Das Rostock-Spiel und seine Folgen

Das Rostock-Spiel und seine Folgen

Es floss einiges an Wasser verschiedene Flüsse hinunter, seit der FC St. Pauli am Sonntag den FC Hansa Rostock empfing. Zeit, alles nochmal mit etwas Abstand zu sortieren und sich die Frage zu stellen: wie kann so etwas zukünftig verhindert werden?
(Titelfoto: Peter Böhmer)

Ja, was denn?

Beginnen wir mit einer (um Sachlichkeit bemühten) Auflistung dessen, was geschehen ist. Denn es gab eine ganze Menge an Vorfällen, die allesamt Beachtung finden sollen, was dann aber bei der schieren Menge gar nicht so einfach ist.

Vor dem Spiel

Die Anreise der Hansa-Fans verlief relativ unaufgeregt. Bei der Ankunft am Hauptbahnhof anwesende oder ebenfalls gerade anreisende St. Pauli-Fans erlebten wohl auch weniger schöne Dinge. Dies fällt im Vergleich zu dem Folgenden dann aber schon fast unter Folklore. Nichtsdestotrotz bleibt auch hier festzuhalten, dass hoffentlich niemandem etwas Schlimmeres passiert ist.

Spannend auch die Rolle der Polizei: Laut deren Sprecherin soll im Vorfeld ein Fanmarsch der Hansa-Fans mit dem FC St. Pauli abgesprochen gewesen sein. FCSP-Medienleitung Patrick Gensing dementierte dies auf Twitter. Dies fügt sich wunderbar ein ins Verhalten und die Kommunikation der Hamburger Polizei in den letzten Monaten.

Im Bereich U-Bahn Feldstraße / Gästeeingang gab es Angriffe von St. Pauli Fans auf die Rostocker vom Dach des an die Rindermarkthalle angrenzenden Parkdecks mittels Pyrotechnik. Alle Kritik am Rostocker Umgang mit Pyrotechnik gilt hier umgekehrt selbstverständlich genauso. Auch hier gilt: Es ist hoffentlich niemandem etwas passiert.

Gästeblock-Watch // (c) Stefan Groenveld

Einlasssituation am Gästeblock

Die Einlasssituation am Gästeeingang wurde deutlich kritisiert, ähnlich wie schon beim Derby (der Artikel bei turus.net zeigt die Vorkommnisse aus Rostocker Sicht und ist dementsprechend einzuordnen. Hier wird auch aufgeführt, dass die Pyrotechnik von der Rindermarkthalle wohl folgenlos blieb). Es bleibt dabei, dass die dortige Infrastruktur immer wieder dann an ihre Grenzen kommt, wenn ein Großteil eines ausverkauften Gästebereichs geschlossen ankommt. Das ist keinerlei Kritik an den Gästefans, sondern tatsächlich ein Makel des Standortes Millerntor. Das Stadion liegt sehr zentral und muss entsprechend mit wenig Platz auskommen.

Zum von der Polizei medial lancierten „Teilweise waren da nur vier Ordner“ hat sich der Verein gestern geäußert. Es waren wohl sechs Personen direkt an der Kontrolle, weitere allerdings bereits mit der Kontrolle der Fan-Utensilien beschäftigt. Nachdem die Kontrolle der Utensilien abgeschlossen war, waren bis zu 14 Ordner*innen mit dem Einlass beschäftigt.
Ob das eine ausreichende Anzahl darstellt? Keine Ahnung.

Vereinzelt war von einem „Blocksturm“ die Rede, unter anderem bei uns in den Kommentaren zu den Artikeln. Dies war nach unseren Informationen nicht der Fall, auch im oben verlinkten Turus-Artikel wird es anders dargestellt. Wohl aber kam eine größere Gruppe Gästefans wahrscheinlich unkontrolliert in den Block, da dem Druck irgendwann freiwillig nachgegeben wurde um Schlimmeres zu verhindern.
Auch hier gilt: Gut funktioniert haben die Abläufe natürlich trotzdem nicht, wenn so ein Nachgeben nötig ist – und das ist natürlich eine Untertreibung.

Im Stadion

Vor Anpfiff wurde versucht, aus dem Innenraum heraus das Banner der „Veteranen“ zu erobern. Es blieb beim Versuch.

Auf einem Banner im Gästeblock war „Kategorie CIS“ zu lesen, außerdem wurde eine Totenkopf-Regenbogenfahne verbrannt. Beides wird und wurde vielerorts als „Provokation“ bezeichnet. Dies ist es sicher auch, allerdings greift der Begriff alleine zu kurz. Denn für queere Menschen ist beides eben auch eine konkrete Gewaltandrohung.
Der Perspektivwechsel auf die Sichtweise von queeren Menschen auf diese Aktionen ist wichtig. Er fällt vielen von uns allerdings bei anderen Formen der Diskriminierung immer noch deutlich leichter (siehe nächster Punkt, Rassismus / Fremdenfeindlichkeit).

Auf einem anderen Banner stand „Lichtenhagen“, welches bereits beim Hinspiel für Aufregung gesorgt hatte. Ja, es ist das Banner von Menschen aus diesem Stadtteil. Die Sonnenblumen bzw. das Sonnenblumenhaus sind das „Wahrzeichen“ des Stadtteils. Ja, es hängt auch bei anderen Spielen des FC Hansa.
Wie allerdings bereits beim Hinspiel hinreichend thematisiert, ist es natürlich bewusst bei den Spielen gegen den FC St. Pauli in dieser prominenten Platzierung zu sehen. Hier wird auf dem Rücken von Opfern rassistischer Gewalt mit Begrifflichkeiten gespielt, bei denen man sich grinsend hinter „Es ist doch nur der Name eines Stadtteils“ verstecken kann. Ebenso verwerflich wie durchschaubar und keineswegs akzeptabel.
Mit Enrico Palletschek wurde lt. Antifa Info Hamburg auch ein für Mordversuch und Brandstiftung beim Pogrom 1992 verurteilter Neonazi im Block hinter dem Banner gesehen.

Pyrotechnik

Hamburg, Deutschland, 26.02.2023 - Anhänger von Hansa Rostock zünden Pyrotechnik beim Spiel gegen den FC St. Pauli - Copyright: Peter Boehmer
Blick aus der Nord in den Gästeblock // (c) Peter Böhmer

Zu Beginn der ersten und zweiten Halbzeit wurde im Gästebereich massiv Pyrotechnik gezündet. Dabei wurden vor allem vor Start der zweiten Halbzeit Böller, Clips und weitere Pyrotechnik in die umliegenden Blöcke, auf den Platz und entsprechend auch bewusst auf Personen geworfen/geschossen. Das ist einfach komplette Scheiße und durch nichts zu rechtfertigen. Dies ist keine neue Erkenntnis und richtet sich selbstverständlich in alle Richtungen. Im Hinspiel wurden z.B. auch aus unserem Block vereinzelt Clips in den Heimbereich geschossen.

Der Beschuss ist bedrohlich und gefährlich genug, in der Kombination mit dem herüberziehenden schwarzen Rauch schuf dies allerdings insbesondere im Heimbereich der Nord eine Situation, die bei vielen Menschen große Angst auslöste. Vereinzelt wurde von Panikattacken berichtet, einige haben das Stadion frühzeitig verlassen. Wir sind uns sicher einig, dass dies in keinem Fußballstadion dieser Welt durch andere Fans ausgelöst werden sollte.

Mindestens ein Fan erlitt Verletzungen durch einen Böller – Gute Besserung!

Sanitäranlagen und Wurfgeschosse

Hamburg, Deutschland, 26.02.2023 - Zerstörte Sanitäranlagen im Gästebereich beim Spiel FC St. Pauli gegen Hansa Rostock - Copyright: Peter Boehmer
Kaputte Keramik im Gästeblock // (c) Peter Böhmer

Während des Aufenthalts im Gästebereich zerstörten Hansa-Fans die Sanitäranlagen und versuchten dort ein Feuer zu legen, wie der Verein kurz nach der Partie vermeldete. Die Sanitäranlagen zu zerstören ist etwas, was sowohl bei Hansa als auch bei Dynamo Dresden und einigen anderen Vereinen inzwischen in „schöner“ Regelmäßigkeit passiert. Sinn und Zweck erschließen sich mir einfach nicht, dies ergeht u.a. auch Uwe im NdS-Gespräch so.

Für den jeweiligen Heimverein ist diese Zerstörung sicher ärgerlich und doof, die eigentlichen Kosten werden in solch massiven Fällen aber dann dem Gastverein in Rechnung gestellt. Dies war in der Vergangenheit auch bei Dynamo Dresden der Fall, ist jetzt also mit Rostock keine Premiere. Da die Vereine allesamt finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, ist dies zusätzlich zur zu erwartenden Strafe durch den DFB ein weiterer Bärendienst der Fans für eigenen Verein.
Ganz zu schweigen von den Unannehmlichkeiten für diejenigen, die dann tatsächlich im Gästebereich auf Klo müssen.

Keramikteile, Klobrillen und ähnliches dann als Wurfgeschoß zu verwenden… no comment.
Gute Besserung an den Ordner, hier darf man wohl „froh“ darüber sein, dass es nicht wie anfangs vermeldet tatsächlich ein Treffer mit einem abgebrochenen Teil des Waschbeckens war, sondern „nur“ eine Klobrille/-deckel.

Nach dem Spiel

Auf dem Weg zum Bahnhof wurde in der U3 die Notbremse gezogen, was unterm Strich für etwa 350 Hansa-Fans zum Verpassen des Zuges führte. Es gab dadurch einen zwei Stunden längeren Aufenthalt in Hamburg, gut bewacht von der Polizei.

Die Bahn berichtete anschließend von Zerstörung in beiden Zügen, u.a. wurde eine Toilettentür aus der Verankerung gerissen. Siehe oben, sowas verstehe ich einfach nicht.
So weit… reicht ja auch erstmal als reine Auflistung für ein einziges Fußballspiel.

