Lage am Millerntor – 23. Februar 2022

Lage am Millerntor – 23. Februar 2022

Wunden lecken beim FC St. Pauli, die überfällige Diskussion um Gazprom, Schlammschlacht in Utrecht und einiges mehr: Die Lage am Mittwoch.

FCSP News

Ein letzter Blick zurück

Hilft ja nichts: Wenn Ihr noch etwas über die 0:3-Niederlage vom Wochenende lesen wollt, könnt Ihr das auf Englisch beim South End Scum tun – wenn Ihr lieber hören wollt, sei Euch der „Fell in love with a girl“-Podcast aus Kanada empfohlen. Wahlweise findet Ihr hausintern natürlich nochmals Tims Analyse oder Yannicks Gesprächstherapie.

11Freunde: Überhitzter Motor

Wir haben Tim an die 11Freunde (€) ausgeliehen, wo er ebenfalls versucht, die aktuellen sportlichen Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden. Defensive Stabilität wiederfinden, zur offensiven Leichtigkeit zurückkehren – klingt ganz einfach, eigentlich…

Lage der Liga

Beginnen wir mit dem Sportlichen: Im Rasenfunk Kurzpass unterhält sich Max mit Flo Zenger (Glubb) und Jens Umbreit (Dynamo) über die Situation in der 2. Liga, womit dann auch die Schwerpunkte der Sendung klar sein sollten. Auf Englisch könnt Ihr den Spieltag im 2BundesligaPod Revue passieren lassen.

Weniger sportlich ist aktuell das Tempo beim Neu-/Umbau des Karlsruher Wildpark. Mit der aktuell geplanten Fertigstellung im Herbst 2023 läge man bereits eineinhalb Jahre hinter dem Plan – und auch dies scheint wohl eher noch nicht das letzte Wort zu sein. Das Problem ist hier insbesondere der aktuelle Bauabschnitt der Haupttribüne, in dem auch ein Großteil der Stadiontechnik verbaut wird.
Der KSC ist hier eher nur Zuschauer, Bauherr ist die Stadt – bei der damit aber immerhin dann auch das finanzielle Risiko liegt, denn wenig überraschend sollen auch die bisher veranschlagten Kosten (143 Millionen Euro) noch steigen. (SWR)

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(Nichts) Neues von dem Neuen

Connor Metcalfe stand beim gestrigen 3:2-Sieg von Melbourne City gegen Central Coast Mariners nicht im Kader.

Fanszene News

Tickets für das Pokalspiel bei Union

„So… hier sind die Tickets – uuuuund wech sind sie!“
Wie erwartet war der Vorverkauf der Pokaltickets gestern Nachmittag schnell wieder vorbei. 400 Steh- und 20 Sitzplatzkarten gingen beim Kartencenter gestern Vormittag in den Verkauf, mit Vorkaufsrecht für Inhaber:innen einer Auswärtsdauerkarte.
Ab 15.00h gingen die danach noch verbleibenden 160 Tickets in den Verkauf für Mitglieder, Saison- und Dauerkarten – und wenn man um 15.00h und 30 Sekunden die Seite aktualisierte, war es bereits zu spät.

Kleine Resthoffnung für alle, die leer ausgingen: Union versucht aktuell, die zugelassene Zahl an Menschen im Stadion von 10.000 auf 15.000 zu erhöhen. Sollte dies gelingen, würden wohl auch kurzfristig nochmal 500 weitere Tickets für uns in den Verkauf gehen – dies ist aber eben noch nicht sicher.

