Vorbericht: SC Paderborn – FC St. Pauli (8. Spieltag, 20/21)

Das Auswärtsspiel des FC St. Pauli beim SC Paderborn steht an. Ich würde gerne davon berichten, dass es sich um eine machbare Aufgabe handelt. Aber was ist in der 2.Bundesliga schon machbar? Es ist alles so eng beieinander. Der SCP hat als Tabellen-5. nur vier Punkte mehr als der aktuelle Tabellen-17., der FCSP. Mit einem Sieg des FCSP wäre also vieles möglich. Aber der SC Paderborn ist nach schwachem Saisonstart richtig ins Rollen gekommen und hat aus den letzten fünf Partien satte elf Punkte geholt.
Zur weiteren Vorbereitung empfehle ich Euch auch das Vorgespräch von Casche mit Stephan vom Padercast.
(Photo by Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images/via OneFootball)

FC St. Pauli: Wer kann spielen, wer fehlt?

Die üblichen Verdächtigen fehlen auch weiterhin. FCSP-Trainer Timo Schultz vermeldete auf der PK vor dem Spiel, dass sich niemand aus dem Lazarett der letzten Wochen zurückgemeldet hat. Aber er gab einen etwas intensiveren Einblick in dieses: Christopher Buchtmann ist aktuell immerhin bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Guido Burgstaller könne wieder leichtes Training (Fahrrad) absolvieren. Bei Ryō Miyaichi musste in der Belastung jedoch wieder ein Schritt zurückgegangen werden.
Auch Jannes Wieckhoff fehlt weiterhin. Am ehesten kann Marvin Senger wieder ins Training einsteigen. Voll einsatzfähig sind hingegen Christopher Avevor und Philipp Ziereis. Auch James Lawrence ist eine Option, allerdings ist es aufgrund seiner Einsätze in den Länderspielen fraglich in welchem Zustand er zurückgekehrt ist. Trotz Nasenbeinbruchs einsatzfähig ist Daniel-Kofi Kyereh, womit sich die Optionen in der Offensive massiv erhöhen.

SC Paderborn: Wer kann spielen, wer fehlt?

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel erklärte SCP-Trainer Steffen Baumgart, dass aktuell alle Spieler wieder im Training sind. Im weiteren Verlauf der PK wurde aber deutlich, dass er damit anscheinend auch das Aufbautraining meint. Denn Maximilian Thalhammer fällt weiterhin mit einem Mittelfußbruch aus (wohl bis Jahresende). Sven Michel trainiert zwar wieder voll mit dem Team, ist nach seiner Verletzung (Innenbandanriss) aber kein Thema für den Kader gegen den FCSP. Ein Kader-Kandidat wird Sebastian Vasiliaidis sein, der eigentlich bei kompletter Fitness ein absolut zentraler Spieler im System von Baumgart ist. Übrigens reagierte Baumgart recht verschnupft auf die Frage, ob Vasiliadis ein Startelf-Kandidat ist („Dieses leidige Thema, bei dem über einzelne Personen gesprochen wird. Der Vasi ist ein besonderer Spieler für uns. (…) Gegenfrage: Wen soll ich aus der Startelf nehmen? (…) Aber das kann man ja auch gerne mal unter vier Augen besprechen„) – Das saß. Es gab erstmal keine weiteren Nachfragen auf der PK.

Ein steter Quell der Freude – Steffen Baumgart
(Photo by Christof Koepsel/Getty Images/via OneFootball)

Auch wieder im Training ist Torwart Moritz Schulze, der als Ersatztorwart im Kader stehen wird. Das ist eine nicht unwichtige Nachricht, da mit Jannik Huth (Kahnbeinbruch) ein weiterer Torhüter verletzt ausfällt. Auch Chima Okoroji ist nach Außenbandriss wieder Teil des Kaders und wird vermutlich mit Jamilu Collins um einen Startelfplatz kämpfen.

Was hat der SC Paderborn zu bieten?

