Unklare Klarheit

Unklare Klarheit

Nach einem Bericht darüber, dass Fabian Hürzeler bereits als neuer Trainer des VfL Wolfsburg gehandelt wird, gibt der FCSP-Trainer ein klares Bekenntnis zum FC St. Pauli ab. Oder?
(Titelbild: Stefan Groenveld)

Ein Kommentar von Tim

Es ist mal wieder so ein Fall, bei dem die Grenzen unserer Arbeit ausgetestet werden. Wir als MillernTon möchten uns nicht an Spekulationen rund um Transfers beteiligen. Wir sind überzeugt, dass man durch solche Artikel im Zweifel sogar Diskussionen noch anheizen oder beeinflussen könnte.

Und sowieso droht man als Medium bei einer Berichterstattung über Transfergerüchte zum Spielball von Vereinen oder Berateragenturen zu werden. Das wollen wir nicht. Bedeutet dies, dass wir die Geschehnisse und Gerüchte ignorieren? Natürlich nicht. Haben wir zu solchen Themen schon mal mit Beratern (muss man leider nicht gendern) oder Personen aus dem Verein gesprochen? Ja, klar. Aber wollen wir uns auch zu solchen Themen äußern und Dinge preisgeben, die so woanders nicht zu lesen und mit großer Unsicherheit behaftet sind? Nein, auf keinen Fall!

Super Stimmung in Wolfsburg

Jetzt kommt dann aber die Einschränkung zum „auf keinen Fall“. Denn das nun schon seit Monaten schwelende Thema der stockenden Vertragsverhandlungen zwischen Fabin Hürzeler und dem FC St. Pauli hat eine Art Schwelle erreicht. Sowohl in Sachen Berichterstattung, als auch in der Absurdität der Vorgänge. Das Abendblatt hatte am Freitag in einem langen Artikel (€) davon berichtet, dass die Verantwortlichen beim VfL Wolfsburg „bei Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen bereits damit geworben haben, dass sie nächste Saison im Optimalfall unter dem 30-Jährigen spielen würden.“

Gemäß dem Fall, dass diese Info stimmt, ist in dem Licht was auf den VfL Wolfsburg scheint, ein ziemlich dürftiges Bild zu erkennen. Denn der Trainer der Wolfsburger heißt aktuell Niko Kovac, dessen Vertrag über den Sommer hinaus Gültigkeit besitzt. Wie findet der das wohl, dass nun geschrieben wird, dass der Verein bereits in Gesprächen mit Neuzugängen einen anderen Trainer nennt und dass es in dem Artikel auch darum geht, was passiert, wenn er vorzeitig entlassen wird? Die Stimmung beim VfL Wolfsburg dürfte aktuell jedenfalls richtig klasse sein.

Und gemäß dem Fall, dass diese Info stimmt, bekäme auch das Bild von Fabian Hürzeler mächtige Kratzer. Denn stockende Vertragsverhandlungen sind das eine. Sich während dieser Saisonphase mit anderen Vereinen zu treffen, um über einen Vertrag ab Sommer zu sprechen, wäre schon ein echt starkes Stück. Denn Hürzeler betonte zuletzt immer, wie fokussiert er auf die Arbeit beim FC St. Pauli ist und wie wenig die stockenden Vertragsverhandlungen seine Arbeit beeinflussen. Gespräche mit anderen Clubs in der jetzigen Phase wären so ziemlich das Gegenteil davon.

Hürzeler „will bleiben“…

Am Samstag nach dem 3:2-Erfolg gegen Fürth äußerte sich Hürzeler ziemlich klar zu dieser Sache (und das ist der Grund, warum nun auch wir dazu schreiben, weil es eben eine Primärquelle gibt). Angesprochen auf den Bericht erklärte er, dass ihn dieser „extrem irritiert und auch extrem genervt“ habe. Vielmehr sagte er: „Ich hab den Verantwortlichen klar mitgeteilt und dem Verein auch, dass ich gerne hier beim FC St. Pauli bleiben will.“ Dieser Wunsch von Fabian Hürzeler gelte für beide Ligen, bestätigte er auf Nachfrage. Ganz grundsätzlich werde „viel geschrieben darüber und auch viel falsch dargestellt muss ich sagen, weil es von meiner Seite Klarheit gibt.“

