Fünf Gründe für das Halbfinale

Fünf Gründe für das Halbfinale

Wir beim MillernTon sind ja sehr abergläubisch und versuchen uns an allen möglichen Tricks, ob sinnvoll oder komplett bescheuert, um das Halbfinale des DFB-Pokals zu erreichen. Und da es zuletzt gut funktioniert hat, stellen wir auch zum Viertelfinale wieder eine Reihe von Gründen vor, warum es bei diesem Spiel keinen anderen Sieger als den FC St. Pauli geben kann.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Ich wusste schon als kleines Kind, dass ich Magie in mir habe. Seit ich mal in der großen Pause ein Tor gegen die 1d erzielte, welches ich in der Stunde vorher genauso erträumt habe, war mir klar, dass ich über höhere Mächte verfüge. Hat mir nur niemand geglaubt. Denn wie das so ist bei großen Superheld*innen, musste ich erstmal lernen, diese Macht zu kontrollieren. Nicht nur Spiderman-Leser*innen wissen „Auf große Macht folgt große Verantwortung“. Was ziemlich pathetisch klingt, schneidet sich bei mir seit dem 21. Januar 2022 immer wieder tief ins Fleisch.
Seit September 2019 spiele ich meine Mächte nämlich aus: Ich veröffentliche den Arbeitstitel zum Spielbericht der Stadtmeisterschaft immer bereits vor dem Spiel. Es folgten erst die Stadtmeisterschaft und etliche Titelverteidigungen. Nennt es Leichtsinn oder Dämlichkeit, aber an jenem 21. Januar machte ich… nichts. Kein Arbeitstitel. Keine Gedanken vorher an das Spiel. Kein Einsatz meiner Fähigkeiten. Keine Stadtmeisterschaft. Eine 1:2-Niederlage in Mordor, an der ich die komplette und alleinige Schuld trage. Mea maxima culpa!

So. Das musste mal raus. Ist natürlich alles kompletter Unfug hier mit Magie und so. Ich erlaube mir zwar immer wieder dem ein oder anderen Spieler vorzuwerfen, dass sie gewisse Sachen nicht können, nur um Tage oder Wochen später eines Besseren belehrt zu werden (Mea culpa, Etienne Amenyido / GB9 – seven goals in a row), aber magische Fähgikeiten, nein, die habe ich natürlich nicht.
Was ich aber habe ist mahnischer Aberglaube. Und damit bin ich sicher nicht der/die Einzige im Fußball-Kontext. Was einmal funktioniert hat, MUSS wiederholt werden. Ansonsten ist man selbst dafür verantwortlich, dass das eigene Team nicht gewinnt (bitte lasst uns in den Kommentaren gerne wissen, falls es solche Dinge auch in Eurem Umfeld gibt). Nachdem ich vor dem Achtelfinale klar prophezeite, dass Borussia Dortmund keine Chance gegen den FCSP hat und das Team natürlich nur deshalb ins Viertelfinale einzog, ist klar, was nun folgt: Fünf Gründe für das Halbfinale!

Dass Union Berlin in der 1. Liga schon wieder eine gute Rolle spielt und auch europäisch ein paar Auftritte diese Saison hatte – völlig schnuppe! Wir haben mal in der Statistik-Kasper-Kiste gekramt und ein paar Fakten in der hinteren Ecke, neben den dreckigen Fußballsocken aus dem Herbst 2018, gefunden, die niemand, wirklich niemand wegdiskutieren kann. Haltet euch die Termine für die Halbfinals schon einmal frei, der Sieger des Viertelfinal-Spiels heißt FC St. Pauli. Here’s why:

1. Ungeschlagen an der Alten Försterei: FC St. Pauli

Der erste Grund wurde bereits im Artikel zur Historie der Aufeinandertreffen von Union Berlin und dem FC St. Pauli genannt: Im DFB-Pokal ist man noch ungeschlagen gegen Union. Damals im August 1994 gewann der FCSP mit 3:2 an der Alten Försterei. Sorry to say, Union, aber das ist die vegane Bratwurst unter den Fakten: Ein dunkler Schatten, den ihr nicht wegdiskutieren könnt.

