{:de}Interview: James Lawrence{:}{:en}Interview: James Lawrence{:}

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Vor etwas mehr als zwei Monaten endete die Zeit von James Lawrence beim FC St. Pauli. Im Interview mit ihm werfen wir einen Blick auf die vergangenen drei Jahre, seine schönsten und wohl auch seinen enttäuschendsten Moment beim FCSP.
(Titelbild: Peter Böhmer)

James, mich interessiert Dein erster Kontakt zum FC St. Pauli. Hattest Du den Vereinsoffiziellen des RSC Anderlecht gesagt, dass Du wechseln willst? Oder hatten diese Dir die Suche nach einem neuen Verein nahegelegt?

James Lawrence (JL): Als mein erstes Jahr in Anderlecht endete, war die Clubführung nicht glücklich mit den Leistungen in der Saison insgesamt und sie entschieden sich für einen kompletten Neustart. Neuer Sportdirektor, neuer Geschäftsführer, neuer Trainer. Als diese da waren, wurde auch der Kader einmal aufgeräumt und ich war einer der betroffenen Spieler. Vincent Kompany kam als Spielertrainer und wollte als linker Innenverteidiger spielen, wie ich auch. Das ist schon etwas schwierig, wenn der neue Trainer ausgerechnet auf deiner Position spielen will (*lacht). Ich war also offensichtlich nicht erste Wahl und konnte mir ausrechnen, nicht allzu viel Spielzeit zu bekommen. Der Verein teilte mir auch mit, dass sie in der Zukunft nicht mehr mit mir planen würden. Wir brauchten also eine Lösung und das war entweder ein Transfer oder eine Leihe. Der Sportdirektor war Frank Arnesen, der zuvor ja auch beim HSV war. Er kannte daher die Stadt und wusste einiges über den FC St. Pauli und er wusste, dass St. Pauli auf meiner Position suchte. Er kam dann auf mich zu. Ich hatte eine sehr gute Beziehung zu Arnesen, da er immer auf meiner Seite stand. Er sagte mir, dass der FC St. Pauli sehr gut zu mir passen würde.

Hattest Du denn schon vom FC St. Pauli gehört, bevor Dir Frank Arnesen davon erzählte?

JL: Ich hatte zwar von St. Pauli gehört, aber nicht viel mehr als den Namen. Als Arnesen mir sagte, dass es gut passen würde, war das der Moment für mich, mir das genauer anzuschauen. Und so begann ich meine Recherche…

Und was hast Du bei dieser Recherche herausgefunden?

JL: Als Erstes ploppten auf Google die Fans, die Vereinskultur und –werte auf. Ich suchte etwas weiter und es kamen das Stadion, der Stadtteil und die Philosophie hinter dem Verein. Ich schaute mir Videos des Stadions und der Atmosphäre an, stellte fest, dass es eine sehr spezielle Atmosphäre und ein spezielles Stadion ist. Man kann sich nicht darauf vorbereiten, wie es dann tatsächlich ist, aber es kam in den Videos schon recht gut rüber. Ich dachte: „This looks really, really cool!“.

Es ist schon komisch, wie die Umstände deine Überlegungen leiten, denn zum Ende der Vorsaison mit Anderlecht hatten wir eine wirklich schwierige Zeit mit den Fans. Sie waren offensichtlich unzufrieden mit uns. Wir wurden für Fehlpässe oder ähnliches ausgebuht, es war eine wirklich schwierige Beziehung zwischen Fans und Spielern. So war das eines meiner wichtigsten Anliegen: Zu schauen, wie die Fans drauf sind, wie sie reagieren, wie sie sich einbringen und teilnehmen an einem Spiel und wie der Support ausfällt. Das war ein wichtiger Punkt für mich.

Kaum da, schon ein Stadtmeister – wenige Wochen nachdem James Lawrence beim FC St. Pauli anheuerte, gewann er das Derby zuhause mit 2:0.
(c) Stefan Groenveld

Dein erstes Spiel war gegen Holstein Kiel. Du hattest erst wenige Tage mit dem Verein verbracht und gleich getroffen. Was für ein Erlebnis war das?

JL: Es ging alles sehr schnell seit dem ersten Gespräch mit Frank Arnesen. Da die Saison schon lief, wollten das alle auch sehr schnell abwickeln. Also war ich recht schnell unterwegs nach Hamburg und dann war da auch schon das erste Spiel. Es war merkwürdig, denn da war keine Zeit um über alles nachzudenken und es einzuordnen, ich musste spielen und das so gut wie eben möglich. Zwei oder drei Trainingseinheiten hatte ich vorher, das war alles sehr aufregend. In dem Spiel dann zu treffen und die Fans zu hören, die ich vorher auf YouTube angeschaut hatte – das war unglaublich.

Nur ein paar Wochen später ging es in Deine erste Stadtmeisterschaft. Ich kann mir vorstellen, dass das einer der besten Erinnerungen an Deine Zeit beim FCSP ist. Stimmt das?

JL: Ich habe heute früh darüber nachgedacht, weil ich dachte, dass Du mich das wahrscheinlich fragen würdest. Und ja, das erste Derby war „das Eine“. Es war etwas ganz Besonderes, irgendwie unbeschreiblich, dieses Gefühl, das man in der Woche vor dem Spiel hat. Es ist eine ganze Woche voller Spannung, Aufregung und Nervosität. Und auch der Tag des Derbys: Ich habe noch nie so viel Polizei gesehen, so viele Fans auf den Straßen, noch nie so viel Trubel um den Platz und im Stadion. Dann kommt man ins Stadion um sich aufzuwärmen, und alle sind schon auf der Tribüne, alle sind bereit, alle jubeln. Und dann mit St. Pauli das Derby nach so langer Zeit zu gewinnen. Das war einfach unglaublich. Da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Aber auch das Dortmund-Spiel letzte Saison war etwas ganz Besonderes. Es war ein bisschen schade, dass es nicht voll war, aber allein schon wegen der Größe des Spiels gegen eine der besten Mannschaften in Deutschland. Und dann nicht nur das Spiel zu gewinnen, sondern es auch noch zu verdienen. Da rauszugehen und die ersten zehn Minuten so zu spielen, wie wir es getan haben, das war für mich etwas ganz Besonderes.

Bleiben wir in Deiner ersten Saison: Jos Luhukay war der Trainer, und viele Leute sagten, dass er wie ein mürrischer alter Mann wirkte. Wie war es im Inneren?

