Neues von den Abgängen

Inzwischen ist die Saison 20/21 in vollem Gange. Einen Monat nach Ende der Transferperiode ist es an der Zeit, mal einen Blick auf die Spieler zu werfen, die den FCSP im Sommer verlassen haben. Wie ihr Euch sicher vorstellen könnt, gibt es einige Spieler, die zum Stammpersonal bei ihren neuen Teams gehören und andere, die sich den Wechsel sicher anders vorgestellt haben.

Insgesamt 15 Spieler haben einen neuen Klub gefunden. Fünf davon sind „nur“ leihweise bei einem anderen Klub. Diese Spieler werden wöchentlich bei „Leihspielerwatch“ in der Lage unter die Lupe genommen. Aber wie ergeht es den Spielern, die keinen Vertrag mehr beim FCSP haben?

Henk Veerman

Mit dem Spieler, der toremäßig am Nachhaltigsten auf sich aufmerksam machte und dessen Wechsel etwas überraschend kam, wollen wir beginnen:
Zu schreiben, dass Henk Veerman bei seinem neuen und alten Klub SC Heerenveen ganz gut in die Saison gestartet sei, wäre meilenweit untertrieben. In sieben Ligaspielen hat Henk bereits 7x getroffen und drei weitere Tore aufgelegt. Eine klasse Quote. Und damit ist der SC Heereveen nach sieben Spieltagen mit 16 Punkten auf dem 4. Rang platziert. Mit Henk Veerman als Kapitän. Wir hatten es bereits im Artikel zu seinem Wechsel geschrieben, dass der Wechsel aus FCSP-Sicht sinnvoll ist. Allerdings hatten wir auch erwähnt, dass der SC Heerenveen viel Geld für einen Spieler in die Hand nimmt, den sie zwei Jahre vorher ablösefrei abgegeben haben („Doofheitsgebühr“). Die kolportierten 1,5Mio € entpuppen sich nach zehn Torbeteiligungen in sieben Spielen als sinnvolles Investment. Dieser Wechsel hat nur Gewinner.

Henk Veerman ist mit sieben Toren und drei Torvorlagen ein absoluter Leistungsträger beim SC Heerenveen.
(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images/via OneFootball)

Leo Østigård

Stammspieler bei Coventry City in der 2. englischen Liga war Leo Østigård zu Beginn der Saison in den ersten vier Spielen (und zeigte auch dort warum ich ihn „Air Østigård“ getauft habe). Dann folgte ein hartes Spiel in Bournemouth, Leo wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt und verbrachte die nächsten drei Spiele auf der Bank. Coventry City startete nicht wirklich gut in die Saison und fand sich nach acht Spielen auf dem 22. Platz (von 23) wieder. Letztes Wochenende folgte ein etwas überraschender Sieg gegen Tabellenführer Reading. Leo stand dort, wie auch schon beim vorherigen Spiel gegen Middlesbrough, wieder in der Startelf. Am Mittwoch geht es bereits weiter gegen Nottingham Forrest. Platz 20 gegen Platz 21 in der Liga. Ob Leo sich damit sportlich verbessert hat?

Dimitrios Diamantakos

Sportlich eher durchwachsen läuft es bei Hajduk Split und Dimitrios Diamantakos. Ausgeschieden im Europapokal gegen Galatasaray und aktuell auf Platz 7 in einer Liga mit zehn Teams. Dimi selbst hat gleich in seinem ersten Spiel für Split getroffen, danach jedoch trotz viel Spielzeit nicht mehr einnetzen können und mit seinem Klub die letzten drei Ligaspiele verloren. Das hatte er sich vermutlich anders vorgestellt.

