FC St. Pauli – SC Paderborn 2:2 – Unentschieden halt

FC St. Pauli – SC Paderborn 2:2 – Unentschieden halt

Der FC St. Pauli und der SC Paderborn trennen sich in einem aufregenden Fußballspiel mit 2:2. Der FCSP war das dominante Team und hatte die richtige Antwort auf die starke Paderborner Offensive gefunden, musste sich aber aufgrund effizienter Gäste und eigener fehlender Durchschlagskraft mit dem Unentschieden begnügen.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Vorweg: Was war das für ein fantastisches Fußballspiel?! Zwar wurde bereits von Beginn an ein Offensiv-Feuerwerk erwartet, aber der FC St. Pauli zeigte sich sehr gut eingestellt auf den offensiv so starken Gast aus Paderborn und konnte anfangs mächtig Wind aus deren Segeln nehmen (was ich natürlich auch fantastisch fand). Mit zunehmender Spieldauer zeigte sich dann jedoch wie gefährlich und hochklassig der SCP ist, aber auch der FCSP ließ nicht nach. Ich habe jedenfalls großen Spaß beim Zuschauen und Schreiben dieser Analyse gehabt.

Die Aufstellung

Je einen Wechsel gab es auf beiden Seiten: Der FC St. Pauli startete fast erwartungsgemäß mit David Otto anstelle von Igor Matanović. Beim SC Paderborn kehrte Routinier Uwe Hünemeier zurück in die Abwehrzentrale. Für ihn musste Jasper van der Werff weichen (hier findet ihr den Vorbericht für das Spiel).

Die Aufstellung beim Spiel zwischen dem FC St. Pauli (in einem flachen 4-2-2-2/4-3-3) und dem SC Paderborn (in einem 3-1-4-2/5-3-2)

Erste Halbzeit: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Der FC St. Pauli agierte direkt mit Anpfiff sehr druckvoll im eigenen Pressing. Zwar blieb die Grundformation weiterhin ein 4-2-2-2, aber im Pressing schob Lukas Daschner (teils auch Marcel Hartel) immer hoch und so bildete sich dann ein 4-3-3. Diese Formation nahm das Aufbauspiel des SC Paderborn sehr gut auf. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erklärte Timo Schultz die Idee des Anlaufverhaltens des FCSP wie folgt:

„Grundsätzlich sind wir in Unterzahl mit unseren zwei Stürmern gegen ihre Dreierkette gewesen, sodass dann einer der Zehner ballfern hochschob, um Druck auf die Dreierkettenspieler zu bekommen. Das haben die Jungs heute gut gemacht, wir haben sie schnell ins Schlagen (= langer Ball, A.d.R.) bekommen.“

Timo Schultz zum Pressingverhalten seines Teams

Wenn der FC St. Pauli mal etwas tiefer stehen musste, dann zeigte sich auch wieder ein recht klares 4-2-2-2, denn Hartel und Daschner sind auf den äußeren Mittelfeldpositionen höher positioniert gewesen als die Doppelsechs Irvine/Smith (daher ist es kein flaches 4-4-2). Aber diese Situationen mit tiefer Positionierung waren wirklich sehr selten über das gesamte Spiel, da der SCP eigentlich zu keinem Zeitpunkt der Partie kontrolliert aufbauen konnte.

Werbung

Pressing of death

Der SC Paderborn formierte sich bei Ballbesitz anfangs zu einer Art WM-System, also einem 3-2-2-3. Dabei gesellte sich vor der defensiven Dreierkette Florent Muslija zu Ron Schallenberg und bildete mit ihm eine Doppelsechs. Julian Justvan und Marvin Pieringer, der sich aus der Spitze fallen ließ, positionierten sich in den offensiven Halbräumen. Ganz vorne war zentral Felix Platte zu finden und ganz weit auf den Außenbahnen Raphael Obermair und Robert Leipertz.

