Neues von den Alten – März 2021

Neues von den Alten – März 2021

Kinder, wie die Zeit vergeht. Jetzt ist es tatsächlich schon wieder etwa zehn Monate her, dass ich euch an dieser Stelle über das Wohl und Wehe ehemaliger Akteure des FC St. Pauli unterrichtet hatte. Und logischerweise haben sich seitdem die von mir gesammelten (beruflichen) Veränderungen von Ex-Trainern, -Spielern und sonstiger Ehemaliger zu einem beachtlichen Stapel Papier angehäuft. Diesen gilt es nun also abzuarbeiten.

Hier wir gehen: Über ÖMER ERDOGAN (1997/98 mit drei Einsätzen am Millerntor) berichtete ich in dieser Rubrik, als sie noch im Übersteiger erschien, zuletzt 2015, als dieser als Co-Trainer beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor unterwegs war. Nach einigen weiteren Stationen im türkischen Fußball trainiert Erdogan heute recht erfolgreich den Erstligaaufsteiger Hatayspor, der momentan als Tabellenfünfter hinter den vier Giganten Galatasaray, Besiktas, Fenerbahce und Trabzonspor für Aufsehen sorgt. Als Überraschung könnte man auch den Wechsel unseres ehemaligen Fitnesstrainers (2015-2020) JANOSCH EMONTS einordnen, der nun als Athletikcoach des Deutschen Hockey-Bundes agiert. Ewald Lienen hatte den gebürtigen Belgier mit ans Millerntor gebracht. Nicht ganz so erstaunlich ist hingegen die Rückkehr von OLAF JANSSEN an dessen alte Kölner Wirkungsstätte. Der 54-Jährige heuerte zum 1. Februar beim vom Abstieg bedrohten Drittligisten Viktoria an, wo er sich bereits von Januar bis Juni 2018 als Cheftrainer engagiert hatte. Zuvor war Janßen von April 2020 bis Ende Januar 2021 als Co-Trainer bei Hertha BSC Berlin angestellt, musste aber im Zuge der Entlassung Bruno Labbadias dort in der Hauptstadt ebenfalls die Segel streichen und ersetzte dann in der Domstadt Pavel Dotchev, der unmittelbar darauf Ligakonkurrent MSV Duisburg übernahm. Dorthin zog es in der Winterpause auch AZIZ BOUHADDOUZ, der vom Zweitligisten SV Sandhausen an die Wedau wechselte. Vom Meidericher Spielverein kam übrigens im Juni 2019  BORIS TASHCHY zum FC St. Pauli und agierte hier zumeist äußerst unglücklich. Folgerichtig lösten Spieler und Verein im Januar den Vertrag vorzeitig in beiderseitigem Einvernehmen auf. Seit Anfang März nun hat der gebürtige Ukrainer mit dem südkoreanischen Erstligisten Pohang Steelers einen neuen Arbeitgeber. Ebenfalls im Ausland ist bekanntlich CHRISTIAN CONTEH gelandet, wo er nun seit Saisonbeginn für Feyenoord Rotterdam die Stiefel schnürt, dort aber – auch verletzungsbedingt – nicht so richtig zum Zuge kommt. Das klappt bei HENK VEERMAN, der uns im Sommer ebenfalls in Richtung Holland verlassen hatte, deutlich besser: Mit 13 Treffern für den Erstligisten SC Heerenveen zählt der Zweimeter-Mann dort zu den momentan Allerbesten seiner Zunft. Auch WALDEMAR SOBOTA kehrte in sein Heimatland zurück: Mit dem Saisonstart 2020/21 schloss er sich seinem polnischen Ex-Verein Slask Breslau aka Wroclaw an, für den er bereits von 2010 bis 2013 gespielt hatte. Auch der unter sehr unschönen Umständen Mitte Januar beim FC St. Pauli ausgeschiedene ROBIN HIMMELMANN verdient sein Brot jetzt in der Benelux-Region: Bis zum Saisonende unterschrieb „Skyman“ Anfang Februar beim belgischen Erstligisten KAS Eupen.

