Lage am Millerntor – 07.August 2020

Hahaha, der Vorteil wenn man mit so einer Rubrik nach dem Urlaub erst am Mittwoch wieder beginnt: Es ist schneller Wochenende! Heute also verkündet die DFL den Spielplan, wir tippen mal auf ein früh angesetztes Derby zuhause und ohnehin wieder ein Auswärtsspiel am 34.Spieltag. Genaueres dann um 12.00h.
Und wer weiß, wie viele Spieler wir bis dahin noch verpflichten…

FCSP News
Nach einem trainingsfreien Tag ging es gestern dann für das Team wieder an die Kollaustraße. Neuzugang Maximilian Dittgen trainierte erstmals mit (wer auf Instagram aktiv ist, hat womöglich bereits erfahren, dass eine junge Familie momentan auf Wohnungssuche ist…). Philipp Ziereis und Henk Veerman waren wieder voll mit dabei, während Christopher Avevor aus Gründen der Trainingssteuerung nur Teile mitmachte – wir vermuten mal, dass er, wie in jeder Kreisklassen-Truppe üblich, vor den intensiven Läufen ein „leichtes Ziehen“ verspürte 😉

Nachmittags dann schon wieder eine Neuverpflichtung, man kommt ja kaum noch hinterher. Rodrigo Zalazar (20 Jahre alt, Mittelfeldspieler) kommt für vorerst ein Jahr auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt. Gut möglich, dass unsere beliebte Spielervorstellungsrubrik hier an ihre Grenzen stößt, denn Quellen aus der Polnischen Liga, in die ihn die Frankfurter sofort weiterverliehen haben, besitzen wir noch nicht so richtig. Aber mal schauen, vielleicht überraschen wir Euch ja noch.
Laut Timo Schultz haben wir mit Zalazar jedenfalls einen „körperbetonten, robusten Spieler mit Offensivdrang und gutem Abschluss“. 19 Spiele für Uruguays U20-Nationalteam – so komplett talentfrei kann er also nicht sein.

Ungewöhnlich war dann der letzte Tweet der Vorstellungskette des Vereins:

Ja, schwieriges Thema. Gerade bei einem Verein wie dem FC St.Pauli erzeugen solche Fotos natürlich ein gewaltiges Echo, in den Medienschulungen mit Nachwuchsteams ist der Umgang mit Social Media (und insbesondere mit Fotos aus derart sensiblen Bereichen wie Erinnerungsstätten) schon zurecht sehr früh Thema und spätestens seit dem Foto von Marcel Halstenberg am Holocaust-Mahnmal in Berlin auch mit praktischen Beispielen belegt.
Nun kann man davon ausgehen, dass eine entsprechende Sensibilisierung auf eben dieses Thema in Jugendteams in Uruguay wohl nicht stattfindet – und wir reden hier über einen sehr jungen Menschen, dem Fehler unterlaufen dürfen. So sensibel das Thema eben (gerade für unsere Fanszene) auch zurecht ist.
Im Endeffekt gibt es jetzt für den FCSP zwei Möglichkeiten, wenn man feststellt, dass ein infrage kommender Spieler schon mal solch einen Fehler begangen hat (mit ein paar Graustufen dazwischen, die man natürlich im Gespräch mit dem Spieler ergründen sollte):
1.) Man entscheidet, dass dies unverzeihlich ist und er es vielleicht auch nicht verstehen will und verpflichtet ihn nicht.
2.) Man versucht, dies offensiv anzugehen und dem Spieler dann eben (so nicht ohnehin schon in der Zwischenzeit geschehen) jetzt in diesem Bereich aufzuklären, Verantwortung (als Verein) dann eben auch hier zu übernehmen. Und welcher Verein wäre dafür besser geeignet als der FCSP? Neben dem Holocaust-Gedenktag des Fanladens ergibt sich vielleicht auch noch die ein oder andere weitere Gelegenheit, dem Spieler unsere Sichtweise zu zeigen und ihn positiv mitzunehmen.

Der FCSP hat offensichtlich Option 2 gewählt und sich dies gut überlegt, dies zeigt ja auch das durchaus ungewöhnliche Statement. Also: Herzlich Willkommen, Rodrigo Zalazar.

Und wer ihn dann mal sprechen hören will: Hier sein Vorstellungsinterview letztes Jahr bei der Eintracht.

Fanszene News
In der Sommerpause hat ja auch unser VdS/NdS-Team ungewohnt viel Tagesfreizeit und so spricht Yannick gerne mit Fanclubs im Ausland. Nachdem es bei uns in der Vergangenheit Folgen mit Fans aus den Niederlanden, aus New York oder sogar einer ganzer Gruppe internationaler Fanclubs gab, gibt es jetzt eine neue Folge mit einem Fanclub aus Wien: „Für Leiwand, gegen Oarsch“
Ihr erfahrt unter anderen, was dieses „Leiwand“ eigentlich ist, wo es herkommt… und warum der Fanbeauftragte der Österreichischen Nationalmannschaft Fan des FCSP ist, der ist nämlich beim Gespräch dabei.

Kommen wir zum Wochenende, dieses wirbt mit viel Sonne und mindestens drei Aktivitäten:
Heute um 18.00h spielt die Millerntor Brigade vorm Knust! (Facebook)
Morgen schippert der Fanladen am Samstag um 14.00h und 16.00h historisch durch den Hafen (beide Touren sind ausgebucht, die Fahrt als solche kann aber auch an anderen Terminen gebucht werden: Alternative Hafenrundfahrt).
Und am Sonntag könnte man dann sogar mal wieder Braun-Weißen Fußball sehen: Die 1.Frauen spielt beim Rostocker FC. Logistische Herausforderung ist allerdings, dass Ihr wahlweise eine Busanreise oder eine Übernachtung buchen müsst… näheres beim Fanclub „Ey, die Hunde“ (Facebook).