JL: Ich hatte ein recht gutes Verhältnis zu Jos, denn ich konnte Niederländisch sprechen und er konnte Niederländisch sprechen, so dass wir uns auf dieser Ebene verständigen konnten. Ich glaube, es war die ganze Saison über nicht einfach für ihn, vor allem, wenn es sportlich nicht rund läuft und die Erwartungen höher sind. Er musste sich mit der großen Aufmerksamkeit der Medien auseinandersetzen, und er hat das alles auf sich genommen und versucht, sein Bestes zu geben, um die Mannschaft zu schützen. Sein Verhältnis zu den Spielern war gut, aber ich glaube, dass es innerhalb der Mannschaft gewisse Fraktionen gab, die sich überhaupt nicht mit ihm verstanden haben. Das wird es bei jeder Mannschaft geben, wenn ein neuer Trainer kommt und einige Spieler nicht spielen. Natürlich sind diese Spieler unglücklich. Und ich glaube, das war ein bisschen schwierig, vor allem gegen Ende seiner Amtszeit.

Aber auf mich wirkte Jos sehr warmherzig und offenherzig. Er wollte wirklich das Beste für uns als Gruppe von Spielern. Das haben wir auch daran gemerkt, dass er uns vor den Medien in Schutz genommen hat. Aber irgendwann wurde es zu viel für ihn, und das war der Anfang vom Ende. Aber ich glaube, wie er in den Medien rüberkam, war nicht so, wie er wirklich war. Hinter den Kulissen ist jeder anders, und er hat sich sehr um uns als Gruppe von Spielern gekümmert und wollte wirklich das Beste für uns. Aber ich denke, es war für jeden eine andere Erfahrung.

Du hast auf Leihbasis für den FCSP gespielt – wolltest du nach der Saison zurück nach Anderlecht oder wolltest du bleiben?

JL: Nein, ich wollte bleiben. Zurück nach Anderlecht zu gehen wäre nicht schlimm gewesen, aber nicht ideal für mich. Ich habe sehr gehofft, dass ich nach St. Pauli zurückkehren kann. Ich habe meiner Familie gesagt, dass dies der Verein ist, bei dem ich sein möchte, und wir haben versucht, alles zu tun, um dorthin zurückzukehren.

Am Ende hat es geklappt, du bist zurückgekommen. Aber es hat sich viel verändert – Timo Schultz war der neue Cheftrainer und es kamen viele neue Spieler. Wie hat sich der Charakter des Teams verändert?

Es war ziemlich erfrischend. Es war sozusagen eine neue Chance für alle. Auch die Spieler, die in der letzten Saison nicht zum Zug gekommen sind, haben eine neue Chance bekommen. Ich denke, Timo hat das sehr gut gemacht. Er hat wirklich jedem eine Chance gegeben. Es war egal, was vorher passiert ist oder wie die Entscheidungen des vorherigen Trainers waren. Es war eine Art Neuanfang und das war ein sehr gesundes Umfeld, denn auf einmal war jeder motiviert, gut zu spielen. Es war also sehr erfrischend, wieder hierher zu kommen und diesen neuen Stil und diese neue Ideologie in Bezug auf die Spielweise und die Ziele, die wir als Mannschaft erreichen wollten, zu haben.

In der ersten Hälfte der Saison hattet Ihr als Mannschaft Probleme. Was waren die Gründe dafür?

JL: Ich denke, es war völlig normal, dass wir diese Schwierigkeiten hatten. Ich würde es nicht einmal Schwierigkeiten nennen, sondern einen Anpassungsprozess. Wir mussten uns an eine neue Philosophie, einen neuen Spielstil anpassen. Wir mussten im Grunde ein ganz neues System erlernen. Das brauchte einige Zeit, um sich darauf einzustellen. Und obwohl wir nicht die gewünschten Ergebnisse erzielten, wurden unsere Leistungen immer besser. Wir hatten alle den Glauben, dass wir die Dinge irgendwann zu unseren Gunsten würden drehen können. Es war nicht einfach, wir haben Spiele verloren und es war frustrierend, aber wir haben uns immer wieder auf unsere Entwicklung und die Zuversicht besonnen, dass wir die Dinge zu unseren Gunsten drehen können. Und mit ein paar kleinen Änderungen in der Weihnachtspause fing es plötzlich an, für uns zu funktionieren.

Deutschland, Hamburg, 18.01.2022, Fussball DFB Pokal Achtelfinale 2021 - 2022, FC St. Pauli - Borussia Dortmund im Millerntor-Stadion  Schlussjubel bei er Mannschaft vom FC St. Pauli  - Torwart Dennis Smarsch (FC St. Pauli) - James Lawrence (FC St. Pauli) und Maximilian Dittgen (FC St. Pauli)
Eines der Highlights von James Lawrence: Der Sieg im Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund.
(c) Peter Böhmer

Der Trainerstab, insbesondere die Assistenztrainer Loïc Fave und Fabian Hürzeler, legen den Schwerpunkt auf die individuelle Entwicklung der Spieler. Würdest du sagen, dass du dich als Spieler während deiner Zeit beim FC St. Pauli verbessert hast?

JL: Ich denke, ich habe viel gelernt. Das Gute an Loïc und Fabi war, dass sie neue und frische Ideen, neue Trainingsmethoden und neue Vorgehensweisen mitgebracht haben, was man nur mit einer jüngeren Generation von Trainern erreicht. Das war eine sehr gute Sache. Ich will nicht sagen, dass es immer funktioniert hat, denn das hat es nicht, es war immer ein ‚hit and miss‘, weil einige Dinge auch Experimente waren. Für mich war es eine sehr positive Sache, weil ich dadurch etwas lernen konnte, und ich denke, dass ich mich als Spieler auf jeden Fall weiterentwickelt habe, vor allem taktisch in diesem neuen System.

Als du für den FC St. Pauli gespielt hast, wurdest du auch ein paar Mal für die walisische Nationalmannschaft nominiert. Die Europameisterschaft hast du allerdings wegen einer Muskelverletzung verpasst. War das eine der härtesten Erfahrungen als Profifußballer bisher?

