SSV Jahn Regensburg – FC St. Pauli 2:0 – und täglich grüßt…

SSV Jahn Regensburg – FC St. Pauli 2:0 – und täglich grüßt…

Der FC St. Pauli verliert verdient beim SSV Jahn Regensburg mit 0:2. Dabei zeigte das Team eine auf vielen Ebenen enttäuschende Leistung und hat in der Länderspielpause viel Arbeit vor sich.
(Titelbild: Andreas Nickl/Eibner-Pressefoto/ImagoImages/via OneFootball)

Ich habe mir mit diesem Spielbericht ein wenig Zeit gelassen, habe tief durchgeatmet und mir das Spiel noch einmal in Ruhe angeschaut. Viel besser ist es dadurch nicht geworden, aber immerhin haben wir alle aktuellen Probleme des FC St. Pauli in voller Blüte auf dem Platz sehen können und jetzt kann sich niemand mehr hinter partiell guten Leistungen verstecken. Viel eher können wir die Probleme jetzt einzeln sezieren.

„Einzeln sezieren“ ist dann auch das, was vermutlich auf den Einzelkritik-Artikel zutrifft, der spätestens Dienstagmorgen erscheint. Da werde ich dann auch etwas mehr auf taktische Details blicken und etwas tiefer in die Statistiken eintauchen. Nun aber los mit den Problemen des FC St. Pauli, denn die Liste ist leider etwas länger und ich möchte ja auch noch die Einzelkritiken schreiben.

Kein Tempo, kein(e) Zocker

Kaum geschrieben, dass ich mich in diesem Artikel nicht so sehr mit taktischen Details befasse, schon werfe ich das wieder ein bisschen über Bord. Das Spiel gegen Jahn Regensburg zeigte ziemlich deutlich auf, dass es dem Kader des FC St. Pauli an Tempo fehlt – und zwar auf den Außenpositionen im Mittelfeld. Dort spielten Lukas Daschner, Marcel Hartel und später Connor Metcalfe. Das sind alle drei keine Gazellen, eher im Gegenteil.

Durch das fehlende Tempo auf diesen Positionen beraubte sich der FC St. Pauli einem der großen Vorteile des 4-4-2 mit einer Doppelsechs. Dem Team gelang es überhaupt nicht Druck auf die gegnerischen Außenverteidiger zu erzeugen. Auch wenn es auf dem Papier zwei äußere Mittelfeldspieler geben soll wird eigentlich nahezu ohne offensiven Außen gespielt. Es fehlt einfach das Tempo, um die Räume für sich zu besetzen.

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Spiegel-einfach

Der SSV Jahn Regensburg hatte ein recht simples, aber gegen den FCSP äußerst erfolgreiches Prinzip in der Defensivarbeit: Das flache 4-4-2 wurde einfach gespiegelt. Dazu schob Andreas Albers aus seiner etwas tieferen Position auf die Höhe von Prince Owusu und stellte mit ihm zusammen die einfachen Passwege ins Mittelfeld zu. Ohnehin wurden auch Betim Fazliji und Jackson Irvine eng bewacht von Thalhammer und Idrizi. Gleiches galt auch für sämtliche Spieler auf den Außenpositionen, die jeweils einen direkten Gegenspieler hatten, wenn der FCSP im Ballbesitz war.

Aufstellung beim Spiel SSV Jahn Regensburg gegen den FC St. Pauli.
Bei Ballbesitz FCSP hat Regensburg die Formation der Gegner komplett gespiegelt.

Diese Mannorientierung von Jahn Regensburg ist für den FC St. Pauli ein großes Problem gewesen. Timo Schultz beantwortete mal auf einer Pressekonferenz die Frage nach dem Umgang mit der starken Mannorientierung der Gegner sinngemäß mit „Dann müssen wir die direkten Duelle halt gewinnen.“. Aber genau das klappt gerade nicht. Dazu fehlt das Tempo, um die Gegenspieler einfach mal zu überlaufen. Und es fehlt allgemein die Stärke in den direkten Duellen, es fehlen die „Zocker“, jenen Spielern die sich auch mal über direkte Duelle einen Vorteil verschaffen können.

