Lage am Millerntor – 26. Mai 2026

Lage am Millerntor – 26. Mai 2026

Es ist nicht alles schlecht beim FC St. Pauli: Die 1. Frauen gewann den Hamburger Pokal! Ansonsten war viel los seit Freitag, gehen wir es an. Die Lage am Dienstag.

FC St. Pauli

Rasenfunk

Tim war in der Saisonabschlussfolge des Rasenfunk zu Gast.
Alles was Ihr über den FC St. Pauli 2025/26 wissen wollt – in 1h38m: „Der Abstieg war eingepreist“

Alexander Blessin

Wir äußern uns hier ja nicht zu Transfergerüchten. (Disclaimer: Dass es tatsächlich Personen gab, die diese Amoura-Story vor ein paar Wochen ernstgenommen haben, tut mir leid. Dies lag nicht in meiner Absicht. Ich hatte aber gedacht, die Replik auf das seitens Wolfsburg unmittelbar zuvor gestreute Wahl-Gerücht in Zeiten des Abstiegskampfes wäre offensichtlich.)

Die Trainerdiskussion allerdings ist ja kein Gerücht, sondern diese hat der Verein spätestens mit der Medienrunde am letzten Montag selbst befeuert. Der FCSP steht zu Blessin, wünschte sich laut Bornemann aber eine zeitnahe Lösung, eigentlich bis Ende der letzten Woche. Blessin selbst wollte in sich gehen und nachschauen, ob er zu 100% wieder die Energie hat, den Weg in die 2. Liga mitzugehen. Eine berechtigte Reflektierphase nach zwei sehr intensiven Jahren, finde ich – die aber natürlich auch nicht ewig dauern darf.

Ein stillschweigendes „Weiter so“ aber wird es nicht geben. Eine Trennung hingegen bedarf ohnehin einer Kommunikation. Der FC St. Pauli und Alexander Blessin aber sind jetzt in der eher ungewöhnlichen Situation, so oder so, trotz bestehendem Vertrag, auch im Falle eines weiteren gemeinsamen Weges diesen kommunizieren zu müssen. Nicht nur die letzte Woche ist vorbei, auch Pfingsten ist vorüber – lange dürfte es also nun nicht mehr dauern. Auch, weil sowohl die aktuellen Spieler als auch eventuelle Neuverpflichtungen sicher gerne wissen wollen, wer sie denn nächste Saison trainiert.

Saisonfazit

Ich hatte letzte Woche einfach nur die rilrec.de Seite aufgerufen und mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, dass der „Millernstrain“-Button aus der Navigation verschwunden ist. Da Maks vorher schon mal angedeutet hatte, gegebenenfalls keine Energie mehr für Berichte zu finden, hab ich das dann nicht mehr weiter hinterfragt. Doch er hat noch einen Bericht geschrieben, über den ich erst jetzt stolperte, den ich aber auf gar keinen Fall hier auslassen möchte. Millernstrain – Saisonfazit

Jackson Irvine

Ich bin des Themas so leid und wünsche mir tatsächlich einfach nur, dass es bald vorbei ist. Nein, ich will das gar nicht diskutieren, es ist alles gesagt – wahrscheinlich auch schon von jeder und jedem. Und ob es noch einen weiteren Artikel mit der ein oder anderen Ungenauigkeit dazu gebraucht hatte, weiß ich auch nicht so recht.
Ja, ein akustisch deutlich vernehmbarer Teil am Millerntor bezeichnet ihn weiterhin als „Fußballgott“, ich weiß. Ich wünsche ihm eine verletzungsfreie WM und ihm und uns allen dann einen Transfer, zu einem Club seiner Wahl.

James Sands

Die nächste noch unklare Personalie: Der Leihvertrag läuft aus, James Sands steht noch bis Jahresende 2028 in New York unter Vertrag. Seine Reha absolvierte er in Hamburg, war zuletzt zumindest auch schon wieder für Laufeinheiten an der Kollaustraße zu finden.
Eine offizielle Verabschiedung blieb bisher aus – gibt es also noch Hoffnung auf eine erneute Leihe? Die MOPO bezeichnet die Chance auf einen Verbleib als „nur bedingt realistisch“, dieser Einschätzung würde ich mich anschließen. Ganz ausgeschlossen ist im Fußball aber ja bekanntlich nichts.

Weiter, voran, immer weiter

Sowohl Mathias Pereira Lage als auch Abdoulie Ceesay haben sich bei den Fans für die Unterstützung in der abgelaufenen Saison bedankt und schauen voraus auf die kommenden Aufgaben in der 2. Liga.

Neues von den Alten

Timo Schultz ist bekanntlich mit dem VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Wie er das gemacht hat, erzählt er im „From Coach to Coach“-Podcast (1h17m). Einige Bezüge zum FCSP gibt es natürlich auch.

Im Berner Wankdorf feierte der FC St. Gallen den ersten Pokalsieg seit 1969. Lukas Daschner und Carlo Boukhalfa standen in der Startelf, Daschner war am 1:0 beteiligt. Betim Fazlij hatte zuletzt nach seinem Kreuzbandriss immerhin schon mal wieder Kurzeinsätze gehabt und saß auf der Bank.
Das Finale war dabei durchaus ein Spiegelbild der Pokalsaison, denn es ging gegen Zweitligist FC Stade Lausanne Ouchy, nachdem man zuvor gegen einen Amateurverein und drei Zweitligisten gespielt hatte, dabei sogar zweimal ein Elfmeterschießen benötigte. Lediglich im Viertelfinale gegen den FC Basel hatte man gegen einen Erstligisten antreten müssen. Am Sonntag gab es nun ein 3:0, welches durch eine Rote Karte für den Torhüter von St. Gallen in der 44. Minute beim Stand von 1:0 spannender wurde, als man es hätte machen müssen.