Den umgekehrten Weg ging bekanntlich im Januar MATS MØLLER DÆHLI, der zunächst auf Leihbasis aus Belgien vom KRC Genk zum 1. FC Nürnberg zurück nach Deutschland transferiert wurde. Außerhalb Europas entdeckt man ARMANDO COOPER, der im Januar von Hapoel Tel Aviv zu Maccabi Petah Tikva innerhalb der höchsten israelischen Liga wechselte. Dessen neunter Vereinswechsel übrigens, seit er 2015 am Millerntor nach nur wenigen Monaten wegen Disziplinlosigkeit vom Hof gejagt wurde. Bei den Blackburn Rovers ist mittlerweile TOM TRYBULL gelandet, nachdem er im vergangenen Herbst von Norwich City innerhalb der zweiten englischen Liga nach Blackburn ausgeliehen wurde. Ohnehin scheinen Leihgeschäfte derzeit ganz groß in Mode zu sein – auch beim FC St. Pauli. Man leiht selbst und verleiht fleißig: Nicht weniger als sechs Spieler auf Zeit hat der FC momentan bei anderen Klubs geparkt: KEVIN LANKFORD wurde im Januar und bis zum Saisonende an Drittligist Wehen Wiesbaden abgegeben, wo bereits seit Saisonbeginn FLORIAN CARSTENS auf Leihbasis aktiv ist; MARVIN SENGER verlieh man bis zum Ende der laufenden Spielzeit Anfang Februar an den 1. FC Kaiserslautern; YI-YOUNG PARK kickt seit Saisonbeginn für ein Jahr bei Türkgücü München; beim Drittligaaufsteiger VfB Lübeck versucht sich seit vergangenen Oktober und auf Leihbasis ERSIN ZEHIR,und beim polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin spielt seit September und noch bis zum Juni der verliehene JAKUB BEDNARCZYK. Und um das Thema Leihgeschäft rund zu machen: Zum 1. Oktober 2020 verpflichtete der FC St. Pauli den Waliser JAMES LAWRENCE, der in der Vorsaison bereits vom RSC Anderlecht ausgeliehen war. Apropos Belgien: Schon im Juni 2020 hatte sich Erstligist Royal Excel Mouscron von Trainer BERND HOLLERBACH getrennt, dessen Vertrag eigentlich bis 2021 zu laufen hatte. Mouscron musste Pandemie-bedingt die Ausgaben drastisch kürzen und einigte sich mit Hollerbach einvernehmlich. Der Franke ist derzeit ebenso vereinslos, wie es seit Ende November ROLAND VRABEC ist, der von Progrès Niederkorn (Luxemburg) entlassen wurde, weil dieser in sieben Partien nur sieben Punkte geholt hatte. Auch der Ende Juni 2020 beim FC St. Pauli entlassene JOS LUHUKAY hat noch keinen neuen Arbeitgeber. Bei Mainz 05 nicht mehr am Ruder ist JAN-MORITZ LICHTE, der Ende September 2020 Cheftrainer Achim Beierlorzer abgelöst hatte, dem der Verein aber nur drei Monate Zeit ließ, um Dinge zu verändern – dann kam der Laufpass… Den zeigte man bekanntlich auch ANDRÉ TRULSEN, dessen Co-Trainer-Vertrag zum Saisonende ebensowenig verlängert wurde, wie jener von MARKUS GELLHAUS und HANS SCHRIJVER. Truller ist seither vereinslos, dafür fungiert dessen Sohn Tobias nun als Co-Trainer (unter JOACHIM PHILIPKOWSKI) bei unserer U23, wo er den Posten von FERYDOON ZANDI übernommen hat. Zandi wechselte, da es für ihn in Pandemie-Zeiten hier keine Aussicht auf einen Festvertrag gab, zu Dynamo Dresden, wo er seit Juli 2020 Cheftrainer MARKUS KAUCZINSKI unterstützt und dort sicherlich auch Neu-Sportchef RALF BECKER über den Weg laufen wird. Im Zuge dessen ist MARKUS GELLHAUS beim VfL Bochum gelandet, wo er seit Saisonbeginn als Co-Coach des Zweitligateams unterwegs ist.

