{:de}Nichts zu meckern: Karlsruher SC – FCSP 1:3{:}{:en}Nothing to complain about: Karlsruher SC – FCSP 1:3{:}

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Wie schrieb ich schon letzte Woche beim Sieg gegen den FC Ingolstadt: Einfach mal glücklich sein. Und seit langer Zeit gelingt uns dies endlich auch mal wieder auswärts. Und wie!
(Titelbild: Peter Böhmer)

Wobei die Betonung hier gleich doppelt auf „einfach“ liegt: Zum einen ist Tim mal wieder in seinem Zweitberuf unabkömmlich und dort vor Ort mit derart schlechtem Internet ausgestattet, dass er wahrscheinlich aktuell mit dem Stream immer noch in der ersten Halbzeit hängt und zittert. Will sagen: Auf tiefe Analysen der taktischen Gegebenheiten, die zu diesem ersten Auswärtssieg (in der Liga) seit jenem 3:1 in Aue im April führten, müsst Ihr leider verzichten. Zum anderen aber war es auch sehr „einfach“ – oder zumindest sah es danach aus.

Halbzeit 1: Erst sehr spät das 2:0 gemacht

Die Anfangsformation entsprach jener von letzter Woche, Jannes Wieckhoff und Finn Ole Becker waren ebenso wie Eric Smith gar nicht erst im Kader. Es mag ihrer gesundheitlichen Gesamtsituation geschuldet gewesen sein, ich sehe es aber auch als positives Zeichen dahingehend, dass wir niemanden mehr mitnehmen müssen, der nicht zu 100% fit ist – weil wir genügend (und qualitativ gute) Alternativen im Kader haben. Sowohl die Viererkette mit Paqarada, Medić, Ziereis und Zander als auch die Raute mit Aremu, Hartel, Irvine und Kyereh funktionieren – und würden das auch tun, wenn es vereinzelte Wechsel geben müsste. Im Sturm gibt es diese Wechsel häufiger, heute bekam eben erneut zunächst Dittgen den Vorzug vor Makienok. Übrigens lief auch der KSC mit der gleichen Anfangsaufstellung wie in der Vorwoche auf.

Die Stimmung im zur Hälfte fertiggestellten Wildpark war gut bis euphorisch, immerhin winkte auch den Badenern der zweite Tabellenplatz. Doch nach einer kurzen Druckphase zu Beginn gewann der FCSP die Kontrolle über das Spiel.
Der Führungstreffer (13.) fiel dann aber aus einer Umschaltsituation heraus – und am Ende natürlich auch eher glücklich. Jakov Medić blockte einen Schuss am eigenen Strafraum, der Abpraller landete bei Guido Burgstaller und der schickte aus der Drehung mit links Maximilian Dittgen auf dem linken Flügel auf die Reise. Bei seiner Hereingabe hätte Keeper Gersbeck den Ball wohl in 19 von 20 Fällen vor Kofi Kyereh ganz entspannt aufnehmen können , allerdings machte er einen Schritt zu weit heraus und stand jetzt in Sekundenbruchteilen vor der Frage, den Ball irgendwie noch in Richtung Torauslinie klären zu können, ihn quasi gegen die Laufrichtung zu fangen oder aber ihn durchzulassen, in der Hoffnung, Kyereh würde ihn nicht erreichen. Heraus kam eine Mischung aus allem – und damit die denkbar schlechteste Entscheidung, nämlich eine unglückliche Armbewegung, die den Ball ins eigene Tor bugsierte. Klassischer Fall von „Normalerweise fangen wir solche Eier immer selbst.“

Das war ein gehöriger Dämpfer für Karlsruhe, sowohl auf dem Feld als auch auf den Tribünen. Die große Doppelchance die Führung auszubauen dann in der 21.Minute: Kyereh eroberte im Mittelfeld den Ball und Dittgen schickte dieses Mal Burgstaller, der allein auf Gersbeck zulief – dieses Mal aber konnte der Keeper parieren. Und dies tat er auch eine halbe Minute später, als Zander den Ball vorne rechts gewann und Burgstaller scharf nach innen passte, der Winkel für Jackson Irvine aber etwas zu spitz oder die Entfernung zu kurz war, um den Ball noch besser zu platzieren.
Drei gefährliche Situationen, alle drei aus Balleroberungen und schnellem Umschalten.

