1. FC Nürnberg – FC St. Pauli 2:3 – Wo ein Wille ist, sind auch 3 Punkte!

1. FC Nürnberg – FC St. Pauli 2:3 – Wo ein Wille ist, sind auch 3 Punkte!

„Hier im Frankenland, spielen wir euch an die Wand!“ – Naja, nicht ganz an die Wand gespielt, aber die drei Punkte holte der FC St. Pauli trotzdem. Es war ein packendes Spiel, in dem der FC St. Pauli durch zwei frühe Tore und ein Tor zum richtigen Zeitpunkt gewinnen konnte. Dabei war es vor allem in der 2. Halbzeit eine Frage des Willens und weniger anhängig davon, ob taktische Systeme aufgehen. Mit nun 32 Punkten bleibt der FC St. Pauli Spitzenreiter. Das fühlt sich ziemlich gut an.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Eine lesenswerte Analyse aus Sicht des 1. FC Nürnberg findet ihr bei clubfans-united.
Hört auch gerne rein beim „Nach dem Spiel“-Gespräch von Casche mit Flo Zenger, die sehr fundiert das Spiel auseinanderfrickeln.

Die Aufstellung

Zwei Veränderungen nahm der FC St. Pauli im Vergleich zum erfolgreichen Spiel gegen Sandhausen vor: Jackson Irvine startete für Finn Ole Becker auf der Halbposition. Ich kann da nur mutmaßen, aber womöglich gab die Physis hier den Ausschlag (in der zweiten Halbzeit sollte sich zeigen, wie wichtig das war).
Im Angriff ersetzte Igor Matanović Zielspieler Simon Makienok. Der stand nicht einmal im Kader. Da aktuell alle Stürmer im Kader fit sind, dürfte es auch in den nächsten Spielen zu solch krassen Entscheidungen kommen. Gegen Sandhausen hatte Etienne Amenyido nicht im Kader gestanden, nun traf es Makienok (Update: Laut Sky soll Makienok aufgrund von Knieproblemen gefehlt haben – danke für die Hinweise darauf!). Abgesehen von Burgstaller und Kyereh dürfte es bei dieser ziemlich idealen Personal-Situation in den nächsten Wochen zu weiteren Härtefällen dieser Art kommen.

Auch der 1. FC Nürnberg wechselte seine Startformation im Vergleich zum Spiel gegen Sandhausen auf zwei Positionen: Im Angriff kamen Manuel Schäffler und Erik Shuranov für Nikola Dovedan und Taylan Duman ins Spiel.
Beide Teams agierten in der Grundformation sehr ähnlich mit einem 4-4-2 und einer Mittelfeldraute. Und beide setzten diese Formation konsequent um.

Erwartungen erfüllt

Gleich in der 2. Minute wurde eigentlich all das sichtbar, was die Offensive vom 1. FC Nürnberg ausmacht: Mats Møller Dæhli dribbelte in das letzte Drittel hinein, legte den Ball ab und am Ende feuerte der FCN einen Schuss aus der zweiten Reihe ab. Genau das, die vielen Schüsse außerhalb des Strafraums und die Dribblings von Mats haben wir im Vorbericht beschrieben.
Was aber nicht im Vorbericht stand war das Pressingverhalten von Nürnberg. Denn das hatte ich als eher abwartend beschrieben. Abwartend war es auch, aber nur so lange, wie die Innenverteidiger des FC St. Pauli den Ball hatten. Sobald jemand anderes den Ball erhielt griff eine wirklich bemerkenswert gut geölte und zumeist sehr gut abgestimmte Pressing-Maschinerie. Dieses Pressing vom FCN, es bestimmte das gesamte Spiel. Die hohe Intensität des Spiels, die wenigen Atempausen, das unruhige Spiel des FC St. Pauli, all das ging vom Nürnberger Pressing aus.

