Lage am Millerntor – 24. August 2022

Lage am Millerntor – 24. August 2022

Die Lage am Mittwoch: Eher ruhig. Der in allen Umständen desaströse Sonntag verhallt langsam, das nächste Heimspiel ist noch zu weit weg. Zeit für Blicke über den Tellerrand, u.a. in die Lausitz, die Ukraine oder nach Indonesien.

FCSP News

Kollaustraße

Gestern war trainingsfrei, abseits von mehr oder weniger wilden Transferspekulationen gibt es auch nicht viel zu vermelden. Wird Zeit, dass das Transferfenster schließt.
Heute ist wieder Training, anschließend gibt es eine Regelschulung – morgen Vormittag ist die Pressekonferenz vor dem Paderborn-Spiel.

Lage der Liga

Einen schönen Überblick über die Liga bietet der aktuelle Rasenfunk Kurzpass. In 1h14m bespricht Max mit Eva-Lotte Bohle (Bielefeld) und Tobias Kröger (HSV) die Lage der Liga, mit dem Schwerpunkt auf die beiden genannten Vereine. Auch unser Spiel in Rostock und die Begleitumstände sind natürlich Thema.

Aaron Opoku wurde für seinen Tritt und die Rote Karte gegen Darmstadt vom DFB für fünf Spiele gesperrt. Der HSV hat die Sperre bereits akzeptiert. Entweder, weil man eh mit sechs Spielen gerechnet hatte, oder weil Opoku eh transferiert werden soll. Sollte er in der Liga verbleiben, wäre er am 11. Spieltag wieder spielberechtigt – und da spielt mit dem 1. FC Kaiserslautern einer der Vereine beim HSV, die angeblich Interesse an ihm haben.

Fanszene News

Rückblick Hansa

Sehr viele Diskussionen gab es ja um das „Lichtenhagen“-Banner, welches während des Spiels gen Gästeblock gezeigt wurde. Hierzu haben sich u.a. auch die „Hansa Fans gegen Rechts“ geäußert (Facebook), außerdem war es Thema im Deutschlandfunk Kultur in einem Gespräch mit Andrej Reisin. Und wer nochmal richtig schlechte Laune haben oder auf diese runtergezogen werden möchte, dem sei der KIEZKIEKER empfohlen.

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Female St. Pauli Stories #6: Natalia

Neue Episode: Debbie war bei Natalia zu Gast, die mit 18 Jahren aus St. Petersburg nach Hamburg kam, inzwischen Mitglied im Fanclub „Dörte Becker“ ist, sich in der Hilfe für Geflüchtete engagiert und als „Nanoviola“ Klassik mit elektronischer Musik verbindet. Mehr Infos im Artikel bzw. direkt in der Folge:

Resttickets für Paderborn

Es gibt aktuell noch ein paar Resttickets für unser Heimspiel am Samstag gegen den SC Paderborn, u.a. sogar ein paar Stehplatzkarten in der Nord. Über den Zweitmarkt sind auch Einzeltickets im Sitzplatzbereich auf allen Tribünen verfügbar. // Twitter

Regensburg Away

Eine organisierte Auswärtsfahrt nach Regensburg kann der Fanladen leider in Ermangelung einer guten Bahnverbindung nicht anbieten, aber immerhin bekommt man Eintrittskarten, Vorbestellfrist für Fanclubs läuft noch bis Sonntag.
Während die Stehplatztickets (18€ Vollzahler, 16€ Ermäßigt) noch im Ligaschnitt liegen dürften, ist die Sitzplatzkarte mit 37€ doch schon ein echtes Luxusobjekt. Für nur 32€ kann man sie aber bereits seit gestern beim Kartencenter „sichteingeschränkt“ erwerben – Schnäppchen!
// Kartencenter / Fanladen

Döntjes

Daily Popcorn: HSV

Nachdem die Pressemitteilung der Kühne AG (siehe gestrige Lage) nicht die erwartete mediale Wucht entfaltete, nahm zumindest die FAZ den Ball auf und garnierte den Artikel noch mit ein paar exklusiven Zitaten. Mein Favorit:

„In Hamburg lieben alle den HSV, aber keiner will sich finanziell engagieren.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung (€€)

Ja, viel zu wenig externes Geld zum Verbrennen, das ist ganz sicher das große Problem des HSV in den letzten Jahren gewesen. Es ist aber auch ein Jammer…