Dieser Aufbau funktionierte nicht, wirklich gar nicht. „Wir haben keine Spielkontrolle gehabt. Für unseren Anspruch Fußball zu spielen, war das einfach nicht die Leistung, die ich mir erhofft habe.“ sagte nach dem Spiel ein doch eher enttäuschter SCP-Trainer Lukas Kwasniok. Das ist schon auch als Lob für die Pressingarbeit des FC St. Pauli zu deuten. Entsprechend früh wurde von Kwasniok eingegriffen in die Positionierung seines Teams beim Spielaufbau:

Positionierung des SC Paderborn beim Spielaufbau.
links: Bis zur 25. Minute agierte Leipertz außen und Justvan im rechten Halbraum.
rechts: Justvan wich nach außen aus, Leipertz positionierte sich offensiver und zentraler; auch Pieringer veränderte seine Position.

SCP geht mehr in die Breite

Bis etwa zur 25. Minute hielt der SC Paderborn an seinem „WM-System“ fest. Da es ihnen aber fast gar nicht gelang überhaupt die erste Pressinglinie des FCSP kontrolliert zu überspielen, veränderte Kwasniok die Positionierung: Fortan agierte Justvan ganz links um besser für Jannis Heuer aus der Abwehr anspielbar zu sein. Leipertz rückte weiter ins Zentrum und positionierte sich höher, immer dazu neigend tief zu gehen. Auch Pieringer war nun höher positioniert. Kwasniok selbst beschreibt das alles viel schöner:

„Wir haben es aus der Dreierkette nicht geschafft Justvan als ausweichenden Achter ins Spiel zu bringen. Deswegen haben wir gesagt, wenn er auf der Schiene flacher kommt und Leipertz eher die tiefen Wege macht von der Acht aus, dann ist es für Jannis Heuer leichter diesen Block im Anlaufverhalten zu überspielen, also weniger über die Sechs, sondern eher flach über den Schienenspieler“

SCP-Trainer Lukas Kwasniok über die veränderte Positionierung seines Teams ab Mitte der ersten Halbzeit

Durch die veränderte Positionierung ergab sich zeitweise für den FC St. Pauli eine Unterzahl in letzter Reihe, da vier Abwehrspieler fünf SCP-Spieler auf gleicher Linie hatten. Funktioniert hat das aber trotzdem nicht für Paderborn, denn auch weiterhin gelang es ihnen nicht kontrolliert über die erste Pressinglinie des FCSP zu kommen. Entsprechend zufrieden zeigte sich Timo Schultz damit, betonte aber auch, dass er sich noch mehr Ballgewinne gewünscht hätte und dass aus den vielen Ballgewinnen offensiv eher wenig passiert ist.

Es fehlt: Durchschlagskraft

Der FC St. Pauli machte defensiv also ganz viel richtig in diesem Spiel, zeigte sich taktisch sehr gut auf Paderborn eingestellt und konnte das zuletzt so starke Offensivspiel der Ostwestfalen komplett zum Erliegen bringen. Allerdings war auch das eigene Offensivspiel nicht wirklich zwingend. Es fehlte nämlich einmal mehr die Durchschlagskraft.

Werbung

Je länger das Spiel dauerte, umso mehr fiel der SC Paderborn in ein 5-3-2 in defensiver Grundordnung. Anfangs waren die Flügelverteidiger noch etwas höher positioniert, spätestens nach Wiederanpfiff zogen sie sich aber endgültig mit zurück in die letzte Kette, was laut Kwasniok auch so angesagt wurde in der Halbzeitpause. Damit reagierte das Team auf den immer druckvoller werdenden FCSP.

Offensiv (zu) fehlerbehaftet

Dem FC St. Pauli gelang es jedoch trotz vieler Ballgewinne zu selten kontrolliert hinter die Flügelverteidiger des SCP zu kommen oder die Innenverteidiger in Bewegung zu bringen. Die Ansätze dafür waren aber vielzählig vorhanden und sobald es dem FCSP gelang über mehr als drei Stationen fehlerlos zu agieren, wurde es auch meist zumindest etwas gefährlich für Paderborn, besonders dann, wenn es ihnen gelang das Spiel diagonal nach vorne zu verlagern.

