#GPdlVSC – Halbfinale 1.Liga

Liebe schunkelnde Fangemeinde des Song Contests, wir biegen bereits auf die Zielgerade ein. Hier und heute steigt das dritte und letzte Halbfinale, 16 Finalsongs stehen schon fest, die letzten Acht gilt es jetzt in der 1.Liga zu finden. Auf geht’s, Zeit habt Ihr wieder bis Sonntag um 23.59h.
(Eurovisionsmelodie abspielen, bitte.)

Der Wettbewerb:
Die meisten werden es inzwischen wissen, aber schnell nochmal die QuickFacts:
– ein Halbfinale für jede Liga, die acht besten Songs mit den meisten Punkten kommen ins Finale
– Finale mit 24 Songs folgt dann etwa Anfang Oktober
– Verkündung des Ergebnisses ab 1.12. in unserem Adventskalender
(Rücklick Halbfinale 3.Liga & Guests // Ergebnisse und Halbfinale 2.Liga // Ergebnisse)

Das Voting:
Auch diese Woche gilt: Nachdem Ihr Eure blutenden Ohren nach dem Genuss aller Songs wieder gereinigt habt, findet Ihr ganz unten den Link zur Abstimmung. Bitte verteilt per Klick in der Reihenfolge 12 / 10 / 8 Punkte an Eure drei Favoriten – dieses Verfahren haben wir so gewählt, damit nicht immer nur der eigene Verein gewählt wird – und der zwischenzeitlich geäußerte Wunsch, für zehn Titel stimmen zu dürfen, begeistert uns zwar, wir wollten die Hürde aber auch nicht zu hoch legen.
Wir appellieren hier an Eure Fairness, jede*r Teilnehmer*in hat die Gelegenheit einmal abzustimmen. Sollten mehrere Personen eines Haushalts das gleiche Endgerät nutzen, werdet Ihr Mittel und Wege finden, dies zu tun und das ist natürlich auch völlig in Ordnung. Sollten wir über die übermittelten IP-Adressen eine Manipulation feststellen, behalten wir uns vor, das Ergebnis um diese Manipulation zu bereinigen – in erster Linie ist dies aber ein großer Spaß und wir gehen davon aus, dass Ihr das alle auch so seht und keinen all zu verbissenen Ehrgeiz entwickelt. Wir haben auf übergroße Sicherheitsmaßnahmen (e-Mail Authentifizierung etc.) aus Gründen des Datenschutzes und der möglichst simplen Benutzbarkeit verzichtet.

Nun aber: Hier die YouTube – Playlist aller 18 Songs, im folgenden dann die einzelnen Lieder mit den jeweiligen Vorstellungstexten. Vielen Dank an alle Beteiligten – viel Spaß!
Die Abstimmung ist möglich bis kommenden Sonntag, 20.September, 23.59h
(Technischer Disclaimer: Das Einbetten von Videos und auch die Abstimmung mag nicht auf allen Endgeräten und Browsern gleich gut funktionieren. Im Zweifel nutzt bitte Computer / Notebook / Sonstwas – im besten Fall klappt aber auch alles am Smartphone.)