JL: Wir befanden uns in einem Trainingslager in Portugal und es lief wirklich gut. Es sah gut aus für mich und meine Rolle in der Mannschaft. Beim letzten Training in Portugal haben wir ein 11-gegen-11 gespielt, was ziemlich anstrengend war. Ich habe mich während des Spiels gut gefühlt und wir sind danach in den Pool gestiegen, um unsere Muskeln abzukühlen. Als ich aus dem Pool kam, spürte ich, dass meine Wade sehr angespannt ist. Der Physiotherapeut meinte, wir sollten am nächsten Tag zurückfliegen, um das überprüfen zu lassen. Wir flogen also an einem Sonntag zurück nach Wales. Ich musste eine vierstündige Fahrt nach London auf mich nehmen, um einen MRT-Scan zu machen. Am selben Tag wurde auch der Kader bekannt gegeben. Ich war im Kader, wie ich erwartet hatte und war sehr glücklich. Auf dem Rückweg nach Wales rief mich der Arzt an und sagte mir, dass es sich um einen kleinen Muskelfaserriss handelt, der mich etwa sechs Wochen außer Gefecht setzen wird. Ich habe die ganzen zwei Stunden zurück nach Wales geweint. Es war furchtbar für mich. Ich habe versucht, einen Weg zu finden, trotzdem zu spielen, habe mit Trainern und Betreuern gesprochen, aber sie wollten keinen größeren Riss riskieren und brauchten Spieler, die komplett fit waren. Also musste ich mich von allen verabschieden und das Camp verlassen, weil sie einen anderen Spieler einberufen wollten. Das hat mir komplett das Herz gebrochen. Das ist wahrscheinlich eines der schlimmsten Gefühle, die man als Profisportler haben kann. Ich hasse es, auf der Tribüne zu sitzen, ich schaue nicht gerne zu, weil ich dort das ganze Spiel über ein nervöses Wrack bin und das habe ich auf dem Spielfeld überhaupt nicht. Es war also wirklich hart für mich die Europameisterschaft zu verpassen, selbst das Anschauen im Fernsehen war hart.

Kommen wir zurück zu Deiner Zeit beim FC St. Pauli: Wie besonders war es für Dich, für einen Verein zu spielen, der eine ganz klare Ethik und entsprechende Werte hat?

JL: Es ist etwas ganz Besonderes. Es gab in der Vergangenheit Zeiten, in denen ich für Vereine gespielt habe und gar nicht gemerkt habe, was für ein Glück ich damals hatte. Ich glaube, bei St. Pauli habe ich gemerkt, wie glücklich ich war. Es war etwas ganz Besonderes für mich, einen Verein zu haben, mit dem ich in gewisser Weise mit allem einverstanden war. Ich habe mir alles angeschaut, was St. Pauli macht, das ganze soziale Engagement, die Statements, die Veränderungen, die die Fans versucht haben durchzusetzen und dachte: ‚Das ist einfach genial!‘. Es war eine Ehre für mich, daran beteiligt zu sein, Teil der Veränderung sein zu dürfen, die Fans vornehmen, die Dinge, die sie in der Gesellschaft vorantreiben. Ich hatte schon immer einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit, seit ich klein war. Und ich denke, dass meine Wertvorstellung vollkommen mit der des FC St. Pauli übereinstimmt, deshalb war es für mich etwas ganz Besonderes.

Und jetzt, nach drei Jahren, ist Deine Zeit beim FC St. Pauli zu Ende. Einige Deiner Kollegen, oder besser gesagt, einige Leute aus dem Umfeld Deiner Kollegen sagten, dass die Kommunikation über die Nicht-Verlängerung der Verträge beim FCSP nicht fair war. Wie war das für Dich?

JL: Sie haben Recht, es war nicht fair. Ich kann nur über meine Erfahrungen sprechen und darüber, was ich durchgemacht habe. Ich habe zwei Tage vor Ende der Saison erfahren, dass mein Vertrag nicht verlängert wird. Wir hatten im Winter Gespräche geführt und meinem Agenten wurde signalisiert, dass mein Vertrag verlängert werden würde. Es gab eine Klausel in meinem Vertrag, die besagte, dass ich automatisch eine einjährige Verlängerung bekommen würde, wenn ich während der Saison eine bestimmte Anzahl von Spielen bestreiten würde. An Weihnachten sah es so aus, als würde ich diese Anzahl von Spielen schaffen. Damals wurde mir mitgeteilt, dass man davon ausgeht, dass ich diese Anzahl von Spielen absolvieren werde. Falls nicht, wollten sie mich trotzdem für die nächste Saison haben. Sie signalisierten ‚Egal, was passiert, wir wollen den Vertrag verlängern‘.

In den folgenden sechs Monaten gab es dann wenig bis gar keine Kommunikation. Wir haben versucht, in Kontakt zu treten, aber es kam einfach keine Antwort. Ich weiß, dass ich nicht der Einzige war, das ist vielen Spielern passiert. Zwei Tage vor dem letzten Spiel erfuhr ich dann, dass mein Vertrag nicht verlängert werden würde.

Ich glaube, es gab eine Menge Frustration bei den Spielern, was die Kommunikation angeht. Meiner Meinung hätten sie einfach mit uns reden müssen. Wenn sie es nicht wissen, ist das in Ordnung, aber dann sollten sie wenigstens das kommunizieren. Wenn sie gesagt hätten: „Wir wissen es noch nicht, ihr könnt euch nach anderen Optionen umsehen“, dann wäre das in Ordnung gewesen, aber das haben sie nicht getan. Wir wurden sozusagen in einer Grauzone zurückgelassen. Wir wussten nicht, wo wir in der nächsten Saison sein würden, ob wir noch in Hamburg leben würden oder nicht. Wir haben alle Wohnungen, es gab Spieler mit neugeborenen Kindern, Familien, Töchtern. Meiner Meinung nach hätten wir hier ein bisschen mehr Respekt verdient. Nicht nur, weil wir noch für St. Pauli spielten, sondern auch für alles, was wir dem Verein gegeben haben. Ich finde es wirklich sehr schade, um ehrlich zu sein. Ich habe vorhin gesagt, dass ich einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe und große Probleme damit habe, wenn etwas nicht fair ist, und für mich war es wirklich nicht fair. Es gab einige Spieler, die nicht einmal am Saisonende erfahren haben,wie es weitergeht. Sie hatten keine Gelegenheit, sich von den Fans zu verabschieden. Ein Spieler hat es über die sozialen Medien erfahren. Das ist wirklich eine Schande.

HANNOVER, GERMANY - SEPTEMBER 11: James Lawrence of Hamburg during the Second Bundesliga match between Hannover 96 and FC St. Pauli at HDI-Arena on September 11, 2021 in Hanover, Germany.
James Lawrence und der FC St. Pauli – das passte!
(Frederic Scheidemann/Getty Images/via OneFootball)

Du warst schon bei vielen Vereinen, auch während deiner Jugendkarriere. Hast Du so etwas schon einmal erlebt?

