Lage am Millerntor – 26. April 2022

Lage am Millerntor – 26. April 2022

Der FC St. Pauli nähert sich dem Saisonende und die Stimmung ist „überschaubar“. Das Wochenende war komplett zum Vergessen. Für alle Teams? Nein, ein kleines gallisches Dorf bildeten die Handball-Herren, die zumindest eine Feel Good-Story in Braun-Weiß fabrizierten.

FCSP News

Darmstadt im Rückspiegel

Sie schmerzt noch immer, die Niederlage letzten Samstag gegen Darmstadt 98. Zum Abschluss liefern wir noch den Bericht von South End Scum (Englisch) und verweisen gerne auf das sehr volle hauseigene Paket aus Vorbericht, VdS, Analyse, NdS und (brandneu!) Einzelkritik.

Nürnberg voraus

Glücklicherweise bleibt nicht viel Zeit, um sich noch weiter über das Spiel zu ärgern. Denn in drei Tagen ist schon der 1. FC Nürnberg zu Gast am Millerntor. Auch der wird mit einiger Wut im Bauch unterwegs sein, nach der 2:4-Niederlage zuhause gegen den SV Sandhausen (alle! vier!! Gegentore!!! durch Ecken!!!!). Die Pressekonferenz vor dem Spiel findet bereits morgen statt.
Am Montag war Ruhetag an der Kollau. Heute geht es dafür wieder rund auf der Anlage und auch die nächsten beiden Tage wird (unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also auch ohne Presse) trainiert. Zu gerne würde sich Tim heute auf das Fahrrad schwingen, schwitzen und schwer atmend am Trainingsgelände ankommen. Leider sitzt er in Quarantäne und wird diese Woche daher keinen „Bericht von der Kollaustraße“ liefern können. Der Draht ist aber kurz und alle wichtigen (Personal-)Infos gibt es dann wie gewohnt auch in der morgigen Lage zu lesen.

Die aktuelle sportliche Lage und das leider nicht mehr zu ignorierende Drumherum, ist auch Thema bei der sportschau und dem kicker. Beides sehr lesenswert und daher hat auch Tim sich dieser insgesamt eher unschönen Thematik angenommen: „Unruhe zur Unzeit“

Leihspieler Watch

Christian Viet spielte beim 0:0 des BVB II gegen den Halleschen FC von Beginn an auf der rechten Außenbahn im Mittelfeld. Nach einer guten Stunde wurde er ausgewechselt.
Marvin Senger fehlte am Wochenende erneut, sowohl beim 1:2 des 1. FC Kaiserslautern beim SV Wehen Wiesbaden, als auch im Kader des Oberligateams.

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SpielerVereinEinsätzeStartelfToreVorlagenPlatzverweise
Christian VietBorussia Dortmund U2330233
Marvin Senger1.FC Kaiserslautern6 (+1 DFB-Pokal, +6x U23)51

Fanszene News

Resttickets Nürnberg

Da die Nürnberger Ultras das Spiel ja bekanntlich aufgrund von 2G nicht verfolgen wollen, hat der FCN auch nicht das komplette Gästekontingent ausgeschöpft. Aktuell gibt es noch gut 160 Sitzplatzkarten für 29€ im Block N5. (Vereinshomepage)

FC St. Pauli von 1910 e. V.

Handball Oberliga

Mit dem Aufstieg in die 3. Liga haben die Handballer des FCSP in dieser Saison erwartungsgemäß nichts mehr zu tun, was sie natürlich nicht davon abhält, die anderen zu ärgern. Ein wahrer Nervenkrimi war (mal wieder) das Heimspiel am Samstag in der Budapester Straße gegen die Zweitvertretung von Flensburg/Handewitt vor ca. 150 Zuschauenden.

Nach fünf Minuten lag man 0:4 hinten, doch als die Uhr 19:10 zeigte war eine 8:7-Führung herausgespielt, insbesondere über den Kreis kam man zu guten Abschlüssen. Es blieb bis zum Schluss knapp und heiß umkämpft und als Flensburg vier Minuten vor Schluss mit 23:25 in Führung ging, sah es nach einer erneuten Niederlage in der Aufstiegsrunde aus – doch Sebastian „Seppo“ Winkelmann verwandelt einen Siebenmeter, Keeper Sam hält einen Siebenmeter der Flensburger, die SG erhält einen 2-Minuten-Strafe und Seppo verwandelt drüben noch einen zum Ausgleich. Drama, noch 40 Sekunden, Auszeit Flensburg. Klare Ansage „Jetzt in Ruhe runterspielen“, also Ballbesitz bis kurz vor Schluss, dann werfen und wahlweise den Sieg erzielen oder zumindest den Punkt haben. Die SG nimmt den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers raus. Sechs Sekunden vor Schluss kommt dann der gut platzierte Wurf. Sam holt das Ding mit Torwartspagat aus der unteren Ecke. Der Backe-Ball bleibt an seinem Fuß kleben, er hebt ihn auf und wirft ihn zum Siegtreffer über das ganze Feld ins leere Flensburger Tor. Letzte Sekunde. Hölle Buda, Wahnsinn, 26:25 (13:11).

Am Donnerstag (20.30h gegen AMTV Hamburg) und Samstag (18.00h gegen TSV Hürup) stehen die nächsten beiden Heimspiele an.

