{:de}Was nun, FCSP?{:}{:en}What now, FCSP?{:}

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Puuh… ich kann das Saisonende kaum erwarten. Dabei liebe ich Fußball und besonders den FCSP und friste normalerweise in Winter- und Sommerpausen ein trostloses Dasein. Aber nun gerade hoffe ich sehr, dass die Saison schnellstmöglich endet. Und zwar damit, dass der FCSP nicht auf einem Relegationsplatz steht und noch länger spielen muss bzw. gar direkt in die 3.Liga absteigt.
Dass es vier Spieltage vor Schluss überhaupt noch gegen den Abstieg geht, hatte ich persönlich kurz vor Beginn des Lockdowns nicht gedacht, nein, wirklich überhaupt nicht. Nach dem Sieg zuhause gegen Osnabrück hatte ich mich auf ein entspanntes Austrudeln der Saison eingestellt. Auf dem Spielfeld würde das Team weiter alles geben, testet aber bereits das ein oder andere (Formation, Nachwuchsspieler) für die neue Saison aus und im Hintergrund würden Taschenrechner bemüht, Vertragsgespräche geführt und Deals eingefädelt. Alles für die nächste Saison. Der Saison in der Jos Luhukay mit dem FCSP bekanntlich in die erste Liga aufsteigen möchte und dies ziemlich klar, auch als Messlatte des eigenen Schaffens, formuliert hat.

Doch von der dritten Liga kann man nicht direkt in die erste aufsteigen. Die handelnden Personen des FCSP müssen sich nach 30 Spieltagen viel intensiver mit dem Jetzt befassen, als ihnen vermutlich vor drei Monaten lieb (und vor allem eingeplant) war. Irgendwie ist alles anders nach dem Re-Start. Und das scheint leider nicht nur daran zu liegen, dass die Fans in den Stadien fehlen. Die Gründe für die bis hierhin bereits enttäuschende Saison sind vielfältig und von außen nicht leicht zu bewerten. Trotzdem müssen wir darüber reden.
(Titelbild: Peter Boehmer)

Der Trainer
Jos Luhukay ist nun schon seit mehr als einem Jahr Trainer des FCSP. Und wenn wir seine Leistung auf die Punkteausbeute runterbrechen, dann ist er einer der erfolglosesten Trainer in der Geschichte des FCSP. Das tue ich natürlich nicht, die Gründe für die maue Ausbeute sind vielfältig. Zu vielfältig um alleine daran die Leistung des Trainers zu bewerten. Aber ja, Fußball = Ergebnissport und so. Die erzielten Punkte sind ein wesentlicher Teil und letztlich auch ein wesentliches Indiz für die Leistung. Und diese Ausbeute ist nicht viel mehr als dürftig.

Endlich wieder Fußball! – aber nur in der Hinrunde
Ich persönlich halte von Jos Luhukay ne ganze Menge. Das liegt daran, dass ich die gesamte Hinrunde beeindruckt war, wie gut die anderen Teams analysiert und ausgecoacht wurden. Noch dazu wurde ein klarer Plan entwickelt, wie man sich bei Ballbesitz den Weg zum gegnerischen Tor vorstellt. Und das wurde teilweise auch richtig gut umgesetzt. Ein meilenweiter Unterschied zu vorherigen Trainern, die nahezu gänzlich auf eigene Vorstellungen beim Spiel mit Ball zugunsten von Fehlervermeidung und „Kompaktheit“ verzichteten. Dieser mutlose Fußball tat weh und daher hat mir die Hinrunde, trotz unterdurchschnittlicher Punkteausbeute, gut gefallen.
Der Weg hin zu einstudierten Abläufen im Offensivspiel braucht seine Zeit. Da müssen Dellen in Form von fehlenden Ergebnissen einkalkuliert werden. Doch wie groß ist die aktuelle Delle? Die Delle, die eigentlich schon mit der Rückrunde begann. Ist es überhaupt eine Delle, die wieder ausgebeult werden kann? Denn die Spiele, in denen der Gegner deutlich ausgecoacht wurde und wir deshalb die erste halbe Stunde massiv dominierten, sind selten geworden. Und auch die Idee bei Ballbesitz funktioniert nicht mehr so zuverlässig wie noch in der Hinrunde. Und wenn diese beiden Komponenten wegbleiben und die Ergebnisse so sind, wie sie gerade sind, dann bleiben selbst mir nicht viele Argumente. Das mag eine Phase sein, eine Periode in der Spieler und System zueinander finden müssen, in der noch ein Schritt weitergegangen werden muss, damit die spielerische Idee auch dauerhaft funktioniert. Es kann aber auch sein, dass der bisherige Plan von gegnerischen Teams entschlüsselt wurde und ein gänzlich neuer her muss. (Natürlich kann an dieser Stelle mit den drei Buchstaben MMD der Diskussion ein ganz neuer Impuls gegeben werden. Das kommt dann später.)
Bei der Bewertung muss auch beachtet werden, wann es gute und wann es schlechte Phasen in der Saison gab: Nach mittelprächtigem Start folgte eine Serie mit zwölf Punkten aus sechs Spielen (rund um’s Derby der Hinrunde). Beendet wurde diese durch eine Länderspielpause und einer Phase mit massig vielen verletzten Spielern. Auch die zweite Phase mit besseren Ergebnissen (8 Punkte aus vier Spielen rund um’s Derby in der Rückrunde) wurde jäh durch die Corona-Situation beendet.