Damals: Andreas Rettig, Markus Gellhaus, Jos Luhukay
(c) Stefan Groenveld

Auch St. Paulis Ex-Co-Trainer PATRICK GLÖCKNER wechselte den Brötchengeber: Vom Chemnitzer FC ging der gebürtige Bonner mit Saisonbeginn als Cheftrainer zum SV Waldhof Mannheim. Assistent des Millerntor-Cheftrainers war dereinst auch HARALD GÄRTNER (2002-2004 unter FRANZ GERBER) und heuerte im vergangenen September beim österreichischen Zweitligisten Austria Klagenfurt als Geschäftsführer an. Zuletzt war Gärtner beim FC Ingolstadt administrativ aktiv. GERHARD KLEPPINGER, viele Jahre Co-Trainer unter verschiedenen Übungsleitern beim SV Sandhausen und seit Jahresbeginn dort Koordinator Talentförderung im NLZ, übernahm zunächst im November 2020 interimsmäßig die Rolle des gefeuerten Cheftrainers Uwe Koschinat und nun im Februar, wieder als Interimslösung, den Posten des nach nur drei Monaten entlassenen Chefcoaches Michael Schiele. Auch DIETMAR DEMUTH ist wieder ein wenig ins Rampenlicht gerückt, seit der in Potsdam lebende 66-Jährige im vergangenen September den abstiegsbedrohten Berliner Oberligisten CFC Hertha 06 aus Charlottenburg übernommen hatte. Auch MICHAEL FISCHER, der 1992/93 beim FC St. Pauli unter Vertrag stand (drei Zweitligaspiele), ist schon lange im Trainergeschäft dabei – seit 1993 und ausschließlich im Amateurbereich, um genau zu sein. Im Sommer vergangenen Jahres wechselte der gebürtige Neumünsteraner von Roland Wedel zum Hamburger Oberligisten SV Rugenbergen. YUSUF AKBEL, Mitte der 2000er-Jahre bei uns aktiv und seit 2016 als Trainer im Hamburger Amateurfußball am Start, hat innerhalb weniger Monate zwei Vereinswechsel vollzogen: War er bis zum Sommer 2020 noch als Co-Trainer unter MARCO STIER bei BU aktiv, ging er im August als Cheftrainer zum Hamburger Bezirksligisten Inter 2000, um bereits drei Monate später in gleicher Funktion beim Landesligisten Nikola Tesla aufzuschlagen. Auch JENS MATTHIES (von 2000-2004 St. Paulianer) coacht – und zwar seit 2011 – im Amateurbereich. Zur neuen Saison 2021/22 übernimmt er den Trainerposten beim Kreisklasse-Klub FSV Gärbershof in der bayerischen Oberpfalz. Ebenfalls ins Trainergenre gerutscht ist ALEXANDER MEIER und unterstützt seit Januar die U19 Eintracht Frankfurts als Assistenztrainer, nachdem er zuvor in selber Funktion die U16 mitbetreut hatte. Schon länger im Jugendbereich als Coach aktiv ist BARIS TUNCAY, der sich seit einem dreiviertel Jahr um die U14 des Hamburger SV kümmert. Und wo wir schon beim Nachbarn und dessen Trainern sind: TOBIAS KURBJUWEIT coacht dort die U16, CHRISTIAN RAHN, der zuvor die HSV-III-Oberligamannschaft betreute und im letzten August erfolgreich den 66. Fußballlehrer-Lehrgang absolvierte, ist seit Ende September Co-Trainer der U21 in der Regionalliga. Auch ARVID SCHENK steht in Diensten des RL-Teams der Rothosen – als Torwarttrainer. Dorthin zog es im vergangenen Sommer übrigens auch MARC HORNSCHUH und ROBIN MEISSNER, die beide zuletzt zum Stammpersonal der braunweißen Regionalliga-Truppe von Chefcoach Joachim Philipkowski gehörten.

