Lage am Millerntor – 07. März 2022

Lage am Millerntor – 07. März 2022

Solidarität mit der Ukraine, Heimsiege für 1. Herren und 1. Frauen des FC St. Pauli, Geburtstagsgrüße, Briefe und vieles mehr. Die Lage am Montag.

FCSP News

3:1 gegen den Karlsruher SC

Platz 3, noch neun Spiele – fünf davon zuhause.
Eine erste Halbzeit wie im Rausch, die zweite dann wahlweise locker austrudeln lassen (positiv formuliert) oder unnötigerweise auf das Ausbauen der Tordifferenz verzichtet und es nochmal unnötig spannend gemacht (negativ ausgelegt).
Unterm Strich steht der neunte Heimsieg – und jetzt schauen wir mal, wo die Saison uns noch hinführt.

Wir haben für Euch wieder den Kurzbericht vom Samstag sowie die ausführliche Analyse. Spieler des Spiels war zweifelsohne Simon Makienok, der einfach überall zu finden war und hinten einfach alles wegschädelte, was an Ecken, Flanken und Einwürfen sonst hätte für Torgefahr sorgen können.
Casche sprach auch „Nach dem Spiel“ wieder mit Jörn Kreuzer.

Schön zu sehen auf jeden Fall, dass der Verein nicht nur das Spieltagsprogramm auf den Krieg gegen die Ukraine anpasste, die Musikauswahl entsprechend gestaltete und die Spieler T-Shirts mit „No War“ trugen, sondern auch alle Sponsoren auf die Bandenwerbung verzichteten, um die Friedensbotschaft damit auch in russische TV-Haushalte zu transportieren – auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass die Partie in Moskau nun für sonderlich hohe Einschaltquoten gesorgt hat. Zeichen sind wichtig – und dies war so eines.
Deutlich greifbarer ist natürlich die Solidarität der Spenden – und wer gesehen hat, was da am Samstag alles in den LKW und die Transporter gepackt wurde, hat gesehen, dass die Solidarität groß ist. Danke dafür an alle, die gespendet und mit angepackt haben und diejenigen, die Organisation und Logistik bereitstellen oder die Fahrten selbst durchführen.

Weitere Links:

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Brief an Jakov

Das tat weh am letzten Dienstag.
Ein Stellungsfehler beim Ausgleich und das Wegrutschen beim entscheidenden Tor der Unioner, ein komplett gebrauchter Tag für Jakov Medić. Nach seiner überragenden Hinrunde wird gerne vergessen, dass unser Innenverteidiger erst 23 Jahre alt ist.
Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch verbrachte ein Teil der MillernTon-Redaktion in einer Köpenicker Raucherkneipe und irgendwann formulierte Thees den Satz: „Ich schreibe ein Gedicht für Jakov Medić!“
Naja, ein Gedicht ist es nicht geworden, aber dafür ein umso schönerer Brief:
Thees #6: Brief an Jakov

Happy Birthday, Jackson Irvine!

Unser australischer Nationalspieler, der aktuell in wirklich jeder Rolle auf dem Platz zu finden ist, wird heute 29 Jahre alt. Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns sehr darüber, dass es solche Menschen wie ihn in unserem Team gibt, die über den Tellerrand des Profifußballs hinausdenken.
Alles Gute, Jackson!

Jackson Irvine nach seinem Tor gegen Hansa Rostock.
Jackson Irvine nach seinem Tor gegen Hansa Rostock. // (c) Peter Böhmer

Lage der Liga

Mal ehrlich: Was für ein wilder Spieltag, mal wieder.
Am Freitag schossen beide Heimteams drei Tore, die beiden Gastteams zusammen sechs – und so gab es einen Heim- und einen Auswärtssieg, herrlich verrückt. Nach einer guten Stunde hätten wohl alle bei Darmstadt 98 auf einen Auswärtssieg getippt, denn der 1. FC Heidenheim wechselte in der 61. Minute Robert Leipertz ein und der markiert postwendend das 0:2. Acht Minuten dauerte es bis zu einem Darmstädter Dreifachwechsel – und weitere acht Minuten bis zum Anschlusstor durch Joker Aaron Seydel (77.). Weitere sechs Minuten später hatten dann Philip Tietz (81.) und Tim Skarke (83.) getroffen (Letzterer mit leichter Mithilfe von Heidenheims Keeper Müller) und die Lilien führten mit 3:2. Verrückt.
Parallel dazu unterlag Holstein Kiel in einem vogelwilden Spiel dem SC Paderborn mit 3:4 (1:1).

