Aktive Inaktivität

Aktive Inaktivität

Hui, da war ja was los die letzten Tage rund um den FC St Pauli in Sachen Transfers. Dabei ist letztlich gar nichts passiert. Kein Spieler ist gekommen, keiner gegangen. Alles wie vorher also. Genau das findet aber nicht jede*r gut. Wir versuchen das mal einzuordnen.
(Titelbild: Peter Böhmer)

Transfergerüchte beim Lieblingsverein – das löst bei vielen Fans massivste Emotionen aus. Denn neue Spieler, bestenfalls mit unbekannten Namen und vielleicht aus fremden Ligen, bieten immer Raum für ganz große Träume. Träume, dass es nun (endlich) aufwärts geht. Ein Hauch von „Alles-wird-besser“ umgibt die Neuzugänge meist, selbst dann noch, wenn alle objektiven Parameter bereits Alarm brüllen. Fußballfans simply want to believe.

Natürlich haben auch wir sehr aufmerksam die Geschehnisse rund um den FCSP verfolgt. Wir haben die Infos über vermeintliche Einigungen zwischen Spielern und Verein, scheinbar fixe Deals/Leihen und all den Kram mitbekommen. Nun ist aber klar: Viel Lärm um nichts! Der FC St. Pauli holte am Ende des Sommertransferfensters keinen neu(nt)en Spieler mehr, gab aber auch niemanden ab.

Eine Veröffentlichung in Sachen Transfers gab es dann am gestrigen Donnerstag aber doch noch: Der Verein veröffentlichte ein Interview mit Andreas Bornemann, der recht ausführlich dem jetzigen Kader das Vertrauen aussprach und ganz allgemein den Transfersommer einordnete. Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden wir Zitate daraus nutzen. Wir möchten euch aber auch sehr empfehlen das gesamte Video anzuschauen.

Die Entdeckung der Untätigkeit?

Das war der Titel eines Artikels, den ich im Winter verfasste, als der FC St. Pauli keinen neuen Spieler holte. Im Nachhinein wurde deutlich, dass es dem Team vermutlich ganz gut getan hätte, wenn da im Winter noch jemand gekommen wäre (vielleicht ein Norweger für die Abwehr, oder so). Es passierte jedoch nichts.

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Nun ist am Ende der Sommer-Transferphase auch nichts mehr passiert. Also, passiert ist hinter den Kulissen sicher einiges, aber es kam eben niemand mehr dazu oder wurde abgegeben. Untätigkeit kann man dem FC St. Pauli diesen Sommer sowieso keineswegs vorwerfen. Acht neue Spieler hat der FCSP geholt (zu allen haben wir jeweils ein Spielerprofil erstellt: Connor MetcalfeManolis SaliakasCarlo Boukhalfa, David Nemeth, Johannes Eggestein, David Otto, Betim Fazliji und Sascha Burchert).

Zwei Neuzugänge, die bereits glänzen konnten: Manolis Saliakas und Johannes Eggestein.
(c) Stefan Groenveld

Kräftiger Umbruch

Verlassen haben den Verein nach der letzten Saison gleich zehn Spieler: Sebastian Ohlsson, James Lawrence, Philipp Ziereis, Christopher Buchtmann, Finn Ole Becker, Rico Benatelli, Simon Makienok, Maximilian Dittgen, Guido Burgstaller und Daniel-Kofi Kyereh. Für einige erzielte der FCSP Transfer-Einnahmen (Burgstaller, Kyereh), bei den meisten Spielern wurden aber einfach die Verträge nicht verlängert (was in einigen Fällen sicher auch für deutlich mehr Spielraum im Etat gesorgt hat).

Das macht also so gesehen ein Minus von zwei Spielern, wenn acht gekommen und zehn gegangen sind (Marvin Senger und Christian Viet fehlen in der Liste, weil die bereits letzte Saison verliehen waren). Der Kader wurde somit ein wenig verkleinert. Das sei auch eines der Ziele von Andreas Bornemann gewesen, wie er im oben verlinkten Interview erklärte. Aber der Schein trügt ein wenig. Denn die offenen Positionen wurden nicht gleichmäßig ersetzt.