Und was machen wir jetzt damit?

Schauen wir zunächst einmal auf uns:

Einlasssituation am Gästeblock

Die Einlasssituation am Gästeblock des Millerntors ist nicht ideal – und das ist eine Untertreibung.
Dies hat das Derby ebenso gezeigt wie die Vorfälle am Sonntag. Wir haben uns in der Vergangenheit gerne und oft über den Einlass (z. B.) an der Alten Försterei beschwert. Es sollte im Interesse aller sein, den Gästeeinlass bei uns bestmöglich zu gestalten. Zustände wie am Sonntag oder auch beim Derby würden im umgekehrten Fall bei uns jedes Mal zu einem riesigen (und berechtigten) Aufschrei führen. Wenn aufgrund der Enge aber (wie im Turus-Artikel erwähnt) eine Katastrophe nur durch Glück abgewendet werden konnte und tatsächlich ein Mensch reanimiert werden musste, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir eine ganz andere Diskussion führen müssen. Der Verein muss im eigenen Interesse um eine bessere Lösung bemüht sein und es hilft auch nicht, die Schuld hier bei den Gästefans zu suchen.

Die räumliche Situation führt bei den meisten Heimspielen zu keinerlei Problemen, wohl aber immer dann, wenn ein großer Teil des ausverkauften Gästeblocks geschlossen am Eingang eintrifft. Dies sind dann auch die Spiele, die im Fokus stehen. Dem Verein muss es gelingen in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst hier Wege zu finden, die Situation zumindest bei solchen Spielen zu entzerren.

Was tun?

Die einschneidendste Veränderung wären feste Türen / Vereinzelungsanlagen. Dadurch wird noch lange nichts schneller, ein Überrennen / Blocksturm wäre aber nahezu unmöglich. Dass dies umgekehrt gerade in Paniksituationen auch nach hinten losgehen kann und jene soeben erwähnte Enge noch verschlimmern kann, sei hier auch erwähnt.
Dies ist sicher auch nichts, was kurzfristig umgesetzt wird und es wäre (wie erwähnt) bei einer großen Anzahl von Spielen auch gar nicht notwendig. Eine temporäre Nutzung für einzelne Spiele ist aber nicht möglich, es wäre dann eine dauerhafte Lösung. Unschön und teuer – vielleicht aber tatsächlich der erzwungene Weg der Zukunft.
Eine Vergrößerung der Einlassfläche scheint durch die Plätze der Feldarena aktuell nicht möglich – verständlicherweise, da die Amateurfußballer*innen den ohnehin schon ramponierten Platz nicht noch weiter zerstören lassen wollen.

Eine situativ mögliche Änderung wäre eine frühere Öffnung des Einlasses, zumindest im Gästebereich. Dieser öffnet (wie auch der Rest des Stadions) normalerweise 90 Minuten vor Anpfiff, wobei einzelne Ausnahmen (z.B. Choreo-Aufbau) immer mal wieder möglich sind. Dies wäre zwar mit Mehrkosten (Personal) und leichten Änderungen im Ablauf (Aufbau, Catering etc.) verbunden, bei diesen Hochsicherheitsspielen aber sicher eine relativ einfache Lösung. Wenn dann 2.000 Fans gleichzeitig mit einem Fanmarsch eintreffen, bleibt das Grundproblem der Enge zwar bestehen, aber zumindest könnte man zeitlich alles etwas entzerren, insbesondere bei frühzeitiger Kommunikation auch an den Gastverein.
In der gestrigen Mitteilung des Vereins wird dies bereits als mögliche Option mit aufgeführt. Dort wird allerdings auch gesagt, der Einlass wäre schon gegen Hansa früher geöffnet gewesen, was im obigen Turus-Artikel anders dargestellt wird. (Ergänzung: In den Kommentaren hier wird die Öffnungszeit von ca. 11.40h bestätigt.)

Ein Sicherheitsnetz in der Nord?

Ein Polizist mit dem Rücken zur Kamera blickt aus der Nord in den Gästeblock.
Ein kleines Netz ist ja schon vorhanden… // (c) Peter Böhmer

Die Sicherheit im Stadion für die Heimfans zu erhöhen ist ebenfalls im ureigensten Interesse aller Vereine. Wer regelmäßig auswärts fährt kennt dementsprechend die andernorts gewählten Maßnahmen am Gästeblock, von der Plexiglaswand bis hin zu engmaschigen Fangnetzen oder beides in Kombination.
Man darf davon ausgehen, dass der Verein all dies nun erwägen wird, das Fangnetz ist in der gestrigen Kommunikation ebenfalls bereits als Möglichkeit enthalten. Was die Situation am Millerntor „erschwert“, ist unsere Kartenknappheit und Ligazugehörigkeit, so doof es auch klingt. Das Stadion ist im Heimbereich in der Regel ausverkauft. Wenn überhaupt gibt es noch Restkarten, weil der Gast sein Kontingent nicht komplett ausschöpft. Der Zaun zur Trennung von Heim- und Gästebereich ist also mobil, um den Gastbereich je nach Auslastung ggf. verkleinern zu können, was für eventuelle bauliche Veränderungen dann natürlich auch vorgesehen werden müsste – und was Umbaumaßnahmen nicht nur komplizierter sondern auch teurer machen dürfte. Auch hier also: Eine Frage des Geldes – auch wenn dies bei Sicherheitsfragen nicht der entscheidende Faktor sein darf.

Bei der Planung geht es auch um die Statik und ein Fangnetz muss natürlich auch verlässlich funktionieren und darf nicht bei vehementem Zupfen nachgeben. Auch die potentielle „Sollbruchstelle“ im Übergang zwischen Steh- und Sitzplatzbereich macht eine Planung nicht einfacher, dies ist beispielsweise in Rostock anders gelöst. (Will sagen: Es gibt dort bei Spielen gegen uns gar keine Gästesitzplätze.)
Wie schon bei der Einlasssituation gilt auch hier: Es wäre eine einschneidende Veränderung, die wohl bei etwa 14-15 Heimspielen in der Saison gar nicht nötig wäre.
Anders wäre es beispielsweise im Falle eines Aufstiegs, wenn der Gästebereich wahrscheinlich in den allermeisten Fällen ebenfalls voll und ein Verschieben des Zauns gar nicht mehr nötig wäre.

Die Toilettensituation im Gästebereich würde sich wohl am ehesten über Edelstahlklos lösen lassen – auch hier eine Kostenfrage. Nach unseren Informationen ist eine Umrüstung auf Edelstahl wohl deutlich kostenintensiver als die klassische Keramik.

Und wer soll das bezahlen!?

Das liebe Geld, ständiges Thema. Der Verein sieht sich selbst (zurecht) nach den Jahren der Pandemie immer noch wirtschaftlich solide und gesund und dürfte besser dastehen als viele Konkurrenten.
Trotzdem sind bei möglichen Umbaumaßnahmen Kosten zu veranschlagen, die allein schon bei einem Fangnetz mit entsprechend notwendiger Installation im sechsstelligen Bereich liegen dürften. Die Maßnahmen für neue Zäune und Umbauarbeiten im Sanitärbereich dürften noch darüber liegen.

Pragmatischste Lösung meinerseits: Wir feuern und zündeln ab sofort insbesondere bei Heimspielen aus allen Rohren!
Dreht er jetzt völlig durch, fragt Ihr Euch? Nun ja, natürlich ist das nicht ernst gemeint, aber die regelmäßigen Strafzahlungen an den DFB dürfen ja zumindest anteilig auch immer für Verbesserungen der Sicherheit eingesetzt werden… (Ja, okay… ausgegeben werden muss das Geld trotzdem, schon klar.)

Der Umgang mit solchen Vorfällen während des Spiels

Kommen wir zur Königsfrage: Was tun, wenn sowas das nächste Mal passiert?

„Soll die Polizei doch den Block stürmen!“

Ja, nee, Danke.
Wer sich noch an den Derbysieg 2011 im Volkspark erinnert, wird schnell erkennen, dass dies eine bescheuerte Idee ist. Nach einem Einsatz von Pyrotechnik dort kam die Polizei tatsächlich in den Block, was dazu führte, dass eine große Anzahl an USP-Mitgliedern den Rest des Spiels (freiwillig oder notgedrungen) nicht mehr verfolgen konnte.

„Der Polizei darf es auf gar keinen Fall erlaubt werden, in Fankurven einzugreifen“ – klare Aussage von Ultras, die für sie auch dann gültig wäre, wenn es zu noch schwereren Straftaten käme. Okay, das war in früheren Gesprächen bezogen auf unsere eigene Kurve, in der wir sowas dann immer noch unter uns regeln müssten und wollen. Und ja, das würde ich bezogen auf die Vorfälle vom Sonntag auch weiterhin für den Gästeblock so sehen.
Ab welcher Form von Straftat dies so nicht mehr gelten würde, ist sicher eine sehr spannende aber an dieser Stelle auch zu abstrakte Diskussion.

Selbst wenn man meint, ein Einschreiten der Polizei in den Fanblock wäre im Einzelfall gerechtfertigt, so würde dies doch sehr schnell ausgenutzt werden und auch in nicht gerechtfertigten Fällen angewandt werden. Gerichtsurteile der Vergangenheit, in denen teils Jahre nach dem Vorfall die Unrechtmäßigkeit festgestellt wurde (ein Beispiel von vielen: Bielefelder Kessel), zeigen, worauf ich hinaus will. Diese Feststellung hilft dann aber Jahre später auch niemandem mehr.

„Der Ordnungsdienst muss da doch eingreifen / besser kontrollieren!“

Zunächst einmal: Klar, in einer perfekten Welt wird bei den Kontrollen jeder nicht erlaubte Gegenstand gefunden und wenn jemand in den Innenraum gelangt und ein Banner klauen will, wird er vom Ordnungsdienst sofort daran gehindert. Diese perfekte Welt existiert aber nicht – was durchaus auch Vorteile hat, sonst würden ja auch wir keine Pyrotechnik mehr zünden können.