So entwickelte sich also in der ersten Halbzeit ein Spiel, welches eher chancenarm war. Das war zum einen eine wirklich gute Leistung des FCSP, weil es ihnen gelang die beste Offensive der Liga lahmzulegen. Auf der anderen Seite waren die eigenen Offensivbemühungen aber zu fehlerbehaftet, um wirklich gefährlich zu werden. Spürbar war in jedem Fall auch, dass der FC St. Pauli offensiv etwas zaghaft agierte, nicht mit voller Wucht nachschob. Das ergab auch Sinn, denn es ist ein ganz schmaler Grat, der da beschritten werden muss, besonders dann, wenn du so häufig den Ball verlierst. Das zeigte dann leider die 44. Minute…

Wieder ein Umschaltmoment

Da machst Du so viel richtig, hast einen spielstarken und offensiv so gefährlichen Gegner voll im Griff, nur vorne fehlt dir die Durchschlagskraft. Dann schaltet der Gegner einmal gut um und du selbst stehst nicht optimal – Zack, steht es 0:1! Der SC Paderborn ging mit der ersten nennenswerten Offensivaktion in Führung. Eine Führung, die Kwasniok später als „glücklich“ bezeichnen sollte. Das war wirklich ärgerlich, aber in dem Moment eben auch fast erwartbar, wenn Du vorne trotz viel Ballbesitz nur wenig Durchschlagskraft entwickelst.

Timo Schultz konnte mit er Leistung, aber nicht mit dem Ergebnis der ersten 45 Minuten zufrieden sein.
(c) Peter Böhmer

Zweite Halbzeit: 45 Minuten Wahnsinn

Die zweite Hälfte startete so, wie die erste endete: Mit einem Paderborner Umschaltmoment, an dessen Ende das Aluminium den zweiten Gegentreffer verhinderte. Aber davon schien sich der FC St. Pauli nicht beeindrucken zu lassen. Stattdessen bauten sie minütlich noch mehr Druck auf den SC Paderborn auf, wurden nun auch im eigenen Spielaufbau zielstrebiger.

Werbung

Aufgrund der Geschehnisse in den Schlussminuten gerät fast in Vergessenheit, dass der FCSP bereits in der 52. Minute eine Großchance zum Ausgleich hatte: Leart Paqarada trat zum Elfmeter an und verschoss. Auch das sorgte aber nicht dafür, dass der FCSP nachließ, sondern eher für noch größeren Druck.
(Ich persönlich hätte auch in einer weiteren Szene einen Elfmeter für den FC St. Pauli gepfiffen, als Manos Saliakas klar mit offener Sohle getroffen wurde. Aber, nun ja, ist sicher auch der Braun-Weißen Brille geschuldet).

„Endstufe“ Zander

Defensiv ließ der FCSP, abgesehen vom Schocker zum Start in die zweite Halbzeit, weiterhin ziemlich wenig zu. Aber das galt leider auch offensiv: Abgesehen vom Elfmeter-Fehlschuss kam nicht sonderlich viel rum, vor allem gemessen am Aufwand, den das Team betrieb. Zwischenzeitlich gab es einen offensiven Doppelwechsel im Sturm mit Matanovic und Amenyido für Eggestein und Otto. Damit war das Team dann schon mehr oder weniger All-in in der Offensive, denn der offensivste Spieler auf der Bank war fortan Carlo Boukhalfa und daher nicht das Personal für eine weitere offensive „Endstufe“, die gezündet werden konnte.

Das hatte ich zumindest gedacht. Ich hatte nämlich nicht damit gerechnet, dass diese „Endstufe“ Luca Zander heißt. Der kam in der 75. Minute für den ebenfalls überzeugenden Saliakas in die Partie und brachte noch einmal richtig Tempo vorne rein. Er war es dann auch, der eine der gelungenen diagonalen Verlagerungen (von Paqarada) direkt vor das Tor bringen konnte. Etienne Amenyido stand goldrichtig – der hochverdiente Ausgleich in der 84. Minute!
Verdient haben sich dieses Tor aber alle Spieler des FC St. Pauli. Denn das Team spielte sage und schreibe 20 erfolgreiche Pässe in Serie, bevor der 21. dann der Pass von Zander auf Amenyido war. Das war ein richtig starkes Tor!