Mit dem VfL Wolfsburg, so der 30-jährige FCSP-Chefcoach, habe er sich nicht getroffen: „Nein, nein, es wäre von meiner Seite aus widersprüchlich, wenn ich auf der einen Seite sage, dass ich gerne bei St. Pauli bleiben möchte und mich dann mit anderen Vereinen treffe. Ich habe davon auch mitbekommen und auch von anderen Vereinen schon mitbekommen. Aber was ich sagen kann – und ich bin jemand, der ein sehr, sehr ehrlicher Mensch ist und Ehrlichkeit bei mir ein hoher Wert ist, weil ich auch so erzogen worden bin – dass ich mich definitiv mit keinem getroffen habe und St. Pauli mein allererster Ansprechpartner ist.“

Fabian Hürzeler dementiert also persönlichen Kontakt zum VfL Wolfsburg und erklärt, dass er gerne beim FC St. Pauli bleiben möchte. Alles chico also? Wird endlich zeitnah Tinte unter den opultenten, aber hochverdienten Vertrag geschmiert und aus purer Freude darüber gewinnen wir auch noch die restlichen 14 Saisonspiele? Nein, es ist alles wie immer, die Platte hat nen Sprung. Aber das Rad der Berichterstattung dreht bei diesem Thema etwas durch.

…aber zu welchen Bedingungen?

Denn Fabian Hürzeler betonte auf Nachfrage, ob diese „Ich will bei St. Pauli bleiben“-Aussage nun neu sei: „Nee, das habe ich schon immer gesagt.“ Wenn also irgendwo geschrieben steht, dass Hürzeler ja jetzt ein „Bekenntnis zum FC St. Pauli“ abgegeben habe – und ehrlich gesagt steht das überall – dann ist das eigentlich keine wirklich neue Nachricht. Denn er sagte einfach das gleiche, was er in den Wochen und Monaten zuvor auch schon gesagt hat. Vielleicht mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass er nun das Wort „wollen“ verwendete anstelle von „kann mir vorstellen zu bleiben“. Aber ist das nun DIE Nachricht? Nein, sicher nicht. Aber die Schlagzeile „Hürzeler will bei St. Pauli bleiben“ klickt halt einfach so gut.

Wie nah man allerdings einer Vertragsverlängerung ist, dazu wollte sich Hürzeler nicht äußern „Das ist ein Thema, was intern ist und was auch intern bleiben soll.“ Und wie lange soll das alles noch andauern? „Das bleibt auch intern.“ Er betonte aber, dass es „von seiner Seite“ Klarheit in dieser Sache geben würde. Nur bedeutet das natürlich nicht, dass man sich auch schnell einig werden kann. Die Aussage bedeutet nur, dass es eine klare Position bei den Vertragsverhandlungen gibt (welche z.B. auch das Wort „Ausstiegsklausel“ beinhalten könnte). Kann auch sein, dass die andere Seite, der FC St. Pauli, in dieser Sache ebenfalls völlig klar ist (und z.B. das Wort „Ausstiegsklausel“ eben durchstreichen möchte). Klar ist weiterhin also nur, dass völlig unklar ist, wie die Entscheidung ausfallen wird.

Same old story

Und so bleibt alles beim Alten. Die Verhandlungen um einen neuen Vertrag zwischen Fabian Hürzeler und dem FC St. Pauli sind weiterhin völlig offen. Beides scheint möglich zu sein: Ein neuer Vertrag oder ein Ende der Zusammenarbeit im Sommer. Das ist eigentlich die einzig berichtenswerte Info zu diesem Thema und sie ist seit Monaten unverändert. Denn wirklich was Neues hat Fabian Hürzeler zu der Sache nicht gesagt.

Eines wird nun aber immer deutlicher: Es ist wichtig, dass es bei diesem Thema bald Klarheit in Form von einer Entscheidung gibt. Weil man intern, so gut wie möglich, Planungssicherheit über die Saison hinaus benötigt. Und weil das Thema extern, auch aufgrund der immer höher werdenden Frequenz der Berichterstattung, langsam aber sicher zur Belastung wird. Für Fabian Hürzeler. Für den FC St. Pauli. Inzwischen auch für Niko Kovac.