Startnummer 1: FC Bayern München – „Mia san Mia“
Ich (Maik) bin da jetzt mal ganz ehrlich: „Tage voller Sonne“ wäre mein Favorit gewesen. Ligaübergreifend.
Aber bei MiaSanRot.de ist man ganz offensichtlich der ganzen gewonnenen Titel überdrüssig und will noch etwas Platz in der Vitrine lassen, was man ja auch irgendwie verstehen kann.
Jedenfalls schrieben uns Justin und Maurice zur erfolgten Nominierung:
Wir könnten euch jetzt mit den alten Kamellen á la „Stern des Südens“ oder „Forever Number One“ kommen, doch die waren schon zum Einschlafen öde, als die Bundesliga noch spannend war. Zum Glück hat sich der FC Bayern schon ein Jahr vor der spielerischen Neuerfindung unter Flick musikalisch neu entdeckt. Die Marketingabteilung als Vorreiter für das Triple. Denn eins ist ja wohl vollkommen klar: Flicks Qualitäten hin oder her – Die einzigartige Motivation dieser Mannschaft ist auf dieses musikalische Meisterwerk zurückzuführen. Einmal in der Kabine angeschmissen, tanzt es sich den Gegner von alleine aus.
Dieser Song zeigt, wie sich der FC Bayern in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Statt einem Bayern3-Moderator am Mikro singen die Helene Fischers und Mark Forsters dieser Welt. Statt urbayerischen Texten, die im Stadion sowieso 90 % der Fans aus dem Ausland (also alle außerhalb Bayerns) nicht verstehen, gibt es multilinguale Lyrics in Englisch, Spanisch und Französisch auf die Ohren. Statt einem halbherzig im Studio aufgenommenen Fangesang gibt es fetzige Beats, die von Jérôme Boatengs Berater Jay-Z selbst (oder von seiner Tochter mit GarageBand) stammen könnten. Die Globalisierung hat viele Gewinner, dank diesem Song sind alle Fans des FC Bayern unter ihnen. Endlich ein Lied, das den Fan in Shanghai im Stadion bei der Audi-Asia-Summer-Tour mit dem Supporter in Los Angeles beim zwölften Emirates-Cup-Final verbindet. „Ein Ziel, ein Sieg für die Geschichte – Mia san mia! Stern des Südens im hellem Lichte – Mia san mia!“ Es ist bemerkenswert, mit wie wenig Zeitaufwand man Gänsehaut-Lyrics zusammenschrauben kann und deshalb kann es auch für die Redaktion von Miasanrot nur eine Nominierung geben! „12 Points are going to Bavaria“ – da sind wir mindestens so überzeugt von wie alle Jurys sämtlicher deutscher Vorcastings es in den letzten Jahren bei ihrem Vorschlag für den erheblich weniger wertvollen ESC waren. Alles andere wäre eine Katarstrophe.

Startnummer 2: Borussia Dortmund – Elisabeth Hentrich: „Leuchte auf mein Stern Borussia“
„Wir sind noch in der Sommerpause“ hieß es aus der schwatzgelb.de Redaktion, weswegen uns formlos „Leuchte auf mein Stern Borussia“ zugespielt wurde. Für viele wäre dies wohl auch eine gute Alternative zum aktuell vor dem Spiel laufenden „You’ll never walk alone“, aber viel mehr Infos können wir Euch da nicht mit auf den Weg geben. Allerdings gibt es eine Live-Version von der 100-Jahre-BVB Feier, auf die wir auch gerne alternativ verweisen.

Startnummer 3: Rasenballsport Leipzig – „Stolz des Ostens“
Seit der RoteBrauseBlogger nicht mehr über RaBa berichtet ist es blogtechnisch etwas schwierig, einen Ansprechpartner für die Leipziger zu finden. Das Portal RB-Fans.de erklärte sich aber bereit, einen Song für RaBa ins Rennen zu schicken und die Wahl war dann auch recht schnell getroffen:
„Der einzige Song, der den Kriterien (Song nicht Gesang) entspricht und wirklich einigermaßen in der jungen Szene verankert ist, wäre die Fanhymne.“

Startnummer 4: Borussia Mönchengladbach – B.O.: „Die Seele brennt“
Für die „Elf vom Niederrhein“ hätte man natürlich gleichnamigen Song nominieren können, doch der Vollraute-Podcast hat sich (per sehr knapper Abstimmung) für das etwas getragenere „Die Seele brennt“ von der gleichen Band entschieden, die auch als „Fanprojekt Hausband“ bezeichnet wird.

Startnummer 5: Bayer 04 Leverkusen – Peter Lorenz: „Wir stehn zu Dir!“
Nachdem zwei verschiedene angefragt Seiten aus zeitlichen Gründen absagen mussten, haben wir einfach mal auf so ner Art Wikipedia-Seite für Bayer 04 nachgeschaut und uns dann für das Lied entschieden, was dort als „die wahre Hymne für viele Fans“ bezeichnet wird.