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Ligastart in der Ukraine

Schachtar Donezk gegen Metalist Charkiw, Tschornomorez Odessa gegen Veres Rivne, Sorja Luhansk gegen Worsklar Poltawa, Kolos Kowaliwka gegen Hirnyk Krywyi Rih – die gestrigen Auftaktbegegnungen der ukrainischen Liga dürften normalerweise in hiesigen Medien keine große Aufmerksamkeit erfahren.
„Normal“ ist aber leider seit dem 24. Februar 2022 nichts mehr in der Ukraine, die zudem heute ihren Unabhängigkeitstag feiert.
Mit dem FC Mariupol und Desna Tschernihiw existieren zwei Vereine der Vorsaison einfach nicht mehr, Zuschauer*innen sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt und sobald ein Raketenalarm ausgelöst wird, wird das Spiel für maximal eine Stunde unterbrochen – der Schiedsrichter entscheidet dann über Abbruch oder Verlegung. Beim Saisonauftakt sprach Präsident Zelenskyy über die Videowand im leeren Stadion zu den Spielern. // Deutschlandfunk / Sportschau

Hope Ahead – Wir halten zusammen, keine*r ist allein!

St. Depri dürfte den meisten St. Paulianer*innen ein Begriff sein.
Nun gibt es eine ähnliche Initiative auch beim SV Werder Bremen: Hope Ahead

Unser Anspruch als Initiative ist es, das Themenfeld Depressionen und Psyche zu enttabuisieren, mit Vorurteilen und falsch vermittelten Vorstellungen aufzuräumen. Wir wollen aus dem Stigma der Schwäche ein Bündnis formen, aus dem wir alle stärker hervorgehen. 

Hope Ahead

Indonesien und Fankultur

Im „Vor dem Spiel“-Gespräch zum Hansa-Spiel kamen Luca und Uwe eher zufällig auch kurz auf Indonesien zu sprechen, weil Hanno Behrens dorthin gewechselt ist. Im Nachgang gab es dann aber gerade zu diesem kurzen Part einige Rückmeldungen und Nachfragen an Luca, so dass wir das heute nochmal kurz aufgreifen: 
Eine sehr gute Grundlage bietet (wie bei so vielen Themen) der Hörfehler Podcast: HRF 058 I Indonesiens Fanszene im Fokus (1h50m). Ein junger Schweizer begleitete die Ultras der „Brigata Curva Sud“ des PSS Sleman für drei Monate zu jedem Spiel nach Bali, Sumatra oder Borneo.
Er schrieb dazu auch ein Buch: „Ein Sommer mit Sleman“
Sehr spannende Einblicke in den Alltag einer der bekanntesten Fangruppierungen in Südostasien. 
Von 1994 bis 2019 starben 74 Fans in Indonesien durch Gewalt im Fußball, wodurch Indonesien leider den Ruf als gefährliches „Fußball-Land“ für sich beanspruchen kann. 

Dazu gibt es noch einen kleinen Film von ABC News auf YouTube
Inside the world’s most dangerous football league | Foreign Correspondent

Über 2.000 Fans in der Kreisliga C

Der Hype um das Influencer-Team von „Delay Sports Berlin“, welches seit dieser Saison am Spielbetrieb teilnimmt, fand am Wochenende einen ersten Höhepunkt. Der im November letzten Jahres gegründete Verein, in dem u.a. der Influencer Elias Nerlich spielt, trat zu seinem ersten Ligaspiel bei der 3. Herren von Sperber Neukölln an.
Kamerateams, Ordner, Catering – bei einem Team, was sonst vor 20 Leuten spielt.
Standesgemäß siegte das Team, was sich langfristig deutlich höher etablieren will, mit 9:0 – und auf Sportschau.de gibt es einen Bericht vom Mittagsmagazin.

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Oirobbabogaaaaaaaaaaal!

Der Effzeh versucht morgen beim Fehervar FC die 2:1-Hinspielniederlage zu drehen und so in die Gruppenphase der Conference League einzuziehen. Wer sich als Auswärtsfan auf die Reise nach Ungarn macht, wird vor Ort all die tollen Dinge erfahren, die man hierzulande als „Repression gegen Fußballfans“ benennt. Die vorbestellten Tickets gibt es nur vor Ort, auf dem vorgeschriebenen Parkplatz gegen Abgleich mit dem Personalausweis. Taschen, Kameras und Powerbanks sind explizit verboten, abgeben kann man sie aber leider auch nicht. Kurzfristig kam dann auch noch folgende Info zu Fanutensilien wie Schwenkfahnen o.ä.:

