{:de}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 – Meisterleistung{:}{:en}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 –Masterly performance{:}

{:de}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 – Meisterleistung{:}{:en}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 –Masterly performance{:}

{:de}

Der FC St. Pauli gewinnt überlegen mit 2:1 gegen Schalke 04. Einmal mehr überzeugte das Team in Braun-Weiß offensiv vor allem in der ersten Halbzeit und konnte da den Grundstein für den letztlich verdienten Sieg legen. Schalke 04 bot erschreckend wenig an, schien aber auch machtlos gegen eine bärenstarke Defensiv-Leistung des FCSP. Der Sieg bringt dem FC St. Pauli die Herbstmeisterschaft, eine Rekord-Hinrunde und eine Rekord-Heimserie.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Die Aufstellung

Im Vergleich zum Auswärtssieg in Nürnberg wechselte der FC St. Pauli auf nur einer Position: Für Sebastian Ohlsson rückte der wieder fitte Luca Zander auf die Rechtsverteidiger-Position. Ansonsten vertraute das Trainer-Team auf die in Nürnberg erfolgreichen Startelf-Spieler und somit auch weiterhin auf das 4-4-2 mit einer Mittelfeldraute.

Bei Schalke 04 gab es hingegen gleich mehrere Veränderungen. Auf der Sechser-Position kam Victor Pálsson für den jungen Florian Flick ins Spiel, der aufgrund einer Fleischwunde passen musste. Die Position des rechten Flügelverteidigers nahm wieder Mehmet Aydin ein, der im Spiel zuvor gegen Sandhausen auf der Bank Platz nahm. Er ersetzte den nicht nur namensmäßig älteren Reinhold Ranftl. Ganz vorne musste Schalke die Ausfälle von Churlinov, Terodde und kurzfristig auch Marius Bülter verkraften. Dadurch rückte der zuvor nur im Regionalliga-Team eingesetzte Rufat Dadashov direkt in die Startelf. Zudem standen Felix Wienand, Jimmy Kaparos (beide U23) und Keke Topp (U19) im Aufgebot.

Überraschend Vollkontrolle

Im Vorbericht wurde Schalke als ein brandgefährliches Umschalt-Team beschrieben, das gerne hoch presst. Davon war in der gesamten ersten Halbzeit überhaupt nichts zu sehen. Schalke 04 bot erschütternd wenig an, zeigte sich bei Ballbesitz des FC St. Pauli sehr passiv. Das lag daran, dass Schalke enorm schlecht in das vorher gerühmte Pressing kam. Dabei war die Positionierung der Schalker Außenverteidiger entscheidend. Ich würde sogar soweit gehen und schreiben: Sie war spielentscheidend.

Bei Ballbesitz agierte der FC St. Pauli vor allem im Angriff enorm klug. Guido Burgstaller und Igor Matanović bewegten sich immer dann, wenn das eigene Team kontrolliert den Ball in den eigenen Reihen hielt, weit auf die Außenbahnen. Damit wollte der FCSP „die Dreierkette von Schalke in Bewegung bringen“ wie Loic Favé auf der PK nach dem Spiel erzählte. Das unterschied sich relativ deutlich z.B. zum Spiel gegen Sandhausen (hier die Analyse davon), als sich die drei Angreifer des FCSP immer zu einem Knäuel vorne zentral zusammenfanden.

Die Positionierung der Angreifer war aus meiner Sicht spielentscheidend, weil sie einen Einfluss auf das Verhalten der Flügelverteidiger von Schalke im Anlaufverhalten hatte. Bei Ballbesitz FC St. Pauli war es immer an diesen Flügelverteidigern, Ouwejan und Aydin, die Außenverteidiger in Braun-Weiß anzulaufen. Dadurch, dass sich Matanović und Burgstaller aber weit außen positionierten, ließen sich die Außenverteidiger von Schalke hinten in der Kette binden. Der Weg, um die FCSP-Außenverteidiger anzulaufen war also enorm weit, sodass diese Positionierung der FCSP-Angreifer den eigenen Außenverteidigern Zeit verschaffte. Und Zeit ist etwas, das man dem FC St. Pauli im Aufbauspiel auf gar keinen Fall geben sollte. Der FCSP konnte sein inzwischen ligaweit gefürchtetes Offensivspiel aufziehen, weil sie auf den so wichtigen Außenverteidiger-Positionen keinen Gegnerdruck hatten. Der Matchplan ging also voll auf (und aus Schalker Seite komplett in die Hose).