Ich habe ihn ehrlich gesagt nicht so wirklich auf dem Platz wahrgenommen, aber auf einmal war er da: Etienne Amenyido feiert seinen Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
(c) Peter Böhmer

„Endstufe“ Conteh

Das Millerntor kochte ziemlich derbe. Alle schienen sich einig, dass hier noch was geht in den letzten Minuten. Was genau das aber sein würde, damit dürften die wenigsten gerechnet haben. Weniger als zwei Minuten nach dem Ausgleich schlug der SC Paderborn einen seiner vielen langen Bälle nach vorne (fast 20% ihrer Pässe waren lang – deutlich mehr als die knapp 12%, die es bisher durchschnittlich waren). Dort sorgte ein Abstimmungsproblem der FCSP-Innenverteidiger für die vermeintliche erneute Führung. Üblicherweise soll bei hohen Bällen ein Innenverteidiger ins Kopfballduell gehen und der andere dahinter absichern, für den Fall, dass der Ball verlängert wird. Medić blieb aber auf einer Linie mit Nemeth, der ins Kopfballduell ging. Conteh war frei durch und schob ein. Das Tor wurde dann aufgrund einer hauchdünnen Abseitsstellung zurückgenommen.

Die Hoffnung war also zurück für den FC St. Pauli vielleicht doch noch mehr als das Unentschieden zu erreichen. Aber Sirlord Conteh tauchte noch ein zweites Mal frei vor Smarsch auf, jetzt ohne vorherige Abseitsposition, und machte dem FCSP einen fetten Strich durch die Rechnung: Wieder war es ein Umschaltmoment, wieder ein Ballverlust im zentralen Mittelfeld (der danach aber noch 3x eben dort hätte wiedergewonnen werden können). Platte lupfte ansehnlich hinter Nemeth und Medić, Conteh startete durch und ließ die beiden ziemlich alt (und langsam) aussehen.

Werbung

Auch hier ein Fehler der Innenverteidiger? Eher nicht (wenngleich das nicht bedeutet, dass die beiden im Duden unter dem Begriff „Hochgeschwindigkeit“ zu finden sind). Eher darf sich das Team glücklich schätzen, welches einen solch schnellen Spieler wie Conteh in der zweiten Halbzeit einwechseln kann, der dann auf leicht ermüdete Gegenspieler trifft. Es hätte aber kurz nach dem Pass von Platte noch ein Foul geholfen. Da Medić und Nemeth relativ nah beieinander waren, hätte es dafür sicher nur Gelb gegeben (Nemeth war aber schon verwarnt). Doch die Entscheidung wäre innerhalb von Sekundenbruchteilen notwendig gewesen, Conteh war einfach zu schnell auf und davon. Trotzdem sehen die Innenverteidiger da beide nicht so richtig gut aus. Ärgerlicher fand ich, dass Paderborn im Mittelfeld durchgekommen ist und Platte überhaupt an den Ball kam.

Der Jubel von Sirlord Conteh im Anschluss vor der Südkurve zog dann ein deutliches Echo nach sich und auch nach Abpfiff wurde zwischen Conteh und Südkurve noch „kommuniziert“. In unserem Spieltagsartikel wird erklärt, was genau da vorgefallen ist und was Conteh dazu erklärte.

Der SC Paderborn eskalierte so, wie es sich für ein Team gehört, welches in der Nachspielzeit in Führung geht. Für Kwasniok war genau das aber ein Fehler: „Vielleicht habe ich nach dem Treffer mit meinem Sprint auf den Platz das falsche Signal gesendet.“. Stattdessen kam noch ein langer Ball ins letzte Paderborner Drittel, welcher eher unnötig zur Ecke geklärt wurde. Hartel flankte, Nemeth stand am zweiten Pfosten richtig und glich wieder aus. Der FC St. Pauli kam also zum zweiten Mal in diesem Spiel zurück und das auch noch nach einem erneuten Rückstand in der Nachspielzeit.

