Lage am Millerntor – 11. April 2022

Lage am Millerntor – 11. April 2022

Der FC St. Pauli holt einen Punkt gegen Werder und alle diskutieren danach über den Schiedsrichter. Die 1. Frauen holt erneut drei wichtige Punkte, die U23 immerhin einen und die U17 siegt weiter. Dies und vieles mehr in der Lage am Montag.

FCSP News

Ein Punkt gegen Werder und viele Diskussionen

Gnarf… ärgerlich.
Ein erstmals seit Pandemiebeginn wieder volles Millerntor. Ein voller Gästeblock, der sich nicht ständig an uns abarbeitet sondern das eigene Team supportet. Die Führung und damit verbundene Tabellenführung kurz vor der Pause zum „psychologisch wichtigen Zeitpunkt“.
Und nach Abpfiff dann eben doch eher Gesichter zwischen „enttäuscht“ und „naja“.

Meist diskutierte Person war fortan Florian Badstübner aus dem mittelfränkischen Windsbach. In Halbzeit eins kam Guido Burgstaller nach einem Kontakt von Weiser im Strafraum zu Fall, Badstübner ließ weiterspielen und VAR Sören Storks schritt zumindest nicht entscheidend ein. Diskutabel, aber im Zweifel für den Angeklagten. Hätte er das hingegen gepfiffen, wäre der Pfiff sicher auch nicht vom VAR kassiert worden.

Anders verhielt es sich beim Ausgleichstreffer, wo Agu den Ball mit der Hand durch die Beine von Marcel Beifus spielte. Der Ball kam über zwei weitere Stationen zu Füllkrug, der aus kurzer Distanz verwandelte.
Der „Hand!“-Aufschrei der Gegengerade war schon klar und deutlich vernehmbar, Beifus‘ Geste ebenfalls – und als Badstübner dann nach Rücksprache mit dem VAR zur Review Area schritt, war ich mir relativ sicher, dass der Treffer kassiert werden würde. Aber: Pustekuchen.
Ich habe im Stadion eine Kameraeinstellung auf dem Handy gesehen, wonach man ganz eventuell auf „springt von anderem Körperteil unabsichtlich an den ausgestreckten Arm“ plädieren könnte, und wahrscheinlich ist das auch die, die Badstübner in seinen handgestoppten fünf Sekunden am Monitor gezeigt bekam. Hätte er sich hier etwas mehr Zeit genommen und noch ein-zwei weitere Sequenzen gesehen, so wäre sicher ja auch die dabei gewesen, wo man das bewusste Spielen des Balles mit dem Arm klar erkennen kann, aus Richtung Süd. Klare Fehlentscheidung aus meiner Sicht, so subjektiv eingefärbt die auch in diesem Fall sein mag.

Da Tim und ich gestern eh kurz im Fanladen zusammensaßen, haben wir die Diskussion über beide Szenen aber auch aufgenommen. Wer sich das anhören mag: (15min, 7,4MB)

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Besprechung strittiger Szenen bei St. Pauli – Werder.

Fazit: Gutes Spiel, welches am Ende für beide Seiten ausgehen kann. Und zwei unzufriedene Trainer in der Pressekonferenz. Wut und Emotion mitnehmen und jetzt einfach mal in Sandhausen gewinnen.

Es ist natürlich spielentscheidend, den Elfmeter nicht und das Gegentor zu bekommen. So ist der Fußball, damit müssen wir leben. Alles in allem etwas unglücklich für uns, es bringt aber nichts, sich jetzt darüber aufzuregen. Wir werden in den nächsten Wochen auch wieder Glück haben und nehmen den Punkt heute mit.

Philipp Ziereis, fcstpauli.com

Außerdem durften Tim und ich gestern dann auch noch beim NDR die Nasen kurz in die Kamera halten, rund um den Spielbericht im Sportclub.

Links:
– Bilder und Bericht: Stefan Groenveld
– Bericht und Bilder: Beebleblox
– Spielbericht und Bilder: fcstpauli.com
– Stimmen zum Spiel: fcstpauli.com
– Highlights: Sportschau
– Zum vermeintlichen Elfer und Handspiel: Deichstube

Lage der Liga

Machen wir es kurz: Huiuiuiuiuiui… spannend, da oben.
Ich beschränke mich mal auf die Aufstiegsfrage und kann daher die Spiele vom Freitag kurz halten: Fortuna Düsseldorf beendet die Siegesserie von Hansa Rostock mit einem 3:0 (1:0), bei Jahn Regensburg wehrt sich der FC Ingolstadt zwar tapfer, kommt aber nach Halbzeitführung nicht über ein 1:1 hinaus. Den Führungstreffer der Gäste besorgte eine abgefälschte Flanke, die man so auch nicht trainieren kann.