Kein weiterer Stürmer – aber vier Torhüter

Denn während für das Mittelfeld mit Boukhalfa und Metcalfe zwei neue Spieler kamen, die (womöglich zusammen mit Fazliji) die Abgänge von Benatelli, Becker und Buchtmann kompensieren sollen, ist das Team im Angriff zahlenmäßig kleiner geworden: Vier Spieler gingen (Makienok, Dittgen, Burgstaller, Kyereh), nur zwei kamen dazu (Eggestein, Otto – mit Abstrichen kann Boukhalfa auch als Offensivkraft gezählt werden).

Stattdessen hat der FC St. Pauli nun vier Torhüter im Kader. Das ist ganz klar einer zuviel. Nur ungern werden dabei Erinnerungen an die Situation im Januar 2021 wach, als Robin Himmelmann erst nur noch individuell trainieren durfte und kurze Zeit später sein Vertrag mit dem FCSP aufgelöst wurde. Auch damals waren vier Keeper zeitgleich bei den Profis. Dass der Verein jetzt wieder mit vier Torhütern trainieren wird, erscheint vor diesem Hintergrund absurd und nun sind die Fragezeichen rund um den Transfer von Sascha Burchert noch um einiges größer geworden.

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Sascha Burchert stieß vor wenigen Wochen zum FC St. Pauli und ist nun einer von vier Torhütern.
(c) Stefan Groenveld

Stürmersuche schwierig

Ja, ein Ersatz für Guido Burgstaller, das wäre klasse gewesen. Da sind wir uns alle einig. Aber der Markt für Angreifer schien in diesem Sommer irgendwie besonders komplex zu sein. Denn die Ansprüche, das gesuchte Profil, dürften in jedem Club nahezu identisch gewesen sein. Bornemann beschreibt das in etwa so: „durchsetzungs- und kopfballstark, tempohart, trotzdem mit technischen Fähigkeiten, die es ihm erlauben das Spiel beim FCSP mitzuspielen, Erfahrung und eingebaute Torgarantie sowieso“. Wer würde so einen Stürmer nicht gerne in seinen Reihen haben?

Allein in der 2. Bundesliga gab es mit Nürnberg, dem KSC, Fürth, Paderborn und Darmstadt fünf Teams auf etwa gleichem Level, die ebenfalls massiven Bedarf auf dieser Position hatten. Der Markt war also auch sehr umkämpft, vielleicht sogar etwas mehr als sonst.
Und dort wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, greifen die Gesetze der Ökonomie: Die Preise steigen. Womit wir bei Aurélien Scheidler wären.

Scheidler: Da passte nicht alles

Wenn wir unsere Spielerprofil-Artikel meist kurz nach der Transfermeldung des Vereins raushauen, dann bedeutet das nicht, dass wir besonders schnelle Finger haben, sondern, dass wir da schon vorher dran arbeiteten. Wir entscheiden also immer einige Zeit vorher, ob wir einem Gerücht in den Medien oder dem, was uns sonst so zu Ohren kommt, genug Glauben schenken, um einen Artikel zu beginnen. Erfreulicherweise lagen wir bisher meist richtig, aber nicht immer (und wir präsentieren ja auch nicht jedes Profil wenige Minuten nach der Transfermeldung).

Um genau zu sein: Drei Entwürfe sind bisher im Papierkorb gelandet. Rund um Weihnachten 2020 haben wir zum Beispiel mal einen Artikel zu einem kleinen blonden Norweger angelegt, was wir heute auf unser Wunschdenken schieben. Diesen Sommer haben wir aber zweimal danebengelegen: Mit Christoph Daferner und Aurélien Scheidler. Das ist natürlich blöd, weil wir den Artikel dann umsonst geschrieben haben. Aber es hat jetzt auch den Vorteil, dass wir uns die Gründe für den geplatzten Scheidler-Transfer etwas genauer anschauen können.

