Lage am Millerntor – 17.Mai 2021

Lage am Millerntor – 17.Mai 2021

Ganz Hamburg spielt also auch nächste Saison in Liga zwei. Und während noch nicht ganz klar ist, wen wir neben Schalke von oben noch begrüßen dürfen, kommt von unten zumindest schon mal Dynamo Dresden. Schauen wir also im Detail auf ein ereignisreiches Wochenende.
(Titelbild: Stefan Groenveld)

FCSP News

1:2 gegen Hannover 96

Es gibt (sehr wenige) Vereine, gegen die Niederlagen zu gewissen Saisonzeitpunkten weniger schlimm sind. Hannover 96 gehört definitiv nicht dazu, gegen die verliere ich ungern – äußerst ungern. Ebenso wie Tim, was auch er im Spielbericht nicht verhehlen kann.
Den Spielbericht des Vereins und die Stimmen zum Spiel findet Ihr auf der Vereinshomepage.
Außerdem ist der „Vorwärts nach Weit“-Podcast von H96 schon sehr früh am Start.

Nicht mehr beim Quarantäne-Trainingslager in Herzlake dabei ist übrigens Marvin Knoll, der laut Verein mit Rückenproblemen abreiste.

Lage der Liga

Sowohl beim Auf- als auch beim Abstiegsfinale wird nächste Woche noch einiges los sein.
Etwas entspannter ist es oben, denn drei Teams spielen unter sich zwei direkte Aufsteiger und den Relegationsplatz aus.
Der VfL Bochum (64 Punkte, Tordifferenz +25) geht hier mit der komfortabelsten Situation in der 34.Spieltag – hätte aber mit einem Sieg gestern in Nürnberg den Aufstieg schon fix machen können. Das Tor von Robert Zulj in der 76.Minute zum 1:1 (mit gnädiger Unterstützung von Mathenia) reichte hierfür aber nicht – und mit dem SV Sandhausen wartet dann der vielleicht gefährlichste Gegner für die Top3 auf den VfL.
Ebenfalls die Feierlichkeiten verschieben musste Holstein Kiel (62P/+23), obwohl in Karlsruhe wahrscheinlich die Champagnerflaschen schon kaltgestellt waren, nachdem Janni Serra die Halbzeitführung erzielt hatte. In Halbzeit zwei aber drehte der KSC zu einer 3:1-Führung. Kiel kam in der 84.Minute per Foulelfmeter zum Anschlusstreffer und in der 91. tatsächlich noch zum Ausgleich – der aber wegen Abseits vom VAR kassiert wurde. Es blieb beim 3:2 (0:1), der eine Punkt mehr hätte allerdings auch noch nicht den direkten Aufstieg bedeutet.
Womit wir bei der SpVgg Fürth (61P/+24) wären, die beim SC Paderborn die vermeintlich schwerste Aufgabe der Drei hatte, aber als einziges Team gewann… und zwar mit 4:2 (2:2) in einem wahren Torfestival, wobei der entscheidende Treffer erst in der 96.Minute fiel. Der SC Paderborn hat damit ein erstaunliches Torverhältnis von 10:7 aus den letzten beiden Spielen.
Bochum (gegen Sandhausen) und Kiel (gegen Darmstadt) haben es somit am kommenden Sonntag in der eigenen Hand, Fürth (gegen Düsseldorf) muss auf Ausrutscher der anderen beiden hoffen.