Fachlich top, menschlich flop? Bei der Bewertung der Arbeit von Jos Luhukay scheiden sich die Geister.
(c) Stefan Groenveld

Die Sache mit der Empathie
Und dann, in so einer schwierigen Phase wie jetzt gerade, rücken automatisch die Dinge, die in erfolgreichen Phasen eher in den Hintergrund gerückt sind, ganz nach vorne in die erste Reihe: Von außen betrachtet ist Jos Luhukay kein Trainer, der auf menschlicher Ebene überzeugt. Ich persönlich fand es zwar eher förderlich als hinderlich direkt mal zu Beginn der Saison klar anzusprechen, das ein ganzer Verein im Haifischbecken Bundesliga nur dann funktioniert, wenn man es sich nicht irgendwo gemütlich macht.
Über diese Art und Weise lässt sich aber natürlich vortrefflich diskutieren und Jos Luhukay wird in seinem Leben womöglich keinen Job mehr als SocialMediator ergattern – aber das muss er ja auch nicht. Solange es dazu führt, dass der Fußball des FCSP sich verbessert und einzelne Spieler ihre Leistungen steigern können, halte ich eine solche Art für akzeptabel, wenngleich es sicher auch andere Herangehensweisen an das Thema „Motivation von MitarbeiterInnen“ gibt. Ich bin auch hier kein Experte (worin bin ich das schon?), aber würde mal behaupten, dass spürbares Vertrauen ein stärkerer Treiber zu Höchstleistungen ist als die Angst nach Fehlern im nächsten Spiel auf der Bank oder auf der Tribüne zu sitzen. Mich persönlich beeindruckt es z.B. nicht ansatzweise, dass soundso viele Nachwuchsspieler eingesetzt wurden. Denn offensichtlich scheint der Trainer dabei eher darauf zu reagieren, dass er mit den anderen Spielern unzufrieden ist. Nachhaltig empfehlen konnte sich bisher dann leider auch keiner der Nachwuchsspieler. Stattdessen schien es als wenn dann doch wieder gestandene Profis „begnadigt“ wurden. Ist sowas förderlich für die Leistungsfähigkeit eines Teams? Es scheint nicht der Fall zu sein. Auf der anderen Seite haben wir, zumindest von außen betrachtet, eine umgekehrte Herangehensweise bei Markus Kauczinski erlebt, der nicht direkt nach individuellen Fehlern so harsch reagierte. Doch wie viele von uns haben damals laut und leise kritisiert, dass die Spieler doch bitte auch mal etwas fester nach indiskutablen Leistungen angepackt werden? Beide Arten haben ihre Berechtigung – wenn sich dabei Erfolg einstellt.

Die üblichen Mechanismen oder fundamentale Kritik?
Da der sportliche Erfolg in der Rückrunde jedoch ausgeblieben ist (sowohl spielerisch als auch punktetechnisch), sind die kritischen Stimmen wieder lauter geworden. Die EntscheiderInnen jedoch halten zu Jos Luhukay – und das wird Gründe haben. Ich persönlich tue mich schwer damit die Arbeit des Trainers vernünftig einzuschätzen ohne je wirklich einen Einblick in das Innenleben bekommen zu haben. Ich denke wir sollten uns nicht anmaßen allen Personen, die sportliche Entscheidungen beim FCSP treffen, komplette Unfähigkeit vorzuwerfen. Allerdings ist es natürlich auch unser gutes Recht uns zu solchen Themen kritisch zu äußern. Die meisten von uns sind aber sicher froh, wenn sie solche Entscheidungen nicht selbst treffen müssen, sondern kommentieren dürfen.
Und ich möchte mich auch nicht davon blenden lassen, wenn verschiedene Medien die handelsübliche Berichterstattung bei anhaltendem Misserfolg liefern, indem sie z.B. Spielern einzelne Aussagen quasi in den Mund legen, nur um daraus eine größere Geschichte zu spinnen. Wir dürfen nicht vergessen, dass bei medialer Berichterstattung auch immer Auflagen bzw. Klickzahlen bei der Auswahl der Themen eine entscheidende Rolle spielen.
Trotzdem muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es auch vorkommt, dass in sportlich schwierigen Zeiten Spieler dem Trainer, wenn er denn öffentlich unter Druck gerät, verbal den Rücken stärken. Ist das beim FCSP unter Luhukay schon der Fall gewesen? Eher nicht. Können wir daraus eine „Die Spieler kommen mit dem Trainer überhaupt nicht klar“-Story machen? Auch eher nicht. Vertrauensvolle Zusammenarbeit hört sich aber anders an.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Argumente, die für die enttäuschende Rückrunde herangezogen werden können. Denn ein Trainer hat zwar einen riesigen Einfluss auf das Spielgeschehen, aber kann eben nur bis zu einem gewissen Grad Einfluss auf das Spiel nehmen. Der größte Einfluss auf das Spiel und die Ergebnisse liegt bei den Spielern. Und da kommen wir schnell zu der Frage nach der Qualität der einzelnen Spieler. Und wenn wir uns dann die Unterschiede zwischen der Hin- und Rückrunde anschauen, wird deutlich, dass im Offensivspiel, im Bereich der Kreation von Chancen, ein Spieler fehlt. Mats Møller Dæhli hat den Verein im Winter verlassen und die Lücke ist augenscheinlich noch weit größer als angenommen. Hätte hier im Winter noch ein Ersatz für den Abgang geholt werden sollen? Im Nachhinein ist man immer schlauer und kann klar sagen: Ja. Aber hätte es wirklich einen adäquaten Ersatz für Mats zu einem erschwinglichen Preis für den FCSP gegeben? Ein Spieler, der sofort die Rolle von ihm auf und auch neben dem Platz hätte ausfüllen können? Eher nicht.
Und so sehr der Wechsel von Mats schmerzt, so sehr zeigt er auch, was Jos Luhukay mit einigen Spielern geschafft hat: Er hat sie besser gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint es völlig unerklärlich, warum vorherige Trainer Mats nicht im Zentrum eingesetzt haben (gleiches gilt übrigens für Daniel Buballa und Waldemar Sobota). Und sicher lässt sich über die nächste Aussage streiten, aber aus meiner Sicht spielt kein wichtiger Spieler des FCSP unter Luhukay einen schlechteren Fußball als unter vorherigen Trainern.
Und es hat sich im Zuge der Hinrunde noch mehr verändert beim FCSP, was so sicher nicht geplant war: Cenk Şahin hat entschieden ein Arschloch zu sein. Ob die Außenposition unter anderen Voraussetzungen wirklich eine Problemzone geworden wäre? Sicher hat er bis zu dem Zeitpunkt seiner Suspendierung keine große Rolle gespielt, aber allein aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten hätte er da womöglich eine größere Rolle einnehmen können und wenn man sich z.B. den Werdegang von Rico Benatelli anschaut, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass das unter Jos Luhukay hätte passieren können.
Die Kadersituation ist also ein weiterer zentraler Punkt, der, neben der kritischen Aufarbeitung der Arbeit von Jos Luhukay, bei der Bewertung der Saison beachtet werden muss. So zentral, dass ich mich dieser Situation nun widmen werde.

