Lage am Millerntor – 05.August 2020

Hello again, da sind wir wieder!
Altes Design, ähnliche Inhalte, ähnliche Struktur. Wir sammeln hier täglich alles das ein, was rund um den FCSP passiert, schauen auf die Themen die für Fans interessant sind und (sofern es uns interessiert) auch auf alles andere im Fußball oder Sport allgemein. Werktäglich um 08.00h sollte der Artikel normalerweise online gehen. Im Verlauf des Tages kommen dann Updates dazu, wenn was wirklich wichtiges passiert, diese stehen dann als Update mit Zeitstempel auch oben und werden auf Twitter beworben.
Wir freuen uns besonders, wenn Ihr Euch in den Kommentaren beteiligt, sei es durch Links zu interessanten Themen oder Neuigkeiten, oder auch durch Feedback, Meinungen und Kontroversen. Und wenn Ihr der Meinung seid, wir machen das alles hier ganz okay, schaut gerne mal auf unsere „Unterstützen“-Seite.

FCSP News
Kehren wir zunächst einmal die aktuelle Kadersituation zusammen:

Spieler, die letzte Saison schon da waren und es (Stand jetzt) zur neuen Saison immer noch sind:
Tor (2): Himmelmann, Brodersen
Abwehr (10): Avevor, Buballa, Knoll, Ohlsson, Senger, Viet, Zander, Ziereis, Bednarczyk, Kuyucu
Mittelfeld (8): Becker, Benatelli, Buchtmann, Coordes, Franzke, Lankford, Miyaichi, Zehir, Loubongo
Angriff (2): Tashchy, Veerman

Spieler, die zur neuen Saison neu dem Magischen FCSP angehören:
Tor (1): Dennis Smarsch (21 Jahre, Hertha BSC)
Abwehr (2): Leart Paqarada (25, SV Sandhausen), Jannes Wieckhoff (FCSP U23)
Mittelfeld (1): Maximilian Dittgen (25, SV Wehen-Wiesbaden)
Angriff (1): Daniel-Kofi Kyereh (24, SV Wehen-Wiesbaden)

Spieler, die (Stand jetzt) nicht mehr da sind:
Müller // Florian Carstens (Wehen-Wiesbaden, Leihe), Marc Hornschuh (?), Schnecke Kalla (Karriereende), James Lawrence (RSC Anderlecht, Leihe beendet), Leo Østigård (Brighton & Hove Albion, Leihe beendet, bittebittebittebittebittebitte!), Yi-Young Park (Türkgücü München, Leihe), Matt Penney (Sheffield Wednesday, Leihe beendet) // Christian Conteh (Feyenoord), Waldemar Sobota (Slask Breslau), Johannes Flum (?) // Dimitrios Diamantakos (Hajduk Split), Victor Gyökeres (Brighton & Hove Albion, Leihe beendet)

In Summe wären das also drei Torhüter, wobei ein Wechsel von Svend Brodersen natürlich weiterhin einkalkuliert werden muss (Paywall, aber die Kernaussagen sind lesbar), da dieser seine Chance auf Olympia 2021 wohl nur mit einem Stammplatz oberhalb der Regionalliga wahren kann… und der ist bei uns aktuell nicht absehbar.
Außerdem zwölf Verteidiger und acht Mittelfeldspieler (wobei der ein oder andere, wie Paqarada und Knoll, sicher mehrere Rollen ausfüllen kann) und drei Stürmer.
Insgesamt ein Kader von 28 Spielern – da wäre schon noch Luft für die ein oder andere Person, insbesondere natürlich von den letzte Saison bereits geliehenen. Und es wird womöglich noch weitere Neuzugänge geben. Timo Schultz hat jedenfalls doch schon recht deutlich gesagt, dass er gerne noch einen „physisch starken Spieler“ auf der Sechs hätte. Grundsätzlich muss bei unserer Auflistung auch beachtet werden, dass der ein oder andere Spieler sicher mehr Zeit bei der U23 verbringen wird, was den Kader dann auch wieder etwas kleiner werden lässt.

Was man aber jetzt schon mal festhalten kann: Letztes Jahr hatte Andreas Bornemann einen ziemlich vorgegebenen Kader, den er mit den Leihspielern noch punktuell und ohne finanzielles Risiko verstärkte. Die jetzt verpflichteten Spieler weisen alle eine hohe Geschwindigkeit auf und scheinen damit eine Richtung vorzugeben, in die dann wohl auch der neue Trainer das Team haben will. Allen Unkenrufen zum Trotz, die zum Ende der Saison vielfach geäußert wurden, scheint am Millerntor ein erheblicher Umbruch im Kader vorangetrieben zu werden.
Ach ja, neuer Trainer, da war ja ja was. Herzlich willkommen, Timo Schultz!

