Lage am Millerntor – 25. April 2022

Lage am Millerntor – 25. April 2022

Stimmungslage: Ach, leck mich doch. Der FC St. Pauli verliert gegen Darmstadt und bei nicht wenigen dürfte das Gefühl vorherrschen: Das war’s. Eine Resthoffnung gibt es nur bei unerschütterlichen Optimisten. Auch doof: bei der U23, der U19, der U17 und den 1. Frauen lief es auch nicht so richtig.

FCSP News

1:2 gegen Darmstadt 98

Fuck. So muss es sich anfühlen, wenn in einen bis zum Bersten gefüllten Reissack auf einmal ein großes Loch gerissen wird und der gesamte Inhalt entweicht. Visualisiert am Samstag durch den Schuss von Fabian Holland zum 0:2. Ein Traumtor als komplettes Stecker ziehen.
Und wie so oft schlugen wir uns in der Defensive selbst. Letzte Woche gegen Sandhausen diese unnötige Ecke, dieses Mal gestikuliert Philipp Ziereis sekundenlang (zu Unrecht) auf Abseits, statt sich entschlossen in den Zweikampf zu bewegen. Ob er den Pass noch hätte verhindern können, weiß ich nicht – aber so konnte er es zumindest nicht.

Kommen jetzt noch drei Spiele? Ja.
Und wenn wir die gewinnen, ist es dann noch möglich auf (mindestens) Platz 3 zu springen? Absolut.
Allein: Erstmals in dieser Saison fehlt daran der Glaube, dafür waren die letzten Wochen, beginnend mit dem Hansa-Spiel, einfach zu desillusionierend.

Übrigens, öfter mal was Neues: Tim hat sich die zahlreichen Anfragen und Vorschläge zu Herzen genommen, doch auch mal Noten zu vergeben oder Ähnliches zu tun, nur halt so objektiv wie möglich. Herausgekommen ist eine datenbasierte Einzelkritik. Schaut Euch das gerne mal an und hinterlasst eine kurze Info, ob Ihr Euch sowas dauerhaft wünscht.

Lage der Liga

Die ersten Entscheidungen fielen schon am Freitag: Lange sah es so aus, als würde Fortuna Düsseldorf den Klassenerhalt auch rechnerisch eintüten. Der Doppelschlag von Appelkamp (26. Min) und de Wijs (31.) (Assist Rouwen Hennings, NvdA-Zähler: 1, der zusätzlich aber auch noch 3-4 Tore hätte erzielen können) gegen Dynamo Dresden hätte die 40-Punkte-Marke geknackt und einen zehn-Punkte-Vorsprung auf den auf dem Relegationsrang liegenden Gegner bedeutet. Doch Will (71.) und Königsdörffer (80.) brachten Dynamo nochmal zurück ins Rennen und erzielten den 2:2-Endstand – auch wenn man sicher nicht mehr auf die Fortuna schaut, sondern es einem eher egal ist, wen man in den restlichen drei Spielen noch einholt.

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Dresden nicht mehr einholen wird der FC Ingolstadt. Patrick Schmidt (Handelfmeter, 24.) und Filip Bilbija (46.) hatten den FCI beim Karlsruher SC zwar mit 2:0 in Front geschossen, doch die Kopfbälle von Fabian Schleusener (69.) und Philipp Hofmann (75.) sorgten für gleich zwei Gegentore nach Ecke in nur sechs Minuten – da wäre ich ja komplett durchgedreht. Jedenfalls ist der FCI damit zehn Punkte hinter und der KSC zehn Punkte vor Dynamo – und für beide steht damit die Spielklasse der nächsten Saison auch rechnerisch fest.

Am Samstag verlor Schalke 04 gegen Werder Bremen mit einem deftigen 1:4 die Tabellenführung. Ein Torwartfehler ebnete den Weg, Marvin Ducksch (NvdA-Zähler: 2) traf mehrfach Aluminium und zwei Mal auch, jeweils abgefälscht, ins Tor.
Holstein Kiel verpasste die rechnerische Rettung durch ein 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim, auch hier half den Gästen ein Torwartfehler.
Noch ein Tor mehr als in Gelsenkirchen fiel in Regensburg, wo der SSV Jahn gegen den Hamburger SV in der 89. Minute zum 2:2-Ausgleich kam, um dann doch noch 2:4 zu verlieren. Für die Gäste ist damit die Resthoffnung auf Platz 3 weiter am Leben.

