1. FC Kaiserslautern vs. FC St. Pauli 1:2 – Kein Schönheitswettbewerb auf dem Betzenberg

1. FC Kaiserslautern vs. FC St. Pauli 1:2 – Kein Schönheitswettbewerb auf dem Betzenberg

Der FC St. Pauli gewinnt das schwere Auftaktspiel beim 1. FC Kaiserslautern knapp aber verdient mit 2:1. Elias Saad und Marcel Hartel machten den Unterschied. Die Analyse.
(Titelbild: Jan Huebner/imago images/via OneFootball)

Nach vielen Wochen der Vorbereitung ist er dann doch immer wieder aufregend, der Saisonstart. Bestätigen sich die Eindrücke aus den Testspielen? Was ist noch übrig von den Problemen oder der tollen Form der Vorsaison? Das erste Ligaspiel ist da zwar kein Scharfrichter, aber doch ein guter und wichtiger Gradmesser. Der FC St. Pauli hat diesen Auftakt erfolgreich gestaltet, gewann das Spiel beim 1. FC Kaiserslautern letztlich verdient. Die 90 Minuten zeigten aber auch, dass das Team noch einiges an Arbeit vor sich hat.

Die Aufstellung

Mit Ritzka, ohne Afolayan

Durchaus überraschend startete der FC St. Pauli mit Lars Ritzka auf der linken Seite. Nachdem Philipp Treu in den letzten Testspielen immer zur ersten Elf zählte, war damit zu rechnen, dass er auch auf dem Betzenberg in der Startelf sein würde. Aber der Konkurrenzkampf zwischen den beiden ist wohl sehr viel offener als es die Eindrücke aus der Vorbereitung vermuten ließen, sonst hätte Ritzka nicht starten dürfen.

Nicht ganz so überraschend war die Startelfnominierung von Connor Metcalfe anstelle von Dapo Afolayan. Zwar trainierte Afolayan seit Wochenbeginn wieder voll mit, aber Fabian Hürzeler erklärte nach dem Spiel, dass Metcalfe und Saad eine tolle Vorbereitung gespielt haben und das Pendel daher für dieses Duo ausschlug. Da darf man gespannt sein, wie sich das in den nächsten Spielen entwickelt.

Gar nicht mit in Kaiserslautern war Carlo Boukhalfa, der nicht für den Kader nominiert wurde. Hier dürften die Zeichen auf Abschied stehen. Erstmalig Teil des Profikaders war Rechtsverteidiger Luca Günther, der damit endgültig zu einem der Gewinner der Vorbereitung in den hinteren Reihen geworden ist.

Boyd nicht dabei

Der 1. FC Kaiserslautern musste auf Terrence Boyd (Kniereizung) verzichten, der den Wettlauf gegen die Zeit nicht gewann. Lex-Tyger Lobinger startete für ihn im Sturmzentrum. Neuzugang Ragnar Ache nahm vorerst auf der Bank Platz. Ebenfalls zu ersetzen war Jean Zimmer, der rotgesperrt fehlte. Hendrick Zuck startete für ihn, allerdings auf der linken Abwehrseite, sodass Erik Durm nach rechts wechselte. Mit Jan Elvedi und Tobias Raschl fanden sich zudem zwei Neuzugänge in der Startelf wieder.

Neben den relativ vielen personellen Wechseln, agierte Kaiserslautern auch in der Formation leicht verändert. Julian Niehues spielte als zentraler Innenverteidiger, sodass der FCK defensiv immer wieder eine Fünferkette bildete. Damit wurde die Formation des FC St. Pauli mehr oder weniger gespiegelt. Beide Teams agierten somit in einem 3-4-3, die Unterschiede zwischen beiden Formation waren in den taktischen Abläufen zu finden, die dann doch zu deutlich anders ausgelegten Spielweisen führten.