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Daher schauen wir uns dieses Pressing mal etwas genauer an: So groß unterscheidet es sich gar nicht von dem des FC St. Pauli. Allerdings haben besonders die beiden Achter vom FCN, Lino Tempelmann und Tom Krauß, aber auch Mats Møller Dæhli gezeigt, wie intensives Pressing funktioniert.
Bei Ballbesitz in der FCSP-Innenverteidigung ordnete sich der FCN in einer Art 4-3-3 an, wobei sich auf dem Feld viele kleine Pärchen ergaben. Einzig die jeweiligen Außenverteidiger hatten ein wenig mehr Raum. Das war von Nürnberg auch so gewollt, denn das Pressing sollte starten, wenn einer der FCSP-Außenverteidiger den Ball erhielt und damit ein paar Meter nach vorne machte. Dann schloss sich eine Art Netz von FCN-Spielern um den Außenverteidiger herum. Direkt angelaufen wurden sie, je nachdem wie hoch sie standen, entweder von den Halbpositionen, den Außenverteidigern oder sogar von Møller Dæhli. Die FCN-Stürmer versuchten den Passweg zurück zum Innenverteidiger abzuschneiden. Damit erschaffte der FCN eine große Drucksituation für die FCSP-Außenverteidiger.

Um aus diesem Druck kontrolliert heraus zu kommen, gab es mehrere Möglichkeiten: Eine davon wäre der Pass zurück zum Innenverteidiger (solange die FCN-Stürmer diesen noch nicht abgeschnitten hatten), sozusagen der Abbruch des Versuchs auf der einen Seite durchzukommen. Gerade das funktionierte aber nicht so richtig gut. Loïc Favé sagte nach dem Spiel auf der Pressekonferenz, dass er sich gewünscht hätte, dass in diesen Situationen noch etwas häufiger wieder hinten herum gespielt worden wäre, um über eine schnelle Verlagerung den Raum auf der anderen Seite zu nutzen. Eine zweite Möglichkeit aus diesem Druck heraus zu spielen ist die „Flucht nach vorne“. Wichtig hierfür waren die Spieler auf den Halbpositionen. Und Igor Matanović. Denn es war an ihnen eine Pass-Option für die eigenen Außenverteidiger darzustellen. Marcel Hartel und Jackson Irvine hatten dabei aber immer Probleme sich von ihren Gegenspielern zu lösen. Matanović gelang das meist, da ihm kein Innenverteidiger folgte, wenn er sich tief anbot. Folglich wurde das Spiel des FC St. Pauli immer dann am besten, wenn sich Matanović die Bälle abholte.

Dadurch, dass der FCN so intensiv presste und der FCSP häufig die Flucht nach vorne wählte, wurde das Spiel enorm unruhig. Es gab wenige, wirklich sehr wenige Ruhepausen. Der FC St. Pauli befand sich entweder unter hohem Druck in der eigenen Hälfte, mit hohem Tempo in der gegnerischen Hälfte, weil sie das Pressing erfolgreich überspielt hatten oder aber in der schnellen Rückwärtsbewegung, weil Nürnberg gerade mit Tempo die Umschaltsituation ausspielte.

Das hohe, das intensive Pressing, es ist so etwas wie das einzige Gegengift, um dem FC St. Pauli in dieser Saison zu begegnen. Und obwohl der 1. FC Nürnberg dabei einen richtig guten, weil klasse abgestimmten Job machte, lagen sie nach zehn Minuten mit 0:2 hinten.
Ursächlich dafür ist nicht nur, dass der FC St. Pauli gut aus dem Pressing spielte (Situation, die zum Einwurf vor dem 1:0 führte) oder gut umschaltete (der Außenrist-Pass von Smith gepaart mit der guten Bewegung von Matanović führten zum 2:0), sondern vor allem der schwache Fuß von Leart Paqarada. Nach nicht einmal zehn Sekunden ging Nürnbergs Tom Krauß heftig gegen Paqarada in den Zweikampf und traf dabei sein linkes Knie. Das war ja bereits vor einigen Wochen das Knie, welches ihm Probleme bereitete. „Na gut„, schien sich Paqarada gedacht zu haben, „dann mache ich das halt alles mit rechts„. Er eröffnete den Angriff vor dem 1:0 mit rechts, schlug die Flanke auf Burgstaller mit rechts und erzielte das 2:0 nach Burgstaller-Pass mit, na klar, rechts. Wohl dem, der so einen „schwachen“ Fuß hat. Trotzdem hoffe ich, dass sein linkes Knie nicht allzu großen Schaden genommen hat und Paqarada nächste Woche wieder einsatzbereit ist.