Für den Sonntag muss ich etwas ausholen: Ich bin während der Spiele viel zu nervös, um irgendwelche Bewertungen ins Internet zu schreiben und wundere mich eher immer im Nachgang, wie viele andere das trotzdem schaffen und bspw. Twitter befüllen. Wenn ich mal ein Spiel live am TV verfolge, reicht es in aller Regel maximal für ein geunktes „Zu früh!“. Irgendwann begann ich damit, der dezidierten „Analyse“ einfach die Anzahl der kassierten Gegentore nach Ecke aufzulisten. Klappte ’ne Zeitlang auch ganz gut, wir kassierten keine Gegentore nach Ecke mehr, aber dann fiel irgendwann Jakov Medić aus und Derby und Sandhausen und… ach, EGAL JETZT, wie Thees schreiben würde. Worauf ich hinaus will: Wenn die eigenen Twitter-Erwähnungen an einem Sonntag explodieren, obwohl der FC St. Pauli gar nicht spielt, muss erstaunliches passiert sein – und dies kann man für das Frankenstadion wohl so festhalten.
12:6 Ecken hatte der 1. FC Nürnberg gegen den SV Sandhausen am Ende, das Ergebnis lautete 2:4. Soweit schon erstaunlich, aber noch nicht so richtig bemerkenswert. Aber: Alle vier Tore des SVS fielen nach einer Ecke! Wahnsinn. Zwei Tore davon erzielte Tom Trybull (NvdA-Zähler: 3). Als der Glubb das 2:1 erzielte (54.) stand der Torschuss-Zähler bei 14:3. Dann fiel zwar der Ausgleich, doch Nürnberg erhielt kurze Zeit später einen Strafstoß – und verschoss. Im weiteren Verlauf verwandelte der SVS dann eben noch zwei Ecken, unfassbar. Mit 38 Punkten ist der Klassenerhalt noch nicht ganz geschafft, die acht Punkte Vorsprung auf Dresden ermöglichen es aber, dies am kommenden Freitag gegen Schalke 04 einzutüten. Somit haben weder Werder Bremen, noch Heidenheim, noch der HSV, auch nicht Nürnberg oder der FCSP in der Rückrunde gegen Sandhausen gewonnen.

Außerdem gewann der SC Paderborn 3:0 (2:0) gegen Hannover 96 und Erzgebirge Aue konnte eine zweimalige Führung gegen Hansa Rostock nicht ins Ziel bringen, 2:2 (2:1). 96 liegt nun mit 36 Punkten direkt vor Dynamo, hat aber immerhin noch sechs Punkte Luft. Aue hat sieben Punkte Rückstand auf Dynamo und braucht ein kleines Wunder in den beiden ausstehenden Spielen (Darmstadt A, Werder H), um dann am letzten Spieltag in Dresden noch auf den Relegationsrang springen zu können. Beteiligt am Punkt der Kogge natürlich auch John Verhoek (NvdA-Zähler: 4), der per Strafstoß zum zwischenzeitlichen 1:1 ausglich.

Außerdem: Während sich der FC Ingolstadt verabschiedet, stehen mit der SpVgg Fürth (von oben) und dem 1. FC Magdeburg (von unten) zwei Liga-Neuzugänge fest.

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Fanszene News

25 Jahre Skinheads

„Corona-bedingt verspätete Glückwünsche!“ gingen vom Stadionsprecher-Team vor Anpfiff an die St. Pauli Skinheads, die es inzwischen schon über 25 Jahre lang gibt. und die natürlich erst bei Vollauslastung auch im Stadion feiern wollten. In diesem Moment ging dann auch das aufwändige Banner im Block 1 hoch und der rote Nebeltopf wurde hindurch geschoben.
Schön, dass es Euch gibt, bleibt wie Ihr seid! Stay rude, stay rebel – auf eine schöne Geburtstagsfeier im Sommer!

Ein Transparent auf der Gegengerade, auf dem sechs Skinheads im Comic-Style gezeichnet sind und der Schriftzug: "Sankt Pauli Skinheads - 25 years".
St. Pauli Skinheads-Geburtstagstranspi vorm Block 1. // (c) Peter Böhmer

Weiss-Braune Kaffeetrinker mit alkoholfreiem Getränkestand auf der Gegengeraden

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Was vor einiger Zeit als Idee Gestalt annahm und bei einem Antrag auf der Mitgliederversammlung 2019 nach Intervention des Präsidiums von einem verbindlichen in einen Prüfantrag umgewandelt wurde (siehe dazu unser Interview aus Juni 2021) wird nun zum kommenden Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg endlich seine Premiere feiern: Ein alkoholfreier Getränkestand auf der Gegengerade. (Facebook)

Das war ein weiter Weg. Vielen Dank an alle, die dazu unermüdlich beigetragen haben. Insbesondere natürlich einen großen Glückwunsch an die Weiss-Braunen Kaffeetrinker:innen, die nicht locker gelassen haben.