Daten überzeugen nicht

Denn wenn man das von Andreas Bornemann angedeutete Profil mit dem von Scheidler vergleicht, dann wird eigentlich umgehend klar, dass da elementare Dinge fehlen. Zum Beispiel die Erfahrung. Scheidler wäre sicher nicht die erhoffte „Soforthilfe“ gewesen. Er hätte allein aufgrund seiner Verletzung in der Sommervorbereitung und der Umstellung auf den Spielstil einige Zeit gebraucht. Zudem ist er ebenfalls ein 98er-Jahrgang. Davon gibt es im Kader des FC St. Pauli schon einige: Insgesamt elf Spieler wurden im Jahr 1998 oder 1999 geboren. Die gewünschte Erfahrung hätte Scheidler also nicht liefern können.

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Spielerprofil vom Global Soccer Network zu Aurélien Scheidler

Die Daten vom Global Soccer Network zeigen, dass Aurélien Scheidler in vielen Bereichen eher durchschnittlich eingeschätzt wird. Zudem fehlt es ihm an Tempo. Und nach Einschätzung von unserem Kontakt Julien von Le Dijon Show, gibt es bei ihm körperlich und auch in Sachen Kopfballspiel noch massiv Luft nach oben (höhö!). Ob Scheidler damit (sofort) die hohen Ansprüche an den gewünschten Zielspieler erfüllt hätte? Da sind massive Zweifel angebracht.

Kommen wir zurück zur Ökonomie. In Medien kursieren Ablösesummen, bei denen mir schwindelig wird, besonders angesichts des Eindrucks, den wir von Scheidler gewonnen haben. Das Angebot des FC St. Pauli soll bei 1,6Mio € gelegen haben, wie die renommierte L’Equipe berichtet. Der SSC Bari soll gar noch mehr gezahlt haben, war gestern zu lesen. Scheidler wäre damit also der Rekordtransfer des FCSP gewesen. Wäre er das wirklich wert gewesen? Auch hier sind Zweifel angebracht. Die kolportierte Ablösesumme zeigt aber, wie groß der Bedarf gewesen ist.

Wichtige Eigenschaften fehlen im Kader

Andreas Bornemann betonte im Video mehrfach, dass er dem jetzigen Kader, mit all den jungen Spielern darin, vertraut. Dass der Verein sich trotzdem intensiv mit der Verpflichtung eines weiteren Stürmers befasst hat, bedeutet dabei nicht unbedingt einen Vertrauensverlust gegenüber des aktuellen Kaders. Es ist sogar eher die Pflicht der sportlichen Leitungen einen Kader zu jeder Zeit sportlich verbessern zu wollen. Die Ohren und Augen zu verschließen bei einem offenen Transferfenster, wäre da unangebracht. Und die Suche nach einem weiteren Offensivspieler war auch aus einem anderen Grund angebracht: Dem FC St. Pauli fehlen gewisse Eigenschaften, besonders in der Offensive.

Ich kann die Nicht-Verlängerungen der Verträge von Simon Makienok und Maximilian Dittgen nachvollziehen. Ich hätte es aber auch genauso verstanden, wenn die Verträge verlängert worden wären. Jetzt, nach dem Transfer-Sommer ist mein Verständnis für die Nicht-Verlängerung eher ein wenig gesunken. Denn Dittgen und Makienok verkörpern zwei Eigenschaften, die dem Kader nun fehlen: Tempo und Kopfballstärke.

Ja, Etienne Amenyido ist auch sehr schnell. Ja, Lukas Daschner und Igor Matanović sind auch kopfballstark. Aber so eine Wucht wie die von Dittgen fehlt jetzt im Kader. Und ein so klarer Zielspieler, wie Makienok fehlt auch, vermutlich sogar am meisten. Ob Amenyido längere Zeit verletzungfrei bleibt, muss sich erst zeigen. Ob Matanović aus seinem aktuellen Formtief herausfinden wird ebenfalls. Im Vergleich zur Vorsaison gibt es also in der Offensive eine sehr viel größere Unsicherheit was das Leistungsvermögen angeht, denn die Neuzugänge David Otto und Johannes Eggestein verfügen sicher über großes Potenzial und haben viele gute Skills, aber beide erfüllen die vermissten Profile eher nicht.