Fussball, 2. Bundesliga, 29.07.2023 - Aufstellung beim Spiel 1. FC Kaiserslautern gegen FC St. Pauli
Aufstellung beim Spiel 1. FC Kaiserslautern gegen FC St. Pauli

Halbzeit ohne Risiko

Um es einmal ganz deutlich zu schreiben: Mit den ersten 45 Minuten kann keines der Teams wirklich zufrieden sein. Zwar gelang es ihnen defensiv stabil zu sein, aber der Hauptgrund dafür war eher, dass der Gegner offensiv sehr selten etwas mehr wagte und ins Risiko ging. Das ist dann vielleicht das harte Los eines Auftaktspiels, bei dem gegenseitiger Respekt vorhanden ist und bloß keine Fehler gemacht werden sollen. Wie das Gegenteil davon aussieht, konnte man beim Auftaktspiel der 2. Liga am Freitagabend sehen. Da darf man sich gerne aussuchen, ob man sich wünscht, dass das eigene Team vorne alles reinwirft und hinten dafür komplett blank ist oder ob man sich vorsichtig herantastet und erst einmal stabil stehen möchte. Beide Trainer, Fabian Hürzeler und Dirk Schuster, sind eher für Letzteres bekannt. Und so war die erste Halbzeit der neuen Saison eine äußerst zähe Angelegenheit.

Gute Positionierung, wenig Dynamik

Der FC St. Pauli zeigte zu Spielbeginn genau das, was auch in der Vorbereitung zu sehen war und vielleicht war das eines der Probleme, weil man dadurch etwas ausrechenbar war. Bei Ballbesitz schob Eric Smith konsequent in den Sechsserraum, flankiert von zwei Schienenspielern, die in die Halbräume einrückten. Dahinter zwei Innenverteidiger, davor zwei Achter und ganz vorne eine sehr breitziehende offensive Dreierreihe. Diese Formation war viele Male sehr stark ausgeprägt zu erkennen, welches zwar für eine Taktik-Analyse sehr erfreulich ist, für das Spiel selbst aber nicht, weil es die geringe Dynamik in den Abläufen klar aufzeigt.

Erwartbare Mannorientierungen

Der 1. FC Kaiserslautern stellte sich in vorderster Reihe mit Redondo und Opuku in die Halbräume, verhinderte dadurch die direkten Pässe aus der Innenverteidigung nach außen und nahm Eric Smith in Person von Lobinger in sehr enge Manndeckung. Im Achterraum taten dies Raschl und Ritter mit Hartel und Irvine ebenfalls, aber insgesamt etwas lascher. Das klingt total stumpf, aber diese sehr passive Art des Verteidigens zeigte große Wirkung. Dem FCSP gelang es im ersten Abschnitt nur ganz selten, aus seiner eigentlich guten Positionierung Kapital zu schlagen. Oft, sehr oft wirkte das Aufbauspiel behäbig, weil schlicht die Anspielstationen fehlten, da aus der guten Positionierung zu wenige Rotationen hervorgingen. Der große Trumpf im Spiel gegen den FCK aus der Vorsaison (hier die Analyse), die starken Rotationen gegen ihre Mannorientierung, wurde überhaupt nicht gespielt. Das war schon verwunderlich.

So kam es dann häufig zu sehr starren Situationen, in denen entweder Karol Mets oder Jakov Medić den Ball hielten, von den Gegenspielern nicht angelaufen wurden, aber nicht so wirklich mit dem initialen Pass starten wollten (oder konnten? Das Attribut „aufbaustark“ hat sich keiner der beiden gegen den FCK verdient). Dadurch konnte sich alles auf dem Feld in aller Ruhe sortieren (also auch der Gegner), aber als dann das initiale Anspiel kam (oft die Bildung des Dreiecks mit einem Pass durch das Zentrum auf den Schienenspieler), gab es im nächsten Spielfelddrittel einfach viel zu wenig Dynamik, keinen horizontalen oder vertikalen Druck auf die letzte Kette des FCK. Es fehlten Tiefenläufe aus dem Achterraum oder von den Außenbahnen, zu selten schoben die Schienenspieler hoch, sodass die offensiven Außen nach innen kippen konnten. Für Verlagerungen fehlte es auch an Dynamik. Insgesamt war das Spiel des FC St. Pauli zu Beginn behäbig, wirkte mutlos und uninspiriert.