Im Abstiegskampf sind nächste Woche noch vier Teams im Rennen um einen direkten Abstiegsplatz und die Relegation. Ausgerechnet der bereits abgestiegene Tabellenletzte aus Würzburg hat die Karten nochmal komplett neu gemischt, denn den 2:1 (2:0)-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig (31P/-25) hatten wohl die wenigsten kommen sehen. Würzburg ging in der 2.Minute in Führung und erhöhte in der 19.Minute per Strafstoß. Braunschweig zeigte Nerven und kam erst in der 79.Minute zum Anschlusstreffer. In der 91.Minute kassierte Dong Won Ji auch noch glatt Rot nach einer eingesprungenen Fluggrätsche von hinten.
Der VfL Osnabrück (33P/-22) nahm dieses unerwartete Geschenk von Würzburg dankbar an und gewann gegen den Vizestadtmeister mit 3:2 (1:1). Dabei hatte Horst Hrubesch doch in den letzten Tagen so viele tolle Gespräche geführt, erstaunlich. Für den VfL endete damit ganz nebenbei auch noch die Serie von 13(!) Heimniederlagen(!!) in Folge!!! Der VfL führte mit 2:1, ehe sich ab der 80.Minute die Ereignisse überschlugen: Osnabrücks Kerk wurde an der Strafraumlinie gefoult. Der VAR prüfte kurz, ob es nicht sogar Strafstoß geben müsse, es blieb aber beim Freistoß – und im Gegenzug glich der HSV durch Winzheimer Leibold zum 2:2 aus. Nur zwei Minuten später aber schoss der Ex-Bremer Marc Heider dann den 3:2-Siegtreffer an der Bremer Brücke.
Nicht mehr direkt absteigen kann Jahn Regensburg (35P/-16). Aufgrund der 2:0 (2:0)-Niederlage beim SV Sandhausen (34P/-17) allerdings könnte man durchaus noch auf den Relegationsplatz abrutschen – und der SVS hat mal wieder seine Qualitäten im Endspurt des Abstiegskampfs bewiesen.
Am letzten Spiel haben Regensburg (gegen den FC St.Pauli) und Sandhausen (beim VfL Bochum) es also in der eigenen Hand – Braunschweig (17., beim HSV) und Osnabrück (16., in Aue) müssen selbst gewinnen und auf Ausrutscher hoffen. (Ja, bei einem Bochumer Sieg gegen Sandhausen mit sechs oder mehr Toren Unterschied könnte Osnabrück auch ein Punkt reichen.)

Und dann noch ein Blick nach Darmstadt: Serdar Dursun traf gestern erst mal vierfach beim 5:1 seiner Lilien gegen den 1.FC Heidenheim – und verkündete danach, dass er seinen Vertrag in Darmstadt nicht verlängern werde, obwohl dies doch sein zweites Zuhause sei..

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Neues von den Alten

Beginnen wir mir dem Naheliegendsten, nämlich dem MillernTalk-Podcast vom Abendblatt. Dort war der Capitano zu Gast, Fabio Morena bot sich als aktueller Teammmanager von Hannover 96 natürlich auch ideal an. Kurzer Blick auf die Dauer: 1h45m! Es scheint, als würden auch Alex Berthold und Carsten Harms allmählich auf den Geschmack kommen und sich immer mehr damit anfreunden, dass dieses Internet so verdammt viel Platz hat und gute Gesprächspartner diese Zeit auch sinnvoll füllen können, sehr schön. Hört rein, es lohnt sich.

Und nochmals der Blick in die Niederlande: Christian Conteh kam im letzten Spiel der Saison zu seinem zweiten Einsatz für Feyenoord und damit auf die Einsatzminuten 29 – 33. Beim 3:0 gegen RKC Waalwijk wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. Etwa zwei Drittel der Saison hatte er mit verschiedenen Verletzungen verpasst.
Auf Platz 8 der Torschützenliste der Eredivisie steht Dusan Tadic von Ajax. Bevor Ihr jetzt verwirrt die St.Pauli Bücher aus dem Schrank holt – nein, der hat nie für uns gespielt. Allerdings teilt er sich diesen achten Platz mit zwei anderen Spielern – und die sind beides Ex-Kiezkicker. Henk Veerman und Lennart Thy trafen gestern in der Partie SC Heerenveen – Sparta Rotterdam direkt aufeinander. Thy erzielte das 1:0 für die Gäste, die mit dem 2:1-Sieg dann auch noch die PlayOffs für den Europa Conference League-Platz erreichten. Beide trafen in der Saison insgesamt 14x.

