Lage am Millerntor – 12. Januar 2024

Lage am Millerntor – 12. Januar 2024

Schon wieder eine Woche rum, für den FC St. Pauli endet morgen auch das Trainingslager. Vorher geht es noch gegen den VfL Osnabrück – schönes Wochenende!

FCSP-News

Benidorm

Das Trainingslager neigt sich dem Ende entgegen, morgen geht es zurück ins temperaturtechnisch dann sicher wieder gewöhnungsbedürftige Hamburg. Am Sonntag und Montag ist trainingsfrei, ab Dienstag geht es dann in die finale Vorbereitung auf den Rückrundenstart.

Test gegen den VfL Osnabrück

Heute um 14.30h geht es über zweimal 75 Minuten gegen den VfL Osnabrück, es ist das einzige Testspiel im Trainingslager und überhaupt das einzige Spiel der Winterpause.

Fabian Hürzeler kündigte an, dass Neuzugang Aljoscha Kemlein zu seinem FCSP-Debut kommen und über 75 Minuten auf dem Platz stehen wird. Einsatzzeit soll es auch für die sechs Spieler der U23 und U19 geben, die allesamt sehr gut mitgearbeitet hätten. // Vorbericht: fcstpauli.com

Die Partie wird live auf YouTube gestreamt, ohne Kommentar. Die NOZ (€) bietet einen Stream mit Kommentar. Dafür wäre ein Abo nötig, aktuell gibt es aber auch einen kostenlosen Probemonat.

„Stille Leistungsträger“

Klar: spektakuläre Tore, traumhafte No-Look-Pässe, Tacklings und Paraden – alles tolle Zutaten bei einem Fußballspiel und entsprechend oft bejubelt. Was hingegen immer schwierig zu beurteilen ist, sind die kleinen Dinge im Hintergrund, wie zum Beispiel ein guter Laufweg, der wahlweise einen Passweg für den Gegner zustellt oder bei eigenem Ballbesitz einen Gegner abzieht und so Räume schafft. Dinge eben, die man nicht oder kaum sieht.
Über so einen Nebenaspekt im Hintergrund hat Tim heute morgen einen Artikel veröffentlicht. Protagonist: James Morgan.

Noch nicht gehört? Dabei ist James Morgen mit seinem physiotherapeutischen und medizinischen Team seit Sommer 2021 für den FC St. Pauli tätig – und im gleichen Zeitraum ging die Anzahl der Verletzungen beim FCSP deutlich zurück.
Der Artikel: „Stille Leistungsträger“

Neues von den Alten

Meine Damen und Herren:
Rodrigo Zalazar… hat er sich wohl bei Connor Metcalfe und Manolis Saliakas abgeschaut. (Twiiit)

Lage der Liga

Your weekly reminder: Denkt an Eure Tippspiele!!!
(Haha, nein, keinen Schreck kriegen. Die 2. Liga startet erst nächste Woche wieder. Aber vielleicht spielt Ihr ja auch bei einem Tippspiel für die 1. Liga mit, dann gilt obiger Satz natürlich.)

Der 1. FC Nürnberg hadert weiterhin mit dem Verletzungspech: Da hat man Mittelfeldspieler Marcel Wenig (19) erst am Montag für ein halbes Jahr von Eintracht Frankfurt ausgeliehen – und am Mittwoch zog er sich im Test gegen Brügge (vermutlich) einen Kreuzbandriss zu und musste das Trainingslager wieder verlassen.

Fanszene-News

+++ Nachtrag: +++ Tickets Fortuna (DFB-Pokal)

Danke, aufgrund der komfortablen Situation meines Vorkaufsrechtes fast vergessen:
Heute ab 11.00h startet der Mitgliedervorverkauf für das Viertelfinale gegen Fortuna Düsseldorf. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass frühes Einloggen durchaus vorteilhaft sein kann. // fcstpauli.com

Best of: Gästeblock-Sticker

Dahin gehen, wo es wehtut: Der Kiezkieker brachte Altpapier aus dem Fanladen weg und musste dafür durch den Gästeblock.
Dafür konnte er jetzt eine Fotoshow des Grauens veröffentlichen.