Nicht nur menschlich, auch auf dem Platz ein herber Verlust. Größer als vermutet?
(c) Stefan Groenveld

Der Kader
Die Tatsache, dass die vier Spieler denen im Winter mitgeteilt wurde, dass der Verein nicht mehr mit ihnen plant, noch alle beim FCSP sind und „freiwillig“ in die U23 gegangen sind. lässt Raum zur Spekulation:
Entweder die Spieler hoffen darauf, dass die Tür zum ersten Team wieder aufgeht.
Oder: Kein anderes Team wollte diese Spieler im Winter verpflichten.
Oder: Die Spieler selbst haben keine, aus ihrer Sicht angemessenen, Vertragsangebote erhalten.

Die beiden letztgenannten Punkte, wenn sie denn der Wahrheit entsprechen, sind kein Indiz dafür, dass die sportliche Leitung (inzwischen nicht mehr beim FCSP) gute Entscheidungen mit den Vertragsverlängerungen der entsprechenden Spieler getroffen hat. Und gerade das war und ist ein Kernproblem der aktuellen Kadersituation: Der Kader ist viel zu üppig besetzt, aber augenscheinlich nicht mit der nötigen Qualität und/oder mit vielen Spielern, die sich ständig verletzen. Mit diesem Kader zu arbeiten ist sicher keine leichte Aufgabe. Und vor dem Hintergrund dieser Ausgangssituation ist die Arbeit von Andreas Bornemann zu bewerten.
Denn trotz der üppig besetzten Umkleidekabine gab es einige Planstellen im Kader vor der Saison zu besetzen. Das hat eher so lala geklappt. Zumindest sind Leihgeschäfte sogar nach Aussage von Bornemann selbst nicht optimal, aber waren eben aus seiner Sicht nicht zu vermeiden. Die problematische Kadergröße wurde übrigens bereits direkt zu Dienstantritt als großes Problem angemerkt. Wie geht man nun mit einem Kader um, der zwar üppig besetzt ist, aber eben anscheinend nicht den eigenen Ansprüchen genügt? Zumal, wenn es dann auch nicht so ist, dass Spieler, die nicht mehr in das Konzept des Trainers/Sportdirektors passen nicht mal eben so einen neuen Verein zu finden scheinen. Eine Trainingsgruppe B gründen? Das ist schon aus arbeitsrechtlicher Sicht schwierig. Wohl vor allem deswegen blieb der zwingend notwendige Umbruch im Kader aus. Andreas Bornemann betonte, dass ein solcher Umbruch mehrere Transferperioden benötige. Und entsprechend sollte auch mit der Bewertung der Arbeit des Sportdirektors verfahren werden.