Entsprechend muss sich der FC St. Pauli die Frage gefallen lassen, warum mit einer Formation gespielt wird, zu dem die Kaderzusammensetzung anscheinend nicht wirklich passt. Setzt man diesen Gedanken fort und fragt sich, welche Formation denn besser passen würde, dann bleibt eigentlich nur die Mittelfeldraute. Der gesamte Kader scheint darauf ausgerichtet. Mit Metcalfe und Boukhalfa wurden zwei Spieler verpflichtet, die auf den Halbpositionen zuhause sind und sicher nicht außen, weil es ihnen an Tempo fehlt. Mit Eggestein und Otto hat der Kader auch kein Tempo dazu gewonnen. Das Problem ist aber: Für das Spiel mit einer Mittelfeldraute fehlen die „Zocker“, die Kyerehs oder Zalazars oder meinetwegen auch Beckers. Halt jene Spieler, die sich auf engem Raum behaupten können.

Offensiv harmlos

Moment, eigentlich gibt es einen Spieler, der sowohl Tempo, aber auch Dribbelstärke mitbringt: Etienne Amenyido. Auch bei Lukas Daschner hatten nicht wenige (mich eingeschlossen) vor der Saison gedacht, dass er die Rolle des „Zockers“ gut ausfüllen könnte. Nun wird leider immer klarer, warum beide nicht nur aufgrund ihrer Verletzungen letzte Saison viel Zeit auf der Bank verbracht haben. Ihre Anzahl an Ballverlusten und allgemein die der Offensive, ist einfach erschreckend hoch. Das gilt wohl auch für die an sie gestellten Ansprüche, in die Fußstapfen von abgewanderten Spielern zu treten. Gleiches gilt für Igor Matanović.

Alle drei fanden sich mit Wiederanpfiff zeitgleich auf dem Platz wieder. Der FC St. Pauli hatte in der Halbzeit mit der Auswechslung von Fazliji und Eggestein etwas umgestellt: Matanović ersetzte Eggestein positionsgetreu, während Metcalfe mehr oder weniger die rechte Halbposition übernahm und Daschner auf links auswich (Hartel rückte auf die Sechs neben Irvine). Das hatte dann insgesamt alles eher den Anstrich einer Mittelfeldraute, welche gegen die Spiegelung der Regensburger grundsätzlich eine gute Idee ist, aber änderte nichts an der Harmlosigkeit, die der FCSP ganz vorne seit Wochen präsentiert.

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Etienne Amenyido Pauli Maximilian Thalhammer Regensburg SSV Jahn Regensburg - FC St. Pauli Fussball
…und weg ist der Ball…
(Andreas Nickl/Eibner-Pressefoto/ImagoImages/via OneFootball)

Geringe Abschlussqualität

Drei von elf Torschüssen des FC St. Pauli gingen auf das Regensburger Tor, dazu einer an den Pfosten. Die Quote ist also weiter schwach, dem FCSP gelingt es zu selten wirklich gefährlich zu werden, was sicher auch an den schlechten Abschlusspositionen liegt, aber noch viel mehr an den Abschlüssen selbst. Reduziert man die Leistung der FCSP-Offensive einzig auf die erzielten Tore, so ist dieses Team nicht zweitligareif, denn nur Jahn Regensburg hat weniger Torerfolge seiner Offensivspieler vorzuweisen. Stück für Stück entwickelt sich der Eindruck, dass es dem FC St. Pauli in der Offensive nicht nur an einem Zielspieler, sondern ganz allgemein an der notwendigen Qualität mangelt. Und an Personal, was direkt zum nächsten Punkt überleitet.

Tiefe fehlt

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass dem FC St. Pauli noch Personal in der Offensive fehlt, so wurde dieser spätestens in Regensburg mit Nachdruck geliefert. Als in der 78. Minute Adam Dźwigała für Lukas Daschner in die Partie kam, war fortan Jakov Medić als Mittelstürmer auf dem Platz. Das hat er zwar mal vor zwei Jahren in Wiesbaden ganz kurzzeitig gespielt, aber meine Güte, nein, das wird so nichts.