JL: Ich habe es schon einmal erlebt, aber nicht in einem so großen Ausmaß, mit so vielen Spielern gleichzeitig. Ich habe es schon einmal erlebt, dass Spieler in Grauzonen ohne Kommunikation gelassen wurden. Aber bei St. Pauli liefen am Ende der letzten Saison sehr viele Verträge aus. Das ist aber auch aus Vereinssicht schwierig. Man muss so viele verschiedene Entscheidungen treffen, man muss mit vielen Leuten reden.

Normalerweise würde ich sagen, wenn man als Spieler oder als Berater nicht kurz vor Vertragsende von den Vereinsverantwortlichen gehört hat, sollte die Situation ziemlich klar sein. Stimmt das nicht?

JL: Nein, denn bis zu den letzten Spielen haben wir um den Aufstieg gekämpft. Wir wussten nicht, was das Problem war. Vielleicht war es ein Geldproblem und wenn man aufgestiegen wäre, hätte das kein Problem mehr sein sollen. Vielleicht haben sie auch gedacht, wenn wir aufsteigen haben die Spieler nicht die Qualität, um in der ersten Liga zu spielen, während sie, wenn wir in der zweiten Liga bleiben, einige Verträge verlängern wollten. Ich denke, in dieser Situation war es für den Verein nicht einfach, denn es gab verschiedene Faktoren – aber gleichzeitig musste man sich auf die Spiele und die Leistung konzentrieren. Es war eine Situation mit all dem, was hinter den Kulissen ablief, in der man als Mannschaft eigentlich aufgeregt und hoch motiviert sein sollte, in der man alles tun sollte, um aufzusteigen – aber im Hinterkopf hatte man eben auch diese unklare Situation. Es ist hart, aber wir sind Profis, wir müssen das beiseiteschieben und unser Bestes geben. Das können wir tun, aber ich glaube nicht, dass es möglich ist, diese Gedanken völlig auszublenden. Ich denke, dass sowas immer ein paar Prozent ausmachen wird. Wir können sagen, dass es unsere Leistungen nicht beeinträchtigen sollte, aber realistisch betrachtet, wird es das natürlich doch. Es ist kein großer Leistungsunterschied, wir reden hier über winzige Anteile, aber es wird einen Effekt gehabt haben.

Ich denke, wir alle verstehen, wie der Fußball funktioniert und ich kann natürlich nicht für alle sprechen. Aber wenn der Verein zu mir gekommen und gesagt hätte: „Hör mal, wir planen nicht mit dir für die nächste Saison. Wir wollen den nächsten Schritt gehen, wir wollen ein neues Gesicht holen, jemand jüngeres, jemand mit anderen Fähigkeiten als du“, dann würde ich aus verschiedenen Gründen sagen: „Vielen Dank, meine Zeit hier war wirklich toll. Ich werde bis zum Ende der Saison mein Bestes geben“. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Erstens, weil ich persönlich so bin. Zweitens, weil ich den Verein liebe und ihm den größtmöglichen Erfolg wünsche. Und drittens, weil ich einen neuen Verein finden muss, mich fit und bereit zeigen muss, zeigen, dass ich auf hohem Niveau spielen kann, weil ich zum bestmöglichen Verein gehen möchte. Und natürlich, wenn ich von einem Verein komme, der in der letzten Saison sehr erfolgreich war, z.B. in die Bundesliga aufgestiegen ist, dann hat man auf dem Transfermarkt ein ganz anderes Gesicht. Es gibt also genug Gründe, warum es für mich kein Problem gewesen wäre, das zu hören, und ich denke, für viele andere Spieler auch. Es wäre auch in Ordnung gewesen, wenn sie uns gesagt hätten, dass sie es noch nicht wissen. Das Schlimmste für die Spieler war, einfach nichts zu wissen.

James, es ist jetzt zwei Monate her, dass die Saison zu Ende ging. Was hast du in der Zwischenzeit gemacht?

JL: Ich habe mir eine Auszeit genommen, ein paar Wochen. Ich war in London, habe meine Familie, meinen Bruder und einige Freunde besucht. Ich war… also, wie viel willst du über meinen Urlaub hören (*lacht)?

Im Grunde alles!

JL: Ich war wandern, im Norden Englands. Ich wollte aktiv in der Natur sein, einfach den Kopf frei bekommen und ein bisschen loslassen. Es war wirklich wunderschön. Dann kam ich zurück nach Amsterdam, wo meine Eltern leben. Ich war hier bei ihnen, und ich habe hier ein performance team, zu der ich normalerweise in jeder Sommer- oder Winterpause gehe, wenn ich Verletzungen oder ähnliches habe. Sie haben mich auf die neue Saison vorbereitet. Ich arbeite jetzt seit etwa sechs Wochen mit ihnen zusammen. Es ist wirklich gut, denn es gibt viele andere Profifußballer, die in der Pause dort trainieren. Wir haben ein sehr hohes Fußballniveau. Donyell Malen war zum Beispiel drei Wochen lang dort. Ich habe das also in den letzten Wochen gemacht, mich fit gehalten und mich auf die nächste Herausforderung gefreut.

Jetzt geht es darum abzuwarten, auf die Dinge zu warten, die auf einen zukommen. Ich glaube, ich habe schon etwa neun Angebote abgelehnt, ich warte auf etwas passendes, auch wenn es jetzt ein bisschen spät wird. Das ist der Punkt, an dem ich jetzt bin. Braucht St. Pauli noch einen linken Innenverteidiger? (*lacht)

Im Ernst: Es war nicht einfach in den letzten Wochen und auch ein bisschen stressig, aber ich habe gute Optionen auf dem Tisch und ich hoffe, dass sich die Dinge ziemlich schnell ändern.

James, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast! Wir wünschen dir alles Gute!

// Die Fragen stellte Tim

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A bit more than two months ago, the time of James Lawrence at FC St. Pauli ended. Together with him we are looking back at his three years at FCSP, watching the highlights, but also the lowlight.

James, I’m interested in the first contact with FC St. Pauli: Was it you who said to club officials at RSC Anderlecht that you want to leave or had Anderlecht officials told you that you need to find a new club?

