Vorbericht: FC St. Pauli – Karlsruher SC (7. Spieltag, 20/21)

Mit einem guten Gefühl, also mit drei Punkten für den FC St. Pauli in die Länderspielpause – das wär’s! Aber da gibt es noch einen Gegner, der einen ähnlichen Plan hat. Der Karlsruher SC sieht nur auf dem Papier wie ein Gegner aus, der zwingend mit Null Punkten nach Hause fahren muss. Denn wer die Statistik-Ecke hier auf der Seite verfolgt, weiß genau, dass der KSC sich eine Vielzahl an Chancen erspielt – genau das ist aktuell das Kernproblem beim FCSP und der Grund dafür, dass seit vier Spielen nicht gewonnen wurde. Zur Vorbereitung zu empfeheln ist das VdS von Michael mit Jörn Kreuzer, der schön beschreibt, dass der KSC nicht ganz zu Recht auf Platz 17 in der Liga steht..
(Titelbild: Matthias Hangst/Getty Images/via OneFootball)

FC St. Pauli: Wer kann spielen, wer fehlt?

Da hat sich im Vergleich zum Derby nicht viel getan. Das bedeutet zwar, dass niemand aus dem Lazarett zurück auf dem Platz gekommen ist, aber mit Boris Tashchy und Philipp Ziereis haben zumindest zwei Spieler das Training wieder aufngenommen.
Somit fehlen Christopher Buchtmann, Ryo Miyaichi, Guido Burgstaller, Jannes Wieckhoff und mit Abstrichen auch Marvin Senger und Luis Coordes weiterhin. Christopher Avevor ist hingegen wieder komplett fit und die kleinere Blessur von Simon Makienok (er humpelte bei seiner Auswechslung im Derby vom Platz), führte letztlich nur zu einem Tag Schonung.

Könnten gegen den KSC wieder zusammen auf dem Platz stehen: Marvin Knoll und Christopher Avevor.
(c) Peter Boehmer
Karlsruher SC: Wer kann spielen, wer fehlt?

Marco Djuricin, Christoph Kobald (gesperrt) und Janis Hanek werden fehlen, wie KSC-Trainer Christian Eichner auf der bemerkenswert kurzen PK (nichtmal 8 Minuten) vemeldete. Dafür kehrt der zuvor gesperrte Dominik „Domme“ (O-Ton Eichner) Kother wieder zurück in den Kader.

Den gesperrten Innenverteidiger Kobald könnte Daniel Gordon ersetzen. Zu Gordon sagte Eichner, dass dieser „erst seit ein paar Wochen“ bei ihnen sei. Das klingt verwunderlich, wechselte Gordon doch bereits 2016 zum KSC und spielte auch letzte Saison dort. Allerdings war nach Ende der letzten Saison kein Platz für Gordon. Aber nicht im Kader sondern im Gehaltsbudget. Erst Ende September, als Manuel Stiefler wechselte, konnte der Vertrag mit Gordon um ein Jahr verlängertw werden. Auch David Pisot („zweimal nicht im Kader„) nennt Eichner als Kandidaten. Beide Spieler eint jedoch, dass sie diese Saison genau Null Minuten auf dem Platz standen. Vermutlich deswegen nennt Eichner Lukas Fröde als Option („kann es auch mal spielen„), der aber zuletzt in Duisburg als Innenverteidiger spielte (und der MSV in allen Spielen mehr als drei Gegentore kassierte – sollen sie also ruhig machen…).

Was hat der KSC zu bieten?

Nach Manuel Schäffler, Serdar Dursun und Simon Terodde bekommt es der FCSP mit einem weiteren Stürmer des Gegners zu tun auf den das Spiel zugeschnitten ist: Philipp Hofmann. Mit 1,95m allein schon aus physischer Sicht ne echte Aufgabe, hat er letztes Wochenende mit 2 Toren gegen Darmstadt wieder Torgefährlichkeit nachgewiesen. Schlecht für den FCSP: Schäffler, Dursun und Terodde trafen gegen sie. Ihr könnt euch die Quote für ein KSC-Tor also selbst ausrechnen.

Bereits wieder mit drei Toren bei vier Einsätzen enorm wichtig: Stürmer Philipp Hofmann.
(Photo by Matthias Hangst/Getty Images/via OneFootball)

Allgemein bietet der KSC Spektakel, soviel ist sicher. Die xG-Werte (drittbeste Offensive der Liga) stehen doch recht krass im Kontrast zu den Ergebnissen. Die ersten drei Ligaspiele wurden trotz teils deutlicher Überlegenheit jeweils ohne eigenes Tor verloren. Der Grund für die Diskrepanz: Der KSC hatte von den 11 bisher erspielten Großchancen (ligaweit Platz 3) ganze 7 vergeben (bereits 6 Alu-Treffer). Das sind mehr als der FCSP insgesamt hatte (nämlich 6, wovon sie 3 nutzten).
Sicher ist auch, dass es offensiv einige Abschlüsse geben wird: Beide Teams stehen mit je 89 Torschüssen auf Platz der 4 Liga (Fürth auf Platz 1!). Bei den zugelassenen Torschüssen sind auch beide auf Rang 4 zu finden, allerdings der KSC von oben (66 gegnerische Torschüsse), der FCSP von unten (88 gegnerische Torschüsse) betrachtet.