Während wir am Samstag den KSC besiegten, spielten sich in Gelsenkirchen ganz ähnliche Dramen ab wie am Vorabend bei den beiden anderen Spielen. Schalke 04 empfing Hansa Rostock und die Gäste konterten die Gastgeber immer wieder aus um in Führung zu gehen und sich dann von Simon Terodde per Kopf den Ausgleich zu fangen. Drei Mal lief es so, bis Hansa endlich auf „Das entscheidende Tor nicht zu früh schießen!“-Modus umschaltete und in der 95.Minute das 3:4 erzielte. Verrückt. Am gestrigen Sonntag führte dies dann zur Beurlaubung von Dimitrios Grammozis bei den Knappen. Die Co- und Torwarttrainer sind ebenfalls freigestellt worden, Huub Stevens wird… eine neue Lösung wird für heute erwartet.
Die nächsten BigPoints sammelte außerdem der SV Sandhausen, der Hannover 96 mit 3:1 (2:1) bezwang.

Im Abendspiel standen die Gäste durch die vorangegangenen Siege von Darmstadt und St. Pauli dann schon unter leichtem Zugzwang. Der 1. FC Nürnberg hingegen wollte den dritten Sieg in Folge und damit direkt am Hamburger SV vorbeiziehen. Dies gelang mit dem 2:1 (1:1), wenn auch spät: Tim Handwerker traf in der 88. Minute aus einer Entfernung, die Daniel Heuer Fernandes normalerweise vor keine Probleme hätte stellen sollen. Das Tor zählte trotzdem.

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Am Sonntag ging es zwar mit einem frühen Tor verrückt los, beruhigte sich dann aber wieder.
Werder Bremen war nämlich gegen Dynamo Dresden schon in der 2. Minute in Rückstand geraten, ehe Niclas Füllkrug durch einen Doppelpack in der 16. und 45. Minute für den 2:1-Sieg der Bremer sorgte.
Im Abstiegskampf sorgte Fortuna Düsseldorf mit einem 3:0 (2:0) gegen den FC Ingolstadt dafür, wieder etwas durchatmen zu können, immerhin vier Punkte sind es so auf Dynamo, welches auf dem Relegationsplatz steht.
Während es für Ingolstadt damit elf Punkte bis zur Relegation sind, sendete Erzgebirge Aue noch ein Lebenszeichen und bezwang Jahn Regensburg mit 1:0 (1:0). Der Rückstand auf Dynamo beträgt trotzdem noch sieben Punkte, nächste Woche geht es zum HSV.

In der Tabelle führt damit weiterhin Werder (48 Punkte) vor Darmstadt und St. Pauli (je 47). Dahinter besteht zum 1. FC Nürnberg (42) bereits eine kleine Lücke, HSV und Schalke folgen mit je 41 Punkten.

Leihspieler Watch

Weiterhin nicht im Kader des 1. FC Kaiserslautern (0:1-Auswärtssieg in Osnabrück) steht Marvin Senger, der noch immer Probleme mit der Wade hat.
Einen 0:1-Auswärtssieg gab es auch beim Spiel von Christian Viet und der stand sogar 75 Minuten auf dem Platz. Allerdings war es für den BVB II ein Heimspiel gegen das quasi bereits abgestiegene Türkgücü und als die Gäste in der 74. Minute in Führung gingen wurde er kurze Zeit darauf ausgewechselt.