Apropos Pokalsieger: Nach vier Jahren beim SC Freiburg und insgesamt leider nur 18 Spielen für die Profis endet für Daniel-Kofi Kyereh die Zeit im Breisgau. Der auslaufende Vertrag mit dem 30-jährigen wird nicht verlängert. // Instagram

Lage der Liga

Relegation 1. Liga vs. 2. Liga

Der Name Joakim Maehle dürfte bei Fans des SC Paderborn auf ewig mit einem leichten Schmunzeln und beim VfL Wolfsburg mit dem erste Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte verbunden sein. Im Relegations-Rückspiel siegte der SCP mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und kehrt damit für eine dritte Saison nach 2014/15 und 2019/20 ins Oberhaus zurück.

Dabei hatte es für die Wölfe so gut begonnen, denn schon in der 3. Minute ging man durch Dženan Pejčinović in Führung. Gleichzeitig war dies der letzte ernstzunehmende Abschluss bis zur Nachspielzeit der Verlängerung. Bedingt auch durch besagten Maehle, der sich für Ballwegschlagen direkt an der Trainerbank in der 12. Minute Gelb abholte und zwei Minuten später für ein Foul auf Kniehöhe Gelb-Rot sah. Dies veränderte das Spiel natürlich komplett. Paderborn kam am Ende auf 39 Torschüsse, 19 Ecken und einen xG-Wert von 3,47 zu 0,44. Der Ausgleich fiel durch Filip Bilbija (39.) nach einem verlängerten Einwurf, den Siegtreffer erzielte Laurin Curda in der 100. Minute. // Highlights

Für den FC St. Pauli bedeutet das in der kommenden Saison einen erneuten Ausflug in die Autostadt. Im TV-Ranking der 2. Liga liegen wir damit hinter Wolfsburg und Heidenheim nur auf Rang 3 und somit ganz grob 1,5 Millionen Euro schlechter, als wenn Wolfsburg die Klasse gehalten hätte.

Relegation 2. Liga vs 3. Liga

Heute um 20.30h wird dann der letzte freie Platz in der 2. Liga vergeben.
Das Hinspiel konnte Rot Weiss Essen durch einen sehenswerten Freistoß in den Winkel mit 1:0 (0:0) gewinnen, am Abend will die SpVgg Fürth am Ronhof das Ding drehen und doch noch in der 2. Liga verbleiben. Dass das Kleeblatt Heimsiege unter Druck kann, ist ja seit dem letzten Zweitligaspieltag bekannt.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Hamburger Pokal

Die 1. Frauen des FCSP hat die Niederlage aus dem Vorjahr abgehakt und zum dritten Mal in vier Jahren den Hamburger Pokal geholt. Dies gelang durch ein sehr souveränes 3:0 (2:0) gegen den Oberliga-Meister und Regionalliga-Aufsteiger Walddörfer SV vor 3007 Zuschauenden an der Hoheluft.

Nach dem Spiel gab zudem Kim Koschmieder das Ende ihrer Tätigkeit als Trainerin beim FCSP bekannt. Jan-Philipp Kalla und Dennis Dreke werden dementsprechend nächste Saison das Team weiterhin betreuen. Diese beinhaltet dank des Pokalsieges auch wieder eine Teilnahme am DFB-Pokal beziehungsweise zunächst einmal an den Play-offs vor der 1. Runde. Diese sollen am Wochenende um den 16. August gespielt werden, Details zur Auslosung folgen.
Vorher muss aber noch geklärt werden, in welcher Liga man denn dann spielt – und für die Regionalliga braucht es am kommenden Sonntag noch einen Punkt in der FeldArena gegen den TSV Barmke.

NOlympia?

Noch bis Sonntag sind die Hamburger*innen aufgefordert, beim Referendum ihre Stimme für oder gegen eine Olympiabewerbung abgeben.
Es gibt wirklich sehr viel zu bedenken – einiges davon habe ich hier zusammengesammelt.

2. Frauen

Vewe Kotjipati spielt für die 2. Frauen des FCSP und ist „nebenbei“ Nationalspielerin von Namibia. Und so gibt es jetzt in „The Namibian“ einen Artikel über die 33-jährige Kindergärtnerin Erzieherin, die auch schon für Gladbach und Bielefeld gespielt hat.