// Tim

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28 thoughts on “Unklare Klarheit

  1. Wenn es tatsächlich um eine Ausstiegsklausel geht, dann sprichst du ja schon exakt das Problem an. Ein Verein, bei dem es läuft, braucht Planungssicherheit. Und die hat er nicht, wenn der sportlich wichtigste Mann im Mai sagen kann: „Jungs, war schön mit euch, aber ich gehe jetzt zu SV Plattengülle.“ Oder noch schlimmer: Die Klausel gilt auch für einen Ausstieg mitten in der Saison.

  2. Wichtig scheint mir auch der Satzteil „ich will“ in „ich will beim FCSP bleiben.“
    Will der FCSP es auch? Und zu welchen Konditionen?
    Das verändert nichts an Tims Fazit oder am Stand (seit Monaten): Man ist in Verhandlungen.

  3. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein Vertrag mit Ausstiegsklausel geben wird – wer sollte davon wirklich profitieren? Es zeigt zumindest, dass die Agentur von FH ihm noch keine gute Alternative bieten kann und er tatsächlich mit niemandem sprechen braucht. Die Verhandlungen (so sie nicht nur reine Show sind) darüber bringen seiner Seite Zeit, sind also ein Wette darauf, dass eben etwas zeitnah woanders passiert.
    Wenn es schon einen festen Interessenten gäbe, hieße die Klausel Verzicht auf eine ähnliche Summe Handgeld, kann man dann vielleicht Abschiedsgeschenk nennen. Ist aber vergiftet, da sie unsere Position in der Nachfolgersuche stark schwächt. Welcher Top-Kandidat hält sich ohne Gegenleistung frei bis zu einer Deadline um dann eventuell oder auch nicht unterschreiben zu können? Kloppo vielleicht, macht halt sonst ein Jahr länger Pause, dass Warten lohnt sich ja…
    Die einzige sinnvolle Konstellation einer Trainer-Ausstiegsklausel, die ich sehe, wäre ein internes Aufrücken, quasi eine Kronprinz-Rolle unter unseren Co- oder U-Trainern und die springt mir jetzt nicht zwingend ins Auge.
    Die Position des Cheftrainers halte ich persönlich auch für zu wichtig, als dass ich da im nächsten Jahr zwar 3 Mio mehr in Spieler investieren kann, aber dafür nur einen der dann noch nicht anderweitig untergekommenen Trainer auf die Bank bekomme. Bin da leider bei AB, hart bleiben, Deadline zeitnah setzen und Konsequenzen ziehen, kann uns dann aber mit Pech auch den Aufstieg kosten, wenn es dann doch mit der Professionalität oder dem Standing in der Kabine nachlassen sollte.
    Insgesamt kratzt das schon ziemlich an FHs Reputation, da sollte er vielleicht so langsam Mal seine Agentur überstimmen.

  4. Fabian Hürzeler ist ein intelligenter und cleverer Mensch, der mit seinen Aussagen bewusst Spielchen austrägt. Der „Schwarze Peter“ soll nun wieder bei St. Pauli liegen. Schluss mit den Spielchen!

  5. Moin.
    Das Thema nervt… – eigentlich schon eine ganze Weile.
    Klar wünscht man sich von seinem Trainer ein bedingungsloses Treuebekenntnis aber mal ehrlich, fakt ist doch: Wenn ein „grosser Verein“ (wie immer man auch einen grossen Verein definieren will) kommt und einen Trainer oder Spieler unbedingt haben will, dann bekommt er diesen auch. Mit dem kleinen Einwand:der Trainer/Spieler will das auch was aber in der Regel so ist. Dies wird trotz dem Willen und dem aktuell klaren Bekenntnis ligaunabhängig bei St.Pauli Trainer sein zu wollen auch bei Fabi so sein. Warum sollte er ansonsten auf einer Ausstiegsklausel bestehen ?

    Schlussendlich geht ist wohl wieder nur um Kohle. Ohne Ausstiegsklausel ist er eben weg (ausser es steht ein Betrag in der Ausstiegsklausel) und mit Ausstiegsklausel ist er auch weg, nur dass dann eine Ablöse fällig wäre. Wie hoch diese ist ? Keine Ahnung….. bei Nagelsmann waren es 25 Mio, bei Fabi wohl geschätze 2 oder 3 Mio – wenn überhaupt.
    Einen richtig grossen Verein (dazu würde ich zum Beispiel auch Leverkusen zählen) würde das nicht wirklich abschrecken und ein anderer Verein wäre wohl für Fabi nicht wirklich interessant wenn er stattdessen Trainer unseres „glorreichen FC St.Pauli“ sein könnte. Das zumindest würde ich mir wünschen.
    Bei diesem unrühmlichen Geschacher werden alle nur beschädigt. Je länger das geht – desto mehr wird dies der Fall sein.