Am Samstag machte sich Schalke 04 dann auf an die Tabellenspitze und entfernte den 1. FC Heidenheim mit einem 3:0 (1:0) gleichzeitig so gut wie sicher aus dem Aufstiegsrennen. Nach einer guten Stunde hätte es mit dem Anschlusstreffer zum 2:1 noch einmal eng werden können, der VAR kassierte diesen aber aufgrund einer Abseitsposition.
Außerdem setzte sich auch Erzgebirge Aue zu den Ingolstädtern in den Bus mit Ziel 3.Liga, das 1:3 gegen Hannover 96 zerstörte auch die letzten Hoffnungen. Aue und der FCI haben bei noch fünf ausstehenden Spielen neun Punkte Rückstand auf Dynamo Dresden auf den Relegationsrang – zur kompletten Rettung sind es bereits 15 Punkte.

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Im Abendspiel trafen der 1. FC Nürnberg und Darmstadt 98 aufeinander. Die Gäste starteten besser ins Spiel, der Glubb kam Mitte der ersten Halbzeit dann besser in die Partie und erzielte kurz vor der Pause nach einem Standard die Führung durch Dovedan per Kopf. Die Lilien kamen nach einer Stunde zum Ausgleich (Luca Pfeiffer), bei dem Köpke im Stile seines Vaters einen tollen Reflex zeigte, allerdings keine Handschuhe trug und deshalb das Tor doch nicht ganz verhindern konnte – Gelb gab es dann trotzdem. Ein paar Minuten später wurde er gegen Lukas Schleimer ausgewechselt und der traf dann in der 82. erneut nach Standard per Kopf zum 2:1 und bereitete in der 96. Minute dann auch noch ein Eigentor vor. Der FCN ist damit weiter in Lauerstellung auf die Aufstiegsränge, Darmstadt vorerst nur noch auf Platz vier.

Am Sonntag empfing Holstein Kiel den Hamburger SV. Die Blindenfußball-Bundesliga, in der ich demnächst als Schiedsrichter tätig bin, wird ja von der Sepp Herberger-Stiftung unterstützt. Und Strafgelder, die die Vereine zahlen müssen, gehen in diverse Stiftungen – insofern bedanke ich mich ganz herzlich bei beiden Fanszenen für die finanziellen Zuwendungen, die die Vereine demnächst für diese tolle Sportart leisten. Zurück zum Spiel: 3:18 Torschüsse, 263: 617 Pässe, 68%:86% Passquote, 70% Ballbesitz und 54% gewonnene Zweikämpfe für die Gäste, 1:5 Ecken – haha, ich liebe Statistiken. Das Tor aber erzielte ein Ex-St. Paulianer: Braun-Weiße Grüße gehen raus an Kwasi Okyere Wriedt, der damit den 1:0-Endstand herstellte. Kiel hat damit neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, der HSV hingegen sieben Punkte Rückstand. Gute Besserung hingegen an Fin Bartels, der sich bei einem Sturz das Schlüsselbein gebrochen hat.
Außerdem trennte sich der SC Paderborn 2:2 vom Karlsruher SC und unser nächster Gegner, der SV Sandhausen, verdoppelte den Vorsprung auf den Relegationsplatz im direkten Duell mit Dynamo Dresden durch ein 2:1 (1:0) auf sechs Punkte. Dennis Diekmeier hat beim SVS gerade zu reduzierten Bezügen seinen Vertrag bis 2024 verlängert und leistete die Vorarbeit zum 1:0.

