Die neue Saison wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Alles deutet darauf hin, dass der FC St. Pauli einen massiven Kaderumbruch vollziehen wird. Ein Überblick.
(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Es ist zwar gerade einmal zwei Wochen her, dass der FC St. Pauli die Partie gegen den VfL Wolfsburg nicht gewinnen konnte und dadurch nach zwei Jahren in der Bundesliga kommende Saison wieder in der zweiten Liga antreten muss. Aber seitdem ist schon extrem viel passiert. Denn beim FCSP wurde bereits ein halbes Dutzend Spieler verabschiedet. Es ist damit zu rechnen, dass mindestens ein weiteres halbes Dutzend folgen wird. Womöglich sogar deutlich mehr. Schauen wir uns die Situation in den einzelnen Mannschaftsteilen einmal an.
Freier Platz zwischen den Pfosten
Nikola Vasilj war der erste Spieler, der kundtat, dass er den FC St. Pauli diesen Sommer verlassen wird. Er tat es mehr oder weniger direkt nach Abpfiff. Zweifelsohne verlässt den FCSP damit einer der besten Torhüter, den der Verein jemals hatte. Aber das bedeutet nicht, dass diese Position plötzlich ein Problem wird.
Denn zumindest die Eindrücke, die Ben Voll bei seinen Pokaleinsätzen hinterlassen hat, dürften bei vielen dafür sorgen, dass sie sich keine Sorgen bezüglich der Torwartposition beim FC St. Pauli machen. Voll wird nach zwei Jahren im Schatten von Vasilj nun zur neuen Nummer 1 des FCSP aufsteigen. Hinter ihm dürfte auch weiterhin Simon Spari agieren. Winter-Neuzugang Emil Gazdov verlässt den FC St. Pauli. Das Leihgeschäft endete nach der Saison, der FCSP nutzte die vorhandene Kaufoption nicht.
Somit ist Ben Voll zwar mit dem FCSP ab-, er wird persönlich aber aufsteigen. Sollte es anders kommen, dann wäre das schon sehr verwunderlich. Die Torwartfrage dürfte also geklärt sein und ist damit so fast die einzige Position im Kader, bei der es bereits jetzt Gewissheit gibt, wer Stammspieler sein soll. Ein dritter Torwart wird trotzdem noch verpflichtet werden.
Viel Veränderung in der Innenverteidigung möglich
Nach mehr als drei Jahren hat Karol Mets den FC St. Pauli verlassen. Der 32-jährige Innenverteidiger und der FCSP waren zwar nicht uninteressiert an einer Weiterführung des gemeinsamen Wegs, aber letztlich wurde man sich nicht einig.
Ein ziemlich dickes Fragezeichen gibt es zudem hinter dem Verbleib von Eric Smith. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass der 29-jährige den Weg in die zweite Liga mit antritt. Auf Klarheit wird man aber wohl noch etwas warten müssen, denn aktuell befindet sich Smith im Kreise der schwedischen Nationalmannschaft und bereitet sich auf die Weltmeisterschaft vor. Was für ihn, sollte er dort auch spielen können, sicher nicht das schlechteste Schaufenster sein dürfte.
Fragezeichen um Wahl-Verbleib
Leider müssen wir alle jetzt besonders stark sein: Denn auch hinter einem Verbleib von Hauke Wahl steht ein Fragezeichen. Ja, die Gerüchte sind nicht aus der Luft gegriffen und/oder irgendwelche Nebelkerzen, um Unruhe beim Konkurrenten zu erzeugen. Scheiße.
Damit könnte der FC St. Pauli in nur einem Sommer seine gesamte „Aufstiegs-Innenverteidigung“ verlieren. Mets, Smith und Wahl trugen in der Saison 23/24 maßgeblich dazu bei, dass der FCSP die beste Defensive der Liga stellte und unter anderem damit großen Anteil am Aufstieg. Entsprechend wäre es schon ein sehr massiver Einschnitt, sollten alle drei Spieler in diesem Sommer den Verein verlassen.