Aber wen hätte das Trainerteam auch einwechseln sollen? Bereits die letzten Spiele zeigten, dass das Team offensiv keinerlei Optionen hat und meist bereits nach rund 60 Minuten sämtliche Offensivspieler im Kader entweder auf dem Platz stehen oder aber bereits ausgewechselt wurden. Mit dem Ausfall von David Otto fehlte der Offensive in Regensburg noch einer weiterer Spieler. Nachdem Matanović eingewechselt wurde, gab es schlicht keine Optionen mehr auf der Bank (nein, Carlo Boukhalfa zähle ich nicht zu den Angreifern). Stattdessen blieb durch den Ausfall von Smith sogar ein Platz im Kader und damit auch ein Platz auf der Bank frei. Wieso bereits im Vorwege die Reise nach Regensburg mit nur drei Stürmern angetreten wurde, erklärt sich mir nicht (Serhat Imsak zum Beispiel hat große Teile der Sommervorbereitung mitgemacht und war am Wochenende in Lübeck im Einsatz).

Kaderplatz frei

So durfte sich dann Jakov Medić als Zielspieler versuchen. Wie ineffektiv diese Aktion war, zeigte dann der weitere Spielverlauf. Denn wenn ich schon jemanden, wie Medić vorne drin habe, dann wäre es ja auch ganz ratsam ihn mit hohen Bällen zu suchen. Davon war aber, wenn überhaupt, nur vereinzelt was zu sehen. Eine Umstellung oder Anpassung auf ein Spiel mit Medić in der Spitze schien nicht stattzufinden. Nachdem das Team noch ganz ordentlich in die zweite Halbzeit startete, wurde es minütlich schlechter und nicht wenige, die es mit dem FCSP halten, dürften sich über den Abpfiff gefreut haben.

Die fehlende Tiefe im Kader ist sicher etwas, was vielen rund um den Verein besonders sauer aufstößt. Denn das Niveau im Kader scheint nicht nur gesunken im Vergleich zur Vorsaison, der Kader selbst wurde auch verschlankt. Dadurch werden aktuell Spieler wieder und wieder eingesetzt, die mit ihrer Rolle offensichtlich nicht zurechtkommen. Was bei der Frage nach der Kader-Qualität ebenfalls bedacht werden muss: Wenn das Level im Training nicht hoch ist, dann wird es das auch nicht im Spiel sein. Das bedeutet, dass auch Spieler, die ein höheres Level haben könnten, Stück für Stück schwächere Leistungen zeigen werden. Es scheint an Konkurrenzdruck zu mangeln.

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Das Trainerteam des FC St. Pauli ist aktuell mal so richtig bedient und muss schleunigst Antworten finden.
(c) Peter Böhmer

Defensiv anfällig

Offensiv war der FC St. Pauli also erschreckend harmlos. Das zieht sich ja bereits durch die gesamte Saison und dürfte daher niemanden mehr überraschen. Auch das, was der FCSP in der Defensive ablieferte, war erwartbar. Denn erneut war das Team defensiv über weite Strecken stabil, leistete sich dann aber mal wieder einen kollektiven Gehirnfurz und fing sich so das zweite Gegentor. Dabei war spätestens mit der Aufstellung von Jahn Regensburg, mit Owusu und Albers in der Startelf, klar, dass es das Team mit hohen Bällen in die Spitze versuchen würde. Aber weder die Flanke vor dem 0:2 wurde ausreichend verhindert, noch stimmte die Zuteilung in der Abwehr beim Kopfball von Albers und leider irrte auch Vasilj etwas umher.

Machen wir uns nichts vor: Dass der FC St. Pauli das Dödel-Team sein würde, welches sich gegen das zuvor sechs Spiele torlose Team wieder ein Gegentor fangen würde, damit war irgendwie zu rechnen. Dabei wurde in den 90 Minuten durchaus offensichtlich, warum Regensburg solange das Tor nicht getroffen hatte. Klar, mit der Führung im Rücken konnte sich das Team auch voll und ganz auf die Defensivarbeit konzentrieren und wenn dann eine einzige gelungene Offensivaktion reicht, um sogar auf 2:0 zu erhöhen und die eigene Defensive nie so wirklich zwingend gefordert wird, dann musst du auch einfach nicht viel machen.

