Lage am Millerntor – 15.06.2020

Die gute Nachricht: Wenn es einigermaßen glatt läuft, ist in knapp zwei Wochen alles vorbei.
Viel mehr Optimismus ist hier gerade nicht zu vermitteln, sorry.
(Titelbild: Tay Duc Lam/Witters/Pool via Peter Boehmer)

FCSP News
Du meine Güte… drei Punkte gegen Aue nach einem Spiel, welches wir auch gut und gerne 1:4 hätten verlieren können. Am Ende egal, bekanntlich ist Fußball Ergebnissport, aber… aber… puh.
Man könnte viel schreiben – über die vergebenen Großchancen von Aue, über den verschossenen Elfmeter, über den Blick von Henk Veerman nach seinem Tor – aber auch ich bin müde und möchte diese Saison einfach nur noch abgeschlossen wissen. Drei Punkte braucht es dafür noch, der Glaube diese bereits am Mittwoch in Hannover einzufahren geht gegen Null, aber man weiß ja nie.

Ein weiterer Punkt, über den man schreiben könnte, war die hitzige Diskussion von Henk Veerman und Jos Luhukay auf dem Weg in die Kabine nach dem Halbzeitpfiff. Auf diese während der Pressekonferenz angesprochen, sagte Luhukay, dass er nach dem zuletzte bereits von Diamantakos verschossenen Elfer hier von Henk durchaus erwarten würde, Verantwortung zu übernehmen. Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch, dass der letzte Elfer von Henk in Kiel ebenfalls verschossen wurde.
Not so fun fact: Erstmals seit Beginn der Datenerfassung hat der FCSP drei Elfer in Folge verschossen (Henk in Kiel, Diamantakos beim KSC und jetzt gegen Aue). Danke an Thomas Glöy.

Da ich hier ja aber für #NurNochPositiv zuständig bin: Jos Luhukay ist damit mit einem Sieg aus zwei Spielen gegen Erzgebirge Aue zweiterfolgreichster Trainer der FCSP-Vereinsgeschichte… (Stani hat einen Sieg und ein Unentschieden aus drei Spielen, dabei aber eben auch eine Niederlage im Pokal als Zweitligist beim Drittligisten, ungekrönter König ist und bleibt Roland Vrabec mit vier Punkten aus zwei Spielen).

Und Jos hatte auch mal wieder eine taktische Umstellung, die sich als großer Pluspunkt entpuppte: Sebastian Ohlsson spielte überraschenderweise auf der Sechser Position, Luhukay begründete dies in der PK damit, den gefährlichsten Auer (Nazarov) so aus dem Spiel nehmen zu wollen. Dies gelang, außerdem leistete Ohlsson (im Zusammenspiel mit Penney) die wichtige Vorarbeit zum 1:0 und findet sich heute in der Kicker Elf des Tages wieder.

Stimmen zum Spiel (Vereinshomepage)
Spielbericht (Vereinshomepage)
Spielbericht (Kicker)

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Fanszene News
Reminder: Am Samstag gibt es die „Casino goes Quiznight“-Veranstaltung der 2.Damen.
Teilnahmegebühr: 10€ für den guten Zweck (zwei NGOs, die sich für Geflüchtete in Griechenland einsetzen), dafür gibt es neben tollen Preisen einen sehr amüsanten Abend mit tollen Menschen.

Deutschlandfunk: (Keine) Diversität in den Gremien der Bundesliga
Der FCSP hat eine Vizepräsidentin und eine Aufsichtsratsvorsitzende. So weit, so gut – aber natürlich in Sachen Diversität bei weitem nicht genug, denn zum Einen sind zwei Frauen in diesen Gremien nicht wirklich der anzustrebende Wert, außerdem fehlen People of Colour komplett.
Der Deutschlandfunk hat sich dies mal für die 1.Liga angeschaut und kommt auf drei Personen von 273.

Interview mit Rachid Azzouzi in der SZ
„Der Fußball muss härter gegen Rassismus vorgehen.“ Dies ist einer von vielen schlauen Sätzen, die Rachid Azzouzi im Interview mit der SZ fallen lässt. Auch der Rest des Interviews lohnt sich:

Es ist nicht lange her, ein paar Monate, da war Rassismus schon mal Thema in der Bundesliga, als der Hertha-Spieler Jordan Torunarigha auf Schalke beleidigt worden ist. Da ist nichts passiert. Und als drei Wochen später Dietmar Hopp beleidigt worden ist, haben Bayern und Hoffenheim aufgehört, Fußball zu spielen.