Kleiner Ausblick auf den nächsten Spieltag:
Am Karfreitag wird nicht gespielt und anders als teilweise in den Vorjahren finden auch keine vorgezogenen Spiele am Gründonnerstag statt. Drei Partien starten am Samstag Mittag, u.a. unser Auswärtsspiel beim SV Sandhausen. Im Abendspiel empfängt der HSV den KSC und am Sonntag treffen die vier restlichen Teams der Top 5 in direkten Duellen aufeinander: Werder empfängt den 1. FC Nürnberg und Darmstadt trifft auf Schalke.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Regionalliga Nord (w)

Wenn man sich die Tabelle der 1. Frauen in der Regionalliga Nord anschaut, kommt man nicht umhin zu sagen: „Oha, ist noch ein weiter Weg bis zum Klassenerhalt!“
Gerade einmal zwei Punkte Vorsprung sind es nach dem gestrigen 5:0 (2:0) gegen den TuS Büppel – und die Teams dahinter haben noch 1-2 Nachholspiele. Und dann schaut man auf die Rückrundentabelle und sieht fünf Siege aus sieben Spielen! Wenn es diese Serie so nicht gegeben hätte, das Team wäre längst hoffnungslos abgeschlagen, wie es jetzt der TSC Wellingsbüttel ist. Doch gegen die spielt man ebenso noch wie gegen andere Teams „von unten“ und so ist die Überzeugung natürlich groß, den Klassenerhalt in den verbleibenden sechs Spielen auch zu schaffen.

Nächste Woche ist spielfrei – der Spielbericht folgt aber noch und in der Podcast-Monatssendung haben wir morgen auch Spielerinnen des Teams zu Gast, so stay tuned.

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Regionalliga Nord (m)

Schwere Kost hingegen in Norderstedt: Gefühlt 100 treue Seelen verloren sich im Edmund-Plambeck-Stadion und sahen ein Spiel der U23, welches einer Abstiegsrunde würdig war. Aus dem Profikader waren Dennis Smarsch und Lars Ritzka abgestellt worden – und nur der zwischenzeitlich auftretende Hagel war noch schlechter als die Darbietung auf dem furchtbaren Acker.
0:0, abhaken, weiter geht’s. (Spielbericht und Fotos: Vereinshomepage)

Da Rehden (0:2 am Vortag in Norderstedt) und Lüneburg (0:2 bei Phönix Lübeck) verloren und der HSC Hannover in einem vogelwilden Spiel beim Heider SV (4:4) nur einen Punkt holte, ist die Tabellensituation weiterhin „okay“. Einen möglichen Befreiungsschlag hat man damit aber leider verpasst. So sind es zwar fünf Punkte Vorsprung, die anderen genannten Teams haben aber auch noch ein Spiel mehr auszutragen.

Junioren Bundesliga

Zack! Die U17 siegt bei abstiegsbedrohten Kielern mit 1:0 (Tor: Robie Seibt, 68.) und geht damit am vorletzten Spieltag auf Platz 2 der Bundesliga Nord. Damit überholte man den HSV, der parallel dazu RaBa Leipzig unterlag.

Die U19 hatte zwar spielfrei, in der Tabelle gab es trotzdem Bewegung. Magdeburg holte „nur“ einen Punkt beim ETV, der HSV gewann in Jena und Rostock in Kiel. Immerhin gab es für Halle, Chemnitz, Hannover und Osnabrück Niederlagen.
Bis auf Halle (Nachholspiel beim ETV) haben jetzt alle Teams in der Tabellenregion 16 Spiele, zwei Spieltage stehen also noch aus und der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt nur einen Punkt. Allerdings können auch alle anderen noch punkten und um ganz sicher zu sein, muss man wohl beide noch ausstehenden Spiele gewinnen – insbesondere am letzten Spieltag beim VfL Osnabrück. Vorher kommt in zwei Wochen der Tabellenletzte aus Jena noch nach Hamburg, in dieser Situation natürlich ein Pflichtsieg.

Fanszene News

Jahreskarte Stehplatz Süd

Von heute um 12.00h an bis zum 2. Mai könnt Ihr Euch für eine Stehplatzkarte auf der Süd zur neuen Saison bewerben. Es werden 2.000 Tickets über diesen Weg vergeben, die anhand ähnlicher Kriterien wie schon vor der Pandemie nach Ende der Registrierung vergeben werden.
Alle Infos: Vereinshomepage // Mehr zur Idee dahinter: Ab in den Süden

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Female St. Pauli Stories #2

Episode 1 habt Ihr hoffentlich schon alle gehört, jetzt ist auch die 2. Folge online.
In dieser sprach Debbie mit Jule, Sängerin bei den Harbour Rebels. Es ging u.a. um ihren Weg in die Fanszene des FC St. Pauli, die St. Pauli Skinheads – und natürlich viel um Musik.