Wir können jetzt über die Bezahlung der Ordner*innen reden, über die Ausbildung, über die konkrete Gefahrenlage wenn einem ein aufgepumpter Gästefan unter Adrenalin (und sonstigem Einfluss) gegenübersteht. „Augen auf bei der Berufswahl!“ mag man da denken, dies wäre in jenem Fall aber sehr zynisch und bringt uns auch nicht weiter.
Wir werden akzeptieren müssen, dass es zwar eine qualitative Unterscheidung zwischen „guter“ und „böser“ Pyrotechnik geben kann, es aber in beiden Fällen nahezu unmöglich ist, diese in Stadien zu verhindern.

„Mehr Überwachung! Installierte Kameras! Soll die Polizei doch filmen!“

Ich erspare mir mal, dies ernsthaft zu beantworten.
Die hochauflösenden Kameras gibt es nahezu schon überall – und ebenso Mittel und Wege, diese auszuhebeln. Oder habt ihr euch noch nie gefragt, warum da plötzlich so kleine Banner vor und nach dem Abbrennen von Pyrotechnik hochgezogen werden?

„Keine Gästetickets mehr für Hansa!“

Puh… Corny Littmann gefällt das.
Mag sein, dass hier mein Alter und meine Erfahrungen der letzten Jahrzehnte mit reinspielen, aber das ist für mich auch keine Lösung.
Natürlich sollte kein Mensch in einem Fußballstadion Angst haben müssen oder gar Panikattacken oder Verletzungen erleiden – aber unterm Strich ist mir ein Heimspiel gegen Hansa immer noch lieber als eins gegen [Verein Eurer Wahl mit 150 Gästefans]. Und ja, vielleicht würde ich das anders sehen, wenn mein Platz in der Nord wäre, weiß ich nicht.

Sollte diese Entscheidung aber so fallen, muss uns klar sein, dass dies dann auch umgekehrt bei uns angewendet wird. Auswärtsspiele in Rostock wird es dann auch für uns nicht mehr geben. Ganz zu schweigen davon, dass sich der Profifußball in Deutschland damit einen Präzedenzfall schafft, auf den an der ein oder anderen Stelle nur drauf gewartet wird.

„Spielabbruch!“

Damian Roßbach im Gespräch mit Assistent Thomas Stein. // (c) Stefan Groenveld

Ich komme hier nicht aus meiner Haut, ich sehe dies natürlich in erster Linie aus Sicht der Schiedsrichter*innen. Als Beispiel wurde u.a. auf Social Media angeführt, dass es im Falle eines getroffenen Assistenten (Bierbecher o.ä.) sofort einen Abbruch gäbe. Warum wird das in so einem Fall nicht auch umgesetzt, wenn andere gefährdet werden?

Eine leichte Antwort gibt es wahrscheinlich nicht, aber das Entscheidende sind aus meiner Sicht die klaren Kriterien. Wird mein Assistent getroffen, ist die Gefährdung für mich als Schiedsrichter klar und offenkundig: Spielabbruch, auch ohne Vorankündigung.
Aber ist dies bei einem Böller oder einem Clip in den Zuschauer*innen-Bereich auch schon der Fall? Wenn ja, nur wenn er „trifft“? Oder auch schon, wenn der Clip früher verbrennt? Oder der Böller im Innenraum landet? Andere Schiedsrichter*innen sehen dann womöglich schon kontrolliertes Abbrennen als Gefährdung an.

Klar, man könnte das alles festzurren und regeln – aber kann das Gespann dies (insbesondere auch dann, wenn das Spiel womöglich gerade läuft) überhaupt komplett überschauen und beurteilen?
Der Drei-Stufen-Plan des DFB schafft hier eine Handreiche für die Schiedsrichter*innen, der bei Diskriminierung und Gewalt greifen soll. Ob Stufe 1 (Spielunterbrechung und Lautsprecherdurchsage) hier am Sonntag bereits griff ist unklar, denn das Spiel war ja durch die Halbzeitpause eh unterbrochen. Stufe 2 wäre dann schon das Verlassen des Platzes gewesen.

„Punktabzug!“

Oke Göttlich brachte diese (bisher fiktive) Sanktion am Sonntag beim NDR ins Gespräch. Als „rote Linie“ bezeichnete er, wenn Menschen angegriffen und verletzt werden. In der DFL müsse man sich darüber unterhalten, wie man solch einem Übertreten begegnen könne.
Göttlich selbst unterscheidet zwischen „qualitativer Pyrotechnik“ und dem Beschuss von Menschen, mit dem Ziel (oder zumindest der bewussten Inkaufnahme) andere zu verletzen. Eine Unterteilung, der viele sicher zustimmen.
Kleine Anmerkung dazu: Dies hätte dann (s.o.) beim Hinspiel auch uns treffen können. Dies dürfte ihm aber sicher auch bewusst sein.

Ist das ein wirkungsvolles Instrument? Ich denke schon. Zumindest werden Vereine damit mehr unter Druck geraten und können die Geldstrafen nicht mehr schweigend hinnehmen. Trotzdem schwierig, denn es gibt Dinge, die sich nicht verhindern lassen und diese Option sollte sicher nicht die erste sondern eher die Letzte sein. Insbesondere im Saisonendspurt kann ein solches Urteil mit der Möglichkeit des Einspruchs und zeitlicher Verzögerung weitere Probleme mit sich bringen. Aber das macht es natürlich nicht weniger wirksam.

Normale Strafverfolgung

Nicht zwingend während des Spiels, aber zumindest im Nachgang können und sollten Straftaten auch von der Justiz als solche verfolgt werden. Ja, theoretisch fällt darunter aufgrund der geltenden Verbote auch das Abbrennen von Pyrotechnik als solches. Dieses Risiko sollte jede Person logischerweise auch kennen.

Im Fall von Beschuss / Bewurf anderer Menschen mit Pyrotechnik oder schweren Gegenständen reden wir hier aber von gefährlicher Körperverletzung, was auch in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen schon zu Verurteilungen geführt hat. Zur Überhöhung des Fußballs gehört auch, dass derlei Konsequenzen gerne ignoriert oder vernachlässigt werden. Man neigt dazu, für alles eine sportliche oder sportrechtliche Lösung zu finden. Ein Schritt zurück beim Blick auf die Vorfälle kann hier durchaus helfen – allerdings natürlich auch nur dann, wenn Täter*innen überführt werden können.

Fazit: Was tun?

Wie Ihr anhand dieses längeren Textes seht (und wahrscheinlich schon vorher gewusst habt), gibt es keine Lösung, die nicht auch massive Nachteile mit sich bringt.

Alle, die hier nach Repressionen und Strafen schreien, tun dies vermutlich ohne einen kompletten Überblick der Konsequenzen zu haben. Oder es ist ihnen einfach egal, weil sie selbst noch nicht ähnlichen Repressionen als Auswärtsfans ausgesetzt waren.

Kollektivstrafen durch die Verbände lehnen wir (fast) alle aus guten Gründen ab, hier erscheint es einigen aber plötzlich als sinnvolle Maßnahme, auch bei uns in den Kommentaren. Gleiches gilt für ein Eingreifen der Polizei im Gästeblock.

Andersherum: Wer umgekehrt härtere Strafen, Ticketverbote und Repressionen ablehnt, wird beim nächsten Spiel gegen Hansa, Dynamo oder den HSV höchstwahrscheinlich mit ansehen können, wie sich ähnliche Situationen wiederholen.

Bleibt die Hoffnung auf eine Selbstregulierung der Kurve. Dies klappt aber schon bei uns nur bedingt, bei anderen Fanszenen offensichtlich noch deutlich schlechter.

Solltet Ihr hingegen felsenfest davon überzeugt sein, die eine goldene Lösung zu haben – schreibt sie gerne in die Kommentare. Meldet Euch aber unbedingt zusätzlich bei DFL und DFB…
Forza St. Pauli!
// Maik

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58 thoughts on “Das Rostock-Spiel und seine Folgen

  1. Bezüglich der früheren Einlasszeit muss ich „Herrn Turus“ klar widersprechen und kann die Stellungnahme des Vereins voll unterschreiben. Ich war Sonntag recht früh am Stadion und der Einlass in der Nord begann bereits um 11:40, statt wie üblich um 12:00. Somit war ich einer der Ersten im Stadion und zu diesem Zeitpunkt waren auch schon „Gäste“ im Block und haben „aufgebaut“.

  2. Wenn wir pro Saison 1 oder 2 mal die Keramik auf dem Gästeklo ersetzen dürfen, dann amortisiert sich der Einsatz von Edelstahl sicher relativ schnell und somit gibt es 1. Deutlich weniger Reparaturen als jetzt und 2. Keine scharfkantigen Wurgeschosse mehr für die Hools.

    Die Rechnung lässt sich ganz sicher leicht aufmachen.

    1. Wenn die Kosten aber von den Gästeteams übernommen werden, dann ist das auf der Prioritätenliste vermutlich nicht ganz so weit oben.

    2. Es gibt bei der Edelstahl-Variante sogar die Variante „Vandalensicher“. Wurde vorwiegend für staatliche Einrichtungen wie am Holstenglacies entwickelt!