Somit dürfte es zwei Spieler geben, für die eine zentrale Rolle in der kommenden Saison vorgesehen ist: Tomoya Andō war schon im Verlauf des letzten halben Jahres kaum mehr aus der Innenverteidigung wegzudenken und das wird auch in der kommenden Saison so sein. Es sei denn, ihm kommt sowas dazwischen wie zum Beispiel eine „Operation an der linken Adduktoren-Sehne“. Das sorgte in der abgelaufenen Saison nämlich dafür, dass ein Spieler in der Liga gar nicht zum Einsatz kam, der in der Rückrunde der Saison davor nicht mehr wegzudenken war: David Nemeth dürfte für die kommende Spielzeit fest als Säule eingeplant sein und wird vermutlich auch zu einem Sprachrohr im Team aufsteigen. Denn mit Vasilj und Mets sind bereits zwei Spieler aus dem Mannschaftsrat ausgeschieden. Und wie es mit dem Verbleib der anderen Mitglieder aussieht – also mit Wahl, Smith, Irvine, und Dźwigała – ist aktuell unklar.
Womit wir bei Adam Dźwigała angelangt wären. Theoretisch könnte der inzwischen 30-jährige aufgrund der Abgänge eine recht große Rolle auf dem Platz einnehmen. Wenn denn nicht neue Spieler hinzukommen, die ihm vorgezogen werden. So wie es fünf Jahre lang immer wieder der Fall war. Dźwigała ist zweifelsohne ein sehr wichtiger Spieler für den FC St. Pauli, aber er konnte sich weder im Erst- noch im Zweitligakader des FCSP als Stammspieler durchsetzen. Ob er die Rolle des zuverlässigen Backups auch in der kommenden Saison übernimmt, da gibt es zumindest leise Zweifel.
Wenn überhaupt, dann war auch Jannik Robatsch ein Backup. Der Linksfuß kam allerdings in der Saison auf keine einzige Einsatzminute. Nun könnte er durch den Abstieg und nach dem Abgang des anderen Linksfußes in der Innenverteidigung im internen Ranking aufrücken. Sollte er diese Perspektive für sich sehen, dann darf mit einem Verbleib gerechnet werden.
Außenverteidigung bleibt (hoffentlich) fast beisammen
Aktuell stehen fünf Außenverteidiger im Kader des FC St. Pauli. Das ist eigentlich, wenn man denn nach der Regel, dass jede Position doppelt besetzt werden soll, einer zu viel. Auch deshalb ist ein Abgang zu erwarten. Aus Vereinssicht ist das aber hoffentlich nicht einer der Spieler, die letzte Saison viel Spielzeit sammelten.
Es klingt ein bisschen gemein, aber ich habe das Gefühl, dass einigen Spielern im Kader des FCSP der Abstieg sogar entgegenkommen könnte. Für Louis Oppie schien zum Beispiel der Sprung aus Liga 3 in Liga 1 im letzten Sommer einfach etwas zu groß gewesen zu sein. Dabei bringt er eigentlich vieles von dem mit, was ihn dazu befähigt, ein veritabler Bundesligaspieler zu werden. Dafür benötigt er aber Spielzeit. Und genau die könnte er nun in der zweiten Liga bekommen, daher ist von seinem Verbleib auszugehen. Das gilt auch für Lars Ritzka, der höchstwahrscheinlich auch in der Folgesaison auf verschiedenen Positionen ein stiller und konstanter Leistungsträger des FC St. Pauli ist.
Interessant wird, wie Fin Stevens seine zukünftige Situation beim FC St. Pauli bewertet. Kann er in einem Zweitligakader (und vielleicht ja unter einem neuen Trainer) eine größere Rolle spielen als in den beiden Saisons zuvor? Möchte er das überhaupt oder hat er genug vom FCSP? Stevens wird sich seine Optionen und Chancen in den kommenden Tagen und Wochen ganz genau anschauen. Sicher ist, dass er nach zwei Saisons ohne signifikante Spielzeit nun genau darauf aus sein wird. Ein Wechsel ist alles andere als ausgeschlossen.