Startnummer 6: TSG Hoffenheim – „Unser Ding“
Seit Peter Alexander, Udo Jürgens, Michael Schanze und diversen Versionen von #DasMannschaft weiß man, Fußballer können singen. Unbedingt. Alle.
Dementsprechend kann es niemanden überraschen, was Julian vom Hoffenheimer Neureich Bimbeshausen-Blog für die TSG1899 ins Rennen schickt.
Früher kam mehr Musik. Vielleicht nicht beim Fußball, aber aus den Fußballern. Da säuselten die Spieler von guten Freunden, da sang sich die Nationalmannschaft vor der WM Mut an. Zwanzig Jahre lang ging das so, von »Fußball ist unser Leben« mit Jack White bis zu »Far Away in America« mit den Village People. Dann zwanzig Jahre lang Stille, bevor niemand anders als die TSG Hoffenheim an diese Tradition anknüpfte.
Schon 1986 hatte der DFB mit Peter Alexander den »Fußball-Rap« veröffentlicht. 2014 stellte sich der Kader der TSG mit Henning Wehland (H-Blockx) in diese großen Fußstapfen und spielte »Unser Ding« ein.
Wir machen unser Ding
einer für alle und alle für einen
Denn das ist unser Verein
1899 TSG Hoffenheim
Lieder über eine Fußballmannschaft singen kann jeder. Profimannschaften, die singen, sind dagegen fast ausgestorben. Aber nicht in Hoffenheim. Und während viele andere Fußballlieder mit schiefen Tönen die schnelle Mark bringen sollten, stand hinter dieser Produktion keine Gewinnabsicht. Es gab keine Maxi-CD im Fanshop, sondern einen kostenlosen Download. Eine Manifestation der unverfälschten Liebe zur Musik. Und eine gewohnt antikommerzielle Geste der TSG Hoffenheim.
Wir ham‘ ein Ziel vor den Augen
wir sind eingeschworen
einer für alle für einen
zum Sieger auserkoren
Ein echtes Vereinslied, von Fußballern, für Fans. Könnte es einen würdigeren Empfänger für den Grand Prix de la Vereinslieder Song Contest geben?

Startnummer 7: VfL Wolfsburg – „Immer nur Du“
Auch die mehrfache Nachfrage in Wolfsburg blieb leider unbeantwortet, wir nominieren diese inbrünstig aus den Lungen gepresste Ballade über „Wunder am Fließband“ einfach mal selbst:

Startnummer 8: SC Freiburg – DJ B-Phisto feat. Christian Streich: „Freiburg will de Balle habe“
Der Freiburger Füchsle-Talk nahm einen Podcast zum Vorentscheid auf und ließ dann auf Twitter abstimmen.
Gewonnen hat Christian Streich – und eine für diesen Wettbewerb wohl eher ungewöhnliche Variante eines Vereinsliedes:

Startnummer 9: Eintracht Frankfurt – Tankard: „Schwarz-Weiß wie Schnee“
Ich (Maik) habe ja aus historisch gewachsenen Gründen eine Vorliebe für das Pokalfinale in Berlin und versuche jedes Jahr dort sein zu können – und ich gebe zu, die Anfrage an den Eintracht-Podcast hätte ich mir auch sparen können. Wer bei einem der Frankfurter Finals in den letzten Jahren dabei war, wird hier auch kaum anderer Meinung sein als René, der uns zur Nominierung schreibt:
Jetzt mal ehrlich, wer hier nicht für Tankard ist, der hat den Fussball nie geliebt. Welche Alternativen gibt es denn zu einem so schön rockigen Lied, welches dazu noch im Original aus dem Stadion kommt, von einer 100% Lokalen Gruppe neu aufgelegt und sogar vor dem Gewinn des DFB-Pokal Finales live im Stadion gespielt wurde?

Startnummer 10: Hertha BSC – Die 3 Travellers: „Blau-Weiße Hertha“
Für die Hertha konnten wir den Damenwahl-Podcast gewinnen die dann mittels Abstimmung in den Kommentaren solche schöne Vorschläge wie „Leierkastenmann“ und ähnliches bekamen. In einem (wie es sich für diesen Verein gehört) komplett intransparenten Verfahren hat sich am Ende aber als „Big City Club“ die sichere Variante durchgesetzt:
Ha Ho, He, Marschmusik Allez!