Deutschland, Hamburg, 27.08.2022, Fussball 2. Bundesliga 6. Spieltag, FC St. Pauli - SC Paderborn 07 im Millerntor-Stadion Ron Schallenberg (Paderborn) und Igor Matanovic (FC St. Pauli) nach dem Spiel
Zwei verlorene oder ein gewonnener Punkt?
(c) Peter Böhmer

Hochverdient trotz einiger Schwächen

So schön und so verdient der späte Ausgleich auch ist, aus meiner Sicht hat der FC St. Pauli an diesem Samstag zwei Punkte zu wenig geholt. Denn gemessen an dem Aufwand, den das Team betrieben hat, gemessen an der guten taktischen und auch mentalen Einstellung, ist ein Unentschieden einfach zu wenig. Klar, der SC Paderborn ist kein Fallobst und vor der Partie hätte ich vermutlich sehr gut mit einem Punkt leben können (und auch nach dem 1:2 in der 92. Minute). Aber es ärgert mich schon ein wenig, dass da nicht mehr bei rumgekommen ist.

Die Gründe für die fehlenden Punkte sind hausgemacht. Es gelang dem FCSP auch gegen Paderborn nicht über die volle Spielzeit hinten sicher zu stehen. Das hat sich vor allem gegen so ein starkes Team gerächt. Ich finde es bedenklich, dass es dem SCP insgesamt vier Mal gelungen ist mit einem Spieler frei vor Dennis Smarsch aufzutauchen. Die Anfälligkeit in defensiven Umschaltmomenten bleibt auch weiter eines der großen Sorgenkinder der FCSP-Defensive.

Werbung

Anfällig ist auch die Offensive, (zu) fehleranfällig nämlich. Die Anzahl an Ballverlusten im letzten Drittel ist mit 79 ziemlich hoch im Ligavergleich. Der FC St. Pauli erspielte sich einfach zu wenige Chancen, besonders dann, wenn man berücksichtigt, wie überlegen er das Spiel gestaltete. Gelingt es dem Team die Bälle noch besser im letzten Drittel zu kontrollieren, dann hat das auch den schönen Nebeneffekt, dass es weniger gefährliche Umschaltaktionen der Gegner gibt (ja, klar, dass ist jetzt der Abschnitt wo auch etwas zu „Da fehlt noch jemand in der Offensive“ stehen könnte).

Und trotzdem macht dieses Spiel Mut. Denn trotz Rückstands, verschossenem Elfmeter und erneutem Rückstand in der Nachspielzeit, ist das Team wiedergekommen. Zudem hat der FCSP gezeigt, dass es eines der stärksten Teams der Liga spielerisch dominieren kann. Es ist also nicht alles perfekt beim FC St. Pauli. Aber es ist auch lange nicht alles schlecht. Unentschieden halt.

Immer weiter vor!
// Tim

MillernTon auf Twitter // YouTube // Facebook // Instagram

Wenn Dir gefällt was wir hier tun, findest Du hier die Infos dazu, wie Du uns unterstützen kannst.

Print Friendly, PDF & Email

4 thoughts on “FC St. Pauli – SC Paderborn 2:2 – Unentschieden halt

  1. Das Ergebnis macht die Analyse schon etwas gnädiger. Und es ist auch nicht alles schlecht, wir haben besser Antworten gefunden gegen eine starke Mannschaft, als zu erwarten gewesen wäre. Jedenfalls in der ersten Halbzeit.
    Aber: Wir betreiben viel Aufwand für viel zu wenig Ertrag, weil die Abschlussstärke unserer Offensivkräfte weit schlechter ist, als in den letzten zwei Jahren. Wir ermöglichen es dem Gegner, dass er 4-5 mal pro Spiel allein vor dem Torwart auftaucht. Und unser Kader bietet kaum taktische Tiefe.
    All das macht uns im Moment zu einer mittelmäßigen Zweitligamannschaft. Wenn wir den eher zufälligen Elfmeter vernachlässigen, dann sind wir in der zweiten Halbzeit 40 Minuten lang wie an einer Wand abgeprallt, ohne wirklich konkret Torgefahr zu generieren. Darüber kann die wilde Fahrt am Ende hoffentlich nicht hinwegtäuschen. Es wird in den nächsten Monaten vieles darauf ankommen, ob einige Spieler und auch das Trainerteam „den nächsten Schritt“ machen. Ansonsten wird das eben Platz 8-12.