IMAGO / Werner Schmitt Fussball - 2. Bundesliga - Saison 2023/24 Kaiserslautern - Fritz-Walter-Stadion 29.07.2023 1. FC Kaiserslautern (fck) - FC St. Pauli (stp) 1:2 Marcel HARTEL (FC St. Pauli), li - Philipp KLEMENT (1. FC Kaiserslautern) Fussball - 2. Bundesliga - 1. FC Kaiserslautern *** Football 2 Bundesliga season 2023 24 Kaiserslautern Fritz Walter Stadium 29 07 2023 1 FC Kaiserslautern fck FC St Pauli stp 1 2 Marcel HARTEL FC St Pauli , li Philipp KLEMENT 1 FC Kaiserslautern Football 2 Bundesliga 1 FC Kaiserslautern
Elias Saad gelang zwar nicht alles gegen den 1. FC Kaiserslautern, aber er machte in den entscheidenden Momenten den Unterschied aus.
(Werner Schmitt/imago images/via OneFootball)

Ist das noch Schuster-Ball?

Auch der FC St. Pauli agierte im Pressing sehr abwartend und überließ dem FCK damit viel Raum im Aufbauspiel. Es mag daran gelegen haben, dass mit Boyd eine zentrale hohe Anspielstation ganz vorne fehlte oder aber, dass das Team nun auch im Ballbesitz einen Schritt weiter gehen möchte – der 1. FC Kaiserslautern versuchte sich jedenfalls daran, mit flachen Kombinationen nach vorne zu kommen. Erst später, mit Rückstand und der Einwechslung von Ragnar Ache, „verfiel“ man wieder in alte Muster.

Durch die Positionierung des FCSP ergab sich, wie auch auf der Gegenseite, eine Art Patt-Situation im Aufbauspiel. Diese konnte der FCK nur auflösen, wenn Marlon Ritter oder Tobias Raschl ihre Positionen verließen. Beide fielen daher auch mal auf die Außenbahnen oder tief in die Halbräume, um situativ Überzahlmomente zu schaffen. Das passierte aber sehr selten und wenn, dann auch eher langsam. Auch hier wirkt es so, als wenn sich noch einiges einruckeln muss. Aber der FCSP stand defensiv auch einfach sehr sicher und dürfte so noch das ein oder andere Team vor schwer lösbare Probleme stellen.

Smith rückt vor, Niehues nicht

Einen großen Unterschied zwischen den beiden Teams gab es im taktischen Bereich: Während Smith oft im Sechserraum zu finden war, bewegte sich Niehues nur selten in diesen Raum, baute meist aus der zentralen Innenverteidiger-Position auf. Dadurch konnten die beiden Schienenspieler, Zuck und Durm, sehr viel höher schieben. Teilweise standen sechs FCK-Spieler auf Höhe der letzten Linie des FCSP. Doch auch hier war fehlende Dynamik das große Problem.

Und so standen sich zwei Teams gegenüber, die zumeist über gute taktische Ansätze nicht hinauskamen. Der FC St. Pauli hatte sicher einige Vorteile, war besonders im Überspielen der ersten Linie sehr viel besser und hatte daher mehr Aktionen im gegnerischen Drittel. Ein klares Übergewicht war das allerdings nicht.
Im Laufe der ersten Halbzeit wurde der FCSP aber aktiver, variierte mehr in seinen Abläufen. Smith blieb auch mal zwischen den Innenverteidigern, sodass die Schienenspieler hochschieben konnten, wodurch dann Metcalfe und Saad mehr Freiheiten gewannen. Trotzdem blieben gefährliche Offensivaktionen im ersten Abschnitt stark von Einzelaktionen oder Ballgewinnen abhängig.

Leichte Umstellungen und mehr Rotation

Mit Beginn der zweiten Halbzeit waren einige Umstellungen beim FC St. Pauli erkennbar: Smith bildete mit zusammen Jackson Irvine eine Doppelsechs, während Marcel Hartel viel konsequenter in den Offensivräumen zu finden war. Durch die Doppelsechs konnten Saliakas und Ritzka etwas mehr und etwas höher auf den Außenbahnen kleben bleiben, welches dann wieder mehr Möglichkeiten im Zusammenspiel mit Saad und Metcalfe erzeugte.

