Lage am Millerntor – 04. Dezember 2023

Lage am Millerntor – 04. Dezember 2023

Der FC St. Pauli holt „nur“ einen Punkt im Derby, bleibt aber Tabellenführer und natürlich ohnehin die Nummer 1 der Stadt. Und schon morgen geht es im DFB-Pokal nach Homburg.

FCSP-News

2:2 im Derby

Erinnert Ihr Euch noch, als wir im letzten Heimderby in der 1. Bundesliga durch Fabian Boll in Führung gingen und der späte Ausgleich durch Mladen Petrić quasi den Stecker zog und man so richtig enttäuscht war, trotz Unentschieden gegen den „großen“ Dino?
So ähnlich war das gefühlt auch am Freitag. Doch in diesen zwölfeinhalb Jahren ist einiges passiert, der Dino ist zwischendurch verstorben und probt die Wiedergeburt als Zweitliga-Dino. Die Enttäuschung nach dem erneuten Unentschieden (dem ersten in der 2. Liga am Millerntor) speist sich daher auch nicht daraus, einen Derbysieg verpasst zu haben – davon haben wir inzwischen, im Gegensatz zu damals, einige. Die Enttäuschung rührt daher, als Tabellenführer „nur“ drei Punkte vor dem Nachbarn zu stehen.

Und vielleicht ein kleines bisschen auch daher, dass man dieses fantastische Tor zum 2:0 nun nicht ganz so ausgiebig feiern kann, wie es im Falle eines Sieges möglich gewesen wäre.
(Ja, feiern darf man das natürlich trotzdem und Arnd Zeigler muss für den Dezember wohl keine Wahl zum „Kacktor des Monats“ durchführen.)

Alles, was es zum Spiel zu sagen und zu schreiben gibt, haben wir bereits am Wochenende für Euch veröffentlicht. Tims ausführliche Analyse („Enttäuschung, die Stolz macht“), die Statistiken („Derbywürdig“) und die Stimmen zum Spiel („Keine Kirmestruppe“).
Und auch das „Nach dem Spiel“-Gespräch von Michael ist online:

(Keine) Fehlentscheidungen?

Es gibt ja mehrere Dinge auf dieser Welt, die unerschütterlich feststehen:

  1. Atmen hilft.
  2. Esst keinen gelben Schnee.
  3. Der HSV gewinnt alle Spiele verdient.
    (Wenn er mal nicht gewinnt, sind die Schiedsrichter schuld.)

Beide Tore des FCSP seien irregulär gewesen, so zumindest die Meinung (fast) all jener auf Social Media, die schon als Kind in Schiedsrichtertrikots schliefen und nebenbei Rauten ins Poesie-Album malten.
Schauen wir uns die beiden Szenen also mal genauer an:

  • 1:0 (Jackson Irvine, 15. Minute)
    Bei der Ecke blockt Karol Mets den gegnerischen Kapitän, Jonas Meffert. Ja, der Arm geht da raus, aber auch Meffert steht da ja nicht brav rum und wartet darauf, umgeschubst zu werden, sondern beide bearbeiten sich, wie es in solchen Situationen handelsüblich ist.
    Ist sowas schon abgepfiffen worden? Auf jeden Fall.
    Kann man das auch weiterlaufen lassen: Ja, ebenso.
    Insofern kein Eingriff des VAR notwendig, weil keine klare Fehlentscheidung.
    So übrigens auch die Einschätzung von Alex Feuerherdt, auch wenn seine Tendenz etwas mehr in Richtung ’sollte man eher pfeifen‘ geht. / Abendblatt (€)
  • 2:0 (Eigentor, 27. Minute)
    Der Vorwurf lautet hier, dass die angreifenden St. Pauli-Spieler bei der Ausführung des Abstoßes bereits im Strafraum standen.
    Zwei Anmerkungen vorab: Der Halbkreis vorm Strafraum gehört in diesem Fall nicht zum unerlaubten Bereich, dieser bildet nur die 9,15m Abstand beim Strafstoß. Die Strafraumlinie hingegen gehört dazu – und diese wurde von Eggestein und Saad durchaus betreten.
Screenshot-Ausschnitt: fcstpauli.tv

Wenn man dies, wie bei Abseits, als reine Schwarz/Weiß-Entscheidung versteht, ist es klar. Das Tor ist irregulär. Für viele dürfte die Diskussion damit beendet sein, insbesondere für Fans des HSV, logisch. Vielen Dank für das Mitlesen bis hierhin, viel Spaß noch.