Alles andere als ausgeschlossen ist auch, dass Manos Saliakas und Arek Pyrka den Verein verlassen. Beide haben in der abgelaufenden Saison (Saliakas ja auch schon davor) gezeigt, dass sie sich in Bundesligakadern zurechtfinden können. Entsprechend dürften sich beide schon etwas genauer umschauen, was so möglich ist. Der FC St. Pauli würde hingegen nicht sonderlich scharf darauf sein, die beiden Außenverteidiger ziehen zu lassen, sofern keine Angebote reinflattern, die lukrativ sind. Dass es solche Angebote gibt, ist im Fall von Pyrka etwas wahrscheinlicher, da er deutlich jünger ist. Aber auch Saliakas hat in den letzten beiden Saisons Eindruck hinterlassen und könnte für Teams aus dem unteren Drittel der Bundesliga interessant sein.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn es dem FC St. Pauli gelingen sollte, in der kommenden Spielzeit mit vier dieser fünf Außenverteidiger in die Saison zu gehen, dann ist er recht gut auf dieser Position aufgestellt. Je nachdem, welche vier Spieler es sind, schwankt die Einschätzung zwischen gut und sehr gut.

Komplette Neuordnung im zentralen Mittelfeld
Das zentrale Mittelfeld des FC St. Pauli war in der Vorsaison eigentlich überbesetzt. Mit James Sands, Eric Smith, Jackson Irvine, Joel Fujita, Matti Rasmussen und Connor Metcalfe gab es gleich sechs Spieler im Kader, die auf der Doppelsechs spielen können. Nun ist sehr wahrscheinlich, dass mindestens die Hälfte dieser Spieler den Verein diesen Sommer verlassen werden.
Sands geht, weitere werden folgen
Klarheit gibt es bisher erst im Fall von James Sands. Das Leihgeschäft endete und Sands hatte sich – trotz zweier schwerer Verletzungen – für höhere Aufgaben als die zweite Liga empfohlen. Seine Arbeit gegen den Ball gab dem FC St. Pauli Stabilität, die schmerzlich fehlte, als er verletzt fehlte. Es wird also im Sommer mindestens ein neuer, defensivstarker Sechser gesucht, vielleicht sogar zwei.
Fragezeichen über einen Verbleib gibt es zudem bei Smith und Irvine. Metcalfe, der mit seiner wenigen Spielzeit unzufrieden ist, komplettiert das Trio jener Spieler, die sich bei der anstehenden WM vielleicht ins Schaufenster stellen könnten. Wider Erwarten nicht bei der WM ist Fujita. Der hat aber auch ohne dieses Turnier bereits auf sich aufmerksam gemacht und es wäre ein mittelschweres Wunder, wenn er mit dem FC St. Pauli in die zweite Liga ginge.
So gibt es aktuell nur zwei Spieler auf der Doppelsechs, bei denen man mit einer gewissen Sicherheit davon ausgehen kann, dass sie kommende Saison für den FC St. Pauli spielen: Rasmussen, der erst im Winter kam und dem nun eine größere Rolle zugedacht ist. Und dann ist da noch Neuzugang Sam Klein. Dem könnte es sogar ganz gelegen kommen, dass es nun in der Zweitklassigkeit weitergeht, weil er da auf mehr Spielzeit hoffen kann.
Können Talente nun auf Spielzeit hoffen?
Drei weitere könnten in der kommenden Saison eine Rolle spielen: Erik Ahlstrand kehrt nach Ende seiner Leihe aus Almelo zurück. Zudem werden sich Nick Schmidt und Marwin Schmitz sicher Hoffnungen auf ihre Profidebüts machen. Ob diese drei Spieler aber beim FC St. Pauli bleiben, ist zum jetzigen Zeitpunkt eher unklar.