  3. Natürlich gibt es keine „einfache“ Lösung, aber ich bin zumindest bei der rigorosen Ablehnung von Kollektiv-Strafen gegen einzelne Fan-Gruppierungen nicht Deiner Meinung, Maik. Wir reden bei Hansa ja über eine Regelmäßigkeit nicht nur bei den Spielen gegen den FCSP.
    Hier gibt es meiner Meinung nach kaum noch ein Argument gegen einen Ausschluss der Fans mindestens bei (bestimmten?) Auswärtsspielen. Bei solchen Maßnahmen könnte es ja auch einen Stufenplan geben. Klar, Präzedenzfall und eigene Fanszene, wobei ich meine, dass die Fanszenen dies durchaus selbst in der Hand haben. Und was spricht eigentlich dagegen, sich einmal für einen Zeitraum x selber mit Pyro komplett zurückzuhalten. Ich liebe kontrolliert abgebrannte Pyros, gehört für mich absolut dazu. Aber so wie es jetzt läuft, entfernen wir uns ja immer weiter von einer wie auch immer gearteten Genehmigung.
    Ok, abgeschweift… 🙂
    Jedenfalls bin ich an dieser Stelle sehr für gezielte Strafen gegen die entsprechenden Gruppierungen, hier die Hansa-„Fans“ flankiert von wirklich schmerzenden Geldstrafen für die Vereine. Es ist mir auch ein Rätsel, dass die Hansa-Spieler nach diesem Spiel nicht davon abgehalten wurden, noch in die Kurve zu gehen.
    Der Auftritt am Sonntag ging weit über alles hinaus, was ich seit sehr langer Zeit am Millerntor erlebt habe und erfordert eine Diskussion über Strafen, die über das übliche/normale Maß hinausgehen.
    Leider wird die Entscheidung über die Folgen solcher Aktionen von DFB, DFL und Polizei getroffen. Und somit nicht im Sinne des Fußballs und der Fankultur. Ein Selbstreinigungsprozess ist in diesem Fall allerdings völlig ausgeschlossen.

  4. Mir kommt der soziale Druck (oder hab ich etwas überlesen) i.V.m. Eigenverantwortung zu kurz.

    Die Fans, Funktionäre, Spieler, Trainer und Betreuer sollten sich immer und immer damit auseinadersetzen müssen.
    In PKs, Interviews und immer und immer schlichtweg immer wieder. Die Antwort auf die Frage wie es sich anfühlt von Menschen beklatscht zu werden, die sich menschenlebenverachtend verhalten würde mich schon interessieren. Oder wieso eine Mannschaft nach solch Aktionen zur Tribüne zum Sichbedanken (dafür, dass versucht wurde die gegnerischen Zuschauer zu verletzen?) gehen kann.
    Bzw. müsste da dann noch 1-2 Mal nachgehakt werden, damit ein Glöckner nicht mit „die anderen haben doch auch“ aus der Nummer raus kommt.

    1. Ein Kollege einer unserer Lieferanten war im Rostocker Block vor Ort. Er sprach davon, dass bestimmt 500 Rostocker unkontrolliert in den Block kamen, da der Einlass kurz vor 13.00 Uhr komplett geöffnet wurde, um Verletzungen etc. vorzubeugen, da die sich noch draußen befindlichen Menschenmassen einen starken Druck nach vorne erzeugten.

      1. Das ist eine seit vielen Jahren angewandte Taktik um unkontrolliert in die Gästblöcke zu gelangen. Diese Art wurde schon in den 80er Jahren in Ost und West zelebriert!

    2. wer braucht schon Gästefans von HRO? doch nur dann, wenn die sanitären Anlagen Mal wieder erneuert werden mussten. ansonsten kann das asoziale Pack einfach Zuhause am Kacheltisch bleiben.

  5. Vielleicht sollte man einfach wieder G2 im Stadion einführen. 🤷‍♂️

    Spaß beiseite. Ich finds ja auch wichtig, dass man sich beim Fußball am Gegner abarbeiten kann. Aber Pyrotechnik als Waffe einzusetzen ist einfach komplett gestört.

    Ich habe eigentlich keinen Bock auf mehr Repression und ich habe auch keinen Bock auf bauliche Maßnahmen. Wie kacke ist das denn in so einem Aquarium zu sitzen oder das Spiel durch ein Fischernetz zu beobachten?!?

    Und ehrlich gesagt ist es auch nicht meine Aufgabe mir meinen Kopf darüber zu zerbrechen, wie man Hansa das nächste Mal daran hindern kann, sich wie die letzten Voll-Honks zu benehmen.

    Leute die so hohl sind, dass sie Waschbecken zertrümmern, um mit den Einzelteilen Menschen zu bewerfen, lassen sich meiner Meinung nach auch nicht durch Repressionen von den Errungenschaften der Zivilisation überzeugen.

    Ich glaube wenn Du Hansa jetzt 5 Punkte abziehen würdest, würden sie sich immer noch in die Kneipe stellen und damit brüsten, was für tolle Hechte sie sind.

    Zumal das Resultat natürlich wäre, dass sich die Vereine mit dem höchsten Deppen-Aufkommen dann in der 4. Liga treffen. Will man das wirklich?

    Ein Punkt den du machst, regt mich aber tatsächlich auf:

    Warum funktioniert die Selbstregulierung der Kurve bei uns so schlecht?

    Ich bin super stolz darauf, dass bei uns jeder eine klare Ansage kassiert, wenn er sich in irgendeiner Art und Weise rassistisch äußert.

    Wenn ich auswärts fahre und im Stehblock mein Telefon zücke, dauert es Sekunden bis mir jemand sagt, dass das nicht erwünscht ist.

    Wie kann es da sein, dass wie Du schreibst, beim Hinspiel auch aus unserem Block Raketen in die Nachbarblöcke geflogen sind?

    Ich finde der Konsens bei uns sollte sein, dass Menschenfeindlichkeit in unserer Fanszene keinen Raum haben sollte und wahrlos Pyro in Menschengruppen feuern gehört da für mich definitiv dazu.

  6. Und noch ein Lob für den Artikel:

    Ich finde es ziemlich cool, dass Du hier alle Seiten beleuchtest und auch Hansa-Blogs verlinkst.

    Sehr ausgewogen und reflektiert.

  7. Vorweg: Dass Sonntag nicht noch mehr passiert ist, hat einzig und allein mit Glück zu tun.
    Das bisherige Netz in der Nord trennt nur die Stehplatzbereiche. Es wäre ohne weiteres möglich gewesen, von den Gast-Sitzern aus ungehindert in den Heimbereich zu feuern, und ich bin immer noch heilfroh, dass HRO diese Option nicht erkannt hatte. Unnötig zu spekulieren, wie das ausgegangen wäre.
    Dieses Netz ist im oberen Bereich nicht fest mit dem Dach verbunden und hängt mittig durch. Da gezielt Böller rüberzuwerfen ist selbst für Grundschüler keine Hürde, und auch die Abpraller der Raketen konnten so easy in den Heimbereich fliegen.
    Klar, wir haben einen flexiblen Gästebereich, was es etwas schwieriger macht, die Fangnetze je nach Auslastung zu optimieren. Imho ist es aber so, dass mit einer akuten Gefährdung des Heimpublikums nur bei Spielen zu rechen ist, bei denen das volle Gästekontingent ausgeschöpft wird. Also sollten die Sicherheitsmaßnahmen zumindest für diese Spiele optimiert werden.
    Und nein, ich will jetzt auch nicht so tun, als wäre die zweiwöchentliche Apokalypse der Regelfall. Szenen, die sich so dermaßen danebenbenehmen, gibt es zum Glück nicht viele, das weiß ich auch. Das kann sich aber ändern, wer weiß, was in der übernächsten Saison im Europapokal so alles auf uns zukommt, zwinkyzwonky.
    Die Sicherheit für Stadionbesucherinnen muss absolute Priorität haben, jeder durch Feuerwerksbewurf verletzte Fan ist definitiv einer zu viel. Zum Vergleich: Die allermeisten Fahrten mit dem Automobil enden bekanntlich ohne Unfall. Trotzdem legen die meisten Menschen einen Gurt an, und alle finden das selbstverständlich.
    Wir Nordleute werden diese Thematik auf jeden Fall in die zuständigen Gremien tragen und darauf drängen, dass sich die Sicherheitslage deutlich verbessert.

  8. Klingt jetzt irgendwie seltsam, aber ich würde die erhaltenen Strafen einfach auf die Eintrittsgelder für den entsprechenden Block umlegen. 24000 für Pyro und Böllern? Macht beim nächsten Mal dann halt 8 Euro Aufschlag. 120000 für die Toiletten und den ganzen Schmutz? Nochmal 40 Euro oben drauf. Macht dann pro Stehplatz 63 Euro und zwar so lange bis die Scheisse abbezahlt ist. Wenn man sich als Kollektiv versteht und der Kodex verlangt, dass Straftäter gedeckt werden, muss man halt auch als Kollektiv den Kopf hinhalten. Weiss nich ob es hilft, aber kam mir gerade so in den Sinn. Jede Handlung muss Konsequenzen haben. Sich zu distanzieren reicht nicht. Hansa Rostock muss handeln, St. Pauli muss handeln. Sonst ist die nächste Eskalation vorprogrammiert. Vielleicht sollte auf unserer Seite mal darüber nachgedacht werden, wie man diese dämliche Feindschaft auch mal irgendwann beenden kann. Auch da können wir vorangehen und für eine neue Fankultur stehen. Schätze mal nicht ganz Rostock hasst den FCSP, genauso wie nicht ganz Hamburg die Polizei hasst 😉

  9. Ganz klar liegt hier die Aufgabe beim Verein (Hansa) und das schreibe ich als bekennender Hansafan, der diese rassistischen, homophoben und menschenverachtenden Taten zu tiefst verurteilt. Ein Verurteilen, Strafe zahlen und dann ist Gras drüber gewachsen, was die Verantwortlichen unseres Verein zu oft machen, ist absolut der falsche Weg.
    Es gibt die Fehlentwicklung schon seit Jahrzehnten, dass ein kleiner Anteil (ca. 2000 – 3000 Mitglieder (ca 10-15% der Gesamtmitglieder)) der aktiven Fanszene sich unter Begleitschutz des Vereinsführiung in der Republik aufführen kann, wie sie will. Ich unterstelle nicht, dass alle diese Personen Straftäter sind, jedoch entwickeln die bei einer Mitgliederversammlung eine solche Macht das ein Hr. Marien (Vorstandsvorsitzende) diese Szene mit Samthandschuhe anfässt. Im Aufsichtsrat gibt es dazu noch mehrere Personen (u.a. ehemaliger Capo) die vorher in der aktiven Fanszene tätig waren und somit auch jegliche Restriktionen die es bei Heim- oder Auswärtsfahrten geben könnte aushebeln.
    Denn eins ist auch klar, wer verteilt die heiß begehrten Tickets bei Auswärtsfahrten? Antwort: Der Verein unterm Good Will der Vereinsführung.
    Der überwiegende Teil der Hansafans akzeptieren die Vorkommnissen vom Wochenende überhaupt nicht, jedoch gibt es auch von denen wieder eine breite Masse und hier entsteht die Ambivalenz, die beim nächsten Heimspiel die Choreo dieser Szene feiert und auch zusammen Sprechchöre mitsingt.
    So lange kein Wandel bei Mitgliedern (aktiver zu werden), Stadt, Landespolitik, Sponsoren entsteht und den Druck auf den Verein so aufbaut, dass entweder der Vorstand gehen muss oder sich wandelt, solange gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Gewaltausbrüche weiter gehen. Leider!