Dachverband der Fanhilfen fordert Wiederherstellung der Fanrechte

Wir erinnern uns: Vor gut zwei Jahren begann eine Pandemie.
Mit ihr kamen im Fußball Geisterspiele – und nach und nach immer mal wieder Zulassungen von Fans unter den verschiedensten Auflagen, mit mal mehr und mal weniger Restriktionen.
Schon sehr früh gab es viele mahnende Stimmen, die die pandemiebedingten Auflagen zeitlich befristen wollten und klarstellten, dass diese wirklich nur für die Ausnahmesituation einer Pandemie gelten dürften und danach zurückgenommen werden müssen.
Diese Forderungen hat der Dachverband der Fanhilfen jetzt, wo eine Rückkehr zur Vollauslastung zumindest vorsichtig am Horizont erscheint, nochmals aufgegriffen:

  • Stopp der Personalisierung von Tickets, keine Datenweitergabe an Polizei und Justiz
  • Aufhebung der Kontrolle der Zuschauerströme
  • Wiederherstellung des Gästekontingents von (mindestens) 10% der Gesamtkarten
  • Rückbau aller zusätzlichen Kontrollen und Zugangsbeschränkungen, die pandemiebedingt eingeführt worden waren

Den Text in voller Länge findet Ihr hier (pdf).
Note: Heute morgen stand hier nicht „Fanhilfen“, sondern „Fanprojekte“ – Danke für die Hinweise von mehreren Seiten, dass das falsch war. Wir haben das jetzt geändert.

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FC St. Pauli von 1910 e. V.

NLZ: Erinnerung an Hanau

Das NLZ des FC St. Pauli hatte zu den Heimspielen der U19- und U17-Bundesliga am Wochenende eine Erinnerungs- und Unterstützungsbotschaft für die Opfer der rassistischen Anschläge von Hanau vorbereitet. Da die Spiele ausfielen, wurde dies nun nachgeholt. (Twitter)

Nachholspiele in der Regionalliga Nord

Um 19.00h spielt die U23 bei Weiche Flensburg und schließt damit die Hauptrunde ab. Ergebnistechnisch egal, weil Flensburg in die Aufstiegs- und der FC St. Pauli in die Abstiegsrunde gehen und das Ergebnis aus diesem Spiel daher nicht übernommen wird.
Vorbericht fcstpauli.com

Lauf gegen Rechts

Kleiner Reminder: Der 11. Lauf gegen Rechts der FC St. Pauli Marathon-Abteilung ist für diesen Mai geplant, zur zeitsouveränen Durchführung für jede Einzelperson, Anmeldungen sind bereits möglich.
Immer wahrscheinlicher aber, dass es auch wieder einen tatsächlichen und gemeinsamen Lauf geben wird, dieser würde dann am 29. Mai stattfinden.
Alle Details: fcstpauli-marathon.de

Döntjes

Ukraine, Russland, UEFA, Gazprom

Klar ist: Es gibt wichtigere Themen als Fußball. Diese werden hier bestmöglich mit abgedeckt, wenn es sich irgendwie sinnvoll einbinden lässt. Oft fehlen einem aber auch einfach die Worte oder das Thema ist so komplex, dass ich davon ausgehe, dass Ihr nicht auf meine Laien-Meinung dazu wartet – und die aktuellen Geschehnisse im Donbass gehören zweifelsohne dazu.
Ich beschränke mich also hier auf den Fußballbezug, für alles andere findet Ihr kompetentere Seiten.

Der Fußballbezug ist hier den betroffenen Menschen vor Ort natürlich herzlich egal, liegt aber eben auch in dem recht kleinen Bereich, den man von hier aus mit beeinflussen kann – wenn man denn will.
Konkrete Adressaten sind hier die UEFA und Schalke 04.

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Die UEFA ist einer der Hauptpartner des russischen Erdgasunternehmens und Staatskonzerns Gazprom, welcher u. a. einer der Hauptsponsoren der Champions League und der Europameisterschaften ist. Das Finale der Champions League 2022 findet in der Gazprom Arena zu St. Petersburg statt, welches zusätzlich auch noch die Geburtsstadt von Wladimir Putin ist. Europäische Politiker fordern die UEFA jetzt auf, das CL-Finale (28. Mai) zu verlegen und auch die Zusammenarbeit mit Gazprom allgemein zu beenden.
Die UEFA selbst spielt auf Zeit und „beobachte die Entwicklung“. (Deutschlandfunk)