Trotz Sands‘ Abgang hat der FCSP aktuell noch acht Spieler unter Vertrag, die im zentralen Mittelfeld spielen können. Es ist aber davon auszugehen, dass einige dieser Spieler den Verein noch verlassen werden. Somit ist klar: Das zentrale Mittelfeld des FC St. Pauli ist in diesem Sommer eine Großbaustelle.
Gerüst in der Offensive steht
Auch Offensivspieler haben den FC St. Pauli in diesem Sommer bereits verlassen: Danel Sinani hat sich nach drei Jahren verabschiedet. Zudem endet die Leihe von Andréas Hountondji. Der FCSP verliert also seine beiden besten Torschützen der letzten Saison. Stand jetzt stehen mit Ricky-Jade Jones, Martijn Kaars, Abdoulie Ceesay, Taichi Hara, Scott Banks und Mathias Pereira Lage noch sechs Offensivspieler im Kader.
Ceesay, Kaars, Jones – das könnte gut werden in Liga Zwei
Bei fast all diesen Spielern kann mit einem Verbleib gerechnet werden. Es sei denn, der FCSP oder der Spieler hat ein starkes Interesse an einem Wechsel. Ceesay hat zuletzt mit drei Jokertreffern in Folge aufhorchen lassen, er scheint nun das Niveau erreicht zu haben, um in der kommenden Saison eine viel, viel größere Rolle zu spielen. Es ist zu hoffen, dass er bleibt und die Entwicklung weiter in diese Richtung geht. Dann könnte dem FCSP in naher Zukunft endlich mal keine Diskussion um fehlende Qualität in der Offensive ins Haus stehen.
Auch Kaars hat bereits nachgewiesen, dass er in der zweiten Liga treffsicher ist. Er dürfte sich nun auch viel besser beim FC St. Pauli zurechtfinden. Er könnte der neue Fixpunkt in der Offensive werden, so wie er es auch in Magdeburg vor seinem Wechsel zum FCSP war. Weiterhin eine Art Neuzugang ist Hara, von dem man bisher so wenig gesehen hat, dass völlig unklar ist, ob er in der kommenden Saison eine größere Rolle spielen kann. Diese könnte aber Jones zukommen, sofern er endlich mal länger verletzungsfrei bleibt. Moment, Jones, Kaars, Ceesay – alle mit der Aussicht und dem Wunsch auf mehr Spielzeit, dazu noch Hara. Die Mittelstürmer-Position ist quantitativ auf jeden Fall bereits ausreichend besetzt. Aber da sind ja noch mehr Spieler…
Plant der FC St. Pauli mit offensiven Außen?
Ein wichtiger Baustein für die Offensive, aber auch für das Team allgemein, wird auch in der Folgesaison Pereira Lage sein. Allerdings erst, wenn er nach seiner schweren Knieverletzung wieder fit ist, was womöglich erst zum Jahresende der Fall sein wird. Somit geht der FC St. Pauli, Stand jetzt, mit fünf Offensivspielern in die Sommervorbereitung, dazu ist noch Pereira Lage irgendwann wieder dabei. Das passt eigentlich.
Doch es sind weitere Zugänge und damit noch weitere Veränderungen zu erwarten, vor allem dann, wenn der FCSP in der kommenden Spielzeit wieder mit offensiven Außenbahnspielern agieren möchte. Dann dürften auch die vier aktuell fitten Mittelstürmer im Kader überlegen, wie es um ihre Spielzeit bestellt ist, weil es dann eine Mittelstürmerposition weniger zu besetzen gibt. Insbesondere für Banks dürfte es überhaupt nur dann attraktiv sein, beim FCSP zu bleiben, wenn Dribbelstärke über die Außenbahnen wieder gefragt ist. Somit dürfte auch die personelle Situation in der Offensive des FC St. Pauli ein großes Thema in der Sommerpause sein.

Der Umbruch wird mächtig
Machen wir uns nichts vor, es wird beim FC St. Pauli in diesem Sommer einen massiven personellen Umbruch geben. Bei einem halben Dutzend Spielern halte ich einen Abgang für höchstwahrscheinlich, bei einem weiteren halben Dutzend ist das bereits klar. Das wären zwölf Spieler, die den FCSP verlassen, weitere Abgänge sind nicht ausgeschlossen. Der Umbruch wird also massiv, was aber für einen Absteiger weitgehend normal ist.
