{:de}VfL Bochum – FCSP: Und es hat Zoom gemacht!{:}{:en}VfL Bochum – FCSP: And it all ended with a bang!{:}

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Joa, so kannst Du das natürlich auch machen: Erstmal den Gegner in Sicherheit wiegen. Damit er sich auch wirklich ganz sicher ist, darf er sogar noch das zweite Tor machen. Und dann erzielste zwei blitzsaubere Treffer und Alle, wirklich Alle reiben sich mehr oder minder verwundert die Augen.
Der FC St. Pauli holt zum Saisonauftakt mit einem 2-2 einen Punkt in Bochum, den zehn Minuten vor dem Ende wohl nur wenige noch erhofft und noch viel weniger erwartet haben.

Leicht freudetrunken marschierte man dann nach dem Spiel noch in den Fanladen, zumindest virtuell.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Aufstellung
Die aus der Vorbereitung bekannte Dreierkette wurde mit Daniel Buballa, Christopher Avevor und Sebastian Ohlsson besetzt, auf Außen verteidigten Leart Paqarada links und Jannes Wieckhoff rechts und rückten bei Ballbesitz dann entsprechend mit vor.
Zentral davor Marvin Knoll und Rico Benatelli, offensiver dann Maximilian Dittgen und Rodrigo Zalazar, ganz vorne Daniel-Kofi Kyereh.
In der 65.Minute kam Finn-Ole Becker für Knoll, noch viel wichtiger für das Spiel ganz vorne dann aber die Einwechslung von Lukas Daschner für Dittgen in der 77.Minute.
Auch Luca Zander, Philipp Ziereis und Kevin Lankford wurden eingewechselt, Timo Schultz nutzte also das auch diese Saison erweiterte Wechselkontingent von fünf Personen komplett aus, während Bochum nur zwei Wechsel vollzog.

Spielverlauf
In der ersten Halbzeit gestaltete sich das Spiel recht ausgeglichen, mit leichtem Bochumer Übergewicht in Sachen Ballbesitz und Feldanteil, aber ohne die ganz großen Torchancen auf beiden Seiten.
So machte dann ein Standard den Unterschied, als Robert Zulj in der 26,.Minute einen von der linken Seite getretenen Freistoß mit dem rechten Fuß mittig vors Tor schoß und der Ball dann an Freund und Feind vorbei ins Tor ging – undankbares Ding für Robin Himmelmann. Geht er zum Ball runter, kommt noch jemand dran und man sieht blöd aus, geht er nicht runter und niemand berührt ihn (wie geschehen) sieht man erst recht blöd aus. Krasser Torwartfehler? Sicher nicht, mit ein bisschen mehr Glück in der Entscheidungsfindung kann man den aber natürlich auch halten.
Ohne etatmäßigen Stürmer setzte sich die aus der Vorbereitung bekannte Schwierigkeit fort, Durchschlagskraft nach vorne zu entwickeln. Hinten stand Braun-Weiß zwar sicher, aber der eine Standard reicht dann halt für den Gegner, wenn man selbst nach vorne gar nichts bewirken kann – was oft auch an Ungenauigkeiten beim Pass im letzten Drittel scheiterte.

Größte Chance zum Ausgleich für St.Pauli dann schon in der 2.Halbzeit in der 70.Minute, als der eingewechselte Becker den Ball aus zentraler Position in den Strafraum chippt und Kyereh nach Annahme mit der Brust volley an Riemann vorbeispitzelt – leider aber auch vorbei am Tor.
Das 0:2 fiel in der 77.Minute nach einem sehr ungenauen Pass im Aufbauspiel durch Avevor, als Wieckhoff dem Ball dann auch nicht entgegen geht. Holtmann steckt durch auf Ganvoula, der ist auf links frei durch und kann den Ball von der Außenlinie am Fünfmeterraum in die Mitte zurücklegen, wo Simon Zoller mutterseelenallein aus fünf Metern ins leere Tor schiebt – und da rechnete dann wohl niemand mehr mit etwas Zählbarem für uns.