SpielerVereinEinsätzeStartelfToreVorlagenPlatzverweise
Christian VietBorussia Dortmund U2330233
Marvin Senger1.FC Kaiserslautern6 (+1 DFB-Pokal, +6x U23)51

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Regionalliga Nord (m/w)

Bämm! 4:1 lautet das Endergebnis der 1.Frauen aus dem Spiel gegen den SV Meppen II – und während es vor dem Pflichtspielauftakt letzte Woche noch nach einer wirklich schwierigen Aufgabe aussah, überhaupt bis zum Saisonende die Abstiegsränge zu verlassen, ist dies tatsächlich schon nach nur zwei Spielen gelungen! Die Führung durch Emma Frings (32.) konnte Meppen kurz vor der Pause noch ausgleichen, Lina Jubel (68.), AnSo Greifenberg (74.) und erneut Emma Frings (77.) machten dann in der zweiten Halbzeit aber alles klar.
Fotos findet Ihr bei Sarah Grün und Matthias von Schramm (FB).
Nächsten Sonntag geht es nach Osnabrück, zur TSG Burg Gretesch.

Die U23 startete gestern in die Abstiegsrunde und wie schon letzte Woche ausführlich ausgeführt, ist das noch ein gutes Stück Weg bis zum Klassenerhalt.
Gestern gab es jedenfalls mit Lars Ritzka, Lukas Daschner und Igor Matanović schon mal drei Direkthilfen aus dem Profikader, Winterneuzugang Serhat Imsak (FC Pipinsried) markierte beim FC Oberneuland nach einer knappen halben Stunde auch die Führung für Braun-Weiß. Leider verpasste man es danach den Sack zuzumachen und durch einen Strafstoß kassierte man in der zweiten Hälfte noch den Ausgleich. (Spielbericht: fcstpauli.com)
Nächste Woche ist spielfrei, was immerhin die Tabelle dann etwas mehr zurechtrückt, am 20.3. gibt es dann beim HSC Hannover wahrscheinlich ein echtes Sechs-Punkte-Spiel.

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Junioren Bundesliga

Ja, langsam wird es eng. Fünf Absteiger gibt es aus der 19er-Liga, gespielt wird eine einfache Runde mit dementsprechend nur 18 Spielen – und nach 14 Spieltagen hat die U19 des FCSP nur 12 Punkte auf dem Konto und damit drei Punkte weniger als der Hallesche FC auf dem rettenden Platz 14.
Am Samstag kam mit Energie Cottbus der Tabellendritte. Dieser nahm beim 0:2 dann auch die Punkte mit, beide Tore fielen in der Viertelstunde vor der Pause.
Nächste Woche ist spielfrei, in den vier restlichen Partien geht es noch gegen Hannover 96 (10.), den HSV (12.), Carl-Zeiss Jena (19.) und den VfL Osnabrück (16.). Je nach Verlauf der anderen Partien könnten durchaus drei Siege aus den vier Spielen für den Klassenerhalt nötig sein – mal schauen, ob Spieler wie Niclas Jessen oder auch Igor Matanović da noch zum Einsatz kommen, um den Abstieg zu verhindern.
(Etwa 25 Cottbusser Freunde der dritten Halbzeit fanden sich dann später während des KSC-Spiels noch auf dem Heiligengeistfeld ein. Bisschen Rumpimmeln, „Scheiß St. Pauli!“ rufen, sich einkesseln lassen und dann später behaupten, sich gezeigt zu haben. Kann man mal machen, ganz toll…)

Den entspannteren Saisonverlauf hat da die U17, die mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls den Tabellendritten empfing, selbst aber auch im oberen Tabellendrittel steht bzw. mit den Nachholspielen sogar noch auf Rang 3 springen könnte. Gegen die Wölfe gab es in der 1. Halbzeit einen unerfreulichen Schreckmoment, als Torwart Kevin Jendrzej nach einem Zusammenprall verletzt ausgewechselt und ins Krankenhaus gefahren werden musste – Gute Besserung!
Nach der Pause ging der FCSP dann durch Eric Emanuel da Silva Moreira nach einem Freistoß und Gewühl im Strafraum in Führung, musste aber durch ein Eigentor noch den 1:1-Endstand hinnehmen.

Döntjes

11Freunde: Groundhopperinnen

„Na, ganz alleine hier?“
Die Überschrift lässt mich schon leicht zucken, doch genau darum geht es in dem Artikel bei 11Freunde (€ oder Print, Februar-Ausgabe). Vier Groundhopperinnen berichten von ihren Erlebnissen, Lieblingsstadien und ihrer Motivation – und natürlich auch von den Klischees, denen sie ausgesetzt sind.