Das Millerntor im Jahre 2050

50.000 Fans am Millerntor, ein eigenes Stadion für 1. Frauen, Amateure und Jugendteams, eine Halle mit ausreichender Kapazität für Handballer*innen und gegebenenfalls weitere Sportarten. Alles auf dem Heiligengeistfeld.
Diese „Vision“ zeichnete Raphael gestern im „Think big: Das Millerntor im Jahre 2050“-Gastartikel für uns auf. Die von ihm gewünschte Diskussion in den Kommentaren kam dann auch zustande und darf gerne weitergeführt werden. Die Gedanken sind frei und so.

Internationale Fanclubs

Bevor ich zum eigentlichen Punkt komme, muss ich nochmals festhalten, dass ich das alles sehr bedauere. Wir, als Fanszene des FC St. Pauli, spielten in der Vergangenheit gerne damit, dass man uns überall in Europa kennt, auch wenn wir noch nie ein internationales Pflichtspiel bestritten haben. Man freute sich darüber, dass die Werte des Vereins und seiner Fanszene weltweit kleine Ableger bekamen und lokal großartige Dinge in anderen Ländern organisiert wurden, die alle einen braun-weißen Stempel durch engagierte Leute vor Ort hatten. Dies mag zukünftig teilweise weiter gehen, teilweise aber eben auch nicht.

Durch die Diskussionen über die richtige Sichtweise auf den furchtbaren Terror der Hamas und die darauf folgende Reaktion durch Israel, inklusive der humanitären Katastrophe in Gaza, ist hier ein tiefer Graben in bzw. mit Teilen der internationalen Fanszene des FC St. Pauli entstanden, in deren Folge sich einige der internationalen Fanclubs aufgelöst haben.

Gestern gab nun mit Glasgow St. Pauli einer der Fanclubs seine Auflösung bekannt, der in der jüngeren Vergangenheit vor dem 7. Oktober besonders aktiv war und in acht Jahren über 100.000 GBP für soziale Projekte gesammelt hat. Auf der anderen Seite stand der Fanclub im aktuellen Konflikt besonders unerbittlich auf der Seite derer, die vom Verein und Fanszene ein anderes Verhalten forderten. Man zeigt nun auch im Abschluss-Statement wenig Einsicht, vielleicht auch selbst den ein oder anderen Fehler in der Kommunikation begangen zu haben, während man mit dem Finger wiederholt auf andere zeigt.
So bleibt es bei meinem ersten Satz: Ich bedauere diese Gesamtentwicklung sehr, wahrscheinlich ist sie aber so dann auch für alle Beteiligten die beste und zumindest konsequente Lösung.

Jackson Irvine teilte übrigens gestern auf seiner Instagram-Story ein Foto der „Ceasefire now!“-Tapete auf der Gegengeraden.

Döntjes

Hamburg Sea Devils spielen in Bremen und Hannover

American Football. Wer daran und am Drumherum wirklich null Interesse hat, scrolle bitte gleich weiter.
Seit 2021 gibt es mit der European League of Football mal wieder ein europäisches Projekt der NFL, welches den Sport auch hierzulande populärer machen möchte. Mit den Sea Devils hat auch Hamburg ein Team, welches in den letzten Jahren an der Hoheluft spielte und 2023 erstmals auch ein Spiel in der Arena der vielen Namen im Volkspark bestritt, immerhin mit 32.500 Zuschauenden.

Nun steht die neue Saison an und es ergibt sich die Frage, wie man die Fanbase festigen und ausbauen kann. Für mich persönlich wäre es hier logisch, die regionale Verwurzelung zu betonen, vielleicht ein-zwei Spiele mehr im größeren Stadion zu spielen und so langsam aber stetig zu wachsen. „Langsam“ ist aber ein Wort, welches offenbar ins Englische nicht übersetzt werden kann und so hat man sich für einen anderen Weg entschieden. Zwar wird es wieder ein Heimspiel im Volkspark geben, außerdem geht man aber für zwei „Heimspiele“ ins Niedersachsenstadion nach Hannover und für ein weiteres „Heimspiel“ ins Weserstadion nach Bremen. Nun ja… // Hamburg Sea Devils