Fanszene-News

Dauerkarten

Beim Aufstieg in die 1. Liga vor zwei Jahren hatte der FCSP die Preise um etwa 12% erhöht, letzte Saison waren die Preise gleich geblieben – und so ist es auch jetzt, trotz Abstieg. Der günstigste Stehplatz (Süd/Nord) kostet also weiterhin 213 Euro (Vollzahler*innen), der günstigste Sitzplatz 456 Euro. Beim Fankurventicket Süd kommt ein „Südkurvensoli“-Euro für den Fanladen und die organisierenden Gruppen hinzu. Die Zusagen für das Fankurventicket sollen in dieser Woche verschickt werden.
Vom 8. Juni bis 26. Juni (18.00h) kann man vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Der Preis gilt für die digitale Karte, für 10 Euro zusätzlich kann man auch eine Plastikkarte erhalten.
// fcstpauli.com: Dauerkarte / Fankurventicket

Fanclub-Turnier

Am Samstag fand in entspannter Atmosphäre und bei bestem Wetter das Fanclub-Turnier am Millerntor statt. Eine Ergebnis-Liste liegt mir nicht vor, aber die wird der Fanclub-Sprecher*innen-Rat sicher noch nachreichen.

Döntjes

Merke: Ein Wochenende mit lauter Entscheidungs- und Pokalendspielen bietet so viele Geschichten, dass man den Montag nicht als Feiertag auslassen sollte. Ich bitte also um Entschuldigung dafür, dass das hier nur eine grobe Auswahl ist.

Tag der Amateure

Am Samstag fanden fast alle Landespokalfinals statt, in den meisten Fällen qualifizierten sich die jeweiligen Sieger damit für den DFB-Pokal. Die große „Wohin kann es in der 1. Runde gehen?“-Übersicht bastel ich dann kurz vor der Auslosung, die am 6. Juni stattfindet. Aus Hamburger Sicht natürlich besonders interessant, dass der HEBC sich zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte für den DFB-Pokal qualifizierte – zuletzt war man bei der allerersten Ausgabe 1935 dabei, wo man allerdings in der 1. Runde gleich 7:0 gegen den ETV unterlag.
Die Spiele um 11.30h: (angegeben jeweils die Liga der noch aktuellen Saison).

  • Baden: VfR Mannheim (OL) – Waldhof Mannheim (3.) 0:3 (0:1)
  • Berlin: VSG Altglienicke (RL) – BFC Dynamo (RL) 2:1 n.V. (1:1)
  • Brandenburg: Energie Cottbus (3.) – VfB Krieshow (OL) 1:2 (0:1)
  • Bremen: SV Hemelingen (OL) – Leher TS (OL) 2:1 (1:0)
  • Hamburg: Vorwärts Wacker (OL) – HEBC (OL) 1:5 (0:2)
  • Schleswig-Holstein: SV Todesfelde (OL) – Phönix Lübeck (RL) 1:4 (0:2)
  • Thüringen: Carl Zeiss Jena (RL) – ZFC Meuselwitz (RL) 1:0 (1:0)

13.30h:

  • Mecklenburg-Vorpommern: SV Pastow (VL) – Hansa Rostock (3.) 0:3 (0:1)
  • Niedersachsen: Lüneburger SK (OL) – TuS Bersenbrück (OL) 10:9 n.E. (0:3, 3:3)
  • Rheinland: TuS Koblenz (OL) – Eintracht Trier (RL) 0:1 (0:0)
  • Sachsen-Anhalt: Germania Halberstadt (OL) – Hallescher FC (RL) 0:4 (0:4)
  • Südbaden: Bahlinger SC (RL) – FC 08 Villingen (OL) 1:0 (0:0)
  • Südwest: Schott Mainz (RL) – FK Pirmasens (OL) 2:1 (1:1)

15.30h:

  • Mittelrhein: Fortuna Köln (RL) – Viktoria Köln (3.) 5:6 n.E. (0:0, 0:0)
  • Niederrhein: MSV Duisburg (3.) – FC St. Tönies (OL) 4:1 (2:0)
  • Sachsen: FSV Zwickau (RL) – Erzgebirge Aue (3.) 0:2 (0:1)
  • Württemberg: Stuttgarter Kickers (RL) – SG Sonnenhof-Großaspach (RL) 1:4 (0:1)

16.30h:

  • Bayern: Würzburger Kickers (RL) – 1860 München (3.) 5:3 n.E. (0:1, 1:1)
  • Hessen: SV Wehen Wiesbaden (3.) – Barockstadt Fulda-Lehnerz (4.) 2:1 (1:0)
  • Saarland: 1. FC Saarbrücken (3.) – FC Homburg (RL) 4:2 (0:1)
  • Westfalen: SC Verl (3.) – Sportfreunde Lotte (RL) 3:0 (2:0)

Portugal: Zweitligist im Europapokal

Der Pokal im Portugal hat erstmals einen Titelträger, der nicht aus der 1. Liga kommt. Uniao Torreense kommt aus der Küstenstadt Torres Vedras in der Provinz Estremadura und gewann als erster Zweitligist den portugiesischen Pokal.
2088 Zuschauende wohnten dem letzten Ligaspiel im Campo Manuel Marques bei, immerhin schon 2232 waren es beim Hinspiel um den Aufstieg in die 1. Liga. Deutliche weniger als beim Pokalfinale gegen Sporting, wobei da auch die Mehrzahl es eher mit den Grün-Weißen hielt. Doch Uniao Torreense gewann mit 2:1 nach Verlängerung und spielt nun nächste Saison im Europapokal. // Highlights
Ob sie dies tatsächlich als Zweitligist tun, entscheidet sich am Donnerstag, wenn bei Casa Pia AC das Rückspiel der Relegation ansteht. Das Hinspiel endete 0:0.

