das gehen mit einem „weiter so“…?

    1. Auch in der 2. Liga werden bis zum 7. Platz hinunter 50 Tore + geschossen – bis auf wenige Ausnahmen auch bis Platz 16 diese Saison

  12. So den Sonntag damit verbracht sich zu Fragen, wie kann es sein. Unnötig? Ja Verdient Ja! Ich befürchte jetzt nur Blessin für alles die Schuld zu geben, greift viel zu kurz. Haben wir ein Stürmer Problem? Bestimmt, aber schaut man sich die Torjägerliste an, haben dieses Problem auch einige andere Vereine. Abgesehen von Tabakovic und El Mala findet sich aus den unten stehenden Teams eigentlich kein Stürmer, der zweistellig getroffen hat. Aber da trifft halt auch das Mittelfeld oder die Abwehr. Aus meiner Sicht ist das auch einer der Hauptpunkte unser Mittelfeld ist so gar nicht torgefährlich. Unsere „Führungsspieler“ waren dieses Jahr weit weg davon Führung zu übernehmen Smith hatte einiges an Böcken drin. Ohne Bewertung hat die Situation um Irvine auch einiges gemacht. Hauke auch nicht so konstant wie die letzten beiden Jahre für mich aber insgesamt völlig in Ordnung und Nikola sicherlich einer der Besten Torhüter in der Liga, aber halt auch einiges an Unsicherheiten drin. Und da muss jetzt analysiert werden lag es am Trainer oder hatte er damit zusätzlich zu kämpfen? Ich bin weder beim Training noch in der Kabine dabei, aber auf dem Platz war es von den Führungsspielern über die Saison zu wenig. Die Transfers waren aus meiner Sicht in der Summe ok. Einen Hara verstehe ich nicht. Tatsächlich gehört jetzt alles mal auf den Tisch und ja ggf. kann das Ergebnis sein, dass Blessin weiterhin der richtige Trainer sein kann. Aber wenn es dann in den ersten Spielen nicht gut läuft, brennt richtig der Baum. So sehr ich Alex schätze, ich befürchte unabhängig davon wie groß sein Anteil am Abstieg ist, die Gefahr mit ihm weiterzumachen ist zu groß.

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