Schauen wir ergebnisoffenen Menschen also weiter drauf: Da der Ball von Heuer Fernandes erst zu Ambrosius, von ihm (ohne Gegnerdruck) zu Ramos und von dort (ohne Gegnerdruck) zu Heuer Fernandes gespielt wird, und auch dieser keinen unmittelbaren Druck hat (Eggestein ist bei Heuer Fernandes‘ Abschluss noch etwa fünf Meter entfernt), ist es hier wohl eher eine regelphilosophische Frage – denn abgepfiffen wird hier normalerweise, wenn einer der gegnerischen Spieler eingreift – und zwar unmittelbar und nicht nach drei Pässen. Wenn gar kein FCSP-Spieler dagewesen wäre, hätte Heuer Fernandes aber natürlich auch anders reagiert, auch klar.
Alex Feuerherdt erklärt hierzu, ebenfalls im Abendblatt, dass ein Eingriff nur von Zwayer (und Team) hätte erfolgen können, ein VAR-Eingriff aber ausgeschlossen sei – der hätte nur eingreifen dürfen, wenn schon nach dem ersten Kontakt von Heuer Fernandes Druck ausgeübt worden wäre.

Und eine Sache noch: Die einfache Rechnung „Wenn beide Tore nicht zählen, gewinnt der HSV 2:0!“ ist natürlich komplett hanebüchen und ignoriert völlig die Dynamiken eines Fußballspiels.

Weitere Links

Manolis Saliakas: Tor des Monats

Es kann da zwar eigentlich keine zwei Meinungen zu geben, das Tor von Manolis in Rostock verdient jede Auszeichnung. Sicherheitshalber solltet Ihr trotzdem Eure Stimme abgeben und für Tor 3 stimmen.
Zu gewinnen gibt es ja auch noch was.

Morgen im DFB-Pokal beim FC Homburg

Heute Vormittag findet die Pressekonferenz zum morgigen Spiel statt.
Die Vorfreude beim FC Homburg auf das morgige Achtelfinale im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli steigt indes. Unter anderem ist ein grün-weißes Farbenmeer geplant, dazu werden kostenlose grün-weiße Zipfelmützen verteilt…
Aus Sicht des FC St. Pauli (und der anreisenden Fans) deutlich relevanter ist natürlich, ob das Spiel überhaupt stattfinden kann. Grundsätzlich ist die Wetter-Situation im Südwesten etwas besser als im Norden, in der dortigen Regionalliga fanden am Wochenende mehr Spiele statt als abgesagt werden mussten. Der FC Homburg spielte auswärts, bei Hoffenheim II (1:1) und konnte den eigenen Rasen im Waldstadion daher schonen.

Mehr noch: Es wurde extra eine Agrarfolie ausgelegt, damit der Rasen durch den Frost nicht geschädigt wird (Facebook). Eine Absage aus Gründen der Unbespielbarkeit des Platzes erscheint also unwahrscheinlich. Witterungsbedingt können Spiele aber auch aus anderen Gründen ausfallen, wie wir am Samstag bei Bayern – Union gesehen haben.

Über all dies und noch viel mehr sprach Michael im „Vor dem Spiel“-Gespräch mit Homburg-Fan Marc, der den Verein schon ewig zu Heim- und Auswärtsspielen begleitet und quasi der Bernd L. unter den Homburg-Fans ist:

Wenn Ihr Euch schon mal in DFB-Pokal Stimmung bringen wollt: Die absolut sehenswerte Bokal-Doku des NDR ist wieder online, gestern Abend lief sie auch im linearen Fernsehen.
Außerdem wurde uns von einem erkrankten FCSP-Fan noch ein Sitzplatzticket für morgen angeboten, Übergabe von ihm heute in Hamburg möglich – Kontaktaufnahme am besten per E-Mail an redaktion (at) millernton.de.