Links kaputt? Dann halt mit rechts! – Leart Paqarada zeigte in Nürnberg, dass sein rechtes Bein nicht nur als Standbein fungiert und ist hoffentlich ganz schnell wieder fit.
(c) Peter Böhmer

Hohes Pressing = Eine Menge Probleme

Aber auch die 2:0-Führung des FC St. Pauli konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Team mit so einem Pressing Probleme hat. Der FC St. Pauli wurde immer dann gefährlich, wenn er entweder aus dem Pressing heraus spielte und die Seite verlagern konnte (also genau das, was Loïc Favé vermisste) oder aber der FCN zu tief stand und zu spät ins Pressing einstieg.
Bevor aber nun bereits ein großes Problem für den FC St. Pauli heraufbeschworen wird: Gegen gut abgestimmtes hohes Pressing, besonders gegen das Pressing von Nürnberg, haben alle Teams in der Liga Probleme. Der FCSP hat dieses Problem also nicht exklusiv. Und wir reden hier von Problemen in einem Spiel, bei dem der FC St. Pauli früh mit 2:0 führte.

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Trotzdem muss man klar sehen, dass der 1. FC Nürnberg in Sachen Torchancen mindestens gleichwertig war (ich bleibe dabei: Wenn Köpke und Lohkemper fit werden, dann ist Nürnberg mit diesem Pressing eines der stärksten Teams der Liga). Das lag dann nicht unbedingt daran, dass der FCN häufiger den Ball kontrolliert ins letzte Drittel bekam. Dem Club gelang es einfach häufiger die Situationen auch mit einem Torschuss zu beenden, während es beim FCSP meist irgendwo im Passspiel haperte. Besonders die zehn Minuten nach dem 2:0 waren kritisch, da sich der FCN in dieser Phase wirklich einen ganzen Haufen an guten Situationen erspielte und Nikola Vasilj mehrfach Gegentore verhinderte. Erst nach dem Anschlusstreffer konnte der FC St. Pauli wieder etwas mehr Spielkontrolle gewinnen und blieb bis zur Halbzeit das bessere Team.

Bereits in der ersten Halbzeit kam Lars Ritzka für Leart Paqarada ins Spiel. Zur zweiten Halbzeit musste der FCSP dann auch auf der anderen Seite wechseln: Adam Dźwigała ersetzte Sebastian Ohlsson. Damit blieb dann nur noch Philipp Ziereis übrig von dem, was wochenlang die Stamm-Viererkette bildete. Nur logisch, dass da die Abläufe, besonders im Aufbauspiel, nicht sattelfest sitzen. Das Nürnberger Pressing verlangt besonders von den gegnerischen Außenverteidigern viel. Entsprechend waren gerade Ritzka und Dźwigała enorm gefordert und trotz aller Bemühungen hakte das Ballbesitzspiel des FCSP gewaltig. Und das besonders zu Beginn der zweiten Halbzeit. Ich möchte mal die Behauptung aufstellen, dass mit Simon Makienok im Kader das Spiel ein anderes geworden wäre. Er wäre, wie gegen Bremen, eingewechselt worden und der FCSP hätte das intensive Pressing des FCN einfach überspielt und seine individuelle Stärke in der Offensive ausgespielt.

Defensiv zeigte sich das Team aber, wenn auch in einigen Situationen im wirklich allerletzten Moment (Ziereis und Irvine klärten je einmal in höchster Not), stabil. Lars Ritzka hatte zwar Probleme im Spielaufbau in dieser Phase, auf der anderen Seite gewann er aber alle seine Defensiv-Zweikämpfe. Der Druck von Nürnberg wurde jedoch minütlich größer. Und was für den FCN gilt, ist für den FCSP mit gleicher Formation natürlich ebenso gültig: Wenn das Team zu tief steht, bekommt es Probleme. Der FC St. Pauli bekam in dieser Phase wenig Zugriff auf das Spiel. FCN-Trainer Robert Klauß sagte danach, dass sein Team immer wieder versucht hat den Kernbereich zu überspielen, in dem der FCSP pressen wollte, also den Raum, in dem die Halbpositionen anlaufen. Das gelang dem FCN.

Aber der FC St. Pauli ist diese Saison ein echtes Spitzenteam. So eines von diesen Teams, die sich dann eben auch in schwierigen Phasen befreien können, wenn der Matchplan mal nicht aufgeht. In der 64. Minute erzielte Adam Dźwigała, mitten in die beste Phase des 1. FC Nürnberg hinein, das 3:1.
Mit diesem Tor wurde die druckvolle Phase vom FCN beendet. Das 3:1 war definitiv ein Wirkungstreffer. Es folgte die Phase des Willens. Und davon hatte der FC St. Pauli genügend.

