{:de}Ingolstadt: That’s the way – we like it (ein bisschen)!{:}{:en}Ingolstadt: That’s the way – we like it (a little)!{:}

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Das war nicht das Millerntor-Erlebnis, welches wir so lieben, aus diversen Gründen. Es war aber auch zumindest schon mal ein Schritt zurück dorthin. Mögen hoffentlich schnell weitere Schritte folgen (und andere gerne ausbleiben).
(Titelfoto: Peter Böhmer)

Wenn Ihr hier seid, um die taktische Analyse dieses durchaus souveränen und überzeugenden Heimsieges zu lesen, seid Ihr etwas zu früh. Die wird Tim noch nachliefern, aber wohl eher am frühen Montag. Hier geht es also erst mal „nur“ um das Drumherum.
(Und falls Ihr Euch wundert, dass das Stadion so voll war: Hier die Einordnung zum 2G-Thema.)

Vor dem Spiel

Ich gebe zu, die Sperrung der Zuwegung von der Budapester Straße zur Gegengeraden hatte ich verdrängt und den Nebensatz in der Mail vom Kartencenter überlesen – und wahrscheinlich war ich damit nicht alleine. Machte aber auch eher nichts, denn Wartezeit gab es ohnehin genug.
Ich war gegen 12.10h am Eingang für die Mittelblöcke der Gegengeraden und es hatten sich bereits drei „U-Schlangen“ gebildet. Auf der einen Seite bedeutete dies natürlich erschreckend lange Wartezeit, auf der anderen Seite fand ich das sehr gut organisiert und vor allem sehr diszipliniert von Allen befolgt. Da die Warteschlangen für die verschiedenen Eingänge der Gegengerade sich irgendwann überlagern würden, stand am Ende unserer Schlange dann auch jemand mit einem großen und in die Höhe gereckten Schild, der das Ende der Schlange anzeigte. Zumindest in meinem Umfeld hat das also alles gut funktioniert und um etwa 13.05h waren wir dann drinnen. Das Zertifikat der Corona-Warn-App wurde auch nicht mehr manuell geprüft, sondern gescannt, so dass das a) gefühlt schneller ging als bei den vorherigen Spielen und b) auch fälschungssicher sein dürfte.
(Disclaimer: Wie das funktionieren soll, wenn mal wieder DOM ist, kann ich mir nicht mal annähernd vorstellen.)
Ob und wenn ja wie die Schlangen dann bis zum Anpfiff abgearbeitet worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis, der Anpfiff erfolgte jedenfalls pünktlich.

Im Stadion war dann die Gegengerade im Stehplatzbereich schon deutlicher gefüllt als bei den vorangegangenen Partien, der Sitzplatzbereich war nahezu ausverkauft, im Block 1 wurde wieder gestanden. (Ich hab kurz gezögert, ob ich „Der Block 1 war wieder die Singing Area“ schreiben soll, mir wurde dies aber von dort Anwesenden gerichtlich untersagt, weil da einfach zu wenig gesungen wurde. Dazu gleich noch etwas mehr.)
In der Süd war der Stehplatzbereich voll (wenn auch sicher noch mit angezogener Handbremse und nicht der 100%-Auslastung von vor der Pandemie) und im Sitzplatzbereich galt das gleiche wie für die GG; mit Ausnahme der Business-Seats, die etwa zur Hälfte gefüllt waren.
Auf der Haupttribüne würde ich von etwa 2/3 gefüllten Plätzen ausgehen, ebenfalls mit deutlich mehr Lücken im Business-Seat Bereich.
Die Nord war, wie angekündigt, leer, mit Ausnahme des spärlich gefüllten Gästeblocks.

Das Spiel

„USP singt sich warm – Gänsehaut!“ – diese WhatsApp erreichte mich bereits deutlich vor Anpfiff von einer Person, die sonst nicht zwingend Ultra-affin ist. Und dies dürfte dann wohl auch das Gefühl der meisten im Stadion widerspiegeln, denn die zu einem Großteil gefüllte Süd war zumindest ein bisschen so etwas wie die Rückkehr zur Normalität, was sich dann auch im Support deutlich zeigte.

Beim „Aux Armes“ dann der eher unangenehme Moment, wo vorab „Das ganze Stadion!“ gerufen wurde, obwohl eben die Nord leer war. Wahrscheinlich wäre es hier rücksichtsvoller / respektvoller gegenüber der Nord gewesen, lediglich einmal die Gegengerade und die Haupttribüne einzeln aufzurufen. Vielleicht hat es da aber auch im Vorfeld Gespräche mit Nord-Support gegeben und ich mache mir hier mehr (unnötige) Gedanken als die direkt Beteiligten.