Länderspielpause genau richtig

Der FC St. Pauli verliert also gegen Jahn Regensburg verdient mit 0:2 und viele der Dinge, die bei diesem Spiel nicht funktioniert haben oder offengelegt wurden, sind bekannt: Die immer wieder vorhandenen defensiven Aussetzer, die offensive Harmlosigkeit, die fehlenden Skills, um sich gegen tiefstehende Teams einen Vorteil zu erspielen. Während der Länderspielpause wartet viel Arbeit auf das Team. Immerhin dürfte nun mit der enttäuschenden Niederlage im Gepäck allen klar sein, dass diese Saison ungemütlich werden könnte, wenn nicht an den richtigen Stellschrauben gedreht wird. Verstecken und Schönreden ist ab jetzt nicht mehr möglich.

Immer weiter vor!
// Tim

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21 thoughts on “SSV Jahn Regensburg – FC St. Pauli 2:0 – und täglich grüßt…

  1. Sie spielen mit Ihrem Team in der 2. Liga, aber die Ergebnisse stimmen schon länger nicht so recht? Fans und Sponsoren fangen das Gemaule an? Wir helfen gern. Buchen Sie jetzt Ihren Aufbaugegner unter 040 – 317 874 510. Jetzt im September-Sale!

  2. “Es kann nicht sein, dass wir uns erst einmal zwei Tore fangen müssen, um Gas zu geben.“ -Zander
    Wo bitte wurde denn Gas gegeben?

    “Für die Köpfe und die Spielentwicklung ist der Elfmeter natürlich eine Katastrophe.“ -Bornemann
    Die Erklärung greift mir doch deutlich zu kurz für haufenweise Probleme, die so seit 9 Monaten bestehen.

    „Wir müssen (…) uns noch mehr belohnen“ -Matanovic
    Das impliziert ja, dass es an der mangelnden Effizienz liegt, da macht es sich auch jemand zu einfach

    Scheint so als wäre die Zeit des Schönredens und Versteckens doch noch nicht vorbei. Da müssen wohl noch einige den Ernst der Lage verstehen..

  3. Gut analysiert (wie immer). Die Freude über den Abpfiff kann ich als diesmal wieder vor dem TV schauender nur bestätigen. Es gibt momentan auch so gar nichts, was Hoffnung macht. Wo man letzte Saison bei Einwechslung von bestimmten Spielern noch dachte: „oh jetzt geht noch was“, ändert sich diese Saison gar nichts, nur die Namen werden ausgetauscht. Vor allem erschreckend finde ich die von dir auch angesprochenen Leistungen von Daschner und Amenyido. Vor allem Amenyido ist so ballunsicher, teilweise schwer mitanzusehen. Was mir auch wieder leid tut, da es sympathische Jungs sind, aber was zählt schon Sympathie im Profigeschäft. Ich denke auch, zu mehr reicht es im Moment einfach nicht.

    Vielleicht sind wir nachher auch ganz froh über die lange Winterpause, in der man sich dann nochmal gezielt verstärken kann.

  4. Kann Timo Schulz mal den Spieler eine Ansage machen die soll mal vernünftig spielen anders werden die bald in der dritten Liga sein ich bin großer Fan von st Pauli und ich möchte nicht gerne diesen dritten Liga haben ich möchte die beiden meine ersten Liga haben

  5. Scheinbar findet das Trainerteam kein funktionierendes, strategisches Korsett und Konzept für diese Mannschaft.

    Wenn ich Deine Analysen der letzten Spiele lese, habe ich jedenfalls immer ein Déjà-vu. Es sind immer die gleichen Abläufe, die nicht funktionieren und die taktischen Antworten, die das Trainerteam vor und während des Spiel gibt, sind nicht besser.

    Was mich aber am meisten erschreckt und inzwischen ängstigt, sind die teils Haar sträubenden Ballverluste und die Körpersprache des Teams auf dem Platz. Und dabei können wir ja sogar aus dem Vollen schöpfen; es fällt verletzungsbedingt eigentlich niemand aus. Wir können also das bestmögliche Team aufstellen! Echt bitter…..