Ein wenig Fassungslosigkeit kann ich da schon im Gesicht von Adam Dźwigała ausmachen. Ich habe ihm das Tor sehr gegönnt.
(Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)

Nur wenige Minuten nach dem 3:1 stellte Nürnberg wieder den alten Abstand her. Ursächlich dafür war, mal wieder, ein Standard. Nachdem der FC St. Pauli lange Zeit in der Saison gar kein Gegentor nach einem Standard kassierte, war es erst gegen Bremen mehrfach ziemlich knapp und dann gegen Darmstadt und Sandhausen klingelte es nach einem Standard. Auch Nürnberg traf nach ruhendem Ball. Per Kopf nach einer Ecke. Wie schon gegen Darmstadt war es Jackson Irvine, der gegen den vermeintlich besten Kopfballspieler des Gegners verteidigen musste. Ob geplant oder nicht, hier ist ein Mismatch vorhanden. Dabei zeigte Irvine vor allem in der zweiten Halbzeit, was ihn so wichtig für den FC St. Pauli macht: Offensiv spielte er viele gute Bälle, bewegte sich gut im Raum und macht vor allem wenig Fehler. Defensiv, und das wurde gestern ziemlich deutlich, ist er mindestens ebenso wichtig (er gewann 11 von 13 Duellen).

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Zwar hätte der Anschlusstreffer vom FCN nochmal für mehr Druck der Nürnberger sorgen können. Stattdessen gelang es dem FCSP ziemlich gut in der Schlussviertelstunde Dampf vom Kessel zu nehmen. Der 1. FC Nürnberg kam nach dem Anschlusstreffer nicht mehr zu nennenswerten Chancen. Auch deshalb, da Guido Burgstaller bis zur letzten Minute seine Gegenspieler im Vollsprint anlief und wirklich alles reindonnerte, was er im Tank hatte. Der ist im wahrsten Sinne des Wortes vorweg gegangen. Doch aus meiner Sicht hat es auch daran gelegen, dass der FCN kurz vor dem Anschlusstreffer seine Formation umstellte: Statt in einem 4-4-2 mit Raute agierte das Team nun im 4-4-2 mit zwei Sechsern. Der Druck auf die Halbpositionen des FCSP ließ in der Folge nach. Ich kenne die Abläufe unter Robert Klauß zu wenig, aber „never change a running system“ sieht anders aus.
Mit zunehmender Spieldauer schien auch langsam aber sicher die Müdigkeit in den Beinen anzukommen. Mit 120 (FCSP) bzw. 117 (FCN) gelaufenen Kilometern, überproportional viele davon im Sprint, spulten beide Teams ordentlich Meter ab (Heidenheim ist das Spitzenteam der Liga in Sachen Laufleistung mit durchschnittlich 118km). Am Ende kontrollierte der FC St. Pauli das Spiel ziemlich abgezockt.

Guido Burgstaller trieb das Team nicht nur mit seinen nimmermüden Läufen zu Höchstleistungen an.
(c) Peter Böhmer

Immer weiter Spitzenreiter!

Zwei Spiele noch, dann kann man einen Strich unter die Hinrunde machen. Mit 32 Punkten aus 15 Spielen ist der FC St. Pauli auf Aufstiegskurs. Auch dank solcher Spiele wie in Nürnberg, bei dem sich das Team auch aufgrund des eigenen Willens freispielte. Das war sicher nicht immer so. Nun aber sehen wir Woche für Woche eine Team, das nur so strotzt vor Selbstbewusstsein. Ein Team, das so selbstbewusst sein kann, da der Kader personelle Rückschläge besonders gut auffangen kann. Medić verletzt? Kommt halt James Lawrence rein und zeigt allen, wie man trotz Druck ruhig aufbauen kann. Paqarada verletzt? Kommt halt Lars Ritzka rein und macht, präzise wie ein Uhrwerk, einen sauberen Job auf der linken Seite? Smith und Ohlsson halten noch nicht 90 Minuten durch? Kommt halt Afeez Aremu, der ja bekanntlich einer der besten defensiven Sechser der Liga ist. Ach ja, und Adam Dźwigała, der ungeahnte offensive Fähigkeiten zeigt. Und ganz nebenbei, bei all diesen Geschichten, die in Nürnberg geschrieben wurden, gerät es fast in Vergessenheit, dass Fabian Hürzeler und Loïc Favé an der Seitenlinie nicht nur gestern, sondern seit mehr als einem Jahr einen enorm guten Job zu machen scheinen.
Das Spiel gegen Nürnberg zeigte, dass der FC St. Pauli nicht jeden Gegner in Grund und Boden spielen kann. Aber solche Spiele zu gewinnen zeigt, dass der FCSP ein echtes Spitzenteam ist.