Nachdem Schalke die erste Zeit quasi mit einer Fünferkette spielte und außen eigentlich gar nicht richtig anlief, stellten sie im Verlauf der ersten Halbzeit ein wenig um: Der ballferne Flügelverteidiger ließ sich nun konsequent in die Kette fallen, sodass der ballnahe äußere Innenverteidiger den Weg der Stürmer nach außen bedenkenlos mitgehen konnte. Dadurch spielte Schalke eigentlich hinten mit einer Viererkette. Gebracht hat es nicht sonderlich viel. Denn der FCSP verstand es gut, das Spiel immer wieder zu verlagern, sodass beide Flügelverteidiger weiterhin enorm viele Wege gehen mussten. Erst in der zweiten Halbzeit stellte Schalke konsequenter um, wie Schalkes Co-Trainer Sven Piepenbrock auf der PK nach dem Spiel bestätigte („Wir waren da in der ersten Hälfte zu zögerlich und wollten den Raum nicht zu früh aufgeben. Dann haben wir umgestellt.„).

GB9 – Chef der Angreifer, Chef der Verteidiger

Nach der ersten Halbzeit war es aber eigentlich schon zu spät für so eine effektive Umstellung. Denn der FC St. Pauli nutzte die Räume in den ersten 45 Minuten aus, erspielte sich einmal mehr eine Vielzahl an Torchancen und konnte immer wieder über die Außenbahnen durchbrechen. Natürlich war es Guido Burgstaller, der die beiden Buden machte. Er war es auch, der die Räume auf den Außenbahnen konsequent bespielte (schaut mal, wo der vor dem 1:0 im Raum steht – genau zwischen Innen- und Außenverteidiger, also da, wo ein Team mit einer Fünferkette am anfälligsten ist). Und Burgstaller war es auch mal wieder, der in Sachen Defensivarbeit die Marschroute vorgab. Ein unfassbares Pensum, welches er, wie auch schon gegen Nürnberg, abspulte. Er ist sicher der beste Stürmer, den der FCSP seit Jahren in seinen Reihen hat, aber so wie er defensiv arbeitet, die Gegner anläuft, sich klug im Raum bewegt und seine Mitspieler coacht – ich würde ihn als Trainer auch weiter aufstellen, wenn er noch kein einziges Tor erzielt hätte. Natürlich sind 14 Tore in 16 Spielen ein echtes Ausrufezeichen und ich möchte nicht darauf verzichten. Aber Guido Burgstaller gibt dem Team so viel mehr, als einfach nur Tore zu erzielen.

Wenn deine Kollegen dich ekstatisch feiern, weil du im Büro mal wieder abgeliefert hast…
(c) Peter Böhmer

