Lage am Millerntor – 09.06.2020

„90 Minuten sind lang, 90 Minuten sind lang. Erst fang‘ se janz langsam an… aber dann. Aber dann!“
Grüße in den Volkspark, wir haben ja sonst aktuell nicht viel zu lachen. Und heute Abend empfängt Dynamo Dresden die SpVgg Greuther Fürth, was für den FCSP je nach Ausgang durchaus wegweisend sein könnte. Ansonsten ist für Team Braun-Weiß eher eine übersichtliche Nachrichtenlage gegeben, scheinbar gibt es da gemeinsames Wundenlecken und die Hoffnung, dass sich mit einem Heimsieg am Sonntag zumindest diese Saison in Wohlgefallen auslöst.

FCSP News
Es gibt nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter.

Okay, schauen wir bei der Gelegenheit doch mal auf die Kaderzusammenstellung für 2020/21, ausgehend von einem Verbleib in Liga 2:
Weiterhin im Kader:
Tor: Himmelmann, Brodersen
Abwehr: Avevor, Ziereis, Carstens, Buballa, Kuyucu, Ohlsson, Zander, Park
Mittelfeld: Knoll, Zehir, Becker, Buchtmann, Benatelli, Bednarczyk
Angriff: Lankford, Coordes, Miyaichi, Veerman, Tashchy

Vertrag/Leihe läuft aus:
Müller
Østigård, Lawrence, Hornschuh, Penney, Kalla
Flum, Sobota
Conteh, Gyökeres, Diamantakos

Auf der einen Seite ist also quantitativ durchaus schon ein Gerüst da, andererseits droht da auch viel Qualität im Sommer zu gehen. Arbeit gibt es für Andreas Bornemann also genug, baldige Planungssicherheit wäre da sicher von Vorteil, gerade in Corona-Zeiten.

DFL plant die nächste Saison

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Die DFL plant das weitere Vorgehen in Corona-Zeiten. Zunächst einmal geht es um Lockerungen, die möglichst schnell greifen sollen, u.a. das Wegfallen der Maskenpflicht für Ersatzspieler, Aufstockung von Journalistenplätzen und ähnliches.
Ein Saisonstart ist für (frühestens) den 11.September geplant, außerdem geht man vorsichtig auch das Thema „Zuschauer*innen“ wieder an, auch wenn man da noch bewusst zurückhaltend verfährt.

Und ganz nebenbei ist auch die Ausschreibung für die TV-Rechte ab 2021 gestern gestartet.

Schenkung für RaBa Leipzig
Das Thema ist inzwischen eigentlich ja schon wieder veraltet, aber der Vollständigkeit halber: RaBa Leipzig hat von einem ihm wohlgesonnenen Getränkehersteller 100 Millionen Euro Schulden erlassen bekommen. Bzw. waren dies vorher noch Schulden und sind es jetzt nicht mehr. „Debt Equity Swap“. Finanzgedöns.
Rechtlich alles völlig okay und in der Wirtschaft so nicht unüblich, im Fußball allerdings zumindest moralisch fragwürdig – aber halt auch immer noch ne Spur kleiner als bei Man City (500 Millionen für das Namensrecht des Stadions) und zumindest in ähnlicher Form auch in Stellingen schon häufiger angewandt worden.
Die DFL hat dies wohl durchgewunken, die UEFA mit ihrem Financial Fairplay hat sich noch nicht geäußert, dürfte es aber wohl auch akzeptieren.
Insofern: Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen SKANDAL! und „Ach komm, macht Kühne doch auch!“, oder vielleicht stimmt auch beides, sucht Euch was aus. (Süddeutsche)
In Zeiten, in denen die Liga versucht ihre Haut zu retten und den Eindruck es gehe nur noch ums Geld nicht allzu sehr in alle Köpfe einsickern zu lassen, passt es zumindest gut ins Bild.

Kündigung eines Rassisten freut Mainz 05
Mainz 05 – einer jener Vereine, an dem man sich nicht so richtig reiben kann. Faszination sieht anders aus, wirklich stören tut er eine*n aber auch nicht.
Nun hat der Verein aber eine Kündigung eines Vereinsmitglieds öffentlich gemacht und dadurch einiges an Sympathiepunkten gesammelt. Jenes Mitglied hatte seine Kündigung sinngemäß mit „Ich bin kein Rassist, aber…“ und viel Rassismus begründet, der Verein hat dies nicht nur schweigend zur Kenntnis genommen, sondern (anonymisiert) veröffentlicht, mit der klaren Ansage, dass man solche Mitglieder auch nicht haben möchte.
Es wird Personen geben, die dies als PR-Aktion belächeln, trotzdem ist es halt immer wieder wichtig, in solchen Statements sich auch klar und deutlich zu positionieren, gerade außerhalb der heilen St.Pauli-Welt.
Insofern: Danke, FSV Mainz 05.

Schalke 04 verlangte „Härtefallantrag“ für Kartenerstattung
Ja, auch hier eher ein alter Hut, aber nachdem etwas Zeit verstrichen ist, kann man da ja auch nochmal mit weniger Schaum vorm Mund draufschauen.
Der Kumpelverein aus dem Ruhrgebiet hatte ja im Gegensatz zu allen(?) anderen Clubs seinen Fans zunächst nicht angeboten, das Geld für die abgesagten Spiele der laufenden Saison zu erstatten. Ja, auch bei den anderen Vereinen schwang stets ein „Wenn Ihr auf das Geld verzichten könnt, freuen wir uns sehr“ mit, aber es war doch von Anfang an auch immer eine Auszahlungsoption vorhanden.
Vergangene Woche schob man diese Erstattungsoption dann nach – mit einem „Härtefallantrag“, in dem folgendes zu lesen stand:

„Warum benötigst du das Geld unbedingt jetzt? Begründe bitte deinen Härtefallantrag ( … ), falls möglich, füge bitte auch entsprechende Belege an.“

Puh, das ist kommunikativ schon ein ziemliches Desaster – und das ist noch höflich formuliert.
Nachdem diverse Öltanker mit Durchfall über der königsblauen Arena entladen wurden, ruderte der Verein zurück und kündigte ebenfalls an, alle Anträge auch ohne Belege „wohlwollend zu bearbeiten“.

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Inzwischen hat man da innerhalb des Vereins wohl auch klar Stellung bezogen, Sportvorstand Schneider sagte bei Sky:

Das war ein kapitales Eigentor. Ein unglaublicher Fehler. Das darf kein Bundesliga-Verein machen und schon gar nicht Schalke 04. Wo die Menschen, die Fans, die Mitglieder, die Dauerkarteninhaber dem Verein so viel Liebe entgegenbringen. So ein Fehler darf da nicht passieren.

Kicker

Fehler passieren, klar. Aber in einer emotional so aufgeheizten Debatte, in der Schalke schon lange vor dem „Härtefallantrag“ für seinen Umgang mit Erstattungen unter Beschuss stand, ist dann ein entsprechendes Vorgehen mit mehreren Wochen Vorlauf schon extrem unverständlich.
Und ich komme einfach nochmal zurück auf den Satz, den ich oben schon beim Thema RaBa schrieb:
In Zeiten, in denen die Liga versucht ihre Haut zu retten und den Eindruck es gehe nur noch ums Geld nicht allzu sehr in alle Köpfe einsickern zu lassen, passt es zumindest gut ins Bild.

Bleibt gesund!
// Maik

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