Stuttgarter Ordner im Gladbacher Gästeblock

Wenn selbst der Heimverein und der sonst in Fanthemen eher zurückhaltende Kicker sich äußern, muss da wohl gehörig was schief gelaufen sein. Jedenfalls veröffentlichte die Fanhilfe Mönchengladbach nach dem Spiel am späten Samstagnachmittag ein Video auf Twitter, in dem der Stuttgarter Ordnereinsatz wohl mit Fug und Recht als „Unverhältnismäßig“ bezeichnet werden kann – ganz egal, was da zuvor passiert sein mag.
Dass der VfB dann nur von „Auseinandersetzungen im Gästeblock“ spricht und damit so tut, als wäre hier ja vielleicht auch eine andere Deutung möglich… nun ja, erwartbar. Bleibt zu hoffen, dass das abschließende Statement dann sprachlich klarer ausfällt.

Rot-Weiss Essen verliert abgebrochenes Spiel am grünen Tisch

Das beim Stand von 1:1 abgebrochene Spiel von RWE gegen Preußen Münster wurde vom Verband nun mit 0:2 gewertet. Beim Ausgleichstreffer der Gäste war ein Böller in Richtung Spielfeld geworfen worden, der bei Münsteraner Spielern für ein Knalltrauma sorgte.

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Gewalt in Mexiko

Beim Spiel zwischen dem FC Querétaro und Atlas Guadalajara gab es am Samstag schwere Ausschreitungen von Fans auf der Tribüne und im weiteren Verlauf auch im Innenraum. Bilder und Videos machten auf Social Media die Runde, ich verzichte hier komplett auf Verlinkungen.
Laut offiziellen Angaben vom Sonntag gab es 26 Verletzte, drei davon schwer – und noch keine Toten. Angesichts der Bilder von vor Ort bleibt nur zu hoffen, dass es dabei auch wirklich bleibt.
Alle für Sonntag angesetzten Erstligaspiele wurden abgesagt.

Zu guter Letzt

Jetzt wissen wir endlich, warum es diese „maximal DIN A4“-Größenvorgabe bei Taschen in Stadien gibt. (Twitter)

Forza St. Pauli!
// Maik

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6 thoughts on “Lage am Millerntor – 07. März 2022

  1. Moin! Schreibst du die Lage eigentlich am Abend schon vor oder bist du einfach ein früher Vogel?

    Es hat echt gut getan, mal wieder am Millerntor gewesen zu sein (zuletzt beim Heimspiel gg. Bielefeld im Dezember 2019)! Und die fehlende Bandenwerbung ist sofort und positiv aufgefallen. Mal wieder eine Abwechslung vom ewigen im TV schauen, auch in diesen schwierigen Zeiten. Am Ende konnten wir noch Zeuge werden, wie Kofi sein Trikot einem kleinen Jungen schenkte. Und auf der Haupt ging das mit dem Abstand auch sehr gut, da nicht alle Plätze besetzt und man ausweichen konnte. Manche verstehen das mit dem Maske tragen (auch die Nase gehört dazu, FFP2 und keine chirurgische oder Stoffmaske) ja immer noch nicht und werden es wohl auch nie. Ich fand ja den Hinweis von unserem Stadionsprecher klasse, der sich insbesondere auch an die Logen-Gäste richtete, dass die FFP2-Pflicht auch für diese gelte. Haben etwas bedröppelt geschaut, zurecht! Für manche gelten halt immer Sonderregeln. Mal sehen, wie das wird, wenn dann wieder Vollauslastung ist.

    Bei Schalke soll ja angeblich der ewige Funkel reaktiviert werden 😉

    1. Hahaha… um (gerade die Montags-) Lage komplett morgens zu schreiben, müsste ich ja schon gegen 03.00h am Rechner hocken.
      Nee, in der Regel starte ich nach Veröffentlichung schon mit der Lage für den nächsten Tag und sammle dann Links und Themen. Die formuliere ich dann im besten Fall aus oder halt auch nicht und der Feinschliff folgt dann morgens vor Veröffentlichung, in aller Regel so ab ca 07.00h.
      Heute war aber ein Sonderfall, ich hab nämlich einen Zahnarzt-Termin, also war das dieses Mal tatsächlich schon gestern Abend gegen 23.30h alles fertig – das ist dann aber eben doch die Ausnahme.