Unabhängig von der Umstellung zeigte sich dann gewissermaßen, warum beide Teams in den ersten 45 Minuten so vorsichtig agiert hatten: die erste schlechte Sortierung des FCK nutzte der FC St. Pauli zur Führung aus. Die Zuordnung auf Irvine passte nicht, der dann Raum hatte und einen fantastischen tiefen Pass auf Saad spielte (der einen, im ersten Abschnitt schmerzlich vermissten, Tiefenlauf zeigte). Dieses Tor tat dem Spiel dann insgesamt sehr gut, wenngleich der FCK dadurch sehr unruhig wurde und weniger auf ein kontrolliertes Aufbauspiel setzte.

Fussball, 2. Bundesliga, 29.07.2023 - Aufbauspiel des FC St. Pauli in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern
Aufbauspiel des FC St. Pauli in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern
links: starke Mannorientierungen des FCK im Zentrum, insgesamt wenig Rotationen
rechts: Umstellung auf eine Doppelsechs im Aufbau sorgt in Verbindung mit Führungstreffer für etwas mehr Räume und Dynamik im FCSP-Spiel

Ache und FCSP-Pressing verändern FCK-Spiel

Was nun genau ursächlich dafür war, der Führungstreffer oder die taktische Umstellung, dass der FC St. Pauli sich im zweiten Abschnitt besser zurechtfand – keine Ahnung. Deutlich wurde aber auch, dass der FCK sehr viel von der Ordnung aus dem ersten Abschnitt verlor, weil der FCSP nun druckvoller presste und viel öfter aus seiner tiefen Grundordnung das Pressing auslöste. Kaiserslautern reagierte darauf mit langen Bällen, die spätestens mit der Einwechslung von Ache auch einen Abnehmer fanden. So zum Beispiel in der 65. Minute, als Ache das Luftduell gegen Smith gewann und Sekunden später nach einem eher glücklichen Zuspiel goldrichtig stand, um zum 1:1 einzunetzen – der Treffer war ein klassischer „Aus dem Nichts“-Moment.

Erneute Führung und altbekannte Abgeklärtheit

Dieser Ausgleichstreffer hätte, zusammen mit dem dann doch recht imposanten Betzenberg, ein Kipppunkt in der Partie darstellen können. Aber der FC St. Pauli konnte in dieser recht wilden Phase den FCK etwas besser bespielen, weil es gelang Saad und den inzwischen eingewechselten Afolayan in direkte Duelle zu bekommen. Die gingen zwar nicht immer positiv für den FCSP aus, aber Kaiserslautern musste auf beide Spieler auch immer mit mehreren Leuten reagieren und somit seine Mannorientierungen etwas fallenlassen. So war es dann auch ein Dribbling von Saad, welches für den Elfmeter und die erneute Führung sorgte.

Im Anschluss stellte der FC St. Pauli mit der Einwechslung von Hauke Wahl um: Hartel war fortan als falsche Neun unterwegs. Das Team zog sich weiter zurück, blieb aber gefährlicher durch etliche Kontersituationen. Nur ein weiteres Mal, als Ache am glänzend reagierenden Nikola Vasilj scheiterte, wurde es wirklich gefährlich um den Auswärtssieg.
Die letzten Minuten waren dann von Eckfahnentänzchen und Zolinski-Frustfouls geprägt – der FC St. Pauli brachte die knappe Führung in inzwischen schon gewohnter und abgeklärter Manier über die Zeit und sicherte sich so drei Punkte und damit einen perfekten Auftakt in die Saison 23/24.

Drei Punkte und viele Erkenntnisse

So sehr die Freude über die drei Punkte vorhanden ist, so groß sind aber auch die Fragezeichen, die sich aufgrund des Spiels ergeben haben. In diesem Spielbericht habe ich einen Namen nämlich noch gar nicht erwähnt (und das es vielleicht nicht aufgefallen ist, passt irgendwie): Andreas Albers. Der fremdelte noch sehr mit Tempo und Ansprüchen an ihn, war selten präsent und wenn, dann fiel er mit unglücklichen Offensivaktionen auf. Womöglich dauert es noch seine Zeit, bis Albers in das Spiel integriert wird. Defensiv war das ordentlich, aber offensiv war er gegen Kaiserslautern leider zu oft nicht so präsent, wie es ein Mittelstürmer in diesem Team sein sollte und angesichts der Spielweise auch sein kann. Das „Narrativ vom fehlenden Stürmer“ bekommt damit leider neues Futter.