Standard Liege vs Charleroi

Einen Sieg gegen RSC Charleroi hätte Standard Lüttich gebraucht, um ein Finalspiel gegen den RSC Anderlecht um die Teilnahme an der Conference League zu erreichen. Doch nachdem es lange 0:0 stand, sorgten Gegentore in den Minuten 75 und 86 für eine 0:2-Niederlage und ein vorzeitiges Saisonende.
Dies allein hätte hier trotz Ultra-Freundschaft vielleicht nicht unbedingt zur Erwähnung geführt, doch anschließend eskalierte es „etwas“. Zunächst feierten die Spieler von Charleroi mit einer kleinen Schwenkfahne / einem Banner vorm Gästeblock, welches den Spielern dann von einem Liege-Fan entrissen wurde, der damit zurück in den Heimbereich wollte. Anschließend viel weiteres Gerenne von beiden Seiten, viel Pyro, viel Polizei. // YouTube

Fan von Hansa Rostock nach Sturz in Saarbrücken verstorben

Alte Regel: Niemand sollte zum Fußball gehen und dort zu Tode kommen. Für einen Fan von Hansa Rostock gilt dies leider nicht mehr, nach einem Sturz beim letzten Ligaspiel beim 1. FC Saarbrücken ist er seinen Verletzungen Ende der Woche erlegen.
Unser Beileid gilt allen, die ihm nahe standen. // 1. FC Saarbrücken

Aufstieg in die Premier League

„Spygate“ hat England beschäftigt, der FC Middlesbrough durfte statt Southampton im Finale antreten – und verlor in der Nachspielzeit mit 1:0 gegen Hull City.
Das Team rettete sich letzte Saison nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem Abstieg in die 3. Liga, kam am letzten Spieltag der aktuellen Saison noch im letzten Moment auf den sechsten Platz und schaffte jetzt als erstes Team seit 2010 wieder den Aufstieg von diesem Tabellenplatz aus – stilecht mit einem Treffer in Minute 90+5.// Highlights

Abstieg aus der Premier League

Die zwischendurch mal durchaus realistischen Hoffnungen der Katastrophen-Touristen, die auf einem Abstieg von Tottenham lagen, haben sich am Ende nicht erfüllt. Die Spurs retteten sich mit einem 1:0 gegen Everton am letzten Spieltag. Leidtragender ist West Ham, das trotz eines 3:0 gegen Leeds United in die Championship absteigt.
West Ham, aktuell Mieter im Londoner Olympiastadion und mit einem Zuschauer*innenschnitt von über 62.000, ist aber auch kein Leichtgewicht. Der Abstieg kommt natürlich auch die Hammers teuer zu stehen, die 2023 noch die Conference League gewannen. Wie The Athletic (€) berichtet, muss der Verein von Niklas Füllkrug etwa 200 Millionen USD an Transfererlösen erzielen. Die Zahl fällt so exakt bei der BBC zwar nicht, das finanzielle Desaster für den Verein wird aber auch dort deutlich.

Und ein letzter Abschnitt zur Premier League: Der AFC Sunderland (wir erinnern uns an hämische „We saw you cryin‘ on Netflix!“-Gesänge gegnerischer Fans) hat Chelsea mit 2:1 besiegt und zieht damit in die Europa League ein. Auch Fabian Hürzeler mit Brighton ist nächstes Jahr in Europa dabei. Zwar verpasste man selbst durch die 0:3-Niederlage gegen Manchester United die Europa League, da Brentford aber in Liverpool nicht gewann (1:1), spielt man immerhin in der Conference League.

Schwere Körperverletzung durch Pyrotechnik

Der Gebrauch von Pyrotechnik durch Fans in Fußballstadien ist offiziell verboten. Fanszenen arbeiten seit Jahren daran, dieses Verbot zu lockern, doch Gespräche enden immer wieder ergebnislos.
Wenig hilfreich ist dann natürlich, wenn es (auch wenn dies immer noch ein absoluter Ausnahmefall ist) tatsächlich zu schweren Verletzungen kommt. So soll es am letzten Bundesligaspieltag bei der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart mindestens zwei schwere Verletzungen gegeben haben. Eine Frau erlitt demnach schwere Verbrennungen durch eine Fackel und musste operiert werden, eine weitere Frau zog sich durch einen Feuerwerkskörper Gesichtsverletzungen zu, außerdem soll es noch einen dritten Geschädigten geben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Wir äußern uns hier regelmäßig positiv zu einer Legalisierung von Pyrotechnik, von dieser Grundhaltung gehe ich auch nicht ab. Ein sachgemäßer Umgang damit ist aber natürlich eine Voraussetzung und jede verletzte Person selbstverständlich eine zu viel. // kicker

Dukla Prag mit drei Eigentoren zum Abstieg

Die Tschechische Liga verfolge ich jetzt auch nicht jedes Wochenende so richtig intensiv. Das Abstiegsfinale am Samstag aber entbehrte nicht einer gewissen Dramatik. Dukla Prag brauchte am letzten Spieltag der Abstiegsrunde unbedingt einen Heimsieg gegen das punktgleiche Banik Ostrau, um den Abstiegsplatz noch an die Gäste weiterreichen zu können.
Man erzielte drei Tore, der Gegner keines – doch da es sich um drei Eigentore(!) handelte, geht es für den Hauptstadtklub tatsächlich in die 2. Liga. // Highlights

1860 mal wieder in Finanznöten

Bleibt der TSV Havelse doch in der 3. Liga? Dies ist zumindest nicht mehr gänzlich auszuschließen, denn der erste sportliche Absteiger aus der 3. Liga würde profitieren, wenn beim TSV 1860 München mal wieder die Lichter ausgehen.
Dort soll es die Notwendigkeit eines Liquiditätsnachweises in Höhe von 2,7 Millionen Euro geben, der bis Anfang Juni erbracht werden muss. Das Verpassen des DFB-Pokals durch die Niederlage im Bayern-Pokal gegen Würzburg war sicher auch nicht hilfreich. edit: Siehe Kommentare, 1860 darf trotz Niederlage im DFB-Pokal spielen. // kicker

Was für ein Pfosten?!