    2. Jo, das mit den Masken ist mir auch im mittleren Teil der Südstehplätze massivst störend aufgefallen. Ich bin da ja eher so der Typ, der die Leute um mich herum dann halt erst mal freundlich bittet, doch eine Maske aufzusetzen, aber wenn dann nach der zweiten Bitte und dann der dritten, dann deutlich formulierten Forderung, endlich eine scheiß Maske aufzusetzen nur damit „argumentiert“ wird, es gäbe auch andere, die keine Maske tragen würden, weiß ich auch nicht mehr..
      „Andere“, die dann während des Spiels 10m von mir entfernt stehen interessieren mich in dem Fall dann eher sekundär, aber wenn ne Fünfergruppe (komplett ohne Maske) direkt neben mir zu stehen meint, gibt es auch mal ein paar deutlichere Worte, wenn es dann nach zweimaligem drum bitten nicht fruchtet. Und ganz ehrlich, wenn sie nicht irgendwann dann von mir weg gegangen wären, hätten die alle keinen Spaß mehr während des Spiels gehabt. Es kotzt mich einfach nur noch an und ich bin es leid, über solche Dinge ellenlang noch mit zig Leuten herum diskutieren zu müssen.

      Ich war keine fünf Minuten an meinem Platz, da hatte ich schon mit drei unterschiedlichen Gruppen in meiner direkten Umgebung bitten müssen, dass sie sich ne Maske aufsetzen. Und insgesamt lag die Quote derjenigen, die im Mittelteil der Süd keine Maske trugen bei lockeren 15 Prozent, absolut zum kotzen.
      Und wird man dann nach mehrfachem Bitten, wenn man denn neben mir stehe sich wenigstens eine Maske aufzusetzen ein wenig lauter, kriegt man dafür dann nicht nur keinen Support, sondern ganz im Gegenteil, es solidarisieren sich dann weitere Maskenverweigerer mit denen, damit die sich noch besser mit ihrem unsolidarischem Verhalten fühlen. Ist ja nicht so, dass mich eine Covidinfektion aufgrund diverser weiterer Faktoren mit nicht ganz geringer Wahrscheinlichkeit mindestens mal auf Intensiv-, wenn nicht gar eine Etage tiefer bringen würde – aber ich kann mich demnächst ja wieder in meiner Wohnung einschließen, da bin ich dann wenigstens sicher davor, zwei Stunden direkt neben Leuten stehen zu müssen, die mir potentiell während der ganzen Zeit die von ihnen nicht bemerkte Infektion rein blasen.

      Ich hielt den FC St. Pauli bisher mit einer überwiegend solidarischen Fanszene versehenen wo man auf sich gegenseitig Rücksicht nimmt. Wo in Zeiten der Pandemie eine Maske getragen und Abstand gehalten wird (während bei anderen Fanszenen beides nicht der Fall war und man maskenlos in engen Pulks zusammen stand, während andere Blockbereiche leer blieben), und da, wo kein Abstand eingehalten werden kann dann eben eine Maske getragen wird.
      Aber nicht erst seit den Vorfällen in verschiedenen Fangruppen zuletzt hätte mir klar sein müssen, dass es auch in unserer „glückseeligen“ Fangemeinschaft am Millerntor auch einfach viel zu viele unsolidarische – sorry – Arschlöcher gibt. Und ja, ich benenne Arschöcher als solche, auch wenn sie den gleichen Verein anfeuern. Und dann im weiteren Spielverlauf die gegnerischen Spieler von jenen als „Huhrensöhne“ betitelt wurden – passte zum sonstigen Auftreten. Und ja, natürlich war deren Platz dann auch komplett mit Getränken getränkt – normalerweise kein Ding, aber war schon ein wenig sinnbildlich. War schon echt klasse am Samstag auf der Südkurve. Hatte man beim Magischen ja vorher auch schon von der Gegengerade gelesen – das konnte ich in der Massivität, wie von denen geschrieben so auf der Süd bisher nicht feststellen. Also, zumindest nicht in dem Bereich der Süd, wo ich stehe. Aber seit Samstag weiß ich nun, dass auch Mitte der Süd kein Raum der gelebten Solidarität mehr ist. Und dabei hilft es dann auch nur sehr bedingt, wenn einem dann nach dem Spiel von anderen mitgeteilt wird, man hätte Recht mit seinem Ärger wegen den Masken gehabt – kann ich mir dann über 90 Minuten, nachdem die Situation war und ich mich über ein wenig Solidarität gefreut hätte auch nichts mehr für kaufen.
      Apropo kaufen: Scheint auch eine neue Masche zu sein, sich vor dem betreten des Blocks ein Getränk zu kaufen, das dann das ganze Spiel über in der Hand zu halten und beim ansprechen, ob man nicht vielleicht doch mal eine Maske aufsetzen könne als Begründung zu nennen, man würde ja gerade ein Bier trinken. Ja, du mich auch, ich trink auch über zwei Halbzeiten ein Bier und kann deswegen die komplette Spielzeit über leider meine Maske nicht mehr aufsetzen. Geh doch weg von mir…
      ————–
      Arghs. Sorry.
      —————