Nürnberger Ultras reisen am Freitag nicht an

Apropos Heimspiel am Freitag: Der Nürnberger Gästeblock wird am Freitag ohne den Support von Ultras Nürnberg 1994 und Banda di Amici auskommen, wie beide Gruppen auf Faszination Nordkurve mitteilten. Die Begründung ist, dass am Millerntor 2G gilt und daher nicht alle im Stadion dabei sein dürfen.
No comment.

Museum Sonderausstellung: Lebenswege 1933 – 1945

Noch bis zum 7. Mai könnt Ihr im Vereinsmuseum (Gegengerade) die Sonderausstellung „FC St. Pauli: Lebenswege 1933-45“ besuchen. (Twitter)

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Hamburger Polizei doing Hamburger Polizei things

Der gestern veröffentlichte Tweet der Braun-Weissen Hilfe bezieht sich auf Vorfälle vor dem Spiel, deutlich außerhalb des Stadiongeländes, bei dem Fans anlasslos mit Pfefferspray und Schlagstöcken attackiert wurden. Nein, wir werden hier keine Details dazu veröffentlichen.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Regionalliga Nord (w)

In Führung gehen, zurückliegen, wieder führen und am Ende einen Punkt mitnehmen. Punkt gewonnen oder zwei verloren? Wir werden es wohl im Bericht der 1. Frauen selber lesen, bis dahin steht der Spielverlauf vom 3:3 beim Walddörfer SV für sich selbst.
– Spielbericht und Fotos: Sarah Grün
– weitere Fotos: Ey, die Hunde (FB)

Da Werder II mit 4:1 gegen Burg Gretesch gewann, sind die Bremerinnen in der Tabelle wieder an Braun-Weiß vorbeigezogen, Jahn Delmenhorst verlor mit 3:9 beim HSV und belegt somit den (offiziell) ersten Abstiegsplatz, davor rangiert der FCSP. Da allerdings aus der 2. Liga nach wie vor der Abstieg von Wolfsburg II und dem SV Henstedt-Ulzburg droht, gilt es weiterhin, im Idealfall noch mindestens zwei Plätze in den verbleibenden fünf Partien gutzumachen.

Was aber gestern abseits des Platzes passierte, sorgte dann noch für eine Stellungnahme des Walddörfer SV: (Facebook)

Offenbar hatten einige HSV-Fans sich vorgenommen, dieses Spiel für ihren Kleinkram zu missbrauchen (Die üblichen Verdächtigen FB), was ihnen nicht gelang und vom WSV mit klaren Worten bedacht wurde. Vielen Dank dafür.

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Regionalliga Nord (m)

Vielleicht sogar noch ein bisschen dramatischer gestaltet sich tabellarisch die Situation der U23. Die hat nämlich gestern trotz drückender Überlegenheit mit 1:2 (0:0) gegen den Tabellenletzten FC Oberneuland verloren, das 1:2 fiel in der 94. Minute. Zuvor hatte Marcel Beifus für eine Notbremse Rot gesehen und dürfte somit auch für den Profikader vorerst gesperrt sein.

In der Tabelle hält man bei noch vier ausstehenden Partien zwar noch knapp den Nichtabstiegsplatz, allerdings haben die Teams dahinter noch ein Spiel mehr auszutragen. Am 8. Mai geht es gegen den HSC Hannover weiter, in den Wochen darauf stehen mit Lüneburg (A) und Rehden (H) auch noch Spiele gegen die direkten Konkurrenten an. Immerhin hat man es also noch in der eigenen Hand…

Junioren Bundesliga (U19)

Gratulation, FCSP U19, das Herzschlagfinale ist da.
Dank des souveränen 2:0 (2:0) gegen Carl Zeiss Jena vom Samstag ist man noch immer nicht abgestiegen und kann den VfL Osnabrück am letzten Spieltag noch überholen, wenn man das Auswärtsspiel dort am kommenden Samstag gewinnt. Grundlage dafür vor etwa 150 Zuschauer:innen war die frühe Führung durch Tom Kankowski, die Ezra Ampofo vor der Pause noch ausbaute. Jena nahm zwar durchaus körperlich am Spiel teil, eine echte Torchance gab es aber über die kompletten 90 Minuten nicht.