Als Trainer engagiert sich seit geraumer Zeit auch JAN-PHILIPP KALLA, der sich seit Mitte 2018 in der Frauen- und Mädchenfußballabteilung seine Meriten als Übungsleiter verdient. Auch wenn der (absehbare) Abschied vom Profifußball im vergangenen Jahr mit der einen oder anderen vergossenen Träne begleitet wurde, so ist es doch erfreulich, dass „Schnecke“ dem FC St. Pauli, obgleich er jetzt für den Hamburger Oberligisten SC Victoria den Rasen beackert, auch in anderen Funktionen erhalten bleibt. Leider ganz weg – aber so gestaltet sich das heutzutage nun mal im Profifußball – ist hingegen der sympathische JOHANNES FLUM, um sich letztlich seinem früheren Klub SC Freiburg zuzuwenden. Dort agiert der 33-Jährige seit Saisonstart äußerst erfolgreich als Kopf der Regionalliga-Mannschaft aus dem Breisgau. Verschwunden waren dann leider auch die Spieler LEO ØSTIGÅRD und VIKTOR GYÖKERES, die unser FC damals beide von FC Brighton & Hove Albion (1. Liga England) ausgeliehen hatte. Jeder Versuch, zumindest einen der beiden eine weitere Saison am Millerntor zu halten, verpuffte. Stattdessen wurden beide zu anderen Klubs weitervermittelt – erneut geborgt: Østigård zu Coventry City, Gyökeres zu Swansea City. Kurioserweise kicken heute beide Skandinavier wieder in der gleichen Mannschaft – aber nicht beim Klub an der Küste des Ärmelkanals, sondern stehen gemeinsam in Diensten Coventrys, wohin im Januar auch Gyökeres vom Stammverein Brighton neu ausgeliehen wurde. Ausgeliehen ist auch weiterhin der 23-jährige Däne JACOB RASMUSSEN, der in der vergangenen Spielzeit bei Erzgebirge Aue auf der Payroll stand. Für die laufende Saison hat ihn leihweise der AC Florenz an Vitesse Arnheim weitergereicht – mit einer Kaufoption für den mit 2,8 Millionen Marktwert eingeschätzten Defensivmann. Mit gleich 4,2 Millionen höherem Marktwert wird ANTE BUDIMIR bei transfermarkt.de eingeschätzt, der seit Saisonbeginn auf Leihbasis von RCD Mallorca an CA Osasuna abgegeben wurde – mit einer Kaufoption in Höhe von acht Millionen Euro.

Ante Budimir nach seinem Tor für CA Osasuna gegen Granada CF im Januar 2021.
(c) Eduardo Sanz via OneFootball

Als aktuell kleine Sammelbecken für Ex-St.-Paulianer haben sich die beiden Regionalligisten Türkgücü München und Hansa Rostock entpuppt. Bei den Bayern stehen mit YI-YOUNG PARK, PETAR SLISKOVIC (kam Ende August vom MSV Duisburg) und SEBASTIAN MAIER (wechselte in der Winterpause vom VfL Bochum) gleich drei Ehemalige im Kader. Auch die Mecklenburger weisen mit JOHN VERHOEK (kam bereits 2019 vom MSV Duisburg), BENTLEY BAXTER BAHN (am Saisonanfang vom Halleschen FC gekommen) und MAURICE LITKA (zu Saisonbeginn von Preußen Münster an die Ostsee gezogen) drei Ex-Braunweiße in ihren Reihen vor. Ebenfalls in die sogenannten „Neuen Bundesländer“ zog es OKAN KURT, der mit Saisonstart beim beliebten Chemnitzer FC auf der Lohnliste steht und von Adanaspor aus der zweiten türkischen Liga kam. Eine Etage höher im türkischen Ligabetrieb kickt VEGAR EGGEN HEDENSTAD, nachdem dieser im Januar von Rosenborg Trondheim zu Fatih Karagümrük in die Süper Lig wechselte. Da ist auch noch CENK SAHIN präsent, kommt aber nicht so ganz gut zum Zuge. Nachdem er zunächst bei Kayserispor angedockt hatte, ging der Gefühlspatriot im August 2020 zu Gaziantepspor. Die erste Liga dort verlassen hat, im letzten Juni und im Streit, Lebemann MAX KRUSE. Der Ex-Nationalspieler kündigte den Vertrag mit Traditionsclub Fenerbahçe Istanbul, weil diverse Gehaltszahlungen offen geblieben sein sollen. Kruse schloss sich dann bekanntlich Union Berlin an und weiß dort seither durchaus sportlich zu gefallen. Nicht so Schönes hörte man zuletzt von DENIZ NAKI, dem von der Staatsanwaltschaft Aachen unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird (googelt die Hintergründe bitte selbst). Schon seit Mitte Juni 2020 befindet der Kurde sich darum in hiesiger Untersuchungshaft, die zudem zuletzt Mitte Februar wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr noch einmal bestätigt wurde. Vor einem solchen Hintergrund sind dann doch Ereignisse wie bspw. die Entlassung eines Sportdirektors bei einem Zweitligaverein fast schon Freizeitamüsement. Für den/die Betroffenen, in diesem Falle ROBERT PALIKUCA beim 1. FC Nürnberg im letzten Juli, selbstredend nicht.