Interessant ist, dass dabei fast der gesamte Mannschaftsrat auseinanderbricht. Dieser bestand in der Vorsaison aus Vasilj, Smith, Mets, Irvine, Dźwigała und Wahl. Es ist damit zu rechnen, dass mindestens die Hälfte dieses Rates zu Beginn der Vorbereitung nicht mehr da ist. Und es ist zumindest im Bereich des Möglichen, dass sogar alle den Verein verlassen. Der FC St. Pauli benötigt also neue Führungsspieler.
Es wird viel passieren
Somit wird dieser Transfersommer extrem spannend. Weil personell ordentlich rotiert werden wird. Für den FCSP ist das gar nicht unbedingt eine schlechte Nachricht. Vielmehr ergibt sich dadurch die Chance den Kader komplett neu auszurichten, Führungsstrukturen zu ändern und gegebenenfalls auch ein neues System mit anderen Spielertypen zu implementieren.
Aktuell passiert auf der Zugangsseite relativ wenig. Mit Klein wurde erst ein Neuzugang präsentiert. Dem gegenüber stehen sechs fixe Abgänge. Dieses Ungleichgewicht hängt sicher zum Teil auch mit der bisher noch nicht beantworteten Trainerfrage zusammen, die daher möglichst schnell geklärt werden muss. Doch selbst die aktuelle Kadersituation macht bereits deutlich, dass beim FCSP vor dem ersten rollenden Ball in der kommenden Saison noch einige Veränderungen bevorstehen.
// Tim
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Bevor nicht die wichtigste Personalie irgendwann mal geklärt ist, passiert außer Abgängen genau gar nichts.
Exakt! Das Personal steht und fällt mit dem Übungsleiter.
Diese Hängepartie ist einfach unerträglich. Wie glaubwürdig kann so ein Umbruch sein, wenn der Abstiegstrainer am Steuerrad bleibt?
Nicht pauschal mehr oder weniger glaubwürdig als mit neuem Trainer
100% korrekt – bin gespannt, ob man im Nachhein mitbekommt woran das liegt.
Wer geht nach Liverpool, Leverkusen, Wolfsburg als Coach?
Ich hoffe sooo sehr, dass wir wieder mit Flügelspielern vorne spielen…Haben wir ne Chance bei Saad? Medic?
Ich weiß, ich weiß … In so einem Artikel ist nie genug Platz, um alles ganz ausführlich auszubreiten. Aber dieser Satz greift mir ehrlich gesagt ein wenig zu kurz:
„Denn zumindest die Eindrücke, die Ben Voll bei seinen Pokaleinsätzen hinterlassen hat, …“
Das kann ich so nicht stehen lassen, ohne an den 33. Spieltag der Saison 24/25 zu erinnern.
Wir reisten damals zu den heimstarken Frankfurtern. Die Eintracht brauchte dringend einen Sieg, um die Champions-League-Qualifikation klarzumachen.
Wir dagegen hatten dank der Tordifferenz zumindest ein kleines Polster – ein Unentschieden hätte den Klassenerhalt quasi fix gemacht.
1. Minute. Ich will gerade an meinem Bier nippen. Zack. 1:0 Frankfurt.
Der gesamte Gästeblock wusste: Jetzt werden wir abgeschossen. Unentschieden? Vergiss es. Schöne Tordifferenz, dahin.
Diese beschissene Leere machte sich mal wieder breit.
Dann: geiler Spielzug. Guilavogui legt quer auf Saliakas – 1:1. Totale Ekstase. Springen, Lachen, Jubeln, das halbe Bier verteilt sich auf meinem T-Shirt.