Was passiert noch im Angriff?

Und zwar viel mehr Futter, als man es auf den ersten Blick vermuten mag. Denn Hartel auf die Stürmer-Position zu ziehen ist nicht viel mehr als eine B-Lösung. Klar, er machte seine Sache großartig, das würde er sicher auf jeder Position so machen. Hartel hat viele Eigenschaften, die es braucht auf dieser Position, ist agil, was ihm Vorteile gegenüber Innenverteidigern verschafft. Aber er besitzt auch viele Eigenschaften nicht, die dem FCSP auf dieser Position weiterhelfen würden (und ist im Achterraum einfach besser aufgehoben). Umso bemerkenswerter ist, dass Johannes Eggestein erneut keine Spielminute sammelte. Man darf gespannt sein, wie sich die Personalsituation auf der Mittelstürmer-Position beim FC St. Pauli noch entwickeln wird.

Zurück zum Spiel: Auswärts beim FCK gewinnen ist ein Statement des FC St. Pauli. Es gibt sicher kaum ein unangenehmeres Auftaktspiel als dieses. Gegen diesen Gegner glänzt einfach nichts und niemand, Schönheitspreise gewinnst Du auf dem Betzenberg nicht. Umso erfreulicher, dass sich der FCSP durch diese zähe Partie durchgebissen hat. Mindestens genauso erfreulich ist, dass man einige Arbeitsaufträge mitgenommen hat, um das eigene Spiel noch zu verbessern und zusätzlich drei Punkte im Gepäck hat. Der Auftakt ist gelungen, der erste Gradmesser zeigt, dass die Richtung die richtige ist.

Immer weiter vor!
// Tim

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13 thoughts on “1. FC Kaiserslautern vs. FC St. Pauli 1:2 – Kein Schönheitswettbewerb auf dem Betzenberg

  1. Von Albers war ich wirklich erschrocken… Technisch schwach, langsam und selbst bei Flanken nicht präsent. Das kann einfach nicht der Stürmer eines Teams im Aufstiegsrennen sein!
    Ich denke dass wir erst auf den Medic-Verkauf warten müssen, damit genug Geld für einen Top-Stürmer da ist, der zu 99% kommen wird. Bornemann wird nicht den gleichen Fehler wie 22/23 machen.

  2. Erschrocken war ich vor allem vom „Tempo“ Sinanis, dem Ache beim eigentlich besten Konter locker 10-15 Meter auf 35-40 Meter Laufstrecke abgenommen hat…
    Aber ja, Albers erinnerte an Maurides mit weniger Körper und wenig Technik…

    1. Mir ging es genauso mit Sinani. Aber Ache ist tempomäßig auch echt eine Rakete. Und in “Highlight-Videos“ wirkt er zum Glück dann doch gar nicht so langsam. Dennoch wundert es mich etwas, dass Sinani am stärksten als Linksaußen gesehen wird. Auf Basis seines Profils, Skillsets und Materials aus den Highlight-Videos hatte mich verwundert, dass er nicht primär als Nachfolger auf der Daschner-Position gesehen wird. Zumal er nicht den Speed von zb Saad oder Afolayan mitbringt und im Zentrum seine Spielintelligenz vielleicht noch mehr ausspielen kann.

  3. Was ich mich frage: Könnte Metcalfe vielleicht die Daschner-Rolle spielen? Dann könnte Hartel auf seiner zentralen Position bleiben und Saad und Dapo auf Außen spielen.

  4. Albers hab ich gar nicht so schlecht gesehen…hat viele Bälle festgemacht und ist viel angelaufen…die Zuspiele auf ihn für Kopfbälle waren teilweise nicht präzise genug (bei der Kopfballchance von Saad hätte ich mir gewünscht, dass Albers da gestanden hätte). Ich denke, wenn er mal das erste Tor macht, läufts.