„Das Material darf nach ungarischem Recht nicht brennbar sein, was durch ein amtliches Zertifikat in englischer Sprache beglaubigt werden muss.“

1. FC Köln

Das war bestimmt ein großer Spaß gestern auf den Kölner Ordnungsämtern, als da reihenweise Fans mit Bannern und Schwenkfahnen aufliefen, und amtliche Beglaubigungen auf Englisch für den Brandschutz verlangten. [Ironiesmiley]

Verein aus Cottbus vom Spielbetrieb ausgeschlossen

Na, was mag der Grund sein?
Richtig, Gewalt gegen Spieler und Schiedsrichter, das war einfach.
Und war die politisch motiviert, kam sie aus der rechten Ecke?
Nein, im Gegenteil. Der FC Union Cottbus, der als Integrationsverein sicher kein leichtes Umfeld hat, wurde vom Verband aufgrund wiederholter Gewalt vom Spielbetrieb für diese und die nächste(!) Saison ausgeschlossen. Laut Verband ist der Verein schuld und muss bestraft werden, der Verein sieht dies anders und beklagt wiederkehrende neonazistische und rassistische Anfeindungen. // Niederlausitz Aktuell
So soll es auch beim Auswärtsspiel beim Bärenklauer SV im Juni gewesen sein, wo diese Anfeindungen sowohl von Fans als auch von Spielern der Gegner auf dem Platz ausgingen und der Schiedsrichter dies nicht unterbunden sondern sogar noch verschärft hätte.
Das Strafgeld und die Verfahrenskosten belaufen sich auf etwa 4.000€, was den Verein in seiner Existenz bedroht, er hat daher auf Instagram zu Spenden aufgerufen.

Zu guter Letzt

Immer freundlich sein! // Twitter

Forza St. Pauli!
// Maik

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MillernTon auf Twitter // YouTube // Facebook // Instagram

Wenn Dir gefällt was wir hier tun, findest Du hier die Infos dazu, wie Du uns unterstützen kannst.

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3 thoughts on “Lage am Millerntor – 24. August 2022

  1. Zum Start der UPL:

    Ich hoffe mal, dass es dort oft Raketenalarm gibt. Diese Liga mit
    rechten Scheißvereinen wie Metalist, Karpaty oder Dynamo braucht
    echt kein Mensch. Wenn der FCSP gegen diese Klubs spielen müsste,
    würden sich viele von uns noch insgeheim nach Rostock sehnen.

    In Lwiw (Karpaty) laufen sie vor den Spielen mit schwarz-roten Fahnen
    des rechten Sektors oder mit Wolfsangel-Fahnen herum. Auch Transparente
    mit dem Konterfei von Stepan Bandera sind dort immer wieder zu sehen.

    Fan-Marsch Karpaty-Dynamo
    https://www.youtube.com/watch?v=RVOLsAAT3LU

    Hools von Metalist waren am 2.Mai 2014 am Pogrom von Odessa beteiligt.
    In Folge des Maidan-Putsches fand in Odessa an dem Tag der „Marsch
    der Einheit“ (Pro-Maidan, Rechter Sektor und Hooligans) statt. Es wurde
    dann ein Zeltlager von Anti-Maidan-Aktivisten auf dem Kulikow-Platz
    angegriffen. Es kam dabei zu Straßenschlachten und zu einer Schießerei.
    Die Anti-Maidan-Aktivisten flüchteten in das benachbarte Gewerkschaftshaus.
    Dann flogen Brandsätze in das Gewerkschaftshaus. Die Polizei griff nicht
    ein. In dem Gebäude verbrannten 32 Anti-Maidan-Aktivisten, 10 starben bei
    dem Versuch, aus Fenstern zu springen.

    Zuletzt wurde hier ja zu Recht viel an Lichtenhagen ’92 erinnert. Wie durch ein
    Wunder, gab es damals in Rostock zum Glück keine Toten. In Odessa kamen
    aber 48 Menschen ums Leben, weil sich ein nationalistischer Mob ungestört
    austoben konnte.

    https://www.redglobe.de/2022/05/odessa-2014-das-ungesuehnte-pogrom-inmitten-europas/

  2. Moin Maik,
    magst du nicht mal eine eigene Rubrik *Sportvereine mit K* eröffnen? –
    Die 1. Frauen spielt Sonntag 1500 in Hannover, korrekt? Gebe ich dem Neun Uhr Ticket noch eine Chance.
    Forza.

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