As my first year in Anderlecht ended, the board were not happy with the performance of the season and they decided to completely refresh everything, so a new sport director, new technical director, new manager. And when they came in there was a big clean-out of everyone who was there before and I was one of those players. It was Vincent Kompany who came in and he wanted to be a player manager and he was playing left centre-back, like me. It’s a little bit tough when a new manager comes in who also happens to play your position (*laughs). I was obviously then not the first choice and I knew that I will not get a lot of game time and the club said, that they are not planning with me in the future. We needed to find a solution and that was either a transfer to a new club or a loan. The sport director at that time, Frank Arnesen, had a past with HSV. He knew the city, he knew a lot about St. Pauli due to his time in Hamburg and he knew that St. Pauli was looking for a left centre-back. He was the one who came to me. I actually had a very good relationship with Frank Arnesen as he was always on my side with things and he said to me that FC St. Pauli could be a very good fit for me.

Have you heard about FC St. Pauli before Frank Arnesen told you about the club?

I heard of St. Pauli before, but never knew anything deeper than the name. Once he (Frank Arnesen) said to me this could be a good fit for me, that was the moment I had a look into it. Then I started doing my research…

And what have you found during your research?

The first thing that popped up on Google was the fans, the club culture and ethics. Then I researched a bit deeper and then there was the stadium, the part of the town where St. Pauli is based and the philosophy behind the club. I was watching videos of the stadium and the atmosphere, noticed that it is a very special atmosphere to play in. You can’t prepare for it how it is in real life, but it does come across very well in videos. I was thinking ‘this looks really, really cool’.

In a way it’s kind of funny how the circumstances lead your mind, because at the end of the previous season with Anderlecht we had a really difficult time with the fans. They were obviously really unhappy with us. We were get booed for making a wrong pass or things like that, it was a really tricky relationship between players and fans. In a way this was one of my most important things: To watch the fans, how they reacted, how they were involved and engaged in the game and their level of support during the game. This was a big factor for me.

Your first match was against Holstein Kiel. You spent just days at the club and scored directly. What kind of experience was it?

It happened very fast from the moment Frank Arnesen told me about the interest of St. Pauli. As the season already started everyone wanted to hurry things up. Within a few days I was on my way to Hamburg and then the first game came up. It was weird, because there was no time for me to think about all of it, there was no thought-process, I just had to play this game and do the best I can. I had two or three training sessions with the team, it was all very exciting. And then be able to score and to hear that crowd I had been watching on youtube, that was incredible.

James Lawrence, a ‚Stadtmeister‘!
(c) Stefan Groenveld

Just a few weeks later you have played your first Stadtmeisterschaft. I would expect that this could be one of your best memories while playing for St. Pauli. Was it?

I was thinking about this earlier today, because I thought that you would probably ask me that. And yes, the first Derby was the one. It was extremely special, kind of indescribable, the feeling that you get before the game in the week before. It is a whole week of tension, excitement and nervousness. And also the day of the Derby: I’ve never seen so much police, so many fans on the streets, never seen that kind of buzz around the ground and in the stadium. Then you get to the game for the warm-up and everyone is already in the stands, everyone is ready, everyone is cheering. And then to win with St. Pauli the Derby after such a long time. That was just amazing. I get goosebumps when I’m thinking of it now.

But also the Dortmund game last season was hugely special. It was kind of a shame, because it was not a full house, but just because of the size of that game, playing against one of the top teams in Germany. And then not only to win the game, but also to deserve it. To go out there and play the first ten minutes like we did, that was really special for me.

Let’s stay in your first season: Jos Luhukay was the manager and on the outside there were a lot of people who said he acted like a grumpy old man. How was it on the inside?

I had a quite good relationship with Jos, cause I could speak Dutch and he could speak Dutch, so we had a communication on that level. I think it wasn’t easy for him throughout the entire season, especially when you are struggling and the expectations are higher. He had to deal with a lot of media attention and he was taking that all on himself, trying his best to shelter the team. So his relationship with the players was good, but I think there were certain kind of factions within the team, that did not get on well with him at all. You gonna have that with every team, when a new manager comes in and some players are not playing. Of course, those players are unhappy. And I think this was a little bit rocky, especially towards the end of his tenure.

But to me Jos was kind of warm and open-hearted. He really wanted the best for us as a group of players. We kind of saw that through the fact, that he was kind of protecting us in front of the media. But then there was a point when it became too much for him to handle and that was the beginning of the end. But I think how he came across the media was not really how he was. Behind the scene everyone is different and he was very caring and passionate about us as a group of players and really wanted the best for us. But I think it was a different experience for everyone.

You played on loan for FCSP – Do you wanted to go back to Anderlecht after the season or do you wanted to stay?

No, I wanted to stay. Going back to Anderlecht was not sad, but not ideal for me. I was pretty much hoping that I would be able to get back to St. Pauli. I said that to my family that this is the club where I want to be and we tried to make everything possible to get back there.

It worked out at the end, you were coming back. But a lot of things had changed – Timo Schultz was the new head coach and a lot of new players arrived. What has changed in terms of character?

It was quite refreshing, kind of a new chance for everyone. Even the players who have been left out in the season before had a new chance. I think Timo did that very well. He really gave everyone a chance. There was no judgment what happened before or what the previous coach’s decision were. It was kind of a clean slate and that was a very healthy environment to be in, because out of a sudden everyone was motivated to play well. So it was very refreshing to come back in and have this new style and ideology in terms of playing an in terms of what we wanted to achieve as a team.

You as a team were struggling at the first half of the season. What were the reasons for it?

I think it was completely normal, that we were struggling. I even wouldn’t call it struggling, I would say adapting. Adapting to a new philosophy, a new playing style. We were basically relearning a whole new system. That took some time to adjust to it. And even though we weren’t getting the results, our performance got better and better. We all had a kind of faith that we can turn around the things for us at some point. It wasn’t easy and we lost games and it was frustrating, but we always got back to our process and the confidence, that we can turn things for us. And with a couple of little tweaks over the Christmas break all of a sudden it just started working for us.

Deutschland, Hamburg, 18.01.2022, Fussball DFB Pokal Achtelfinale 2021 - 2022, FC St. Pauli - Borussia Dortmund im Millerntor-Stadion Schlussjubel bei er Mannschaft vom FC St. Pauli - Torwart Dennis Smarsch (FC St. Pauli) - James Lawrence (FC St. Pauli) und Maximilian Dittgen (FC St. Pauli)
Another special moment: Winning against Borussia Dortmund!
(c) Peter Boehmer

The coaching staff, especially the assistant coaches Loic Fave and Fabian Hürzeler, are having a focus on player development. Would you say that you as a player improved at your time at FC St. Pauli?