Leihspieler Watch

Marvin Senger reiste mit dem 1.FC Kaiserslautern zu Viktoria Köln und wollte dort für „die Region“ den Klassenerhalt eintüten, saß aber zunächst nur auf der Bank. Klassenerhalt klappte am Samstag noch nicht ganz, aber als es zur Pause 3:1 für Viktoria stand, wechselte Trainer Antwerpen dann endlich auch Senger ein und am Ende stand es 3:3 – und da Bayern II am Sonntag nicht gewann, reichte es dann mit Verzögerung.
In der Anfangsformation standen Florian Carstens und Kevin Lankford für den SV Wehen Wiesbaden beim Halleschen FC. Carstens musste allerdings bereits nach zehn Minuten mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden, Ferndiagnose Nasenbeinbruch und dicker Brummschädel – Gute Besserung! Sportlich gab es für den SVWW auch nichts zu holen, am Ende stand ein 4:0 (2:0) für Halle, Lankford steuerte immerhin eine Gelbe Karte bei.
Apropos 4:0 (2:0): Mit diesem Ergebnis unterlag auch Yiyoung Park mit Türkücü bei Dynamo Dresden. Park selbst schaltete sich als Außenverteidiger durchaus häufig in die Offensive ein, verschuldete mit einem Fehlpass aber auch das 1:0 für Dynamo.
Heute Abend (19.00h) versucht Ersin Zehir dann mit dem VfB Lübeck im Heimspiel gegen den FSV Zwickau, den 6-Punkte-Rückstand auf den KFC Uerdingen mit einem Heimsieg zu verkürzen – ansonsten steht der sportliche Abstieg fest.
Maximilian Franzke stand erneut nicht im Kader des 1.FC Magdeburg, Jakub Bednarczyk saß bei Zaglebie Lubin immerhin mal wieder auf der Bank, wurde aber bei 0:4 in Plock aber nicht eingewechselt.

111 Jahre FCSP – St.Gala

Das war doch insgesamt eine schöne und runde Sache, die der Verein da in Zusammenarbeit mit dem Museum auf die Beine gestellt hat, u.a. souverän von Debbie moderiert und mit Einspielern von Ralph Gunesch, der parallel auch noch das FA-Cup Finale für DAZN moderierte – ein Teufelskerl!
Highlights für mich waren „The Wakes“ und Christian Streich, hier könnt Ihr die gesamte Veranstaltung dann nochmal zeitsouverän anschauen.

Fanszene News

Trikot

Am Freitag veröffentlichte der Verein das neue Auswärtstrikot, inkl. „Kein Fussball den Faschisten“-Sonderausgabe, welches dann ja auch gestern im Spiel gegen Hannover getragen wurde. Welchen Weg diese vier Worte genommen haben und was genau TeBe Berlin damit zu tun haben, erzählen Sven (FL) und Sven (OL) auf der Vereinshomepage.

Simon und Anton (von links)
(c) FC St.Pauli

MillernTöne

Nach der St.Gala ist vor MillernTöne, feat. Fanladen und GHvC: Kommenden Sonntag, nach Sonderzug und Auswärtssieg, könnt Ihr auf YouTube zuschauen, wie wir uns mit Marcus Wiebusch und Thees Uhlmann über die abgelaufene Saison unterhalten.
Einschalten lohnt sich, u.a. gibt es eine Weltpremiere.

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Döntjes

Offener Brief von Zukunft Profifussball

Da die offizielle Veröffentlichung des „Offenen Briefes“ am Freitag quasi mit Veröffentlichung der Lage parallel lief und dann am Tag selbst alles eher vom schicken neuen Auswärtstrikot überlagert wurde, sei hier nochmal auf Zukunft Profifussball hingewiesen. 100 Tage nach dem Ende der „TaskForce“ wird mal höflich bei der DFL nachgefragt, was denn bisher so passiert sei – bzw. eher, warum denn bisher so gar nichts passiert ist.

3.Liga Update

Beginnen wir mit den Fakten: Dynamo Dresden ist aufgestiegen, der 1.FC Kaiserslautern hat den Klassenerhalt gesichert.
Dynamo Dresden tat dies sportlich vollkommen ungefährdet mit einem 4:0 (2:0) gegen Türkgücü München. Für mehr mediale Aufmerksamkeit sorgte dann das, was ums Stadion herum passierte (MDR). Ich war nicht dabei und werde das nicht bewerten. Ob der Verein da medial sonderlich glücklich agierte, dürfen dann auch gerne andere entscheiden. (Twitter)