Startnummer 11: 1.FC Union Berlin – Sporti: „Eisernet Lied“
Zwanzig!
Zwan-Zig Songs!
So viele standen beim 1.FC Union zur Auswahl, als das Textilvergehen zum Köpenicker Vorentscheid bat. Eine absolut souveräne und völlig unbestechliche Jury stimmte dann in der Sendung live ab, vergab Punkte von eins bis zehn – und am Ende gewann „Sporti“ mit dem im schönsten Berlinerisch vorgetragenen „Eisernet Lied“.
Und während die Meinungen ansonsten teilweise seeeeehr weit auseinander gingen, hatten dieses Lied dann eben doch alle auf den Plätzen 1-3 und schicken Sporti daher auch mit einer absolut breiten Unterstützung von der Alten Försterei aus ins Rennen.
Völlig überraschend landete Achim Menzel übrigens nur auf Platz 3, bis heute weiß niemand so genau, wie Sebastian diesen Skandal innerhalb der Jury mit derart viel Fassung ertragen konnte.

Startnummer 12: FC Schalke 04 – Die Lokalmatadore: Wir sind Schalker“
Für den Gelsenkirchener Stadtteilverein haben wir uns an das Schalke Unser gewandt und Roman schickte uns diese Nominierung der Lokalmatadore:
Das Fan-Magazin SCHALKE UNSER schickt die Band Die Lokalmatadore mit dem Song „Wir sind Schalker“ (Live Version) ins Rennen. Das Schalke-Fanzine und die Punk-Rock-Combo aus Mülheim/Ruhr verbindet eine lange Freundschaft. Bereits in den 90er Jahren traten die Lokalmatadoren auf dem SCHALKE UNSER Presseball in der Kaue der früheren Gelsenkirchener Zeche Wilhelmine Victoria auf. Dort wurde auch der Text des Songs „Happy Weekend“ spontan auf das SCHALKE UNSER umgemünzt („Ich les Schalke Unser Tag und Nacht“). In der Ausgabe Nummer 97 hat das SCHALKE UNSER vor gut einem Jahr ein Interview mit dem Sänger Fisch geführt.
Der Song „Wir sind Schalker“ ist eine Adaption des Millwall-Fangesangs „No one likes us, we don’t care“. Er wird in der Nordkurve feuchtfröhlich gesungen und ist auch auf der Lokalmatadore-Platte
Alle unsere Schalke Lieder zu hören.

Startnummer 13: FSV Mainz 05 – „Rot und Weiß“
Die Anfrage an Mainz versandete irgendwie und dann fiel uns auch zu spät auf, dass unser Nachhaken ebenfalls ergebnislos verlief.
Egal, für den selbsternannten Karnevalsverein schicken wir dann eben selbst folgenden Song ins Rennen:

Startnummer 14: 1.FC Köln – Höhner: „Mer stonn zo dir, FC Kölle“
Wer war wohl der erste außerhalb des FCSP, dem wir von diesem Wettbewerb erzählten? Thomas, von effzeh.com. Und wer war dann der letzte, der einen Song abgab, weil er das völlig vergessen hatte?
Mann, ey, Kölner Chaosclub. Aber nun gut, manche Songs nominieren sich dann auch einfach von selbst:
Es ist eine Coverversion des schottischen Traditionals „Loch Lomond“. Ja, es ist eine Auftragsarbeit, die 1998 zum 50. Geburtstag veröffentlicht wurde und direkt mit dem Abstieg verknüpft wurde. Und ja, Höhner-Frontmann Henning Krautmacher stammt aus Leverkusen und sympathisiert mehr mit Bayer 04 denn dem 1. FC Köln. Dennoch: „Mer stonn zo dir, FC Kölle“ gilt nicht nur ligaweit zurecht als die eindrucksvollste Vereinshymne, sondern ist auch jederzeit im Stadion ein Gänsehautmoment. „Nur zesamme simmer stark“ sollte als Clubmotto deutlich mehr Sympathie erfahren als das generische „Spürbar anders“, mit dem der FC derzeit wirbt. Und auch wenn sich zur gegebenen Zeit in den Kölner Kneipen wieder alle (also auch diejenigen, die das Real Madrid des Westens auf den Tod nicht abkönnen) in den Armen liegen, wenn der DJ die FC-Hymne spielt: Es ist – auch dank der musikalischen Erhabenheit des Stücks, aber auch der textlichen Komponente – der geilste Song (nicht nur) über den 1. FC Köln.