I think I have learned a lot. The good thing about Loic and Fabi was that they brought new and fresh ideas, new ways of training and new ways of doing things, what you only get with a younger generation of coaches. That was a very good thing. I’m not gonna say it always worked as it didn’t, but it was always a ‘hit and miss’, because some of the things were also experiments. For me it was a very positive thing as it allowed me to learn things and I definitely think I developed as a player, especially tactically in the new system.

When you played for FC St. Pauli you also got nominated a few times for the Welsh national team. However, you’ve missed the European Cup due to a muscle injury. Was this one of the hardest experiences as professional football player so far?

We were out on a training camp in Portugal, it was going really well. Things were looking positive for me and my role in the team. In the last training in Portugal, we did an 11vs11. It was pretty intense. I felt fine during the game and we went to the pool afterwards to cool our muscles down. I got out of the pool an felt that my calf is really tight. The physio said that we will fly back the next day to get it checked out, so we flew back to Wales. It was a Sunday, so, I had to make a four-hour drive to London to get an MRI-scan. At the same day the squad was being announced. I was in the squad, like I expected and was very happy. On the way back to Wales the doctor called me and told me it’s a small torn muscle fiber, which will put me out for about six weeks. I cried the whole two hours back to Wales. It was horrible for me. I tried to find a way to still play, have spoken with coaches and staff, but they don’t wanted to risk a bigger tear and needed players who were completely fit. So, I had to say goodbye to everyone and leave the camp, because they were calling up another player. It was very heartbreaking for me. It’s probably one of the worst feelings you can get as a sports professional. I hate sitting in the stands, don’t enjoy watching it as I’m a nervous wreck there for the whole game and I don’t have that on the pitch at all. So, it was really tough for me to miss the European Cup, even watching it on TV was hard.

Let’s come back to your time at FC St. Pauli: How special was it for you to play for a club, which has quite clear ethics and values?

It is completely special. There have been times in the past where I played for clubs and haven’t really realized how lucky I was at the time. I think with St. Pauli I realized how lucky I was. It was very special for me to have a club I kind of agreed with everything. I looked at everything that St. Pauli did, all the social outreach, the statements, the change that the fans tried to implement and thought ‘That’s just brilliant!’. It was an honor for me to be involved in it, to be allowed to be part in the change that they are making, the things they are pushing forward in society. I always have a very strong sense of justice since I was little. And I think that the way I feel about things completely aligned with St. Pauli, so it was really special for me.

And now, after three years, your time at FC St. Pauli ended. Some of your colleagues, or better, some people surrounding your colleagues said that the communication about ending contracts at FCSP was not fair. How was it for you?

They are right, it was not fair. I can only speak about my experience and what I went through. I heard two days before the end of the season that my contract wasn’t gonna be extended. We had talks in the winter and the indication given to my agent was that my contract would be extended. There was a clause in my contract said if I play a certain number of games during the season, I would get an automatic one-year extension. At Christmas it looked like I was able to make this number of games. The communication to me then was, that they fully expect me to do the number of games. However, if not, they still want to have me next season. It was kind of ‘no matter what happens, we want to extend the contract’.

Then, throughout the next six months there was little to no communication. We tried to get in contact, but there was just nothing. I know I wasn’t the only one, it happened to a lot of players. And then two days before the last game I finally heard, that my contract wasn’t to be extended.

I think there was a lot of frustration with the players in terms of communication. In my opinion they should have just speak to us. If they don’t know, fair enough, but communicate that at least. If they would have communicated ‘We don’t know yet, feel free to look for other options in case’, fair enough, but they haven’t. We were kind of left in a very grey area. We were not knowing where we are going to be next season, whether or not we would still be living in Hamburg. We all have apartments, there were players with new born children, families, daughters. In my opinion we deserved a little bit more respect here. Not only for the fact, that we were still players for St. Pauli, but also for everything we gave the club. So, I think it was a real shame, to be honest. I said earlier that I have a very strong sense of justice and have a lot of problems when things aren’t fair and to me it really wasn’t fair. There were some players that didn’t hear even after the season ended, they didn’t get a chance to say goodbye to the fans. One player found out from social media. It’s really a shame.

HANNOVER, GERMANY - SEPTEMBER 11: James Lawrence of Hamburg during the Second Bundesliga match between Hannover 96 and FC St. Pauli at HDI-Arena on September 11, 2021 in Hanover, Germany.
James Lawrence and FC St. Pauli – that was a perfect fit!
(Frederic Scheidemann/Getty Images/via OneFootball)

You’ve been to a lot of clubs already, also during your youth career. Have you ever experienced something like this?

I witnessed it before, but not on such a big scale, with so many players at the same time, but I have seen it before, when players were left in grey areas with no communication. But at St. Pauli there were a lot of contracts running out at the end of last season. That is also tough from a club point of view a you have to make so many different decisions, it’s a lot of people to talk to.

Usually, I would suggest if you as a player or as his agent haven’t heard from club officials short before your contract ends the situation should be quite clear. Isn’t it?

No, because up until the last games we were fighting for promotion. We didn’t know, what the problem was. Perhaps it was a problem of money and if you get promoted then this shouldn’t be a problem any longer. It could have been that if we get promoted that they thought players are not having the quality to play in the first league, whereas if we stay in the second league, they wanted to extend some contracts. I think in this situation it wasn’t simple for the club, because there were different factors, but at the same time you still had to concentrate on playing and performing. It was a tricky situation with all that behind the scenes and where you as team should be excited and highly motivated doing everything possible in order to get promoted, but in the back of your mind you were thinking about the situation. It’s tough, but we are professionals, we have to put this on the side and perform at our very best level. We can do that, but I don’t think it’s possible to completely rule out those thoughts. So, I think this always will take a few percent. We can say this shouldn’t affect our performances, but to be realistic, of course it will. It’s not a big difference of performance, we are talking about very small margins, but there will be an effect.