  6. Moin,

    ich will schlechte Leistungen nicht grundlos verteidigen, aber ich finde, wir müssen die Kirche auch im Dorf lassen. Es hat uns in dieser Saison an vielen Stellen auch einfach das Matchglück gefehlt. Wären die verschossenen Elfmeter reingegangen, wäre anfangs der Elfmeter nicht gepfiffen worden, wer weiß, wo wir stehen würden und wie wir reden/schreiben würden. Im Gegensatz zur schlechten Rückrunde, in der wir verdient verloren haben, stehen wir bei den expectedPoints in dieser Saison nicht so schlecht da wie in der Tabelle.

    Ich finde Tims Einwände bezüglich der Aufstellung valide, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein blutjunges Team auf dem Platz haben. Junge Spieler lassen sich nicht selten von einem gewissen Momentum (nach oben wie nach unten) mitreißen und haben schlicht nicht die Routine und Konstanz ihrer älteren Kollegen. Auch da hätte ein Erfolgserlebnis geholfen. Im allgemeinen hat die Einstellung bei der Mannschaft gestimmt, wie Tims Datenauswertung vor einigen Tagen gezeigt hat.

    In vielen Foren wird jetzt die Entlassung Bornemanns gefordert. Ich muss sagen, ich war auch enttäuscht, als es keinen Sturmkandidaten in der Sommerpause mehr gab. Aber Andreas Bornemann hat so unglaublich kluge Verpflichtungen (und auch Nicht-Verlängerungen von Verträgen) in den letzten Jahren getätigt, dass er bei mir einen sehr großen Vertrauensvorschuss genießt. Ohne Marmoush, Zalazar, Paqarada, Östigaard, Burgstaller, Kyereh, Stojanovic, Vasilj, Medic, Irvine und Hartel würden wir diesen hohen Anspruch gar nicht haben – und hätten insbesondere auch keine Transferüberschüsse gehabt, die der Verein dank Corona bitter benötigt hat. Es ist die erste (!) Transferperiode, in der seine Neuverpflichtungen nicht wie die Bombe eingeschlagen haben (wobei sie auch früher zum Teil etwas länger gebraucht haben).

    Trotzdem:
    Spielt die Mannschaft unter Ihren Möglichkeiten? Ja.
    Brauchen wir noch Verstärkung in der Offensive? Auch ja.
    Haben wir ein Systemproblem? Auch ja.

    Aber lasst uns Ruhe bewahren und nicht in die leider eben auch St. Pauli-typische Ungeduld verfallen. Ich war bei Being Timo Schultz überrascht, wie früh Timo Schultz die Probleme im Kader erkannt und analysiert haben (ich meine, es war Spieltag 7 der damals katastrophalen Hinrunde) – und wie lange es danach brauchte, bis die Maßnahmen gegriffen haben. Ich will auch aufsteigen, aber manchmal brauchen Wunder eben etwas länger.