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Deutschland, Hamburg, 16.07.2022, Fussball 2. Bundesliga 1. Spieltag, FC St. Pauli - 1. FC Nuernberg im Millerntor-Stadion David Otto (FC St. Pauli) im Zweikampf mit Tim Handwerker (1. FCN)
David Otto verfügt zweifelsohne über großes Potenzial. Aber bringt er auch die fehlenden Eigenschaften der FCSP-Offensive mit?
(c) Peter Böhmer

Wie bereits geschrieben: Dass der FC St. Pauli bis zuletzt weiter auf der Suche nach einem Stürmer war (und dies auch den ganzen Sommer über getan hat), zeigt, dass die Verantwortlichen das anscheinend auch so gesehen haben. Andreas Bornemann sagt zwar im Gespräch, dass der FCSP in der Vorsaison sogar zwei Tore weniger nach der gleichen Anzahl an Spielen erzielt hat. Aber dabei wird ignoriert, wer die Tore erzielte und wie sie erzielt wurden: In der Saison 21/22 wurden sieben Treffer (von insgesamt neun) an den ersten sechs Spieltagen von Offensivspielern erzielt, ein Standardtor war nicht dabei. In der jetzigen Saison gab es bereits fünf Tore nach Standards und vier Treffer von Offensivspielern (insgesamt elf Tore). Da ist also schon einen Unterschied zu erkennen, hin zu einer schwächeren Offensive. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und freue mich sehr, wenn der FCSP dann ab jetzt auch so performed wie in der Vorsaison (es folgten fünf Siege mit 19 Toren, 13 davon von Offensivspielern).

Paqarada und Medić bleiben

Dass in der Offensive zum Ende des offenen Transferfensters nichts mehr passiert ist, dürfte also nicht allen so sehr gefallen. Dass sich Gleiches in der Defensive zugetragen hat, dafür umso mehr. Denn weder Leart Paqarada, noch Jakov Medić, die beide als potentielle Wechselkandidaten galten, haben den Verein verlassen. Besonders im Fall von Paqarada gab es nicht wenige, die ziemlich gezittert haben und den 02. September herbeisehnten.

So stellt sich die Situation in der Abwehr dann auch ganz anders dar als in der Offensive: Der FC St. Pauli verfügt dort über einen Kader mit Erfahrung und Leistungsstärke (das gilt übrigens auch für das Mittelfeld, wenngleich es da vielleicht etwas in der Breite fehlt), hat zudem mit Saliakas, Fazliji und Nemeth richtig Potenzial dazubekommen. Das sind sehr gute Nachrichten, besonders da die Defensive eines der Problemkinder des Teams ist und sich nun durch Kontinuität, Erfahrung und Qualität stabilisieren könnte.

Die Nr. 23 beim FC St. Pauli wird auch weiterhin teilweise die Kapitänsbinde tragen
(c) Peter Böhmer

Fenster zu, aber bald wieder offen

Nun dürften, nachdem sich der Rauch um die dann doch auch mit einiger Emotionalität begleitete Transferphase verzogen hat, die nächsten Themen aufkommen: Einige Verträge laufen am Saisonende aus, darunter unter anderem die von Paqarada und Daschner. Und dann steht bereits im November schon wieder ein Transferfenster offen.

Aufgrund der anstehenden Weltmeisterschaft geht der Ligabetrieb bereits Mitte November in den Winterschlaf. Bis dahin absolviert der FC St. Pauli (nur?) noch elf Ligaspiele. Die zweite Liga erwacht dann erst wieder Ende Januar. Das ist eine sehr lange Zeit, in der die Karten neu gemischt werden können und sich sogar auf dem Transfermarkt einiges tun kann, viel mehr als sonst im Winter. Von den Transfererlösen, die der FC St. Pauli diesen Sommer erzielte, sollte jedenfalls noch ein wenig was da sein, um auch im Winter noch aktiv werden zu können. Diese besondere Situation betont auch Andreas Bornemann im verlinkten Gespräch.

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Trust the process?

Ja, auf den fehlenden Spielertypen in der Offensive wurde auch von mir in eigentlich jedem Artikel der letzten Wochen immer wieder hingewiesen. Ich finde, dass sich das Team damit richtig gut hätte aufstellen können. Defensive und Mittelfeld sind bereits gut besetzt, aber in der Offensive könnte eben dieser eine Spielertyp fehlen, um dann vielleicht auch die Fantasie zu entwickeln in dieser Saison weiter oben anzugreifen.