    Das ist nur die Meinung eines kleinen Fans (also meine) der keinen wirklichen Einblick in die Faktenlage hat.
    Vielleicht gibt es ja ein ganz anderes Problem. Erfahren werden wir das wohl erst wenn Fabi tatsächlich seinen Vertrag nicht verlängern würde oder falls doch er dann aus diesem Vertrag aussteigt.

    nen Gruss Uwe

  6. Ganz klar, laßt ihn doch den Vertrag mit Ausstiegsklausel unterschreiben. Die Höhe der Ablöse sollte verhandelbar sein. Reisende hält man eh nicht auf. Wenn die Säbener Straße o.ä. kommt ist er so oder so weg. Und einen neuen erfahrenen Bundesligatrainer, welcher zum FC St.Pauli paßt, wird zu finden sein. Ich denke nur an Lienen, Schnecke, Liedke, oder auch wieder Schultz….

  7. Tim, du lässt einen der drei Akteure in diesem immer absurderen Spielchen aus: ROOF, die Agentur bzw. Berater von Hürz. Hier ist aber ein genauer Blick drauf wichtig. Es ist eher so die Agentur oberes Regal wenn man ihrer Webseite glaubt. Deren Interesse ist primär monetär gesteuert. Denen ist egal in welchem Verein Hürz angestellt ist. Fakt ist auch dass er der Shooting Star unter den Trainern ist, der easy woanders gut siebenstellig verdienen könnte. Bei uns bleibt es sechsstellig und dies ist dann automatisch deutlich weniger Geld für die Agentur.

    Nun sollte nur noch mal die Frage geklärt werden, welche der drei Parteien falsch spielt – denn alle drei Aussage (will bleiben/Wolfsburg(LOL)/keine Kommunikation möglich) passen nicht ineinander; und wer nach und nach Gerüchte und colorierte Faktenschnipsel an die Öffentlichkeit gibt.
    So langsam schadet es allen drei Parteien mehr als der erhoffte Mehrwert Ausstiegsklausel bringen würde.

    Und leider nähern wir uns einer Situation die wir schon mal hatten in einer Rüchrunde. Und das ist maximal unschlau. Und die Presse ist nun heiß und wird sicherlich nicht nachlassen jetzt. Wie es damals ausging ist allen noch bewusst.

    Trust in Borne
    Never trust a …

    1. Zumindest den Vergleich mit besagter Rückrunde sehe ich überhaupt nicht.

      Damals ging es um Spielerverträge die ausliefen die der Vertrag nicht verlängern wollte. Da denkt jeder an seine eigene Zukunft. Ist doch klar, dass das in den Köpfen und in der Kabine rumort.

      Dazu kam Burgstaller, der zu seiner Frau ziehen wollte und die Verträge von Hürzeler und Favré, die fertig vorlagen, jedoch erst sehr spät unterschrieben wurden.

      In dieser Rückrunde geht es nur um Hürzeler und Hartel.

      Hartel hat klar geäußert was er will. Haken dran.

      Hürzeler befindet sich in Verhandlungen. Es geht um Vertragdetails. Fertig.

      1. Ich denke mal Alex meinte Stani der damals fröhlich die neue Hoffenheim Saison plante, anstatt sich 1910%ig auf unsere Rückrunde und die fehlenden paar Pünktchen zu konzentrieren.

        1. Ja, o.k. Der Vergleich passt besser.

          Aber zum einen bin ich mir unsicher, ob Stanis Abgang wirklich der ausschlaggebende Punkt für unsere schlechte Rückrunde war, zum anderen macht das alles auf mich gerade überhaupt nicht den Eindruck als gäbe es da wirklich Parallelen zu 2011.

          Stani hat Mitte April 2011 seinen Abschied bekannt gegeben. Damals haben wir seit dem 16. Februar alle Spiele verloren.

          Ich glaube nicht, dass Hoffenheim schon Mitte Februar Gespräche mit Stani führte, wo doch Pezzaiuoli erst am 01.01.2011 einen Vertrag als Cheftrainer bekam und ebenfalls erst Mitte April von seiner Beurlaubung erfuhr.