Und noch ein Funfact zum Schluss: Dennis Smarsch, besagter Torwart aus Berlin, hört lt. Verein auf den wundervollen Spitznamen „Smash“, Sollte es also je dazu kommen, dass er am Millerntor einen Elfmeter halten soll, so fordere ich schon jetzt alle Anwesenden dazu auf, kurz vor Beginn des Anlaufs einen alten Queen-Klassiker anzustimmen, der sich dann eine Millisekunde vorm Schuss entlädt:
„Smash! – Ahaaaaaaaa! – Savior of the Universe!“

Fanszene News
In der letzten Woche machte ein Positionspapier (pdf) die Runde, welches die aktive Fanszene des FCSP in den letzten Wochen und Monaten gemeinsam mit dem Verein erarbeitet hat.
Am Montag wurde dieses dann in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt, die Ihr auf YouTube auch in voller Länge (54min) anschauen könnt:

Für den Verein nahm Präsident Oke Göttlich teil, für den Fanladen Sven Langner (den Ihr auch aus unserer Monatssendung kennen dürftet) und für die Fanszene Henning Rennekamp.
Tim hatte sich für uns das Papier auch schon mal genauer angeschaut. Sobald die Monatssendung wieder in den Fanräumen aufgenommen werden kann, werden wir sicher auch versuchen Henning (oder andere Vertreter*innen der Gruppe) als Gast zu gewinnen und das Thema dort in der nötigen Ausführlichkeit zu besprechen.
Eine weitere Betrachtung des Papiers findet Ihr beim Magischen FC.

DFL Versammlung
Die schon vorher veröffentlichten Planungen der DFL wurden gestern konkretisiert und beschlossen, womit ein „zentrales Vorgehen“ gewährleistet sein soll – und für den FCSP (und andere Vereine mit großem Stehplatzanteil) ist das ebenso wenig erfreulich wie für Fans und deren Rechte im Allgemeinen.
Ob das dann auch tatsächlich alles so kommen wird, wird sich auch erst nächsten Montag entscheiden, wenn die Gesundheitsminister*innen dazu tagen. Und dann hängt so ein Konzept natürlich auch immer von der aktuellen Fallzahl etc. ab.
Was passiert eigentlich, wenn es einen regionalen Lockdown geben muss? Sollen/Dürfen/Müssen die Klubs dann kurzzeitig umziehen? Christian Seifert stellte klar, dass es schon dazu kommen könne, dass Vereine vor Zuschauer*innen spielen, während am gleichen Tag andere Stadien komplett leer bleiben. Ob ein Umzug dann angedacht sei, wurde nicht diskutiert. Es bleibt also, wie so vieles dieser Zeit, unklar. Planungssicherheit ist das nicht.
Wohlgemerkt, dies soll zunächst einmal keine „Beschwerde“ an den Beschlüssen sein, denn die Gesundheit von uns allen sollte über allem stehen und ich kann mir wirklich nicht anmaßen, zu entscheiden, ob und wie gerechtfertigt dies alles ist und wo man ggf. etwas anderes hätte entscheiden sollen. Und ich bin auch sehr froh, diese Entscheidungen, die einem im besten Fall nur Kritik einbringen und im schlimmsten Fall um die Ohren fliegen, nicht selbst treffen zu müssen.

Unterm Strich steht ein Verbot von Stehplätzen und Alkohol bis Ende Oktober, sowie ein Verbot für Gästetickets und die Auflage von personalisierten Tickets bis Ende des Jahres.
Alkoholverbot ist mir(!) herzlich egal, zumal dies bei Sicherheitsspielen ja eh häufig genug vorkommt, für andere scheint dies sehr wichtig zu sein.
Personalisierte Tickets dürfte in der konkreten Phase nur einen Bruchteil der Leute betreffen, bzw. es sind eh alle Tickets personalisiert, da bei den meisten Vereinen wohl nur Dauerkarteninhaber*innen in die Stadien dürfen. Und soweit ich das verstehe, geht es nicht um eine Adressliste am Eingang, wie aktuell bei den Amateurspielen, sondern um eine Personalisierung beim Verkauf, um dann ggf. diese Person kontaktieren zu können, die dann hoffentlich noch weiß wem sie die Karte für das Spiel gegeben hat. Aber klar: Auch dieses Rad muss dann bitte zurückgedreht werden.