Erstmal hat SCP-Trainer Steffen Baumgart ein fehlendes „Sankt“ auf der PK zu bieten. Allein das halte ich bereits für eine unverhohlene Provokation seitens des SC Paderborn und erwarte „eine Reaktion“ des FC St. Pauli gegen den SC Born!

Der SC Paderborn ist denkbar schlecht mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Aber seitdem hat sich das Team gut in der Liga zurecht gefunden. Höhepunkt war das letzte Spiel in Darmstadt, welches in allen Belangen dominant war. Nach nicht einmal einer halben Stunde stand es 3-0 für den SCP, am Ende standen 25-3 Torschüsse zu Buche und ein SVD-Trainer, der sein „schlechtestes Spiel als Zweitliga-Trainer“ erlebte.

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Der späte Vogel fing die dicken Würmer

Woran liegt dieser Aufschwung nach eher holprigen Start? Ein Zusammenhang der Leistungen könnte mit den späten Aktionen von Paderborn auf dem Transfermarkt bestehen. Das zentrale offensive Mittelfeld ist nämlich noch gar nicht so lange in Paderborn aktiv, hat sich aber bereits unverzichtbar gemacht: Julian Justvan wechselte wenige Tage vor dem Ligaauftakt, Svante Ingelsson sogar erst Ende September nach Paderborn. Beide stellen dort seit Wochen zusammen das offensiv zentrale Mittelfeld. Beide enorm spielstark und unangenehm im Pressing.

Neuzugänge, die direkt voll eingeschlagen haben: Chris Führich, Svante Ingelsson und Julian Justvan (von links nach rechts)
(Photo by Alex Grimm/Getty Images/via OneFootball)

Und da die Liste inzwischen ja bereits ziemlich lang ist, sollte Mittelstürmer Denis Srbeny (4 Tore, 2 Vorlagen) auch nicht unerwähnt bleiben. Wird nach Manuel Schäffler, Serdar Dursun, Simon Terodde und Philipp Hofmann nun der nächste zentrale Stürmer des Gegners treffen? #NurNochPositiv gehen wir mal nicht davon aus.

Der Spieler, der mir mit seiner Spielweise diese Saison beim SC Paderborn bisher am meisten imponiert hat, heißt Chris Führich. Zumindest hat er im letzten Spiel gegen Darmstadt und auch am 2.Spieltag gegen den HSV gezeigt, dass er zu einer ganzen Menge fähig ist.
Das wird ne ziemliche Aufgabe für die Außenverteidigung des FCSP, das Tempo von Führich mitzugehen. Zumal auf der anderen Seite mit Kai Pröger oder Christopher Antwi-Adjei ebenfalls hohes Tempo vorhanden ist.

Mögliche Aufstellung

Der SC Paderborn spielt seit Jahren, also seit Steffen Baumgart dort Trainer ist, unverändert. Die Prinzipien sind immer gleich. Es wird gerne hoch gepresst, das Team hat den Fokus aber auf das eigene Ballbesitzspiel. Das hat Baumgart auch in der ersten Liga so spielen lassen. Immer mit dabei, seit Beginn seiner Amtszeit (also bereits 16/17): Eine Viererkette. Na guuut, als der Abstieg letzte Saison feststand wurde auch mal eine Dreierkette ausprobiert, aber anscheinend wurde sich dagegen entschieden, denn diese Saison ist es eine Art 4-1-4-1/4-3-3-Mixtur, die der SCP auf das Feld bringt. Mit dem Abbürsten der Frage in der PK nach Vasiliadis hat Baumgart deutlich gemacht, dass es wohl eher keine Wechsel in der Startelf geben wird.