Alle bekloppt.
Der MSV Duisburg konnte am letzten Spieltag der 3. Liga das Heimspiel gegen Viktoria Köln nicht gewinnen, was für das Erreichen der Relegation gereicht hätte. Besonders bitter dabei eine Szene in der Nachspielzeit, als Bulic den Ball in 90+7 nur an den Pfosten bugsierte. Besagter Pfosten ist räumlich inzwischen nicht mehr im Stadion – sondern wurde offenbar von RWE-Fans entwendet, die dank des Duisburger Unentschiedens doch noch in die Relegation kamen. Und weil alles so herrlich bekloppt ist, präsentierte man diesen dann am Freitag mit der dazu passenden Tapete: „MSV: Aus der Traum. Euer Pfosten in unserem Kofferraum.“ Die Anlehnung an inhaltlich ähnliche Satzbauten dürftet Ihr selber hinbekommen, die Verwendung hier ist natürlich ungleich harmloser. // WAZ.de (€) / kicker

Preise beim DFB-Pokalfinale

Die Preiskategorien für das DFB-Pokalfinale der Männer klingen zwar nicht komplett fanfreundlich, aber mit einer Fan- und einer Familienkategorie zu je 45 Euro könnte man ja irgendwie sagen, dass das irgendwie auch okay ist – auch wenn man damit „Kein Zwanni für’n Steher“ mal locker um über 100% übersteigt.
Clevererweise hat man aber den Stadionplan mit den zu den Kategorien zugeordneten Blöcken lieber nicht mit veröffentlicht, sodass die Verteilung der Preise eher intransparent ist. Nicht ganz unwichtig, schließlich kosten die weiteren Kategorien (ohne VIP) 80€, 150€ und 195€.
Der Club Nr. 12 hat nun diese Kategorien nachgebaut – und das Ergebnis ist so, dass Gianni Infantino sicher anerkennend nicken wird. Sowohl Fan- als auch Familienbereich sind im Vergleich zu den restlichen Kategorien so winzig, dass sie eben gerade mal noch so überhaupt farblich auftauchen. Oder anders: Je zwei der insgesamt 169 Blöcke wurden beiden Fanlagern zugeteilt.

Zu guter Letzt

Letzter Spieltag in den Niederlanden, der FC Volendam braucht gegen den direkten Kontrahenten Telstar Velsen einen Heimsieg, um die Abstiegs-Relegation zu vermeiden. Die frühe Führung (2.) wird kurz vor der Pause ausgeglichen, bis kurz vor Schluss steht es 1:1, alles noch drin, aber es braucht ein Tor. Dieses aber schoss dann der Torhüter der Gäste, per Elfmeter. Ronald Koeman Junior – ja, genau der.
ESPN NL hat dies zum Anlass genommen, einfach mal alle Torwarttore der Eredivisie zusammenzuschneiden, beginnen mit jenem Strafstoß von Koeman Jr. // YouTube
(Und mal ehrlich: Was für eine unfassbar geile Bude ist denn das Ding von Martin Hansen? Das kommt aus einer Zeit vor der „Lage“.)

Forza St. Pauli!
// Maik

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26 thoughts on “Lage am Millerntor – 26. Mai 2026

  1. Es tut mir leid, dass mein erster Kommentar nach der Einschränkung der Kommentarspalte dieses Thema behandeln muss, nur leider ist es für alle Seiten ein hoch emotionales.
    Das Irvine ein Vereinswechsel gewünscht wird finde ich sehr hart, wenn auch legitim, ist halt Eure Meinung. Ich vertrete eine völlig andere. Sowohl Fußballerisch, als auch Menschlich ist Jackson eine große Bereicherung für unseren Verein. Er hat nie jüdischen Menschen etwas schlechtes gewünscht. Zumindest habe ich davon nichts mitbekommen, belehrt mich gerne eines Besseren. Mir ist nur eine 1-Staatenlösung bekannt, wo Juden und Muslime friedlich zusammen leben.
    Leider musste ich doch minimal politisch werden, mehr werde ich hier nicht von mir geben zum Thema. Es wäre schön, wenn auch diese Meinung erlaubt ist. Wir müssen uns als eine Fanscene auch über solche Themen friedlich und respektvoll unterhalten können. Ich vertrete nicht die Meinung vom Millernton, aber ich habe sie zu respektieren. Spaltung fängt bei der Verrohung der Sprache an und endet gleichzeitig mit der Kommunikation…