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BENJAMIN WEIGELT hat seine Ausbildung zum Erzieher abgeschlossen und arbeitet zudem seit Juli 2020 als Co-Trainer der U17 beim VfL Bochum. Im gleichen Monat unterschrieb NILS PICHINOT, der aus Nordhausen kam, einen neuen Kontrakt beim Regionalligisten Hessen Kassel. Wieder im Norden gelandet ist CLEMENS SCHOPPENHAUER und wechselte zu Saisonbeginn vom Chemnitzer FC zum Bremer Regionalligisten FC Oberneuland. Aus Bremen weg ging bekanntlich FINN BARTELS und schloss sich im August Holstein Kiel an. Aus dem Frankenland nach Niedersachsen zog es THOMAS STICKROTH (2014/15 Mentaltrainer bei St. Pauli) und changierte als Co-Trainer beim 1. FC Nürnberg in selber Funktion zu Eintracht Braunschweig. Dort seit September nicht mehr präsent ist BERND NEHRIG, den man nach dem Aufstieg meinte aussortieren zu müssen. Der zuletzt als Kapitän wirkende Nehrig ging zum Regionalligisten Viktoria Berlin. Nun in Mittelfranken ansässig ist JOËL KELLER, der sich dort in Nürnberg-Muggenhof als Gym-Angestellter zum Fitnesskaufmann weiterbildet und nebenher Fußball für den TSV Zirndorf (Kreisklasse) spielt. Ins Ausland ging LASSE SOBIECH, wo er sich dem FC Zürich anschloss, nachdem der 1. FC Köln im Sommer nicht mehr mit ihm weitergeplant hatte. Und erinnert sich noch jemand an den 2018 von Stoke City ausgeliehenen Belgier THIBAUD VERLINDEN? Der 21-Jährige Stürmer wechselte nun im Januar zum holländischen Erstligisten Fortuna Sittard. Ebenfalls höchste Liga kickt seit Saisonanfang DIMITRIOS DIAMANTAKOS. Der zuletzt bei St. Pauli torgefährliche Grieche wechselte, ihr erinnert euch, zum kroatischen Klub Hajduk Split. Auch RICHMAR „ROCKY“ SIBERIE, 2004/05 am Millerntor, hat dereinst erstklassig gekickt. Sein letzter Verein in Deutschland, der SV Straelen, war 2008 allerdings schon Oberliga. Seither wechselte der Stürmer achtmal den Verein und verdingt sich heute beim unterklassigen italienischen Klub US Camporosso. Auch MICHAEL GÖRLITZ kickt mit dem ASV Neumarkt nur noch in der sechstklassigen Landesliga. ALEXANDER LUDWIG, bis Juli 2020, wie berichtet, noch bei Wacker Gotha unterwegs, ist inzwischen beim Oberligisten SSV Vimaria Weimar gelandet. Auch die Odyssee des LUKASZ SOSNOWSKI geht weiter: Noch im September 2018 verortete ich den Mitte der 2000er-Jahre bei uns Aktiven beim SC Rahlstedt, mittlerweile landete der 34-Jährige über die Stationen WSV Tangstedt und Meiendorfer SV aktuell beim  SV Nettelnburg/Allermöhe. Immerhin schon 40-jährig kickt COSMIN UILACAN (2003-2005 beim FC St. Pauli) beim TSV Ustersbach in der Kreisklasse Augsburg.

Unaufgeregte News: St.Paulianer erzielt ein Tor in einem Heimspiel
(c) Stefan Groenveld