Lage der Liga

Einmal die Personalie vorab: Der 1. FC Kaiserslautern hat einen Nachfolger für den freigestellten Dirk Schuster präsentiert: Dimitrios Grammozis übernimmt die Trainerfunktion auf dem Betzenberg.
Grammozis war als Spieler fünf Jahre im Trikot der Roten Teufel tätig, als Cheftrainer bisher bei Darmstadt und Schalke.

Freitag

„Brustlöser“, nennt man das wohl: Der FC Schalke 04 schießt einen überforderten VfL Osnabrück mit 4:0 (1:0) aus der Arena. Für Osnabrücks neuen Trainer Uwe Koschinat war es natürlich ein denkbar schlechter Einstieg. Er hat nun eine Woche Zeit, sein Team auf das Heimspiel gegen den Tabellenführer vorzubereiten.
Das Unheil nahm dabei in der 21. Minute seinen Lauf, als es ein eher unglückliches Eigentor nach Ecke gab, gleichzeitig der Halbzeitstand. Drei weitere Gegentore in Halbzeit zwei, darunter ein (sehr klarer) VAR-Elfer und ein weiteres Eigentor.
// Bericht zum Spiel aus Schalker Sicht: TausendFreunde.de // Sportschau-Highlights

Samstag

Der Tabellenzweite kommt von der Förde: Holstein Kiel schlägt den SV Wehen Wiesbaden mit 3:2 (2:0), musste dabei aber nach einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung zum Ende hin noch zittern. Der erste vielversprechende Angriff der Gäste kam in der 75. Minute, doch mit Toren in den Minuten 81 und 90+1 (VAR-Elfer) wurde es in der restlichen Nachspielzeit nochmal spannend – mehr aber auch nicht. // Sportschau-Highlights

Eine böse Klatsche und eine Schiedsrichterverletzung gab es im Frankenstadion. Der 1. FC Nürnberg unterlag Fortuna Düsseldorf mit 0:5 (0:3). Dabei war die wichtigste Personalie im ersten Durchgang die Verletzung von Schiedsrichter Richard Hempel, der nach 24 Minuten mit einer Wadenverletzung ausscheiden musste. Nach insgesamt etwa 14 Minuten Unterbrechung wurde das Spiel unter der Leitung des Vierten Offiziellen, Assad Nouhoum, fortgesetzt. Der ehemalige Spieler der Bayernliga pfeift sonst in der 3. Liga und kam so zu seinem ersten Einsatz in der DFL. In den somit angesetzten 15 Minuten Nachspielzeit erzielte die Fortuna drei Tore und traf auch noch die Latte.
In der zweiten Halbzeit begann Nürnberg mit drei Neuen, das große Aufbäumen, auf das man nach der ebenfalls bereits bösen 1:4-Niederlage in Karlsruhe aus der Vorwoche gehofft hatte, blieb aber weiterhin aus. Nouhoum durfte noch seinen ersten Handelfmeter im Profifußball pfeifen, die Fortuna gewann ungefährdet und auch in der Höhe verdient. // Sportschau-Highlights

Eintracht Braunschweig kommt nicht aus dem Keller und unterliegt der SpVgg Fürth mit 0:1 (0:1). Das entscheidende Tor entstammt einem Foulelfmeter, über den man zwar diskutieren kann, der aber sicher auch keine klare Fehlentscheidung war.
Braunschweig hat bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, Fürth hingegen gelingen fünf (Grüße an den gestrigen Adventskalender) Zu-Null-Siege in Serie.
(Dazwischen lag übrigens ein Pokalaus beim FC Homburg…) // Sportschau-Highlights

Das Abendspiel

Der 1. FC Magdeburg empfing im Abendspiel den 1. FC Kaiserslautern, der sich kurz zuvor von Dirk Schuster getrennt hatte. Dimitrios Grammozis war noch nicht in Amt und Würden, wird aber sicher zugeschaut haben, wie sein neues Team spielte – und das war gar nicht mal so gut.
Am Ende stand ein 4:1 (1:1)-Heimsieg des FCM, der damit den zweiten Sieg in Folge holte und nun zumindest den Anschluss an das untere Mittelfeld hergestellt hat. // Sportschau-Highlights