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Den FCSP erwartet also ein starkes Team, welches, basierend auf den Torschüssen, offensiv viel bietet und defensiv wenig zulässt – aber trotzdem auf Platz 17 in der Tabelle steht. Das ist schon bemerkenswert, bedeutet aber auch, dass die Aufgabe für den FCSP ungemein schwerer ist, da die Erwartungshaltung im Umfeld sicher höher ist als das Leistungsvermögen beider Teams es zulässt.

Was sonst?
Nicht viel. Der KSC ist bereits Freitag per Bus nach Hamburg gefahren. Kyoung-Rok Choi wird sich für die lange Busfahrt was bei Netflix downloaden, sagte er zumindest auf der 7:55 Minuten langen PK, womit ihr dann auch gleich die zweite nennenswerte Information der PK neben den Kader-Infos erhalten habt. (ich lasse mal das inzwischen bekannte „Der FCSP hat offensiv Wucht und Geschwindigkeit“ weg, da es diese Aussage von allen Trainern zu hören gibt, die den FCSP vor der Brust haben)

Mögliche Aufstellung

Das ist dieses Mal richtig schwer vorhersagbar beim FCSP. Grund hierfür ist eben genau jener Philip Hofmann und dessen Physis. Das könnte zu einer Abkehr von der Dreierkette hin zu einer Viererkette führen. Und da würde ich sogar Daniel Buballa rausrotieren (Ohlsson-Avevor-Knoll-Paqarada), denn auf den beiden IV-Positionen ist es immer besser einen Links- und eines Rechtsfuß zu haben (wären dann Knoll und Avevor).

Einer der beiden wird auf der Sechs spielen. Vielleicht sogar bei der Startelf? Sogar beide auf der Sechs? Oder keiner? Alles ist möglich für Rico Benatelli und Marvin Knoll.
(c) Peter Boehmer

Aber selbst bei einem Beibehalten der Dreierkette könnte es zu Umstellungen kommen. Ich persönlich könnte mir Leart Paqarada gut gegen die Viererkette des KSC vorstellen. Die wird es nämlich auf jeden Fall geben. Die Frage ist nur, ob der KSC in einem 4-1-4-1 oder einem 4-2-3-1 agieren wird. Die Formation mit zwei Sechsern (Gondorf und Fröde) wurde in den letzten Spielen praktiziert. Sollte Fröde aber als Innenverteidiger spielen, dann darf mit einem 4-1-4-1 gerechnet werden.

Möglich, dass der FCSP auf eine Viererkette umstellen wird, die dann aber sehr variabel gespielt wird, weshalb ich sie „Pseudo-Viererkette“ nenne. Dabei könnten Paqarada und Avevor ins Team rücken für Zander und Buballa. Zalazar würde im Mittelfeld auf rechts agieren, allerdings diese Position nicht so starr halten, wie Dittgen auf links. Ach nee, Moment, da spielt ja Philipp Heise auf der Seite als Außenverteidiger, der bisher ne richtig gute Saison spielt. Mmh, da sollte die Position dann schon mit einem Spieler besetzt werden, der diese auch dauerhaft hält. Dann also doch Dreierkette und Zander wieder rein? Vielleicht dann Knoll auf die Sechs und Avevor dahinter wegen der Physis? Wie weit ist eigentlich James Lawrence? Der könnte da viele Bedarfsanforderungen erfüllen.

Ihr merkt, ich tue mich sehr schwer mit einer Prognose. Das liegt auch daran, dass der KSC doch sehr fokussiert auf das Zentrum spielt und der FCSP entsprechend dort nicht in Unterzahl geraten sollte. Das würde für Marvin Knoll vor einer Dreierkette sprechen (oder sogar einer Viererkette?). Aber die Passsischerheit von Benatelli, die braucht der FCSP doch auch?

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Ich lasse das jetzt einfach mal so, wie es im Derby war, mit der starken Vermutung, dass wir das nicht so gegen den KSC sehen werden. Beim KSC tippe ich auf die Doppelsechs mit Fröde und Gondorf (und Gordon als IV-Ersatz für Kobald). Vorne links dann Goller (statt Kother), den Eichner auf der PK als Schlüsselspieler in der Offensive hervorhob. Mal schauen.

Mir sind ein gutes Spiel, aus dem man am Ende vielleicht nur einen Punkt mitnimmt, die Entwicklung der Mannschaft, die Entwicklung innerhalb der Mannschaftsteile und die Entwicklung der Spieler tausend Mal lieber als irgendwas Dahingemogeltes.“ sagte Timo Schultz auf der PK. Das sehe ich auch so. Das Ziel diese Saison muss die Weiterentwicklung des Teams und der Spielidee sein. Und da sind spielerische Entwicklungsschritte wichtiger als Punkte. Allerdings geht es natürlich nicht ohne die nötigen Punnkte und sicher ist, dass dem FCSP drei Punkte vor der Länderspielpause sehr gut tun würden. Zum einen tabellarisch, aber natürlich auch, damit alle erkennen können, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Forza!

// Tim

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