I think we all understand how the football works and I can’t speak for everyone of course. But if the club had turned around to me and said ‘Look, we’re not gonna plan with you next season. We want to move on, we want to get a fresh face in, someone younger, someone with different abilities than yours’, then, for a number of reasons I would say ‘Thank you very much, my time here has been really great. I’m gonna give my absolute all until the end of the season’. There is a number of reasons for that. Firstly, because that’s how I am personally. Secondly, because I love the club and want the club to have all the success possible. And thirdly, because I need to find a new club, need to show myself to be fit and ready to play on a high level, because I want to go to the best club possible. And of course, if I would come from a club that had a very successful last season, like promotion to Bundesliga, that gives you a completely different persona on the transfer market. So, there are enough reasons why it wouldn’t have been an issue for me to hear that and I think for a lot of other players as well. It would have been also fine if they would have told us that they don’t know yet. The worst for the players was to simply not knowing.

James, it’s two months ago, that the season ended. What have you done in the meantime?

I took some time off, a couple of weeks. I went to London, saw my family, saw my brother, some friends. I went… so how much you want to hear about my holiday (*laughs)?

Basically everything!

I went hiking actually in the north of England. Be active in the nature, just to free my mind and let go a little bit. It was really beautiful. Then I came back to Amsterdam where my parents are based. I’ve been here with them and I have here a performance team who I go to usually every off-season, whenever I have injuries or things like that. They prepared me for the new season. I’ve been working with them for about six weeks now. It’s really nice actually, because there are a lot of other professional footballers who come to them during the off-season. We get a very good level of football there. For example, Donyell Malen was there for three weeks. So, I’ve been doing that for the past few weeks, keeping myself fit and looking forward to the next challenge.

Now it’s kind of waiting for things that are coming for you. I think I’ve rejected about nine clubs already, but I’m waiting for the perfect fit, even if it’s getting a little bit late now. That’s where I am now. So, St. Pauli needs a left centre-back? (*laughs)
It’s been not easy the past few weeks and also been a bit stressful, but I have good options on the table and I’m hoping that things will happen pretty quickly.

James, thank you so much for your time! We wish you all the best!

// questions were asked by Tim

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13 thoughts on “{:de}Interview: James Lawrence{:}{:en}Interview: James Lawrence{:}

  1. Moin Tim,
    Vielen Dank für das im Nachhinein geführte Interview mit James. Menschlich einfach top, spielerisch auch nur für unsere Fussballphilosophie wohl zu alt und verletzungsanfällig? Gerne mehr davon.

  2. Auch von mir großes Lob für das Interview, auch wenn mein Herz blutet.
    Menschlich hat so viel mit Sir James gepasst & für mich sind solche Spieler im Kader mehr wert als der größtmögliche sportliche Erfolg.
    Abermals die Kritik an der sportlichen Leitung zu lesen, ist zwar nicht schön, aber nötig! Der Blick als treuer Anhänger ist oft getrübt, gerade wenn ein Trainer aus den eigenen Reihen das Gesicht der sportlichen Leitung ist.
    Ein Umbruch mag nötig gewesen sein, aber nicht so. Ich hoffe, dass wir als Basis des Vereins in Zukunft mehr Druck aufbauen, Bedenken äußern, etc.

    Nochmals danke für das spannende Interview!

  3. Hearing this from James (and I see no reason to doubt what he says is true) kind of makes me see Oke Göttlich and his recent interview on the Abendblatt podcast in a different light. Oke kept banging on about how different we supposedly are as a club, that people working for the club need to be treated with respect, that communication needs to be open and clear… but there was apparently nothing of all that just a few weeks ago. And this hasn’t been the first season players speak up about not being treated with respect by the club.

    So at what point’s anyone gonna have a word with Bornemann?

  4. Danke Tim, für das wirklich gelungene Interview.
    Die Ehrlichkeit von James erschlägt einen ja fast. Und lässt einen auch enttäuscht wegen der Rolle des FCSP zurück.
    Klar, Fußball ist Geschäft und einen zeitnahe Umstrukturierung der Mannschaft war und ist notwendig. Aber ich finde, dass es mit den viel beschworenen Werten des FCSP nicht zusammenpasst, wenn man mit Menschen so umzugehen scheint.
    Das sollte aufgearbeitet werden.

  5. Vielen Dank für das tolle Interview. Ich finde es richtig, sehr kritisch mit dieser internen Kommunikation umzugehen. Dennoch ist es für die Verantwortlichen nicht einfach zu kommunizieren, denn alles geht direkt an die Presse und bringt dann doch Unruhe. Hätte man das in der Winterpause offener angesprochen, dass man im Sommer neu plant egal ob 1. oder 2. Liga, wäre es noch möglich gewesen. Irgendwann war der Zeitpunkt dann zu riskant, um nicht noch mehr Unruhe nach den schlechten Ergebnissen reinzubringen. Das hätte man dann schnell so hingedreht, dass der FC schon für die 1. Liga plant.

    Klar gab es da Versäumnisse und man hätte möglicherweise offener über eine noch nicht möglichen Entscheidung sprechen müssen. Aber dann jeden einzelnen Spieler, der noch keine Verlängerung erhalten hat, bei Transfermarkt.de mit 5 Gerüchten wiederzufinden, ist dann auch nicht das, was man benötigt um sportlich erfolgreich zu sein. Ist und bleibt in dem Geschäft eine Gratwanderung und das muss jedem Profi bewusst sein.

  6. Wow, was für ein Interview! Was für eine Offenherzigkeit! Was für ein Typ!

    Mit Blick auf die Kommunikation sollte Bornemann wirklich einmal in sich gehen, auch wenn Lawrence hier natürlich letzten Endes bloß die Spielersicht wiedergibt.
    Wenn Bornemann in der umgekehrten Situation, z.B. bei einer Nichtverlängerung Paqaradas, sich am Saisonende vor die Fans stellen und sagen würde: „Tja, wir wussten bis zuletzt nicht, ob es nicht doch noch klappt und deshalb haben wir uns nicht nach einem neuen LV umgesehen“ – dann wäre er wohl seinen Job los.
    Mit Ungewissheiten umzugehen, gehört nun einmal zum Leben eines Fußballprofis dazu und Tims Argumente halte ich diesbezüglich für valide. Wenn man nichts vom Verein hört, dann sollte man sich ungeachtet der Umstände nach einem neuen Arbeitgeber umsehen (als jemand, der selbst nur mit Zeitverträgen arbeitet, kenne ich die Situation zur Genüge). Dass man unter bestimmten Umständen möglicherweise dennoch im Verein bleiben kann, ist ja so oder so nicht mehr als eine Option. Übrigens ja auch eine der wenigen Gründe, weshalb es Spielerberater vielleicht doch zu recht gibt. Wer, trotz der von Lawrence selbst beschriebenen Unsicherheiten, nur auf die Karte „St. Pauli“ gesetzt hat, der sollte sich auch einmal an die eigene Nase fassen. Denn, wäre es wahr, wäre es nicht gerade ein Ausweis professionellen Verhaltens. Ich meine, da schwingt auch viel Frust mit, weil die Spieler gerne geblieben wären.