Noch so ’ne Baustelle: Verletzungen
Bei einer Statistik in der zweiten Liga spielt der FCSP gefühlt seit Jahren (statistisch gesichert zumindest seit zwei Saisons) oben mit: Den Ausfallzeiten durch Verletzungen. Und wir können das HätteHätteFahrradkette-Spiel gerne mal spielen: Wie wäre die Saison wohl gelaufen, wenn Christopher Avevor sich nicht das Wadenbein gebrochen hätte? Und wenn James Lawrence als sein legitimer Nachfolger mit heilem Knie durch die Saison gekommen wäre? Oder wenn Christian Conteh seinen Worten auch Taten in Form von harter Arbeit hätte folgen lassen, damit er sich nicht eine Muskelverletzung nach der anderen zuzieht? Oder wenn Henk Veerman nicht erst gegen Ende der Hinrunde einsatzbereit gewesen wäre? Und, herrje, die Herren Buchtmann und Ziereis… Wir werden es nie erfahren, aber auch diese Sachlage muss kritisch bei der Bewertung der Saison betrachtet werden.
Die Situation um die verletzten Spieler war zeitweise so eklatant, dass nahezu jeder Spieler in diesem riesigen Kader auf dem Platz gebraucht wurde. Besonders besorgniserregend war die Situation im November, als zeitweise 15 Spieler verletzt fehlten. Jos Luhukay meinte hierzu, dass er sowas „noch nie erlebt“ habe. Ist dem so? Nun ja, es ist zumindest nicht so, dass es an vorherigen Standorten von Jos Luhukay nicht auch ähnliche Probleme gegeben hätte (z.B. in Augsburg oder in Berlin). Aber solche Verletztenmiseren kommen bei vielen Vereinen vor. Ist dann jedes Mal der Trainer Schuld? Auch hier gilt, das eine fundierte Meinung dazu ohne einen tiefen Einblick in die Arbeit des Trainerteams nahezu unmöglich ist.
Die Personen, die Einblick haben, haben die Arbeit mit Athletik-Trainer Janosch Emonts nach fast genau fünf Jahren beendet. Sah es zu Beginn der Rückrunde mit vollem Kader und wenig Verletzungen so aus, dass die veränderte Arbeit der medizinischen Abteilung Früchte trägt, so gibt es momentan bereits wieder mehrere Muskelverletzungen. Inwiefern diese aber mit der Corona-bedingten Pause und/oder unprofessionellem Verhalten seitens der Spieler (bei der Betrachtung der Verletzungen sollte dieser Punkt nie außer Acht gelassen werden!) begründet werden können, ist sicher schwierig zu beantworten. Die überproportionale Anzahl an Verletzungen war in der Saison (und bleibt?) sicher eines der größten Probleme des FCSP.

Verletzungen beim FCSP – Pech und Zufall? Oder gibt es einen anderen Grund?
(c) Stefan Groenveld

Transferoffensive?
Viele Spieler, die womöglich bleiben sollen, sind nur geliehen (Østigård, Gyökeres, Lawrence). Bei James Lawrence hört man, dass die geforderte Ablöse der Kaufoption schlicht unrealistisch ist. Bei Viktor Gyökeres war eigentlich von Anfang an klar, dass es sich hierbei nur um ein einjähriges Intermezzo handelt. Zwar wird die Möglichkeit eines Verbleibs nicht ausgeschlossen, aber realistisch betrachtet wird es nicht dazu kommen. Auch ein Verbleib von Leo „Air“ Østigård am Millerntor ist völlig unrealistisch (zumindest eine feste Verpflichtung). Er ist schlicht zu gut und entsprechend zu teuer. Und eine weitere Leihe ist nur dann möglich, wenn der Vertrag bei Brighton & Hove Albion verlängert wird (ein mögliches, aber ich fürchte unrealistisches Szenario). An Interessenten, die eine weit tiefere Geldschatulle haben als der FCSP wird es nach dieser Saison jedenfalls sicher nicht mangeln. Die Situation dieser drei Spieler zeigt sehr schön die Krux mit Leihgeschäften und das darauf, wenn es keine realistischen Kaufoptionen gibt, kein Kader aufgebaut werden kann.
Einige andere, die in dieser tristen Saison noch überzeugt haben, werden (Diamantakos) oder könnten (Veerman) den Verein noch verlassen. Und einige von denen, die in dieser Saison enttäuscht haben oder gar keine Rolle spielten, sitzen auf langfristigen Verträgen. Wollt ihr mal wissen, welche Spieler aktuell einen Vertrag über die nächste Saison hinaus besitzen? Avevor, Ziereis, Carstens, Zander, Park, Knoll, Zehir, Becker, Buchtmann, Benatelli, Lankford, Tashchy. Klingen diese 12 Namen nach einem soliden Fundament eines Zweitligisten mit Ambitionen? Der Schuh drückt. Und zwar gewaltig.
Ich kenne den Markt und seine Mechanismen nicht, aber würde mir wünschen, dass Spieler nicht nach Verfügbarkeit sondern nach Qualitäten gescoutet werden, man dem Zirkus quasi etwas voraus ist. Und diese Einschätzungen der Qualitäten sollten teilweise auf Datenanalysen basieren (eine vernünftige Datenanalyse spart auch einiges an finanziellen Mitteln in der Scouting-Abteilung), da das visuelle Scouting fehlerbehaftet ist. Ein Mix beider Komponenten muss her. Und mit „vernünftige Datenanalyse“ meine ich nicht, dass Statistiken wie Tore und Zweikampfwerte in eine Tabelle eingetragen werden. Mit „vernünftig“ meine ich, dass die Aussagekraft von Statistiken geprüft wird und daraus ein Modell für jede einzelne Position erarbeitet wird.
Aber welche Art von Spielern brauchen wir eigentlich? Hier braucht es klare Definitionen. Es ist aber auch klar, dass der FCSP sich nicht als Verein komplett vom Transferkarussell freimachen und sein eigenes Ding drehen kann. Er muss auf diesem Markt nur eben möglichst effektiv agiert werden. Schaut man sich die Kosten für einzelne Spielertransfers an (Gehalt über Jahre, Kosten für Berater, etc, ggf. Ablöse) und rechnet man diese gegen die Kosten für Veränderungen im Scouting, so wird schnell deutlich, dass sich eine Investition in die strukturelle Veränderung im Scouting lohnen dürfte, wenn nicht bereits geschehen.

Vielleicht sehe ich das alles zu negativ. Vielleicht gewinnen wir zuhause gegen Aue und direkt im Anschluss werden wir vom Verein mit Pressemitteilungen zu Abgängen, Zugängen und Vertragsverlängerungen zugespamt. Vielleicht ist die Kaderplanung bereits viel weiter als wir es vermuten. Ich möchte es gerne glauben, habe aber meine Zweifel, auch aufgrund der Corona-Situation.