Kommen wir zu den beiden Themen, bei denen das Öffnen von Pandoras Büchse schon jetzt befürchtet werden muss:
Keine Stehplatz- und Gästetickets. Nüchtern und vom Fußball isoliert betrachtet kann man beide Entscheidungen nachvollziehen. Reisetätigkeit von (normalerweise, ohne Pandemie) ca. 40-50.000 Menschen am Wochenende zu verhindern klingt sinnvoll, auch wenn es durch die geringeren Kapazitäten deutlich weniger wären. Und natürlich gibt es bei vielen Vereinen auch die Möglichkeit, die Gästeblöcke ohne viel Reisetätigkeit zu füllen, der FCSP würde dies ziemlich sicher mit den jeweiligen Fanclubs vor Ort schaffen – von einem Derby ganz zu schweigen. Allerdings ist dies schwierig in solch ein Konzept zu gießen und die DFL hat schon mit genug Schwierigkeiten zu kämpfen, da wollte man diese Flanke wohl nicht öffnen.
Bitter – aber siehe oben, isoliert betrachtet nachvollziehbar. Und es muss zeitlich befristet bleiben (dazu später mehr).

Ähnliches gilt für die Stehplätze, wo einfach das Einhalten der Abstände nur schwer möglich ist und man vielleicht auch Situationen vermeiden will, in die man den Ordnungsdienst sonst bringen könnte. Und natürlich ist dies für Vereine mit großem Stehplatzanteil und hoher Auslastung (FCSP, Union) ein deutlich herberer Schlag als für andere Vereine, denn gerade die hatten vielleicht schon detailliertere Pläne für eine Teilnutzung der Stehplätze in der Tasche. Und klar ist auch: Bei entsprechenden Konzepten wäre eine Nutzung durchaus möglich, inklusive Abstand.
Was bei beiden Punkten mitschwingt, ist mangelndes Verantwortungsgefühl bei Fußballfans allgemein – ob zurecht oder nicht werden wir jetzt erst mal nicht erfahren. Und es stellt sich natürlich die Frage nach jener oben erwähnten Büchse. Bekommt man diese Regeln wieder zurückgefahren, auch wenn die DFL (und auch der FCSP) noch so sehr betonen, dass es nur befristete Ausnahmen sind?
Man möchte es glauben – doch hier komme ich zu „nüchtern und isoliert betrachtet“ zurück, und als Fußballfan hat man diese isolierte Betrachtungsweise eben nicht mehr, denn dafür ist in den letzten Jahrzehnten zu gerne jede Repression automatisch in dauerhafte Normalität übergegangen. Die Daten (Ende Oktober bzw. Ende des Jahres) stehen in allen Dokumenten – und natürlich können diese je nach Verlauf der Pandemie auch noch verlängert werden. Sie dann aber unverzüglich und komplett wieder zu streichen, sobald es möglich ist, daran wird man alle Verantwortlichen messen müssen.

Ausführlicher findet Ihr all diese Gedanken auch bei „Unsere Kurve“ vom 27.Juli, also nach Bekanntwerden des Konzepts aber vor der gestrigen Versammlung geschrieben.
Dass diese Bedenken nicht völlig aus der Luft gegriffen sind, zeigte die Politik dann auch schon gestern, als CDU-Politiker und Ex-Turner Eberhard Gienger ein dauerhaftes Alkoholverbot u.a. zur Vermeidung von Pyrotechnik und Ausschreitungen generell ins Spiel brachte. Ja, den hätte ich auch in die „Stop making stupid people famous“ – Rubrik packen können, aber es zeigt eben zu deutlich, warum dieses breite Misstrauen nicht völlig unberechtigt ist.

Neues von den Alten
Beim FC Hansa Rostock wurde in den letzten Tagen gleich zweifach Braun-Weiße Vergangenheit verpflichtet: Maurice Litka und Bentley Baxter Bahn unterschrieben an der Ostsee.
Und aus dem Bereich „Trainer“ gibt es dann auch noch zwei Meldungen: Markus Gellhaus hat mit dem Vfl Bochum schnell einen neuen Verein gefunden, bei dem er erneut als Co-Trainer arbeitet.
Und Christian Rahn, unvergessener „Kurze Ecke auf Kniehöhe“-Spezialist, hat seine Ausbildung zum Trainer jetzt abgeschlossen und ist einer von 24 Absolvent*innen beim DFB in diesem Sommer als Fußballlehrer.

Verein am Wochenende Mittwoch
Wenn Ihr Euch fragt, warum wir mit der ‚Lage‘ nun ausgerechnet heute zurückgekommen sind, so antworten wir natürlich nicht mit solchen Albernheiten wie DFL-Versammlung, Trainingsauftakt oder Europapokal, sondern mit: Segeln!

Die Segelabteilung des FCSP lädt nämlich heute Abend zum Infotreff für all diejenigen ins Clubheim ein, die schon immer aufs Wasser wollten, denen Surfen aber zu cool und Schwimmen zu nass ist:

// Maik

MillernTon auf Twitter
MillernTon auf YouTube (Neu! Abonnieren!)
MillernTon auf Facebook
MillernTon auf Instagram

Wenn Dir gefällt was wir hier tun, findest Du hier die Infos dazu, wie Du uns unterstützen kannst.