Die 1. Frauen hatten hingegen seit Ende März spielfrei, heute (20.30h) greifen sie bei der SG Todesfelde/Leezen wieder ein, ehe dann am Samstag (20.00h) ebenfalls ein Heimspiel ansteht, Gegnerinnen sind dann der Preetzer TSV.

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Rugby

Die 1. Herren des FCSP kämpfen um die Rückkehr in die 1. Bundesliga. Dafür ist zunächst einmal Platz 1 oder 2 in der 2. Bundesliga Nord nötig, dies dürfte drei Spieltage vor Schluss gesichert sein. Lediglich die Frage, ob es Platz 1 oder 2 wird, entscheidet sich noch am 8. Mai (15.00h) im direkten Aufeinandertreffen mit dem 20-maligen Deutschen Meister Victoria Linden.

Danach stehen noch Überkreuz-Spiele mit dem 1. und 2. der Parallel-Liga (Ost) an (11. Juni) und danach das Finale (25. Juni) und dann ein Relegationsspiel gegen den Letzten der 1. Liga – zumindest, wenn ich das auf die Schnelle so richtig überblickt habe. Ich denke aber, da werden wir uns dann zu gegebener Zeit nochmal genauer mit befassen.

Nachtrag:

Die 1. Frauen spielen in in der 1. Bundesliga (Staffel A)… und offensichtlich sind die vier Teams dort in ein Halbfinale eingeteilt worden, welches das Team schon Anfang April in Heidelberg verlor. Hier steht nun am 7. Mai noch ein eher sinnloses Spiel um Platz 3 an.

Segeln

Apropos Bundesliga: Die Segel-Abteilung ist eine der wohl aktuell am schnellsten wachsenden Abteilungen des Vereins. Und demnächst ist ein Team der Abteilung sogar in der zweiten Segel-Bundesliga vertreten.

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Doch auch darüber hinaus passiert in der Abteilung sehr viel, Grund genug heute in der Monatssendung mal darüber zu sprechen. Es geht um den eher als „Sport für Reiche“ verpönten Ruf des Segelns und wie das zum FCSP passt, Segeln für Jugendliche, Inklusion und vieles mehr. Fragen? Her damit.

Döntjes

Pele Wollitz doing Pele Wollitz things

Nach wie vor denke ich an jenen Tag in Magdeburg gerne zurück, von dem ich bis heute den „Schade, Magdeburger Jungs!“-Ohrwurm habe. Zweiter Gedanke dazu ist aber immer: „Ach du meine Güte, wir haben damals Pele Wollitz zum Aufstieg verholfen!“

Nun, der Herr Wollitz trainiert ja inzwischen den FC Energie Cottbus und in dieser Funktion gab er nach dem Spiel bei Babelsberg 03 (2:0 für Cottbus) eine „bemerkenswerte“ Pressekonferenz, zu sehen auf Twitch. (Nicht ganz von vorne angucken, es reicht der Part ab etwa Minute 10) Darin holt er in der ihm eigenen Unantastbarkeit zum Rundumschlag aus. Hauptargument ist das Stadionheft, in dem er die Titelseite und einige Kommentare als „stillos“ empfand.

Wohlgemerkt: Im Heft wird vom „nicht überall beliebten Trainer Claus-Dieter Wollitz“ geschrieben und vom „nicht immer nur bedachten Trainer“ – tja nun. Ganz fantastisch ist vor allem die Mimik von SVB03-Pressesprecher Thomas Hintze, der sichtlich irritiert ist – und vor allem in den Sekunden danach, als die Mikros schon aus sind, seine Fassungslosigkeit nonverbal gestikulierend vermitteln kann. (Coverfoto mit freundlicher Genehmigung von SanktPony)

Stadionheft von Babelsberg. Im Asterix-Style steht ein Römer vor Obelix und fragt: "Wo geht's denn hier zur dritten Liga?"
Stadionheft des SV Babelsberg

Der wahrscheinlich teuerste Pfiff Deutschlands

Oktober 2018, Kreisliga B in Hessen. SpvGG Sonnenberg II gegen DJK 1. SC Klarenthal II. Ein ewig junger Klassiker, wir alle haben diese Partie sicher schon mal live gesehen.
Jedenfalls kam es an diesem Tag zu einer Rudelbildung, die Schiedsrichter Pierre Hackler auflösen wollte, mit der ihm zur Verfügung gestellten „Waffe“, seiner Pfeife. Diese betätigt er, ein Spieler des Gastvereins erlitt dabei bleibende Schäden im linken Ohr.
Es folgten ein strafrechtlicher und ein zivilrechtlicher Prozess. Aus dem ersten ging Hackler mit 80 Sozialstunden, jetzt endete der zweite mit einem Vergleich und einem Schmerzensgeld von 2.500€.

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„Keine Absicht, aber Vorsatz“ schreibt der Kicker in einer Zwischenüberschrift. Auf zumindest symbolische Unterstützung seitens des Verbandes wartete Hackler leider vergebens, wenig überraschend hat er seine Schiedsrichter-Tätigkeit nach über 20 Jahren aufgegeben.

Zu guter Letzt

Auch 20 Jahre danach immer noch sehenswert: (Twitter)

Forza St. Pauli!
// Maik

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One thought on “Lage am Millerntor – 26. April 2022

  1. „SpvGG Sonnenberg II gegen DJK 1. SC Klarenthal II. Ein ewig junger Klassiker, wir alle haben diese Partie sicher schon mal live gesehen.“

    gerade geprüft: tatsächlich habe ich bereits ein duell der ersten mannschaften am spitzkippel gesehen 😉

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