    1. Klasse Peter….Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen
      Hier zieht eine Gruppe durch’s Land…..maskiert sich, zieht Bomberjacken an und brennt das Stadion ab,
      bevor die Bahn auseinander genommen wird
      Leider wurden dabei auch Menschen verletzt……Das ist alles schlimm und sollte so bitte nicht wieder passieren
      Jetzt haben diese Leute aber tatsächllich Rückendeckung vom Verein….unfassbar
      Warum war z.B. NIEMAND vom Gast-Verein vor der Kurve in den Momenten direkt vor der 2. Halbzeit ???
      Kein Spieler, Kein Trainer, Kein Betreuer, Kein Vorstand…..NICHT eine Person war zu erkennen, welche die Situation schlichten wollte (hätte wohl eh nicht funktioniert)
      Aber was ich damit auch sagen will:
      Es kann doch nicht sein, dass sich 3000 Leute ihre Vereinskutte überwerfen und sich ab diesem Zeitpunkt in einem
      rechtsfreien Raum bewegen können.
      Wenn ich zu einem Handballspiel in Hannover gehe und dort Pyro’s werfe und die Waschbecken kaputt kloppe, dann
      hab ich den größten Ärger und muss dafür die gerechte Strafe erwarten
      Und hier passiert NIX…..alle sind wieder zuhause und haben nichts zu befürchten
      Ich bin froh über diese aktuellen Diskussionen und hoffe sehr, dass aus den Vorfällen vom Sonntag auch Konsequenzen folgen.
      Übrigens sehe ich auch die DFL und den DFB in der Pflicht, nicht nur die üblichen Strafgelder einzustreichen, sondern
      die übrigen echten Fans und Zuschauser zu schützen (nicht nur allein dem Heimverein und vor allem der Polizei und den Ordnungskräften das Thema Sicherheit zu übertragen)…..bin sehr gespannt ob sich etwas tut, zum Wohle des Erlebnis „Fußball“

  10. „Schreie“ ich nach Repressionen und Strafen wenn ich es selbstverständlich finde, dass Personen die andere Leute absichtlich verletzen wollen strafrechtlich verurteilt werden? Mir fällt kein Grund ein warum es im Stadion anders sein sollte als an jedem anderen x-beliebigen Ort.
    Auch Punktabzüge finde ich nach wiederholten Vorkommnissen gerechtfertigt, schließlich setzen diese Vereine viel zu wenig in Eigeninitiative gegen ihre „Fans“ um.
    Spieler bekommen nach groben Fouls ja auch 1-3 Spiele Sperre die schnell verhandelt werden, warum also nicht Punktabzug für Vereine? Bei Bilanzfälschung ist sowas gang und gäbe, ist Gewalt also geringer zu bewerten?

    1. Absolut Carsten…..ich bin voll bei Dir !

      Zitat:
      Mir fällt kein Grund ein warum es im Stadion anders sein sollte als an jedem anderen x-beliebigen Ort.

  11. Ein Aspekt zu der Option mit den wegfallenden Auswärtstickets:

    Sollte das passieren, sehe ich eine große Chance bei den Chaotenvereinen, dass sie sich auf die Heimtribünen schleusen und mal so richtig Dampf ablassen.

    Ich habe es auch jetzt schon wahrgenommen, dass es immer wieder Personen in Rot gab, die sich außerhalb der Süd auf den Tribünen positioniert haben.

    Da finde ich es deutlich besser, wenn alle Gästefans in einem Block sind und man weiß, wo sie sich aufhalten.

  12. Klos und Waschbecken aus feinstem italienischen Marmor einbauen. Bei Zerstörung kann man Rostock dann nicht 50 sondern 500k in Rechnung stellen.

  13. Guter Text. Aus meiner Sicht, sind alle Rufe nach irgendwelchen Strafen, Cops in den Block usw. der völlig falsche Weg (auch wenn es nach Sonntag im ersten Impuls als richtig erscheinen mag) all dies wird irgendwann auf uns alle zurückfallen. DFL/DFB und Cops warten doch nur darauf. Und wie wir die Medien (also Springer und co) kennen, werden dann vereinzelte Kommentare zitiert und eine insgesamt völlig schräge Lage in der Medienwelt präsentiert. Qualitätsmedien ausdrücklich ausgenommen. Ich glaube, so schwer es erscheint, hier kann wirklich nur der Verein regulierend eingreifen. Und da er sich offensichtlich schwer tut, müssen sich Sponsoren überlegen, ob sie da noch mitgehen wollen. Nur der Druck auf den Verein von aussen durch Sponsoren, kann eine Veränderung herbeiführen, die nicht alle Fußballfans betrifft.
    Unabhängig davon möchte ich noch sagen, dass ich auch viele gute Leute bei Hansa kenne und wir aus unserer Oase nicht davon ausgehen sollten, dass Dinge die bei uns in der Kurve leicht sind, woanders ebenso leicht sind.

  14. Ich will mal auf den Einlass im Gästebereich kommen. Grundsätzlich mag es richtig sein, dass es nur bei wenigen Spielen Probleme gibt, zumindest so lange wir in Liga 2 unterwegs sind. Doch träumen wir nicht mehrheitlich von einem Aufstieg ins Oberhaus. Dann werden wir solche Situationen wie im Derby oder jetzt gegen Hansa häufiger haben. Es muss also ohnehin was passieren – besser früher, als später.
    Ich habe es mir nicht genau angesehen (ist ja auch nicht meine Aufgabe), aber so wie es auf den Bildern aussieht, ist es eine Sackgasse mit einem Trichter am Ende. Da die Gasse nicht (oder nur schwer) breiter gemacht werden kann, sollte man sich überlegen, ob nicht eine schräge/diagonale Einlasssituation geschaffen werden kann. Auf der Luftbild des bekannten Kartenanbieters betrachtet, eine Linie, die links neben dem dunklen Auto beginnt und vorne ungefähr bei den Gebilden mit den roten Dächern endet. Oder umgekehrt, beim nördlichsten der fünf, sechs Autos beginn und am Zaun der Sportanlage endet.
    Auf dieser Länge könnten deutlich mehr Einlassschleusen untergebracht werden. Vielleicht ließe sich das als mobile Anlage vorbereiten, die nur bei Bedarf aufgebaut wird. Oder man baut da etwas Dauerhaftes auf, öffnet an Spieltagen mit weniger Gästefans aber nur ein oder zwei Tore, um Personal zu sparen.
    Es wäre immer noch eng, aber der zumindest der finale Engpass würde entschärft.

    Vielleicht eine Schnapsidee, vielleicht aber auch einen Versuch wert.

  15. Eine Anmerkung zum Schiedsrichter habe ich noch: der Schiedsrichter hat die Situation gerade zu Beginn der 2. Halbzeit aus meiner persönlichen Perspektive eher ignoriert. Er ist seine Aufwärmrunden vor der Gegengerade in Richtung Südtribüne- also in maximalem Abstand vom Gästeblock- gelaufen. Hätte er angesichts der Eskalation und Entscheidungen gemäß Stufenplan die Situation besser im Auge behalten müssen?

    1. Puh… um was genau zu machen? Zu identifizieren, was da genau und wie und wohin fliegt?
      Ich glaube wirklich nicht, dass das seine Aufgabe ist. Er muss sicherstellen, dass die Sicherheit der Spieler gewährleistet ist – dies kann er imho auch von da, wo er sich aufgehalten hat.
      (Für die Sicherheit auf den Rängen gibt es den Ordnungsdienst… die standen ja teilweise auch auf dem Rasen, da muss er sich nicht dazu stellen. Wenn die der Meinung gewesen wären, es könne aus ihrer Sicht nicht weitergehen, hätten sie ihm das sicher mitgeteilt.)

  16. vielleicht sollte man sich zum thema hansa anhänger mal die meinung von monchi (feine sahne fischfilet), materia und den jungs von dritte wahl einholen. alles bekennende hansa anhänger. die haben ganz sicher ne meinung dazu…
    ich allerdings möchte den blick mal auf etwas lenken, wovon ich vorhin erst durch einen artikel kenntnis erlangt habe: es geht um ein banner, welches am sonntag bei usp hing und das sich mit einem gewissen carsten balschat im speziellen und bullen im allgemeinen auseinandersetzt. boller hat dazu seine meinung sehr deutlich und öffentlich kund getan und diese seine meinung deckt sich tatsächlich zu nahezu 100% mit dem, was ich nach dem magdeburg spiel hier zum besten gab und dafür scharfe kritik, bis ins persönliche, einzustecken hatte.
    jener carsten balschat ist wohl st paulianer seit kindertagen, seit vielen jahren aktiv im verein tätig und wird mittels dieses banners angegriffen, einzig und allein aus der tatsache heraus, daß er den beruf des polizisten ausübt… dieser umstand wurde in diesem banner dann nochmal pauschal gegen polizisten im allgemeinen aufgegriffen. ja, richtig gelesen: PAUSCHAL! boller fühlt sich im übrigen durch dieses banner ebenfalls angesprochen… mehr gibt es dazu von meiner seite nich zu vermelden. außer: ich erkläre mich ausdrücklich mit jenem carsten balschat solidarisch!!! nazi’s raus aus den köpfen! sport frei!

