Lage am Millerntor – 24. Januar 2022

Lage am Millerntor – 24. Januar 2022

Montag nach der Derbyniederlage. Immer noch nicht Vergnügungssteuerpflichtig. Aber hilft ja nichts, auf in die erste Lage der Woche.

FCSP News

1:2 im Derby

Satz mit X.
Trotz Pausenführung unterlagen wir am Freitag im Stadtderby beim Nachbarn. Da gibt es nichts schönzureden, das ist immer eine bittere Angelegenheit.

Wer sich den Frust durch eine sportliche Analyse weglesen will, der sei auf den Bericht von Tim verwiesen. Falls es Euch auf Englisch weniger schmerzt, kann ich noch den South End Scum empfehlen.
Yannick war außerdem bei Sportstown Hamburg zu Gast, Kleiner Tod hält sich kurz – und wer sich das alles nochmal anschauen will, kann dies bei der Sportschau tun.

Testspiel bei Holstein Kiel

Am Wochenende ist bekanntlich spielfrei, der FCSP tritt am Freitag (14.00h) bei Holstein Kiel an. Fans sind auf dem Trainingsgelände in Projensdorf nicht zugelassen, es gibt aber einen Livestream.

Lage der Liga

Am Freitag gab es nicht nur eine Debyniederlage für uns, der 1.FC Nürnberg verschärfte zusätzlich die Abstiegssorgen der Düsseldorfer Fortuna mit einem 0:1 (0:1)-Auswärtssieg. Entgegen dem landläufigen Allgemeinwissen, dass man entscheidende Tore nicht zu früh schießen sollte, reichte dem Glubb hier der Treffer von Lino Tempelmann in der 2. Minute zum Sieg.

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Am Samstag gab es ein vogelwildes Spiel des SC Paderborn gegen Werder Bremen. Am Ende stand ein 3:4 (2:1), bei dem der SCP anfangs einen verschossenen Elfer wiederholen (und verwandeln) durfte, in der 57. das 3:1 erzielte, es nach 66 Minuten 3:3 stand und in den nächsten sechs Minuten beide Teams in Führung gingen, beide Treffer aber vom VAR wieder kassiert wurden. In der 86. Minute setzte Ömer Toprak dann mit dem 4:3 für die Gäste den Schlussakkord, der gleichzeitig den fünften Bremer Sieg in Folge und den Sprung auf Platz 3 bedeutete. (Highlights)
Dieser Sprung war möglich, weil Hansa Rostock zwar auch im achten Pflichtspiel in Folge sieglos blieb, den 1.FC Heidenheim aber immerhin bei einem 0:0 hielt.
Neuer Tabellenführer ist Darmstadt 98, dass beim Schlusslicht FC Ingolstadt einen ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg einfuhr.

Vor Ingolstadt in der Tabelle steht Erzgebirge Aue – und das erlebte im Abendspiel eine kleine Schlachtung durch Schalke 04. Ein Doppelschlag kurz vor der Pause besiegelte das Schicksal von Aue früh, in der 2.Hälfte konnte Schalke das dann souverän ausbauen, ohne sich zu verausgaben. Simon Terodde und Neuzugang Andreas Vindheim sammelten je ein Tor und eine Vorlage ein, Danny Latza schnürte einen Doppelpack.
Ja, das 2:2 des FCSP in der Vorwoche schmeckte beim Anblick dieses Spiels dann doppelt bitter.

Am Sonntag drehte Holstein Kiel einen Rückstand bei Jahn Regensburg zu einen 1:2 (1:1)-Auswärtssieg. Dabei hätte Regensburg kurz vor der Pause erneut in Führung gehen können, Besuschkov scheiterte allerdings mit einem Strafstoß an Keeper Dähne – und in Hälfte zwei traf Mühling dann mit einem Elfmeter zum Störche-Sieg.
Hannover 96 hätte zuhause gegen Dynamo Dresden gerne etwas (mehr) Luft im Abstiegskampf geschnappt, kam über ein 0:0 aber nicht hinaus.