Jetzt folgt der Abschnitt, in dem das „Angriffsspiel“ von Schalke 04 beschrieben wird. Das schreibe ich bewusst in „“, denn dieses Angriffsspiel war schlicht nicht vorhanden in den ersten 45 Minuten. Der FC Schalke 04 ist ein Team mit ziemlich klaren Zielen in dieser Saison. Dazu verfügt der Kader über eine wirklich bemerkenswerte individuelle Qualität auf allen Positionen. Das einzige, was sie aber gestern am Millerntor angeboten haben, waren Standards und Einzelaktionen. Es war erschreckend, wie wenig spielerische Lösungen dieses Team auf das, zugegeben sehr gute, Defensiv-Verhalten des FC St. Pauli fand. Dass ein Team mit diesen Ansprüchen und dieser individuellen Qualität nach fast der Hälfte der Saison über wirklich gar keine spielerischen Lösungen in schwierigen Situationen verfügt, ist eigentlich ein Verbrechen und dürfte allen auf Schalke massive Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Selbst in der 2. Halbzeit waren es fast nur Einzelaktionen, die für mehr Gefahr sorgten. Eine immer wiederkehrende war zum Beispiel, dass Dominick Drexler aus seiner zentralen Position auf den linken Flügel auswich, um gemeinsam mit Ouwejan diese Seite zu überladen. Ich habe Schalkes Co-Trainer extra auf der PK gefragt, ob es sich dabei um einen Plan oder um eine situative Bewegung von Drexler handelte. Er bestätigte den Eindruck und erklärte, dass Drexler selbst diese Situationen kreierte. Die einzige wirklich taktische Umstellung, um das eigene Aufbauspiel zu stärken (die Umstellung der Flügelverteidiger passierte, um das Anlaufverhalten zu verbessern), waren die Bewegungen von den äußeren Innenverteidigern Kaminski und vor allem Thiaw. Den beiden bot sich nämlich immer Raum zum Andribbeln, da sie mit ihrer Dreierkette gegen zwei Stürmer spielten. Das taten sie in der zweiten Halbzeit sehr viel häufiger (womöglich auch, weil sie einfach mehr Risiko gehen mussten). Aber dieses Andribbeln nutzten sie eigentlich nur, um im Anschluss einen hohen Ball zu spielen. Kombinationsfußball war von Schalke gar nicht zu sehen.

Eine Abwehr aus Granit – so wie einst Real Madrid

Schalke enttäuschte offensiv aber auch deshalb, da der FC St. Pauli eine sehr konzentrierte und kompakte Defensiv-Leistung zeigte. Dabei war interessant zu sehen, wie gut und geordnet die Defensive mannorientiert verteidigte und zeitgleich eine gute Raumaufteilung bot:
Wie bereits beschrieben, stellten Burgstaller und Matanović den Raum vorne zu (und liefen eigentlich erst dann direkt an, wenn Torwart Fraisl den Ball zurückgespielt bekam). Dahinter legte Kyereh in bereits bekannter Manier den gegnerischen Sechser an die Kette (was auch gelang: Pálsson spielte nur 15 Pässe – halb so viele wie z.B. Eric Smith auf der Gegenseite (sofascore)). Entscheidend war, was dahinter in den Halbräumen passierte: Dort waren mit Drexler und Zalazar genau die beiden Spieler, die es eng zu bewachen galt. Dafür gab es mit Hartel, Smith und Irvine gleich drei Spieler. Die mussten aber zeitgleich auch noch die Flügelverteidiger anlaufen oder eng bewachen, wenn der Ball auf der entsprechenden Seite war. Besonders zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Schalke längere Ballbesitzphasen hatte, war es eine echte Wonne dem Trio dabei zusehen zu können, wie es sauber verschob, die Gegenspieler wortlos übergab und so zu Dritt gleich vier Gegenspieler in Schach hielt. Der ballferne Flügelverteidiger wurde immer freigelassen, sodass aus der Halbposition angelaufen werden konnte. Smith übernahm dann den gegnerischen Achter auf der ballnahen Seite, während der andere FCSP-Achter den Spieler im Halbraum auf der ballfernen Seite übernahm. Und wenn Schalke dann doch mal schneller verlagerte, gab es noch die FCSP-Außenverteidiger, die anlaufen konnten. Zentral brannte sowieso nichts an. Ziereis und Lawrence hatten mit Pieringer und Dadashov keine Probleme. Ob das mit Bülter und Terodde auch so gewesen wäre, ist natürlich eine andere Geschichte. So aber war es einfach mega kompakt und richtig gut und konzentriert gespielt. Um nur einige Beispiele herauszunehmen: Marcel Hartel kochte Rodrigo Zalazar ein ums andere Mal ab, Eric Smith erstickte unzählige Umschaltmomente durch gute Vorwärts-Verteidigung (und ist einfach der kompletteste Sechser, den die Liga zu bieten hat) und Philipp Ziereis zeigte in Abwesenheit von Jakov Medić, dass auch er ein richtig starker Kopfballspieler ist. Hut ab vor dieser Defensivleistung des Teams! Ich habe es sehr genossen!