  5. Vielen Dank für die Analyse! Apropos neuer Stürmer: Habe ich es korrekt wahrgenommen, dass Bornemann in der Vorberichterstattung aus Hamburg dazugeschaltet wurde, obwohl er sonst mitfährt? Stimmt da überhaupt meine Auffassung, dass Bornemann „immer“ mit zu dem Auswärtsspielen fährt?
    Denn wenn dem so ist, könnte es ein Indiz für einen bevorstehenden Transfer sein (evtl. des erwähnten Stürmers)!

    Die Abwesenheit von Bornemann fiel mir jedenfalls auf und ich bin gespannt, ob du, Tim, oder ihr anderen Leser:innen, meiner Vermutung zustimmen oder dieser widersprechen kannst bzw. könnt!

  6. Ich glaube der FC St.Pauli braucht unbedingt wieder einen hochgewachsenen, stämmigen Strafraumstürmer, der dir 15-20 Saisontore garantiert.
    Mein Favorit auf diesen Posten ist auf jeden Fall Giorgi Kvilitaia.
    Der 29-jährige Georgier steht noch bis Sommer 2024 bei Apoel Nikosia auf Zypern unter Vertrag und verfügt über stolze 1.93 Meter Körperlänge.
    Vergangene Saison hat er insgesamt 16 Scorer in 33 Spielen geliefert, traf unter anderem gegen die international spielenden Clubs Omonia Nikosia und Apollon Limassol.
    Er glänzte ebenfalls durch Führungsstärke, weshalb er letztes Jahr insgesamt 24 mal die Kapitänsbinde tragen durfte.
    Mich erinnert der 35-malige Nationalspieler von seiner Spielweise her sehr an Burgstaller, da er neben der körperlichen auch noch über eine spielerische Komponente verfügt.
    Finanzierbar wäre er wohl aber nur bei einem Medic-Abgang.

  7. Ich war im Stadion, ebenso wie übrigens unser Sportdirektor, ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen. Falls er jemanden verpflichtet hat, muss das in den Katakomben des Betzenbergs gewesen sein.
    Zum Spiel eine Frage: Was will eine Heimmannschaft, die dem gegnerischen Torhüter zehn bis fünfzehn Sekunden katatonisch dabei zusieht, wie er in aller Ruhe den Ball am Fuß hält und keine Anstalten macht, ihn weiter zu spielen? Zeit gewinnen? Kräfte einteilen? Strategien entwickeln? Kaiserslautern hat es nicht mal versucht, stabil nach vorn zu spielen. Schon arm irgendwie.
    Ich finde, wir haben darauf kontrolliert und pragmatisch reagiert – ich teile die Kritik nicht, dass wir ein überwiegend schwaches Spiel gemacht haben. Wir haben uns nicht locken lassen und trotzdem – in Hälfte zwei – ausreichend Chancen für einen Sieg herausgespielt. Ich fürchte, das Spiel am kommenden Samstag wird nicht sehr viel anders aussehen, wenn ich an unser letztes Heimspiel der vergangenen Saison denke. Düsseldorf wird alles wegverteidigten wollen und auf ein, zwei Konter pro Hälfte setzen. Gut: Klarer ist nicht mehr dabei, der war der beste Defensive der Düsseldorfer im Mai.

    1. Es beruhigt mich, dass auch jemand anderes die Mannschaft stärker gesehen hat. Was da teilweise am Lauterer Strafraum los war, war schon beeindruckend. Wir sind mit einem sehr guten Gefühl aus dem Stadion gegangen.

    2. Moin Jordy,
      ich stimme Dir mit Deiner Analyse zu, gerade in Bezug auf die völlig deskruktive Heimmannschaft.
      Auch ich war im Stadion
      Als Fan des FCK wäre ich total sauer auf den Chefcoach
      Da spielst Du den Saisonauftakt vor 45.000 Zuschauern (die leicht zu begeistern waren) und dann stellt
      Du Dich im Heimspiel in der eigenen Hälfte auf und hast die Hosen bis zum Anschlag voll…..totaler Angsthasen-Fußball
      Dass hier gestern kein Fußballfest stattgefunden hat, lag ausschliesslich am FC Kaiserslautern
      Unser Elf habe ich so schlecht nicht gesehen. Sie hat das sauber und ohne Nervosität runtergespielt
      Frag mal unseren Torwart (Vasilj), wieviel Bälle er tatschich festmachen musste !???
      Die Defensive steht gut, nie hatte ich das Gefühl, dass etwas anbrennt
      Und Auswärts dann 2 Tore zu schiessen ist so schlecht nicht
      Es war eher ein Sieg im Stile einer Spitzenmannschaft und „der Gaul spring halt nur so hoch wie er muss“
      Und Schönheitswettbewerbe will unser Coach Hürzeler sowieso nicht gewinnen
      Ich freue über die 3 Punkte in einem schweren Auswärtsspiel und bin nicht bange vor den nächsten Aufgaben
      Forza FCSP