Sonntag

„Lehrgeld“ ist wohl der Begriff, der das Spiel zwischen Hertha BSC und der SV Elversberg wohl am besten beschreibt. Denn die „ELV“ spielte gut mit, ging eigentlich auch in Führung – doch der VAR kassierte den Führungstreffer wegen eines vermeintlichen Handspiels wieder ein. Für mich diskutabel, da das eher im Bereich der (nicht strafbaren) T-Shirt Linie war – aber da kriegen Leute sehr viel mehr Geld als ich, die das dann eben auch besser beurteilen können.
Ansonsten war es eben ein Spiel auf Augenhöhe, welches mit 5:1 (2:1) wohl doch etwas zu hoch ausfiel, unter anderem mit drei Toren von Florian Niederlechner. // Sportschau-Highlights

Der SC Paderborn besiegte Hannover 96 sehr spät mit 1:0 (0:0), nachdem die Gäste ab der 20. Minute in Unterzahl spielten, nachdem eine Grätsche von Louis Schaub mit der offenen Sohle vom VAR von Gelb auf Rot upgegradet wurde. 96 verteidigte aber tapfer und stand kurz vorm Punktgewinn, bis Muslija in der ersten Minute der Nachspielzeit eher harmlos in die Mitte flankte… aber niemand mehr dran kam und der Ball dann ins lange Ecke hoppelte. // Sportschau-Highlights

„Jörn, mach was dagegen!“ hieß es gestern in einer hier nicht näher zu nennenden WhatsApp-Gruppe, als der Karlsruher SC gegen Hansa Rostock zwischenzeitlich mit 1:3 zurücklag. Und was soll ich sagen? „Magic Kroizo“ did his best und so stand am Ende immerhin noch ein 2:2 (1:2). Igor Matanovic erzielte kurz vor der Halbzeit den Anschlusstreffer, doch Rostock erhöhte… bis Deniz Aytekin den Treffer nach VAR-Intervention und einem Gang in die Review-Area doch noch wieder einkassierte. Und so wurde Damian Roßbach zum „Man of the Match“. Der ehemalige Karlsruher traf zunächst für Hansa zum 0:2, vergab später die riesige Chance zum 1:3 und bekam dann in der 81. Minute den Ball so unglücklich zwischen die Füße gespielt und nicht sortiert, dass Budu Zivzivadze aus kurzer Distanz zum Ausgleich einnetzen konnte. // Sportschau-Highlights

Neues von den Alten

Florian Kirschke, von 2009 bis 2013 in verschiedenen Jugendteams des FCSP, bis hin zur U23, beendet seine Karriere. Im Alter von 31 muss man das als Torwart eigentlich nicht unbedingt, dem Keeper des VfB Lübeck machen anhaltende Rückenprobleme aber so zu schaffen, dass er sich dazu entschieden hat. Wir wünschen alles Gute für den weiteren Weg! // VfB Lübeck

Fanszene-News

Polizeieinsatz am Freitag

Diverse Hundertschaften, Wasserwerfer, Hubschrauber.
Während ich letzte Woche noch dachte, die Begleichung der Polizeikosten durch den FC Hansa Rostock würden den Verein ziemlich schnell in die Insolvenz führen, so würde dies bei mehreren solcher Aufmärsche der Staatsgewalt wohl auch für den FC St. Pauli gelten. Dabei sollte man aber immer im Hinterkopf behalten, dass dieses massive Aufgebot in erster Linie selbstgewählt ist und der tatsächliche Bedarf in dieser Form mindestens angezweifelt werden dürfte.

Fakt ist auch: Trotz DOM und Freitagabend blieb es größtenteils ruhig.
Die Polizei verkündet nach solchen Spielen so oder so immer alles als Erfolg. Wenn es ruhig blieb, lag das an der ganz bestimmt exakt angemessenen Präsenz. Wäre es nicht ruhig geblieben, hätte man für das nächste Spiel eben einfach noch mehr Präsenz zeigen müssen und es so auch für die eigene Agenda genutzt.
Immerhin: Im Stadion selbst hielt sich die Polizei dieses Mal zurück.