    Was freilich bleibt, ist die Frage, ob ein bloß professionelles Verhalten nicht doch einfach zu wenig für unseren Verein ist, wie in den Kommentaren ja auch mehrfach moniert. Und natürlich Lawrence viel Freude an seiner neuen Station Nürnberg zu wünschen.

    1. Um die Einseitigkeit der Spielersicht noch einmal zu unterstreichen:

      „Mit etwas Bitterkeit blickt der Defensivspieler auf das unschöne Ende bei seinem langjährigen Klub zurück, wo ihm erst vier Tage vor dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison mittgeteilt wurde, dass seine Zeit bei den „Kiezkickern“ vorbei ist und es auch davor keine Verhandlungen zu einer möglichen weiteren Zusammenarbeit gab. „Letztendlich habe ich es erst da erfahren, aber ich habe bereits im Februar/März entschieden, dass es für mich unabhängig von der Entscheidung des Vereins dort nicht weitergeht. Wir wollten auch so oder so etwas Neues sehen. Dass es letztendlich so abgelaufen ist mit St. Pauli war etwas Schade für mich nach der ganzen Zeit, aber das ist der Fußball. Vom Kopf her war ich schon länger bereit für eine neue Aufgabe. Diesen Schritt zu setzen war nicht nur seit drei Wochen erst in meinem Kopf, sondern das war ein längerer Prozess“, legt Ziereis dar.“

      Aha – „schade, dass es so abgelaufen ist“, obwohl Ziereis seit Monaten (!) wusste, dass er seinen Vertrag nicht verlängern würde… von Reue, dass er dem Verein dies nicht mitgeteilt hat, keine Spur.

  7. Ein wirklich schönes Interview mit James. Danke dafür, Tim.

    Sportlich und von seiner Verletzungsanfälligkeit kann ich die Entscheidung des Vereins verstehen, dass der Vertrag nicht verlängert wurde. Aber um den Typen und Menschen James Lawrence ist es sehr schade, der passte wirklich gut zu uns.

  8. Ich fand das Interview mit James auch klasse. Er ist ein klasse Typ. Auch wenn viele jetzt zusammenzucken, muss ich trotzdem sagen, dass ich den Verein sehr gut verstehen kann. Was die Spieler nicht sagen, ist, dass es auch immer um ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen geht.

    Betrachten wir die Situation ganz nüchtern:
    Ein Arbeitnehmer, der auch deswegen nur befristete Verträge eingeht, weil er sich weiterentwickeln und noch bessere Optionen/Gehälter in der Zukunft erspielen könnte, dabei in der Gesamtbevölkerung ohnehin schon zu den absoluten Topverdienern gehört, beschwert sich über die folgende Tatsache:
    – im Winter, als sein Verein unangefochten auf dem ersten Platz gestanden hat, was eine Vervielfachung des Spielerbudgets in der nächsten Saison bedeutet hätte, wurde ihm signalisiert, dass sein Vertrag verlängert wird
    – Als dann in der Rückrunde der Erfolg ausblieb, der Aufstieg verpasst wurde (was die finanzielle Situation plötzlich deutlich anders aussehen ließ) und er noch dazu aufgrund seiner Leistungen aus dem Kader verdrängt wurde(!), hat ihm der Verein mitgeteilt, dass der Vertrag leistungsbedingt nicht verlängert wird.

    Dass er dann noch sagt, dass er bei einer offenen Kommunikation über das geplante Vertragsende, sich mehr angestrengt hätte, um sich ins Schaufenster zu stellen, ist – sorry- leider nochmal die ganz falsche Einstellung. Die Reaktion des Vereins ist für absolut nachvollziehbar.

    Man kann die Diskussion auch von der anderen Seite aufziehen:
    Es ist ja unser Verein. Machen wir doch die Rechnung: Sind wir 30.000 Mitglieder bereit, unsere Mitgliedsbeiträge um 20 EUR pro Jahr zu erhöhen, damit James ein weiteres Jahr als Ergänzungsspieler mit 500k Jahresgehalt plus Nebenkosten mit dabei sein darf?

    Sorry, James, Du bist ein feiner Kerl. Es tut mir leid, dass es für Dich nicht weitergeht beim FC St. Pauli. Aber wenn Deine wirtschaftlichen Interessen nicht mehr mit denen unseres Vereins zusammenpassen, muss man sich leider trennen. Das ist so im Geschäftsleben und das muss auch beim FC St. Pauli so sein. Es wäre trotzdem besser, wenn der Verein es schaffen würde, dies auf eine wertschätzende und vor allem nachvollziehbare Art und Weise zu kommunizieren, aber hinter der sachlichen Entscheidung stehe ich. Es ist schemrzhaft, aber richtig, dass der Verein inzwischen mit der nötigen Rationalität handelt.

    Forza

    Jan

    1. Moin Jan,
      Ich bin da grundsätzlich bei Dir und will gar nicht widersprechen, nur eine Interpretation Deinerseits teile ich nicht:

      „Dass er dann noch sagt, dass er bei einer offenen Kommunikation über das geplante Vertragsende, sich mehr angestrengt hätte, um sich ins Schaufenster zu stellen[…]“

      Ich finde nicht, dass es das sagt – und ich bin mir sehr sicher, dass er das nicht meint und auch nicht denkt.
      Andersherum erklärt er, warum der Verein keine Angst davor haben sollte, offen mit den Spielern zu reden – und auch ein „für Dich geht es hier nicht weiter“ wäre eben für ihn kein Grund, nachzulassen.
      Das sind nur feine Nuancen, aber ich glaube Du tust ihm da Unrecht.

      Viele Grüße, Maik

  9. Ich finde es ja höchst interessant das der Verein sich zu einer Stellungnahme hinreißen lässt.Zumal im Interview im Hamburger Abendblatt vom 29.6.22
    Philip Ziereis so ziemlich die gleiche Aussage getroffen hat bezüglich dem unrühmlichen Ende.Lasst uns einfach nach vorne Blicken und das Thema abhaken, dass wird sich beim FC St Pauli auch nicht mehr ändern.Forza FC St Pauli auf 3 Punkte in Hannover

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