Ähnliche Forderungen gibt es gegenüber Schalke 04 schon lange, Gazprom ist hier Trikotsponsor und wirbt auf den Werbebanden in der Gelsenkirchener Arena schon lange medienwirksam für NordStream2. Klar, in Anbetracht der finanziellen Situation aller Vereine in der Pandemie ein extrem ungünstiger Zeitpunkt, um eine finanziell lukrative Zusammenarbeit zu beenden, allerdings ließ man die Gelegenheit ja auch zu deutlich günstigeren Zeitpunkten verstreichen.
Was wohl (zurecht) wenig Unterstützung erfahren dürfte, ist dieser Vorschlag hier, der bei einer Beendigung der Zusammenarbeit auch noch (finanzielle) Unterstützung seitens der Politik und der Fans für den fordert, der trotz aller Proteste diesen Deal bisher nie anzweifelte. (Twitter)

S04 betont aktuell sehr bemüht, dass die vertragliche Partnerschaft ja nicht mit Gazprom, sondern mit „Gazprom Germania“, der deutschen Unternehmenstochter bestehe, allerdings beobachte man die Entwicklungern mit „großer Sorge“. Nun denn… (Kicker)

Schlammschlacht in Utrecht

Nee, ausnahmsweise nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinne. Insbesondere der Führungstreffer für den neuen Verein von Henk Veerman sieht dann auch eher nach Slapstick aus. Anschließend noch ein bisschen Pyro und sportliches Drama – die Highlights des Spiels gegen Vitesse Arnhem könntet Ihr also gut mal nebenbei laufen lassen. (YouTube)

RWE: Bleibende Schäden

Die 11Freunde blickt auf die Vorfälle beim Spiel Rot-Weiss Essen gegen Preußen Münster und den dortigen Spielabbruch, der Essens schon fast sicher geglaubten Aufstieg in die 3.Liga nochmals gefährden könnte. Die beiden Münsteraner Ersatzspieler, die von dem Böller beeinträchtigt wurden, konnten vorerst noch nicht wieder am Training teilnehmen.
Im Artikel wird auch auf Essener Ultragruppen Bezug genommen, die sich von den Vorfällen distanzieren, der Wurf sei aber aus dem Nebenblock W1 gekommen, wo u. a. auch die Essener Alt-Hools stehen.

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Neue Studie über den FC Bayern in der NS-Zeit

Die Rolle deutscher Sportvereine in den 30er und 40er Jahren ist in aller Regel keine sehr positive, auch der FC St. Pauli bildet hier bekanntermaßen keine Ausnahme. Der FC Bayern hingegen wurde oft etwas besser dargestellt, was nach einer neuen Studie aber wohl nur bedingt zutrifft, oder zumindest nicht im bisher angenommenen Ausmaß. So sei der jüdische Präsident Kurt Landauer nicht, wie bisher angenommen, freiwillig aus dem Verein ausgetreten, sondern aus der Mitgliederliste gestrichen worden. (BR // Spiegel(€))

Zu guter Letzt

Autschn… (Twitter)

Forza St. Pauli!
// Maik

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7 thoughts on “Lage am Millerntor – 23. Februar 2022

  1. Moin auch,
    kleine Korrektur 🙂
    RWE: Bleibende Schäden
    Die 11Freunde blickt auf die Vorfälle (….) Die beiden Münsteraner (nicht: Essener) Ersatzspieler, die von dem Böller beeinträchtigt wurden, (….)

    Greetz.

  2. Moin, der erwähnte Text stammt nicht von den Fanprojekten, sondern vom Dachverband der Fanhilfen, das ist was ganz anderes (vergleiche: BW Hilfe ungleich Fanladen). Gruß

  3. Danke an euch für die mittlerweile Standard-Morgenlektüre! Heutige Frage: wann fährt der statsman Tim zum Training und beruhigt uns hinsichtlich Amenyido?

    1. Als hätten wir es abgesprochen: Er ist gerade unterwegs zur Kollau, personelles Update also wahrscheinlich morgen früh in der Lage oder im separaten Trainingsbericht.
      Allerdings ist morgen früh auch eh Pressekonferenz.

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