Doch dann folgten die Minuten des Daniel-Kofi Kyereh – und sie begannen mit einer glücklichen Situation, die man dann einfach auch mal benötigt. Lankford bringt von rechts eine Flanke rein, Vassilis Lampropoulos versucht halb fallend und in Rücklage zu klären, Daschner ist an Ort und Stelle, scheitert jedoch an Torwart Riemann – und Kofi verwandelte im Nachschuss (84.). Und während vermutlich alle noch ein „Geht doch“ vor sich hin murmelten, tat Lukas Daschner Großes und leitete einen unglaublich schwierigen Ball mit einem „Außenrist Stop-Lupfer“ direkt in den Lauf von Kyereh weiter, der daraufhin Punch-Qualitäten bewies. BÄMM! (86.)
Gegenüber fast die erneute Führung für den VfL, doch Himmelmann pariert gegen den frei vor ihm auftauchenden Tesche stark.
Tja… und fast hätten wir dann einen der schnellsten Hattricks der Braun-Weißen Profivereinsgeschichte bestaunen können, doch nach Querpass von Paqarada saust Kyereh zwar noch am langen Pfosten heran, grätscht den Ball aber am Tor vorbei und seinen Unterkörper per unliebsamer Stoßbekanntschaft an den Bochumer Pfosten. Wir hoffen sehr, dass hieraus keine längerfristige Verletzung entstanden ist – Erinnerungen wurden wach an Richy Neudecker, der sich am Millerntor vor der Süd mal bei einem Torerfolg ganz ähnlich ums Gehäuse wickelte.

Catch me, if you can! – Daniel-Kofi Kyereh auf dem Weg zum 2-2
(c) Peter Böhmer

Taktik
Das Spiel muss in zwei Halbzeiten betrachtet werden: In der ersten Halbzeit hatte Bochum erheblich mehr Spielanteile und konnte (meist durch das Zurückfallen der offensiven Außen, Zoller und Holtmann, bei gleichzeitigem Hochrücken der Außenverteidiger) die offensiven Halbräume gut besetzen. Das Prinzip mit aus der vorderen Reihe zurückfallenden Spielern zum Besetzen der Halbräume ist dem FCSP wohl bekannt: Sie spielten damit sehr erfolgreich im Test gegen SønderjyskE. Aber defensiv bereitete das einige Schwierigkeiten, da die Zuteilung der fallenden Spieler nur schwer geklärt werden konnte bzw. der Zugriff häufig nicht sofort da war. Sollen in der Situation die Flügelverteidiger mit vorrücken? Eher nicht, da die Bochumer Außenverteidiger ja sonst auf der Außenbahn völlig blank wären. Soll der eigene offensive Außen zurückfallen? Auch eher nicht, da dieser ja damit beschäftigt ist den Raum davor zuzustellen. Denkbar ist, dass ein defensiver Mittelfeldspieler in den Halbraum schiebt, was allerdings eine gute Absicherung in dessen Rücken verlangt und allgemein eine gute Kommunikation im Team erfordert. Es ist also nicht trivial diesen Bereich mit dieser Formation abzudecken. Wenn der Zugriff jedoch vorhanden war, also die Spieler in den Halbräumen nach Ballannahme unter Druck gesetzt wurden, dann gab es genau in diesen Bereichen vielversprechende Ballgewinne. Es ist also möglich, dass es sich um eine Art Pressingfalle handelte bzw. den Bereich, in dem der FCSP den Ball gewinnen wollte und ihn daher bewusst scheinbar offengelassen hat. Wenn das der Plan war, dann hat es in der ersten Halbzeit ganz ok und in der zweiten Halbzeit sehr gut funktioniert.

Trotzdem müssen Offensivbemühungen des FCSP lange Zeit auch nur als „Bemühungen“ beschrieben werden. Denn so sicher, wie sich dem FCSP nach Ballgewinnen häufig viel Raum zum Umschalten bot, so sicher wurde dieser auch durch konsequente Ungenauigkeiten ungenutzt gelassen.
Dies war bereits in der ersten Halbzeit der Fall. In der zweiten Halbzeit erreichte die Anzahl an ungenau ausgespielten Umschaltsituationen erschreckende Ausmaße. Dann kamen Finn-Ole Becker und vor allem Lukas Daschner auf das Feld und urplötzlich hatten die Offensiv-Aktionen Hand und Fuß bzw. die Pässe landeten in den Füßen der Mitspieler. Vielleicht ist es etwas unfair das auf diese beiden Spieler zu reduzieren, womöglich war es nur eine Frage der Zeit bis Dittgen / Wieckhoff / Zalazar / Knoll / Paqarada diese Situationen ebenfalls erfolgreich ausgespielt hätten. Aber es war schon auffällig, dass in der Offensive noch einmal ein ganz anderer Zug drin war. Das gefiel. Sehr.