Trainer, Kader, Verletzungen – um die Saison zu bewerten bedarf es mehr als ein paar Stichpunkte. Die Situation ist komplex. Und angesichts der womöglich schwierigen zwischenmenschlichen Lage, den über die Saison hinaus üppig, aber anscheinend nicht zufriedenstellend zusammengesetzten Kader und der womöglich ungeklärten Situation um die vielen Verletzungen… puuh!

Zuallererst muss aber der Klassenerhalt gesichert werden. Daher sollte dieser Text eigentlich auch erst danach veröffentlicht werden. Aber das musste jetzt irgendwie mal raus. Ich bin ja glücklicherweise niemand, der die Entscheidungen treffen muss, sondern diese dann vorsichtig kommentieren darf…

//Tim

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Phew… I can’t wait for the season to end. But I love football and especially FCSP, and I usually have a dreary existence during winter and summer breaks. But right now I hope that the season will end as soon as possible. It should end with the FCSP not standing on a relegation spot and having to play even longer or even being relegated directly to the 3rd league.
Before the lockdown, I personally didn’t think that four matchdays before the end of the season there would be any chance against for the relegation, no, really not at all. After the win at home against Osnabrück I was prepared for a relaxed unwinding of the season. On the pitch, the team would continue to give it’s all but is already testing one or the other (formation, junior players) for the new season, and in the background, calculators would be busy, contract negotiations would be held and deals would be arranged. Everything for the next season. The season in which Jos Luhukay wants to advance to the first league with the FCSP. He had formulated this goal quite clearly, also as a yardstick for his own work.
But you can’t go straight from the third league to the first. After 30 match days, the people involved in the FCSP have to deal with the present much more intensively than they probably wanted (and planned for) three months ago. Somehow everything is different after the re-start. And unfortunately, that doesn’t seem to be just because the fans are missing in the stadiums. The reasons for the already disappointing season are manifold and not easy to assess from the outside. Nevertheless, we have to talk about it.
(Cover picture: Peter Boehmer)

The Coach
Jos Luhukay has been coaching the FCSP for more than a year now. And if we break his performance down to the points score, he is one of the most unsuccessful coaches in the history of the FCSP. Of course, I’m not, the reasons for the meager yield are manifold. Too many and varied to judge the coach’s performance on that alone. But yes, football = result sport and so on. The achieved points are an essential part and in the end also an essential indication for the performance. And this yield is not much more than poor.

Finally, football again! – but only in the first leg.
I personally have a high opinion of Jos Luhukay. That’s because I was impressed throughout the first half of the season by how well the other teams were analyzed and countered. On top of that, a clear plan was developed for how to get to the opposing goal when you have the ball. And that was partly implemented really well. A mileage difference to previous coaches, who almost completely abandoned their own ideas about playing with the ball in favor of error prevention and „compactness“. This discouraged football hurt and therefore I liked the first half of the season, despite a below-average score.
The road to well-rehearsed procedures in the offensive play takes time. Dents in the form of missing results must be taken into account. But how big is the current dent? The dent that already started with the second half of the season. Is it actually a dent that can be corrected? Because the matches in which the opponent was clearly out-coached and we therefore massively dominated the first half-hour have become rare. And the idea of possession is not as reliable as it was in the first half of the season. And if these two components are left out and the results are as they are, even I don’t have many arguments left. This may be a phase, a period in which the players and the system have to come together, in which we have to go one step further to make the concept work in the long run. But it may also be that the previous plan has been deciphered by opposing teams and a completely new one is needed. (Of course, at this point the three letters MMD can give the discussion a completely new impulse. This will come later).
In the evaluation it is also important to consider when there were good and when there were bad phases in the season: A mediocre start was followed by a series of 12 points from six games (around the derby in the first half). This was ended by an international break and a phase with a huge number of injured players. The second phase with better results (8 points from four games around the derby in the second half) was also ended abruptly by the Corona situation.

Opinions differ on the evaluation of of Jos Luhukay’s work.
(c) Stefan Groenveld

The thing about empathy
And then, in such a difficult phase like the one we are going through right now, things that tend to take a back seat in successful phases automatically move to the front row: Seen from the outside, Jos Luhukay is not a coach who convinces on a social level. Personally, I found it more conducive than obstructive to make it clear right at the beginning of the season that an entire club in the Shark Pool Bundesliga only works if you don’t make yourself comfortable somewhere.
But of course, you can discuss this method excellently and Jos Luhukay will probably never get a job as a SocialMediator again – but he doesn’t have to. As long as it leads to an improvement in St. Pauli’s game and individual players can improve their performance, I think such a method is acceptable, although there are certainly other approaches to the topic of „motivating employees“. I’m no expert on this either (what am I an expert on, really?), but would argue that tangible trust is a stronger driver for top performance than the fear of making mistakes and therefore having to sit on the bench or in the stands in the next game. Personally, I am not at all impressed by the fact that so many young players have been fielded. Obviously the coach seems to react to the fact that he is dissatisfied with the other players. Unfortunately, none of the young players have been able to recommend themselves in the long term. Instead, it seemed as if seasoned professionals were „pardoned“ again. Is something like that beneficial for the performance of a team? It doesn’t seem to be the case. On the other hand, we have seen, at least from the outside, a reverse approach with Markus Kauczinski, who didn’t react so harshly directly after individual mistakes. But how many of us criticized loudly and quietly at the time, that the players were pleased to be tackled a little harder after indisputable performances? Both types have their justification – if success is achieved.