Startnummer 15: FC Augsburg: G.e.n.e.r.a.l. Seckler: „Happy Hoppin‘ Birthday“
Der Auf die Zirbelnuss-Podcast zeichnet verantwortlich für die Augsburger Nominierung. Mit 44% der Stimmen unter neun Songs wurde Gerhard „Der General“ Seckler ins Rennen geschickt. Kristell ickt ihn mit den folgenden Zeilen auf den Weg:
Gerhard ist eine Instanz in der FCA Fanszene, er ist der Initiator von Augsburg Calling, der Fan-Initative für Willkommenskultur im Fußball.
Somit sind wir mit ihm hervorragend vertreten im Wettbewerb!

Startnummer 16: SV Werder Bremen – De fofftig Penns: „Gröön un Witt“
Den Bremer Vorentscheid organisierte der Weserfunk Podcast – und auch hier gab es dann gleich eine Sonderfolge mit der Vorstellung der sieben Kandidaten.
in der Abstimmung setzte sich dann mit immerhin 36% der Stimmen ein Song mit „lokaler Prägung“ durch, wie uns Kim berichtet:
Jeder erfahrene und ernstzunehmende Eurovision Song Contest Fan weiß: Echte Helden singen in Landessprache! Deshalb rappen „De Fofftig Penns“ auf Platt und zünden die gröön un witt gehaltenen musikalischen Bengalos mit mehr Schwung als jede Schiffsschaukel!

Startnummer 17: Arminia Bielefeld – Schiesser: „Geh weiter“
Da hatten wir „You’ll never walk alone“ doch explizit ausgeschlossen – und schwupps kommen diese cleveren Ostwestfalen um die Ecke und tricksen uns aus.
Ja, okay, passt schon, den individuellen Vereinsbezug kann man ja nicht wegdiskutieren. Jan-Hendrik vom Rundumbeobachter schreibt zur Begründung:
Ein ostwestfälisches Mantra
Irgendwo zwischen Siegen gegen den FC Bayern und fruchtlosen Duellen mit einer Stadt westlich von Telgte – da passiert Arminia Bielefeld. Mit ihrem Stadionsong „Geh weiter“ bringt die Band Schiesser ein typisches Arminia-Feeling auf den Punkt. In welche Richtung geht es? Weiter.
Die Punkband „Schiesser“ wurde 1997 gegründet, der Bandname ist das Ergebnis eines feucht-fröhlichen Probenabends. Im Gründungsjahr kam die erste Platte „Bielefelder Schule“, 1998 folgte „Punkrocksuperstar“. Im Frühjahr 1999 entstand der Arminia-Sampler „Almrausch“. Schiesser steuerte die Songs „Bielefeld Aufsteiger“ und „Geh weiter“ bei. Im Jahr 2000 sprach der damalige Fanbeauftragte des DSC Arminia die Band an – „Geh weiter“ sollte Stadionhymne werden. Also spielte „Schiesser“ den Song neu ein und veröffentlichte die Version auch selbst
auf dem dritten Silberling „Die Almsongs“.
„Geh weiter“ ist solider Punkrock. Die Melodie ist teilweise angelehnt an eine Musical-Schnulze, die Gerüchten zufolge an der Anfield Road in Liverpool zum Fußballhit wurde. „Wenn man den Song übernimmt, dann so, dass er in den Kontext und das Fußballschicksal des eigenen Vereins passt.“, erklärt Sänger und Songschreiber Mike Rüschoff im Arminia-Magazin „Supporter“.
Und so schallt „Geh weiter“ seit nunmehr 20 Jahren bei jedem Heimspiel der Blauen über die Tribünen der Alm. „Ich bin auch etwas stolz, weil das der Beweis ist, dass man sich beim Texten die richtigen Gedanken gemacht und damit einen Nerv getroffen hat.“, sagt Mike. Und ja, „Geh weiter“ hat die richtigen Gedanken, „Geh weiter“ trifft den strapazierfähigen Arminen-Nerv. „Geh weiter, mit dem Schal, schwarzweißblau und du gehst niemals allein“ kann durchaus als Arminia-Mantra gelten. Der Bielefelder Fußballfan geht durch Höhen und Tiefen, Dick und Dünn, Euphorie und Fremdscham. „Dortmund geschlagen und die Bayern erst recht, nur gegen Prxn, da spielten wir schlecht“ – das bildet die sportliche Bandbreite ab, in der Arminia Bielefeld sich abspielt. Siege gegen den Champions League- Glamour, Niederlagen gegen einen Erzrivalen (Prxn = Preußen Münster), der sich seit kurzem als Regionalligist versucht. Man könnte hier auch drei Pokalhalbfinals und Heimniederlagen gegen Kampfgewichte wie SV Holzwickede oder den VfR Sölde benennen.
Egal, ob Sieg oder Niederlage, ewiger Liga-Fahrstuhl, Arminen sind treu, komme, was da wolle. „Auch in der Oberliga würden wir zu ihr gehen“ – wir würden nicht nur, wir sind in der Oberliga zu ihr gegangen. Denn es gibt sie, die „schönen Spiele“, die die „Alm schon gesehen“ hat, ebenso wie die schlechten Spiele gegen Münster (Holzwickede, Sölde,…). „Is halt so. Muss ja“, wie man in Ostwestfalen-Lippe sagt. „Typisch Arminia“, wie man in Ostwestfalen-Lippe auch sagt. Oder wie Schiesser singen: „Erste oder zweite Liga, die Treue bleibt bestehn/ Es ist uns egal, wir stehen bereit./ Halten wir doch zusammen, bleiben wir stets Arminen/ Du gehst niemals allein.“.
Was bleibt uns auch anderes übrig, als treu zu sein? „Und wenn wir auch denken dass wir besseres verdienen“, haben wir nur das, was Arminia uns auftischt. „Geh weiter“ ist ein Stadionsong und wird es auch bleiben. Denn unabhängig von aktuellen sportlichen Geschehnissen, egal ob gut oder schlecht, erinnert uns „Geh weiter“ immer daran, wie es auch war, sein kann und sein wird. Denn Otto Normalarmine kann nur eins wirklich mit Gewissheit sagen: Es geht weiter. Mit dem Schal schwarzweißblau. Und niemals allein.