So lange der Amateursport in der Hansestadt noch nicht ruhte, trat MORIKE SAKO in der Hamburger Kreisklasse für den FC Hamburger Berg an. Angetreten ist auch wieder, obwohl er seine Fußballstiefel eigentlich schon mit Saisonanfang an den berühmten „Nagel“ hängen wollte, JETON ARIFI (2004-2007 beim FC St. Pauli: Jugend, U23, Profis), der jetzt beim Hamburger Traditionsverein SV Lurup als Leithammel mitkickt – sofern denn überhaupt einmal angepfiffen wurde und wird. Auch PETER KNÄBEL war einmal Angestellter eines Traditionsvereins im Westen Hamburgs im Stadtteil Bahrenfeld und übernahm nun, Ende Februar, bei Schalke 04, wo der gebürtige Wittener ohnehin schon seit 2018 als Nachwuchsdirektor unter Vertrag stand, im Rahmen der kompletten Neustrukturierungen die Rolle des „sportlichen Gesamtverantwortlichen“. GERALD ASAMOAH, bis dahin Manager des Gelsenkirchener U23-Teams, wurde dort bis zum Saisonende die Koordination der Lizenzspielerabteilung übertragen. Natürlich gibt es auch einige Akteure, die ihre aktive Laufbahn inzwischen beendet haben und auch (noch) nicht irgendwo als Coach unterwegs sind. Dies trifft beispielsweise auf „Fahnenrettter“ SAMI ALLAGUI zu, der zwar hobbymäßig zukünftig für die Ü-32 seines Ex-Klubs Hertha BSC aufläuft, nach seinem letzten Engagement bei Royal Mouscron in Belgien aber im vergangenen Oktober offiziell seine Profilaufbahn beendete. Schon länger nicht mehr im Profifußball ist IVAN KLASNIC dabei, zieht sich aber regelmäßig noch die Buffer für die „Alten Herren“ bei „Croatia“ an. Im September dann allerdings die Überraschung: Im Lottopokal-Match gegen den SC Urania musste der Ex-Stürmer wegen Personalmangels kurzerhand beim Hamburger Kreisligisten im Tor aushelfen. Geholfen hat dem gebürtigen Hamburger auch dessen Beharrlichkeit im Disput mit Werder Bremen und zwei früheren Werder-Ärzte: Nach 14 Jahren Rechtsstreit wegen Klasnic’ Nierenschäden und damit einhergehenden Behandlungsfehlern, erstritt er Ende vergangenen Jahres in einem Vergleich vor dem Bremer OLG über vier Millionen Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz. Um Millionenbeträge geht es auch im Insolvenzverfahren beim heutigen Oberligisten FC Rot-Weiß Erfurt, wo übrigens seit August 2020 ANDREJ STARTSEV unter Vertrag steht. RWE schien im Juli 2020 gerettet, als FRANZ GERBER mit seiner FSG GmbH dort eingestiegen war. Dann entwickelte sich jedoch alles ein wenig komplizierter, und bis heute ist das Ganze noch nicht in trockenen Tüchern. Endgültig besiegelt hingegen ist die Karriere von Tormann THOMAS KESSLER, der mit Ablauf der Saison mit seinem 1. FC Köln sein Profidasein beenden und dann ein Trainee-Programm beim dortigen FC sowie ein DFL/DFB-Managementprogramm absolvieren wird. Keeper KORBINIAN MÜLLER, dessen ausgelaufener zweiter Vertrag beim FC St. Pauli im letzten Jahr erwartungsgemäß nicht verlängert wurde, ist seither nicht mehr im Profifußball unterwegs.

Jetzt häufiger unterwegs ist THOMAS MEGGLE, seit er im Herbst vergangenen Jahres mit einem Investorenteam beim schottischen Zweitligisten Dunfermline Athletic eingestiegen ist. Das man am Ende übrigens nicht wie „lain“, sondern wie „linn“ ausspricht, wie mir Meggle vor ein paar Wochen erklärte. Unerklärlich ist mir bis heute, warum es der hoch talentierte RICHARD NEUDECKER letztlich nicht geschafft hat, dauerhaft ganz oben mitzuspielen. Im vergangenen September nun kehrte er zurück zum TSV 1860 München, für den der 24-Jährige bereits von 2010 bis 2016 auflief, eher zum FC St. Pauli wechselte. Neudecker war zuletzt beim niederländischen Erstligisten VVV-Venlo im Einsatz und kickt jetzt erstmals seit vielen Jahren wieder unterhalb der Zweitklassigkeit. Zweitklassig wurde im vergangenen Jahr der schottische Verein Heart Of Midlothian, und dies kostete dort Cheftrainer DANIEL STENDEL den Posten. Bis heute hat der gebürtige Frankfurter (an der Oder!) noch keinen neuen Verein finden können. Den sucht auch noch MARC RZATKOWSKI, der zum Ende 2020 bei New York Red Bulls (MLS) ausgemustert wurde. Dorthin wechselte als Leihspieler von RB Salzburg im März YOUBA DIARRA – das fünfte Verleihgeschäft der Österreicher mit dem Mann aus Mali seit 2018. Wie Rzatkowski erging es im vergangenen Sommer auch DENNIS DAUBE beim Drittligisten KFC Uerdingen, doch im Viertligisten Preußen Münster fand sich ein dankbarer Abnehmer für den Hanseaten. Dankbar war möglicherweise auch ERIC MAXIM CHOUPO-MOTING (2003-2004 in St. Paulis Jugend), als der FC Bayern München zu Saisonbeginn bei ihm angeklopft hatte und von Paris St. Germain loseiste. YOUSSOUFA MOUKOKO (2004-2016 St.-Pauli-Jugend): wisst ihr ohnehin alles…