Trotzdem erzielte Schalke den Anschlusstreffer. Bei all der Liebe für das gute Offensivspiel des FC St. Pauli: Aus dieser Überlegenheit muss mehr als eine 2:0-Führung herausspringen. Es ist bemerkenswert, wie sich dieser Spielverlauf mit dem Spiel gegen Sandhausen glich: Eine überragende erste Halbzeit, dann eigentlich weiter Spielkontrolle und plötzlich fällt aus dem Nichts der Anschlusstreffer.
Während gegen Sandhausen schnell wieder der alte Vorsprung hergestellt wurde, entwickelte sich gegen Schalke ein echter Fight. Schalke gelang es, den FCSP einzuschnüren – ganz billig mit langen Bällen. Spannend wurde es aber nicht, weil Schalke mehr Druck aufbaute, sondern da der FC St. Pauli teils dilettantisch mit seinen Umschaltsituationen umging. Schalke öffnete mit jeder weiteren Spielminute mehr und mehr Räume, aber je mehr sich diese Räume öffneten, umso schlechter schien der FCSP seine Umschaltmomente zu spielen.
So blieb das Spiel bis zum Ende spannend, obwohl der FC St. Pauli das klar bessere Team war und Schalke wirklich sehr wenige Mittel zur Verfügung hatte, um Druck aufzubauen.

Der FC St. Pauli blieb aber stabil und ließ keine Großchancen mehr zu (und generierte in dieser Zeit sogar viel mehr eigene Chancen). So kam dann auch das, was sich das Team für diese Leistung verdient hatte: Ein erneuter Heimsieg. Der achte in Folge (Rekord). Damit hat der FC St. Pauli alle seine Heimspiele in der Hinrunde gewonnen. Und da war keines dabei, bei dem die Leistung nicht stimmte. Zumeist wurden die Gegner (Kiel, HSV, Regensburg, Ingolstadt, Dresden, Rostock, Sandhausen, Schalke) in Grund und Boden gespielt und bereits nach 45 Minuten stand der Sieger fest. Was für eine fantastische Serie.

Fabian Hürzeler und Loic Favé lieferten ein Meisterstück ab und stellten ihr Team perfekt auf den Gegner und das Spiel ein.
(c) Peter Böhmer

Meister aller Klassen – mindestens…

Diese Serie endet hoffentlich nicht. Denn ich kann mich einfach nicht sattsehen an diesem Fußball, den der FC St. Pauli diese Saison spielt. Aktuell passt da einfach fast alles zusammen, es ist wie ein nicht enden wollender Rausch. Klar habe ich jetzt schon Angst vor dem Kater, wenn der Rausch mal endet. Aber selbst wenn mal ein Spiel nicht so gut kickt, dann kickt das nächste dafür umso mehr.
Dieser Rausch, dieser tolle Fußball hat nun seinen ersten Titel: Der FC St. Pauli ist mit unfassbaren 35 Punkten, noch vor Ende der Hinrunde, Herbstmeister. Davon kann sich niemand was kaufen, klar. Aber habt ihr ne Ahnung, wie fett mein Grinsen seit Abpfiff ist?! Boah ey, St. Pauli geh nie vorbei!

Immer weiter vor!
//Tim

Alle Beiträge beim MillernTon sind gratis. Wir freuen uns aber sehr, wenn Du uns unterstützt.

MillernTon auf Threads // BlueSky // Mastodon // YouTube // Facebook // Instagram

{:}{:en}

FC St. Pauli won 2-1 against Schalke 04. Once again, the team in brown and white was convincing offensively, especially in the first half, and was able to lay the foundation for the ultimately deserved victory. Schalke 04 offered frighteningly little, but also seemed powerless against a strong defensive performance by FCSP. The victory brings FC St. Pauli the “Herbstmeisterschaft” (being top of the league after the first leg of the season), a record first round and a record home series.
(Cover picture: Peter Böhmer)

The line-up

Compared to the away win in Nuremberg, FC St. Pauli changed only one position: For Sebastian Ohlsson, the fit Luca Zander moved to the right-back position. Otherwise, the coaching team relied on the starting eleven players who had been successful in Nuremberg and thus continued to use the 4-4-2 with a midfield diamond.