  2. Moin, ich kann mich Paul nur anschließen, offensiv kaum richtig gefährlich und sehr ausrechenbar. Hinten fehlt es an Abstimmung, was man auch am andauernden Angemache sieht.

    Ich hatte bis vor dem 1:1 nicht das Gefühl, dass wir noch Gefahr generieren können. Sah gut aus, aber gefühlt null Gefahr. In der Box stand PB immer in Überzahl und konnte blocken, Schüsse aus der zweiten Reihe haben wir nicht wirklich, und außen stand PB so tief, dass wir auch nicht zur Grundlinie kamen. Gefahr kam dann, wenn wir lang verlagert haben oder jemand hinterher ging, wie Saliakas beim Elfer. Meistens wirkte es alles sehr passiv, als wenn eine Initialzündung (wie sie mit dem Ausgleich kam) fehlte. Sieht man ja auch daran, dass es im Stadion recht ruhig war.

    Ich würde mir wünschen, dass Zander mal zusammen mit Saliakas spielt. Saliakas kann absichern und macht trotzdem Bewegung nach vorne und Zander macht mehr Tempoversuche als Daschner. Dann kann man vielleicht auch mal mehr Verlagerungen über beide Seite spielen, da wir da etwas mehr Tempo haben (was uns sonst ja fast komplett fehlt). Und so schafft man auch in der Mitte Räume.

    Und gerne endlich auch mal Varianten bei Ecken! Ja, gestern haben wir eine umgesetzt, aber vielleicht kann man ja mal eine einfach scharf auf den ersten Pfosten reingeben und verlängern… Braucht man ja auch nur schauen, wie wir selbst hinten da schwimmen gehen….

    Mehr als Mittelfeld wird es schon durch unsere Auswärtsschwäche kaum rumkommen.

  3. Den meisten Punkten stimme ich zu, allerdings sehe ich durchaus das Potential für Top 6 im Kader, zumal wenn noch ein körperlich starker und abschlussfreudiger MS kommt (wie in den Gerüchten zu lesen).
    Subjektiv hatten wir unfassbar viel Ballbesitz im PB Strafraum. Da sollte mit dem erwähnten Profil mehr bei herum kommen.

  4. Wie immer eine recht treffende Gesamtanalyse und erstmal vielen Dank für eure Mühen. Aber bei zwei kleineren Punkten muss ich dann doch widersprechen:

    „Wenn der FC St. Pauli mal etwas tiefer stehen musste, dann zeigte sich auch wieder ein recht klares 4-2-2-2“

    Wenn der magische FC tiefer steht, wird aktuell aus dem 4-2-2-2 ein sehr deutliches 4-2-4. Vorne wird nahezu auf einer Linie agiert, wie man gerade in der zweiten Halbzeit mehrfach sehr schön sehen konnte.

    „Auch hier ein Fehler der Innenverteidiger? Eher nicht […].“

    Mir ist nicht wirklich verständlich, wie man zu so einer Sichtweise kommen kann. Meines Erachtens war das ein klarer Fehler unserer IV, auch wenn Smarsch obendrein nicht wirklich gut aussieht. Das gilt umso stärker, weil es direkt vorher schon eine sehr ähnliche Situation gab, aus der man hätte lernen müssen. Ja, Conteh ist schnell und macht das auch gut, aber es wäre für Medic problemlos möglich gewesen durch rechtzeitiges Kreuzen den Laufweg zu blockieren. Und wenn er schon wieder nicht rechtzeitig schaltet, dann muss er eben in so einer Spielsituation in der Nachspielzeit zwingend das Foul ziehen, zumal er ja nicht mit Gelb vorbelastet war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.