Schiebt vermutlich ein wenig Frust bei Hajduk Split: Dimitrios Diamantakos.
(Photo: Peter Boehmer)

Matt Penney

Noch viel schlechter läuft es aktuell bei Matt Penney. Der Engländer hatte es bei seinem Klub Sheffield Wednesday im September noch mehrfach auf den Platz geschafft. Sein letzter Einsatz ist nun jedoch bereits ein paar Wochen her: Am 5.Oktober spielte er in der U23, traf dort auch. Seitdem ist Penney nur noch einmal Mitte Oktober Teil des Kaders gewesen. Gary Monk, Coach von Sheffield Wednesday hat auf die Fragen nach der Nicht-Berücksichtigung Penneys deutliche Aussagen parat: „You can’t have a day off, you’ll lose your space or position.“ – es scheint als wenn Matt Penney (selbstverschuldet?) nicht den besten Stand bei Sheffield Wednesday hat.

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Viktor Gyökeres

Lange war unklar, für welchen Klub Viktor Gyökeres in der Saison 20/21 auf Torejagd gehen wird. Noch im September spielte und traf er für seinen Stamm-Klub Brighton & Hove Albion. Für einen Kaderplatz bei den PremierLeague-Spielen reichte es aber nicht, dafür aber für viel Einsatzzeit im EFL-Cup (samt Torerfolg). Den gesamten Sommer über gab es also Gerüchte um eine erneute Leihe von Gyökeres, auch zum FCSP. Letztendlich wurde es Swansea City in der 2.Englischen Liga. Dort angekommen, durfte er zweimal in der Startelf ran (unter anderem gegen Coventry City, wo Leo jedoch nicht auf dem Platz stand). Seitdem gab es noch zwei Kurzeinsätze in drei Spielen. Ein Tor gelang ihm bisher nicht.

Das bisher einzige Profi-Tor diese Saison von Viktor Gyökeres gelang ihm im Dress von Brighton & Hove Albion. Inzwischen versucht er sein Glück bei Swansea City.
(Photo by Glyn Kirk – Pool/Getty Images/via One Football)

Marc Hornschuh

Zweifelsohne ein Wechsel, der jetzt nicht unbedingt Jubelschreie in beiden Fanlagern ausgelöst hat. Mit etwas Abstand war der Wechsel von Marc Hornschuh zur U23 des HSV aber verständlich. Eine tragende Rolle sollte er dort übernehmen, junge Spieler anleiten. Nach zehn Spielen, in denen er immer von Beginn an auf dem Feld stand (im Derby gegen den FCSP sogar als Kapitän…) und passenden Ergebnissen darf dieses Vorhaben als gelungen betrachtet werden. Gerade aus menschlicher Sicht hätte ich mir sehr gewünscht, dass das beim FCSP der Fall gewesen wäre. Trotzdem schön, dass Marc Hornschuh sportlich wieder erfolgreich ist.

Jan-Philipp Kalla

„Noch ein wenig Fußball spielen.“ – Das wird der Gedanke bei dem Wechsel von Jan-Philipp Kalla zu Victoria Hamburg gewesen zu sein (wo es mit Marius Ebbers ja einen ihm bekannten Trainer gibt). Von der Spielzeit her ist das eher ein mittelprächtiges Unterfangen. Zumindest hat er erst drei von sechs möglichen Spielen bestritten, einmal fehlte er dabei aufgrund einer Gelb-Roten Karte. Und dann kam aufgrund der Pandemie die jetzige Pause der Saison. Für Schnecke bleibt zu hoffen, dass er noch ein wenig kicken kann bevor er 2025 an der Seite von Timo Schultz den FCSP zu diversen nationalen und internationalen Titeln führt.

Zu Beginn der Saison 19/20 noch gemeinsam für den FCSP auf dem Platz: Marc Hornschuh und Jan-Philipp Kalla.
(Photo by Cathrin Mueller/Bongarts/Getty Imagesvia OneFootbal)

Johannes Flum

Zurück zu seinem Jugendverein hat es Johannes Flum verschlagen. Und bei der U23 vom SC Freiburg hat er sofort das Amt des Kapitäns übernommen. Das ganze Unterfangen verläuft recht erfolgreich: Das Team ist Tabellenführer der Regionalliga Südwest. Flum durfte sich als zentraler Mittelfelder bereits doppelt in die Torschützenliste eintragen und bereits mit einer roten Karte den Platz vorzeitig verlassen. Ähnlich viel hat er beim FCSP erlebt – aber in der gesamten letzten Saison, nicht in zehn Spielen.

