Bericht von der Kollaustrasse – 09.02.22

Bericht von der Kollaustrasse – 09.02.22

Am Mittwoch stand bei weiterhin bescheidenem, aber immerhin trockenem Wetter mal wieder ein Besuch beim Training des FC St. Pauli auf dem Programm. Nicht nur das leicht verbesserte Wetter sorgte bei mir für Aufheiterung, wenngleich es auch ein paar nicht so schöne Dinge zu sehen gab.
(Foto: Peter Böhmer)

Handgezählte 23 Feldspieler und drei Torhüter begaben sich am Mittwoch kurz vor der Mittagszeit auf den Trainingsplatz an der Kollausstraße. Es fehlten lediglich Chrisopher Avevor und Jannes Wieckhoff. Auch Sebastian Ohlsson machte die Einheit nicht mit, absolvierte aber gegen Ende des Trainings individuelle und intensive Läufe. Wieder mit an Bord waren Afeez Aremu, Daniel-Kofi Kyereh und Sören Ahlers, die alle auch bereits am Dienstag mittrainierten. Neu dabei am Mittwoch war Christopher Buchtmann, der seine Corona-Infektion überstanden hat.

Auch das Team rund um die Spieler herum war relativ üppig: Neben dem Trainer-Team, den Athletik-Trainern und medizinischer Abteilung waren auch Video-Analyst Ole Marschall (der das Training per Video aufzeichnete) und Mental-Trainer Christian Spreckels mit auf dem Trainingsplatz. Es war also rappeldickevoll. Und gerappelt hat es dann auch im Training mächtig.

Nach einer längeren Aufwärmphase (etwas mehr als 30 Minuten), versammelten sich die Spieler in der Mitte der großen Rasenfläche, also etwas näher in Sichtweite, als den gesamten Winter über (Yay!). Denn der Rasen wurde im vorderen Bereich wurde teilweise erneuert und strahlt jetzt (vorerst) in saftigem Grün.
Die Spieler duellierten sich im Anschluss an das Aufwärmen in zwei Gruppen jeweils im 6 vs. 6 auf einem ganz kleinen Feld. Durch die wirklich überschaubare Größe wurden viele, sehr viele Zweikämpfe geführt. Dabei ging es nur um Ballbesitz und intensive Duelle. Die Übung war recht kurz und intensiv, denn nach nur zehn Minuten ging es mit einer anderen Trainingsform weiter.

Igor Matanovic und Etienne Amenyido im Duell beim Training des FC St. Pauli
Es ging richtig zur Sache in den Zweikämpfen beim Training des FC St. Pauli.
(c) Peter Böhmer

In gleicher Gruppenaufteilung ging es dann weiter. In der Gruppe unter Anleitung von Timo Schultz wurden direkte Duelle mit der Möglichkeit eines Torabschlusses geführt, indem ein Spieler einen Pass bekam und in seinem Rücken der Gegenspieler entgegenkam. Der Spieler musste aufdrehen und direkt den Zweikampf führen. Das Duell wurde anfangs im 1 vs. 1 geführt. Mit zunehmender Dauer der Übung wurde die Anzahl an beteiligten Spielern gesteigert, sodass am Ende 4 vs. 4 gespielt wurde.
Auf der gegenüberliegenden Seite leitete Fabian Hürzeler die Gruppe an. Dort lag der Fokus noch klarer auf der Zweikampfführung der Defensivspieler. Diese mussten der Reihe nach drei verschiedene Stationen mit unterschiedlichen direkten Duellen führen. Zuerst mussten sie auf der Außenbahn eine Flanke verhindern, dann führten sie ein Duell im 1 vs. 1 im Halbraum und zuletzt spielten sie alleine gegen drei Gegner im Strafraum. Alles immer jeweils mit der Möglichkeit eines gegnerischen Torabschlusses.

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Es war richtig was los bei den Übungen. Es war laut. Lauter, als ich es bisher gewohnt war vom Training. Die Defensivspieler wurden enorm gepusht von ihren Mitspielern. Leider musste Philipp Ziereis das Training während dieser Übung beenden. Auf einen Zweikampf folgte ein unrunder Lauf, ein Griff an die Adduktoren (Ferndiagnose: Zerrung in der Leistengegend), der Gang zum Trainer-Team und schließlich der in die Kabine. Das sah jetzt nicht unbedingt dramatisch aus, aber gerade bei Adduktorenproblemen muss es das auch nicht, um trotzdem einen Einsatz unmöglich zu machen. Hoffen wir das Beste.
Auch Sören Ahlers hatte kurz Probleme: Nachdem er einen Ball mit dem Gesicht gehalten hatte (ein unangenehmes Klatsch-Geräusch hallte über den Trainingsplatz), musste er kurz pausieren, konnte aber im Anschluss weitermachen.

Philipp Ziereis, Kapitän des FC St. Pauli, beendet aufgrund einer Verletzung das Training.
Philipp Ziereis musste das Training aufgrund einer Verletzung im Leistenbereich vorzeitig beenden.
(c) Peter Böhmer

Wenn ich es richtig gesehen habe, dann war mit Ende dieser Übung auch das Training von Afeez Aremu vorbei, aber nagelt mich bitte nicht darauf fest. Aremu machte besonders bei den Zweikampfübungen einen richtig, richtig starken Eindruck (wie auch James Lawrence und, wie eigentlich immer, Leart Paqarada). Es wirkte nicht so, als wenn Aremu im Training noch irgendwelchen Duellen aus dem Weg gehen muss. Ebenfalls überzeugt hat mich Maximilian Dittgen bei den Zweikämpfen. Wenn der anzieht, dann kann da einfach niemand mithalten. Und falls doch, wird der Gegenspieler kurzerhand fair, aber bestimmt beiseite geräumt. Als Gegenspieler ist Dittgen sicher die absolute Hölle.

Im Anschluss an diese Doppel-Übung wurde das Team in drei Gruppen aufgeteilt und es gab ein freies Spiel im 7 vs. 7. Die pausierende 7er-Kombo absolvierte immer ein paar Läufe. Kurz vor Schluss dann eine Schrecksekunde, als Marcel Beifus einen Ball nicht ganz kontrollieren konnte und anschließend über Schmerzen im linken Knie klagte. Nach kurzer Behandlung gab es aber zumindest optisch Entwarnung, da Beifus ohne sichtbare Beeinträchtigung aufstand. Nach Ende des Trainings machte ein Teil noch kleinere Torschussübungen und bis zuletzt drehte Sebastian Ohlsson Runde um Runde auf dem Trainingsplatz.
So endete ein Training, bei dem intensiv an den Problemzonen gearbeitet wurde. Ich hoffe sehr, dass wir diese Intensität auch wieder in den Spielen sehen werden.

//Tim

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