Das Spiel war dann merkwürdig eindeutig und souverän. Wie schon gegen Regensburg hatte man immer das Gefühl, dass hier heute nur ein Team mit drei Punkten den Rasen verlassen wird – wenn ich oben also schrieb, dass dies aus vielen Gründen nicht das gewohnte Millerntor-Erlebnis war, dann beziehe ich diesen sportlichen Verlauf da auch explizit mit ein. Man ist es gewohnt, dass es eben doch immer großes Drama und ein Herzschlagfinale gibt, solch deutliche Siege mit zwei-drei Toren Unterschied kennt man kaum. Und als man dann beim Gegentreffer schon fast erleichtert aufatmen wollte, dass das ja doch immer noch die alte Chaotentruppe ist, die einen Vorsprung nicht ohne Restzittern ins Ziel bringen kann, da schießen sie einfach im Gegenzug das 4:1.
Bevor dies missverstanden wird: Ich liebe knappe Siege, vorzugsweise unverdient und in der Nachspielzeit durch einen unberechtigten Elfmeter im Nachschuss – aber ich werde auch älter und ich werde mich daher über nervenschonende Siege mit drei Toren Unterschied natürlich nicht beschweren.

Diese Überlegenheit drückte dann aber irgendwann auch so ein kleines bisschen auf die Stimmung. Klingt bescheuert? Ist es auch. Aber offensichtlich brauchen wir dann eben jenes Drama auch immer etwas – oder zumindest einen Gästeblock, an dem man sich reiben kann. Beides war nicht gegeben, also lehnte sich die Gegengerade entspannt zurück, erfreute sich an der zurückgewonnenen akustischen Beschallung von links und der Darbietung auf dem Rasen, die dann auch irgendwann in Toren mündete. Und dann klatscht man auch mit und freut sich.

Ich will da jetzt auch gar nicht groß drüber meckern, mir ging es heute nicht viel anders – aber spätestens gegen Dresden dürfte da dann auch wieder etwas mehr Emotion bei allen Beteiligten vorhanden sein.
Und vielleicht ist ja auch die Nord dann wieder (anteilig) gefüllt.

Nachtrag: Siehe Kommentar, ich hatte das vorher vergessen: Auf der Ehrenrunde marschierte das Team schnurstracks von der Haupt zur Gegengerade – wurde aber von dieser freundlich darauf hingewiesen, doch noch an der Nordkurve vorbeizuschauen. Dort stand auch tatsächlich einsam und verlassen ein Fan, der sich umso mehr darüber freute, mit dem Team die Welle machen zu dürfen.

In diesem Sinne: Einfach mal glücklich sein.
Tabellenplatz drei, ne ganz ansehnliche Tordifferenz, vier Siege in vier Heimspielen – läuft bei uns. Noch schöner wäre es natürlich, wenn wir uns dann nächste Woche in Karlsruhe mal die Auswärtstabelle vornehmen und den hässlichen 17.Platz dort verlassen. Nach oben, wohlgemerkt, bevor das missverstanden wird.
Und gegen Dresden sind es dann ja vielleicht auch schon noch mehr, als die heute offiziell 13.917 Menschen im Stadion.

Schönen Restsonntag!
// Maik

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It wasn’t the Millerntor experience we love so much, for various reasons. But it was at least a step backwards. Hopefully, more steps will follow quickly (and others will gladly stay away).
(Cover picture: Peter Böhmer)

If you’re here to read the tactical analysis of this thoroughly commanding and convincing home victory, you’re a bit early. Tim will deliver it later, but probably early on Monday. So for now, this is „just“ about the other stuff.

(And if you’re wondering why the stadium was so full, here’s how it fits in with the 2G theme).

Before the match

I admit that I had forgotten about the closure of the access road from Budapester Straße to the Gegengerade and had overlooked the side sentence in the e-mail from the ticket centre – and I was probably not alone. But it didn’t matter, because there was enough waiting time anyway.
I was at the entrance for the middle blocks of the Gegengerade at around 12.10 pm and three „U-queues“ had already formed. On the one hand, this meant a frighteningly long wait, but on the other hand, I thought it was very well organised and, above all, very disciplined. Since the queues for the various entrances to the back straight would eventually overlap, there was also someone at the end of our queue with a large sign held aloft indicating the end of the queue. So, at least in my area, it all worked out well and by about 13.05h we were inside. The certificate of the Corona warning app was also no longer checked manually, but scanned, so that a) felt faster than at the previous games and b) should also be forgery-proof.
(Disclaimer: How this is supposed to work when it’s DOM again, I can’t even begin to imagine).
Whether and how the queues were worked through to the kick-off is beyond me, but the whistle blew on time.

In the stadium, the standing-room area of the Gegengerade was more crowded than at previous games, the seating area was almost sold out, and people were standing again in Block 1. (I hesitated for a moment whether I should write „Block 1 was again the singing area“, but I was forbidden to do so by those present there because there was simply too little singing. More on that in a moment).
In the South, the standing area was full (although certainly still with the handbrake on and not the 100% capacity of before the pandemic) and in the seating area the same applied as for the GG; with the exception of the business seats, which were about half full.
In the main stand, I would assume about 2/3 full seats, also with significantly more gaps in the business seat area.
The North was empty, as announced, with the exception of the sparsely filled away end.