Hansa Rostock hat sich mit einem 1:0 bei Unterhaching zumindest schon mal die Relegation gesichert, im Heimspiel gegen den VfB Lübeck (der heute Abend gegen Zwickau selbst entscheidet, ob er dann noch eine Chance auf den Klassenerhalt hat) kann dann alles klar gemacht werden. Bei diesem Spiel plant Hansa „bis zu 7.500 Fans“ (NDR) ins Ostseestadion zu lassen.
Ob das Verhalten von einem Teil der Rostocker Fans dabei sonderlich hilfreich war, mögen andere entscheiden. Beim Spiel in Haching waren 200-300 Hansa-Fans angereist und feierten außerhalb des Stadions mit eingeschränkter Sicht und Pyro den Auswärtssieg, die MNS-Disziplin war gemäß der Bilder eher ausbaufähig. Dies kann man in einer Pandemie für sich schon mal kritisieren, insbesondere wenn für die Folgewoche noch so ein ein Heimspiel mit Fans von der Politik genehmigt werden muss – allerdings war das dann wohl im Nachgang das kleinere Vergehen. Denn auf Höhe Ingolstadt stoppten mehrere PKW auf der A9 den Mannschaftsbus und feierten dort erst mal ausgelassen. „Schwerer Eingriff in den Straßenverkehr“ und „Landfriedensbruch“ dürften die Anklagen lauten, das kann durchaus teuer werden.

Der FC Ingolstadt gewann am Samstag souverän (nach Halbzeitrückstand) mit 5:1 beim MSV Duisburg und zog damit an 1860 München vorbei, die gegen Bayern II nicht über ein 2:2 (1:1) hinauskamen. Hier sorgte Sascha Mölders dann nach dem Spiel im Interview für Aufmerksamkeit, als er sich über einen Spieler des Gegners beschwerte und selbst zumindest merkwürdige Erziehungsmethoden offenbarte: (Twitter)

Rostock spielt also am letzten Spieltag gegen Lübeck, Ingolstadt empfängt 1860 und es reicht bereits ein Unentschieden zur Relegation. Für Platz 2 müsste man schon auf eine Rostocker Niederlage hoffen oder aber bei deren Unentschieden selbst noch fünf Tore aufholen.

Im Keller hingegen unterlag der SV Meppen bereits am Freitag in Saarbrücken mit 0:2 und steht plötzlich auf einem direkten Abstiegsplatz, gleiches gilt auch für Bayern II. Sieger des Spieltags (neben der nun fest geretteten „Region“) ist der KFC Uerdingen, der mit einem glücklichen 1:0 gegen den 1.FC Magdeburg über den Strich sprang. Am letzten Spieltag können die Krefelder nun mit einem Sieg bei Waldhof Mannheim den Klassenerhalt fest machen – Meppen (gegen Duisburg) und Vorjahresmeister Bayern II (gegen Halle) bleibt nur die Hoffnung.

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FC Bayern Familien-Trainingslager

Noch am Freitag durfte ich hier davon berichten, dass für den FC Bayern wieder mal andere Regeln gelten als bei allen anderen Clubs. Doch dann kam folgende Ansage: „Eure Familien haben 90 Minuten, das Gelände zu verlassen!“
So oder ähnlich stelle ich mir zumindest die Anweisung des Landratsamt Traunstein vor, das die Verantwortlichen des FC Bayern am Freitag darüber in Kenntnis setzte, dass auf einer Dienstreise in Pandemiezeiten keine Familien mit im Hotel untergebracht werden dürfen. (Kicker)

Play-Offs Regionalliga Bayern

Die Aufsteiger in die 3.Liga nehmen mehr und mehr Gestalt an: Viktoria Berlin (mit Bernd Nehrig, Vertrag bis 2022) steht für die RL Nordost fest
Aus dem Norden soll der TSV Havelse in die Aufstiegsspiele gegen den Vertreter aus Bayern gehen, dort stehen ab morgen die Entscheidungsspiele zwischen Aschaffenburg, Bayreuth und Schweinfurt an, alle Spiele werden live bei Sporttotal.tv übertragen. (Kicker)

Bleibt gesund!
// Maik

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3 thoughts on “Lage am Millerntor – 17.Mai 2021

  1. Yo, da steigt doch schon mal die Vorfreude auf SGD und wahrscheinlich auch Hansa..Wer die Bilder aus Dresden und von der A9 gesehen hat, weiss, das wir uns schon mal auf 2 gaanz entspannte Spiele mit höchst originellen Transpis und Sprechchören freuen dürfen. Ach ja, und von den Toiletten im Gästebereich verabschieden wir uns dann jetzt schon mal, kost ja nix…

    1. Es ist wie Du sagst – ich weiß jetzt schon, wie scheiße wir alle den Stress rund um die vier Partien finden werden.
      Ähnlicher Kack wie bei den Derbys.

      Und doch habe ich auf dem Spielplan lieber Dynamo und Hansa als (z.B.) Ingolstadt und Mainz.
      Alle bekloppt… ich auch.

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