Etwas mehr Unsicherheit in der Formation und auch bei der personellen Aufstellung gibt es beim FCSP. Timo Schultz hat es durchaus offengelassen, ob es eine Dreier- oder Viererkette geben wird. Laut Schultz ist diese Frage auch nicht wichtig („Wir wollen und müssen defensiv stabiler werden, ob mit einer Dreier- oder Viererkette spielt für mich nicht die Rolle„), verweist darauf, dass die Auswahl der Spieler und deren Positionierung auf dem Platz wichtiger sei. Ich sehe das ein wenig anders und meine, dass eine Viererkette dem FCSP gut tun würde. Denn im Test gegen Werder Bremen hinterließ die Viererkette einen stabilen Eindruck.
Aber ja, Timo Schultz hat natürlich recht damit, dass es letztlich auf die Prinzipien ankommt. Denn sowohl in einer Viererkette als auch in einer Dreierkette, kannst Du beschissen gegen Ballverluste stehen (Schultz dazu auf der PK: „Es ist wichtig, dass wir die Struktur und Ordnung, gerade nach Ballverlusten, so anpassen müssen, dass wir nicht sofort in Konter laufen und es gefährlich wird.„). Trotzdem gehe ich stark von einer Viererkette aus, da das Team damit stabiler wirkt und auch die offensiven Außen es da etwas leichter haben (und die Formation von Paderborn mit offensiven Außen eine Dreierkette in der Breite mehr fordert als eine Viererkette)

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Philipp Ziereis und Marvin Knoll – Gegen Paderborn das Duo in der Inneverteidigung?
(c) Peter Boehmer

Aufstellung? Puuh, ich habe mal wieder keine Ahnung…

Fragt sich nur, wie diese Viererkette zusammengesetzt ist. Ich tippe mal darauf, dass das Duo aus dem SVW-Test, Knoll und Ziereis, nicht auseinandergerissen wird (auch weil Lawrence nun fast zwei Wochen nicht beim Team war). Auf der Außenbahn scheint Zander rechts gesetzt. Links ist es da schon schwieriger.
Noch schwieriger ist die Situation auf der Doppelsechs. Denn wenn Marvin Knoll in der Innenverteidigung spielt, dann dürfte es tatsächlich Afeez Aremu sein, der neben Finn Ole Becker startet, da er wesentlich zweikampfstärker als z.B. Rico Benatelli ist. Denkbar wäre es aber auch, dass Knoll auf die Sechs rückt und Lawrence in die Innenverteidigung.
Weiter vorne dürfte Kyereh neben Makienok beginnen (Daschner wäre hier auch denkbar, aber willste Kyereh wirklich draußen lassen?).
Ehrlich gesagt bin ich mir einzig auf den Außenbahnen sicher (abgesehen von Himmelmann), wer da spielen wird: An Maximilian Dittgen auf links und auch an Kevin Lankford rechts (das ich das mal schreibe!!!) führt aus meiner Sicht kein Weg vorbei.
Zack, da sitzen dann Sebastian Ohlsson, Lukas Daschner, James Lawrence und Rodrigo Zalazar auf der Bank. Mmh… muss ich mir das mit der Aufstellung dann nochmal überlegen? Ein Glück bin ich kein Trainer sondern kann nach dem Spiel auseinander frickeln, ob sich das Trainer-Team richtig entschieden hat.

SCP-Trainer Baumgart hebt zurecht das Spiel des FCSP hervor („Sie haben eine sehr gute Struktur was Fußball angeht bzw. wie ich Fußball verstehe. Sie haben ein sehr gutes Umschaltspiel dank sehr guter Ballgewinne.„) und verweist nicht zu Unrecht darauf, dass der FCSP gerade gegen Teams, die selbst das Spiel machen, besser spielt.
Und der SC Paderborn ist so ein Team, welches das Spiel machen will, hat vor allem in vorderster Reihe viel Tempo. Aber: Tempo hat der FCSP auch anzubieten. Und allgemein wird es dem FCSP liegen, wenn das andere Team das Spiel machen will. Das hat der Test gegen Werder Bremen gezeigt (aber auch das Spiel in Bochum oder gegen Darmstadt), dass gerade die Abläufe in Umschaltmomenten zu den größten Stärken des FCSP zählen. Es ist mal wieder ein Spektakel zu erwarten.

Forza!

// Tim

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