Schalke 04, on the other hand, made several changes. Victor Pálsson came in for young Florian Flick, who had to miss the game due to a laceration. The position of the right wing-back was again taken by Mehmet Aydin, who had been on the bench in the previous match against Sandhausen. He replaced Reinhold Ranftl, who was not only older name-wise. At the front, Schalke had to cope with the absence of Churlinov, Terodde and, at short notice, Marius Bülter. As a result, Rufat Dadashov, who had previously only played in the Regionalliga team, moved straight into the starting eleven. Felix Wienand, Jimmy Kaparos (both U23) and Keke Topp (U19) were also in the line-up.

Surprisingly full control

In the preliminary report, Schalke was described as a dangerous team that likes to press high. There was absolutely nothing of that in the entire first half. Schalke 04 offered shockingly little and was very passive in FC St. Pauli’s possession. This was due to the fact that Schalke’s previously praised pressing was extremely poor. The positioning of the Schalke full-backs was decisive. I would even go so far as to say that it was decisive for the game.

When in possession, FC St. Pauli was extremely clever, especially in attack. Guido Burgstaller and Igor Matanović moved wide to the outer lanes whenever their own team kept the ball in their own ranks in a controlled manner. In this way, FCSP wanted to „get Schalke’s back of three moving“, as Loic Favé told us at the press conference after the match. This was quite different, for example, from the game against Sandhausen (here is the analysis of that game), when FCSP’s three attackers always came together in a ball at the centre front.

From my point of view, the positioning of the forwards was decisive for the game because it had an influence on the behaviour of Schalke’s wing defenders in their run-up behaviour. When FC St. Pauli had possession of the ball, it was always up to these wing defenders, Ouwejan and Aydin, to run at the brown and white wing defenders. However, by positioning Matanović and Burgstaller on the far outside, Schalke’s wing-backs allowed themselves to be tied up at the back of the chain. The way to run at the FCSP defenders was therefore very long so that this positioning of the FCSP attackers bought time for their own defenders. And time is something that FC St. Pauli should definitely not be given in the build-up play. FCSP were able to play their now league-wide feared offensive game because they had no opponent pressure on the so important wing-back positions. The match plan was a complete success (and a complete failure for Schalke).

After Schalke played with a five-man backline for the first time and didn’t really start on the outside, they made a few changes in the course of the first half: The wing defender on the far side of the ball now consistently dropped into the chain, so that the outside centre defender near the ball could follow the strikers‘ path to the outside without hesitation. This meant that Schalke actually played with a four-man backline. It didn’t help very much. Because FCSP knew well how to shift the game again and again so that both wing defenders still had to go a lot of ways. It was only in the second half that Schalke made more consistent changes, as Schalke’s co-trainer Sven Piepenbrock confirmed at the post-match press conference („We were too hesitant in the first half and didn’t want to give up space too early. Then we made a change.“).

GB9 – Chief of the forwards, chief of the defenders

After the first half, however, it was actually too late for such an effective change. FC St. Pauli made the most of the space in the first 45 minutes, once again creating a large number of scoring chances and repeatedly breaking through on the flanks. Of course, it was Guido Burgstaller who scored the two goals. It was also him who consistently played the spaces on the flanks (look where he is standing in space before the 1:0 – exactly between the centre back and the full-back, i.e. where a team with a five-man backline is most vulnerable). And once again it was Burgstaller who set the tone in terms of defensive work. An incredible workload, which he reeled off, as he did against Nuremberg. He’s certainly the best striker FCSP has had in its ranks for years, but the way he works defensively, runs at opponents, moves smartly in space and coaches his teammates – as a coach I’d keep him on even if he hadn’t scored a single goal yet. Of course, 14 goals in 16 games is a real exclamation mark and I wouldn’t want to do without it. But Guido Burgstaller gives the team so much more than just scoring goals.