Die Partie des Karlsruher SC gegen den SV Sandhausen ist aufgrund der Corona-Fälle beim KSC von der DFL abgesagt und für den 8.Februar neu angesetzt worden.

Fanszene News

Holocaust Gedenktag

Am Donnerstag gibt es ein Zeitzeugengespräch mit Ivar Buterfas-Frankenthal.
Alle Infos zur digitalen Veranstaltung könnt Ihr beim Fanladen finden, zusätzlich zur YouTube-Übertragung gibt es auch einen Facebook-Termin.

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Thees #3

Am Derbytag hat Thees Uhlmann seine dritte Kolumne geliefert und sich dabei von Speedy Hemmoor verabschiedet – außerdem blickt er zurück auf den Abend, als die bisher letzte zusätzliche Liedzeile für „Das hier ist Fußball“ entstand.
„Lockdown-Luck am Spritzenplatz“

Stimmungslage

Die Jahre der dauerhaften Stadtmeisterschaft sind also vorerst vorbei – und am Wochenende gab es wohl die ein oder andere Diskussion über die aktuelle Lage, wie das bei Fußballfans halt so ist.
„Die Tabelle lügt nicht!“ heißt es oft – und auf der stehen wir auf Platz 2 und zusätzlich im Viertelfinale des DFB-Pokals. Allerdings haben wir auch aus den letzten vier Spielen (davon drei Auswärts) nur zwei Punkte geholt und unser schönes, angesammeltes Polster verspielt, in der Rückrundentabelle (drei Spiele…) sind wir Drittletzter.

Ist also immer noch alles supi oder ist jetzt alles schlecht? Wie so oft dürfte die Wahrheit wohl in der Mitte liegen.
Wir haben nach wie vor eine hervorragende Ausgangslage für die letzten 14 Spieltage – und es gilt jetzt in der spielfreien Woche, alles dafür zu tun, diese zu nutzen.

Es dürfte bekannt sein, dass mein Glas tendenziell immer eher halb voll als halb leer ist, dementsprechend bin ich auch ziemlich klar bei der Person, die gestern folgendes in eine WhatsApp-Gruppe schrieb:

„Ich mein, was stimmt denn mit den Leuten nicht?
Aufstiegsplatz, Pokal-Viertelfinale.
Derby verloren, auch nicht wirklich gut gespielt, aber hätte der Schiri beim Ohlsson – Elfer RICHTIG entschieden, hätten wir trotzdem unter Umständen gewonnen.
Geiler Trainer, der zu St Pauli passt UND attraktiven Fußball spielt. Dazu mit Irvine, Lawrence und Makienok drei Leute, die wahrscheinlich auch ganz gerne bei St Pauli spielen.
Also an bessere Phasen in den letzten zeh Jahren kann ich mich nicht erinnern…
Der letzte Trainer, der irgendwie passte war Ewald, […]. Und Meggle passte auch, konnte aber offensichtlich keine guten Spieler holen.
MannMannMann…
Ich hab schon wieder Puls.“

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In der folgenden Diskussion fielen dann auch noch Hinweise auf die Situation beim Halbzeitpfiff in Würzburg vor einem Jahr, dem Kaderumbau mit OP am offenen Herzen und dass man zuletzt auch schwierige Themen im Kader relativ gut moderiert bekommen hat (Marvin Knoll).

Wir haben jetzt spielfrei, danach geht es gegen Paderborn, nach Regensburg, gegen Hannover und nach Ingolstadt. Gewinnt man beide Heimspiele und holt auswärts 3-4 Punkte, so scheint wieder überall die Sonne.
Holt man da nur sechs Punkte oder weniger, dürften die Aufstiegsplätze hingegen von anderen Teams belegt werden.
So stay tuned.