The usual mechanisms or fundamental criticism?
However, since the sporting success in the second half of the season failed to materialize (both in terms of gameplay and points), the critical voices have become louder again. But the decision-makers stand by Jos Luhukay – and there will be reasons for this. Personally, I find it difficult to assess the work of the coach without having gained real insight into the inner workings of the team. I think we should not presume to accuse all the people who make sporting decisions at FCSP of complete incompetence. However, it is of course also our right to criticize such issues. But most of us are certainly happy if we do not have to make such decisions ourselves, but are allowed to comment on them.
And I also don’t want to be blinded by the fact that different media provide the usual commercial coverage in case of continued failure, e.g. by putting single statements into the mouth of players, just to spin a bigger story out of it. We must not forget that in media reporting, circulation, or click numbers always play a decisive role in the selection of topics.
Nevertheless, it must be mentioned at this point that it also happens that in difficult sporting times, players verbally support their coach when he or she comes under public pressure. Has this already been the case with the FCSP under Luhukay? Probably not. Can we turn this into a „the players don’t get along with the coach at all“ story? Not really. But trusting cooperation sounds different.

Several other arguments can be drawn on for the disappointing second half of the season. A coach has a huge influence on the game, but he can only influence the game to a certain extent. The biggest influence on the game and the results are the players. And that quickly brings us to the question about the quality of the individual players. And if we then look at the differences between the first and second half of the season, it becomes clear that in the offensive game, in the field of creating chances, a player is missing. Mats Møller Dæhli left the club in the winter and the gap is apparently much larger than expected. Should a replacement have been brought in to fill the gap this winter? In retrospect one is always smarter and can clearly say: Yes. But would there really have been an adequate replacement for Mats at an affordable price for the FCSP? A player who could have immediately filled the part he played on and off the pitch? Probably not.

And as much as the transfer of Mats hurts, it also shows what Jos Luhukay has achieved with some players: He has made them better. At this stage, it seems completely inexplicable why previous coaches did not put Mats in the center (the same goes for Daniel Buballa and Waldemar Sobota, by the way). And certainly, the next statement is debatable, but from my point of view, no important player of the FCSP plays a worse football under Luhukay than under previous coaches.
And in the course of the first half of the season, the FCSP has changed even more, which was surely not planned: Cenk Şahin decided to be an asshole. Would the outside position really have become a problem zone under different circumstances? Of course, he didn’t play a significant role until the time of his suspension, but just because of his abilities he could have played a more significant role and if you look at the career of Rico Benatelli, for example, it’s not impossible this could have happened under Jos Luhukay.
The squad situation is therefore another central point that, in addition to the critical review of Jos Luhukay’s work, must be taken into account when evaluating the season. It‘ s so central that I will now devote myself to this situation.

Not only humanly, but also on the court a bitter loss. Greater than expected?
(c) Stefan Groenveld

The Squad
The fact that the four players were informed in winter that the club no longer plans to play with them, nor are all with the FCSP and have „voluntarily“ gone into the U23 leaves room for speculation:
Either the players are hoping for the door to the first team to open again.
Or: No other team wanted to sign these players in winter.
Or: The players themselves have not received any contract offers that are appropriate from their point of view.

The latter two points, if true, are not an indication that the sports management (now no longer at FCSP) has made good decisions in renewing the contracts of the players concerned. And this was and still is a core problem of the current squad situation: the squad is far too richly staffed, but obviously not with the necessary quality and/or with many players who are constantly injured. Working with this squad is certainly not an easy task. And Andreas Bornemann’s work must be evaluated against the background of this initial situation.
Despite the lavishly staffed changing room, there were a few positions in the squad to be filled before the season. That worked out so-so. At least, even according to Bornemann himself, loan deals are not ideal, but from his point of view, they were unavoidable. By the way, the problematic size of the squad was mentioned as a big problem right at the start of the season. So how do you deal with a squad that may be packed with people, but apparently doesn’t meet your own requirements? Especially when it’s not the case that players who no longer fit into the coach/sports director’s concept don’t even seem to find a new club. Set up a training group B? That is difficult even from a labor law perspective. This is probably the main reason why the urgently needed change in the squad did not happen. Andreas Bornemann stressed that such a change would require several transfer periods. And the evaluation of the sports director’s work should be handled accordingly.

Yet another construction site: injuries
The FCSP has been leading a specific statistic in the second division for years (statistically secured for at least two seasons): The absences due to injuries. Let us play the „what would it have been like if…“ game: How do you think the season would have gone if Christopher Avevor hadn’t broken his fibula? And if James Lawrence, his legitimate successor, had made it through the season with an undamaged knee? Or if Christian Conteh had followed his words with deeds in the form of hard work so that he would not have suffered one muscle injury after another? Or if Henk Veerman hadn’t been ready for action only towards the end of the first leg? And, gee, Mr. Buchtmann, and Mr. Ziereis… We will never know, but even this situation must be viewed critically when evaluating the season.
The situation concerning the injured players was at times so blatant that almost every player in this huge squad was needed on the pitch. The situation was particularly worrying in November when 15 players were missing with injuries. Jos Luhukay commented that he had „never experienced anything like this“. Is that so? Well, at least it’s not that there haven’t been similar problems at Jos Luhukay’s previous locations (e.g. Augsburg or Berlin). But such injured miseries occur in many clubs. Is then the coach to blame every time? Again, it is almost impossible to get a well-founded opinion on this without a deep insight into the work of the coaching team.
The people who have insight have ended their work with athletics coach Janosch Emonts after almost exactly five years. While at the beginning of the second half of the season, with a full squad and few injuries, it looked like the changed work of the medical department would be bearing fruit, at the moment there are already several muscle injuries again. But to what extent these can be justified with the Corona-related break and/or unprofessional behavior on the side of the players (this point should never be ignored when considering the injuries!) is certainly difficult to answer. The disproportionate number of injuries was (and remains?) certainly one of the biggest problems of the FCSP during the season.