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2. Urs Fischer ist ein Verlierer

Unions Trainer Urs Fischer ist sicher einer der besten Trainer, den die 1. Bundesliga aktuell zu bieten hat. Aber er ist auch ein Loser. Denn für ihn gab es in Viertelfinalspielen im DFB-Pokal ausschließlich Niederlagen: Mit 1:3 verlor Union 2019 gegen Bayer Leverkusen und ist damit hochkant (ok, dass Spiel selbst war gar nicht so eindeutig) aus dem Wettbewerb geflogen.
1:3? Ja, genau das kennt Werder Bremen auch. Anfang 2006 verlor der SVW das Pokal-Viertelfinale gegen den FC St. Pauli. Sogar an die Torschützen des DFB-Pokal-Viertelfinals dürfte sich einige Bremer*innen noch schmerzlich erinnern. Dort ist auch der Name Timo Schultz zu finden. Der hat nämlich alle seine Viertelfinalspiele gewonnen, in denen er dabei war. Thats’s the Sieger-Gen, Diggah!

Deutschland, Hamburg, 18.01.2022, Fussball DFB Pokal Achtelfinale 2021 - 2022, FC St. Pauli - Borussia Dortmund im Millerntor-Stadion Trainer Timo Schultz (FC St. Pauli) lacht nach dem Spiel
Timo Schultz hat bereits vor dem Pokalspiel gute Laune. Denn er weiß um die unwiderlegbaren Statistiken.
(c) Peter Böhmer

3. Kader des FC St. Pauli? Unbeatable! (also fast…)

Eine Statistik die aufhorchen lässt. Denn alle wissen, dass Siege auch immer darauf beruhen, dass die Spieler eine gewisse Selbstverständlichkeit an Tag legen, weil sie sich nicht an schlechte Ereignisse erinnert fühlen. Alle Spieler des FC St. Pauli haben genau kein einziges Mal im Viertelfinale des DFB-Pokals verloren. Sie haben, und da schreibe noch jemand was von wackeliger Defensive, nicht einmal ein Gegentor kassiert.
Na gut… bis auf Guido Burgstaller. Und außer ihm stand auch noch nie jemand im DFB-Pokal-Viertelfinale, aber ich lasse mir hier nicht die Statistik von Guido kaputtmachen! Überhaupt, Guido! Was‘ los mit dir?! Viermal im Viertelfinale und davon drei Mal verloren? Werden wir nur deinetwegen nicht nach Europa kommen?

4. Burgstaller gegen Union = ein todsicheres Ding

Ach Guido, ich liebe es in deinen Spielstatistiken die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Drei von vier DFB-Viertelfinals verloren? Pokal-Viertelfinals kannst Du also nicht, klar.
Was Du aber kannst sind Spiele gegen Union Berlin. Und damit drehen wir den Spieß um. Drei Siege und ein Unentschieden aus vier Spielen egalisieren die schlechte Quote im Pokal. Mindestens. Burgstaller muss also nur auf dem Platz stehen und schon ist mindestens die Verlängerung sicher. Viel besser noch: Wenn Guido Burgstaller trifft, hat sein Team im Pokal-Viertelfinale immer gewonnen (sample size: eins, is‘ klar).

5. Die Macht ist mit Euch, FC St. Pauli!

Der FC St. Pauli ist ungeschlagen in Pokalspielen an der Alten Försterei. Timo Schultz hat im Gegensatz zu seinem Kollegen Urs Fischer eine blütenweiße Weste in Viertelfinal-Spielen. Genauso rein ist die Statistik der Spieler im Kader des FC St. Pauli: Sie haben noch nie ein Pokal-Viertelfinale verloren. Also abgesehen von Guido Burgstaller, der aber gegen Union unschlagbar ist und sowieso immer gewinnt, wenn er im Viertelfinale des DFB-Pokals trifft.
Kein Zweifel: Der FC St. Pauli ist hiermit klarer Favorit auf das Halbfinale. Spätestens nach diesem Artikel.

//Tim

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4 thoughts on “Fünf Gründe für das Halbfinale

  1. Danke für den Beitrag – damit sind wir die ungewohnte Favoritenrolle los und können aus unserer für uns seit dem BuLi-Aufstieg vertrauten Underdogposition heraus ins Spiel gehen, find ich gut.

    Eiserne Grüße aus Berlin!

  2. Schönes Ding!😋
    Hab schon gedacht, wir hätten ne Chance, aber da das Ganze eine so klare Angelegenheit ist, bin ich gar nicht mehr so aufgeregt.😏
    Wünsche im Anschluss, selbstverständlich, St Pauli den Pokal 🏆
    Für Alle ein schönes Spiel 🤘

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