By the way, kleiner Reminder: MillernTon NFL PlayOff-Tippspiel! (Liga-Code: A76S4NUA)

Zu guter Letzt

Fußballfan-Gesänge in England.
Man muss sie einfach lieben. // Twiiit

Forza St. Pauli!
// Maik

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14 thoughts on “Lage am Millerntor – 12. Januar 2024

  1. Moin Maik,
    was noch zu erwähnen ist Mitglieder VVK für das Pokalspiel ab 11 Uhr, aufgrund der vermutlich hohen nachfrage ist mit einer Login-Warteschlange zurechnen also Rechtzeitig anmelden sonst gibt´s nichts mehr.
    Forza

      1. Ja ok, demnächst erst Millernton lesen, dann bin ich auch nicht so überrascht beim Ticketkauf…mit dem Erfolg kommt halt der Andrang *seufz*.

  2. „Scheiss andere Vereine“ habe ich auch in Berlin am Ostkreuz schon mal gesehen und fand ich damals wie heute wenigstens konsequent. Mit ein bisschen gutem Willen kann man darin sogar so etwas wie Selbstironie erkennen.

    Zu Glasgow St. Pauli kann ich nur sagen, dass es vielleicht schade für das internationale Standing des Vereins ist, aber ich finde es doch auch gut, wenn jetzt langsam offensichtlich wird, dass vieles von dem, was Leute anderswo im FCSP sehen halt bloße Projektion ist. Sie nehme ihre Überzeugungen und übertragen sie 1:1 auf den Verein. Das war noch nie ein wirklich respektvoller Umgang und hatte immer schon einen leichten Beigeschmack von irgendwas zwischen Projektion und Vereinnahmung. Wer anderen vorwirft, sie wählten aus, gegen welchen Faschismus sie sich stellen und gegen welchen nicht, aber selbst höchstfreiwillig an die Seite des Faschismus der Hamas und diverser Alliierter des iranischen Regimes stellt, hat wahrscheinlich einfach keinen Spiegel im Haus. Und wer es schafft die Gewalttaten des 7. Oktober so komplett auszublenden, muss sich schon fragen lassen, warum er das tut. Entweder findet er es schlicht nicht wichtig oder er glaubt nicht, dass es wirklich geschehen ist, oder er findet es sogar gut. Jede einzelne Option is beschissen und bewegt sich außerhalb des Konsenses nicht nur des FC St. Pauli, sondern auch der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Diese ständige Behauptung, man dürfe Israel nicht kritisieren, während selbst Biden und Baerbock genau das tun, hat etwas Paranoides und erinnert mich fatal an Querdenker und AfD-Wutbürger. Wir alle kritisieren Israel. Aber wir dämonisieren Israel nicht, wir glorifizieren nicht die Morde und Vergewaltigungen von Islamisten als „Widerstand“ und wir messen nicht mit zweierlei Maß. Wer Israel „Apartheid“ vorwirft, aber nicht mit gleicher Härte China für seinen Siedlerkolonialismus in Tibet und Xinjiang kritisiert, wer Israel einen Völkermord vorwirft, aber zu Darfur auffällig schweigt, wer von Feminismus und Queen Liberation redet, aber sich an die Seite von Organisationen und Regimen stellt, deren Wesenskern in einem soldatischen Patriarchat gepaart mit gewaltsamer Unterdrückung von Frauen und jedweden sexuellen Minderheiten besteht, hat schlicht jedes Maß und jeden Kompass verloren und spielt genau das Spiel, das am Ende nur den Rechten nützt, egal ob sie Ben Gvir, Haniyya, Chamenei oder Höcke heißen. Die israelische und palästinensische Gesellschaft leben seit Generationen in einem permanenten Kriegszustand. Jede einzelne Person dort ist traumatisierte. Zu glauben, dass sich die Probleme dort, die es ja zweifelsohne gibt, mit noch mehr Gewalt lösen lassen, ist ein Antwort, auf die nur kommen kann, wer im Herzen an das Recht des Stärkeren und an Konfliktlösung durch Unterdrückung der Unterlegenen statt durch Kommunikation und Konsens glaubt. Und das ist niemals links.