Aber dann kam der große Moment von Ben Voll:
Schneller Abschlag bis an die Mittellinie, Guilavogui nimmt den Ball auf, die komplette Frankfurter Abwehr überrumpelt. Er sprintet Richtung Tor, lässt Trapp aussteigen und schiebt zum 2:1 ein.
Komplette Eskalation.
Ich war in diesem Moment vermutlich der glücklichste Mensch des Universums.
Ben Voll bekam damals im Kicker eine 2,0 und war Spieler des Spiels – für mich wurde er zu einem der ganz großen Helden des Klassenerhalts 24/25.
Vasilj war vermutlich der beste Torwart, den wir jemals bei St. Pauli hatten. Trotzdem freue ich mich wahnsinnig darauf, Ben Voll nächste Saison als unsere Nummer 1 zu sehen.
Schöne Urlaubserinnerung an Liga 1. Voll im Tor ist eine Hoffnung.
Auch 2 Wochen danach fehlt mir aber immer noch die Euphorie vergangene Tore zu bejubeln. Daher werden diese Anekdoten, bei denen unser Offensivkönnen mal aufblitzte, immer einen schalen Nachgeschmack haben, wenn man mal die Aktualitäten einbezieht.
Ach komm, aber nur Jammern die ganze Zeit macht doch auch keinen Spaß.
Ich bin mir ganz sicher, dass wir am ersten Spieltag einen qualifizierten Übungsleiter an der Seitenlinie haben und ich glaube auch, dass wir spätestens zum Trainingslager einen konkurrenzfähigen Kader auf dem Platz sehen werden, auch wenn die ein oder andere Position noch nicht perfekt besetzt ist.
Dass nach dem Abstieg ein Umbruch stattfindet, war klar. Das ein Umbruch immer schmerzhaft ist und viel Arbeit bedeutet ist auch klar.
Das wir in der Trainer-Frage noch nichts hören nervt mich auch extrem. Aber war es nicht genau das, was unsere Transfers in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, nämlich das erstmal nichts nach außen dringt und es dann ganz schnell geht?
Ich finde es schon erstaunlich, dass manche Medien schreiben, dass Blessin in Wolfsburg ganz oben auf der Wunschliste steht, aber weder von unserem Verein, noch von Blessins Seite irgendwas darüber zu hören ist.
Die Ruhe ist für uns frustrierend, aber sie muss nicht bedeutet, dass im Hintergrund nichts passiert.
Und was ich richtig geil finde: Endlich mal eine Transferphase, in der wir keinen Mittelstürmer suchen.
Wie heißt es immer so schön? Keep Clan and…
Nikola…er war großartig auf der Linie, großartig 1.1, herausragende Reflexe, jeder hier kennt die Spiele, in denen er uns im Spiel gehalten hat…aber… Schwächen im Spielaufbau (immer wieder hergeschenkte Tore), Schwächen, wenn er die Linie verlässt, mäßig genaue Abschläge. Ich würde sagen ein weinendes und ein lachendes Auge…
Alles gut zusammengetragen, nur der Elefant im Raum bleibt unerwähnt!
Toller Artikel, ich bin so unglaublich gespannt auf den Transfersommer und auf die nächste Saison. Trauer über den Abstieg ist durch, jetzt darf die Vorfreude starten!
Ist das dann unser Frank Kramer-Moment, wenn die Blessin-Verlangerung verkündet wird?
Ich persönlich hoffe ja, dass wir für viel Geld Belssin an Wolfsburg verkaufen, aber mal gucken 😬
Mir wäre es lieber, wenn er nicht zur Konkurrenz geht, aber ich nehme es, wäre für alle Seiten ein vernünftiges Ende.
Ich denke mir gerade die ganze Zeit:
Wir bibbern hier rum. Sind genervt, dass nichts nach außen dringt (was übrigens bisher immer als Qualitätsmerkmal von Bornemann begriffen wurde), aber wenn nächste Woche verkündet wird, das Blessin zu Wolfsburg geht (und wir Ablöse kassieren) und zwei bis drei Tage später wird ein neuer Trainer vorgestellt,…
… dann sagen wir alle: Was für ein geiler Move von Bornemann.