Neues von den Alten
Gestern Fin Bartels, heute Max Kruse… oder „MK10“, wie er sich wohl selbst gerne nennt.
Nach seinem Wechsel von Werder zu Fenerbahçe im vergangenen Sommer hatte er seinen Vertrag in Istanbul bekanntlich aufgelöst und war nun auf der Suche nach Optionen in der Bundesliga. Mit Werder wurde es am Ende nichts, nun wechselt er zum 1.FC Union, nach Berlin.

Döntjes
Wenn dieses Wochenende die Champions League zu Ende gespielt wird, startet für einige Spieler eher ein Lauf im Hamsterrad als eine neue Saison. Die Sportschau hat am Beispiel Joshua Kimmich vorgerechnet, dass dieser bis zur EM bis zu 70 Spiele bestreiten könnte – und dann geht es erst in die EM-Vorbereitung. Eine unglaubliche Belastung und man muss sich fragen, warum sich die Spieler noch nicht zusammengetan haben um diesem Wahnsinn entgegen zu treten (jaja, das liebe Geld… aber die Spieler der NFL schaffen es auch!)

Ein anderer Wettbewerb, der noch zu Ende gespielt werden muss, ist der Verbandspokal in den jeweiligen Bundesländern bzw. Landesverbänden. Dafür hat der DFB ja den „Tag der Amateure“ geschaffen, an dem alle Spiele ausgetragen und per Konferenzschaltung in der ARD übertragen werden.
Dank Corona ist das ja alles etwas anders gekommen als geplant und ob denn bis zum 22.August auch wirklich alle Viertel- und Halbfinals gespielt sind, gilt es noch abzuwarten. Aber für den Fall, dass das alles so klappt, sind jetzt die einzelnen Begegnungen fest terminiert:
Hamburg (wo am Wochenende die Viertelfinals anstehen) eröffnet die Spiele mit einigen anderen Verbänden um 14.45h, Schleswig-Holstein (Todesfelde – Lübeck) spielt um 16.45h und Bremen und Niedersachsen spielen um 17.45h. Das Finale des Saarlandes, wo bekanntlich der Gegner des FCSP in der 1.Runde des DFB-Pokals ermittelt wird, steigt ebenfalls um 16.45h.
Für das Spiel im Rostocker Ostseestadion, bei dem der Sieger aus Mecklenburg-Vorpommern gesucht wird (Hansa steht im Halbfinale) sind sogar Zuschauer*innen zugelassen. Insgesamt dürfen sich maximal 1.000 Personen im Stadion aufhalten, darunter dann eben auch 780 Fans.

Der Transfermarkt kommt ja gerade erst ins Rollen. Doch durch die bereits jetzt massige Fülle an Transfernews bekommt man einen guten Einblick was Spieler so verdienen (oder verdienen wollen). Wir liefern mal ein paar Zahlen, um zu zeigen, wie pervers das ist: Alexis Sanchez ist zum Beispiel gerade von ManUtd an Inter Mailand „verschenkt“ worden. Trotz Vertrages bis 2022. Grund: Manchester United spart damit sein Gehalt für die nächsten zwei Jahre, welches bei knapp 60Mio € liegt. Zum Vergleich: Der FCSP hat einen Personaletat im gesamten Verein von weniger als 15Mio € (nagelt mich (Tim) nicht fest, ich hörte die Zahl auf der MV 2019). Das ist dann auch so ungefähr die Summe, die David Alaba in Zukunft beim FC Bayern München verdienen möchte… und da erzähl noch jemand, dass sich die Schere nicht weiter auseinander bewegt.
Und hier passen dann auch gut die Schlagzeilen rein, die der FC Arsenal London gerade macht. Dort wurde den Spielern nämlich im April 12.5% des Gehalts gekürzt (seid Euch sicher, den meisten tut das nicht ansatzweise weh – Aubameyang verdient dort 200.000 € pro Woche(!), Mesut Özil wohl nochmal deutlich mehr) und versichert, dass alle Arbeitsplätze beim Klub erhalten bleiben. Nun wurden 55 MitarbeiterInnen entlassen, was den Unmut der Spieler hervorrief und allgemein für ein ganz kümmerliches Bild der Klubführung sorgt.

Zum Abschluss noch was zum Schmunzeln: Die Schottische Premier League hat am vergangenen Wochenende die neue Saison begonnen, die durchaus eine historische werden könnte – denn während Celtic (66-74) und der Verein der früher Rangers hieß (89-97) schon jeweils 9x in Folge Meister werden konnten, hat es halt noch niemand geschafft den Titel zehn Mal in Folge zu holen, Und da Celtic nun seit 2012 ununterbrochen die Meisterschaft feierte, könnte „Ten in a row!“ endlich wahr werden, das 5:1 gegen Hamilton war zumindest schon mal ein guter Auftakt.
Aber darum geht es gar nicht, denn beim Saisonauftakt hatten sich die Spieler abgesprochen, beim Anstoß auf die Knie zu gehen, als Zeichen der Solidarität zu „Black Lives Matter“.
Hat auch gut geklappt… meistens… wenn die Spieler denn dran gedacht haben. Und wenn nicht… dann sah das so aus, wie hier bei St.Mirren – Livingston.

Immerhin, die Nr.11 der Gastgeber, İlkay Durmuş (in der Jugend bei Hoffenheim und VfB Stuttgart) mag ein wenig übermotiviert gewesen sein, hatte dann aber zumindest eine schnelle Auffassungsgabe…

In diesem Sinne: Schönes Wochenende, bleibt gesund!
// Tim & Maik

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