Die spielentscheidende Szene dann in der 42.Minute, als Paqarada auf der linken Seite Kyereh schickte und dieser im Strafraum zu Boden ging. Unstrittig dürfte sein, dass Breithaupt Kyereh da berührt – je nach Vereinsbrille wird man da jetzt trefflich für oder gegen die Ursächlichkeit der Berührung für das Fallen argumentieren können. Für mich tatsächlich eine klassische 50/50-Szene, die der VAR wahrscheinlich im umgekehrten Fall auch nicht korrigiert hätte. Eine Schwalbe war dies aber ganz sicher nicht, den kann man schon so geben. Die Aufregung auf der Karlsruher Bank sorgte dann aber auch mit dafür, dass Schiri Nicolas Winter heute Abend in Karlsruher Kneipen nicht allzu viele Freigetränke ausgeschenkt bekommen dürfte. Guido Burgstaller ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte sicher unten rechts.

Daniel Kofi Kyereh nach seinem Tor mit akustischen Problemen. // (c) Peter Böhmer

Halbzeit 2: Souverän verwaltet

Nach Wiederbeginn hätte es sich früh in die eine wie in die andere Richtung entwickeln können. Irvine völlig freistehend per Kopf aus kurzer Distanz drüber (49.), Hofmann scheitert auf der Gegenseite gleich zweifach per Kopf (51. & 56.) am glänzend parierenden Nicola Vasilj, der damit auch einen gehörigen Anteil am späteren Sieg hat.

Doch gerade, als das Publikum sich mit „Schiri, Du Arschloch!“-Rufen nochmal in Schwung bringen wollte, machte der FC St. Pauli im Stile einer Spitzenmannschaft den Deckel drauf: Starker Ballgewinn im Offensivdrittel von Dittgen, guter und gedankenschneller Pass von Irvine auf Burgstaller und der spielt den Ball in die Mitte auf Kyereh, der den Ball dann über den herausstürzenden Gersbeck lupft – was ehrlich gesagt schwieriger gewesen sein dürfte, als man das in der Realgeschwindigkeit wohl so einschätzte.

Wenn der Führungstreffer in Hälfte eins ein Dämpfer war, so brachte dieses Tor das Spiel zum Erliegen. St. Pauli brauchte nichts mehr zu tun, dem KSC fehlte der Glauben und auch die nötige Idee, gegen die gut gestaffelte Defensive in Braun-Weiß. In der 79.Minute kam Karlsruhe zwar nach einer Kerze von Hartel im Strafraum noch durch eine sehenswerte Direktabnahme vom zur Pause eingewechselten Schleusener zum 1:3, dies war aber tatsächlich nur noch Ergebniskorrektur.

Fazit: Geht doch!

Im Duell der beiden besten Zweitligateams des Kalenderjahres hat der FCSP seine Auswärtsserie von sechs Spielen mit nur einem Punkt und 1:13 Toren erfolgreich und auf beeindruckende Art und Weise beendet. Der Lohn ist der zweite Tabellenplatz, der wohl auch nach den morgigen Spielen Bestand haben dürfte – wenn es nicht ein kleines Gästefeuerwerk im Volkspark gibt.
Die beiden anstehenden Heimspiele gegen Dresden und Rostock im Hinterkopf, kann man sehr optimistisch in die kommenden Wochen inklusive Länderspielpause blicken – und selbst beim dazwischen liegenden Auswärtsspiel in Heidenheim wissen wir ja seit Ende Januar auch endlich, wie man dort gewinnen kann.

Einfach mal glücklich sein, schönes Restwochenende!
// Maik

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As I wrote last week during the win against FC Ingolstadt: Simply be happy. And for a long time, we finally succeeded in doing that away from home. And how!
(Cover picture: Peter Böhmer)

The emphasis here is doubly on „simple“: On the one hand, Tim is once again indispensable in his second job and has such bad internet that he is probably still in the first half of the stream and shivering. In other words, you’ll have to do without in-depth analyses of the tactical circumstances that led to this first away win (in the division) since that 3:1 in Aue in April. On the other hand, it was also very „simple“ – or at least it looked that way.

Half-time 1: 2:0 only very late in the game

The starting line-up was the same as last week, Jannes Wieckhoff and Finn Ole Becker as well as Eric Smith were not even in the squad. It may have been due to their overall health situation, but I also see it as a positive sign that we no longer need to take anyone who is not 100% fit – because we have enough (and good quality) alternatives in the squad. Both the back four with Paqarada, Medić, Ziereis and Zander and the diamond with Aremu, Hartel, Irvine and Kyereh work – and would do so even if there had to be isolated changes. These changes are more frequent in the forwards, and today Dittgen was again preferred to Makienok. By the way, KSC also started with the same starting line-up as the previous week.