    1. Ich gebe Dir da sehr recht! Und ich finde es schäbig, wie von oben herab mit ihm von Seiten der Vereinsführung umgegangen wird. Identifikation gerne, solange sie bequem ist und keine eigene Meinung vertreten wird?! Das sind nicht die Werte, die den Verein ausmachen. Das empfinde ich als selbstgerecht und solche wird den Verein nicht voran bringen. Und zum rein sportlichen: Irvine hatte meiner Meinung nach imensen Input auf die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Und er wäre auch ein guter Fixpunkt für Neue. Die alte Struktur ist durch die Abgänge eh aufgebrochen und wird sich neu finden…
      und ganz ehrlich, ich habe die negative Haltung vom Millernton (den ich sonst sehr schätze) nie richtig verstanden. Und ich finde auch keine rechten Statemnets dazu (auch wenn ja schon alles gesagt wurde)…
      FORZA und walk on
      (Hoffentlich mit Irvine)

    2. „Ich wünsche (…) ihm und uns allen dann einen Transfer, zu einem Club seiner Wahl.“

      not in my name

    3. Oh man Leute, echt jetzt????
      Es ist doch alles mehrfach gesagt worden, bitte fangt nicht wieder mit dem Gutmenschgerede an. Nachher landen einige noch bei dhvsp…

      We agree, that we disagree!

      Da war doch eigentlich alles ausgiebig ausgeführt.

      In diesem Sinne lasse ich meine Meinung zu diesem Thema gerne weg, dafür sind andere Dinge zu wichtig…

      FORZA Sankt Pauli

  2. Sorry, aber den Absatz zu Irvine verstehe ich nicht.

    Irgendwie fühlt er sich an, wie aus dem Zusammenhang gerissen. Als würdest Du irgendetwas wissen, was der Leser (ich) vielleicht nicht weiß.

    Als würde es irgendeinen Artikel geben, den Du aber auch nicht verlinken willst.

    Ich kann verstehen, dass die Causa Irvine ermüdend ist. Aber der Absatz lässt mich als Leser mit vielen Fragezeichen über dem Kopf zurück und regt zu unqualifizierten Spekulationen ein.

    1. Ja, ging mir auch so. Ich dachte, liegt wohl daran, dass ich ich die Details innerhalb der Fanszene nicht so genau verfolge? Aber wenn Dir das auch so geht, Mario, dann liegt es wohl nicht an mir. Als Meinungsäußerung natürlich ok, nicht falsch verstehen. Aber warum sollte man Irvine „wünschen“ (eigentlich ja eher sich selber, oder?), dass er sich aus dem Staub macht? Es ist doch ständig zu lesen – auch hier -, dass er als Führungsspieler innerhalb der Mannschaft wichtig ist.

      1. Im stpauli-forum gibts einige Seiten Futter, die das Thema beleuchten, Dinge, die man nur wissen kann, wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt und trotz tiefer Dankbarkeit für Leistung und Einsatz, komme ich persönlich zum Punkt, dass es enden muss.

  3. Ich kann mich auch erinnern, dass die Interviews/Statements von Jackson nach einigen Spielen in der Interviewzone von Tim dermassen hart gefeiert wurden, dass diese auch im O-Ton wiedergegeben wurden. Dass der Millernton ihm nun einen Vereinswechsel wuenscht, erschliesst sich mir auch nicht ganz.

  4. Ihr würdet es gerne sehen das Jackson den Verein wechselt.
    Mich würde die Begründung interessieren warum ihr EUCH das wünscht?

  5. Alles zu Irvine kann man relativ schnell googeln und sich dann ein eigenes Bild machen. Auch über die aktuellen Sachen. Eine Diskussion ist ähnlich müßig wie über das Herz von St Pauli.

    Aber eigentlich wollte ich nur Schreiben, dass bei den Pokalspielen das Spiel vom Sonntag vergessen wurde. Niedersachen hat zwei Spiele. Einmal die unteren Ligen (am Samstag) und dann noch 3. + 4. Liga (diesmal am Sonntag). Da hat der großartige SSV Jeddeloh II mit 3-0 gegen die Rautenfreunde vom SSV Drochtersen-Assel gewonnen.

    1. Danke für die Ergänzung mit Jeddeloh II.
      Das ist mir dann in der Freude über den Pokalsieg der Frauen durchgerutscht.

    2. Es tut mir leid aber die Vorwurfe gegen Jackson sind Strohmänner. Er supportet Hamas nicht. Er ist kein Antisemit. Er hat recht, wenn er meint, dass *die Regierung* von Israel zurzeit Kritikwürdig ist, und dass, eine Menge der Aktionen des IDF mehr als grenzwertig sind.
      In dem englischsprachigen Raum ist es einfacher Israel als Land vom Israels Regierung zu trennen. Ich wohne fast 20 Jahre in DE und ich verstehe, dass die Thema besonders hier besonders sensibel behandelt werden muss aber diese Feinheit lernt man über Jahrzehnte. Jacksons Fehler diesbezuglich ist nicht „Fu$& Off“ würdig.

  6. Ich habe den Absatz so interpretiert, dass er eigentlich schon länger in der Schublade schlummert, aber Maik erst das Saisonende abgewartet hat. Dann könnte ich komplett nachvollziehen.

    Ich persönlich würde auch nicht mehr auf die WM oder irgendwas warten sondern hätte Irvine bereits letztes Jahr rausgeschmissen. Die Gründe sind überall nachlesbar.