Ganz nebenbei musste am Freitag (mindestens) eine Schule früher den Unterricht beenden und auch Planten un Blomen schloss die verschiedenen Tore am Freitag vorzeitig. Beides mit der Begründung „Sicherheit. Fußballspiel“, sicher in Absprache und/oder auf Empfehlung der Behörden. Notwendigkeit? Zweifelhaft.
Und dann war da noch das komplette Verkehrschaos, welches durch zahlreiche Straßensperrungen im Stadtteil ausbrach, sicher zusätzlich unterstützt vom DOM und dem Wetter.
Nach dem Spiel war dann auch noch komplettes Chaos beim HVV, der zeitweilig die U-Bahn sperrte. Da kommt hinzu, dass der City-Tunnel mit der S-Bahn aktuell längerfristig umgebaut wird und so auch die Haltestellen Reeperbahn und Stadthausbrücke nicht als Alternative genutzt werden können.

Um den Blick mal von der Polizei wegzunehmen: Die DFL sollte sich überlegen, ob man das Derby nicht in Zukunft auch wieder auf Termine legen kann, an denen kein DOM ist. (Ja, liebe Leser*innen von weiter weg: Auch wenn gefühlt immer DOM ist, so gibt es tatsächlich einige wenige Wochenenden im Jahr, an denen dies gar nicht stimmt.)

Stadionverbote mit Risspotenzial

Die im Vorfeld der Begegnungen in Rostock und gegen den HSV ausgesprochenen Stadionverbote, bergen ausreichend Potenzial, den FC St. Pauli und seine Fanszene noch etwas länger zu beschäftigen.
Am Freitag gab es einen Vorgeschmack darauf, als in der Ecke der Süd zur Gegengerade hin zahlreiche Tapeten präsentiert und über den gesamten Spielverlauf hinweg Pyrotechnik gezündet wurde.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • „SV. Pauli – Vom Punk zur Petze“
  • „Doppelstandards bei SV-Vergabe, Sicherheitschef in Bullenmanier“
  • „Göttliche Doppelmoral“
    (weitere Tapeten im Kommentar unten von alex)

Auch der Rest der Fanszene wurde angezählt, während „Antifa Hooligans“ lief. Nämlich mit der spöttischen Ansage, dass diese eben nur während des kurzen Mitsingen des Liedes „Hooligan“ sei:
„Come on, come on – Hooligans nur zum Mitgrölen in der Halbzeit“
Mag sein, dass man hier mangelnde Solidarität der restlichen Fanszene anmahnt. Warum die offenbar ab und an fehlt, kann man dann ja mal intern eruieren und sich überlegen, ob es so clever ist, auch eigenen Leuten aufs Maul zu hauen.

Die Kritik an Sicherheitschef Sven Brux und Präsident Oke Göttlich wird klar, beide werden hierzu sicher eine eigene Sichtweise haben. Wir haben bisher noch auf eine Anfrage an den Verein dazu verzichtet, werden uns dazu in den nächsten Tagen aber sicherlich mal mit dem Verein, der Braun-Weißen Hilfe und dem Fanladen austauschen und das Thema gegebenenfalls weiter verfolgen.
Ebenso klar ist aber auch, dass hier sicher nicht alle Details in die Öffentlichkeit gehören.

Sprechstunde der Braun-Weißen Hilfe

Reminder: Monatlicher Termin der BWH, heute wieder.

Monatliche Sprechstunden der BWH.
Jeden 1. Montag im Monat, 17-18.30 Uhr im Fanladen.

Fangnetz auf der Nord

Das neue Netz vor der Nordkurve soll die Sicherheit erhöhen, sorgte aber insbesondere bei den Heimfans in der Nord nicht nur für Begeisterung. Auf unsere Nachfrage, ob dies jetzt eine dauerhafte Lösung sei, oder das Netz bei weniger „riskanten“ Spielen auch wieder eingepackt werden könnte, wurde uns folgendes mitgeteilt:

Durch das neue Netz ist das Ballfangnetz hinter dem Tor überflüssig  geworden. Dieses bestand aus mehreren Masten, an denen ein Fangnetz installiert war. Diese Konstruktion – so die Annahme – behinderte die Sicht mindestens so sehr wie das neue Netz. Zudem hätten die Fans im Gästebereich durch zwei Netze schauen müssen, hätten wir die Anlage hinter dem Tor stehengelassen. Wir prüfen die Erfahrungen und freuen uns über Rückmeldungen, damit wir die Situation so gut wie möglich regeln können. Dem FC St. Pauli wäre es im Übrigen am liebsten, wenn wir gar keine Fangnetze bräuchten.