Ein Signal an die Konkurrenz zum Ende der Transferperiode, wie es in den letzten beiden Jahren mit Burgstaller und Hartel gesendet wurde, ist jedenfalls nicht rausgegangen. Bei all der Enttäuschung über den fehlenden Signal-Transfer darf aber nicht vergessen werden, dass sich das Qualitäts-Level beim FC St. Pauli in den letzten beiden Jahren massiv nach oben verschoben hat.

Vielleicht muss sich für diese Saison damit abgefunden werden, dass es vorrangig um die Entwicklung geht. Darum, dass die vielen hochveranlagten Spieler ihr Potenzial entfalten können, um in absehbarer Zeit mit ordentlich Schwung anzugreifen. Vielleicht muss man diesem Prozess jetzt auch einfach Mal Ruhe und Vertrauen schenken. Und ganz vielleicht geht das ja viel schneller als gedacht. Es wäre dem Team zu wünschen.
// Tim

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8 thoughts on “Aktive Inaktivität

  1. Nee der Artikel ist mir zu sachlich und mit zu viel Fakten geschrieben. Da kann ich ja gar nicht mit der virtuellen Heugabel die sportliche Leitung durchs Dorf jagen.
    Ernsthaft danke für die Einschätzung insbesondere von Scheidller.
    Wie A.B. gestern ja auch sagte mal richtet seinenPlanung ja nicht auf den letzten Tag der Transferperiode aus. Und bisher wurde aus meiner Sicht einiges an Potential geholt.
    Eine Vermutung von mir – zum jetzigen Zeitpunkt des Transferfensters wissen nicht nur der Verein und die Fans, sondern auch alle anderen Vereine wo es bei uns fehlt. Da kann man dann den Preis schon mal höher ansetzen. Ich finde es dann vernünftig auch mal nein zu sagen, wenn man nicht sicher sein kann, dass 15 Tore garantiert sind. Und tatsächlich finde ich den Kader nicht so schlecht, wie er in vielen Kommentaren gerade beschrieben wird. Platz 6- 12 denke ich ist locker drin. Wenn alles passt sogar mehr. Aber mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben. Und das Thema Ambitionen ist aus meiner Sicht halt auch vielfältig. Würde mir Platz 6-12 reichen, wenn der Kader voller gestandener Spieler ist? Sicherlich nein. Aber mit dem Potential….

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Ich schätze die Arbeit von Bornemann und seinem Team sehr und alle Enttäuschung über das Finale der Transferperiode darf nicht darüber hinweg täuschen, wie sehr ich die Transfers zu Beginn gefeiert habe.

    Nemeth war für mich schon ein Signal-Transfer, bei dem ich Lust auf mehr bekommen habe und auch der Transfer von Saliakos hat ein wenig zum Träumen eingeladen.

    Umso enttäuschender empfand ich zunehmend das Ende der Transferphase. Auch, weil die Namen die zum Schluss gehandelt wurden eben nicht dem Traumbild entsprachen, dass ich mir von einem Stürmer geschnitzt hatte.

    Ich glaube auch, dass die Abgänge von Dittgen und Makinok schmerzen werden, genau wie ich es im Nachhinein schade finde, dass Bornemann bei den Personalien Daferner und Ishak lieber auf das Ende der Transferperiode spekulierte, als die Transfer-Millionen zu investieren.

    Aber als Fan habe ich natürlich den Vorteil frei vor mich hin träumen zu können und nicht nebenbei in den Geldbeutel gucken zu müssen.

    Aber am Ende bin ich auch ein kleines bisschen froh, dass man keinen Schnellschuss tätigte und einen Stürmer holte, nur damit die Mopo was zu schreiben hat.

    Und so wissen wir dann auch, was wir in der fussballfreien Zeit während dem Frühstück zutun haben:

    Millerntor-Adventskalender lösen und danach auf transfermarkt.de klickern.

    Auch schön.