    Habe jetzt erst den Text von Maks gelesen und fühle mich zu 1910% genau so. DAS sollte euch zu denken geben.

  7. Lieber Maik liebes Millernton Team,
    ich kenne und schätze euch als Blog in dem ihr euch in der Regel sehr diplomatisch äußert wenn es um eigene Spieler und Trainer geht. ich mag das.
    ich finde es aber sehr gut und halte es auch für den richtigen Zeitpunkt, dass ihr euch jetzt kritisch zu Blessin und Irvine äußert. Vielen Dank.
    Vor uns steht eine äußerst schwierige Saison. Wir benötigen jetzt ein Team, das gemeinsam nur ein Ziel kennt und unsere Werte vertritt.
    beste Grüße

  8. Volle Zustimmung zu Eurem Kommentar zu Irvine. Er kann jetzt bitte weiterziehen, damit beide Seiten so wenig weiteren Schaden wie möglich nehmen. Wie ihr schon richtig angemerkt habt: Es ist bereits alles gesagt. An die Irvine-Verteidiger: Let’s agree to disagree. Mehr ist wohl nicht drin.

  9. Da offensichtlich noch immer nicht alle wissen, was Irvine und Pir überhaupt vorgeworfen wird, möchte ich auf den aktuellen Artikel aus der Jungle World verweisen. Dort ist das meiste aufgeführt. Einige werden das tendenziös finden. Für mich ist das hingegen eine klare Einordnung, die passender kaum sein kann.

    Selbst wenn man das anders bewertet, sind dort zumindest mal die Vorwürfe, die Kritikpunkte, die Handlungen zusammenfassend aufgeführt.

    Vielleicht sehen ein paar Leute etwas klarer, wenn sie sich zumindest mal das draufpacken, was überhaupt geschehen ist:

    https://jungle.world/artikel/2026/21/jackson-irvine-antisemitismus-fc-st-pauli-bleibt-stabil-von-wegen

    In diesem Sinne: GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS! Auch am Millerntor!

    1. Der Artikel ist put antideutschen Tradition — einer Strömung der deutschen Linken, die durch die Schuld am Holocaust so geprägt wurde, dass sie die nahezu bedingungslose Solidarität mit Israel zu einem politischen Axiom erhoben hat. Das strukturelle Problem dieses Rahmens besteht darin, dass er es nahezu unmöglich macht, zwischen legitimer Kritik an israelischer Staatsgewalt und echtem Antisemitismus zu unterscheiden — was paradoxerweise den Kampf gegen den tatsächlichen Antisemitismus selbst untergräbt.
      Wenn jeder pro-palästinensische Ausdruck durch eine eliminatorische Linse gelesen wird, werden die analytischen Werkzeuge, die zur Erkennung echten Antisemitismus benötigt werden, stumpf. Kein Fall veranschaulicht dies deutlicher als der Umgang mit M. Gessen — einer jüdischen Autorin und Kind von Holocaust-Überlebenden — deren Kontroverse um den Hannah-Arendt-Preis dazu führte, dass sie sich vor deutschen institutionellen Entscheidungsträgern verantworten musste, weil sie es gewagt hatte, die Kriegsführung in Gaza in den Seiten des New Yorker zu kritisieren. Dass eine Jüdin vor einem Gremium deutscher Christen stehen und sich über die Gefahren des Antisemitismus belehren lassen musste, ist keine ernsthafte politische Analyse — es ist absurdes Theater und ein Zeichen dafür, dass der Rahmen sich selbst aufgefressen hat.
      Bezogen auf Irvine selbst zeigt sich, warum das von Bedeutung ist: Die antideutsche Linse nivelliert, was tatsächlich ein vielschichtigeres Bild ist. Ein Teil der gegen ihn gerichteten Kritik ist berechtigt. Das FC-Palestina-Trikot mit seiner Karte, die Israel vollständig auslöscht, geht über humanitäres Engagement hinaus — und das Löschen von Kommentaren, die auf die Opfer des Nova-Festivals hinwiesen, während pro-Hamas-Inhalte stehen blieben, sind keine erfundenen Vorwürfe. Dies sind konkrete Entscheidungen, die einer ernsthaften Prüfung standhalten müssen, und sie alle als böswillig abzutun nützt Irvine letztlich auch nicht, da es ihn vor der Verantwortung für Entscheidungen schützt, die selbst aus der Perspektive der internationalen Linken legitim anfechtbar sind.
      Was unfair ist, ist die Weigerung des Artikels, irgendeinen Unterschied zwischen diesen spezifischen Handlungen und der breiteren Kategorie der Palästina-Solidarität anzuerkennen. Indem er beides als austauschbar behandelt, werden Irvines vertretbarere Positionen — das Sichtbarmachen des zivilen Leids in Gaza, die Teilnahme an pro-palästinensischen Demonstrationen — von seinen problematischeren Entscheidungen ununterscheidbar. Das ist keine ernsthafte Kritik. Es ist ein Rahmen, der seine ideologische Arbeit verrichtet — und er produziert genau die Art von Analyse, die die internationale Linke und viele jüdische Stimmen zu Recht ablehnen.