Youssoufa Moukoko nach seinem ersten Bundesligator im November in Berlin
(c) Neundorf/Kirchner via OneFootball

Kommen wir, quasi semi-abschließend, im Kurzbriefing zu den sportlichen Veränderungen ehemaliger U23-Spieler unseres FC: „Weltenbummler“ BERTRAND BINGANA ist inzwischen beim Habenhauser FV gelandet. LINUS BÜCHLER kickt – nach Intermezzo in Dassendorf – beim VfL Lüneburg. Aus Lüneburg, nämlich vom SK, zum SC Werder Bremen II zog es Tormann OLE SPRINGER (29). DENIZ HERBER ist beim ASV Hamburg gelandet, STEFAN WINKEL beim SC Poppenbüttel. Vom SC Paderborn zum FSV Zwickau wechselte FELIX DRINKUTH, vom VfB Lübeck verabschiedete sich zum Regionalligisten SSV Jeddeloh II, hier trifft er u.a. MIGUEL COIMBRA FERNANDEZ (2018/19 bei unserer U23). Dorthin ging im vergangenen August auch fest NICK OTTO, der zuvor von Eintracht Braunschweig an den SSV ausgeliehen war. Seit 2013 kickte FRANCIS ONWUZO in der Jugend sowie der U23 beim FC St. Pauli. Dann pausierte der in Hamburg geborene Deutsch-Nigerianer von 2016 an, ehe er im Januar 2020 zum Heider SV ging. Im vergangenen August dann wechselte er zum kroatischen Zweitligisten NK Rudes in Zagreb, war aber bereits zum 1. Oktober wieder bei den Dithmarschern auf dem Acker. Die Gründe hierfür sind mir leider unbekannt. Bekannt sein dürfte dem/der einen oder anderen möglicherweise noch ERDOGAN PINI. Im letzten Juni unterschrieb der Stürmer, nach einem Jahr Altona 93 (AFC), beim Hamburger Oberliga-Aufsteiger VfL Lohbrügge. Auch wieder in Hamburg ist seit Saisonbeginn DENNIS ROSIN, nachdem er den VfB Oldenburg in Richtung AFC verließ. FINN APEL, von 2008 bis 2014 bei St. Pauli auf dem Rasen am Werk, ist seit Februar Trainer beim Hamburger Oberligisten TSV Sasel. Der 27-Jährige, meines Wissens Enkel von Hans Apel, musste seine Fußballerkarriere verletzungsbedingt beenden und war bis Ende 2020 Cheftrainer beim Hamburger Bezirksligisten SC Schwarzenbek. Von 2004 bis 2007 kickte PETER IWOSA für unser Regionalligateam, seit letzten Sommer ist er Co-Trainer beim Meiendorfer SV. Als Torwarttrainer verdingt sich FABIAN LUCASSEN beim schleswig-holsteinischen Verbandsligisten SSV Pölitz. Noch aktiv zwischen dem Gestänge ist SEBASTIAN KALK, 2008-2016 St. Paulianer und danach vier Jahre auf einem US-College, wurde zum September vom Bramfelder SV unter Vertrag genommen. Beim Regionalligaaufsteiger FC Teutonia 05 unterschrieb IRWIN PFEIFFER, die Teutonen verlassen hat CLIFFORD ANITEYE, um sich Oberligist Concordia Hamburg anzuschließen. Dorthin zog es gleichermaßen KEMO KRANICH (29), der zuvor lange Zeit pausiert hatte. Seit Juli vereinslos ist FABIAN GRAUDENZ, nachdem Flensburg Weiche 08 mit ihm abgeschlossen hatte. Gut eingefunden bei Kickers Offenbach hat sich MARCELL SOBOTTA (2013-2018 beim FC), nachdem er im vergangenen Sommer von den Lotter Sportfreunden an den Main gewechselt war. Vom FC Oberneuland zum TB Uphusen (Oberliga Niedersachsen) ging Mittelfeldmann BORIS KOWESCHNIKOW (2011/12 in unserer U23), RUDOLF GONZÁLEZ schloss sich im Winter dem Bonner SC an, nachdem er zuvor den ZFC Meuselwitz beehrt hatte. Berufsbedingt verließ LAURENS ROGOWSKI (2008-2016 bei uns) im Sommer den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel nach vier Jahren. In der Spielzeit 2013/14 stand ÖMER AKYÖRÜK im U23-Kader, im Juli wechselte dieser aus der dritten türkischen Liga zu Teutonia 05. Vier Jahre später hatte die U23 DARIO KOVACIC für zwei Saisons im Kader (seit 2006 hier Jugendspieler), dann hießen die Stationen Drochtersen, Hamm United und seit Juni 2020 ETSV Hamburg. Aus dem Kader der Saison 2019/20 orientierten sich die Abgänge wie folgt: NIKLAS GOLKE (Sohn von André) schloss sich dem SC Heeslingen an, MAXIMILIAN FRANZKE ging leihweise zum 1. FC Magdeburg, Keeper JULIAN BARKMANN wechselte zum TuS Dassendorf, dessen Positionskollege DAVID JENDRZEJ zu Hamm United. Beim Landesligisten Eimsbütteler TV spielt jetzt FINN SCHÜTT, und SEUNG-WON LEE landete beim SV Rödinghausen.