    1. Ich glaube du unterschätzt die Möglichkeit dass die Wahrheit vielleicht dazwischen liegt.

      Hamas sind eine Terrororganisation die eine theokratische Diktatur errichten will. Israel ist ein Arpartheidsstaat der gerade vor unser aller Augen einen Genozid begeht.

      Unterstützung haben beide nicht verdient. Trotzdem liefern wir (als Land) Waffen an eine der beiden Seiten.

      Zum Leidwesen der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.

      1. Nein. Israel ist kein Apartheidsstaat. Jedenfalls nicht in dem Sinne wie Südafrika und Namibia welche waren. Die UN-Definition für „Apartheid“ passt deshalb halbwegs auf Israel, weil sie von den islamischen Staaten mit Unterstützung des moskautreuen Blocks exakt auf Israel zugeschnitten worden ist. Es ging darum Israel zu diskreditieren. Nahezu alle Staaten, die dem damals zugestimmt haben, sind nach unseren heutigen Vorstellungen Diktaturen oder Autokratien gewesen. Wenn überhaupt, dann kann von etwas der Apartheid Ähnlichem nur für die sogenannte West Bank gesprochen werden. Damit würde man diese aber als Teil Israels anerkennen, denn Apartheid kann nur innerhalb eines Landes herrschen. Sorry, aber ich weigere mich der israelischen Rechten nach dem Mund zu reden und „Judäa und Samaria“ als Teil von Israel zu betrachten. Und ich wundere mich ein wenig, warum gerade lautstark palästinasolidarische Menschen in diesem Punkt klingen wie Ben Gvir…

        Und Israel begeht auch keinen Genozid. Israel führt Krieg. Im Krieg sterben Menschen. Im Krieg sterben auch Zivilist*innen. Das ist schrecklich, aber es ist kein Genozid. Oder aber die Alliierten haben auch damals in Dresden einen Genozid begangen. Womit wir wieder bei Linken, die wie Rechte klingen, wären… Man kann Israel vorwerfen, dass die IDF zu wenig Rücksicht auf das Leben und die Unversehrtheit von Zivilist*innen nimmt. Darin sind sich sogar nahezu alle einig. Bis hin zu Joe Biden. Aber noch einmal: Das ist etwas anderes als ein Genozid. Was tatsächlich ein Genozid war, waren die Taten der Hamas und ihrer Verbündeten am 7. Oktober. Ein ganzer Landstrich wurde komplett entvölkert und das nicht als „collateral damage“, sondern als ausdrückliches Ziel der militärischen Operation. Gemessen an den zur Verfügung stehenden Mitteln haben die Hamas und ihre Verbündeten so viele Menschen ermordet wie nur irgend möglich. Gemessen an den Israel zur Verfügung stehenden Mitteln, die immerhin bis hin zur Atombombe reichen, hat die IDF sehr, sehr wenige Menschen getötet. Zu viele? Sicherlich. Aber wenn es wirklich das Ziel gewesen wäre, einen Genozid zu begehen, dann wären es um ein Vielfaches mehr gewesen.

        Dieses Gleichsetzen von Israel und Hamas ist schlicht falsch. Das ist wie Antifa-Sportgruppen (#freelina) mit Neonazis zu vergleichen, die gezielt Wohngebäude von Migrant*innen anzünden, und zu sagen, beides sei gleich schlimm. Ja, von beiden geht Gewalt aus und die Militanzdebatte wird in der radikalen Linken nicht umsonst bereits seit Jahrzehnten geführt. Aber die einen richten sich gegen Menschen, die morden wollen, die anderen gegen Menschen, die leben wollen. Die Hamas will morden. Die Israelis (und die Palästinenser*innen) wollen leben. „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.“