    Forza

    Jan

  7. Heyyo Michael, habe tüchtich gelacht und habe (un)lustiger Weise nach dem Fürth-Kick genau das gedacht und auch ausgesprochen: Aufbaugegner bis Trainingskicker. Und ja, warscheinlich muß die Karre richtig an die Wand krachen um nen restart umzusetzen. Diese Saison wird das auch nix mehr mit der Sicherheit vor dem Abstiegskampf. Wenn ich mir Braunschweig, Magdeburg, Fürth usw anschaue, sehe ich da über die letzten 4-5 Spieltage hinweg, zum Teil deutlich, bessere Spielanlagen. Ganz zu schweigen vom kämpferischen Ansatz. Bei uns sieht das zum einen Teil nach Arroganz und zum anderen Teil nach Unvermögen aus. Als hätten sie keine Peilung und versuchten dieses dann unter dem Deckmantel von schnöselhaftem Ballgeschiebe zu verstecken.
    Die individuellen Künste genügen bei den allermeisten für die 2te Liga definitiv nicht. Zweikämpfe können so natürlich nicht gewonnen werden. Um das mit Kombinationsspiel kompensieren zu können, fehlt ebenfalls die Klasse. Über ein Kollektiv kann da auch nicht viel gerissen werden, zu unabgestimmt. Pässe und Laufwege passen nicht. Die Spielweise, so scheint mir, paßt zum momentanen Kader nicht. Egal ob flach oder Raute. Das wäre mir persönlich ja noch nicht genug um so abzuziehen, wie ich es gerade tue. Was mich aber echt rasend macht, ist das Auftreten. Locker 30-40% der Spielzeit sieht das aus, als würde, wie beim Überzahlspiel im Handball oder beim Eishockey, quergeschoben werden bis das Gegnerteam soweit auseinandergerissen ist, daß der Deadpunch gelandet werden kann. Da kommt aber nix. Und wenn, wirds vertändelt, oder nicht zur besser stehenden Person abgespielt….Der Elfer, fernverwandelt von Zweyer aus dem Kölnbunker spielt für mich hierbei null die Geige. Wenn ich weiß, ich reiße das Spiel auch trotz eines zweifelhaften, für den Jahn sehr glücklichen Gegentors, dann brauche ich mich daran auch nicht aufzuhängen. Wenn ich aber weiß, ich krieg vorne nix über die Linie und hinten ists nur ne Frage der Zeit wanns einschlägt, dann schmeißt mich so n Ding um. Mental also auch eher Flatterbuxe. Warum spielen wir eigentlich nicht mit nem Doppelriegel nur im Mittelfeld? Nach vorne auf Zufall und nach hinten stellen wir auf Abseitsfalle. Mit 34 mal 0:0 steigste auch nicht ab..okay, war n Witz, Abseitsstellung benötigt genaue Abstimmung. ICH BIN STOCKSAUER!!!

  8. Tja Bornemann hat sich anscheinend komplett verzockt, es fehlen nun ganz offensichtlich an allen Positionen (außer Tor) bessere Spieler, und das hatte ich auch schon vorher im Gefühl und ich habe nun wirklich keine Ahnung. Aber ich muss auch ganz klar den Trainer erwähnen, jede Woche sehen wir die gleiche Art der Fußball ohne irgendwelche Anpassungen an Gegner oder die Mannschaft, die verordnete Spielweise passt kein Stück zu der Mannschaft und deren Qualitäten. Einzig die Auflösung der Raute war alles an taktischen Anpassungen? Und warum müssen wir ständig so viel Ballbesitz haben, erinnert mich irgendwie an die Jogi Nationalelf.

  9. …die Entwicklung unseres FCSP hat in dieser Saison eine furchterregende Parallelität zum Herbst/Winter 2020. Ich hoffe sehr, das Team bekommt in zwei Wochen die Kurve, spielt man doch meist gegen stärkere Clubs besser. Hier wurde schon das meiste gesagt. Es war ein großer Fehler, sich nicht mehr zu verstärken.
    Da muss ab November was passieren.

  10. Ich gehe die Analyse zu 100% mit, ich kann das Fazit nur nicht nachvollziehen. „Länderspielpause genau richtig – Während der Länderspielpause wartet viel Arbeit auf das Team“ suggeriert ja, dass das Potenzial da ist und durch gutes Training nur abgerufen werden muss. Ich sehe in der Analyse und auf dem Platz in der Offensive dieses Potenzial nur leider nicht, weil 2 entscheidende Spieler(-typen) fehlen.

  11. Moinsen,
    ich bin natürlich auch tief enttäuscht vom Auftritt unseres Teams, keine Frage. Ehrlich gesagt war ich in der zweiten Halbzeit sogar kurz vorm einschlafen, es war unübersehbar wieder so ein Spiel gegen einen Gegner den wir mal wieder aufbauen, gefühlt hätten wir noch Stunden weiterspielen können ohne ein Tor zu erzielen.
    ABER: Als Schulle „damals“ Trainer unserer Profis wurde habe ich nach, keine Ahnung, 10? Spielen auch gedacht und gesagt: „Schade Schulle, du bist mir echt sympathisch aber als Trainer wird das wohl nix bei uns“ und dann legt er drei Halbsaisons hin die zu den besten gehören an die ich mich die letzten 35 Jahre erinnere.
    Die Bedingungen sind ähnlich: altgediente Spieler sind abgegeben worden, neue Spieler müssen integriert, vorhandene Spielstrukturen angepasst bzw. geändert werden usw.
    Vielleicht ist meine Brille gerade besonders hoffnungsvoll Lila gefärbt aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dieses Trainerteam inkl. Bornemann so verkalkuliert hat, die haben einen Plan und vielleicht heißt der ja auch durchhalten bis zur nächsten Transferperiode weil ein Max Kruse (scherz!) dann zu haben ist…
    Geduld, das wird wieder!