Doof nur, dass es auch bei einem Sieg in Osnabrück nicht sicher ist, dass die Klasse gehalten wird – denn der SV Werder unterlag etwas überraschend dem Halleschen FC mit 2:3. Halle hat aktuell drei Punkte Vorsprung und empfängt am letzten Spieltag Tabellenführer Hertha BSC, die dank drei Punkten und zehn Toren Vorsprung quasi als Meister feststehen. Der FCSP muss sowohl Osnabrück als auch Halle noch überholen, um die Klasse halten zu können. Nervenspiele…

Junioren Bundesliga (U17)

Kein Happy End für die U17: Nach einer großartigen Saison ging das letzte Spiel mit 1:3 (1:2) gegen den Nachbarn verloren, der somit noch vorbeizog und (hinter dem bereits vorher feststehenden Meister Hertha BSC (wie auch in der U19)) den FCSP auf Rang drei schob.

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Dabei hatte das Spiel vor gut 300 Zuschauenden am Königskinderweg noch ganz gut begonnen und Außenverteidiger Joscha Oguazu hatte mit einem bemerkenswerten Alleingang nach einer guten Viertelstunde die Führung erzielt. Danach übernahm aber der Gast mehr und mehr das Kommando. Als Schiedsrichter Jan-Philipp Schöneseiffen die Nachspielzeit der ersten Hälfte anzeigte, lag der Ball für eine Ecke des FCSP bereit… und einige Sekunden später schoss ihn Alex da Graca Marques nach einem Konter zur Gästeführung unter die Latte. Das 1:3 am Ende war leistungsgerecht, an der tollen Saison des Teams ändert dies natürlich nichts. Hoffen wir, dass die in die U19 wechselnden Spieler dann auch nächste Saison in der Bundesliga das Braun-Weiße Trikot tragen dürfen.

Döntjes

Kein Flitzer

Der Darmstädter Braydon Manu war für die Partie am Freitag gelbgesperrt – wollte aber natürlich die Feierlichkeiten auf dem Rasen dann auch mitmachen. Der Ordnungsdienst am Millerntor wollte diesen Typen in zivil und mit Fischerhut dann aber möglichst schnell wieder entfernen, was die Mitspieler aber immerhin verhindern konnten. (Twitter)

FC Bayern München zum hundertsten Mal Deutscher Meister

Oder so ähnlich, ich hab aufgehört mitzuzählen.
Glückwunsch, DFL, toller Wettbewerb.

Ultras Frankfurt verzichten auf Mikrofonanlage

Die Fans der Eintracht sind spätestens nach dem Spiel in Barcelona in aller Munde – bekommen aber von der heimischen Polizei gerade Stöcker zwischen die Beine geworfen. Nein, ausnahmsweise nicht wörtlich gemeint, nur im übertragenen Sinne.
Denn die zur Koordination in der Kurve genutzte Mikrofonanlage wurde jetzt zum wiederholten Male von der hessischen Polizei abgedreht. Grund dafür soll Pyrotechnik sein – denn wie wir alle wissen, entzündet sich diese nur bei eingeschalteten Mikros. Ja, nee, keine Ahnung was die Polizei sich dabei dachte, lest selbst. Jedenfalls wird UF nun zukünftig auf die Anlage verzichten, um von diesem „Bestrafungsinstrument“ unabhängig zu sein. (Ultras Frankfurt)

Zu guter Letzt

Kein Bock mehr auf Fußball? Dann zur Abwechslung mal ein bisschen Snooker… (Twitter)

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Forza St. Pauli!
// Maik

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4 thoughts on “Lage am Millerntor – 25. April 2022

  1. Ob Ziereis den Ball bekommen hätte oder nicht. Für mich das 3. Spiel in Folge, wo wir vor einem Tor nicht nachsetzen. Beim Bremer Tor hätte Beifus ihn vermutlich auch nicht bekommen, lamentiert aber anstatt hinterher zu gehen. Das dann der Gegner noch freisteht, weil alle vermutlich mit einem Freistoß rechnen… Das ist für mich dann in der Summe auch eine Frage der (Mentalen) Qualität.
    Ich denke das war raunt hoffe nur, wir bleiben vor der Vorstadt.
    Ansonsten gute Besserung an Tim.

  2. Wär halt schiete wenns stimmt, weil für so’n Bockmist waren bisher immer andere Vereine, bzw. deren *Fans* zuständig.
    Fans in *, weil das für mich weit über das hinaus geht, was Fantum sein sollte.

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