The mood in the half-completed Wildpark was good to euphoric, after all, second place in the table beckoned for the Badeners as well. But after a short period of pressure at the beginning, FCSP gained control of the game.
The opening goal (13th), however, came from a transitioning situation – and in the end, of course, rather fortunately. Jakov Medić blocked a shot in his own penalty area, the rebound landed with Guido Burgstaller and he sent Maximilian Dittgen on his way from the left-wing. With his cross, keeper Gersbeck would have been able to pick up the ball in front of Kofi Kyereh in 19 out of 20 cases, but he took a step too far out and was now faced with the split-second question of somehow being able to clear the ball towards the byline, catching it against the direction of travel, or letting it through in the hope that Kyereh would not reach it. The result was a mixture of everything – and thus the worst possible decision, namely an unfortunate arm movement that pushed the ball into his own goal. Classic case of „Normally we always catch eggs like that ourselves.“

That was a real damper for Karlsruhe, both on the field and in the stands. The big double chance to extend the lead then came in the 21st minute: Kyereh won the ball in midfield and this time Dittgen sent Burgstaller running alone towards Gersbeck – but this time, the keeper was able to make a save. And he did the same half a minute later when Zander won the ball upfront on the right and Burgstaller passed sharply inside, but the angle was a bit too acute or the distance too short for Jackson Irvine to place the ball even better.
Three dangerous situations, all three from ball recoveries and quick transitioning.

The decisive scene came in the 42nd minute when Paqarada sent Kyereh down on the left and he went down in the penalty area. It is indisputable that Breithaupt touched Kyereh there – depending on your club glasses, you can now argue for or against the causality of the touch for the fall. For me, it was indeed a classic 50/50 scene, which the VAR would probably not have corrected in the opposite case. But this was definitely not a swallow, it can be given as such. The excitement on the Karlsruhe bench also ensured that referee Nicolas Winter will not be served too many free drinks in Karlsruhe bars this evening. Guido Burgstaller did not let the opportunity pass him by and converted safely in the bottom right corner.

Daniel Kofi Kyereh after his goal with acoustic problems. // (c) Peter Böhmer

Half-time 2: Sovereign management

After the restart, things could have gone either way early on. Irvine had a free header from close range (49.), Hofmann failed twice on the other side (51. & 56.) against Nicola Vasilj, who had a big share in the victory.

But just when the crowd wanted to get going again with shouts of „Ref, you asshole!“, FC St. Pauli, in the style of a top team, put the lid on it: Strong ball win in the offensive third by Dittgen, good and thoughtful pass from Irvine to Burgstaller and he plays the ball into the middle to Kyereh, who then lobs the ball over the rushing Gersbeck – which, to be honest, must have been more difficult than they probably estimated at real speed.

If the opening goal in half one was a damper, this goal brought the game to a standstill. St. Pauli needed to do nothing more, KSC lacked faith and also the necessary idea, against the well-stacked defence in brown and white. In the 79th minute, Karlsruhe managed to score 1:3 after Hartel had made a save in the penalty area and Schleusener, who had come on as a substitute at the end of the match, scored a spectacular direct shot, but this was really only a correction of the result.

Conclusion: It’s possible!

In the duel of the two best second division teams of the calendar year, FCSP successfully ended its six-game away streak with only one point and 1:13 goals in impressive fashion. The reward is second place in the table, which is likely to hold after tomorrow’s games – unless there is a little guest firework at Volkspark.
With the two upcoming home games against Dresden and Rostock in mind, we can look forward to the coming weeks, including the international break, with great optimism – and even with the away game in Heidenheim in between, we finally know how to win there since the end of January.

Just be happy, have a nice rest of the weekend!

// Maik (translation by Arne)

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3 thoughts on “{:de}Nichts zu meckern: Karlsruher SC – FCSP 1:3{:}{:en}Nothing to complain about: Karlsruher SC – FCSP 1:3{:}

  1. Gewinnen ist so schön.
    Ich bin begeister, wie die BiB es mittlerweile schaffen, den Gegner ab der Mittellinie abzukochen und nicht in ein überlegenes Spiel kommen zu lassen. Tim kann das erklären, ich habe die Freude. Selbst wenn es zufällig mal brenzlig wird, entweder ballert der Gegner daneben, weil Druck gemacht werden kann oder Nikola hält. Eine ganz starke Abwehr haben wir da zusammen.
    Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: lebenslanger Vertrag für Schulle!

  2. Moin Maik, Danke dafür und ein Zitat von Knurri. *Das nicht mehr mein St. Pauli 😄.*
    Bin sehr gespannt wie lange der FCSP dieses Tempo durchhält. Gilt auch für Regensburg. Ist das Stichwort, Saison 20/21, Spieltag siebzehn!, 2-0 vs. Jahn, sechzehn Punkte. Zwanzig Punkte und sieben Kilometer entfernt übrigens ein anderer Hamburger Zweitligist.
    Eine Schöne Woche.

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