Nach dem Laktattest am Mittwoch war am gestrigen Donnerstag Trainingsauftakt für den FC St. Pauli. Der neue Cheftrainer Marcel Rapp stellte sich anschließend den Fragen der Medienvertreter*innen.
Titelfoto: Stefan Groenveld
33 Grad, Trainingsauftakt beim FC St. Pauli und eine Medienrunde mit Marcel Rapp.
Donnerstag um 17:30 Uhr fand die Sommerpause mit dem ersten Training offiziell ihr Ende. Wo wir Zuschauer*innen uns im Schatten kaum vor der Hitze retten konnten, liefen die Spieler des FC St. Pauli fast zwei Stunden auf dem Platz an der Kollaustraße (manch einer sogar im Longsleeve, wie zum Beispiel Joel Fujita). Danach stellte sich der neue Cheftrainer mal wieder den Fragen der Presse und gab seinen ersten Eindruck nach dem Training ab.
Erster Trainingstag – wie lief’s?
„Ich freue mich natürlich, dass es jetzt losgegangen ist“, erklärte Marcel Rapp nach Trainingsende und seinem, wie er es nennt, verlängerten Urlaub. Der neue Cheftrainer des FC St. Pauli fügte hinzu: „Das Wetter war gut, die Jungs waren gut drauf. Wir haben jetzt eine Einheit gemacht, alle sind gesund, deswegen bin ich zufrieden.“
Das Thema Abstieg und wo das Mindset der Mannschaft steht, ist natürlich auch aufgekommen. Dazu hat Rapp bereits auf der Vorstellungs-PK erklärt, dass nur drüber reden nichts bringt, sondern Taten folgen müssen. Unter Taten versteht der 47-Jährige „gut trainieren und gut vorbereiten“ und dem steht ab jetzt ja nichts mehr im Weg. Hinzu fügte er noch: „Zum Schluss geht es jetzt neu los. Es ist ein neuer Trainer da und die ‚Altlasten‚ sind Vergangenheit.“ Dass er einen Abstieg mit Holstein Kiel schon mal durchgemacht hat kann Vorteile haben und dennoch machte er deutlich, dass er bei dem FC St. Pauli vor einer ganz anderen Situation steht: „Grundsätzlich glaube ich, Erfahrungen schaden nicht (…) und trotzdem bin ich aber auch nicht so ‚ich weiß schon alles, weil ich es schon einmal erlebt habe‘, sondern man muss sich auf die Gegebenheiten einlassen und dann etwas anpassen.“
Wie geht’s weiter?
Ganz generell erklärte Marcel Rapp über die nächste Saison: „Es ist noch zu früh, über die Zielsetzung zu reden.“ Trotzdem machte er deutlich: „Ansonsten weiß ich auch, in der zweiten Liga gibt es irgendwie nur zwei coole Ziele, das eine ist nicht absteigen (…), das andere ist Aufstieg.“
Dreiundzwanzig +/-
Als Tim und ich gestern bei der Kollaustraße waren, konnten wir 24 Spieler auf dem Platz zählen (gar nicht so einfach und echt nervig, wenn die sich immer bewegen). Vier sind bei der WM in den USA und fünf U23-Spieler haben diese Posten erstmal aufgefüllt und werden für die nächste Zeit mit der ersten Mannschaft trainieren. Mathias Pereira Lage war zwar auf dem Trainingsgelände, aber selbstverständlich noch nicht wieder normal dabei. Außerdem fehlte Manolis Saliakas aus privaten Gründen.
Über die Kadergröße verriet Marcel Rapp: „Wenn wir im Laufe der Saison trainieren, werden wir mit so 23 Spielern trainieren.“ Also 23 minus Verletzte und plus ein, zwei Spieler mehr dürfte der Kader für nächste Saison sein. Über mögliche Transfers erklärte er: „Erstmal bin ich zufrieden mit allen, die da sind und dann werden wir sehen.“ Rapp ergänzte: „Die anderen ‚Baustellen‚, wo wir noch Spieler brauchen, da werden wir schon früh genug Spieler verpflichten.“ Was genau diese Baustellen sind, konnte er uns noch nicht verraten, aber mit ein paar Transfers dürfen wir wohl noch rechnen.
Schön zu hören war noch, dass Marcel Rapp schon mit jedem Spieler, der jetzt gerade nicht da ist, telefoniert hat: „Mit den Jungs, die bei der WM sind, da sind wir mit allen im Austausch, alle wissen so ein bisschen Bescheid. Alle wissen, dass man sich aufeinander freut.“
Auch über das Trainerteam mit Peter Nemeth und Jens Schuster erzählte er Positives: „Wir im Trainerteam haben eine gute Energie. Ich glaube, das ist die Basis, dass die Jungs da auch mitziehen.“ Darüber, wie sie sich welche Aufgaben aufteilen konnte er noch nicht viel sagen. Klar sei aber, dass man sich schon gut kennenlernen konnte und schnell zusammengekommen ist.
Darauf freut Marcel Rapp sich…
… „Einfach den ganzen Verein kennenzulernen. Erstmal, primär natürlich Fußball, dafür bin ich auch angestellt, dass wir hier performen und die Leute glücklich machen mit Ergebnissen. Aber klar weiß ich auch, dass St. Pauli auch ein bisschen ein größerer Verein ist, dass noch mehr dahintersteckt wie nur Fußballspielen. Ich glaube, da will ich mich auch peu à peu einlassen. Ich glaube aber, primär ist jetzt erstmal Fußball angesagt und das andere kommt dann so mit der Zeit.“
Wir warten jetzt natürlich gespannt auf die weitere Entwicklung an der Kollaustraße und freuen uns darüber, dass die Vorbereitung für die nächste Saison nun endlich losgeht.
Immer weiter vor!
// Nike
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