      Umso schöner dann, als ich nach dem Spiel in der Rindermarkthalle einkaufen war (bzw. es wollte) und dann in vielen Bereichen einfach nur eine Leere vorfand – hier mal als Beispiel der Bereich, wo normalerweise Babywindeln und dergleichen liegen sollten:
      https://twitter.com/Kiezkickerde/status/1500837219527008259

      Und ja, auch die durchgehende Einblendung der Friedensbotschaft auf den Werbebanden, die verlesenen Statements und die Musik – ließen mich dann doch noch an das solidarische in der Fanszene glauben. Aber eben nur bei einem Teil der Leute.

  2. Nachdem unser Ex-Torwart Svend Brodersen in der
    letzten Saison mit seinem neuen Team Yokohama FC
    als Tabellenletzter aus der J1-League abgestiegen war,
    hat er in 2022 mit Y-FC einen echten Traumstart in der
    J2-League hinbekommen. Die ersten drei Saisonspiele
    wurden alle gewonnen und Yokohama steht somit an
    der Spitzenposition der zweiten Liga in Japan.
    Svend absolvierte als Stammkeeper natürlich die gesamten
    270+ Minuten und zeigte dabei einige richtig gute
    Paraden.

    Das Spiel bei Mitabsteiger Oita Trinita im Showa Denko
    Dome (2002 WM-Stadion) war das Topspiel des dritten
    Spieltags und wurde Sonntagmorgen live auf dem
    Youtube-Kanal der J-League übertragen.

    J2-League 2022, Yokohama FC
    MW1 Yokohama FC – Omiya Ardija 3-2
    MW2 Yokohama FC – Varen Nagasaki 1-0
    MW3 Oita Trinita – Yokohama FC 1-2

    J2-League, MW3, Oita Trinita – Yokohama FC (Highlights)

  3. Auch auf der GG mittig stand direkt neben mir eine Gruppe ‚alter weißer Männer‘, die sich allesamt nicht angesprochen gefühlt haben ihre Maske aufzusetzen. Schon die Stunde vor Anpfiff und dann auch während des gesamten Spiels nicht. Die waren einfach nur fröhlich in der 8-er Gruppe. Ich fand es absurd und wurde dann als Frau belächelt. Aber gut – schlussendlich standen die mehr oder weniger direkt vor dem Ordner und das konnte ich dann noch weniger nachvollziehen – warum die Ordner nicht in der Lage waren wenigstens einmal was zu sagen. Vor allem, wenn es direkt vor deren Augen stattfindet. Ich erinnere mich an die ersten Spiele zurück im Stadion – 1000 Leute auf der GG Sitz – wo die Ordner permanent Leute angesprochen haben. So wie es sein sollte.
    Wie dem auch sei – es ist ernüchternd insbesondere zur Zeit immer wieder festzustellen, dass es vielen Leuten komplett egal ist was Solidarität heißt.
    Mir ist das mit dem Nicht Maske Tragen im Block auch schon beim Union Spiel aufgefallen – es scheint einfach sinnlos, da zu intervenieren. Man steht stets alleine da.

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