Zoom-Meeting im Fanladen
Der Fanladen macht sich natürlich auch so seine Gedanken, wie man die Fanszene in Zeiten von Social Distancing und Geisterspielen wieder zu einem „Wir-Gefühl“ bringen kann und lud daher gestern um 22.30h zu einem Zoom-Meeting. Okay, undankbarer Termin, so unter der Woche. Montagsspiele, immer noch doof.
Sven und Julian saßen im Fanladen, Justus und Nils wurden von der Autobahn aus Bochum zurück nach HH zwischendurch zugeschaltet und so ergab sich eine kleine aber feine Diskussionsrunde zum Spiel und allen weiteren Themen rund um den FCSP aktuell. Insbesondere ging es natürlich darum, wie denn das „Drumherum“ in Bochum im Stadion so war und wie es gegebenenfalls dann am Sonntag am Millerntor wohl so sein wird. Hierzu hoffentlich im Verlauf des Tages dann offizielles vom Verein.
Der Termin hätte sicher noch ein paar mehr Teilnehmer*innen vertragen, aber für einen ersten Testlauf war das schon ganz okay – und hatte weniger technische Schwierigkeiten als die ersten YouTube-Versuche des MillernTon.

Links zum Spiel:
Spielbericht Vereinshomepage
Spielbericht NDR
Spielbericht Kicker
Stimmen zum Spiel (Vereinshomepage)
Pressekonferenz

// Maik & Tim

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Wellllll, you can certainly do it like that: Make the opponent feel safe. To reassure ‚em further, even allow them to score the second goal. And then you score two tiny little goals and every single one, literally, every single one will rub their eyes astonishedly.
The FC St. Pauli gains their first point with a 2-2 draw in Bochum, a point, which ten minutes before the match ended, only some did still hope for and even less expected it to happen. 

Slightly tipsy by joy, some of us walked into the Fanladen after the match, at least virtually.
(Cover picture: 
Peter Böhmer)

Line-up
The already familiar backline of three from the pre-season was equipped with  Daniel Buballa, Christopher Avevor and Sebastian Ohlsson, joined by the wingbacks Leart Paqarada on the left and Jannes Wieckhoff on the right who both joined the offence whenever in ball possession.
In the centre acted Marvin Knoll and Rico Benatelli, even more offensive Maximilian Dittgen and Rodrigo Zalazar, at the very front line there was Daniel-Kofi Kyereh.
In the 65th minute, Finn-Ole Becker was substituted for Knoll but even more important for the play at the very front line was the substitution of Lukas Daschner for Dittgen in the 77th Minute.
Further substitutions were made with Luca Zander, Philipp Ziereis and Kevin Lankford so that Timo Schultz entirely used the allowed number of five substitutions of this season while Bochum substituted only two of their players.

How the match went
During the first half, the match was pretty balanced with a little more weight of Bochum with regards to ball possession and pitch coverage but without any big chance for goals on both sides.
So this is why a set-piece made the difference when Robert Zulj scored with a free-kick in the 26th minute when he kicked the ball with his right foot from the left side and the ball simply passed friends and foe and went straight into the net – a really ungrateful thing for Robin Himmelmann. If he dives downward, another one might reach the ball and he’d make a fool out of himself if he doesn’t dive downward and no one else touches the ball (as happened) he’s even more of a fool. Blatant goalie mistake? Of course not but with a little more of luck during the process of making decisions, one could have saved this ball.
Still without a budgetary striker, the well-known difficulty to develop any force at the front continued. At the back, the brown and white acted pretty safely but all it took was a set-piece of the opponent and when you’re not capable to develop something at the front, that’s enough which was oftentimes also due to inaccurate passes in the last third.

The by far biggest chance to equalize for St. Pauli happened already in the 70th minute in the second half when the then substituted Becker chipped the ball from a central position to Kyereh who stopped the ball with his chest and then took it volley to first miss Riemann but unfortunately also the goal.
The 0:2 was scored in the 77th minute after a very unprecise pass of Avevor to Wieckhoff, who did not come closer towards the ball. Holtmann then passed to Ganvoula, who was free on the left and could easily pass the ball from the goal line back to the line of the six-yard box where Simon Zoller was entirely free and thus unhindered to shoot the ball into the empty goal. After this goal, no one really expected that we could gain any points here.