  12. Bei aller Kritik sollte man aber auch mal erwähnen, dass das Team wieder quasi nichts zugelassen hat. Fünf ungefährliche Fernschüsse, ein (eher unberechtigter) Elfer und ein haltbarer Kopfball im Strafraum – das war es, was Regensburg zu bieten hatte. Da hatten unsere Jungs, trotz schwachem Auftritt, offensiv tatsächlich mehr zu bieten (Doppelchance 2. Minute / Eggestein aus kurzer Distanz / Amenyido und das leere Tor / und noch eine, die ich gerade nicht mehr präsent habe).
    Kurz: Da lief, wie so oft in den letzten Spielen, auch sehr viel gegen das Team. Und natürlich wird es schwer, wenn du gegen 11 Maurermeister schon zu Beginn zurück liegst. Zumal bei der Schiedsrichterleistung.

    Die Ergebnisse stimmen nicht – keine Frage -, es fehlt die Qualität im Sturm (war wohl anders geplant), wie überhaupt Ballkontrolle / Passgenauigkeit / Durchsetzungsfähigkeit noch nicht auf dem Niveau sind, um sich gegen eine massierte Deckung kombinatorisch Chancen zu erarbeiten. Wohl auch eine Sache der Qualität. Und natürlich muss man sich auch fragen, warum die Gegner aus fast keiner Chance regelmäßig zu ihren Treffern kommen. Aber an sich ist die Leistung, auch der letzten vier Spiele, nicht so schlecht wie das / die Ergebniss(e) gewesen. Normalerweise verschwinden die Diskrepanzen zwischen statistisch erwartbaren und realen Ergebnissen im Laufe einer Saison ja wieder…

    Nur leider müssen es nicht unbedingt die Ergebnisse sein, die sich anpassen – in dieser Hinsicht sehe ich die zweite Halbzeit sehr kritisch: Da hatte ich nämlich den deutlichen Eindruck, dass das Team selbst nicht mehr an sich geglaubt hat. Darin sehe ich die eigentliche Gefahr zur Zeit: Dass es eine Abwärtsspirale aus schlechten Ergebnissen und mangelndem Selbstvertrauen sowie fehlender Leichtigkeit gibt. Noch aber möchte ich die Kirche im Dorf lassen – schlechte Phasen haben alle Teams. Man muss nur wieder herausfinden…

  13. Ich bin bin nicht von Spielern wie Daschner, Matanovic oder Amenyido enttäuscht. Eher davon, dass man ihnen die Buerde auferlegt hat, Kofi und Burgi ersetzen zu muessen. 4 erfahrene Spieler mit Smith, Irvine, Hartel und Paqa… Sorry da ist zu we ig und eine Unwucht.

    Ich glaube aber auch, dass es Offensiv wenig bis gar kein Angebot gab. Daferner war ruckzuck weg. Und 2 Mio fuer einen 5 Tore Stuermer, waere auch fraglich.

    Uns fehlt einfach Erfahrung.

    Und zu der Entscheidung Medic vorne reinzustellen. Das waere meine Startaufstellung gewesen.