    1. Viel mehr als die Meinung von Monchi, Marteria oder Dritte Wahl würde mich deine interessieren. Wie fandest Du den Rostocker Gästeblock denn so?

      1. tja, mit ansage. mehr brauch ich dazu nich zu sagen. vielmehr würde mich interessieren, wie sich usp so gefühlt hat, im eigenen stadion von den gästeanhängern dermaßen vorgeführt zu werden.
        nich daß man mich falsch versteht. ich versuche das mal aus der sicht der ultra’s zu betrachten. die sind ja alle auf spektakel in jeglicher form und absoluter selbstdarstellung aus. wenn da irgendwelche dahergelaufenen chaoten aus rostock kommen und usp die show stehlen, noch dazu auf heimischem terrain… das schreit doch geradezu nach revanche beim näxten auswärtsspiel in rostock. warten wir also die antwort, respektive die nächste stufe der spirale ab. dann ist wieder usp an der reihe. was für ein kindergarten. können sich ultra’s keinen anderen ort zum spielen suchen? und die nennen sowas auch noch „liebe zum verein“. mit solchen floskeln versuchen sie dann, aktionen wie letzten sonntag zu rechtfertigen…
        jetzt interessiert mich außerdem noch deine sicht auf das banner und den kommentar von boller…

        1. Für dich ist das also eine Auseinandersetzung unter Ultras und Rostock hat gewonnen? Armselig, mit dir bin ich nun endgültig fertig.

          1. wenn hauptsächlich ultra’s beteiligt sind, ist es eine auseinandersetzung unter ultra’s, wo ständig auch unbeteiligte hineingezogen werden. nix anderes war es bisher und nix anderes ist es…
            und was ist denn nun mit deiner meinung zum banner und bollers reaktion darauf? willst du dich nun so „galant“ aus der affäre ziehen und um die antwort herumdrücken!?!? ich habe dir deine frage ehrlich beantwortet.
            da bleibt bei mir die frage: was bzw wer ist hier armselig?

    2. Meines Wissens nach bezieht sich die Kritik insbesondere darauf, dass dieser Mensch Mitglied in der DPolG ist, die eine sehr harte Linie verfolgt, was die Rechte von Polizist:innen und sehr repressive Positionen vertritt, was die Aufgaben der Polizei angeht und vor allem durch rechtspopulistische Aussagen ihres Vorsitzenden Rainer Wendt aufgefallen ist, die eben so gar nicht mit den so immer sehr präsent vor sich hergetragenen Werten des Vereins decken.
      Dass viele Menschen in der aktiven Fanszene und Menschen, die sich wie der Verein selbst ja auch als eher Links verstehen, bedingt selbstverständlich eine kritische Betrachtung der Polizei selbst, ihrer Funktionen, ihres Selbstverständnisses usw usf. „Kritik der Polizei“ ist hier ein empfehlenswertes Buch, um sich dahingehend weiter zu informieren.
      Es gibt durchaus interessante Konzepte, die die Möglichkeit einer Gesellschaft ohne Polizei im „klassischen“ Sinne aufzeigen. Begriffe wie „Freund und Helfer“ als Nazi-Propaganda sollten eh klar sein. Und dass angesichts all dessen A*AB vor allem immer als Systemkritik verstanden sollte, sollte auch ein FB längst verstanden haben.

      1. bei dutschke seinerzeit, ging die hetze – und was anderes ist es im falle des banners vom sonntag auch nicht – so weit, daß sich irgendwann einer aufgemacht hat, um dutschke die kugel zu geben. die linke skandierte damals: „bild hat mitgeschossen“ und blies zum sturm auf die redaktionen…
        was, wenn sich eine verirrte seele nach einem solchen banner, wie am sonntag, wo eben auch namen genannt und republikweit bekannt werden (mir sagte der name bis dato gar nix), auf macht, um etwas zuende zu bringen, zu was er sich durch solch ein banner aufgerufen fühlt?
        und fb, wie du ihn nennst, hat mit seiner meinung noch nie hinterm berg gehalten. was er verstanden hat und was nicht, solltest du ihn schon selber fragen. ich werde hier nicht für ihn argumentieren. ich hab mich nur gefreut, zustimmung aus ner ecke zu bekommen, von wo ich es kaum erwartet hätte. auch wenn boller und ich nie in persönlichem kontakt standen und stehen…

        1. Puh, der Vergleich mit Dutschke und Bachmann ist mir wirklich viel zu weit hergeholt, das ist für mich dann auch keine Basis für einen Austausch, diese Diskussion hat dann auch einfach keinen Mehrwert, abgesehen davon dass sie hier eigentlich sowieso schon fehlplatziert ist.
          Schönen Tag noch.

          1. na ausschließen, wenn einem ne andere meinung nich paßt, scheint hier ja volkssport zu sein. man und frau setzt sich hier wohl nur mit genehmen meinungen auseinander? nun denn, es behindert meinen alltag überhaupt nicht. sport frei!

          2. Ich glaube, „auseinandergesetzt“ wird sich hier mit allen Meinungen genug, insbesondere auch mit Deiner, nicht nur von Jule.
            Offensichtlich sind die Meinungen aber hier derart fest, dass eine weitere Diskussion ja auch nichts ändern würde – ganz wertfrei.

            (Und da die Tapete schon beim Kaiserslautern-Spiel gezeigt und in der Lage vom 13. Februar thematisiert wurde, ist das Rostock-Spiel vielleicht auch wirklich einfach der falsche Artikel für diese Diskussion.)

    3. Moin Zecke, wie schön von dir zu lesen. Du bist hier wieder am besten informiert und sprichst null PAUSCHAL nur deine Meinung über Menschen aus die du selber nicht persönlich kennst. Dabei weißt du aber zum Glück ganz genau wie der Hase läuft. Mit kamaradschaftli*** äh sportlichen Grüßen dein Fan (USP/S)

      1. moin jens gustav, da haben wir ja etwas gemeinsam…
        eine frage beschäftigt mich seit gestern bei dem ganzen. wenn ich den ganzen streß sehe, der woche für woche in den stadien dieses landes so stattfindet, frage ich mich folgendes: wie würde es streßmäßig aussehen, wenn wir uns einfach mal die ultra’s der vereine wegdenken? wieviel streß gäbe es dann noch im und um die stadien?
        sicher, streß gab es auch schon vor den ultra – bewegungen. wenn ich da an die ddr-oberliga denke, uiuiui. aber heute steht streß fast automatisch mit den jeweiligen ultra’s der vereine in direktem zusammenhang… aber das nur so als gedankenspiel…

        1. Oh da machst du mich neugierig. Wie sähe denn die deutsche Fußballfanlandschaft in den Stadien ohne Ultras aus? Und welche negativen Vorfälle gibt es den pro Spielwochenend die durch Ultras verursacht werden. Wenn du deine Beobachtung mit uns teilst kann darüber vielleicht ja mal ein Artikel geschrieben werden. Wie die Ultras den Fußball zerstören seid 19xx! Oder so ähnlich. Bitte sei so gnädig und erhelle uns, denn mir zeigen die bösen Mainstream Medien höchstens mal 2 bis 3 Pyro Fälle aus den ersten 3 Ligen in Deutschland. Muss da ja leider auch auf Medien zurückgreifen da ich nicht wie du bei so vielen Spielen dabei sein kann um mir darüber eine Meinung zu bilden. Dazu kennst du ja auch noch all die Menschen der ganzen Vereine und weißt wie doll sie dem Verein mit ihrem Verhalten schaden und den tollen Doitschen Fußball zerstören. Denn da gibt es bei den Ultras ja null Leidenschaft und Engagement für die Ziele des Vereins sondern nur der Wille der Zerstörung und Gewalt. Danke Zecke ich hoffe du erhellst mir (& anderen) hier weiter beim Millernton die schnöden und oft unvollständigen Berichte mit deinen tollen und so Inhaltsvollen Kommentaren. No <3 4 Police

          1. puhh, da verlangst du ganz schön viel von mir. informier dich doch selber. du hast genau den gleichen zugriff auf medien. oder frag deinen vorsinger…
            aber zu einem kann ich gerne stellung nehmen: wie wäre denn die fußballandschaft ohne ultra’s? genau wie vor der ultra zeit. es würde die mannschaft unterstützt, wie vor der ultra zeit. ein zeichen, wie sehr sich ultra’s für den sport fußball interessieren ist schon alleine die tatsache, daß deren führer ähhhm vorsinger mit dem rücken zum spielfeld steht und überhaupt nich mitbekommt, was dort geschieht. er hat anfang der saison seine liedliste angefertigt und die wird dann spiel für spiel heruntergesungen, egal was auf dem feld passiert. ist euch schonmal aufgefallen, daß ein stilles stadion auch ne aussagekraft hat? nee, könnt ihr ja gar nich mitbekommen, weil es bei euch nie still ist.
            es würde ein lähmender klangteppich aus 90 plus x minütigem dauersingsang der immer gleichen lieder (nicht) fehlen. sind eigentlich in den letzten jahren neue lieder dazu gekommen? ich glaube nich. soviel zur innovationskraft der ultra’s. und ob du’s glaubst oder nich: auch ohne ultra’s würden die stadien voll.
            du kannst dir ein stadion ohne ultra’s nicht vorstellen. wahrscheinlich weil du viel zu jung bist, was deine ansichten hier erklären würde. ich habe die zeit vor den ultra’s erlebt und kann vergleichen. und, was meinst du, wie dieser vergleich ausfällt?
            ultra’s zerstören den fußball nicht. dazu sind sie denn doch viel zu unbedeutend. aber sie nehmen sich viel zu wichtig und denken, ohne sie gäbe es keine stimmung im stadion. das beweißt schon alleine deine frage, wie die fußballandschft ohne euch aussähe. dir und deinen leuten fehlt ganz einfach die fantasie und ihr denkt, ohne euch geht nix mehr. haltet doch mal für ein paar spiele den mund. dann werdet ihr feststellen, daß es auch sehr gut ohne euch geht. aber das wird natürlich nich passiern.
            auch nach der ultra zeit wird weiter in den stadien fußball gespielt werden. da geb ich dir brief und siegel. ultra’s werden früher oder später die lust an dieser form der selbstdarstellung verlieren und woanders hingehen zum spielen. dann löst sich das ganze wieder in wohlgefallen auf. alles ne frage der zeit. mir allerdings dauert das entschieden zu lang. sport frei!