Über Social Media erreichte uns schon der ein oder andere Kommentar. Wenn Ihr uns hier in den Kommentaren Eure Erfahrungen mitteilt, würden wir diese gesammelt an den Verein weiterleiten. Dies würden wir dann mit der von Euch (nicht öffentlich) angegebenen E-Mail Adresse tun. Wenn Ihr letzteres nicht wollt, schreibt es kurz in den Kommentar mit rein, dann leiten wir diesen ohne E-Mail Adresse weiter.

Vlogger „ViscaBarca“

Ja, die „Habt Ihr keine anderen Probleme?“-Kommentare habe ich kommen sehen, von der Vielzahl bin ich dann doch überrascht. Da das offenbar im Artikel nicht deutlich genug wird: Es ist mir herzlich egal, ob und wie ViscaBarca mit diesen Vlogs sehr viel Geld verdient, es sei ihm sogar gegönnt. Das Hobby zum Beruf machen ist toll.
Mir und uns geht es mit den beiden Artikeln eher darum, wie der Verein in dieser Sache agiert und warum man „spontan“ einen Vlogger, an dem es vorab die ein oder andere Kritik gegeben hatte (nicht nur bei uns) so sehr hofiert, dass er am Ende vom Vereinspräsidenten durch den Spielertunnel und in die Pressekonferenz geführt wird.
Und um das auch klar zu sagen: Natürlich kann man das machen – die Art und Weise des Umgangs mit dem Thema hat aber eben schon ein Geschmäckle: „ViscaPauli“.

Fotos aus Rostock

Bei USP sind jetzt auch die Fotos aus Rostock online.

FC St. Pauli von 1910 e. V.

U17-WM: Gratulation, Eric da Silva Moreira!

Wie fantastisch ist es, Weltmeister in einer Team-Sportart zu werden?
Diese Frage kann Eric da Silva Moreira ab sofort aus eigener Erfahrung beantworten, denn am Samstag gelang ihm dies mit der DFB-U17 bei der WM in Indonesien.
Gegen Frankreich führte man bereits 2:0, musste dann aber postwendend den Anschlusstreffer hinnehmen, kassierte eine Gelb-Rote Karte und kurz vor Schluss den Ausgleich. Wie schon im Halbfinale gegen Argentinien ging es also ins Elfmeterschießen. Exakt ein halbes Jahr zuvor hatte man denselben Gegner ebenfalls im Elfmeterschießen im EM-Endspiel bezwungen.

Als erster Schütze (ebenfalls wie im Halbfinale) trat da Silva Moreira an, erneut halbhoch links, doch dieses Mal konnte der Keeper parieren. Machte nichts, Unterhachings Konstantin Heide im Tor wurde erneut zum Matchwinner und Paris Brunner verwandelte… huch, zu früh gefreut. Nein, er verschoss zwar, aber zwei Elfmeter später stand die DFB-Elf dann als Weltmeister fest.
Herzlichen Glückwunsch, auch ein toller Erfolg für die Ausbildung im FCSP-NLZ.

Die Spieler der U17 beim Jubelfoto in zwei Reihen. Eine Hälfte stehend, davor eine Reihe kniend - unter ihnen mittig Eric da Silva Moreira, der auch den Pokal jubelnd in die Luft stemmt.
Die DFB-U17 mit dem WM-Pokal, in den Händen von FCSP-Spieler Eric da Silva Moreira.
(c) ADEK BERRY/AFP via Getty Images via OneFootball

Regionalliga Nord und Junioren-Bundesligen

Es ist alles ausgefallen.
(Okayokay, die U17 hat mit 7:0 (3:0) in Wolfsburg verloren, aber darüber will ja auch niemand was lesen.)