Jule und Debbie im Probenraum der Harbour Rebels.
Jule und Debbie

Döntjes

Big City Club zerfleischt sich selbst

Wer auch immer die Idee hatte, gerade für diese Saison eine Vereinsdoku über Hertha BSC zu drehen, dürfte recht zufrieden mit der Auswahl sein. Besser als jedes gescriptete Drehbuch. Blöd, dass die Doku vor ein paar Wochen vereinsseitig abgesagt wurde, aber es wäre auch eh kaum glaubhaft gewesen, was dort gezeigt worden wäre.

Neuestes Kapitel ist die 1:4-Heimniederlage vom Samstag im ausverkauften Olympiastadion gegen Union Berlin. Als die Spieler danach in die Kurve gingen, wurde ihnen wohl sinngemäß mitgeteilt:
„Ihr habt 90 Sekunden Zeit, das Trikot auszuziehen!“
Geschäftsführer Fredi Bobic gab später zu Protokoll, er wäre dieser Aufforderung nicht nachgekommen, ein paar Spieler aber taten es (Tagesspiegel // 11Freunde(€)). Oder, wie es jemand schrieb, der sich damit auskennen sollte: (Twitter)

„Wie siehst Du denn aus – biste gerannt?“

Folgendes Gedankenspiel: Du bist in der Form Deines Lebens, läufst den Hannover Marathon und gewinnst diesen in 2h10m59s und bist der festen Überzeugung damit die Norm für die Europameisterschaft erfüllt zu haben – und dann hat Dich ein Streckenposten zwischendurch falsch geleitet und aufgrund einer unabsichtlichen Abkürzung von 88 Metern fällt das Ergebnis evtl. aus der Wertung und die Quali ist futsch.
Okay, noch ist das nicht entschieden und vielleicht entscheidet der Verband hier ja auch mit Sinn und Verstand im Sinne des Sports. Für die EM-Norm hätte Sieger Hendrik Pfeiffer noch 3 1/2 Minuten Luft gehabt, da sollten die knapp 90 Meter nicht ins Gewicht fallen. (Sportschau)
Apropos Laufen: Lauf gegen Rechts – Anmeldung läuft! Ist auch kein Marathon…

Doppelberührung beim Elfer

Ihr erinnert Euch evtl. an das Pokalspiel des Nachbarn beim 1. FC Köln, welches im Elfmeterschießen zugunsten der Gäste ausging – und der letzte Elfmeter der Kölner nicht als Tor gegeben wurde, weil sich Kainz selbst gegen den Fuß schoss. „Doppelberührung“ nennt man das und es waren sich alle einig, dass man sowas noch nie gesehen hätte und wohl auch so schnell nicht wieder sehen würde. Tja… am Wochenende in Bochum war es dann wieder so weit, dieses Mal ausgeführt von Leverkusens Diaby (im Video ab 2m44s).

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Bannerklau gegen Gehörlosen-Fanclub

Ein Mitglied des Dortmunder Gehörlosen-Fanclubs „Deaf BVB Fan Club“ wurde beim Spiel am Sonntag in Stuttgart auf dem Weg zum Stadion verprügelt und im Zuge dessen wurde ihm auch das Fanclub-Banner geklaut. Das Stuttgarter Fanprojekt hat bereits zugesagt, bei der Wiederbeschaffung des Banners zu helfen. (Instagram)

Zu guter Letzt

Drei Spieltage vor Schluss der Serie C, Girone B in Italien. Der FC Modena ist Tabellenführer, kommt aber gegen den Vorletzten Imolese Calcio nicht über ein 1:1 hinaus, da man in der 87. Minute einen Strafstoß gegen sich bekam. Es läuft bereits die Nachspielzeit, als… naja, schaut selbst. (Twitter)

Forza St. Pauli!
// Maik

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2 thoughts on “Lage am Millerntor – 11. April 2022

  1. Moin Millernton Team,
    Wow jetzt habt ihr es auch schon ins Fernsehen geschafft. Hab gestern meinen Augen nicht getraut.Glückwunsch.Ich halte das mit der Aussage von Ziereis.Das Jammern bringt jetzt nichts 3 Punkte aus Sandhausen sind Pflicht und wie ich unsere Jungs kenne schwer genug.Das Zittern geht weiter.Immer weiter vor.
    Ach übrigens Maik überprüfe doch noch einmal das Datum der Lage.

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