Injuries in FCSP – bad luck and coincidence? Or is there another reason?
(c) Stefan Groenveld

Transfer offensive?
Many players who might be supposed to stay are only on loan (Østigård, Gyökeres, Lawrence). In the case of James Lawrence, one hears that the required transfer fee of the purchase option is simply unrealistic. For Viktor Gyökeres it was actually clear from the beginning that this was only a one-year intermezzo. Although the possibility of a stay is not ruled out, realistically speaking it will not come to that. Also, a stay of Leo „Air“ Østigård at the Millerntor is completely unrealistic (at least a firm commitment). He is just too good and therefore too expensive. And a further loan is only possible if the contract with Brighton & Hove Albion is extended (a possible, but I fear unrealistic scenario). There will certainly be no shortage of interested parties who have a far deeper money box than the FCSP after this season. The situation of these three players shows very well the crux of loan deals and that if there are no realistic buying options, no squad can be built up.
Some others, who were convincing in this sad season, will (Diamantakos) or could (Veerman) leave the club. And some of those who have disappointed this season or played no role at all are sitting on long-term contracts. Would you like to know which players currently have a contract beyond the next season? Avevor, Ziereis, Carstens, Zander, Park, Knoll, Zehir, Becker, Buchtmann, Benatelli, Lankford, Tashchy. Do these 12 names sound like a solid foundation of a second division club with ambitions? The shoe is pinching. It’s very tight.
I don’t know the market and its mechanisms, but I would like to see players scouted not for availability but for quality, to be a little ahead of the circus. And these estimates of qualities should be based partly on data analysis (a reasonable data analysis also saves some financial resources in the scouting department), because visual scouting is flawed. A mix of both components is needed. And with „reasonable data analysis“ I don’t mean that statistics like goals and duel values are put into a table. With „reasonable“ I mean that the validity of statistics is checked and a model for each individual position is developed from it.
But what kind of players do we actually need? Clear definitions are needed here. But it is also clear that the FCSP as a club cannot completely free itself from the transfer carousel and do its own thing. It just has to operate as effectively as possible in this market. If one looks at the costs of individual player transfers (salary over the years, costs for consultants, etc., possibly transfer fees) and sets these against the costs of changes in scouting, it quickly becomes clear that an investment in structural change in scouting should be worthwhile, if it has not already been made.

Maybe I’m being a little too negative about all this. Maybe we will win at home against Aue and directly afterward the club will send out press releases about departures, additions, and contract renewals. Maybe the squad planning is already much further than we think. I would like to believe it, but I have my doubts, also because of the Corona situation.

Coaches, squad, injuries – it takes more than a few bullet points to evaluate the season. The situation is complex. And given the possibly difficult interpersonal situation, the abundant but apparently unsatisfactory composition of the squad beyond the season and the possibly unresolved situation around the many injuries… puuh!

First and foremost, the stay in the league must be secured. That’s why this text should actually only be published afterward. But somehow this had to get out now. Luckily I’m not one of those who has to make the decisions but can comment them carefully…

//Tim

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18 thoughts on “{:de}Was nun, FCSP?{:}{:en}What now, FCSP?{:}

  1. Schöner Longread, ein wenig zu früh (weil ich meine Einschätzung noch nicht fertig habe, da warte ich jetzt dann auch erstmal die Reli ab ?) und dann doch nicht, weil vieles auf der Hand liegt und sich auch in den kommenden paar Wochen nicht elementar ändern wird.
    Schön, dass hier auch Kritik geübt wird. Wie immer sehr maßvoll. Einen Tacken deutlicher hätte ich es mir gewünscht. Das ist für mich dann wahrscheinlich auch einfacher zu bewerkstelligen.

    Jetzt jedoch erst mal Aues letzten Platz in der Auswärtsstatistik zementieren.

      1. Kann ich verstehen. Und wie gesagt, du sprichst ja viele Dinge an, dieauch in einigen Wochen Bestand haben werden, wie z.B. die Rolle des Nachwuchses. Viele eingesetzte Spieler heißen zunächst mal gar nichts. Wenn dann außer Finn Ole nichts nachhaltig ist, wirft es eher Fragen bezüglich der Kaderqualität derer auf, die mit langfristigen Verträgen versorgt wurden. Ich teile deine Kritik und die Ansätze zu hinterfragen auch durchgängig, halte es auch für enorm wichtig, dass dies endlich auch mal so (weil eben auch konstruktiv bleibend) von Fanseite formuliert wird und so eben auch endlich einmal ein sportlicher Anspruch gestellt wird.

        Als Hamburger blicke ich zunehmend – schon fast neidisch – nach Kiel. Das muss man sich mal reinziehen.

        1. In Kiel gbit es nun ja einen Sportdirektor, der auch die Verträge von Cartstens, Park und Zehir ausgehandelt hat. Neid kommt da bei mir nicht unbedingt auf.

          1. Hihi, ja das mag und kann man sicher so sehen. Ich finde es dennoch bemerkenswert, dass dort trotz hoher Fluktuation (Trainer, Sportchef, Abgabe von Leistungs Trägern) eine kontinuierliche Entwicklung und eine stringente Richtung erkennbar ist. Trainingsgelände, Nachwuchsbereich… Klar da gab es vergleichsweise natürlich auch Nachholbedarf.