  8. Moin,
    auch ich war im Stadion und zum ersten Mal auf dem Betze.
    Ich sah ein starkes Spiel unserer Mannschaft, denn wollen wir mal ehrlich sein: auswärts war nicht unbedingt immer unsere Top-Performance. Diese Stärke der Rückrunde wurde in dieses Spiel mitgenommen. Albers hat mir als Anspieler gut gefallen, aber dies ging leider zu Lasten seiner Torchancen. Was mir in der Analyse fehlte, ist die gute Lösung mit unseren 6ern, die nach Anspiel oft mit einem Direktspiel auf unsere Außenspieler das Pressing der Lauterer auflösten. Es fehlte dann am Ende oft der letzte Zug nach vorne. Es wurden auch 4-5 Diagonalbälle als Spielverlagerung gespielt, welches ich auch wieder als ein zusätzliches Mittel verstehe, um den Gegner in Bewegung zu bringen und selbst Überzahl auf den Flügel zu ermöglichen. Die kamen auch alle an, was für mich ein klares Statement zu guten Trainingsergebnissen ist. Diese Abgeklärtheit unseres Spiels war am Ende der Winner des Spiels und es macht richtig viel Spaß zuzusehen. Die Stimmung im gesamten Stadion war der Hammer. Männer in braun-weiß, weiter so und wir werden eine sehr geile Saison erleben.

  9. Mir ist der Blick aufs Spiel auch zu negativ. Man war klar dominierend, hatte nur eine wilde Phase nach dem 1-0, als man sich von der Hektik hat anstecken lassen. Daher viel das 1-1 für mich auch nicht aus dem Nichts. Man hat da einfach keine Ruhe reinbekommen. Ganz anders zum Glück nach der erneuten Führung.

  10. Danke Tim mal wieder für Deine Analyse. Ich sah das Spiel unserer Jungs (im TV nicht Stadion) allerdings ähnlich wie einige Vorschreiber, ziemlich positiv. Ja, das war kein Hurra-Fussball aka Walter-Ball, aber dafür viel ausgewogener und kontrollierter. Was mich vor allem sehr zuversichtlich stimmt ist die Flexibilität, so dass Hürzeler und das Team eigentlich immer wenn es notwendig wird Anpassungen in ihrer taktischen Ausrichtung vornehmen können.

    Auch wie sie auf Gegentreffer und einem dann hochkochenden Betzenberg reagiert hat, fand ich herausragend. Früher wäre das so ein Spiele gewesen, wo wir dann gerne mal eingebrochen wären und am Ende noch 3:1 verkacken. Aber am Samstag haben die Jungs nach dem Tor, vom Anstoss weg direkt wieder auf Angriff umgestellt und dem FCK sofort versucht wieder den Zahn ziehen.

    By the way: Von Albers war das zwar kein Sahneauftritt, aber ich find man konnte Ansätze erkennen. Ich fand ihn technisch gar nicht schlecht und war auch von seiner Beweglichkeit etwas überrascht. Erinnerte mich im Ansatz ein bisschen an Vehrmann. Mal schauen wie der sich noch entwickelt. Aber es wird auf sicher noch ein Stürmer kommen. Bin gespannt was Bornemann dann aus dem Hut zaubert. Und hoffentlich findet Sinani noch den Turbo… 😉

    Aber alles in allem bin ich wirklich sehr optimistisch das wir eine sehr geile Saison erleben werden und jetzt im verflixten 13. Jahr in Folge endlich mal wieder in die 1. Liga aufsteigen können/werden. Aber mal schauen wichtig ist immer das nächste Spiel. Dann lasst uns alle gemeinsam die Fortuna am Samstag aus dem Millerntor fegen.

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