Döntjes

Überfällige Änderung im Kinderfußball

Wer mich in diesem Internet schon länger liest, kennt meine Begeisterung für „Funino“. Diese alternative Spielform im Fußball für Kinder (G-E Jugend) hat viele, viele Vorteile für Kinder. Beim 3vs3 auf zwei Mini-Tore sind ALLE Kinder viel aktiver eingebunden, es fallen in aller Regel deutlich mehr Tore für beide Teams, da man bei deutlichem Rückstand durch einen Spieler mehr sehr viel am Spiel verändern kann und am Ende eines solchen Spieltages haben meist alle Kinder ein Erfolgserlebnis im Sinne von Toren und/oder Vorlagen gehabt.
Auch bei den meisten Eltern setzt diese Erkenntnis recht schnell ein, nur wenige kritisieren, dass es (in aller Regel) keine Ergebnisse und Tabellen gibt und eben auch keine Torhüter – gerade letzteres ist aber kein wirkliches Problem, das kommt dann noch früh genug, und das mit den Tabellen stört wirklich nur die Eltern, nicht die Kinder.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der DFB führt diese Spielform jetzt auch endlich verbindlich ein, spätestens zur Saison 2024.

Hertha-Fans beglücken Profis beim Training mit Feedback

Der „Big City Club“ ist aktuell gar nicht mehr so groß und steht nach der 1:4-Niederlage gegen den FC Bayern nur noch knapp über den Abstiegsrängen, hinzu kommt die Niederlage im Pokalderby unter der Woche gegen Union.
Am Samstag schlenderte daher eine Gruppe von 80 Personen beim Abschlusstraining vorbei und äußerte (nicht nur) konstruktive Kritik an Trainerteam und Spielern.
Während der RBB den vom Verein bestätigten Vorfall noch recht nüchtern schildert, ist inzwischen dieses Video aufgetaucht, welches das Ende des „Gesprächs“ zeigt.

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VAR Diskussionen, die Drölftausendste

Am Freitag hätte es durchaus einen Strafstoß für den FCSP geben können, als Alidou im Laufduell mit Ohlsson diesen berührte und zu Fall brachte. Ausgleichende Gerechtigkeit, mögen einige denken, eine ähnliche Situation im Hinspiel gegen Jatta hatte ebenfalls nicht zum Pfiff geführt – und man kann in beiden Situationen sowohl für „Wenn er nicht pfeift, muss der VAR das auch nicht korrigieren“ als auch für „Klare Fehlentscheidung, da muss der VAR eingreifen“ Unterstützer:innen finden.

Eingegriffen wurde hingegen am Samstag in der 1.Liga bei der Partie des SC Freiburg gegen den VfB Stuttgart (2:1). Der Stuttgarter Tibidi kommt hier nach einem klaren Kontakt im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Stieler pfeift Strafstoß – und nach Rücksprache mit dem VAR schaut er es sich selbst noch mal an und korrigiert sich. Erstaunlich…
Wer in diese Diskussion im Detail einsteigen will, kann sich über mehrere Stunden auf dem Twitter-Account von Collinas Erben aufhalten, ohne dass es langweilig wird. Die Antworten sind teils noch vogelwilder als das Paderborn-Werder Spiel – es ist durchaus bemerkenswert, mit welcher Ruhe Klaas und Alex da unbeirrt weiter machen.

Spalier beider Teams bei Einwechslung

Excelsior Maassluis (3.Liga Niederlande) gastierte im Pokal bei Ajax Amsterdam und verlor wenig überraschend mit 9:0. In der 89.Minute wurde dabei Devin Plank eingewechselt, bei dem vor einem Jahr Knochenkrebs diagnostiziert wurde und der aktuell noch eine Chemotherapie erhält und erstmals nach der Diagnose wieder in einem Spiel auf dem Platz stand.
Diesen sicher auch für ihn emotionalen Moment begleiteten beide Teams mit Standing Ovations und einem Spalier. (Twitter)

Out of Soccer: Wilde NFL PlayOffs

Ich hoffe, ich spoiler jetzt niemanden, der heute Vormittag noch Spiele aus der Nacht nachholen will, ansonsten jetzt bitte schnell das Browser-Fenster schließen.
Aber: WOW!