  14. In dieser Zusammensetzung ist im Abstiegskampf kein Blumentopf zu holen. Zu lieb, zu nett. Sicherlich gute Fußballer, wenn es läuft, passen sie rein. Aber gerade die letzten Wochen, als es nicht mehr passte, sieht der Stiefel immer gleich aus. Es fehlen die Prozent Körner, die dem Gegner zeigen, dass man gewinnen will, den Ball zur Not auch dreckig ins Tor drischt. Es fehlen die 2,3 Führungsspieler, die Zeichen setzen, das Team mitreißen (und als Zeichen meine ich nicht die üblen Patzer hinten). Mir kam es auf dem Platz auch wieder so vor, als wenn es im Team nicht stimmt. Angefrotzel, wegdrehen bei Fehlpässen, wenig Freilaufen und Anbieten, kaum Anfeuern. Kann es sein, dass die letzte Transferperiode einiges an Teamspirit gekillt hat?!?!

    Die nächsten Gegner attackieren und machen Druck, da ist zu befürchten, dass wir uns wieder ins Schneckenhaus zurückziehen und ganz nach unten sacken. Da kommt man ohne mehrere Zugänge nicht raus.

    Ich würde zu gerne Zander statt Daschner sehen, um rechts zwei Spieler zu haben, die die Linie längs gehen können und auch Tempo mitbringen, damit endlich mal beide Seiten vom Gegner verteidigt werden müssen. Aber an Weihnachten glaube ich nicht mehr, eine solche Flexibilität sehen ich bei dem Coaches nicht. Oder Metcalfe, Boukalfa auf die Halbpositionen und dann mit den AVs überlagern. Aber auch hier braucht es den Biss auf dem Feld.

    Es wird ein langer und harter Winter…

  15. Zu der Frage mit der Banane aus dem „nach dem Spiel“.
    Das ist das Maskottchen vom Team Bananenflanke, eine tolle soziale Initiative, die grob gesagt eine Fussballliga für geistig behinderte darstellt und eng mit dem SSV Jahn verbunden ist.
    Auf der westtribune sind die Jungs und Mädels auch immer gut vertreten 🙂

    Sportliche Grüße aus Regensburg

  16. Danke Tim, wieder sehr gute Analyse hier. Hab das Spiel
    im TV gesehen. Selbst wenn es fünf Stunden gedauert
    hätte, wäre für uns bestimmt kein Tor mehr gefallen…

    Serhat Imsak würde ich auch mal gern im Sturm sehen.
    Von unseren Stürmern hat bisher nur Eggestein eine
    vernünftige Toranzahl (3) nach 9 Spieltagen. Außerdem
    würde ich mal Gwang-In Lee als CAM bringen. Daschner
    ist ja von einem Kyereh-Ersatz meilenweit entfernt und
    Lee hat ja auch schon in der Liga Portugal 2 gespielt.

    Ich mache mir vor der Saison immer eine SP-Depth-Chart
    mit allen Positionen auf dem Spielfeld (LW, CAM, CB usw.)
    und den uns zur Verfügung stehenden Spielern absteigend
    nach Höhe des aktuellen Marktwertes. Dabei ist mir auch
    schon zu Saisonbeginn aufgefallen, daß wir überhaupt
    keine schnellen Außenbahn-Spieler mehr haben. Sicherlich
    könnte man auch Paqarada im linken Mittelfeld spielen lassen
    und Saliakas bzw. Zander auf der rechten Seite, dann würde
    uns aber sicher noch mehr Qualität in der Abwehr fehlen.
    Im Prinzip gibt es schnelle Außenbahnspieler nur in unserer U23
    (Kukanda, Steiger Borrero). Der Lizenzspielerkader ist komplett
    auf ein 41212/4312 ausgerichtet.

    Ansonsten scheint es eine ungemütliche Saison zu werden.
    Mit dem gegenwärtigen PPG-Wert (1,11) wäre dann auch
    der Klassenerhalt in Gefahr. Man kann Schulles Trainerteam
    nur so viel Glück wie in 20-21 wünschen. Das klappt bestimmt
    aber auch nicht immer so. Auf die Winter-Transfers bin ich
    schon mal gespannt.

  17. Neben dem bereits Bekannten (Elfer war keiner; 2:0 schlecht verteidigt): Die Torschüsse!! Ja Himmelarschundzwirn – wie oft wurde denn da am und im 16er kreuz-u.quergespielt aber nicht geschossen??!! Jeder F-Jugend wird beigebracht: „einfach mal draufhauen“. Es ist so frustrierend, kann nur besser werden

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