Lage am Millerntor – 06.August 2020

Da mich gestern die ein oder andere erstaunte Nachfrage erreichte: Ja, Ihr könnt Euch rechts in der Navigationsleiste für das e-mail Abo eintragen. Das ist kein Newsletter im herkömmlichen Sinne, da wir das nicht separat ansteuern, Ihr bekommt dann aber pro neuem Artikel eine e-mail und verpasst so nichts mehr. Für Artikelaktualisierungen greift dies zwar nicht, aber auf Twitter zusätzlich folgen solltet Ihr uns ja ohnehin. (*zwinkersmiley*)

FCSP News
Happy Birthday, Schnecke! Ja, Jan-Philipp Kalla feiert heute seinen 34.Geburtstag und wir weigern uns einfach mal, das in „Neues von den Alten“ zu packen.
Wir hoffen hier alle, dass Du diese erste Sommerpause ohne Profi-Vorbereitung seit gefühlt 1910 ganz entspannt mit „Füße hoch“ irgendwo verbringst wo es Dir gut geht – und Du Dich dann demnächst Deinen neuen Aufgaben umso begeisterter widmen kannst.

Da in Zeiten von Corona die Presse auch weiterhin nicht an der Kollaustraße sein kann, scheint der Verein auch hier neue Wege zu gehen und lädt jetzt jeweils zu Presserunden mit Spielern. Den Auftakt machte jetzt Daniel-Kofi Kyereh, den wir ja auch schon mit Unterstützung von Gunnar vorstellten.
Die Runde zum Nachlesen findet Ihr auf der Vereinshomepage oder in voller Länge beim Vereins-TV (Abo).

Ein Thema, welches „Lage am Millerntor“ wohl namentlich verkörpert wie kein Zweites: Der Rasen wächst und gedeiht. Mehr Details in diesem Text über das Greenkeeper-Team des FCSP.

Und weil sonst nichts los ist: Neue Rückennummern!
Unter anderem wird aus #FOB37 nun #FOB20!
Die Nummer 3 wurde übrigens noch nicht wieder vergeben, Jakub Bednarczyk hat bisher noch keine Nummer.

Letzter Hinweis: Morgen, 12.00h, bundesliga.de: Die DFL veröffentlicht den neuen Spielplan.
Zu viel Vorfreude braucht Ihr nicht aufbringen, denn abgesehen davon, dass es unwahrscheinlich ist viele Spiele live zu sehen (dazu weiter unten mehr), dürfte abgesehen vom Wochenende als solchem noch keine Paarung fix terminiert werden, eventuell abgesehen vom Eröffnungsspiel (3x das Wort „abgesehen“ in einem Satz… macht das erstmal nach!).

Fanszene News
In unserer „Sommerpause“ nahm die Umfrage der AG Diversität zum Thema Geschlechtergerechtigkeit ihren Anfang, die Ihr hoffentlich auch so schon alle ausgefüllt habt. Heute wäre aber sonst ein guter Zeitpunkt dies nachzuholen und/oder wahlweise auch nochmal in die Bezugsgruppe Eurer Wahl weiterzugeben, da die Umfrage demnächst abgeschlossen wird.

Wann können und dürfen wir wieder ins Stadion?
Wir kommen dann doch nochmal auf das DFL-Konzept für Zuschauer*innen zur neuen Saison zurück: Der 1.FC Union Berlin hat mitgeteilt (Textilvergehen), bei drei der vier Abstimmungen mit Nein gestimmt zu haben, u.a. auch bei der Frage nach einem Stehplatzverbot. Lediglich die Frage nach personalisierten Tickets fiel einstimmig aus. Ganz allgemein ist der Text beim Textilvergehen sehr lesenswert und beleuchtet grundsätzliche Überlegungen und Probleme.
Stefan stellte dann gestern bei uns in den Kommentaren die berechtigte Frage, warum der FCSP denn nicht auch zumindest teilweise (z.B. bei den Stehplätzen) mit „Nein“ gestimmt hat.