Um sich zukünftig wieder besser um seine Firma kümmern zu können, so die offizielle Begründung, hat im letzten Juni Vizepräsident JOACHIM PAWLIK dem Verein „au revoir“ gesagt und somit eine temporäre Lücke im Vereinsvorstand unseres FC hinterlassen, der momentan noch immer – coronabedingt – vierköpfig ist. Abschied nehmen müssen wir ebenfalls von GERD WIECZORKOWSKI, der 1971 vom Hamburg-Dulsberger SC Stern-Pfeil (heute DSC Hanseat) ans Millerntor kam, hier als Defensiv-Mann in drei Spielzeiten 104 Regionalligapartien bestritt, eher er 1974 zum Erstligisten Rot-Weiß Essen wechselte. Von 1979 bis 1985 absolvierte der gelernte Polizist danach 283 Spiele für das US-Team San Diego Sockers. Wieczorkowski starb am 10. Januar 72-jährig in seiner Geburtsstadt Hamburg. Auch zu St. Paulis Ex-Schatzmeister und Vizepräsident (1991-1998) HORST NIEWICKI müssen wir Tschüs sagen, denn am 25. September 2020 entschlief der gebürtige Berliner, der St. Paulis Wunderelf in seiner Heimatstadt noch live erlebt hatte, im 86. Lebensjahr. Ein wenig älter nur wurde HERBERT KÜHL, der von 1952 bis 1962 213 Oberligapartien für den FC St. Pauli bestritten hatte. Der am 3. Juni 1932 geborene und in Hamburg-Eppendorf aufgewachsene Kühl verstarb bereits am 18. Mai des vergangenen Jahres. Von 1948 bis 1952 trug GÜNTER WOITAS die Farben unseres Klubs und war somit zeitweise auch Teil der sogenannten Wunderelf, ehe er zum SC Concordia wechselte, wo der gebürtige Gleiwitzer (polnisch: Gliwice) sich auch als Trainer einbrachte. Am 30. Juni 2020 starb der auch beim Schach stets beeindruckend Agierende 93-jährig. Vielen wird HORST PETERSON als langjähriger Veranstalter der Hamburger Hallen-Fußballturniere ein Begriff sein. Dass Vereinsmitglied Peterson (seit 1963 und Träger der Goldenen Ehrennadel“) auch einige Jahre als Trainer der 1. Handballdamen des FC St. Pauli dabei war, wissen eher die wenigsten. Peterson, der sich nach einem schweren Schlaganfall 2008 nie wieder richtig erholen konnte, ist am 20. Juni letzten Jahres im Alter von 85 Jahren friedlich eingeschlafen. Den Jüngsten der Verstorbenen-Riege aus den vergangenen Monaten nenne ich zuletzt: GEORG VOLKERT, der seine größte Zeit in den 1970er-Jahren beim Stadtnachbarn HSV hatte und von 1986 bis 1990 am Millerntor als Manager aktiv war, starb am 16. August 2020 75-jährig an Herzversagen, nachdem der Ausnahmestürmer bereits 2017 einen Herzinfarkt zu verkraften hatte.
// Ronny

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3 thoughts on “Neues von den Alten – März 2021

  1. Zur Berichtigung: Der MSV heißt nicht Meidericher Sportverein sondern “Meidericher Spielverein Duisburg”

  2. Das Talent von YOUSSOUFA wurde schon sehr früh erkannt, daher spielte er auch seit er laufen kann (2004), bei uns in der Jugend! 😉

    Herzlichen Dank für alles, was ihr hier beim Millernton macht! Es ist immer ein Lichtblick in dieser Zeit. 🙂

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