Süddeutsche Zeitung

Premier League: Black Lives Matter
Die englische Premier League startet am kommenden Freitag in den Rest der Saison und setzt ein deutliches Zeichen: Statt der Namen der jeweiligen Spieler wird auf allen Trikots „Black Lives Matter“ stehen. (Deutschlandfunk)

Die Lage in der 2.Liga
Okay, etwas durchgeatmet, schauen wir nochmal in Ruhe drauf:
Bielefeld kann mit einem Sieg zuhause gegen Dresden heute Abend bei dann neun Punkten und (mindestens) 15 Toren Vorsprung und nur noch drei Spielen so gut wie klar machen – und nebenbei ziemlich vielen Vereinen da unten drin einen großen Gefallen tun.
Dahinter spielen der HSV, Stuttgart und Heidenheim seit Wochen das alte „Geh Du vor!“ – „Nein, Du!“ – Nee, Du! – „Hihi, nein, Du!“-Spiel, welches in der englischen Woche mit dem HSV-Heimspiel gegen Osnabrück, Heidenheims Auftritt in Fürth (beides Dienstag) und dem Stuttgarter Heimspiel gegen Sandhausen (Mittwoch) fortgesetzt wird.
Und im Keller wäre rechnerisch ab Kiel (Platz 11, 39 P.) noch alles offen, die Kieler spielen noch gegen drei Abstiegskandidaten und können bei sehr unglücklichem Verlauf und drei Niederlagen sogar noch direkt absteigen – alle anderen dahinter natürlich eh, so auch wir. Besonders wichtig hierbei ist natürlich das direkte Aufeinandertreffen von SV Wehen-Wiesbaden und dem 1,FC Nürnberg (Dienstag).

Die Lage in der 3.Liga
Der 3:2-Sieg des FC Bayern II bei Waldhof Mannheim am Sonntag war für die Gastgeber ein herber Dämpfer im Aufstiegsrennen. Bei noch sechs Spielen haben sich Duisburg (55 Punkte) und Braunschweig (54) einen kleinen Puffer angesammelt, es folgen dann sechs Teams mit 51-48 Punkten (Hansa, Würzburg, Ingolstadt, Waldhof, 1860 und Unterhaching).
Unten ist der erste Würfel nun auch rechnerisch gefallen, Carl-Zeiss Jena steht als erster Absteiger fest, die SG Sonnenhof-Großaspach dürfte zeitnah folgen. Für die verbleibenden zwei Abstiegsplätze gibt es mit Magdeburg, Halle, Viktoria Köln, Zwickau, Chemnitz und Münster „nur noch“ sechs Bewerber innerhalb von fünf Punkten, mit Chemnitz – Münster und Halle – Magdeburg stehen am Dienstag zwei direkte Duelle an.

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Normalerweise wäre jetzt auch der 1.FC Kaiserslautern (wieder) mittendrin im Abstiegskampf, denn „die Region“ wird wohl heute einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Bisher hätte dies den Abzug von neun Punkten bedeutet, „dank“ Corona hatte der DFB dies ja aber für diese Saison aufgehoben. Was das nun konkret für die mit ca. 20 Mio € verschuldete 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA bedeutet, mögen Wirtschafts- und Sportjournalisten auseinanderpulen, die dafür gut bezahlt werden, ich verlinke erst mal nur den Kicker. Wer da Licht ins Dunkle bringen kann, darf sich gerne in den Kommentaren austoben.

Und noch eine kleine Meldung zur 3.Liga: Der TSV 1860 hatte kürzlich vermeldet, auch in der 2.Liga im Stadion der Bayern-Amateure spielen zu dürfen. Möglich wird dies auch u.a. durch eine neue Stadionverordnung, zu der sich jetzt die „Löwen-Fans gegen Rechts“ wenig positiv äußern. Diese besagt zum Beispiel, dass ab sofort alle (Herren-)Spiele im Grünwalder Risikospiele sein werden.

Bleibt gesund!
// Maik

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