Schauen wir zunächst einmal auf die Zahlen, wir hatten das Für und Wider dieser Rechnungen ja schon mal ausführlicher beleuchtet: Wenn man mal von der positivsten Variante ausgeht, die 50% der Sitzplätze erlaubt, so haben wir ca. 6.400 Tickets. Allerdings sind dann eventuell auch nicht die 1,5m Abstand eingehalten, die Zahl muss man also mit Vorsicht bewerten, wir behalten sie jetzt der Einfachheit halber aber erst mal bei.
Die von uns damals noch hoffnungsvoll eingepreisten 10% der Stehplätze fallen jetzt ja bis (mindestens) Ende Oktober weg, wie geht man also damit um? Mein letzter Stand war, dass eine Umrüstung der Steh- zu Sitzplätzen schlichtweg zu teuer sei, ähnlich äußerte sich auch Sven (Fanladen) in unserer letzten Monatssendung.
Allerdings wurde natürlich all die Monate über auch weiterhin diese Möglichkeit geprüft und durch den jetzigen Beschluss sind die Bemühungen darum vielleicht akuter denn je.
Rechnen wir also neu: Wenn man die Zahlen von umrüstbaren Stehplatzbereichen anderer Stadien nimmt, so lässt sich die Zahl an Plätzen in etwa halbieren, von den 16.940 Stehplätzen würden wir also bei ca. 8.000 Sitzplätzen landen. Plus/Minus, grob gerundet – ohne Corona-Abstandsregeln.
Nimmt man hiervon jetzt die 50%-Regel der DFL (vorbehaltlich aller Genehmigungen durch das Gesundheitsamt), so landet man bei etwa 4.000 Plätzen. Wie gesagt, alles sehr grob gerundet. Mit den 6.400 oben erwähnten Tickets landet man also bei gut 10.000 Karten.
Ob sich das rechnet? Je nach Ausstattung und Installationsvariante und -dauer liegt man wohl bei Kosten von 50-100€ pro Sitz. Wenn man das jetzt also einfach mal für 4.000 Sitze rechnet, weil man die dann ohnehin nicht nutzbaren „Abstandssitze“ dazwischen weg lässt, liegt man bei einer Summe von 200.000 – 400.000 Euro.
Dafür hätte man aber eben für eine gewisse Anzahl Spiele 4.000 Plätze mehr, der Rest ist dann BWL.
Und natürlich spielen dann weitere Punkte wie Genehmigungen und Auflagen mit rein, und natürlich die generelle Frage, wie denn diese Karten schlussendlich an wen verteilt werden sollen / können / dürfen. All dies unter den ganzen Unwägbarkeiten, wie die Fallzahlen sich entwickeln und was das Gesundheitsamt denn für welche Zeitdauer genehmigt oder auch nicht.
Ich schrieb es schon: Zum Glück müssen wir das nicht entscheiden, meinen Respekt schon mal an diejenigen, die das dann am Ende verantworten müssen.

Zurück zu der Frage, warum der FCSP sich hier nicht dem „Nein“ von Union (und sechs anderen Vereinen) angeschlossen hat? Keine Ahnung.
Vielleicht (und wir spekulieren hier wild) sind da politische Überlegungen im Hintergrund vorhanden, vielleicht wollte man damit einfach bis Ende Oktober „Planungssicherheit“ haben, vielleicht den temporären Umbau doch für möglich, und vielleicht ist es hier für einen Verein, dessen Präsident im DFL-Vorstand sitzt, auch besonders schwierig, ein „Nein“ zu vermitteln.
Wäre aber sicher eine Frage, die man (völlig unaufgeregt und sachlich) mal auf einer Mitgliederversammlung stellen könnte.