        Die Hamas hat sich erhofft (ich habe es selbst am 7. Oktober mehrfach live auf AlJazeera gehört), dass sich alle anderen antiisraelischen Kampfverbände anschließen. Die Hamas ging offenbart wirklich davon aus, dass Hizbollah und Houthis, irakische Milizen und Assad, vielleicht sogar der Iran sich ihrem Dschihad anschliessen. Sie hat dabei wohl unterschätzt, dass all diese eine Machtbasis haben, deren Verlust sie riskieren würden, wenn es schief geht. Sie haben sich (zum Glück) weitgehend kalkuliert. Hizbollah und Houthis beteiligen sich zwar, aber nur mit einem Bruchteil ihrer Mittel. Sie haben im Libanon bzw. im Jemen selbst gerade ziemlich komfortable Situation. Die Annäherung von Iran und Saudi-Arabien macht es nicht unwahrscheinlich, dass Saudi-Arabien sich aus dem Konflikt im Jemen zurückzieht. Das würde für die Houthis den Sieg bedeuten. Die Hizbollah regiert de facto Teile des Libanon. Mehr ist aufgrund der Verfassung nicht möglich und die Situation ist für sie vielleicht sogar von größerem Vorteil als tatsächlich selbst zu herrschen. Im Iran arbeitet Chamenei gerade daran, die Macht an seinen Sohn, den Führer der Revolutionsgarden, zu orchestrieren. Das ist ihm wichtiger als ein Erfolg der Hamas.

        Vielleicht gibt es in diesem Krieg keine „Guten“. Immerhin ist die israelische Regierung selbst bei weiten Teilen der eigenen Bevölkerung verhasst. Aber nichts, was Israel tut oder getan hat, hat so total mit unseren Vorstellungen von Menschlichkeit gebrochen wie die Verbrechen, die Morde und Vergewaltigungen, des 7. Oktober.

  3. Ich glaube nicht das die internationalen Fanclubs in ihren Stellungnahmen ( was allerdings schwierig ist bei diesem Thema) in irgendeiner Art den Terror oder die Hamas legitimiert haben oder als Widerstand bezeichnet. Das Gegenteil ist der Fall gewesen. Es gab nach meiner Wahrnehmung fragwürdige Äusserungen von Einzelpersonen aus dem Umfeld, aber ich habe nichts antisemitisches gelesen. Wenn jemand natürlich zu der Interpretation neigt, das im Zusammenhang mit den Verurteilungen des Terrors die Aussage „das dieser Angriff die traurige Folge der Entwicklung in der Region ist“ ( oder so ähnlich ) aussagen würde „Israel sei selbst schuld“ dann vielleicht. Ich finde das sehr weit hergeholt und vermag die angeblich überschrittenen roten Linien nicht erkennen. Allerdings ist es nicht einfach, wenn man nicht Teilnehmer aller Diskussionen war. Der bereits vor Wochen veröffentlichte Abgesang von Athens South End Scum https://fcspsouthendscum.wordpress.com/2023/10/16/the-end-of-the-road/ macht nicht nur mir feuchte Augen. Inhaltlich sind diese Texte der betroffenen internationalen alle ähnlich. Und ob diese Stiftung da tatsächlich ein geeigneter Ratgeber war mag auch jeder mit sich selbst ausmachen, sollte dann aber mal dieses hier gelesen haben https://lowerclassmag.com/2021/12/04/reaktionaer-und-wortreich-gegen-links-die-amadeu-antonio-stiftung/ … However, zurück bleibt ein Trümmerfeld. Ob das nicht auch anders hätte laufen können? Forza

    1. Ich kann Kai nur vorbehaltlos zustimmen.
      Ich weiß nicht, ob man hier mit „Einsicht“ kommen sollte, die die andere Seite wiederholt gar nicht gezeigt hat, und ich halte das auch nicht für die beste Lösung, sondern für eine extrem bedauerliche.
      Was uns unabhängig von der eigenen Positionierung in diesem Konflikt klar sein sollte: Innerhalb internationaler linker Fanszenen werden wir auf absehbare Zeit ziemlich isoliert sein, weil solche antideutsch geprägten Statements wie die vom FCSR nirgends als links gelten (was IMO wohlgemerkt sehr nachvollziehbar ist). Übrigens auch in Israel nicht, schaut euch die Stellungnahmen des kommunistischen Parteibündnisses Hadash/Maki oder von diversen sozialistischen und kommunistischen AkademikerInnen an. Selbst in der ‚nur‘ linksliberalen Zeitung Haaretz finden sich Analysen und Einschätzungen, die hier wohl eindeutig als „antisemitisch“ durchgehen würden (wer Interesse hat, suche nach Beiträgen von Gideon Levy oder Amira Hass).
      Sankt Pauli wird in den nächsten Jahren tendenziell leider eine ziemlich deutsche Angelegenheit werden, ich glaube das ist nicht allen in der Form bewusst.