Startnummer 18: VfB Stuttgart – Die Brenzband: „Für immer VfB“
Wenn man Heinz Kamke in diesem herrlich verrückten Internet eine Aufgabe gibt, so meistert er diese stets mit Bravour – und in der Regel gleichzeitig auch noch überraschend. Wortgewaltig war dann auch schon sein Vorentscheid. Und wer jetzt mit einer eingängigen Stadionhymne rechnet, wird bestätigt werden – und überrascht.
„Natürlich kann niemand diesen Wettbewerb ernsthaft gewinnen wollen!“, hatte es zum Auftakt des Stuttgarter Vorentscheids geheißen, und so ganz spontan würde ich mal sagen: Ziel erreicht! „Für immer VfB“ reißt, so ehrlich darf, so demütig muss man sein, die überregionalen Hörer*innen erfahrungsgemäß nicht in dem Maße vom Hocker, dass sie die Konkurrenz bei der Abstimmung pulverisieren, weil das Stück sie so sehr packt, so kompromisslos nach vorne geht. Es kommt etwas getragener daher, ist mit einer anständigen Portion Pathos versehen und stammt aus der Feder von „Die Fraktion“ – vormals „Rote Tor Fraktion“, was wiederum eine Geschichte für sich ist – und ist, so demütig darf, so ehrlich muss man sein, siegreich aus einem Stadion(!)-Song(!!)-Casting(!!!) gegen u.a. Almklausi, Pomm Fritz und Fools Garden im Neckarstadion hervorgegangen – deren Beiträge selbst in Stuttgart nicht mehr so präsent sind, dass sie es anno 2020 noch einmal in die Vorauswahl hätten schaffen können. Ganz im Gegensatz zu lokalen Größen wie den Fantastischen 4 oder Hank Häberle – die aber, so ehrlich kann, so demütig soll man sein, letztlich an der Brenzband gescheitert sind, die “Für immer” vor zwei Jahren unter Inklusion besagter Fraktion auf ein neues Niveau gehoben hat. Und die nun, so demütig muss, so ehrlich will man nämlich gar nicht sein, die Konkurrenz in Grund und Boden spielen wird. Ohne gewinnen zu wollen, klar.

That’s it, Germany, let’s vote!
Immer dran denken: 12 / 10 / 8 Punkte in der Reihenfolge verteilen, bis Sonntag, 20.September 2020, 23.59h.
Die acht Songs mit den meisten Punkten kommen dann ins große Finale.
Erneut Dankeschön an Elbblick / Nørdlichter für die technische Hilfe beim Voting-Tool.

// Philip, Tim & Maik

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