Christian Conteh

So richtig unter dem Radar flog Christian Conteh bis er vorletzte Woche seine ersten Minuten für seinen neuen Klub Feyernoord Rotterdam auf dem Platz im Spiel gegen Walwijk sammeln durfte. Nicht nur das, denn er durfte sogar, hey Oirrrooobbbaaabboggaaaal, in der Europa League auf der Bank sitzen. Mit diesen 28 Minuten Spielzeit hat Christian Conteh seit Beginn der Saison 19/20 insgesamt 550 Pflichtspielminuten auf dem Platz gestanden. Das ist ziemlich dürftig für „Samba-Boy„, wie er sich selbst in den Sozialen Medien nennt. Mal schauen, ob da noch weitere Minuten hinzukommen. Letztes Wochenende gegen den FC Emmen war er jedenfalls nicht im Kader.

Korbinian Müller

Unseren Ex-Torhüter findet man inzwischen nicht mehr im Tor sondern bei linkedin. Korbinian Müller ist ganz raus aus dem Fußball und ins Immobiliengeschäft eingestiegen.

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Er hatte ja bereits nach Ende seines ersten Vertrages beim FCSP ein Studium der Fitnessökonomie aufgenommen und dieses wohl auch abgeschlossen. Mit 29 Jahren dem Profi-Sport Goodbye zu sagen, obwohl er womöglich hier und dort noch ein paar Euro hätte verdienen können, ist schon ein bemerkenswerte Entscheidung. Ich wünsch viel Erfolg im neuen Berufsleben!

Waldemar Sobota

Einen richtigen Kickstart erlebte Waldemar Sobota bei seinem neuen Klub Slask Wroclaw. Drei Torbeteiligungen an den ersten drei Spieltagen, Stammspieler. Sein neuer Klub fand sich nach drei Spielen auf dem 2.Tabellenplatz wieder. Der Start war mal so richtig geglückt. Interessant: Sobota spielt bei Wroclaw im defensiven Mittelfeld, sollte also nicht nur an Offensivaktionen gemessen werden. Torbeteiligungen gab es danach auch nicht mehr außerdem drei Niederlagen. Am letzten Spieltag stand Waldi dann nicht im Kader. Trotzdem: Der Wechsel scheint für Waldemar Sobota ein richtiger Schritt gewesen zu sein.

Und dann ist da noch ein Kicker, bei dem ich im Winter die ein oder andere Träne verdrückt habe. Mats Møller Dæhli kickt ja bekanntlich in Belgien bei KRC Genk. Wobei so richtig viel kickt er aktuell nicht. Nur in fünf von elf Ligaspielen wurde er eingesetzt, meist als Einwechselspieler. In den letzten 4 Spielen kam er gar nicht mehr zum Einsatz, zweimal stand er nicht einmal im Kader. Sein Problem: Genk spielte in dieser Zeit sehr erfolgreich Fußball. Aber das könnte nun vorbei sein, denn in Genk wird aufgrund kurioser Umstände zum zweiten Mal in dieser Saison ein neuer Trainer gesucht. Mats hat wenig Spielzeit, ist damit bestimmt kreuzunglücklich und mindestens ein Fan seines Ex-Klubs würde sich über seine Rückkehr freuen. Reicht das für ein Transfergerücht?

Einer seiner seltenen Auftritte auf dem grünen Rasen – Mats Møller Dæhli spielt keine tragende Rolle in Genk.
(Photo by YORICK JANSENS/BELGA MAG/AFP via Getty Images/via OneFootball)

Wenn wir Henk Veerman und die Spieler, die ihre Karriere unterklassig ausklingen lassen mal ausklammern, dann ist die Bilanz der Abgänge des FCSP bisher mehr als durchwachsen. Ich hoffe sehr, dass die Spieler ihr sportliches Glück in der Ferne finden, bastele aber bereits einen „Free Mats!„-Banner und packe meine Sachen für eine Fahrradtour nach Genk…

// Tim

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