      Als Linker stehe ich immer auf der Seite der working class, der ‚einfachen Leute‘, der betroffenen Zivilbevölkerung auf beiden Seiten. Niemals auf der Seite einer islamistischen Terrororganisation, aber auch niemals auf der Seite der Armee eines bürgerlichen Nationalstaats mit aktuell rechtsextremer Regierung.

      1. „Wenn jemand natürlich zu der Interpretation neigt, das im Zusammenhang mit den Verurteilungen des Terrors die Aussage „das dieser Angriff die traurige Folge der Entwicklung in der Region ist“ ( oder so ähnlich ) aussagen würde „Israel sei selbst schuld“ dann vielleicht.“

        „Sankt Pauli wird in den nächsten Jahren tendenziell leider eine ziemlich deutsche Angelegenheit werden, ich glaube das ist nicht allen in der Form bewusst.“

        Bei massenhaftem Mord, Vergewaltigung und Entführung gibt es keine Diskussionsgrundlage über das Warum und schon gar nicht pauschale Solidarität mit den Tätern. Auf DIESE Linken verzichte ich persönlich gern. Egal, ob deutsch, griechisch oder welche Nationalität auch immer.

        Es gab eine sehr gute Kundgebung an der Flora. „Gegen jeden Antisemitismus, gegen jeden Rassismus“. Sehr gute Wortbeiträge. Differenziert. So kann es gehen. Leider eine Ausnahme.

        1. Wie zur Hölle erkennst du bitte „pauschale Solidarität mit den Tätern“ in den obigen Zeilen? Genau diese fehlende Lesekompetenz (oder eher: die Verständnisunwilligkeit bzw. reine Projektion) macht derartige Diskussionen gerade so unfassbar nervig und kraftraubend.

          Und ja, in Geschichts- und Sozialwissenschaften fragt man immer nach Kontext, Umständen und Entwicklungen, ansonsten hätte man eine idealistische Weltsicht, in der es ‚das Gute‘ und ‚das Böse‘ gibt, einfach so.

          1. Pauschale Solidarität sehe ich in z.B. in Glasgow. Dort wurde bei der GB sogar explizit eine Fahne der PFLP gezeigt, die am Massaker vom 7. Oktober beteiligt war.
            Auch bei den internationalen FCSP-Fanclubs (und deren Umfeld) finden sich in Social Media immer wieder Bezüge darauf. Nicht moderiert. Aberkennung des Existenzrechts Israels inklusive.
            Die o.g. Relativierungen für Mord, Vergewaltigung und Entführung vom Schlag „Israel muss sich nicht wundern“ sind einfach schäbig und nicht hinnehmbar. Der 7. Oktober steht in seiner Grausamkeit für sich.

            Ich glaube, es ist vielen sehr wohl bewusst. Allerdings sollte niemand Rücksicht darauf nehmen, ob St.Pauli eine „ziemlich deutsche Angelegenheit“ wird oder auch nicht. Schon das Antira in Israel wurde von einer ganzen Reihe an Gruppen boykottiert, Los Fastidios nach ihren Auftritten in Israel von irgendwelchen BDS-Idioten angefeindet. Vielleicht ist es einfach besser so, wenn sich Wege trennen.

  4. Please, do not publish my post if it’s considered unappropriate, I can understand it may be considered polemical, but I simply have to express where I stand because it is now clear that there is a profound and very possibly irremediable political divide among us. I expect nothing from a club PR statement and I would not have been even bothered to try to ask them something reassuring. But I too have been appalled by the FCSR reaction. Not only it is politically frightening, it is also deliberately ostracizing dissenting voices. To the point that I would not be able to cross the path of a St Pauli fan without asking myself „what are their views on Israel and Palestine?“.
    I don’t know Germany well enough to state that there is something intrisicallly German in this situation. Frankly, the situation in France is quite similar. Except that there is no St Pauli here.

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