            Und zu Stöver? Borne Mann muss erst mal nachweisen, ob er bessere Arbeit leistet. Ich behaupte mal, dass der Kader nicht zu dem passt, was Jos spielen lassen will, dass der gleiche Kader aber für andere Trainer durchaus okay wäre. Kauczinski oder Schuster. Und da geht es dann los und der Kreis zu Kiel schließt sich. Dort ist relativ egal, wer Trainer ist, dort gibt es eine Grundidee, die der Verein spielerisch und sportlich verfolgt. Zumindest erscheint es mir aus einer gewissen Distanz so. Beim FCSP kann ich das leider so nicht erkennen. Von daher der ‚Neid‘

          2. Eventuell hat er bei den Vertagsverlängerungen schon für Kiel gearbeitet. Undercover sozusagen

  2. Vielen Dank für die ausführliche Analyse. Hoffen wir mal, dass die Saison (wieder mal) glimpflich ausgeht.
    Das mittel- bis langfristige Hauptproblem spiegelt sich meiner Meiner nach in der von Dir aufgeführten Liste der langfristig gebundenen Spieler. Realistisch betrachtet ist der überwiegende Teil der dort Aufgelisteten entweder (derzeit) aussortiert oder dauerverletzt. Ein Wahnsinn, wie die zu oft wechselnden sportlich Verantwortlichen zu so unterschiedlichen Einschätzungen kommen konnten. Ein Weg aus dem Kreislauf wäre, wenn es irgendwie gelänge, einen Teil der Spieler wieder zu integrieren (oder tatsächlich abzugeben). Im Moment fehlt mir da allerdings der Glaube, bzw. die Hoffnung.
    Im Moment kopieren wir ein bisschen den Weg des hsv in seinen lezten Bundesligajahren: aufgeblähter Kader mit viel zu vielen Spielern auf ähnlichem (überschaubaren) Niveau mit gut dotierten Verträgen, deren Wiederverkaufswert hier in den Keller rauscht. Gehaltsniveau und Ambitionen (auch im Umfeld) irgendwie immer auf „Europa-Cup“-Kurs (Top 6-7), Ergebnistechnisch aber beinah alljährliches Zittern um den Klassenerhalt.
    Mal sehen, wie lange das noch gut geht…

    Liebe Grüße und eine schöne Sommerpause dann!

  3. Realität, Liebe, Hoffnung. Nur vom ersteren zu leben ist zum Glück nur ein Teil dessen, warum wir Teil des magischen FC St.Pauli sind (noch ganz lange).
    Beim Lesen nickt mein Kopf, so isses.
    Trainer: Jos soll bleiben und den BiB weiter was lehren. Er selbst hat diese Saison gelernt zu lachen.
    Kader: Au backe, da steigen wir nächste Saison doch nicht auf.
    Verletzungen: Gefühlt ist nach dem Rauswurf von Janosch Emonts sehr vieles gesünder geworden, bleibt gesund!
    Zu Transfers kann ich mich in diesem Kommentar nicht äußern.
    Dein Text, Tim, lässt mich eher traurig zurück.

  4. moin tim,
    meines Erachtens eine sehr fundierte -soweit dies von aussen möglich ist- und ausgewogene Betrachtung der gegenwärtigen Situation! kommt auch nicht zu früh und ist zum jetzigen Zeitpunkt auch mutiger, da wir noch nicht wissen, wie die Saison ausgehen wird… darfst Du gern nach dem letzten Spieltag aktualisieren, freue mich schon jetzt aufs Lesen! Kardinalproblem ist mE der unausgewogene, viel zu große und qualitativ zu limitierte Kader und hier hoffe ich auf einengen großen Umbruch im Sommer! ich erwarte, dass unser magischer FCSP gestärkt aus der Coronakrise hervorgeht, da in der Vergangenheit gut gewirtschaftet wurde und wir hohe Merchandizing- sowie Zuschauererlöse (sei es wenn wir endlich wieder im Stadion dabei sein können oder dem Verein Eintrittsgelder gespendet) erzielen….viele andere Vereine dürften hier auf einem deutlich unsicheren Fundament stehen – sei es weil in der Vergangenheit finanziell zu ambitioniert gehandelt wurde und/ oder weil die Zuschauerzahlen einfach deutlich unter unseren liegen… heute fand ich Henk’s fehlende Freude über sein erzieltes Tor recht befremdlich, hoffe, dass die Beziehung zu JL noch zu kitten ist… beim Scouting bin ich auch bei Dir, denke, dass wir hier auf einem guten Weg sind, denn østigård und gyøkeres sind schon mal gut gewesen (wenn auch nur geliehen)….
    dann sollten wir mE vermehrt auch auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich der Neuroscience zurückgreifen, um Spieler besser zu machen (https://www.achtzehn99.de/aktuelles/news/2020/05/vorsprung-durch-helix/)
    bin gespannt, wie es weitergeht…

    1. Moin Alexander,
      ja, ich bin auch gespannt wie es jetzt weitergeht. Das mit der Helix habe ich letzte Woche auhc mitbekommen. Ohnehin bemerkenswert, dass sich die TSG Hoffeneheim einen Professor samt Arbeitsgruppe in der Forschung leistet. Aber da ist der finanzielle Hintergrund und dann auch die Software (SAP) wsohl ein Thema. Mich würde bereits ein Bruchteil dessen, was die dort an analyse betreiben, hier bei uns zufrioedenstellen.

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