When your colleagues celebrate you ecstatically because you have once again delivered in the office…
(c) Peter Böhmer

Now comes the section describing Schalke 04’s „attacking play“. I deliberately write that in „“, because this attacking play was simply not existing in the first 45 minutes. FC Schalke 04 is a team with pretty clear goals this season. In addition, the squad has a truly remarkable individual quality in all positions. However, the only things they offered yesterday at the Millerntor were set pieces and individual actions. It was frightening how few playful solutions this team found to the admittedly very good defensive behaviour of FC St. Pauli. The fact that a team with these demands and this individual quality really has no playful solutions in difficult situations after almost half of the season is actually a crime and should raise massive worry lines on the foreheads of everyone at Schalke.

Even in the 2nd half, it was almost only individual actions that created more danger. One recurring one, for example, was Dominick Drexler moving from his central position to the left-wing in order to overload that side together with Ouwejan. I specifically asked Schalke’s assistant coach at the press conference whether this was a plan or a situational move by Drexler. He confirmed the impression and explained that Drexler himself created these situations. The only real tactical change to strengthen the own build-up play (the change of the wing defenders happened to improve the run-up behaviour) were the movements of the outer centre backs Kaminski and especially Thiaw. There was always room for them to dribble, as they were playing with their three-man backline against two strikers. They did this much more often in the second half (possibly because they simply had to take more risks). But they only used this dribbling to play a high ball afterwards. There was no combination football at all from Schalke.

A defence made of granite – just like Real Madrid once did

Schalke’s offensive performance was also disappointing because FC St. Pauli showed a very concentrated and compact defensive performance. It was interesting to see how well and orderly the defence defended in a man-oriented manner and at the same time offered a good distribution of space:
As already described, Burgstaller and Matanović closed the space in front (and actually only ran directly when goalkeeper Fraisl got the ball back). Behind them, Kyereh chained up the opposing six in the already familiar manner (which also succeeded: Pálsson only played 15 passes – half as many as, for example, Eric Smith on the opposite side (sofascore)). What was decisive was what happened behind them in the half-areas: Drexler and Zalazar were exactly the two players who had to be closely guarded. But there were three players in Hartel, Smith and Irvine. But at the same time, they also had to run at the wing defenders or guard them closely when the ball was on their side. Especially at the start of the second half, when Schalke had longer periods of possession, it was a real joy to watch the trio shifting neatly, handing off opponents without a word and thus keeping four opponents at bay at the same time. The wing-back on the far side of the ball was always left free to run into from the halfway position. Smith then took over the opponent’s eighth player on the near side of the ball, while the other FCSP eighth player took over the player in the half-space on the far side of the ball. And if Schalke shifted more quickly, there were still the FCSP defenders who could run on. Centrally, there was nothing to worry about anyway. Ziereis and Lawrence had no problems with Pieringer and Dadashov. Whether it would have been the same with Bülter and Terodde is of course another story. But as it was, it was just mega compact and played really well and concentrated. To take just a few examples: Marcel Hartel cooked off Rodrigo Zalazar time and again, Eric Smith stifled countless switching moments with good forward defence (and is simply the most complete player at the six the division has to offer) and Philipp Ziereis showed in Jakov Medić’s absence that he too is a really strong header. Hats off to this defensive performance of the team! I enjoyed it very much!

Nevertheless, Schalke scored the tie-breaking goal. With all the love for FC St. Pauli’s good offensive play: More than a 2:0 lead must come out of this superiority. It is remarkable how similar this match was to the game against Sandhausen: An outstanding first half, then actually further control of the game, and suddenly, out of nowhere, the connecting goal.
While the old advantage was quickly restored against Sandhausen, a real fight developed against Schalke. Schalke succeeded in trapping FCSP – very cheaply with long balls. However, it became exciting not because Schalke built up more pressure, but because FC St. Pauli was sometimes dilettantish with their switching situations. Schalke opened more and more spaces with every minute of the game, but the more these spaces opened up, the worse FC St. Pauli seemed to play their transition moments.
So the game remained exciting until the end, although FC St. Pauli was clearly the better team and Schalke really had very few means at their disposal to build up pressure.