        2. Schade du lernst leider nicht dazu. Zum einen verallgemeinerst du sehr viel und behauptest Sachen die schwer belegbar sind. Desweiteren hast du entweder die Antworten die ich auf deine Kommentare geschrieben habe nicht gut gelesen oder eventuell ein schlechtes Gedächtnis. Ich habe schon dargelegt das ich schon länger Fußball sehe als es USP gibt und ich selbst nicht zu USP gehöre und selber seit ich zum FCSP kam auf der GG stehe. Ich habe natürlich Freunde die bei USP sind und auch Menschen auf anderen Tribüne im Stadion. Dazu auch viele Freunde die Fans anderer Vereine sind. Die Meinungen zu Ultras gehen da auch auseinander. Doch so dramatisch, negativ und ablehnend wie du ist da keiner. Dein Bild von USP ist auch echt Schubladendenken hoch zehn. Warst du schon mal auf der Süd? Hast du dich mal mit einem Capo gesprochen oder einem anderen Menschen von USP? Ich selber war im Stadion nach wieder Zulassung von Fans nach Corona Richtlinie und fand die Stimmung zu Beginn sehr Geisterhaft. Es gab drei unterschiedliche Fan Rufe wobei hauptsächlich einfach nur 5 oder 6 mal St. Pauli gerufen wurde. Und das mit schon mehr Zuschauern als zu Anfang die 3000. Ich rede da eher von der Zeit mit 9 bis 10.000 Zuschauern. Da du wohl eine sehr klare Meinung über die Rolle der Ultras hast wir es sich für mich auch nicht lohnen dir die Lebensart zu beschreiben. Ich habe zwischen Arbeit und Fußballtrainig mal etwas recherchiert zu Stress mit Ultras in den 3 Bundesligas. Das Ergebnis ist leider erschreckend! Allein in diesem Jahr habe ich von der Größenordnung der Hansa Randale am Millerntor (wo ich mit zwei meiner Kinder auf der GG erlebt habe) nur noch den Überfall von „vermeintlichen“ Hansa Fans auf das Schwedische Jugendteam gefunden. Der Rest an Nachrichten ist Pyro hier und Pyro da mit hier und da noch ein Fanmarsch doch nix was diese These deinerseits stützt das fiel Ultras für alles schlechte Verantwortlich sind. Schade das du mit deinen Pauschalen Aussagen die du tätigst (obwohl du Pauschale Aussagen anderer kritisiert) dein nach meiner Ansicht unreflektiertes Schubladendenken über Ultras verbreitest ohne dich selber zu informieren. Ich habe das Gefühl das du sehr in der Vergangenheit lebst und du nicht so gut mit Veränderungen umgehen kannst. Das ist okay so hat jeder sein Leben. Ich würde mich freuen wenn du mal versuchst nicht mehr so Pauschal zu schreiben „alle Ultras…“ und so weiter. Du kennst sie nicht und weißt nicht was sie denken und welche Ziele sie verfolgen. Ich kenne nur ein paar die meine Freunde sind und über andere erlaube ich mir keine Aussagen. Du kannst fragen so wie ich das bei dir tue ob es vielleicht so oder eventuell doch so oder ganz anders ist. Ansonsten wünsche ich dir, wenn es zutrifft (ich lese das aus deinen Kommentaren heraus, vielleicht ist das ja auch andere, es wirkt jedoch auf mich so) das du diese Verbitterte Sicht der Dinge eines Stadion Besuchs für dich verarbeiten kannst und irgendwann auch mal wieder Spaß hast im Stadion. Forza St. Pauli

          1. ja, so hat eben jede/r seine sicht auf die dinge. und pauschalisieren können wir scheinbar beide ziemlich gut, wenn es um dinge geht, die wir ablehnen.
            von mir nur noch so viel: ich war schon auf der süd. lustigerweise bei boller’s abschied, was ja irgendwie zum thema paßt. spaß habe ich trotz ultra’s noch jede menge im stadion. klar geht mir das dauergesinge, gerade wenn es am unangebrachtesten ist, mächtig auf den docht. aber ich laß mir doch den spaß von ein paar hundert ultra’s (einer minderheit die sich gerne als mehrheit präsentiert) nich verderben. genausowenig wie ich mir von nazi’s (du bist ausdrücklich nicht gemeint) vorschreiben lasse, was ich noch sagen darf.
            daß die stimmung beim ersten spiel ohne ultra’s nich bombe is, wen wunderts? haben die doch seit jahren die stimmungshoheit an sich gerissen und übersingen oftmals gar schlachtrufe, die aus anderen ecken von den eigenen leuten kommen. der nichtultra sollte dann schon zeit bekommen, sich im dem falle an die „neue“ situation zu gewöhnen. nach ein paar spielen wird es wieder so sein, wie vor ultra. doch! da fällt mir das pokalspiel gegen dortmund vor einem jahr ein. zuschauerzahl 2000, keine usp und eine stimmung, als wär die bude voll gewesen… gänsehaut pur

            und wenn du meine beiträge richtig lesen würdest, hättest du gelesen, daß ich eben nicht die ultra’s für ALLES schlechte im und um das stadion verantwortlich mache. aber es gäbe ohne sie viel viel weniger davon.
            was deine recherche betrifft: ich habe dazu folgenden artikel, nach gar nicht mal so langer suche gefunden https://www.sportbuzzer.de/artikel/bundesliga-fan-ruckkehr-resumee-randale-corona-verstosse-reaktionen/ –> und in diesem artikel geht es nur um liga eins…
            wie geschrieben: es sind vielleicht nicht immer die ultra’s, die sowas anzetteln, aber dabei sind sie sicherlich in den meisten fällen… und damit lasse ich es nun auch bewenden, weil es eh zu nix führt. du hast deine sicht auf die dinge, ich die meine. wie so oft liegt die wahrheit womöglich irgendwo dazwischen. sport frei!

    4. Ist Carsten denn „einzig und allein“ aus der Tatsache heraus „angegriffen“ worden, dass er den Beruf des Polizisten ausübt, oder ging es da nicht auch um seine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft/Lobbyvereinigung, die extrem weit rechts steht?

  17. Der Gästebereich ist leider erst 13:20 Uhr eröffnet worden nachdem es Panickattacken und massives Drücken sowie diverse Verletzungen.
    Die Drehkreuze sind dann herunter gefahren worden um einen kontrollierten Zugang zu ermöglichen.

    1. Wie bitte? Ich war um 12.30 Uhr auf der Gegengerade, da war schon reichlich Betrieb im Gästebereich. Oder meinst du etwas anderes?

  18. Moin Maik, vielen Dank für diesen Ausführlichen Beitrag inklusive (teilweise) Kommentar!

    Aus meiner Perspektive vom Sonntag von der Nord stellte es sich so dar, dass da ein sehr homogener Mobb von knapp 3000 Leuten kollektiv gemeinsam gehandelt hat. Forderungen nach „Die Kurve soll das selber regeln“ oder „Das sind gar keine Fans, die gehören gar nicht zu Hansa“ oder auch „Ich kann mich nicht für 50 Idioten schämen“ (Man verzeihe bitte, wenn die Zitate nicht zu 100% korrekt sind), treffen hier, wie ich finde, nicht wirklich das Problem. Denn am Sonntag nahm ich den gesamten Gästeblock als Problem und gerade für Menschen auf der Nord und auf Teilen der Haupt sowie Ordner*innen und sonstiges Personal als konkrete Bedrohung wahr.
    Das lässt für mich nicht den Schluss zu, dass dies etwas ist, was die Kurve für sich regeln kann, da die Kurve eben genau das, zumindest immer wieder bei Hansa, tut: Sie regelt es und raus kommt das, was wir alle gesehen oder auch gespürt haben.
    Das passiert nicht gegen den Willen der aktiven Fanszene, es ist der Wille der aktiven Fanszene. Oder zumindest derer, die (aktuell) „das Sagen“ haben. Ich habe zu wenig Kenntnisse, um die Vergabe von (Auswärts-)Tickets bei Hansa vernünftig beschreiben zu können, aber lese oder höre immer öfter, dass die Vergabe eben über genau diese Fanszene läuft. Wenn das so ist, naja…

    Ich sehe bei solchen Vorkommnissen durchaus die Vereine in der Pflicht, hier die Kogge.
    Und da begann das Versagen vorher. Ja. selbstbestimmte Kurve, ja Fankultur, ja wir wollen alle über unsere Art von Support selbst entscheiden.
    ABER: Wenn ich als Verein den Aufruf, in Bomberjacken nach Sankt Pauli zu fahren nicht als Vorbote dessen ansehe, was passiert ist, dann bin ich entweder blind, blöd oder toleriere bis unterstütze dieses.
    Das zeigt sich dann auch darin, dass die Fanbetreuer relativ entspannt wirkend vor dem Block stehen, sich das Ganze ansehen und es zu genießen scheinen. Was sich ja auch damit deckt, dass ihr (Ich weiß nicht mehr genau, wer es von euch war), beim letzten? Auswärtsspiel von einem Fanbetreuer in Motto-Shirt begrüßt wurdet.
    Es zeigt sich dann auch darin, dass niemand aus der Mannschaft oder dem Trainerteam zum Block geht und versucht, auf die Fans einzuwirken.
    Es zeigt sich dann auch darin, dass der Trainer bei der PK die Vorfälle relativiert und es zeigt sich auch darin, dass die Mannschaft sich nach dem Spiel für die tolle Unterstützung bedankt.
    Für mich ist hier ein ernsthaftes Interesse des Vereins, welches über die Abwehr von Strafen hinaus geht, nicht ersichtlich.
    Da passt es ins Bild, dass die aktive Fanszene sich selbst eine „Satzung“ gibt, in welcher nur Männern der Zutritt zu den ersten Reihen gestattet wird, und der Verein hier keinen Handlungsbedarf sieht.

