Vorbericht: FC St. Pauli – VfL Wolfsburg (34. Spieltag, 25/26)

Vorbericht: FC St. Pauli – VfL Wolfsburg (34. Spieltag, 25/26)

Am Samstagnachmittag empfängt der FC St. Pauli den VfL Wolfsburg im absolut entscheidenden Abstiegskampfduell.
Titelbild: Stefan Groenveld

Der 34. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg fühlt sich ein bisschen wie ein Spiel an, das auf dem Papier größer aussieht, als es sportlich vielleicht noch ist – und genau das macht es interessant. Wolfsburg ist eine Mannschaft, die über die Saison hinweg immer wieder gezeigt hat, dass sie individuell deutlich besser besetzt ist, als ihr Tabellenplatz vermuten lässt. Gleichzeitig fehlt ihnen seit Monaten eine klare spielerische Identität.

FC St. Pauli: Wer kann spielen, wer fehlt?

Nachdem gegen RaBa Leipzig einige Spieler etwas überraschend nicht mitgefahren sind, kamen auf der Pressekonferenz vor Wolfsburg ein paar gute Nachrichten: Nach Magen-Darm-Infekten werden Hauke Wahl, Louis Oppie und Adam Dźwigała zurückkehren und stehen für Samstag zur Verfügung. David Nemeth wird weiterhin ausfallen und bei Eric Smith müsste man in den nächsten Tagen schauen. Richtig gute Neuigkeiten gab es bei Karol Mets und Ricky-Jade Jones. Karol wird sicherlich keine 90 Minuten spielen können, hat sich aber nach seiner Muskelverletzung gegen Mainz richtig stark zurück gekämpft und wird wenigstens für eine halbe Stunde zur Verfügung stehen. Jones, der seit Anfang des Jahres verletzt war, kann nun laut Blessin wieder spielen und wird damit sicherlich auch eine Option fürs Wochenende sein. Bei den anderen, schon länger Verletzten, hat sich wohl nichts geändert.

VfL Wolfsburg: Wer kann spielen, wer fehlt?

Mit Patrick Wimmer, der sicherlich nicht mit spielen wird, fehlt den Wolfsburgern ein entscheidender Spieler im Mittelfeld. Er hat sich gegen Bayern eine Oberschenkelverletzung zugezogen und fällt dementsprechend aus. Amoura, Svanberg, Majer und Lindström könnten ihn ersetzen (ich tippe auf Majer). Ansonsten ist es eigentlich nicht zu erwarten, dass es großartige Wechsel in der Startelf geben wird. Die Langzeitverletzten Kilian Fischer und Jonas Wind werden dieses Wochenende noch keine Option sein, für die beiden geht es eher Richtung mögliche Relegation. Mohammed Amoura wird vermutlich nach seiner Suspendierung gegen München (aufgrund einer Auseinandersetzung mit Kevin Paredes im Training) auf die Bank zurückkehren, mit einem Startelf-Einsatz rechne ich eigentlich nicht.

Was hat Wolfsburg zu bieten?

Der FC St. Pauli hat schlechte Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen mit Wolfsburg, sehr unglücklich verlor man auswärts mit 2:1. So lange her kommt es einem gar nicht vor, war tatsächlich auch erst im Januar dieses Jahres. Bei Wolfsburg hat sich seitdem besonders eins geändert: Der Trainer. Daniel Bauer wurde im März von Dieter Hecking abgelöst. Dieser hat bisher acht Spiele mit dem VfL gemacht, vier gingen verloren, drei endeten unentschieden und es gab einen Sieg. Seitdem der neue Trainer da ist, haben die Wolfsburger im Schnitt weniger Tore kassiert. Anfällig sind sie weiterhin bei Standards, nach ruhendem Ball kassierten sie 14 Tore in dieser Saison.

Umschaltmomente und Fehler des Gegners

Wolfsburg lebt offensiv stark von Dynamikmomenten. Es gibt eher weniger lange, dominante Ballbesitzphasen, sondern eher Umschaltmomente, Tempo auf den Außenbahnen und Läufe hinter die letzte Linie. Gerade wenn Gegner im Gegenpressing unsauber werden, entstehen Räume, die Wolfsburg eigentlich gerne bespielt. Das Problem aus Wolfsburger Sicht: Diese Situationen entstehen oft eher zufällig als kontrolliert. Genau das könnte dem FC St Pauli entgegenkommen. Denn durch die bisherige Saison hat die Mannschaft von Blessin immer wieder gezeigt, dass sie Räume häufig besser verteidigen kann als direkte Duelle.

„Beide Mannschaften werden nervös sein, da werden viele Fehler passieren“

Wo der VfL nochmal richtig gefährlich wird, sind Ballverluste des Gegners, durch diese konnten sie schon 16 Treffer erzielen. Hierzu empfehle ich den Gegnercheck vom FC St. Pauli. Dieser zeigte auch, dass Wolfsburg seine Führungen oft verspielte und es besonders nach Rückständen extrem schwer hatte. Blessin sagte dazu: „Auf unserer Seite müssen wir natürlich gucken, erstmal nicht ins Hintertreffen zu geraten und selber dann auch mal mit einem Tor in Front zu gehen.“ Auch die Bedeutung des Spiels wird sicherlich eine wichtige Rolle spielen: „Beide Mannschaften werden nervös sein, da werden viele Fehler passieren. Die Frage ist nur, wie gehe ich mit solchen Fehlern um?“ erklärte Blessin.

Mögliche Aufstellung

Eric Smith wird vermutlich – wenn er denn spielen kann – wieder in die Innenverteidigung rutschen und hinten die Dreierkette unterstützen. Grund dafür ist laut Blessin unter anderem, dass Jackson Irvine und Joel Fujita die Positionen im defensiven Mittelfeld gegen Leipzig gut besetzt haben. Hinten werden es vermutlich Hauke Wahl und Tomoya Andō sein, dazu eben Smith oder Adam Dźwigała. Nach Lob von Blessin können wir im defensiven Mittelfeld vermutlich mit Irvine und Fujita rechnen. Mit dabei sind wahrscheinlich Arkadiusz Pyrka, Connor Metcalfe und Louis Oppie. Auch wenn Jones wieder eine Option sein könnte, wird er wohl kaum von Anfang an spielen.  Im Angriff werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit Martijn Kaars und Andreas Hountondji stehen. An einen Startelf-Einsatz von Abdoulie Ceesay glaube ich eigentlich nicht.

„Wir wollen das Spiel gewinnen, wir müssen das Spiel gewinnen.“

Alle, die momentan die Bundesliga verfolgen können sehen, dass der Abstiegskampf eine extrem knappe Kiste wird. Blessin sagte dazu: „Wir wissen alle, dass es das wichtigste Spiel in dieser Saison ist. Den Druck können wir nicht wegreden, wir müssen uns dem ganzen stellen.“ Deutlich machte er auch, dass Nervosität normal ist aber „Angst hemmt und deswegen wollen wir sie wegschieben.“

Wer auch immer am Samstag den Tabellenplatz sechzehn für sich reklamieren kann, wird in der Woche drauf in der Relegation um die Bundesliga kämpfen dürfen. Der Gegner wird am Sonntagnachmittag feststehen, die Kandidaten sind Elversberg, Hannover und Paderborn, die alle drei 59 Punkte haben.
Die Bedeutung des Spiels ist klar, Blessin brachte es noch einmal auf den Punkt: „Wir wollen das Spiel gewinnen, wir müssen das Spiel gewinnen.“ Und damit:

Forza, magischer FC!
// Nike

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