      1. Sehr stark geschrieben Artie und zwar so das alle Seiten Ihr Handeln hinterfragen sollten. Von dem löschen von Kommentaren wusste ich persönlich nichts, das ist dann natürlich eine berechtigte Kritik an Jackson.
        Zum Thema Antisemitismus schneidest du etwas sehr wichtiges an. Es ist eine unglaublich große Gefahr, alle Menschen die Pro Palästina sind als Antisemiten darzustellen. Jede Kritik an Israel ist Antisemitisch. Und was ist dann wenn ein Nazi einen Juden umbringt. Dann ist er auch Antisemit, also wie jeder, ist ja dann nicht so schlimm. Man darf solche heftigen Begriffe niemals normalisieren und inflationär Benutzen. Das sagen auch jüdische Soziologen und Historiker.

        1. In erster Linie ist er dann natürlich ein Mörder.
          Das Motiv dafür wäre Antisemitismus, Menschenhass, wasauchimmer.

          Aber ich denke, es ist dann jetzt auch wirklich (erneut) alles gesagt und wir können die Diskussion hier beenden, vielen Dank.

    2. Im Grunde kann man nach dem ersten Absatz schon aufhören zu lesen:

      „Der Artikel ist put antideutschen Tradition — einer Strömung der deutschen Linken, die durch die Schuld am Holocaust so geprägt wurde, dass sie die nahezu bedingungslose Solidarität mit Israel zu einem politischen Axiom erhoben hat. Das strukturelle Problem dieses Rahmens besteht darin, dass er es nahezu unmöglich macht, zwischen legitimer Kritik an israelischer Staatsgewalt und echtem Antisemitismus zu unterscheiden — was paradoxerweise den Kampf gegen den tatsächlichen Antisemitismus selbst untergräbt.“

      1. Antideutsche Tradition, immer wieder ein ebenso durchschaubares, wie falsches Argument. Antideutsch geht weiter über Antisemitismussensibilität hinaus. Niemand der sich gegen Antisemitismus engagiert, ist automatisch Antideutsch. Inklusive Inhalte des Artikels.

      2. Von “ nahezu bedingungslose Solidarität mit Israel“ kann überhaupt keine Rede sein. Auch im Artikel nicht, wo erwähnt wird, dass es den Protagonist:innen eben nicht um ein besseres Leben für alle geht und um berechtigte Kritik an der Regierung Netanjahu. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der bedingungslos solidarisch mit der israelischen Regierung ist. Es gibt quasi 2 Positionen:

      – diejenigen, die sich für 2 Staaten aussprechen, gegen Likud, Netanjahu, Siedlungsbau usw. Die ein Ende des Krieges fordern. Die das Hamas-Massaker als solches benennen und sich eben auch klar gegen Hamas richten. Die alle autoritären Akteure verurteilen, auf beiden Seiten. Nicht selektiv! Die ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen in der Region fordern.

      – diejenigen, die sich für 1 Staat aussprechen und sagen, dass das israelische Staatsgebiet Palästina ist oder werden soll. Das ist so fern ab jeder Relatität. Das bedeutet immer mehr Vernichtung, das hilft niemandem in Gaza und niemandem in Israel. Und es ist auch geschichtlich falsch, aber das werden wir garantiert nicht zusammen kommen und würden uns die üblichen Argumente gegensteitig vorhalten. Es ist aber nun mal auch so: Viele dieser Leute feiern den 07.10.23, das Hamas-Massaker als Befreiungsakt. Das ist selektive Humanität, das ist menschenfeindlich, das ist fürchterlich. Wer es nicht hinbekommt die mörderischen Akteure auf beide Seiten zu benennen, muss mir nicht mit Menschlichkeit kommen. Unser Verein schafft das. Irvine/Pir haben es bis heute nicht geschafft.

      3. „zwischen legitimer Kritik an israelischer Staatsgewalt und echtem Antisemitismus zu unterscheiden“ => komplett falsch. Siehe das Statement des Vereins, dem sich alle stabilen Leute anschließen. Klare Kritik an israelische Staatsgewalt. Siehe auch o.g. Gruppe 1. Diese von Dir behauptete Position „bedingslose Solidarität mit Israel“ gibt es vielleicht bei ultra-rechten Israelis. Aber ganz sicher nicht im Vereinsumfeld und auch in Deutschland ist diese Position so gut wie nicht vorhanden.

      4. „was paradoxerweise den Kampf gegen den tatsächlichen Antisemitismus selbst untergräbt“ => immer wieder ein netter Versuch die Deutungshoheit über „tatsächlichen Antisemitismus“ zu erlangen. Es IST tatsächlicher Antisemitismus, wenn HAMAS und ihre Verbündete ein Massaker anrichten und kein Befreiungsakt. Es IST Antisemitismus, das als legitimen Befreiungsakt abzufeiern. Es IST (Israelbezogener) Antisemitismus wenn man auf israelischem Staatsgebiet ein Groß-Palästina errichten will. Und so weiter. In der IHRA-Definition, die auch unsere Mitglieder verabschiedet haben, ist das schön erklärt.

      Engagierte St.Pauli Fans haben übrigens einen Schal ‘Gegen Antisemitismus am Millerntor und überall’ entworfen und für alle zum selber bestellen zur Verfügung gestellt.

      Die Schal-Vorlage samt Bestellanleitung könnt Ihr hier als ZIP-Datei herunterladen:

      https://tinyurl.com/fghtantisem

      Von mir war es das auch zu dem Thema. Es ist alles gesagt.

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