But what followed were the minutes of Daniel-Kofi Kyereh – and they started with a lucky situation, something you simply deserve in such moments. Lankford centres from the right and Vassilis Lampropoulos aims to clear the situation, leaned to the back and already slightly falling, then Daschner is there and aims to shoot but his shot is saved by Riemann – and then Kofi simply scored with a tap-in (84.). And while probably most of us were still mumbling a „Does work somehow though“, Lukas Daschner did something amazing when he passed an incredibly difficult ball, a somewhat „side-footed stop-lift“ pass, straight into the running path of Kyereh who then proved his punch-qualities. Bang!!! (86.)
On the other side, the VfL was almost taking the lead again but Himmelmann parried strongly against Tesche, freely approaching in front of him. 
Oh well.. and we were almost able to witness one of the fastest hattricks of the brown and white professional club history but after Paqarada passed the ball across and over to Kyereh, Kyereh somehow rushed to the back post but fiddly missed the goal while smashing his lower body against Bochum’s post. We really hope that this did not cause any long-term injury – we got reminded of  Richy Neudecker, who once at the Millerntor scored a goal in front of the south stands but also smashed himself in a similar way against the post.

Catch me, if you can! – Daniel-Kofi Kyereh on his was to score the 2-2
(c) Peter Böhmer

Tactics
The match has to be reviewed by taking two different halves into account: During the first half, Bochum had much more ball possession and could make good use of the offensive half-spaces (mostly due to the dropping of the offensive wingers Zoller and Holtmann while their wingbacks also moved towards them). This principle of front row dropping players is well-known to the FCSP: They also played these tactics successfully in the friendly against SønderjyskE. But in their own defence, this tactic caused some troubles as the defensive assignment of these dropping players could not be sorted straight away. Should the wingbacks move up in such situations? Rather not as this would cause entirely undefended flanks and spaces for Bochums wingbacks. Should the own offensive winger drop back? Again rather not, as this player is busy to block the spaces in front of him. A feasible solution would be that the defensive midfielders move to the half-space which would require a good safety net in their backs and in general a decent communication within the team on the pitch. So it’s not an easy-as-pie job to defend this way of play with a formation like ours. But when space was covered, so that the players in the half-spaces could be set under pressure after receiving the ball, this caused some promising ball gains in exactly this area. So it’s probably possible that this was some sort of pressing-trap and exactly the area in which the FCSP planned to gain the ball and thus probably deliberately left the space uncovered. If this was actually the plan, it worked ok-ish during the first half and pretty well during the second.

Nevertheless, the offensive approaches of the FCSP have to be classified as „approaches“ only. Because as likely as the FCSP gained a lot of space after ball gains for their transition play, as likely it was that the resulting chances were consequently left out.
This was already the case during the first half. But in the second half, the number of imprecisely played transitions moments reached horrifying regions. But then, Finn-Ole Becker and first and foremost Lukas Daschner appeared on the pitch and out of a sudden the offensive actions had a lot of sense and the passes reached their goals respectively. Maybe, it’s a bit unfair to reduce the success to these two players only, it’s also possible that it would have been just a matter of time until Dittgen / Wieckhoff / Zalazar / Knoll / Paqarada would have succeeded in the same way. But it is remarkable that the offensive section had a completely different drive since then. Quite appealing. Very.

Zoom-Meeting in the Fanladen
The Fanladen was also spinning their heads about how to elicit a feeling of community during times of social distancing and matches behind closed doors and thus invited everyone to join a Zoom-meeting at 22.30h yesterday. Okay, that’s a difficult appointment during the week. Monday night matches are still stupid.
Sven and Julian were sitting in the Fanladen, and Justus and Nils were heading back from Bochum to Hamburg and were contacted every now and then and so a small but nice discussion about the match and all other topics regarding the FCSP emerged. In particular, they discussed how being back in the stadium in Bochum felt for Justus and Nils and how it might turn out next Sunday being back at the Millerntor. We hope to get more information about that from the club during the course of the day.
The Zoom-Meeting would have definitely deserved some more participants, however, for a first trial this was pretty decent and there were much less technical difficulties than in the first YouTube-trials of the MillernTon. 

Links related to the match (almost all in German language only):
– Spielbericht Vereinshomepage
– Spielbericht NDR
– Spielbericht Kicker
– Stimmen zum Spiel (Vereinshomepage)
– Pressekonferenz

// Maik & Tim (translated by Arne)

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