Am Wochenende fanden die Divisional PlayOffs statt, vereinfacht ausgedrückt die Viertelfinals der NFL. Die beiden Spiele am Samstag endeten mit Siegen der auswärts antretenden Außenseiter (Bengals bei den Titans, 49ers in Green Bay), jeweils durch ein Fieldgoal bei Auslaufen der Uhr. Auch am Sonntag gewann zunächst der Außenseiter (Rams in Tampa Bay) und in einem völlig verrückten Spiel in den letzten Minuten standen die Buffalo Bills mehrfach knapp vor dem Sieg in Kansas City – ehe es auch hier ein Fieldgoal in der letzten Sekunde gab, welches die Gastgeber in die Verlängerung brachte. Mit dem siegbringenden Touchdown dort verhinderte Kansas City dann ein komplettes Novum, denn seit es die PlayOffs in dieser oder ähnlicher Form gibt (1970) hatten noch nie alle vier Heimteams in der Divisional Round verloren. (Twitter)
Ja, Kommerzkacke und alles andere, was man am Konstrukt NFL, seinen Ownern und vielem mehr kritisieren kann – aber es ist dann einfach doch ein fantastischer Sport.

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Zu guter Letzt

No comment… (Twitter)

Forza St. Pauli!
// Maik

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6 thoughts on “Lage am Millerntor – 24. Januar 2022

  1. Bin auch eher für Glas halb voll, alles kann sich schnell ändern. Allerdings hat man natürlich auch im Kopf, was los ist, wenn die nächsten Spiele nicht ordentlich gepunktet wird.
    Das Derby war unterm Strich doch etwas ernüchternd nach dem Dortmund Spiel. Klar muss eine Niederlage immer einkalkuliert werden, hätte mir allerdings doch einen etwas couragierteren Auftritt erhofft. Aber sind halt auch keine Roboter, kann nicht immer klappen.

    1. Moin Detlef,
      also mir ist wichtiger, dass wir weiterhin attraktiven Fußball nach vorne spielen, bin auch der Meinung, dass wir dieses auch bei den „Pfeffersäcken“ mit Unseren Möglichkeiten getan haben. Die Pfeffersäcke waren für mich, ganz ehrlich, Freitag das individuell besser besetzte Team. Übrigens kann Uns der wahre Stadtmeister seit 11 Jahren nur in der BuLi genommen werden.
      Ein „couragierteres Auftreten“ was soll das denn bitte?! Das ist für mich genauso ein „Mist“, wie „härter (dran) Arbeiten“(habe ich hier irgendwo auch gelesen), und das Pokalspiel haben wir m. E. gewonnen, weil UHU zu Unserm Glück einen ganz schlechten Auftritt bei Uns hatte. Wenn ich mir jetzt die Tabelle genau anschaue -mir reicht am Ende sowieso Platz IV-, wäre es für mich schöner, hier keinen zusätzlichen Druck aufzubauen, sondern einfach logger zu schauen, wo wir am Ende mit Unserem Team und Unseren Möglichkeiten mit diesem attraktiven Fussie stehen werden. Und zum Schluss, wir haben noch immer keine 42 Punkte.
      Forza Sankt Pauli!i!i!

  2. Das es sich jetzt eher anfühlt wie Glas halb leer liegt vielleicht auch einfach daran das viele so getan haben als wenn der Aufstieg schon sicher ist weil das Team den besten Fussball aller Zeiten spielt und sich eigentlich nur selber schlagen kann. Die Realität ist halt doch eine andere, dazu die Achterbahn aus DFB Pokal und Derbyniederlage, fühlt sich halt xfach scheisse an.

      1. Naja, es sind schon welche, nur halt nicht in Europa. Aber immerhin dürfte außer Jackson Irvine niemand unterwegs sein deswegen, das dürte schon ein Vorteil sein zu den letzten Pausen.

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