Darum:
Keep Calm …
Sehe ich genau so Mario, habe volles Vertrauen in Bornemann. Wir müssen warten, weil Wolfsburg es nicht auf die Reihe kriegt den Abschluss zu erzielen
Ja, das wäre zu wünschen. Allerdings habe ich beim bisherig unsouveränen Vorgehen aller Verantwortlichen eher die Angst, die setzen immer noch alles auf die Karte Blessin.
Eine genügende Anzahl von Spielern werden wir schon zusammen bekommen.
Aber wo ist die Spielidee ? Die muss doch vor dem Start der Saison stehen und erkennbar sein.
Erkennt die einer ?
Mir ist nicht klar (außer eventuell Transfergelder), welche Vorteile sich der Verein von der Hängepartie mit Blessin erwartet.
Und Blessin? Ich gehe nur mit 100%iger Überzeugung in die neue Saison. Das wirkt komplett überzeugend, wenn er das nach drei Wochen tut. Bei wie viel Prozent ist er denn momentan? 78%?
Das Zaudern und Zögern hat beim FCSP inzwischen Taradition – leider selten mit überzeugenden Ergebnissen.
Ich erinnere mich noch an den problematischen Jörn Andersen, mit dem Mainz 05 immerhin aufgestiegen war. Er wurde in der Sommerpause beurlaubt – und zack: 05 hielt souverän die Klasse.
¡Venceremos!
Ich halte es mittlerweile für ausgeschlossen, dass Blessin nächste Saison noch Trainer ist. Ich gehe davon aus, dass momentan vertragliche Dinge geregelt werden, aber halt noch nichts final ist, deshalb kann niemand reden ohne der anderen Partei in die Suppe zu spucken. Intern dürfte Bornemann schon an einigen Kandidaten dran sein. Es geht halt für alle um viel Geld.
Der Transfererlös ist doch nebensächlich. Es geht um das Gehalt von Blessin. Er hat bereits angedeutet, alternativ zu seiner Trainer Tätigkeit vielleicht auch ein Jahr Auszeit mit seiner Familie nehmen zu wollen. Das zahlen wir dann, wenn er keinen Aufhebungsvertrag schließt, er stattdessen freigestellt wird. Und das kostet uns mindestens einen Spieler Transfer.
Hehe, also ich würde mal arg bezweifeln, dass St. Pauli Blessin weiterbezahlt, wenn er mit seiner Familie eine Auszeit nimmt.
Vertrag ist Vertrag.
Abstieg ist Abstieg.
Ja genau, und in diesem Vertrag steht vermutlich sinngemäß, dass Alex Blessin für das Trainieren der Mannschaft bezahlt wird. Wenn er zu Bornemann sagt, dass er lieber eine Auszeit nehmen möchte, muss er um eine Vertragsauflösung bitten. St. Pauli hat ihn ja nicht vor die Tür gesetzt.
Ich halte Blessin für den grossen Faktor, der uns den Abschied beschert hat. Er hatte nunmal den Hauptteil der sportlichen Verantwortung. Daher kann es einen glaubwürdigen Neuanfang nur ohne ihn geben. Er hatte nie wie Ewald, Schulle oder Stani eine Art Kultstatus. Dazu waren die Ergebnisse seines Wirkens auf dem Rasen einfach zu ernüchternd. Ich denke ein Grossteil der Anhänger sieht das ebenso. Verträge kann man kündigen, besonders dann, wenn die „Unternehmensziele“ nicht erreicht wurden. Ich hoffe daher sehr, dass wir diese unwürdige Hängepartie nur haben, weil ein Nachfolger nicht fix ist.
Moin Ingo,
was soll denn ein überzeugendes Ergenbis sein?
Das es immer wieder Fehlentscheidungen, Unvermögen und Pech gibt… ist nunmal so.
Aber eine Tradition kann ich nach Aufstieg und 2 Jahren Verbleib unter den besten 18 Mannschaften eines Landes jetzt nicht erkennen.