          Ich glaube eher, dass Stani am 29. Spieltag selbst nicht mehr an den Klassenerhalt glaubte und deswegen das Angebot von Hoffenheim im April annahm.

          Die Situation jetzt ist aber eine ganz andere. Selbst wenn Hürzeler mit dem Gedanken spielen sollte im Sommer zu einem anderen Verein zu wechseln, wie Medien mutmaßen, ist er 1910% auf St.Pauli fokussiert.

          Das beweisen die 9 Punkte die wir bisher in der Rückrunde geholt haben und das beweist auch, dass Hürzeler im Pokalspiel in der 120igsten Minute fast im Alleingang die Gegengerade abgerissen hat.

          Das alles spricht nicht dafür, dass der Trainer sich gerade mehr Gedanken darüber macht, welche Spieler er im Sommer für Wolfsburg, Leverkusen oder Liverpool verpflichten will, als wen er nächste Woche gegen Magdeburg aufstellt.

          Und mal ganz abgesehen davon: Wolfsburg? Ernsthaft?

          Warum sollte jemand zu Wolfsburg gehen wollen, der 2025/26 mit St. Pauli Europaleague spielen könnte? 🤷‍♂️😉

          Cho-cho

    2. Da ist auch meine Wahrnehmung. Hürzeler lügt sicher nicht, wenn er sagt, er spreche mit keinem anderen Verein. Aber gilt das auch für seine Agentur? So etwas hat man gemeinhin, um in Ruhe arbeiten zu können und zu gegebener Zeit die Unterschrift unter ein Papier zu setzen.

      Na ja, warten wir es ab. Alternativen dazu gibt es eh keine.

  8. Wenn wir weiterhin jedes Wochenende drei Punkte holen, reicht es mir wenn der Trainer den Vertrag im Mai mit 10 Astra im Kopf auf der Aufstiegsfeier unterschreibt.

    Denn mal im Ernst: Es ist eine Vertragsverhandlung zwischen Verein und Trainer. Hürzeler hat jedes Recht für sich die bestmöglichen Konditionen auszuhandeln. Bornemann hat die Pflicht die für den Verein bestmöglichen Konditionen raus zu holen.

    Und wenn das Zeit braucht, dann braucht das eben Zeit. Solange das keinen Einfluss auf die Leistungen auf dem Platz hat, soll es eben so sein.

    1. Wort drauf, so ist es!

      Kicker, Abendblatt und co schreiben diese Gerüchte ja auch nicht ohne Eigeninteresse. Man verkauft halt weniger Zeitungen mit der Nachricht „Nix los, läuft alles wie gehabt gut“, da ist es interessanter rumzuspekulieren.

      Und so werden Schüsse ins Dunkel veröffentlicht und jedes noch so kleines, potentielles Haar in der Suppe hochgejazzt.

  9. Sehr gute Analyse. Ich tatsächlich dafür, dass man beim neuen Vertrag Fabian Hürzeler entgegenkommt (z.B. Ausstiegsklausel). Das Risiko ist zu groß, dass der Aufstieg in Gefahr gerät. Oder auch Marcel Hartel nicht verlängert, solange Hürzeler in der Schwebe ist.

  10. Eigentlich komisch, einen Vertrag inklusive einer Ausstiegsklausel zu verlängern, die quasi sofort greift. Was bringt ein Vertrag, wenn er für eine Seite so gar nichts Verbindliches hat? Und wie soll man die nächste Saison planen, wenn der Trainer im Sommer einfach abhauen kann? Ich fänd eine Ausstiegsklausel ab Sommer 2024 schon extrem merkwürdig.

    Trotzdem: als Verein sollte man sich, wenn es anders gar nicht geht, drauf einlassen. Weil Hürzeler ab 2025 sowieso weg ist. Und es schwer vorstellbar ist, dass er nach dem jetzigen Lippenbekenntnis und einer Verlängerung im Sommer 2024 einfach abhaut und sehenden Auges vom Aufstiegsheld zur persona non grata wird. Das wird er sich nicht antun.