Döntjes

Fanhilfe Münster: Stellungnahme zum Polizeieinsatz in Saarbrücken

Da ja auch der FCSP morgen ins Saarland fährt, ist dieser Artikel vielleicht noch interessanter, als er es auch so schon wäre.
Preußen Münster spielte in der 3. Liga am Samstag beim 1. FC Saarbrücken. Hierbei gab es (nach Darstellung der Fanhilfe Münster) eine komplett falsche Lageeinschätzung der Polizei, die eine Feindschaft zwischen beiden Fanszenen annahm. Im weiteren Verlauf eskalierte die Situation laut der Fanhilfe ohne Not, selbstverständlich wurde dann auch ausgiebig Pfefferspray eingesetzt, da sind ja offenbar gerade auch Aktionswochen. // Fanhilfe Münster

Zu guter Letzt

Schöner, grüner Rasen, da in Nürnberg. // Twitter

Forza St. Pauli!
// Maik

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13 thoughts on “Lage am Millerntor – 04. Dezember 2023

  1. Zu den Fangnetzen auf der Nord: Vor dem Spiel ist es mir negativ aufgefallen, ich habe das während das Spiels aber problemlos ausblenden können. Ob das allerdings an der ohnehin eingeschränkten Sicht durch den Schneefall lag, will ich nicht beurteilen. Im Vergleich zu dem vorherigen Ballfangnetz machte es für mich, was die Sicht angeht, aber tatsächlich nur dadurch einen Unterschied, dass ich etwas weiter in Richtung Eckfahne stand, wo das vorherige Netz halt nicht war.
    Allerdings fühlte ich mich doch insgesamt etwas unwohl und eingesperrt. Definitiv nicht so, dass es das Stadionerlebnis merklich verändert hätte, aber ohne war es gefühlt schöner.

  2. Klar, dass die das mit der HSV-Brille so sehen. Fakt ist aber auch, ohne das Traumtor von HF hätten wir das Ding verloren. Aber können ja auch nicht alles in Grund und Boden schießen.

  3. Moin,
    zu den Fangnetzen:
    Als ich reinkam, habe ich mich gefragt, was der Gedanke dahinter war.
    Ich habe nicht verstanden, wieso nicht „nur“ der Gästeblock umnetzt war.
    Frage mich das auch nach der Erklärung vom Verein immer noch.
    Ich würde mal vermuten, dass hier mindestens ein Drittel des Blocks eine Sichteinschränkung hat, die es in den Bereichen vorher nicht gab.
    Die Befestigung des Netzes sah für mich auch eher nach „ich dengel das mal irgendwie fest“ als nach tollem Modulsystem aus.
    Brauchen wir eigentlich aufgrund irgendwelcher Vorgaben ein Ballfangnetz hinter dem Tor? Wahrscheinlich, um Kinder zu schützen.
    Aber ich denke, ein Netz beim Gästeblock und das klassische Hintertornetz wäre die deutlich bessere Lösung.
    Wobei natürlich am besten überhaupt keine Netze wären, aber zumindest bei mir hat sich das Sicherheitsgefühl aufgrund von fliegenden Leucht- und anderen Dingen aus Richtung Gästeblock durchaus erhöht.
    Vielleicht reicht ja auch ein Netz zwischen Gästeblock und Nord sowie wenige Meter schräg zwischen Gästeblock und Haupt. Allerdings sollten unsere Ordner:innen sowie die Spieler auch nicht unbedingt was abkriegen. Ach mensch, wäre das schön, wenn sich einfach alle einigermaßen benehmen könnten.

    Beste Grüße

  4. Ich habe zwar auch eine Mail an den Verein geschrieben (was meiner Meinung nach die komplette Nord machen sollte), aber hier gerne nochmal in Kurzform:

    Kommentar zum Netz in der Nord:
    Das vielleicht wichtigste: Ich fühlte mich nicht mehr zuhause, sondern wie bei einem beliebigen Auswärtsspiel in einem Gästeblock.
    Ich stehe im letzten Drittel zur GG und hatte vorher nur minimale Sichtbehinderungen durch das Fangnetz hinterm Tor. Jetzt ist es deutlich störend und ich konnte es im Spiel nicht gänzlich ausblenden. Dass wir als Heimfans jetzt in Haftung für randalierende Gästefans genommen werden, ist nicht richtig.
    Aber man glaubt wohl, mit der Nord kann man es machen. Wir waren dem Verein schon immer „egaler“ als andere Bereiche. Ich möchte nicht wissen, wie der Aufschrei wäre, wenn so ein Netz hinter den Trainerbänken zur GG installiert worden wäre.

    1. Mich würde interessieren, worauf sich deine Annahme begründet, dass die Nord dem Verein schon immer „egaler“ war?
      Aktive Gruppen aus der Nord sind in sämtliche Dialoge und Prozesse innerhalb der aktiven Fanszene eingebunden. Es sitzen Delegierte aus der Nord in sämtlichen Gremien und stehen über diese in regelmäßigem Kontakt mit Verein und Präsidium, wo sie genauso viel Gehör finden wie alle anderen. Warum sollte die Nord irgendjemandem egaler sein?