The match

„USP sings itself warm – goose bumps!“ – this WhatsApp reached me well before kick-off from a person who is otherwise not necessarily Ultra-affine. And this probably also reflected the feeling of most people in the stadium, because the largely full South was at least a bit like a return to normality, which was then also clearly reflected in the support.

During the „Aux Armes“ the rather unpleasant moment when „The whole stadium!“ was shouted in advance, although the North was empty. It would probably have been more considerate/respectful towards the North to only call out the Gegengerade and the main stand individually. But maybe there were talks with the North Support beforehand and I’m thinking more (unnecessary) thoughts than the people directly involved.

The game was then strangely clear and confident. As against Regensburg, you always had the feeling that only one team would leave the pitch with three points today – so when I wrote above that this was not the usual Millerntor experience for many reasons, then I explicitly include this sporting course of events. We are used to great drama and heart-stopping finales, such clear victories with a two-three goal difference are hardly known. And when, after conceding a goal, you almost wanted to breathe a sigh of relief that this is still the old chaotic team that can’t bring a lead to the finish line without some remaining trepidation, they simply score the 4:1 in return.
Before this is misunderstood: I love close victories, preferably undeserved and in injury time through an unjustified penalty in the overtime – but I’m also getting older and I will therefore not complain about nerve-saving victories with a three-goal difference, of course.

At some point, however, this superiority put a little bit of pressure on the mood. Sounds stupid? It is. But obviously we always need that drama – or at least an away end to rub up against. Neither was given, so the Gegengerade sat back relaxed, enjoyed the regained acoustic irradiation from the left and the performance on the pitch, which then also resulted in goals at some point. And then you also clap along and rejoice.

I don’t want to complain about it, I didn’t feel much different today – but by Dresden at the latest, there should be a bit more emotion among everyone involved.
And maybe the North will be (proportionally) full again.

Addendum: See comment, I had forgotten that before: On the lap of honour, the team marched straight from the main straight to the Gegengerade – but was kindly told by the back straight to stop by the Nordkurve. There was indeed a lonely and abandoned fan who was all the more pleased to be able to do the wave with the team.

In this sense: Just be happy.
Third place in the table, quite a respectable goal difference, four wins in four home games – we’re on our way. Of course, it would be even nicer if we could take a look at the away table next week in Karlsruhe and leave the ugly 17th place behind us. Upwards, mind you, before that is misunderstood.
And against Dresden, there might be even more people than the 13,917 officially in the stadium today.

Have a nice rest of the Sunday!

// Maik (translation by Arne)

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4 thoughts on “{:de}Ingolstadt: That’s the way – we like it (ein bisschen)!{:}{:en}Ingolstadt: That’s the way – we like it (a little)!{:}

  1. …eins hast du vergessen. Das sollte erwähnt werden. Als am Ende des Spiels als die Mannschaft von der HT zur GG wechseln wollte u gefühlt das ganz Stadion „Nordkurve“ rief u die Mannschaft vor der 1 Mann Nordtribüne ihr HeyHeyHey vollzog war dies einfach eine super tolle Geste!!!

  2. „…Bevor dies missverstanden wird: Ich liebe knappe Siege, vorzugsweise unverdient und in der Nachspielzeit durch einen unberechtigten Elfmeter im Nachschuss – aber ich werde auch älter und ich werde mich daher über nervenschonende Siege mit drei Toren Unterschied natürlich nicht beschweren….“
    Ich denke und fühle das genau so und nicht anders. Vielen Dank für die schöne Lage Beschreibung. Ich saß mit meinem Lütten ungewohnter weise im Block S1 der Süd da es zur Zeit leider keine Schoßkarten gibt und Mensch keine zwei Stehkarten bekommt um mit seinem 5 jährigen Sohn das Spiel gemeinsam zu sehen. Auf jeden Fall war auch da das ganze Einlass Prozedere gut geregelt und es waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Kontrollen gingen so fix wie möglich und das trotz zu Anfang unendlich wirkender Schlangen am Einlass. forza

  3. Hm, also bei mir hat es unzählige Versuche und bestimmt eine Minute benötigt, bis endlich mein Impfzertifikat gescannt werden konnte. “Höher halten, nun doch wieder etwas tiefer, nee, nun doch nicht, vielleicht doch wieder etwas höher?“…. So gegen 12 Uhr am rechten Südkurveneingang.
    Das ging dann bei den drei Heimspielen vorher doch deutlich schneller….

    Ticket wurde sofort erkannt, an der Bildschirmhelligkeit lag es also wohl nicht.

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