  11. Klar ist doch, dass jeder Trainer gehen kann, wenn er will. Kein Verein wird einen Trainer halten wollen, der aufgrund einer verweigerten Freigabe für einen sportlich „besseren“ Verein demotiviert ist. Wenn Leverkusen o. Ä. anklopft und Hürzeler sagt „Ja“, dann ist er weg. Mit oder ohne Klausel. Auf der anderen Seite weiß Bornemann dies ebenfalls, weshalb es sicherlich wenig Sinn macht, aus Prinzip keiner Klausel zuzustimmen.
    Für mich ist daher die spannende Frage, welchen Inhalt jene ominöse Klausel hat, so dass Bornemann sie unbedingt nicht im Vertrag stehen haben will, während Hürzeler darauf beharrt. So eine richtige Idee dazu habe ich nicht. Einzig den Gedanken, dass es mal wieder um das schnöde Geld geht. Die Möglichkeit eines (fast) kompensationslosen Ausstiegs würde Hürzeler in seinem Streben nach einem Trainerposten bei einem besser aufgestellten Verein sicherlich helfen (dass Hürzeler nicht mit Herzblut bei uns ist, sollte ja mittlerweile klar sein – ist aber auch völlig i.O.) , da er dann für andere Vereine quasi wie „nicht beschäftigt“ ist. Aber darauf sollte und wird sich der Verein nicht einlassen, also streitet man!?

    Nichtsdestotrotz brauchen wir wirklich bald Klarheit. Weniger wegen der Leistung des Teams (darüber mache ich mir aktuell keine Sorgen), sondern wegen der Planungen für die nächste Saison. Nicht zu wissen, wie unter wem gespielt wird, ist sicherlich nicht förderlich, um Spieler von unserem Verein zu überzeugen. Hinzu kommt ja eh, dass wir wohl wieder lange Zeit zweigleisig planen müssen. Also bitte, einigt euch schnell! Oder lasst es bleiben…

    1. Sehe ich nicht ganz so. Dass ein Trainer im Sommer, also zwischen zwei Saisons, einen Verein verlässt, ist zum Beispiel eher unüblich. Weil es sowohl für den abgebenden als auch für den neuen Verein nicht optimal ist. Da werden die Weichen eigentlich immer früher gestellt. Bei Spielern ist das anders.

    2. Sehe ich ganz und gar nicht so.

      Hürzeler identifiziert sich meiner Meinung nach aktuell zu 1910% für den FC St. Pauli. Guck dir doch mal an, wie der die Mannschaft einstellt und wie der nach dem Tor in der 120igsten die Gegengerade abgerissen hat.

      Ihm mangelnde Identifikation zum Verein vorzuwerfen finde ich schon sehr unfair.

      Natürlich ist Hürzeler ein sehr ehrgeiziger Trainer, der nur noch acht Jahre Zeit hat um jüngster Trainer zu werden, der jemals die Champions League gewonnen hat.
      Ihm aus diesem Ehrgeiz, von dem St. Pauli gerade profitiert, einen Strick zu drehen, ist meiner Meinung nach nicht angebracht.

      Hürzeler hat wie jeder andere Arbeitnehmer auch das Recht seine Vertragsbedingungen zu verhandeln. Das was da Verhandlungsmasse ist, geht uns eigentlich überhaupt nichts an und sollte erst recht nicht genutzt werden, um an der Reputation des Trainers zu kratzen.

      Und was das Thema zweigleisige Planung angeht: Wenn wir so weiterspielen wie bisher in der Rückrunde, haben wir Mitte April ja endlich Planungssicherheit. 😉😉

      1. du schreibst es doch selbst… „wie jeder andere Arbeitnehmer“ – und genau das sind wir für ihn: ein Arbeitgeber.
        Es lag und liegt mir übrigens gern, ihm „einen Strick daraus zu drehen“. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Hürzeler bei einem interessanten Angebot weg sein wird, weil er – anders als wir – eben nicht mit Herzblut an unserem Verein hängt. Was wirklich völlig in Ordnung ist.

        Ansonsten bleibe ich dabei: sobald die Zeit kommt, in der man mit dem Spielern ernsthaft in Kontakt tritt, muss seine Zukunft geklärt sein. Welcher (umworbene) Spieler lässt sich denn auf einen Verein ein, bei dem der Trainer den Standpunkt vertritt, „Hey, ich könnte mir sich hier echt gut vorstellen, aber, ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht, ob ich noch hier sein werde!?“

        1. Ich finde das sind keine Gegensätze. Herzblut für einen Verein zu haben, seine Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen und über die eigene Karriere nachzudenken.