Neues von den Alten
Eine Träne habe ich (Maik) gestern mittag verdrückt, als Holstein Kiel vermeldete, dass Fin Bartels zur KSV zurückkehrt und für zwei Jahre unterschrieben hat. Andererseits ist es halt bei uns auch ein kompletter Neuanfang und dieses sentimentale Erinnern an vergangene Zeiten vielleicht gar nicht so sinnvoll. Und wenn nicht Max Kruse auch noch hierher gewechselt wäre, ist es eh nicht das gleiche…
In jedem Fall: 32 tolle Spiele beim KSV wünschen wir Dir, Fin, alles Gute!

Zwar schon 2-3 Tage älter, aber das war gestern durchgerutscht und Anke erinnerte in den Kommentaren daran: Dennis Rosin hat einen neuen Verein gefunden, für Altona 93 läuft er ab dieser Saison in der Regionalliga Nord auf. Da ich ihn einst als „unseren nächsten Nationalspieler“ gesehen habe, muss er sich da langsam mal etwas sputen.

Und während Dennis noch durchstarten muss, endet eine andere Karriere, die auch mal kurz Braun-Weiß war: Norbert Meier, von 75-77 im Dress der Kiezkicker, hat auf Liga-Zwei.de das Ende seiner Trainerkarriere verkündet.

Döntjes
Wir erweitern die „Lage“ um eine neue Rubrik, damit wir irgendwie auch den sonstigen Wahnsinn im Fußball etwas besser hier unterbringen können.

Der Linzer ASK (LASK) war die sportliche Überraschung der letzten Saison in Österreich, machte dann aber insbesondere Schlagzeilen, als man in Zeiten von Corona unerlaubte Trainings durchführte, um sich einen Vorteil im Saisonendspurt zu verschaffen.
Im BALLESTERER könnt Ihr ein Interview mit zwei Vertretern der Fanszene lesen – die Äußerungen zur Vereinspolitik und dem Umgang mit dem Prsäidium und Fanthemen sind interessant, die zu Politik allgemein eher… naja, lest selbst.

In den Niederlanden ist mit einer Ausnahmegenehmigung für die Spielerin Ellen Fokkema ein Projekt zur Genderneutralität im Fußball gestartet. Fokkema wird in der vierten niederländischen Liga für VV Foartt spielen und somit als erste Spielerin für ein bis zu diesem Zeitpunkt nur aus Männern bestehendes Team auflaufen. Das war in den Niederlanden bisher nur in unteren Ligen oder in Reserveteams erlaubt (im Jugendbereich, auch in Deutschland, ist das ebenfalls möglich). Klar, nur ein erster Schritt. Aber der geht in die richtige Richtung und wird hoffentlich nicht von den üblichen Begleiterscheinungen erdrückt sondern sorgt dafür, dass Menschen, die zusammen Fußball spielen wollen, auch zusammen Fußball spielen können.

Groundhopping ist natürlich in den letzten Wochen und Monaten ebenfalls „stark eingeschränkt“ gewesen. Seit kurzem ist es nun in den allermeisten Bundesländern wieder möglich, sich mehr oder ambitionierte Freundschaftsspiele anzuschauen. Verboten sind Fußballspiele weiterhin in Schleswig-Holstein und Hamburg (jeweils mit Ausnahme des Verbandspokals), zumindest in Schleswig-Holstein wird dies bis mindestens 30.August so bleiben.
Wer ohnehin keine Spiele im nördlichsten Bundesland schauen wollte, dem mag das egal sein, allerdings betrifft es natürlich auch die Regionalliga Nord und damit unsere U23. Die Liga hatte vorsichtig über einen Start Anfang September nachgedacht, will aber (in etwa) gleiche Voraussetzungen in alle beteiligten Bundesländern. Und ohne Testspiele vorab wäre dies ein klarer Wettbewerbsnachteile für die Vereine aus SH, der Auftakt dürfte sich also verzögern.

// Maik & Tim

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