  3. Moin, vielen Dank für die Einschätzung. Eine Sache kommt mir noch zu kurz. Die Verletzungsanfälligkeit des alten Kaders. Was nützen Schnelligkeit und Kopfballstärke, wenn die nur die 50 Prozent der Saison dabei waren. Ich habe insbesondere in der Abwehr das Gefühl, dass genau dort auch hingeschaut wurde. Der Herbst kommt und die Breite des Kaders wird dann immer wichtiger. Im Gegensatz zu den Vorjahren habe ich das Gefühl, dass uns ein Ausfall nicht mehr komplett aus der Spur werfen wird. Die 6er Position ist mit Smith, Aremu, Irvine, Faziliji, Boukhalfa und zur Not Dzwigalle mehr als gut (sowohl Quantitativ als auch Qualitativ besetzt. Und das Fehlen eben dieser 2. Reihe hat uns im letzten Jahr aus meiner Sicht den Aufstieg vermasselt.

  4. Endlich mal etwas mit Sachverstand zu den letzten Tagen hinsichtlich Transfers gelesen! Danke schön.
    Da spiegelt eigentlich jeder Satz und jedes Wort genau meine Meinung zu dem ganzen Theater wieder.
    Diese ganzen Pfosten in den (a)sozialen Medien (insb. Facebook), die nichts besseres zu tun haben, also ständig auf die Mannschaft und insbesondere die Transferpolitik von Andreas Bornemann zu schimpfen und dabei wirklich ALLES besser wissen, gehen mir nämlich schon seit Tagen so was von auf den Zeiger …

  5. Danke für die Einordnung.
    Problematisch wird es allerdings mit den im nächsten Jahr auslaufenden Verträgen, insbesondere natürlich Paqarada. Gibt man ihn zur Winterpause ab, gibt es schon mal weniger Geld, geht er im nächsten Sommer, gibt es gar nix. Äregrlich bei einem wohl 7-stelligen Potenzial (vom spielerischen Verlust jetzt mal ganz abgesehen).
    Dass er verlängert, wenn der Aufstieg nicht absehbar ist, scheint mir unwahrscheinlich, oder?

    1. Ja, die Causa Paqarada wird nicht einfach …
      Es wird letztlich darauf ankommen, was er will. Auf Teufel komm raus in die Bundesliga? Und womöglich wie Becker in der 2ten Mannschaft landen oder wie Kofi „nur ein Einwechselspieler“ mit wenigen Einsatzminuten, dem deswegen eventuell die WM noch flöten geht?
      Oder als unangefochtener Leader, Kapitän und gesetzter Stammspieler weiter beim FC St. Pauli Fußball spielen? Mit sicherlich deutlich verbesserten Bezügen aber mit Potential, dass es hier läuft? Drumherum und in der Mannschaft?
      Man darf gespannt sein, wie er tickt. Ich hoffe zumindest, ganz anders als z.B. Medic …

  6. Danke für die beruhigenden Worte – ich hätte allerdings weder den Daferner- noch einen Scheidler-Transfer verstanden.

    Mal ne Frage an dich – was hieltest du bzw. was sagen die Daten zu Lukas Engel von Silkeborg als Paqarada-Ersatz, sollte der in der nächsten Transferphase doch noch gehen? Engel war wohl im Sommer bei Hannover im Gespräch, bespielt ähnlich die linke Seite komplett wie Paqa. Ist halt auch 98er Jahrgang…

  7. Vielen Dank für die tolle Analyse, Tim!
    Ich hoffe nur, das Wort „Zielspieler“ wird jetzt keins, das wir jede Woche lesen müssen…
    Dass so einer fest eingeplant war (und ist), verrät ja neben diesem „Rechtfertigungsvideo“ von Borne, auch die Tatsache, dass die Nummer 9 im Kader nicht vergeben wurde. Genau wie die Nr. 2. Immerhin zwei sehr Prestigeträchtige Nummern. Das letzte Mal, als das so war, kamen kurz vor Schluss noch Guido und James Lawrence. Auf so einen Paukenschlag hatte ich auch diese Mal gehofft.
    Dann drücken wir mal die Daumen, dass es bis zum Winter reicht für eine okaye Punkteausbeute und ein Team das sich zusammenfindet. Um dann mit DEM Zielknipser das letzte Puzzlestück für eine Rückrunde zu bekommen, die selbst die vorletzte RR in den Schatten stellt.
    FORZA!

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