          Wenn Tim übermorgen den Job des Chef-Analysten von Bayern München angeboten bekommt und deshalb keine Zeit mehr hat hier für uns um 5:00 Uhr Nachts irgendwelche Spielberichte ins Internet rein zu tippern, dann unterstellt ihm ja auch niemand „kein Herzblut“ für den Millernton oder den FC St. Pauli zu haben.

          (Sorry für das doofe Beispiel)

          Oder Jürgen Klopp. Klar hatte der Herzblut für Mainz oder Dortmund. Trotzdem ist er dann irgendwann nach Liverpool gegangen.

          Ich kenne Hürzeler nicht persönlich, aber auf mich wirkt er so, als sei er gerade mit jeder Faser seines Körpers St. Pauli. Vertragsverhandlungen hin, Vertragsverhandlungen her.

          1. 1910 % Einsatz für den Arbeitgeber kann und muss man von jedem unserer hochbezahlten Profis verlangen. Wer das nicht bringt, hat im Profi-Fußball nichts verloren. Das liegt im Übrigen auch im Eigeninteresse unserer Ich-AGs (und das sind ab NLZ nun mal fast alle Beteiligten). Herzblut sieht für mich allerdings anders aus.

            Ohne mich mit dir streiten zu wollen… aber bei Tim liegt es ja auf der Hand, weil er das Ganze hier schon lange leidenschaftlich und ohne Entgeld (geschweige denn mit Profi-Vertrag) macht.
            Und bei Klopp leider auch… Falls Hürzeler nach 18 Jahren beschließt, mal bei einem größeren Verein zu arbeiten – ich denke, niemand würde daran zweifeln, dass ihm der Verein wirklich etwas bedeutet. Selbst nach 9 Jahren wie in Liverpool oder auch nur den 7 beim BVB (inklusive freiwiligem Rücktritt, wenn ich mich recht erinnere) würde man es Hürzeler abkaufen, dass der Verein ihm wirklich was bedeutet. Jedoch nicht, wenn man auf seiner ersten Profi-Station sich nach sieben MONATEN einer Vertragsverlängerung wegen einer Klausel verweigert, die den eigenen Absprung begünstigt.

            Noch mal: Ich finde nicht, dass man Hürzeler daraus einen Vorwurf machen sollte, ich finde auch nicht, dass das in irgendeiner Form für seine Trainerfähigkeit von Relevanz ist. Ich finde jedoch schon, dass man ihn bei aller Begeisterung über seine Erfolge auch nicht romantisieren sollte. Hürzeler wird, wenn er die Chance sieht, sich bei einem anderen Verein besser zu entwickeln bzw. mehr zu erreichen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gehen – egal, was das für unseren Verein bedeutet. Daran ist indes nichts Verwerfliches. Eine ganz normale Angestellte-Arbeitgeber-Beziehung im Profi-Bereich halt.

  12. Ich verstehe nicht, was aus Vereinssicht gegen eine Ausstiegsklausel spricht, solange diese mit einer Ablöse verbunden ist. Mal ganz emotionslos wirtschaftlich betrachtet: ohne neuen Vertrag ist Hürzeler im Sommer weg. Ohne dass wir etwas davon haben.
    Eine Ausstiegsklausel, die auch schon im Sommer 24 greift, würde in diesem Fall immerhin noch Geld in die Kasse bringen. Und auch später, da ja offenbar Konsens herrscht, dass auch wenn wir mit ihm in die 1. Liga aufsteigen, er langfristig nicht zu halten sein wird.
    Also was spricht gegen eine Ausstiegsklausel?

    1. Zehn Tagen sind vorbei und wir sind noch am gleichen stand (https://www.mopo.de/sport/fc-st-pauli/irgendwann-sind-alle-argumente-ausgetauscht-bornemann-gibt-huerzeler-update/).

      Ich bin der Meinung, dass eine Klausel für ‘24-25 ein No-Go ist. AB (und FCSP) mag nicht jetzt “verlängern” für 2-3 Jahren und im Juni mit leeren Händen da stehen. Das ist Quatsch und wenn FH danach fragt, lässt ihn gehen. Für ‘25-26 und weiter sehe ich keine große Problem, solange die Summe den Marktpreis entspricht. That is the sad reality of modern day professional sports… (Lieber hätte ich ein Sir Alex, der Vereinsloyal ist und visa versa…)

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