    Für mich ergibt sich hier ein Bild eines Vereins, der wenig Teil der Lösung sein kann, solange er so sehr Teil des Problems ist.

    Was also tun?

    Weitere Geldstrafen? So viel, wie von den Strafen für Gewaltprävention oder Sicherheitsmaßnahmen verwendet wird (wird das eigentlich überprüft?), müssten da in Rostock (,aber auch bei uns teilweise) Massen an Sozialarbeiter*innen rumlaufen und die Zäune aus Gold sein. Wirkt also nicht.
    Oder man setzt die Strafen dann im siebenstelligen Bereich an, wo es wirklich weh tut. Was allerdings wirklich reiche Vereine oder Konstrukte auch nicht interessieren dürfte.

    Okes Anmerkung hinsichtlich des Punktabzugs habe ich so verstanden, dass auch er das Gefühl hat, dass die Vereine kein ausreichend inhärentes Interesse haben, sich und ihre eigene Fanszene zu hinterfragen und Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu verändern. Da Geld hier nicht wirkt, scheint ein Punktabzug in der Argumentation nachvollziehbar.

    Zu der Frage nach Polizei im Block, keine Tickets für Hansa oder Strafverfolgung:

    V.a. zu Beginn der 2. Halbzeit am Sonntag war bei uns auf der Nord durchaus der Wunsch massenhaft vorhanden, zu sehen, wie der Gästeblock mit möglichst viel Gewalt geräumt wird. Dies resultierte aus dem Gefühl heraus, in schwarzen Rauch eingenebelt zu sein und von Dingen beschossen zu werden, die du erst bei der Detonation in deinem direkten Umfeld sehen und spüren konntest.
    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viele Verletzte (oder auch Tote) es gegeben hätte, wenn der Block wirklich geräumt worden wäre –
    Aufgrund der Wahrnehmung des kompletten Gästeblocks als homogene Bedrohung war der Wunsch dennoch nachvollziehbar.

    Wenn nun also Polizei im Block auch keine Lösung ist, was dann?

    Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe die letzten (waren es) 13 oder 14 Jahre keine Gästefans aus Rostock vermisst. Einige waren ja eh da. Sind mir freidlich auch immer willkommen!
    Und ich bin ganz klar anderer Meinung: Lieber 150 Fans aus irgendwo, als auch nur einen einzigen von den Leuten von Sonntag aus dem Gästeblock.
    Ja, es macht Spaß, sich an gegnerischen Fans abzuarbeiten, sich gegenseitig zu provozieren (ohne menschenverachtende Scheiße!), sich anzuschreien und sich gegenseitig auf die Schippe zu nehmen.
    Aber wenn nun mal eine Gruppierung kommt, die sehr viele Regeln des menschlichen Umgangs sowie den gesunden Menschenverstand zuhause am Ostseestrand oder in der Kommode für gute Manieren lässt, kann sie gerne wegbleiben.
    Kann und wird, da das dann im Zweifelsfall teilweise sehr fragwürdig handelnde staatliche Organisationen entscheiden, auch uns treffen? Ich befürchte schon.
    Kann man das deshalb grundsätzlich ablehnen? Klar!. Es ist hier eine Abwägung zwischen Freiheiten für alle (deren Einschränkung dann auch von Polizei und co. missbraucht werden kann) und dem sichereren Stadionbesuch. Wünschen würde ich mir dabei eine Kommission, in welcher Fan-Vertreter*innen der Liga in einem Gremium sitzen und dieses jeweils mit den Vereinen, der Liga und der Polizei besprechen. Klar, ist wahrscheinlich unrealistisch.

    Die normale Strafverfolgung ist ja schön und gut, funktioniert ja aber nicht, da Täter*innen (Ok, gendern bei Hansa irrelevant, aber allgemein ja schon) von der Kurve geschützt werden.
    Solange das vernünftige Abbrennen von Pyrotechnik kriminalisiert wird, kann ich das auch gut verstehen. Ist halt schwierig.
    Nur, wie du auch schriebst, ist eine Strafverfolgung dann von außerhalb des Blocks und im Nachhinein nur schwer möglich.
    Also stellt sich hier im Endeffekt auch wieder die Frage des Abwägens: Ab wann sehe ich die Polizei im Block als notwendig an? (Ich will die da wirklich nicht haben…)

    Ich entschuldige mich, sollte mein Kommentar zu lang und zu wirr sein! Ich sehe, ich habe auch keine Lösung, aber ich „bewundere“ das Problem.

    Liebe Grüße

    1. Das schätze ich praktisch alles genauso ein. Man weiß vorher schon, dass gewalttätige Fans mit einer Menge rechter Symbole (Lichtenhagen in Fraktur? Wie kann man das anders verstehen, Stadtteil hin, Stadtteil her) ankommen und unsere Fans gefährden. War niemand überrascht, dass das passiert ist. War völlig klar.

      Mir fällt kein Grund ein, warum diese Rostock Fans weiterhin Willkommen bei uns sein sollten. Warum? Es gibt viele, extrem viele Rostock Fans, die nicht rechts sind, Gewalt ablehnen und sich über die Vorkommnisse viel mehr ärgern als wir. Das ist die klare Mehrheit. Aber solange der Verein (Hansa) nichts dagegen tut, dass ein rechter, gewalttätiger Mob bei uns einfällt – not welcome! Die Lösung ist einfach.

      Klar machen Rivalitäten Spaß, auch wenn sie manchmal an Feindschaft grenzen. Und sie sind auch in unserer Fanszene für viele das Salz in der Suppe. Passt schon. Ich bin alles andere als ein Law-and-order-Typ.

      Aber sowas? Ich frage mich, warum man darüber noch diskutieren muss.

    2. Moin Markus,
      hahaha, wie soll ich denn nach dem Artikel jemandem erzählen, sein Kommentar sei zu lang? 😉
      Nein, vielen Dank dafür, allesamt wichtige Punkte. Und natürlich liegt man, je nach eigenem Empfinden, in der Bewertung dann auch mal auseinander – in den Grundsätzen sehen wir ja aber vieles sehr ähnlich. Danke für Deine Schilderung.

  19. Moin,
    vorab: das ist ein guter und in der Form auch wichtiger Artikel. Ich glaube aber, dass du, wie einige andere auch, völlig unterschätzt, was Sonntag geschehen ist.

    Ich sitze in der Nord, eher Richtung Gegengrade. Selbst dort ist ein Leuchtkugel (oder was immer das auch ist) 10 Meter entfernt runter gekommen. Ich habe einige Menschen gesehen, die vor Angst aus den Bereichen geflohen sind, die näher dran waren. Um mich herum haben einige vor Wut und Angst geweint und waren sichtlich geschockt.

    Ich habe bei Fußballspielen, aber auch auf Demos auch schon einiges erlebt. Ich war Sonntag aber extrem geschockt. So sehr, dass ich mir ernsthaft überlegen werde, ob ich gegen Rostock nochmal ins Stadion gehe. Und ich bin da wahrlich nicht der Einzige. In meiner Umgebung waren jetzt schon einige nicht im Stadion, da sie so etwas befürchtet haben.

    Ich will auch keine Schnellschüsse und würde vieles von dem, was ich im Stadion gefordert hätte, jetzt nicht mehr wollen. Bei vielen Äußerungen merkt man aber deutlich, dass diejenigen nicht in der Nord waren.

    Gruß Edmund

    1. Moin Edmund,
      Danke für die Schilderung.
      Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass meine entspannte Sicht aus Block 2 der Gegengeraden eine völlig andere ist als die derjenigen, die in der Nord waren. Das erwähne ich zwar an einer Stelle, kommt aber natürlich trotzdem zu kurz.
      Insofern: Wichtig, dies hier von Dir festzuhalten und zu ergänzen.

    2. Was ich – nicht erst seit Sonntag – leider wirklich bedenklich finde, ist, dass ich (und sicher ganz viele andere) zu solchen Spielen unsere Kinder bzw. in meinem Fall meinen Neffen nicht mit ins Stadion nehmen, nur weil einige Asoziale sich wieder austoben wollen.
      Da Kollektivstrafen weitgehend wirkungslos sind und eine „Knüppel-Politk“ der Polizei sicher nicht zu weniger Gewalt führt, habe ich da keine Lösung anzubieten.

      Nur alleine die Tatsache, dass man mit Kindern gegen Rostock und andere Vereine nicht in alle Heimbereiche des Stadions gehen kann/sollte, zeigt, dass wir rote Linien schon längst überschritten haben.

  20. Tja, ihr Zecken habt als einziger Verein Politik in den Profifußball gebracht. Fuck off. Schande über euch und ich hoffe beim nächsten Heimspiel wird euer mistiges Stadion verbrannt.

  21. Ich habe noch nicht alle Vorschreiber/-innen lesen können. Insofern bitte ich um Nachsicht, sollte mein Punkt bereits diskutiert worden sein.
    Bestünde im Zuge des Hausrechts des FCSP nicht die Möglichkeit, wie in anderen Gebäuden auch Brandbekämpfung per Sprinkleranlage zu installieren? Die Menge des Löschwassers dürfte dann gerne üppig ausfallen.

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