Immer weiter vor!

//Tim

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12 thoughts on “1. FC Nürnberg – FC St. Pauli 2:3 – Wo ein Wille ist, sind auch 3 Punkte!

  1. Danke für die gute Analyse (wie immer ;-))!

    Ich teile deine Ansicht, dass es auch ein Sieg der mentalen Stärke war. Auch ein Verdienst des Staff.

    Zwei Beobachtungen möchte ich ergänzen:
    Ohne Vasilj’s Leistung zu schmälern, hat Nürnberg auch mehrfach unplatziert (schlecht?!) abgeschlossen. Die geschossenen Tore (21) können da ein Indiz für eine Schwäche sein.

    Da es mir bei allem Offensivfeuerwerk häufig zu kurz kommt. Ziereis hat gegen
    Sandhausen (im rückwärts fallen per Kopf) und nun gegen Nürnberg jeweils einmal herausragend gerettet.

    Immer weiter so!

    Beste Grüße

    1. Ja, es bleibt ein Problem vom Club. Wenn man sich die Dreifach-Parade von Vasilj anschaut, dann ist sie natürlich überragend, aber eben auch mindestens zwei- von dreimal richtig schwch abgeschlossen.

  2. Moin,
    zum Thema Makienok – das Fernsehen (Sky) berichtete von einer leichten Knieverletzung, die angeblich ausschlaggebend für eine Nichtnominierung war. Zu Benatelli wurde aber gar nichts gesagt. Hier hat mich der fehlende Kaderplatz fast noch mehr überrascht, da ja z.B. Marcel Beifus im Kader war. Aber wahrscheinlich war klar, dass Ohlsson keine 90 Minuten schafft und man hatte Dzwigala schon dafür eingeplant … Dann ist natürlich ein weiterer IV (Beifus) wichtiger als eine zweite 6.

    Viele Grüße,

  3. Wirklich herausragend ist die “next man up” Mentalität. Wenn einer ausfällt kommt der nächste und spielt so als ob er nie Ersatz gewesen wäre. Mutig, ohne Angst Fehler zu machen und mit einem Plan was zu tun ist.

    Schultz macht da offensichtlich einen herausragenden Job wenn es darum geht alle bei Laune zu halten. Alle Ersatzspieler kriegen regelmäßig Einsatzzeiten und haben offenbar das Gefühl, dass sie für gute Trainingsleistungen auch belohnt werden.

    So einen Teamgeist und Kadertiefe braucht man um auch nach fast 40 Spielen oben zu stehen… aber ich fang schon wieder das träumen an 😀

  4. Mir ist noch aufgefallen, dass bei Ballbesitz unsere Halbpositionen sehr häufig auf einer Seite gezogen sind, meist Harthel nach rechts zu Irvine. Meiner Ansicht nach hat das nie etwas gebracht, insbesondere weil der Seitenwechsel nie geklappt hat. Auch Smith ist dies nicht gelungen. Trotzdem wurde das ganze Spiel daran festgehalten!???

    1. Manchmal bringt das Überladen einer Seite mit beiden Achtern auch nicht direkt in dem Raum was, sondern sorgt eher dafür, dass besser verlagert werden kann. Sieht dann nicht effektiv aus, öffnet aber Räume auf der anderen Seite.
      Gegen Nürnberg hat das Aufbauspiel grundsätzlich nicht so richtig gut geklappt. Da zählt dann auch das Überladen dazu.

  5. Danke für die Analyse.
    Wie immer sehr lesenswert.
    Für mich die 2 Aktionen, die den Willen perfekt deutlich gemacht haben: die „Luftgrätsche“ von Ziere (Schäffler hatte sich doch schon Gedanken gemacht wie er gleich jubeln wollte) und der Block von Jackson.
    Echt richtig gut und wichtig und für mich immer noch 2 Aktionen, die ich richtig abfeier.
    Sehr schöner Sieg gestern

    1. Ja, die Luftgrätsche war auf jeden Fall spektakulär, auch wenn das bei nem halben Meter weiter links wohl schmerzhaft geworden wäre.
      Die Irvine-Grätsche fand ich noch beeindruckender, weil er da eben seinem Gegenspieler bis in den Raum folgt. Das spricht für seine Defensiv-Qualitäten

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