  5. Ich ergänze gerne die Tapeten der Gruppe deren Namen keiner öffentlich ausspricht oder schreibt:

    „Der etwas andere Verein? Vorverurteilungen & Paralleljustiz
    Doppelstandards bei SV-Vergabe, Sicherheitschef in Bullenmanier“

    „Wir sind der Verein“ als Blockbanner kurzzeitig über der USP Blockfahne

    „Bullen raus aus den Kurven“

    Sowie von einer anderen Gruppe auf der Süd:
    „Oke raus – SV‘ler rein“
    Es gab zudem ein weiteres Banner Süd Richtung Haupt welches wir nicht lesen konnten.

    Auf der Gegengerade wurde hinter der Gästebank gezeigt : „Oke Gottlos *****“ (nicht lesbar von hinten)

    Sowie über dem Supportblock:
    „Bullen raus aus der Kurve“
    „Gegen jeden Antisemitismus“
    „Dapo statt Epo“

    Nicht unerwähnt lassen will ich die Pappe auf der Süd die viele Rauten verzweifeln ließ: „Eure Kinder gehn zum HSV“

  6. habe auch selbst schon eine Mail an den Verein geschrieben und fand das Netz wirklich störend. stehe in einem Bereich, der vom ‚alten‘ nett kaum berührt war.

    auch in Gästebereichen würde ich mich über so ein ‚toll ‚ Designtes Netz beschweren. in Kiel kauft man dann halt Sitzplätze, nach 20 Jahren die Dauerkarte mal eben umschreiben wäre ein ungleich größerer Schritt.

  7. „Fangnetz auf der Nord“

    Moin,

    danke für Euren Artikel zur „eingenetzten“ Nord – als ich las, daß sie womöglich so zugehängt bleiben soll, mußte ich vor Schreck ziemlich scharf einatmen und konnte es kaum glauben!

    Ich möchte dazu gerne sehr deutlich sagen, daß ich diese Maßnahme ablehne und es absolut ätzend fände, wenn dieses Meganetz dort bliebe.

    Es stört die Sicht auf jeden Fall, und überdies fühlt es sich nicht gerade gut an, in der eigenen Kurve so abgegrenzt zu sein.
    Die Nord ist mein „Zuhause“-Platz im Stadion.

    Ich fand es nur halbwegs hinnehmbar wegen der vermeintlichen Gewißheit, daß das einmalig wäre…
    Wie kann man denn sowas dauerhaft erwägen?!

    Warum werden wir im gesamten Heimbereich Nord „mitgefangen-mitverhangen“, nur weil es leider einige Gästefans gibt, die in ein Stadion gar nicht erst hineingehören?
    Ach ja, damit die auch gute Sicht haben. Na klar..

    „Wir prüfen die Erfahrungen und freuen uns über Rückmeldungen, damit wir die Situation so gut wie möglich regeln können.“ – Das hoffe ich sehr, und ich möchte den ‚vorher‘-Zustand zurückhaben.

    Ein Fangnetz im Torbereich habe ich noch nie als störend empfunden, sondern lediglich als ein Teil des Ganzen, und auch als durchaus sinnvoll. Aber diese Komplettvernetzung löst in jeglicher Weise eine ganz andere Empfindung aus.

    Liebes MillernTon-Team, ich danke Euch sehr für die Weiterleitung an den Verein!
    Viele Grüße
    Christiane

  8. Netz in der Nord
    Abgesehen vom unguten Gefühl, hatte ich auch den Eindruck schlechter sehen zu können.Das mag aber auch am Schneefall gelegen haben.
    Jedenfalls möchte ich dieses Netz NICHT dauerhaft in der Nord haben.Ich gehe seit min. 25 Jahren in die Nord, und mir ist noch nie aufgefallen, dass etwas auf’s Feld geworfen wurde.Einzelfälle mag es gegeben haben, ich hab es dann nicht mitbekommen.Nun werden wir in Sippenhaft genommen.
    Also Oke, wech damit.
    Gruß Bruncki

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