FC St. Pauli, however, remained stable and did not allow any more big chances (and even generated many more chances of their own during this time). And so the team got what it deserved for this performance: another home win. The eighth in a row (a record). FC St. Pauli has now won all its home games in the first half of the season. And there was not one of them where the performance was not right. Most of the opponents (Kiel, HSV, Regensburg, Ingolstadt, Dresden, Rostock, Sandhausen, Schalke) were played into the ground and the winner was already clear after 45 minutes. What a fantastic series.

Fabian Hürzeler and Loic Favé delivered a masterpiece and perfectly adjusted their team to the opponent and the game.
(c) Peter Böhmer

Master of all classes – at least…

I hope this series doesn’t end. Because I just can’t get enough of the football that FC St. Pauli is playing this season. At the moment, almost everything fits together, it’s like a never-ending intoxication. Of course, I’m already afraid of the hangover when the high ends. But even if one game doesn’t kick so well, the next one kicks all the more.
This intoxication, this great football now has its first title: FC St. Pauli is Herbstmeister with an incredible 35 points, even before the end of the first half of the season. Nobody can buy anything from that, of course. But do you have any idea how fat my grin has been since the final whistle?! Boah ey, St. Pauli please, never pass!

Keep on moving forward!

//Tim (translation by Arne)

MillernTon Twitter //
MillernTon YouTube //
MillernTon Facebook //MillernTon Instagram //

If you like what we do here, here you’ll find the information on how to support us.

{:}
Print Friendly, PDF & Email

4 thoughts on “{:de}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 – Meisterleistung{:}{:en}FC St. Pauli – FC Schalke 04 2:1 –Masterly performance{:}

  1. Der Qualitätsunterschied in der PK zwischen deinen Fragen und denen der anderen Journalisten ist brutal. Man hat den Eindruck, dass du der einzige bist, der das Spiel wirklich gesehen hat.
    Erschreckend fand ich das Zeitspiel der Schalker bis zum 1:0.
    In der 2. HZ hatte ich mehrfach den Eindruck, dass Irvine mit den Schalker Änderungen nicht gut zurecht gekommen ist. Er hatte da keinen Zugriff auf die Gegenspieler und meines Erachtens zu viel Abstand zu Zander, durch den dieser Probleme bekam.

  2. Ich war vom Spielverhalten von Matanovic verwundert. Nach dem er die ersten 20 Minuten gut drin war schien nach ca. 30 Minuten die Luft raus zu sein. Kurz danach viel mir ein sehr stark gestikulierender Fabian an der Seitenlinie auf der unaufhörlich versuchte Matanovic seine Laufwege auf zu zeigen. Dies setzte er häufig nur bedingt um was dazu führte das Fabian an der Seitenlinie noch mehr herum hüpfte, ganz anders als Loic der überwiegend ruhig da saß. ich hoffe des es bei Matanovic keine Unsicherheit war die länger bleibt denn gerade auch im letzten Spiel hat man soviel gutes von ihm gesehen wenn er sich traute. Wie immer alles bestens zusammen gefasst Danke dir Tim und forza fcsp immer weiter vor…

    1. Das habe ich zwar nicht gesehen, dass Igor da so gecoacht wurde, aber mir ist aufgefallen, dass er von Burgstaller enorm viel gecoacht wurde. Möglich, dass er verunsichert war. Ist halt auch immer noch erst 18 Jahre alt. Ich persönlich vergesse das immer mal wieder wie jung der noch ist.

      1. Ich stehe in der GG D und dann unten bei der Mittellinie da war es gut zu sehen und auch Burgi. Wobei wie du auch schon geschrieben hast auch ohne Tore wäre er ganz wichtig für die Mannschaft. Igor sein alter ist mir bewusst und vorallem das Entwicklungspotential. Das was er jetzt Zeigt noch zu steigern ist schon heftig. Wünsche ihm eine lange Verletzungsfreie Zeit zur Entwicklung und das er bis zum Leihende noch viel Tore für St. Pauli schießt und wie für Burgi vorbereitet. Forza

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert